Indiana Tribüne, Volume 27, Number 226, Indianapolis, Marion County, 14 May 1904 — Page 4

Jndtana Tribüne, in. Mai 1904

Indiana Tribüne. Herausgegeben von bet Stebeg Indianapolis, Ind.

Harry O. Thudium Präsident, Geschäftslocal: No 31 Süd Delaware Straße, TELEPHONE 269. fcntered at the Post Office of Indianapolis second dass matter. Die deutsch-russischen Vezie Hungen unD die Neutralitftt Deutschlands im ostastatischen Kriege. ' Unser Berliner Correspondent schreibt: Vor dem Ausbruche des russisch-japani schen Krieges bestanden in Japan zwar völlig unbegründete und trotzdem sehr lebhafte Besorgnisse über die angeb liche Hinneigung des Deutschen Reiches m Rußland, Auch jetzt wieder find auf Grund verschiedener Gerüchte Zwei sei an der aufrichtigen Neutralität Deutschlands entstanden. Es erscheint daher angebracht, objektiv die Stel lung Deutschlands zu Rußland und zu dem Kriege in Oftafien zu erörtern. Kein deutscher Staatsmann wird ein Hehl daraus machen wollen, daß Deutschland auf freundschaftliche BeZiehungen zu Rußland Werth legt. Diese Beziehungen find zunächst Per. sönlick - dvnaftiscke. Seit etwa drei Menschenaltern find das russische Kaiserhaus und die Dynastie der Hohen zollern mit einander verwandt und diese verwandtschaftlichen Bande haben vor etwa einem Jahrzehnt eine Verstärkung dadurch erfahren, daß der russische Kaiser der Schwager des einzigen Bruders des deutschen Kaisers wurde. Die verwandtschaftlichen Beziehungen brachten ein persönlich - freundschaftliches Verhältniß mit sich, das nur während der Herrschaft des vorigen russischen Kaisers eine . gewisse Abschwächung erfuhr. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Reichen find ferner historisch traditionelle. Seitdem die Feindin Friedrich's des Großen, die russische Kaiserin Elisabeth, vor nahe zu 150 Jahren die Augen schloß, haben sich Preußen und Rußland nicht mehr als Feinde gegenüber gestanden das Hilfskorps, das 1812 Preußen dem Kaiser Napoleon stellen mußte, verhielt sich so neutral wie möglich und schloß späterhin einen Neutralitätsvertrag mit den Russen woh! aber haben sie ein ander wiederholt sehr wirksam unterstützt. An .Polemiken der Presse beider Länder oder an Zollschwierigkeiten hat es gelegentlich nicht gefehlt, aber große politische Differenzen hat es in der langen Zeit zwischen Preußen-Deutschland und Rußland nicht gegeben. ES entspricht eben den vitalsten politischen Interessen beider Staaten, miteinander in Frieden und Freundschaft zu leben und von dieser Nothwendigkeit sind nicht nur die Herrscher und die verantwortlichen Staatsmänner, sondern alle ernsthaften' .Politiker beider Länder überzeugt. , " ' CriJofnH Cvon vSf rtf JTJo f1arfKHnii' i .Lll9 jtlUUVlUtll. m)lnp zu Rußland hindert aber Deutschland durchaus nicht,? in dem russisch-japani-schen Kriege 'eine strikte Neutralität zu Üben, zu der die deutsche Regierung um so mehr geneigt sein muß, als sie durchaus den Empfindungen der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes entspricht. Es ist völlig verkehrt, beispielsweise aus dem, Telegramme des deutschen Kaisers an den Zaren geleHl VilA 1tHiAAAMAAfi Xfi F7t f Jft ytUlllUy Ut9 4U4ClHuut:7 ,UlUtl Linienschiffes Petropawlowsk" zu folgern, daß die deutsche Neutralität nicht aufrichtig gemeint fei. In Deutschland wie fast überall in der . Welt hat man bei der Nachricht vom Untergange des Petropawlowsk" zunächst nicht sowohl an die militärisch-politische Bedeutung dieses Ereignisses gedacht, wie an seine rein menschliche Tragik. Diese Empfindungen hatten ja selbst die Japaner, die Feinde Rußlands, beseelt, als ' sie zu Ehren des auf so tffweWfh $m?f itrnü ftoftt rtoTrtnttne lt&lttlW yWIV WVVV. VVHIHIV nen Admirals Makarow , Umzüge deranftalteten, beiläufig ein ehrendes Zeugniß . der gentlemännischen Gefinnung des zapantjcyen Volkes. So hat also auch der Deutsche Kaiser das Ereigniß nicht sowohl als russische Niederlage angesehen, wie als eine furchtbare Katastrophe. , Demgemäß hat er dem russischen Kaiser ebenso sein herzliches Beileid ausgedrückt, wie er es schon wiederholt dem Präsidenten der französischen Republik gegenüber bei großen Unglücksfallen in Frankreich gethan hat, beispielsweise bei dem großen Bazarbrande im Jahre 1898.

