Indiana Tribüne, Volume 27, Number 225, Indianapolis, Marion County, 13 May 1904 — Page 1
Ähjiüfc l!f,Ät dW'flkÄifc'ta MK iii, JkjJWtaJiit,.Äl 4 I:,. isitel'iaftW'Jfeilfc' Tage- urb SGS?SSS I (Lew und -Soüutagsbfcttt 8 rorvntavsMatt XOeDcr Woche. Z f) $ lOe vcr Woche. ZSSTSKS, ia (i VSLSSSSASVL rpcttetttt feden Nvnittag. Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Freitag, 13. Mai 1904 No. 225.
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Polizisten und Tramps.
Eins Anzahl Landstreicher durch Schreck schufte vertrieben. . In der Polizei-Station lief heute Morgen die Nachricht ein, daß sich in einer nahe Belmont Ave. und den Big ffour Bahn-Geleifen befindlichen Kies grübe eine Anzahl Tramps ein Ren dezvous gegeben hatte. Die Polizisten Alberts und Greene wurden abgesandt und als si: an dem bezeichneten Platz anlangten fanden sie nicht weniger als 15 Landstreicher vor. welche bei ihrem Herannahen nach allen Seiten davon stoben. Die Polizisten feuerten meh rere Schüsse in die Luft ab, wodurch vier von den Burschen so eingeschüchtert wurden, daß sie stehen blieben und sich festnehmen ließen. Eisenbahn - Unfall. Der vom Norden kommende Personen Zug No. 25 der Lake Erie & Western-Bahn rannte letzte Nacht um 10:15 an der 22. Straße und den L. E. & W. -Geleisen gegen einen Fracht Waggon. Verletzt wurden der Gepäck meister Jack Eviston, wohnhaft No. 318 S. Noble Str., die Baseball.Spie ler Peter Pierce und Louis Gage (vom Düsseldorfer-Team"), sowie Frau H. A. Meyers, Brightword. Die Ber letzungen sind nicht gefährlich. Kleine Stadtnachrichten. Frau Catherine Bullard, eine Schwester des verstorbenen berühmten Geistlichen Henry Ward Beecher, ist am Donnerstag Abend in der Wohnung von John O. Perin, No. 1409 Central Ave., im Altar von 73 Jahren aus dem Leben geschieden. Sie war nur wenige Tage krank gewesen und hatte schon alle Vorbereitungen getrof fen, um den Sommer am Lake Maxinkuckee zuzubringen. Deutschland. Prinz Friedrich L?o,po ld verurtheilt. Berlin, 13. Mai. Prinz Fried rich Leopold, General der Kavallerie, Sohn des verstorbenen Prinzen Friedrich Karl, ist vom zuständigen Gericht verurtheilt worden, an seinen früheren Hofmarschall H. U. v. Luck eine jährliche Pension von 12,000 Mark zu zahlen. Aufsehen erregenderSelbstm o r d. , Dresden, 13. Mai. Große Erregung hat hier der Selbstmord des Direktors des Jnvalidendankes, Reinholz, hervorgerufen. Eine oberflächliche Untersuchung der Bücher hat bereits ergeben, daß Reinholz jährelang Unterschlagungen begangen und ungefähr 140.000 Mark veruntreut hat. (Der Lnvalidendank für Sachsen ist ein Verein zum Nachweis von lohnender Beschäftigung für Militärinva liden wie auch zur Unterstützung ihrer selbst und ihrer Wittwen und Waisen. Protektor ist der König von Sachsen. Der Betrieb umfaßt Annoncenexpedi tion, Adretzbureau, Buchhandel, Leihbibliothek (in Chemnitz), Theaterbillet verkauf (in Dresden), Effektenkontrollbureau, Kollektion der Kgl. Sächsi schen Landeslotterie undPenfionskasse.) Centrum und Wahlrecht. B e r l i n , 13. Mai. ,Die Affaire des Abgeordneten Johann A. Menck, welcher von der national - liberalen Fraction des preußischen Landtages zum Austritt aufgefordert worden war, weil er sich gegen das allgemeine Wahl recht ausgesprochen hatte, und sich dann den Freiconservativen als Hospitant anschloß, macht noch immer viel von sich reden. Es ist namentlich beach tenSwerth, daß das Centrum anläßlich des Vorkommnisses mit besonderem Nachdrucke sein Festhalten an dem gel tenden Reichstags Wahlrechte betont. Die Germania", das Hauptmundstück der Partei, schreibt: . Das Centrum wird niemals in eine Beschränkung des Wahlrechts willigen. Die Grundlagen des Wahlrechts sind für uns unantastbar." ' !
