Indiana Tribüne, Volume 27, Number 225, Indianapolis, Marion County, 13 May 1904 — Page 6

Jndiana Tribüuc, RS. Mai 1903U

6

Warum nicht $n a c c c $ fi n sparen beim Einkaufe ihrer Möbel UNÄ .... Teppiche sowie. . . . ojrlnci Oefen und ..Ranges! WILLIG'S 141 West Washington Str. 142 Nord Pennsylvania Straße Hauptquartier für Brillen ud Operngläser "73T cc Kfe f-jZnrnüM 'Si imwBrillen werden ach den besten Methoden d Lugen angepaßt. Künstliche Augen werden schmerzlos eingesetzt. BigFourBahn ...Exmrsion... Sonntag, den 15. Mai 1904 Z1.50 Cwcinnati und zurück. Spezialzug, (nach beiden Richtungen nirgends für Passagiere anhaltend) verläßt Indianapolis um 7 Uhr Morgens. Rückfahrt von Cincinnati 7 Uhr Abends. Kette ftaute $1.00 I RundGreencastle 75c s fahrt. Spezialzug verläßt Indianapolis um 7 Uhr Morgens. Netourfahrt von Terre Haute 7 Uhr Abends. H. M. Bronson, A. G. P. . Grofze Auswahl von iener, No. 449 Gft Washington Str. Neues Telephon 2525. Achtung. Empire Wood & Coal Co. empfiehlt Holz für Bäcker, 2 Fuß lang, gespalten, beste Qualität, SS die Ladung ; sowie Sägemühlen Holz, Buchen und Ahorn, 14 Zoll lang, gespalten oder ,unge spalten, $2 die Ladung Fabrik-Holz, $2 die Ladung. UM. Co 553 Lincoln Str. Telephon : Neu, 9291. Neu. 478. It. Main 115. Alt, Main 82, toefller aioo 202 Nord Noble Str. eues Telephon 2001.

ämip Ii

Ö 1 PjSI V ml ME i jV"i - ' LA s " Ä Ä ! R 2 yjvg' ' Ti A".-V; 1 5!. immjjßn ?l " L IsT 1-- -tt' - jii-jy

Aug. D

Empire Coa

n

Europäische Nachrichten.