, Kundgebungen, menschlicher Theil

nähme sind wahrlich alles eher, als Verletzungen der Neutralität. Den Russen wie den Japanern .kann es ja auch nur darauf ankommen, daß die deutsche Regierung nicht irgendwelche Schritte thut, die dem Gegner in dip lomatifcher, vor allem aber in militä rischer Hinsicht Vortheile bringen Ito nen. Dies ist seitens der deutschen Regierung im bisherigen Verlaufe des Krieges nicht geschehen, und man kann überzeugt sein, daß es auch fernerhin nicht geschehen wird. Während sonst die meisten derarti gen Nachrichten mit großer Vorfich aufzunehmen sind, darf man die Mel düngen über die drohende Haltung der russischen fortschrittlichen Parteien als wohlbezründet erachten. Von den Re volutionären, ' den Nihilisten wie den Socialisten, kann man heute völlig absehen, da es selbstverständlich war, daß sie einen Krieg in jedem Falle für ihre Pläne ausnützen würden. Aber das Drängen des liberalen Bürgerthums nach einer konstitutionellen Regierung hängt eng mit den Niederlagen der russischen Streitmacht zusammen und ohne diese hätten die reformfreundlichen Elemente, die sonst durchaus nicht die Selbstaufopferung der Revolutionäre besitzen, sicherlich ihr Haupt nicht zu er heben gewagt. Jedenfalls beschränkt sich die Kriegsbegeisterung auf einen Theil der nicht ganz in materiellem Elend versunkenen Bauernschaft, und alle die großartigen Kundgebungen, die früher gemeldet wurden, waren eitles Blendwerk. Es ist möglich, daß der Zar oder vielmehr seine Berather durch eine Vev fassung den Uebelständen abzuhelfen versuchen werden. Nur wäre der Glaube verfehlt, 'daß. hierdurch auch wirkliche Besserung geschaffen wird. Es ist stets in Rücksicht zu nehmen, daß der Schaffung parlamentarischer Jnstitu tionen die Gründung eines tüchtigen Beamtenstandes vorangehen muß, so wie 'es in England, Frankreich und Deutschland der Fall war. Daß sich bei uns das Fehlen eines solchen nicht ungünstiger bemerkbar macht und die parlamentarische Corruption nicht noch schädlicher auf das Ganze einwirkt, ist schließlich allein dem großen natürlichen Reichthum des Landes zu danken. - Rußland würde eine vergrößerte Auflage der slavischen Balkan-Länder. für welche die Einführung der Verfassung nichts anderes bedeutete als ungefährliche Mittel zur Bereicherung der jeweiligen politischen Führer. Ganz anders liegt die Sache mit einer Stände - Vertretung, neben der die Ausrottung der Beamten-Corruption von oben Hand in Hand gehen müßte. Es giebt kaum einen besseren Kenner Rußland's als Leo Tolstoyund die Stimme dieses wirklich großen Menschen wiegt schwerer als die Ansichten Jener, die eine durchaus westeuropäische Institution ohne jede Vorbedingung Rußland aufpfropfen wollen. Was Tolftoy üb er jene VerfassungsPläne denkt, ist bekannt und es ist zugleich eine Erfahrungsthatsache daß der DepotismuS unter constitutioneller Verhüllung für di Volk viel drücken der wirkt, als die Herrschaft des 'absoluten Monarchen. Ein fähiger 5Zar kann jetzt, wenn er will, Reformen schaffen; ein konstitutioneller russischer Kaiser, dem die Hände von einem corrupten Parlament gebunden find, besäße nicht mehr die Macht. Polizeiliches. D i e .D e t e ct i v S H a u s er und Larsh verhafteten gestern Nachmittag den in . Cincinnati sehnlichst gewünschten Fred Wendhausen, Secretär der Schneider-Union. Wendhausen ist angeklagt, der'genannten Gewerkschaft gehörige Gelder unterschlagen zu haben: JamesAllen,einneunjähriger Negerjunge, wird sich morgen im Kindergerichte wegen Diebftahls einer Uhr zu verantworten haben. Allen hatte mit dem in seinem Alter stehenden weißen Knaben Marvin McKey einen Wettlauf verabredet, und bewog denselben, damit ihm die Uhr beim Läufe nicht aus der Westentasche falle. dieselbe in die äußere Rocktasche zu stecken, worauf er dann, ' neben dem weißen Knaben herlaufend denselben um den Zeitmesser erleichterte. .Die Polizisten .Wynne und Rankins verhafteten heute nach Mitternacht den farbigen Pete Johnson, angeblich aus Wisconsin, der Kerl war bis an die Zähne bewaffnet und hatte werthvolle ; Schmucksachen ; an " seiner Person. . '.' '.'..

