Indiana Tribüne, Volume 27, Number 225, Indianapolis, Marion County, 13 May 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, IS. Mai

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Japanischer Vormarsch In der Siid-Mandfchurci geht unaufhaltsam weiter.

20,000 Mann operircn auf der Liao Tung Halbinsel. Wiedereröffnung der Bahn - Verbindung mit Port Arthur. Das Gefecht bei Anju. Brittsche Tibet - Expedition.

Ostasien. Der japanische Vor marsch. St. Petersburg, 13. Mai. In den amtlichen Depeschen von gestern Nacht sind weitere Fortschritte der Japaner in der südlichen Mandschurei gemeldet. Die Stellung der Division, welche auf der directen Straße nach Hai Cheng marschirt. ist nicht bekannt, und auch die Operationen auf der Halbinsel Liao Tung, wo 20,000 Japaner den westlichen Theil zu besetzen suchen, sind in Dunkel gehüllt. Es heißt, daß der Mikado auf eine Glückwunsch-Depesche von St. Peters.burger Studenten anläßlich desZYaluSieges dankte, aber zugleich Gott dafür pries, daß er keine derartigen Un- . terthanen besitze. Die Japaner bei Taku s h a n. ' St. Petersburg, 12. Mai. General Karkewitsch sagt in einer Depesche an den Generalstai, daß am 8. Mai. eine japanische Abtheilung im Thale des Sedzi-Flusses erschien und eine beträchtliche feindliche Streitmacht noch Donanampho besetzt hält. Eine andere Abtheilung, augenscheinlich aus einem Bataillon Infanterie und einer halben Schwadron Cavallerie bestehend, befindet sich etwa fünf Meilen nördlich von Takushan. Nach anderen Nachrichten rastete am 10. eine japanische Streitmacht von 10,000 Mann Infanterie mit 50 Geschützen in Hung Kiriusze und rückte am 11. nach Siu Yen vor. Operationen bei Feng WangCheng. St. Petersburg, 12. Mai. Das Kriegsminifterium erhielt eine Depesche von Gen. Pflug unter dem 11., wonach nach Nachrichten von Feng Wang Cheng eine Garde-Divifion der Straße Hai Cheng entlang vorrückt und eine 1500 Mann starke Cavallerie-Ab-theilung auf der Feng Wang Cheng Straße nach Sumatra. Es wird beigefügt, das die japan. Truppen in der Gegend von Feng Wang Cheng vor dem 7. aus 2 Atthei- ' lungen bestanden, deren erstere in einem Tagemarsch südwestlich von Feng Wang Cheng vorrückte, die zweite an den Unterlauf des Tayang Flusses. Die letztere Abtheilung kreuzte noch an dem gleichen Tage. Ueber die feindlichen Streitkräfte, welche bei Pitsewo landeten, liegt noch kein genauer Bericht vor. Eine weitere Depesche des Generals Karkewitch sagt, daß am 4. Mai etwa 60 japanische Transportdampfer und Kriegsschiffe zwischen Pitsewo und Cap Terminal erschienen. Recognoscirungs-Abtheilungen meldeten, daß die Japaner in Kin Chau Bucht nahe der Mündung des Tohery Yu Flusses landeten und 10,000 Mann in die umgebenden Dörfer legten. Die russische Bevölkerung wurde aus Pitsewo zurückgezogen. Die russische Abtheilung stieß am 5. auf eine überlegene feindliche Streitmacht, schlug eine andere Straße ein und wurde vom Feinde verfolgt. Ein Scharsschütze wurde verwundet und 3 Pferde wurden geiödtet. Am 7. Mai räumten die Japaner Polandien um nicht abgeschnitten zu werden. Die Bahn ist noch immer frei von dem Feind, nachdem sich japanische Abtheilungen die in der Nähe von ihr erschienen waren, wieder zurückzogen. Nach chinesischer Information landeten 20.000 Japaner mit Geschützen vor Pitsewo und Pitsewo wurde durch 20,000 Mann besetzt. Nach einem Patrouillengefecht am 9., wo vier russische Grenzwachen fielen und 8 verwundel wurden, stellte OberstLeutnant Spimidonoff vom 4. Transamur Eisenbahn-Bataillon durch Soldaten von diesem Bataillon die BahnVerbindung wieder her. Explosionen in der Geg e n d don Port Arthur. Söul, 12. Mai. Eine in Ehemulpo . angelangte Dschunke meldet, v'aß heute früh schwere Explosionen auf