Wtzeirkpfarz. S p e y e r. Unter außerordentli cher Theilnahme fand hier die Feier des 600jährigen Jubiläums des St. Magdalenenklosters statt., Das Kloster war anläßlich desselben festlich geschmückt. D ü r k h e i m. Hier erhängte sich der Mitte der- dreißiger Jahre stehende verwittwete Tagner Philipp Fischer. Derselbe war ein braver, fleißiger Mann, jedoch neigte er in letzter Zeit dem Trunke zu. Das Motiv dürfte im Rückgang seiner Vermögensverhältnifse liegen. I m s buch. In dem Wohnhause des Korbmachers Ludwig Schutz von hier brach ein Brand aus, dem in kurzer Zeit das ganze Anwesen zumQpfer fiel. Auch verbrannte ein großer Vorrath von Korbweiden. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Kirch.heima.Eck. Großes Aufsehen erregt hier das Verschwinden des Rentnerehepaares Jakob Becker (früher Besitzer der Lang'schen Mühle in Kleinkarlbach). Becker war sehr ver mögend; unglückliche Börsenspekulationen sollen ihn an den Ruin gebracht haben. Die Eheleute Becker sind kinderlos. Q d e n b a ch. Vom Zuge übersahren und getödtet wurde oer 53 Jahre alte Maurer Heinrich Wagenblast auf der Bahnstrecke unterhalb des Ortes. Es wird Selbstmord infolge Krankheit angenommen. Güsaß-Lothringen. Straßburg. Schachtmeister Thomas, welcher beim Bau der in der Nahe von Chatel St. Germain gelegenen Neste Kaiserin" angestellt war, wurde von einem italienischen Arbeiter durch einen Revolverschuß schwer verletzt und ist an den Folgen der Verletzungen gestorben. Die That geschah aus Rache darüber, daß Thomas den italienischen Arbeiter aus dem Dienst entlassen hatte. Der Mörder ist entkommen. B olchen. Hier scheute das Pferd eines Bierfahrers und rannte bei einer Biegung so hastig gegen eine Gartenmauer, daß die Insassen des Wa gens herausgeschleudert wurden und gegen die Mauer prallten. Der Bierfahrer Chavant war sofort todt, sein Frau wurde sterbend in's hiesigeKrankenhaus gebracht. Der Pächter Weber erlitt zwei Rippenbrüche und einige Quetschungen. Diedenhofen. Plötzlich gestorben ist der Rentner Johann Glas, der Gründer des sich großer Beliebtheit erfreuenden Münchener Kindl's". Herr Glas,einMann von ehrenhaftem biederem Charakter, erfreute sich großer Achtung bei Jedermann. Langender g. Der zu Forsthaus Hohebuche" wohnende 61 Jahre alte Revierförster Schmidt ist, als er am Arbeitstische saß, plötzlich gestorben. Ein Herzschlag hatte dem Beamten, der seit 30 Jahren