Das öffentliche Concert des Musik-Vereins. Ein durchschlagender künstlerischer Erfolg. V Erstaunliche Gesangstüchtigkeit des

Appollo Club". Das öffentliche Concert des Deut schen Klub und Musikverein bot gar manche Ueberraschungen, die sich aber insgesammt sich zu einem der großartigsten Mufikerfolge der Sai son vereinigten. Die rauschende Anerkennung, die die vorzüglichen Leistungen verdientermaßen fanden bewiesen, daß das Publikum die musikalischen Gaben voll und ganz würdigte. Zugleich wollen wir vor ausschicken, daß der Muncie Ap pollo - Club sich von einer Sing fähigkeit erwies, der nachzueifern das Bestreben unseres Musikvereins sein sollte und auch er kann es wohl zu einer solchen Höhe bringen, denn sein Dirigent Herr Ernestinoff ist auch der Dirigent des Appollo Club seit dessen Bestehen und auch der Musikverein verfügt über treffliche Stimmmittel. rw. . v 4 Ä)er Appollo liiuo icyemt jem gan zes Bestreben auf Erlangung gesang ucher Vorzüguchken zu concentriren und daß er das vorgesteckte Ziel er. reicht hat. gaben unsere Sänger in neidloser Bewunderung zu, und sie ehren sich selbst -durch solche Anerken nung. Das anwesende Publikum wird dem Mufik-Verein Dank wissen, daß ihm die Gelegenheit geboten wurde, sich der Leistungen der Sänger aus Muncie zu erfreuen. Herrn Ernestinoff aber unfern Glückwunsch für die meisterhafte gesangliche Erziehung die der Muncie Club bewies. . D a s C o n c e r t. , Ein zumeist klassisches Programm war für dieses Concert geschickt ausgewählt worden. Das Orchester eröffnete das Concert mit der Ouvertüre zu Rienzi" von Wagner und brachte das Publikum durch die vorzügliche Wiedergabe in die Stimmung, die wirklichen Kunstgenuß allein würdigt. , Der Markttrubel aus Gounod's Faust vom Gemischten Chor des Mufil Vereins mit Orchesterbegleitung gesun gen, bewies gutes Können, wenn auch die Bässe stellenweis nicht ganz so wuch tig waren, wie die mitunter schroff nüancirten Gegensätze der Composition erforderten. Daß die Leistung 5 trotzdem trefflich zu Gehör kam ist besonders dankenswerth.. Die reizvoll typisch spanische Compofition von Rubinstein Torrea dor et Andalouse" wurde "vom Orchester flott und rythmisch vollendet gespielt. Die Leistung wurde auch durch rauschenden Beifall anerkannt. Frl. Dorothy Jungclaus, welche in mehrjährigem Aufenthalt in den Musikcentren Deutschlands , ihre reine Sopranftimme unter tüchtigen Meistern geschult hatte, hatte das Solo Cavatina aus Königin von Saba" (Gounod) übernommen. Sie brachte, nachdem sie die, die erstenNoten leicht durchklingende Befangenheit überwunden hatte, die schwierige Composition trefflich zum Vortrag." , In dem Encore, das sie, den rauschenken Bsifall des Publikums anerkennend, sang, kam ihre Stimme, weil nun völlig ncher. zu vollendeter Gel tung. In den hohen Lagen besonders muthet ilzr Organ unwiderstehlich an, und der Vortrag war innig und seelenvoll. Reiche Blumengaben dankten ihr neben dem enthusiastischen Beifall für den ungetrübten Genuß. Die Spannung mit denen das Publikum den Leistungen der Muncier Sänger entgegensah wurde bald nach den den ersten Sätzen des Pache'schen L iedeS Mondaufgang" gelöst. Das Publikum erkannte, daß eS einen trefflich geschulten Chor mit vorzüglichen StimmMitteln begabt vor sich hatte und lauschte befriedigt den herrlichen Accorden des Liedes, welches vom Appollo Club und den Sängern des MusikVereins, von Streichmusik begleitet, vorgetragen wurde. Wohl selten wurde das stimmungsvolle Lied besser zu Gehör gebracht. Die Sänger brachten der Composition volles Vcrständnitz entgegen und waren gesanglich sicher. Besonders in den zart getragenen Tönen des ersten Basses, die die Sätze führen, lag überwältigender Zauber und die Tenöre klangen , silbern und weich hinein. Es war eine mei