See gehört wurden. Wie man glaubt, fanden diese Explosionen entweder in Port Arthur oder Dalny statt. Ein hier aus Anju angekommener amerik. Grubenarbeiter berichtet, daß kürzlich 2900 Russen in Unsan die Nacht zubrachten. Meldungen von Kämpfen gingen heute ein. aber Bestätigung fehlt. Gefecht bei Anju. Tokio. 12. Mai. Nach amtlicher Mittheilung betragen die russischen Verluste in dem Gefecht bei Anju am 10. über 50 Mann; ein Offizier und zwölf Mann fielen, die Uebrigen sind verwundet. Die Russen, vom 15. Cavallerieregiment, waren 700 Mann stark. Sie kamen mit dem Zuge nach Liao Vang und marschirten dann nach

Anju. Die Mehrheit des Feindes zeigte keine Lust zu einem Kampfe mit den Japanern", sagt der Bericht, und ihre Moral steht tief". Tokio, 12. Mai. Spätere Einzelheiten über den russischen Angriff auf Anju am Donnerstag lassen erkennen, daß der Kampf den ganzen Tag dauerte. Nachmittags 1 Uhr trafen japanische Verstärkungen aus Ping Fang ein. Als Mittwoch weitere Verstärkungen der Japaner eintrafen, zogen sich die Russen zurück. Die Japaner verfolgen die Russen in der Richtung von Kai Chung. Auf japanischer Seite fielen bei Anju 4 Mann, 6 vermundet. Die russischen Verluste betragen etwa 50. Einem Gefangenen zufolge waren die Cossaken 20? Mann stark. Die japanische Stra t e g i e. ShanHaiKwan,12. Mai. Eine aus London kommende Meldung über Kämpfe bei Wu Fung Tien findet hier keinen Glauben. In jener Gegend befindet sich nur eine kleine japanische Abtheilung. Die Hauptstreitmacht der Japaner soll jetzt nebst Geschützen in der Nähe von Port Arthur concentrirt sein, und man glaubt, daß sie eine ähnliche Strategie beabsichtigen, wie die amerikanischen Marine- und Landtruppen vor Santiago und die russische Flotte zum Kampfe hinaustreiben wollen. Ueber die Stellung des ersten japanischen Armeecorps ist nichts bekannt. In New Chwang befinden sich 350 russische Soldaten; der Ort ist ruhig. Die meisten weißen Frauen find nach Tientsin gegangen, die meisten Männer aber bleiben. Die Censur in New Chwang ist scharf. Dem amerikanischen Consul Miller wurde nicht gestattet, den Wunsch des amerikanischen Gesandten nach einer Schilderung der dortigen Lage zu erfüllen. New Chwang nicht geräumt. St. Petersburg, 12. Mai. Generalmajor Pflug dementirt heute in einer Depesche aus Mukden die Meldüngen, New Chwang sei geräumt und die Bahn-Wachen seien zurückgezogen und durch Chinesen ersetzt worden. Javanische Anleihe. London, 12. Mai. Die Sub skriptionen auf die japanische Anleihe von $50,000,000 schlössen heute Nachmittag 4 Uhr. Es verlautet, die Anleihe sei 20 Mal überzeichnet. Es war ein großer Andrang zur Subskription, namentlich auch für kleinere Beträge. Docks in Dalny zerstört. St. Petersburg, 12. Mai. Vicekönig Alexieff depeschirtdem'Zaren, daß die Russen die Docks in Port Dalny, Liao Tung Halbinsel, zerstört haben, wahrscheinlich um eine japanische Landung daselbst schwieriger zu gestalten. Auf das Hafen-System wurden vor Ende 1902 über S6.000.000 verwandt und die Kosten für Vollendung ter Hafen-Werke wurden auf gegen K20,00.000 geschätzt; die Gesammtkoften beim Ausbau dieses großen HandelsHafens, der 1893 von China gepachtet wurde, stellen sich indessen beträchtlich höher. Bei den Arbeiten in Stadt und Hafen waren täglich gegen 25,000