hier thätig gewesen, den Tod bereitet. M ü l h a u s e n. Der Mittelschullehrer Vortmann von der hiesigen Mittelschule wurde verhaftet. Der Grund der Verhaftung ist noch unbe kannt. Saarburg. Oberlehrer Böhm ist in gleicher Diensteigenschaft an das Gymnasium in Gebweiler versetzt. Meckkenöurg. Schwerin. Im Ostorfer See, dem Theile westlich von der Bahn, ertranken in der Nähe der Sandkuhle die beiden ältesten Söhne des MilchHändlers Anker im Alter von 14 und 12 Jahren, welche mit anderen Knaben über das Eis liefen. D a m b e ck. Pastor Zülch sah letztens auf eine 25jährige Thätigkeit in seiner Gemeinde zurück. Der Jubilar ist, wie mancher mecklenburgische Geistliche, seinerzeit aus Hessen eingewandert. Grevesmühlen. Das hiesige Amtsaericöt wurde von Cbristinenkelk benachrichtigt, daß im Hofe ein Erhängter gefunden sei, und eine ComMission fuhr sofort zur Besichtigung der Leiche hinaus. Es war die des 60 bis 65 Jahre alten KuhfÄtterers Johann Schmill, wie man aus einer Adresse, welche man in den Kleidern der Person fand, ersah. H a g e n o w. Im nahen KirchJefar feierte das Erbs ächter - Altentheile? Johst'sche Ehepaar das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich im Alter von etwa 73 Iahren noch großer körperlicher und geistiger Frische. Krakow. Arbeiter Busch aus dem benachbarten Mölln wurde von dem Wärter der Linstower Chaussee, im Chausseegraben liegend, todt aufgefunden. Er ist auf dem Heimwege die Böschung der Chaussee hinabgefallen und mit dem Gesicht in eine kleine Pfütze, die höchstens eine Handbreit tief ist, zu liegen gekommen. Da er nicht die Kraft besaß, sich aufzurichten, mußte er im Wasser ersticken. Neukloster. Im Kreise der Kinder und Enkel feierte in großer Rüstigkeit das Arbeiter Lange'fche Ehepaar das seltene Fest der goldenen Hochzeit. R o st o ck. Die Wein - Großhand, lung von Karl Haensch, Hof - WeinHändler Hierselbst, beging ihr 50jähriges Geschäftsjubiläum. HUdenvurg. Oldenburg. Der Regent von Braunschweig hat dem Legationskanz-

' ', , , . ' - ' - ' - W ' - mJL' ' ; ' ' ' K , i ,', ' "' . ' , ',0K4Zäst?&fi 0., ' ', aama'w t MWWWIMZ MOWS sZWRÄWWM s$ tft 5 . '5 ? : 1 " M ' ÄsM 1 sJL Cn,f k i1 rMwMM'' s.ä j 'MM mm&k-- ; ,s-, L',3?A'J''' tS X A- & x. sfrv, ',',s?ftf3&f? d . i Ifklwf'f' fi'-ffMt'" 1 f iAääji,. laÄ'iÄl Mfc 4fJ$y$Z'&' "i fr' hV$ffä l Jg , . ' MWW ' r ) 'l l'1- ! MfMmL -1Ä4v.v:j ,i L. I!57 -'vi! '"t.