fterliche Leistung der Sänger der beiden

Vereine. In dem linzelvortrag der Lieder Sweetheart" und Forsaken" (Verlassen") von Koschat durch den Muncie Appollo Club, hatte man besondere Ge legenheit ein gerechtes Urtheil zu fällen. daß dasselbe zu Superlativen begeisterte, wird wohl jeder der dem Vor trag . beiwohnte gerechtfertigt finden. Das Publikum ruhte auch nicht mit seinem Beifallssturm bi die Sänger von Muncie eine ebenso trefflich gesun gene Dreingabe brachten.' Die Glanzleistung . des Abends aber war unstreitig die Wiedergabe des Finale des 1. Aktes aus Rienzi" (Massenet.) . Vom Appollo Club und dem Män nerchor des Musik-Vereins mit Herrn Orville Harrold in der Solopartie vorgetragen. Die majestätische, hinreißende Wucht des Massenchor wirkte überwältigend. In Herrn Harrold lernten . wir einen Heldentenor kennen, dessen Können wohl manchem Professionellen zur Ehre gereichen würde. Es war eine, in ihrer Gesammtheit bewunderungswürdige Leistung,' die an sich schon genügt hätte. um irgend einem Concert einen großen Erfolg zu sichern. .Der Enthusiasmus des Publikums machte sich in rauschendem Beifall Luft. . Nach trefflicher Orchestermusik, Bal letweisen aus Le Cid" von Massenet, sang der Damenchor die von Prof. Ernestinoff transponirte Composition von Grreg Solveigs Lied", und Mighty lak 'a rose" von Nevin in trefflicher Harmonie. Besonders das letztere Lied war eine vorzügliche Leistung, die den rauschenden Beifall des Publikums wachrief. '. Mit der vorzüglichen Wiedergabe der Apotheosis aus Wagner's Meifterfingern" schloß das genußreiche Concert, für dessen so kunstsinnige Veranstaltung dem Musikverein der Dank aller Musikfreunde gebührt. Nach dem Concert fanden, sich bie Sänger und Sängerinnen .bei einem informellen Bankett zusammen. Präs. Chas. Krauß richtete dankende Worte an die - auscv artigen langer. die Herr A. M. Kühn sodann in geistreicher, längerer Rede feierte. . Nach ihm sprachen noch Professor Ernestinoff und Präsident Shick vom Appollo Club. Um Mitternacht verabschiedeten sich die sangeskundigen Muncier, um die Heimfahrt anzutreten.. Eclectic Medical Association." tr In der in Terre Haute abgehaltenen 40. Jahres-Convention der Jndiana Eclectic Medical Ass'n" wurden folgende Beamten erwählt : , Präsident Dr. A. R. Hauß, Sellersburg. 1. Vice-Präsident Dr. Morse Herrd. Fort Wayne. , 2. Vice-Präsident Dr. A. S. HolingSworth, Urbana. Protocoll.-Secretär S. Z. Hawins, Swayzee. Corresp. Secretär F. L. Hssman, Indianapolis. Schatzmeister O. B. Nesbit, Valparaiso. Die nächste Convention wird in In dianapolis abgehalten werden. ' ; - Da s in Uml auf gesetzte Gerücht, Richter George Gray sei vom Comite der , National-Civic-Federation zum Nachfolger des verstorbenen Senato'rs M. A. Hanna als Präsident der Föderation auserwählt, wird von John Mitchell, dem Präsidenten der Vereinigten Minenarbeiker, dementirt. Mitchell sagt, daß bis jetzt weder er, noch Francis L. RobbinS (Präsident der Pittsburg Coal Co.), noch Bischof Poter (diese drei bilden bekanntlich das Comite), irgend welche Vorschläge für die in der nächsten Sitzung der Jederation zu füllende Vakanz soweit gemacht haben. Bei dem Versuche, auf einem Frachtzuge als blinder Passagier nach Lafayette mitzufahren, gerieth Sam Brisbon unter die Räder des Zuges und eines seiner Beine wurde dem Unglücklichen buchstäblich zermalmt. Der Chicago Schnellzug. welcher den so Schwerverletzten in der Nähe von Lebanon aufgefunden. brachte ihn nach Indianapolis zurück. Er fand 'Pflege und Unterkunft' im St. Vincent Hospital. John Weber's Wirthschaft. No. 764 West North Str.

Münchener Spezialität.