Mann beschäftigt. Die Bevölkerung wird auf etwa 60.000 geschätzt, meist Chinesen, Japaner, Koreaner und Russen. Kämpfe bei Port Arthur. St. P etersburg, 12. Mai. Weitverbreiteten Gerüchten zufolge ist ein Kampf bei Port Arthur im Gange; es fehlt jedoch amtliche Bestätigung. Die Russen halten noch immer New Chwang. S h a n Hai K w a n, 12. Mai. Es wird berichtet, daß heute südlich von

New Chwang Schüsse gehört wurden. Port Arthur noch immer ohneVerbindung, Tokio, 12. Mai. Amtliche Anfragen ergeben, daß Vicekönig Alexieff's Bericht, die Bahnverbindung mit Port Arthur sei seit Montag wieder hergestellt, der Wahrheit nicht entspricht. Bahnverbindung im Gange. Liao Y a n g , 12. Mai. Der Zug. welcher Port Arthur zur Zeit der Wiederaufnahme der Bahnverbindung verließ, traf heute hier ein. - Beschießung der rothen KreuzFlagge. L o n d o n, 12. Mai. Die japan. Gesandtschaft veröffentlicht heute eine amtliche Depesche vom auswärtigen Amt in Tokio über die russische Beschuldigung, die Japaner hätten am 6. auf einen Zug mit der Flagge des rothen Kreuzes aus Port Arthur gefeuert. Es heißt in der Mittheilung, der Zug habe erst dann besondere Merkmale entfaltet, nachdem die russischen Soldaten auf die Japaner geschossen und letztere geantwortet hätten. Als der Zug hielt, wurde die rothe Krenz Flagge gehißt, worauf die Japaner sofort das Feuer einstellten, um zu untersuchen. Der Zug entkam dann unter Volldampf. Zugleich betont die Depesche, daß die japanische Regierung der chinesischen gerathen habe, strikte Neutralität zu wahren. Neuer Commandeur. L o n d o n , 12. Mai. Eine Depesche aus Söul, welche über den Anju Kampf berichtet, fügt; hinzu, daß die zerstörte Telegraphenlinie wieder hergestellt sei. General Haraguchi, bisher Commandeur der japanischen Truppen im Söul-Distrikt, übernimmt das Commanbo über alle japanischen Truppen südlich am Yalu. Kaiserviel leicht nach dem Kriegsschauplatz. St. Petersburg, 12. Mai. Kaiser Nicolaus begibt sich am 26. Mai nach Kharloff, um sich von dem nach dem Osten gehenden 10. ArmeeCorps zu verabschieden. - Aus bester Quelle verlautet, daß der Kaiser dringend wünscht, nach dem Kriegsschauplatz zu gehen, jedoch einsieht, daß Staats-Gründe seine Anwesenheit in der Heimath erheischen. Trotzdem ist es nicht unmöglich, daß der Kaiser dem Beispiel aller Herrscher aus der Romanoff-Dynastie im letzten Jahrhundert folgt und sich seiner Feuertaufe unterzieht. Tibet. Britische Expedition be lagert. Gyang Tse, 10. Mai. Die Tibetaner haben die Offensive gegen die britische Mission ergriffen. Von einem nahegelegenen Fort beschießen sie das britische Lager mit einem halben Dutzend Geschützen. Ans Rong Vallsy wird eine weitere große tibetanische Streitmacht gemeldet, und wenn auch die britischen Verbindungen im Rücken noch offen sind, so ist die Mission doch thatsächlich belagert. Deutschland. Kämpfe mit den Hereros. Berlin, 12. Mai. Gouverneur Leutmein io Südwest Afrika meldet in einer heutigen Depesche, daß Leutnant Volkmann mit 22 Mann am 23. April östlich von Okankawiudi mit einer Herero-Abtheilung . einen Kampf bestand. Ein Mann fiel; auf Seiten der. Eingeborenen 31. Rußland. Schriftsteller verbannt. St. Petersburg, 12. Mai. Herr Amffteatroff, der heute einen weiteren Artikel über sibirische Colonisation veröffentlichte, wurde auf 6 Monate nach der Provinz Vologada verbannt. Er war erst vor 3 Monaten von dort Zurückgekehrt, nachdem er wegen einer anstößigen Schrift eine Strafe daselbst verbüßt hatte.