m !;f"T:fiw4 rnyÄ.-J wtt FM. ?äa?3J? i f?"' ,!mMn h -'VäT S&fiS--4irm''. ''''Ä ij ' -v5f -3 At MiMMMu jfpmx

ji ..z-i'.-'7i w f ; r" 4jLt'is4itoi

Senator Quay, der schwer krank ist. Senator Matthew Stanley Quay, liegt sehr' schwer krank in Washington darnieder. Es wird allgemein behauptet, daß wenn er sich wieder erholen sollte, er sich gänzlich von der Politik zurückziehen wird. Senator Quay ist 70 Jahre alt.

listen bei der hiesigen preußischen Gesandtschaft. Geheimen Hofrath Menzel, das Ritterkreuz 2. Klasse des Ordens Heinrichs des Löwen verliehen. E l s f l e t h. Der Gendarm Hohlfeld wird von hier nach Lohne und an seiner Stelle der Gendarm Rogge von Rastede nach hier versetzt. Außerdem wird die hiesige Station noch um einen Gendarm verstärkt. Gendarm Weser wird von Heppens nach hier kommen. E v e r st e n. ' Der Brinksitzer H. Gorth verkaufte feine Brinksitzerei mit Antritt zum 1. Mai d. I. an den LandmannHermann Baumann in Petersfehn. Der Kaufpreis beträgt 5450 Mark. M i n s e n. Der Arbeiter Hoffrogge aus Förrien wurde unter dem dringenden Verdacht, das von ihm bewohnte Haus mittelst Petroleum in Brand gesetzt zu haben, verhaftet und in das Untersuchungsgefängniß nach Jeder transportirt. W e st e r st e d e. Lehrer Schmidt hier wird mit Beginn des neuenSchuljahres die Hauptlehrer- und Organistenstelle in Zetel übernehmen. Freie Städte. Hamburg. Beim Mittelcanal stürzte der Zimmermann H. I. Vartels von einem Schuppen auf das Straßenpflaster und erlitt durch den Sturz schwere Verletzungen am Rücken, sowie einen Bruch des linken Armes. Der Verunglückte fand Aufnahme im Hafenkrankenhause. Sein 25jähriges Dienstjubiläum feierte der in der Eduardsstraße in Eimsbüttel wohnhafte Poli zeiwachtmeister Tosch. Der 61jährige Jubilar hat die Feldzllge von 1866 und 187071 mitgemacht. Als AusZeichnung für feine dem Hamburgi schen Staate treugeleisteten Dienste wurde Tosch von dem Polizeichef ein Portugalöser überreicht. Der auf dem im Kuhwarder Hafen ankernden Dampfer Lipsos" bedienstete Matrose Carl Wesener stürzte infolge Ausgleitens in den Kohlenbunker, schlug hier über und fiel weiter in den unteren Schiffsraum. Er zog sich nicht mir schwere äußere, sondern auch bedenkli che innere Verletzungen zu und wurde nach dem Hafenkrankenhause geschafft. An seinem Aufkommen wird gezwei felt. Bremen. Ertrunken ist imStadtgraben der 14jährige Sohn des LederHändlers Trialln an der Domshaide. Der Knabe hatte sich mit einem Schulfreunde zusammen leichtsinniger Weis auf die dünne Eisdecke des StadtgrabenS hinter dem Stadttheatcr gewagt, wo sie bald einbrachen. Die in der Nähe beschäftigten Arbeiter konnten leider nur einen von ihnen noch retten, der kleine Trialln wurde nur noch als Leiche wieder aus dem Wasser gezogen und den bedauernswerthen Eltern ins Haus gebracht. Lübeck. Ein Musikfreund und feine Frau schenkten dem hiesigen Verein der' Musikfreunde 50,000 Mark als Beihilfe zum Bau eines Concertsaales. Den 85jährigen Geburtstag feierte Frau Pastor JakobineKunhardt zu Schwartau. Seit 1876 Mittwe des an der hiesigen St. Aegidienkirche 33 Jahre im Amte gewesenen Pastors Kunhardt, ist die Hochbetagte am 21. Januar 1819 als jüngstes Kind des Musiklehrers Jakob AveLallemant geboren. Schweiz. Bern. Der Sekretär der' kantonalen Direktion des Innern, Paul Iahn, der seit kurzem, als er sich zu einem Spaziergang von Hause entfernte, vermißt worden war, ist im Könizbergerwalde todt aufgefunden worden. Basel. Vom Zuge überfahren wurde der in Albbruck bei der Bahn verwendete Militäranwärter Schmidt; er stiea in den von hier nach dem