, Jedes Land,, so schreibt man "aus München, hat qewisse Spezialgerichte, mt man anderwärts wohl immren, niemals aber in gleicher Güte bieten kann. Gewiß 'giebt's Schweins-, und Kaibshar'n überall da, wo diese nutz lichen Vierfüßler gedeihen aber wo erfreuen sich dieselben größerer Beliebtheit als in München? Diese räthelyaste Thatsache hat ihren Grund lediglich in , der Art der Zubereitung, Den Gipfel unserer 'Spezialgerichte aoer bildet , entschieden die Weißwurst die aus der ganzen weuenErdenwel nicht in gleicher Weise fabrizirt wird Die Metzger, und ganz besonders die ÄUirtysmetzger, setzen ihren ganzen ?tolz darin, bei Erzeugung dieses Leckerbissens ihren höchsten Geschmack zu entfalten die Gaste wissen diesen tfieiß sehr wohl zu würdigen und loh nen ihn durch : reichlichen Zuspruch. Zum Frühstück srnd ein paar Weiß wurste wie geschaffen nicht etwa. daß sie uns sattigen, das ist angesichts des kleinen Formats und billigenPrei ses nicht zu verlangen; sie versetzen den Magen in eine, angenehme Thätigkeit und bilden nur d:e Vorberenuna des selben zur Aufnahme eines kräftigen Mittagsmahles. ' Dies ist auch der Grund, warum diese 'Lokaldelikatesse sich nur wahrend der Ljormittagsstunden großer Beliebtheit erfreut. Ein altes Münchner Sprichwor sagt schon: Eine Weißwurst, die die Mittagsstunde läuten hört, taugt nicht mehr! Außer- in allen Gasthausern, großen wie kleinen, finden wir diese Wurstspezialität. auch noch in mehreren Berkaussstanden im Centrum der Stadt: in der Freibank, in der Kuttel Halle am Viktualienmarkt und an der großen Fleischbank. er Absatz ist hier überall in Anbetracht des lebhaften Verkehrs ganz enorm; namentlich am letztgenannten Orte bietet sichrem Beobachter des Volkslebens reiche Ge legenheit zu interessanten Studien. In auerFruye schon geht s hier lebhast zu. Die Gärtner, die ihre Erzeugnisse auf den Markt brmgen, finden den warmen Imbiß - sehr willkommen; die Marktfrauen und Händler stärken sich durch den Genuft einiger Weißwürste gegen die Unbilden der Witterung; Hausfrauen und Kocherln legen hier die beim Einkäuf erhandelten Zehnerln" im eigensten Interesse an; aber auch mancherMann in Amt und Wur den, der im Dränge der Geschäfte nicht Zeit zum Frühschoppen findet, genießt im Vorbeigehen eine kleine Stärkung. Und - alle ' ohne Unterschied, ob Reich oder Arm, Alt oder Jung, tauchen gemeinsam in's Senftiegelein! - Glücklich der Münchner, der seine Lieblingsspeise daheim am Jsarstrand