Großbritannien. Jos. Chamderlain. Birmingham, 12. Mai. Josef Chamberlain hielt feit seiner Rückkehr nach England heute Abend bei einer Versammlung des liberalen Unio nisten-Verbands seine erste Ansprache und erhielt eine großartige Aufnahme. Er erklärte im Laufe seiner Rede, die Fiscal-Agitation zeige bereits jetzt ihre Wirkung. Er habe namhafte Geschäftsleute im Auslande getroffen, die erklärten, falls seine Politik zur Durchführung komme, fo würden sie genöthigt sein, ihre , Geschäfte nach Großbritannien zu verlegen. Vormarsch auf Lhassa in Aussicht. London, 12. Mai. Sekretär für Indien Brodrick theilte heute dem Unterhause mit, die kürzlichen Ereignisse in Tibet machen einen Vormarsch der britischen Mission nach der Hauptstadt Lhassa nothwendig, falls nicht die Tibetaner sich bereit erklären, in Gyang Tse innerhalb eines bestimmten Zeitpunktes zu verhandeln. Der chinesische Amban ist in dieser Richtung benachrichtigt. Wie der Sekretär hinzufügte, beabsichtigt die Regierung nicht von ihrer früher angekündigtenHolitik bezüglich Tibet's abzuweichen.

Gelehrter Chinese. )er 23jährige Ching Jung Aen, der an der Columbia-Umversität in New Aork studirte, hat mit einem Vorzuglichen Aufsatz über Verfassungsrechte die Doktorwürde erlangt. Er studirte vorher in der kaiserlich chinesischen Universität zu Tientsin. Todter als FährbootMaschinist. Als neulich ein zwischen New York und Vrooklyn. N. 2)., verkehrendes Fährboot mit etwa 509 Passagieren an Bord sich der Brooklyner ' Seite näherte, gab der Lootse ?mith, wie gewöhnlich, dem Maschinisten Kelly das Signal zum Dampfabstellen und dann zum Kontredampf. Aber der Maschinist reagirte nicht darauf. Zum zweiten Male ertönten die Signale. Das Schiff fuhr mit unverminderter Schnelligkeit vorwärts und krachte schließlich mit aller Gewalt gegen die massive Brüstung am Ende des sogenannten Slips." Der Heizer Flanigan war nach der Kollision in den kleinen Raum geeilt, wo der Maschinist steht. Zu seinem größten Entsetzen sah er den Maschinisien leblos auf dem Boden liegen, während die Rechte krampfhaft den Hebel nahe dem Boden umspannte. Schnell löste Flanigan die starre Hand und stellte den Dampf ab. Der Passagiere hatte sich eine grenzenlose Panik bemächtigt; viele von ihnen hatten Verletzungen erlitten, und nur mit großer Mühe vermochte man das schwer beschädigte Boot an der Landungsbrücke festzulegen. Vornehmer Räuber. Ein Vermummter, mit zwei Revolvern bewaffnet, drang zu später Nachtstundt in die Räume des Delmonte Social Club in San Jose, Kal., ein. Der Bandit zwang die anwesenden KlubMitglieder, sechs an der Zahl, sich gegen die Wand zu stellen, während er das auf einem der Spieltische liegende Geld im Betrage von $400 zusammenraffte, einem der Spieler einen Diamantring im Werthe von $900 abnahm und dann den Rückzug antrat. Schnell hatten sich die Klubleute von ihrem Schrecken erholt und nahmen mit einer Anzahl Bürger, die hinzukamen, die Verfolgung des Räubers auf. Nach längerer Hetzjagd und lebhaftem Kugelwechsel wurde der Flüchtling von mehreren Kugeln getroffen und brach todt zusammen. Groß war die Ueberraschung der Umstehenden, als man in dem todten Räuber einen angesehenen jungen Mann, Bert Thorndyke, der in den besten Gesellfchaftskreisen verkehrt hatte, erkannte. Kostbare Dreschmas ch i n e. Die I. I. Cafe-Dresch-m ischinen-Fabrik in Racine, WiS., hat nach der St. Louiser Weltausstellung eine der prachtvollsten und werthvollsten Maschinen geschickt, die je gebaut worden ist. Der Separator ist ganz aus Mahagony-Holz gebaut und außerhalb höchst fein polirt. Die arbettenden Theile sind von außen zu sehen, indem man Glasplatten eingesetzt hat. Der Kostenpreis der Maschine wird auf über $5000 veranschlagt, und nur die besten Mechaniker waren daran thätig. Es nahm ihnen drei volle Monate, um die DreschMaschine herzustellen. Der Separator wird von einer 20pferdekräftigen Compound-Maschine ' der neuesten Konstruktion getrieben. Der Drillinge Feuertaufe. In Passaic. N. I.. brach in einem dreistöckigen hölzernen Tenementhause ein Feuer aus, welches bald das ganze Gebäude und auch die angrenzenden, ebenfalls aus Holz gebauten Tenementhäuser ergriff. Die in den oberen Stockwerken wohnenden Familien mußten, da ihnen die Flucht durch den Brand der Treppen abgeschnitten war, von den Feuerwehrleuten gerettet werden. Auch die Frau John Denchs, welche wenige Tage vorher Drillingen das Leben geschenkt hatte, mußte mit ihren Kindern vom dritten Stockwerke des Hauses von der Feuerwehr die Leiter hinabgetragen werden.