, ""X ätz 'RHDMö - v ' ' Wiesenthal abgehenden ' Zug, in der Meinung, es sei der nach Konstanz fahrende Zug. Bald nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte, sprang Schmidt an der Abzweigung der Konstanzer Linie aus dem Zug und fiel zwischen die Konstanzer Geleise, wo er, am Kopf durch den Sturz verletzt, bewußtlos liegen blieb. Der dem Lörracher Zug nachfolgende Konstanzer Zug hat ihn dann überfahren. F r e i b u r g i. U. Im Alter von 62 Jaahren starb an den Folgen einer Operation Rafael Horner, Professor an der hiesigen Universität, gewesener Direktor des Lehrerseminars und der Kantonsschule, Verfasser verschiedener pädagogischer Arbeiten. : R o r s ch a ch. Das den Besuchern des Bodensees wohlbekannte Gastund Wohnhaus zum Schäfle brannte vollständig, der angebaute, vor einigen Jahren erstellte Saalbau zur Hälfte ab. Das Dienstpersonal konnte nur das nackte Leben retten. U r i. In Silenen verschied der 79jährige Bergführer Ambros Z'graggen. Ingenieur v. Sury in Bern hielt von der eingesargten Leiche eine erhebende Ansprache. Zürich. In dem Preßprozeß, den der eidgenössische Oberkriegscommisjar Oberst Keppler wider die Redaktion der Züricher Post" wegen einer Serie von Artikeln gegen die eidgenösischeMilitärverwaltung angestrengt hat, wurde Redakteur Wettstein von der Anklage der Verleumdung freigesprachen, dagegen der Beschimpfung für schuldig erklärt. Stierlin-Osch-wald, Ehrenmitglied des schweizerischen Turnvereins, ist , im. Alter von 94 Jahren hier gestorben. Er war in Turnerkreisen wohlbekannt. Hesterreich-Wngarn. Wien. Die Genossenschaft der Anstreicher und Lackirer hat ihren langjährigen Vorsteher Leopold Wermann anläßlich seines 40jährigen Jubiläums zum Ehrenmitglied ernannt. Gleichzeitig wurde beschlossen, behufs Eyrung des Vorstehers in den Sälen der Drei Engel" eine Festfeier zu veranstalten. Unter ungemein großer. Betheiligung der finanziellen Kreife wurde die Leiche des Vermaltungsrathes und Direktors der Allqemeinen Depositenbank Eduard Groag zu Grabe getragen. Wegen verschmähter Liebe hat der 26jährige Geschäftsdiener Karl Vurgiat ein Mordattentat an einem jungen Mädchen verübt und sich dann durch drei Revolverschllsse selbst getödtet. L e m b e r g. Der Lemberger Vertretcr der Firma Orenstein und Koppel, R. v. Jaczynski, wurde wegen größerer Defraudation zum Schaden der Gesellschaft verhaftet. Die Unterschlagung beträgt 40,000 Kronen. Oedenburg. Feuerwerker Siefan Reinfeld des hiesigen ArtillerieRegiments, der seit vier Jahren dient, erschoß sich in der Kanzlei der Artilleriekaserne. Reigersdorf. Der 64jährige verwittwete Maurer und Häusler Franz Iahn stürzte in einen unweit seiner Wohnung befindlichen offenen Brunnen und ertrank. R o m e r st a d t. Baumeister Josef Schulmeister erschoß sich hier. Er gehörte seit vielen Jahren der Gemeindevertretung an. Schlucken u. Nach fast dreijährigem Krankenlager verstarb hie im Alter von 60 Jahren Bezirkshauptmann d. R.' Johann Tittmann. Der Verblichene wär im Jahre 1869 in den Politischen Dienst eingetreten. T e p l i tz. Wegen andauernder Krankheit und hochgradiger Nervosi tät machte der erst vor Kurzem nach Teplitz von Hammer Bei Johnsdors versetzte Finanzwach-Respizient Adolf Stein seinem Leben freiwillig ein Ende, indem er sich in seiner Wohnung erschoß, , - '