genießen kann, er weiß nichts von dem vergeblichen Sehnen seiner Landsleute in der Fremde, die mit Freuden alle Spezialgerichte ihres Aufenthaltsortes eintauschen würden ' gegen d'Weißwürscht! ' Einräthselhafter Leichenfund ist in Baden bei Wien gemacht worden. Bei den Vodenbewcgungen für die Herrichtung eines BauPlatzes neben einer Straße stieß, man auf Gerippe von zwei Frauen. Nach der Begutachtung der Aerzte haben sie etwa 40 50 Jahre in der Erde gelegen. Bei den Gerippen wurde eine größere Anzahl von, schwarzen Perlen gefunden, wie sie bis in die fünfziger Jahre von Frauen stark getragen wurden; ferner ein silbernes Amulett, sonst wurden keinerlei Schmuckfachen oderGeldstucke gesunden. Zweifellos sind die Heiden Frauen ermordet 'worden. Der Vorfall erweckte die Erinnerung an folgende Begebenheit aus den fünfziger Jahren: Damals befand sich , in Baden .ein gewisser Lichtenecker im Dienste der Polizei- Er wurde wegen eines gemeinsam mit seiner Geliebten in Wien verübten Mordes verurtheilt. Nun soll Lichtenecker oft mit zwei nach der damaligen Mode fein gekleideten Frauen, anscheinend Mutter undTochter, gesehen worden sein. Sie kamen stets aus Wien und verkehrten nur mir Lichtenecker. Lange vor der Verhaftung Lichteneckers seien sie nicht mehr nach Baden gekommen; dann waren sie plötzlich verschwunden. Mit jenen zwei Frauen bringt man hie beiden Gerippe in Verbindung und vermuthet, daß jene Frauen gewaltsam beseitigt worden seien. , D e r P o l i z e i ch e f pon Bukarest Dr. jur. Romulus Pvoinesco ist dieser,. Tage nach Berlin gekommen, um die dortigen Polizeieinrichtungen zu studiren. Er unterrichtet sich .auf das genaueste über die ganze Organisation der Berliner Polizei, über alle Abtheilungen, Dezernate, Jnspektionen,. Bezirke u. s. w.studirt den Er kennungsdienst, die Maßnahmen gegen den Mädchenhandel, kurz jeden Dienstzweig, um ähnliche Einrichtungen in Bukarest einzuführen. Borax zur Wasche. Beim Waschen mit Borax ist das Einweichen der Wäsche mit , demselben die Hauptfache. Der Schmutz verschwindet nach folchem , Einweichen überraschend schnell, da . die im Borax enthaltene Borsäure alle Flecken, besonders 'aus Tischwäsche, fortnimmt ohne diesel-ben-anzugreifen. Wenn man zum Einweichen der Wäsche Borax anstatt Soda Mmmt, so werden die geringen Mehrkosten gegenüber der Soda reich lich durch Mindergebrauch 'an Wäsche und Seifenersparniß gedeckt.

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