Vom Haß verfolgt. Jwcl erfolglose Attentate der narchiste auf Spaniens Pemierminister. Der spanische Premierminister Maura, auf den gelegentlich der jüngsten Anwesenheit des Königs Alfonso XIII. in Barcelona und später während einer Eisenbahnfahrt Zwischen Alicante und' San Vicente von anarchistischer Seite zwei erfolglose Attentäte ausgeübt wurden, hat sein Amt im Herbst 1903 angetreten. Sein Vorgänger als Premierminister war Signor Villaverde. Früher war Maura Minister des Innern und vorher Justiz-Minisier, welches Portefeuille er niederlegte, weil er nicht Mitglied des Kabinetts Sagasta sein wollte. Als Minister des Innern unter Premierminister Silvela zog sich Senor Maura den Unwillen der Studenten der Universität Madrid zu. welche im April 1903 vor dem Ministerium des Innern eine Demonstration zum Protest gegen die Behandlung der Studenten von Salamanca, deren mehrere während eines Krawalls getödtet worden waren, unternahmen. Die Madrider Studenten bewarfen den Wagen des Ministers mit Steinen; als später Senor Silvela und Senor Maura zusammen ausführen, waren sie Gegenstand einer anderen feindseligen Demonstration, während deren acht Polizisten und mehrere Studenten verwundet und eine Anzahl der letzteren verhaftet wurden. Die Studenten von Barcelona gaben damals ihrer Sympathie für die Studenten von Salamanca dadurch Aus-

Antonio Maura. druck, daß sie Trauerschleifen trugen und die Universität von Saragossa wurde als Zeichen der Trauer geschlossen. In neuerer Zeit zog sich Senor Maura durch die strengen Maßregeln, die er zur Unterdrückung der Strikerunruhen in Barcelona anordnete, großen Unwillen zu. Deshalb wurde, als König Alfons, begleitet vom Premier und dem Kriegsminister Linares. in Barcelona eintraf, in Spanien große Beunruhigung empfunden, da befürchtet wurde, daß die Republikaner und Sozialisten ihren Haß gegen den Premier am König auslassen würden. Dem jugendlichen Monarchen ist jedoch eine achtungsvolle Aufnahme zu Theil geworden. Ueber dem Grenzfluß. Erfolgreiches Vordringen veS ersten japanischen Armeekorps. General T. 5Zuroki, der mit seinen Truppen den Uebergang über den Z)alu erzwäng und die Russen zurückdrängte, befehligt das erste japanische Armeekorps, bestehend aus der Gardedivision unter Generalleutnant F. Hasegawa, der 2. Division unter Generalleutnant K. Nishi und der 12. Division unter Generalleutnant H. Jnouye. Letztere war ausersehen, den GeneraZ T. Kuroki. Grenzfluß zuerst zu überschreiten und mandschurischen Boden vor allen anderen japanischen Truppenkörpern zu betreten. , General Kuroki ist 59 Jahre alt. Er hat den Ruf eines kaltblütigen, tapferen Kommandeurs und strikten Disziplinärs. Vor Ausbruch des Krieges beschäftigte er sich vielfach damit, eine Reorganisation der Kavallerie, des schwächsten Gliedes' im japanischen eeresorganismus. herbeizufübren.

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Aerzte.

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