JJ'?'Zy4k''s,''fi''t','s " , s, n ' ' r

Der Herren-Kragen. Allerlei GefchichtticheS über dieses notkwen dige Toilkttcstück. Im Mittelalter und vielfach noch im Reformationszeitalter wurde der Hals frei getragen. Nur hin und wieder begegnet man am Hals geschlossenen Kleidungsstücken. Von der Zeit Franz I. bis gegen 1540 sieht man alsdann den gezackten Saum des Hemdes über dem Rockkragen hervorstehen. Aus diesem gezackten Hemdsaum entwickelt sich die gefaltete Krause. Diese Krause macht eine sehr reiche Entwicklung durch und wird bald zur Radkrause, Kröse genannt, die durch einen mit Draht oder Fischbein gefestigten Leinwandkragen gestützt wird. Mit einer derartigen Krause ist z. B. noch Heinrich IV. von Frankreich im Jahre 1600 dargestellt. Diese Krause nahm einen immer größeren Umfang an und wurde zu einem förmlichen Mühlradkragen, der schon zur Zeit des niederländischen Krieges allgemein, auch von Damen, getragi.,1 wurde. Zugleich aber kam nun die Spitze auf und nahm von dem Kragen und der Krause Besitz, indem sie an die Ränder derselben und in die Zwischenräume angesetzt wurde, bis die Krause ganz wrgfiel und der Spitzenkragen blieb. Als Amtstracht hat .sich die Krause vereinzelt bis in unsere Zeit erhalten. Die Schweden brachten 1630 den bei ihnen üblichen breiten Kragen mit; dieser wurde anfangs gesteift, später schlaff getragen und mit Spitzen gerändert. Die Spitze sowohl als der Leinwandtheil waren sehr breit. Das nannte man dann Alamode. Als die Perücke aufkam, fiel der Spitzenkragen naturgemäß fort; die Zeit Louis' XIV. kennt ihn nicht mehr. Schon von 1665 ab bleibt der Spitzenbesatz weg und der Kragen wird hinten schmal getragen. Zugleich ommt das Halstuch und die Halsbinde auf. Man trug sie anfangs wohl, um Wärme zu geben, und knüpfte sie vorn zusammen und ließ die Enden frei herabhängen. Uebrigens wurden bis gegen 1700 ausschließlich weiße Halsbinden getragen. Statt der länglichen kamen bald quadratförmige Halstücher auf, welche den Diagonalen nach zusammengelegt wurden, so daß sie eine dreieckige Form erhielten; diese legte man zusammen und knüpfte die fo erhaltene Binde im Nacken zusammen, während man vorn eine Spange oder Nadel aufsetzte. Der Einsatz des Hemdes über der" Brustmitte war sichtbar und mit Zacken oder Krausen geziert. Diese Tracht erhielt sich bis etwa 1792. Dann nahm man wieder ein bedeutend größeres Halstuch, das vorn in zwei großen Schleifen gebunden wurde. Aber wieder wechselte die Mode, man fing wieder an, das Halstuch hinten zu binden, band zugleich ein zweites Tuch unter, so daß die Bekleidung sich bis zum Kinn vorschob, wobei man den Rand des uniergebundenen weißen Tuches oben oft vorschauen ließ: hieraus entwickelte sich der Kragen. Als man nämlich die Dicke lästig empfand, das Unterbinde--tuch beseitigte, brachte man statt jenes Randes eine Art Kragen, Unterbindekragen, Vatermörder (aus Leinwand und gestärkt) in Anwendung. Der nächste Schritt war die Umwandlung der Krawattenbinden; statt der weichen Halstücher legte man gesteifte Binden an, die man mit Atlas oder Serge überzog, vorn mit einer aufgefetzten Schleife zierte und hinten mit einer Schnalle versah. In den Jahren bis 1840 wurden theils wieder Vatermörder getragen, deren Enden aber vorn abgeeckt und nach außen umgebogen wurden, oder Halstücher mit Schleifen. Um das Jahr 1848 fing man wieder an, den Hals mehr entblößt zu lassen. Weibliche Kriegskorrespondenten. Vor Kurzem hat sich ein Frl. Sturzenegger aus der Schweiz nach dem russisch - japanis chen Kriegsschauplatz begeben, um für ein Schweizer Blatt zu berichten. Die Dame ist keineswegs der erste weibliche Kriegskorrespondent, sie hat eine ganze Anzahl von Vorgängern.. Mrs. Harriet Boyd war im griechisch-türkischen Krieg 1897 als Korrespondentin für das New Fork Journal" thätig, Mrs. C. Benck-Colby ging im amerikanifch-spanischen Krieg im Interesse ihres eignen Blattes Woman's Tribune" zur Front, während eine kanadische Zeitung, die Toronto Mail," Mrs. Watkins dahin entsandte. Auch über den Burenkrieg in Südafrika hat eine Dame berichtet, nämlich die bekannte Lady Sarah Wilson, die von der Londoner Zeitung Daily Mail" in's Feld geschickt wurde. Lady Sarah that sich durch ihren Bravourritt von 200 Meilen innerhalb weniger Tage durch feindliches Gebiet hervor, gerieth dann in die Gefangenschaft der Buren und wurde schließlich ausgewechselt. DaS war zwar ein Entgegenkommen des Feindes, aber die ungalant niedrigen Bedingungen dieser Auswechslung machten die Pille für Lady Sarah, die Tochter des Herzogs von Marlborough, bitter. ' D i e' F l i e g e bewegt ihre Flügel mit geradezu unheimlicher Geschwindigkeit; man glaubt, daß sie damit in der Sekunde wenigstens 600 Schläge thue. Schon damit käme eine Fliege in dieser Zeit etwa 25 Fuß weit weg, sie kann diese Geschwindigkeit aber leicht ungefähr auf das Siebenfache, auf 165 Fuß steigern.

Isulcr Zauber. Wie man im, Orient von der Eifersucht sehr gut lebe kann. Obwohl die orientalischen Frauen den Bestrebungen ihrer abendländischen Schwestern, ihnen die Freiheiten des Abendlandes zu verschaffen, vielfach verständnißlos, fast ablehnend gegenüberstehen, trachten sie doch fast alle darnach, die einzige Frau des Gatten zu fein. Die sonstigen Einschränkungen sind ihnen nicht lästig; vor allem gilt das von der Verschleierung. Diese ist in vielen Fällen sogar vortheilhaft für die Frauen. Sie können den Schleier je nach Bedarf feiner oder gröber wählen. Oft vermag man durch denselben die Gesichtszüge ganz gut zu erkennen und die Orientalinnen wissen auch sehr wohl, daß der Schleier, richtig benutzt, die Schönheit eines hübschen Gesichts erhöht und die Häßlichkeit eines unschönen vermindert. Und gerade bei Herzensangelegenheiten ist die Sitte der Verhüllung angenehm. Die verschleierte Braut kann ihren Verlobten unerkannt nach Belieben fehen und beobachten, was dem Manne in Bezug auf die künftige Gemahlin natürlich nicht gestattet ist. Aber gegen die Vielweiberei lehnen sich recht viele orientalische Frauen auf, allerdings weniger wegen der Sache selbst, als wegen der Unzuträglichkeiten, die sie auch für die Frauen im Gefolge hat. Man kann sich wohl denken, daß in einem morgenländischen Haushalte mit mehreren Frauen die Eifersucht eine gewöhnliche Erscheinung ist, die sich besonders dann zeigt, wenn der Mann eine jüngere und schönere Frau aufnimmt. Nicht selten sind Verbrechen der schwersten Art die Folge eines solchen Begjnnens. Glücklicherweise hält der Aberglaube die Eifersüchtige oft von solchem ab. Die gekränkte Frau begibt sich nämlich zu einem Fekih oder Magier, um durch ihn Rache an der Rivalin zu nehmen. , Der geschäftsgewandte Mann bildet eine weibliche Figur aus Wachs, welche die Gegnerin darstellen soll, und spricht die erforderlichen Beschwörungsformein. Was er nunmehr der Figur anthut, muß der durch sie dargestellten Person geschehen. Ueberschüttet er sie mit Gift, so wird sie nach dem Glauben der Eifersüchtigen an Gift sterben; vernichtet er sie durch einen Schlag oder Stich, so ist ihr Ende auf diese Weise zu erwarten. Tritt das Erwartete nicht ein, so hat die Bedrohte Gegenmittel angewendet, und das geschieht immer; denn der schlaue Zauberer weiß die Verfolgte stets von dem ihr drohenden Schicksal in Kenntniß zu setzen und hat in den meisten Fällen das Vergnügen, auch die Benachrichtigte in kürzester Frist zu seinen Kundinnen zu zählen. Alte Schulordnung. In einem Heft der Mittheilungen der Gesellschaft für deutsche Er-ziehungs-und Schulgeschichte" wird die Schulordnung des Ritters Albrecht v. Rosenberg zu Unterschüpf, Baden, vom Jahre 1564 angeführt. Laut diefer Schulordnung sollten in der Dorfschule neben Schreiben, Lesen, Deutsch, Rechnen, Musik und Gesang auch die griechische und die lateinische Sprache gelehrt werden. Eine der Bestimmungen des Ukas besagt Folgendes: Item es sol alle Tag zu früe die Schuel Sommers Zeiten umb sechs Uhr und dann Winkers Zeiten umb sieben Uhr ansahen und drey Stund darinnen pleiben und arbeiten, aber zu Mittag jeder Zeit durch's gantze Jar umb zwölfe ein und umb drey Uhr wieder auß gelassen." Sehr energische Maßregeln waren gegen Schulschwänzer vorgesehen: sobald der Lehrer mit den Kindern gesungen und gebetet hat, soll er Latalogurn puerorum, die fleißig sollen umgeschrieben sein, verlesen, und welche außen sein, nach denen schicken, und was sie für Geschäft haben, fleißig forschen, mit denen aber, so außer dem Flecken sein, soll er durch die, so des orts do sein) bey iren Eltern fragen lassen, warum sie zur Schuel nit kommen sein, uff daß sie nit mutwilliger Weis auß der Schuel bleiben, sonderlich sie dahin vermahnen, daß sie one sein vorwissen oder Erlaubnus nit außen bleiben. Solches soll teglich vor- und nachmittag gehalten und mit einem kurtzen Psalm ausgelassen werden." Strikende B ü h n e n k ll n stl e r. Zum Schluß der Spielzeit des Stadttheaters in Verviers, Belgien, war neulich eine Aufführung von Rossinis Oper Tell" angekündigt. Als der Vorhang aufgehen sollte, weigerten sich die Hauptspieler, die Bühne zu betreten, bevor der Stadtrath eine BeiHilfe von 7000 Francs zur Auszahlung ihrer Gagen bewilligt hätte.' Das Orchester begann zu spielen, worauf das ungeduldige Publikum anhallend lärmte. Endlich 'verkündigte der Regisseur, daß der Stadtrath das Gesuch abgelehnt habe, weshalb die Schauspieler nicht auftreten würden. ' ? Panik im Tempel. In der großen Synagoge zu Lemberg, Galizien, stürzte unlängst der Oberkantor Schor während des Gottesdienstes plötzlich in Folge einer Gehirnlähmung zusammen und verschied sofort. Als die Umstehenden nach Wasser für den Oberkantor riefen, glaubten die auf der Gallerie befindlichen Frauen, daß Feuer ausgebrochen sei und stürzten in panikartiger Flucht den Ausgängen zu. Einige Fralien erlitten in dem herrschenden Gedränae Verlekunaen.