Ans dem Arbeitshanse ent-
flohen. Dem 20-jährigen Jack Hyob, welcher im Arbeitshaufe einen Termin von einigen Monaten abzusitzen hatte, gelang es heute iMorgen, aus demselben zu entfliehen. Der Vorfall wurde balddarauf entdeckt und Superintendent Shaw mit einem Wächter verfolgten den Flüchtling. Sie fanden aus daß er sich im Hause 637 Massachusetts Ave. aufhielt. Die Polizei wurde benachrichtigt; bevor die Radler-P.oli-zisten jedoch angelangt waren, war Hyob bereits auf eine Straßenbahncar gesprungen und davon gefahren. Shaw hatte es bemerkt, aber aus Furcht, Andere zu verletzen, hatte er nicht geschossen. Todt im Bette gefunden. Louisa Lewis, 46 Jahre alt, wurde heute Morgen in ihrer Wohnung No. 24z Kentucky Ave. todt im Bette ge funden. Deputy-Coroner Dr. Dun lavy ordnete die Ueberführung der Leiche nach der Morgue an. Er ist der Anficht, daß die Frau an der Schwindsucht starb. Einbrecher an der Arbeit. Einbrecher gelangten heute früh halb 3 Uhr in die Wohnung von I. P. Sipee, 2013 Talbot Ave. und stahlen verschiedene Werthsachen. Auch die Wohnung von A. P. Mitchell, 1810 Talbot Ave., wurde von den Einbrechern heimgesucht, doch gelang es, sie zu verscheuchen ehe sie Beute machen konnten. Die Jndiauerschule in GreatQmaha der w a i st. Washington, 13. Mai. Die Masern und ein großer schwarzer Stier haben in bedenklicher Weise die Er zieyungS-Resultate in der GreatOmaha Jndianerschule beeinträchtigt. Die Schule ist im nödlichen Kansas belegen, und zahlreiche Jndianer-Kna-den und -Mädchen erhielten dort die ersten Anleitungen zum Buchstabiren, Rechnen und Schreiben. Die Schule florirte derartig, daß ein Gesuch an den Jndianer-Commissär gerichtet wurde. er möge eine zweite Lehrerin für die Anstalt bewilligen. Das war schon so gut wie beschlossen, als vor etwa Mo natsfrift Berichte einliefen, daß der Schulbesuch sich stetig verringere, und es erschien rathsam, einen Inspektor dahin zu senden, um zu ermitteln, was den Rückgang der vielversprechenden Lehranstalt bewirkt hat. Der Inspektor begab 'sich an Ort und Stelle und begann seine Recherchen. Sein Bericht, welcher heute dem Jndianer-Bureau zuging, enthüllt die Gründe für die ungewöhnliche Abnähme des Schulbesuchs in Gestalt einer kurzen Erzählung, welche die junge Lehrerin ihm zu Protokoll gegeben. Alles ging prächtig von stat ten," so referirt das junge Mädchen, bis Willy Black die Masern bekam und John Howden den großen schwar zen Bullen kaufte. Der Doktor sagte, die Masern seien ansteckend, und sie waren es auch. Dann kam der Bulle. Herr Howden ließ denselben frei auf seiner Farm umherlaufen, und wer in die Nähe des Thieres kam, war seines Lebens nicht sicher. Die Kinder fürch ten sich, aus dem Hause nach der Schule zu gehen, um dem Bullen nicht in den Weg zu kommen, und nun ist die Schule leer." Indianer Kommissär Joneö hat unverzüglich Ordre gegeben, daß mit Joseph Howden Negationen angeknüpft werden sollen, um den schwarzen Bul len in Schach zu halten, und der Dok tor wird angewiesen werden, nach Kräften die Masern zu bekämpfen, so daß in Zukunft den civiliiatorischen Bemühungen der jungen Lehrerin keine Hindernisse mehr im Wege stehen mögen. Martin Reiffel, Fleischerladen, 1303 S.Meridian Str., Markt-Stand No. 7. Neues Telephon 9056.
Japanisches Torpedoboot zer
stört. Tokio, 13. Mai. Das japa nische Torpedoboot No. 43 wurde. während es Minen aus der Kerr-Bai, nördlich vonTalien-Wan (Port Dalny) entfernte, zerstört. Sieben Mann wurden getödtet und sieben verletzt. Es ist dieses das erste Kriegsschiff, wel ches Japan verloren hat. 21er Verein. Morgen Maifest in Avondale Heights. Der 21er Verein veranstaltet m o r gen, Samstag, in Avondale Heights, 26. Str. und Capitol Ave. ein Maifest, für welches seitens des aus den Mitgliedern Henry Baase, Peter Fritz, August Haug und August Tamm be stehendem Unterhaltungs-Comite groß artige Vorbereitungen getroffen wor den sind. Der Gillespie MordProzeß. R i s i n g Sun, Ind., 13. Mai. Die Namen der Geschworenen, von welchen das Schicksal des James Gillespie, seiner Schwester grau Belle Seward und des Ehepaares Myron und Carrie Barbour abhängt, sind: George Rie man, David Gibson, Martin Scrauton, William Spanlding, Samuel Campbell, Jra L. Powell, David Bailey, Hugh French, I. P. Hannah, Albert Pate, Farmer; Joseph S. Thompson, Ingenieur; William Ward, Holzhändler. Thompson ist der ein zige Geschworene, welcher in Rising Sun wohnt. Heute begann der Prozeß im Ernste. Als Staatsanwalt Harry McMullan mit seiner Ansprache an die Geschwore nen begann, war der Gerichtssaal wiederum mit einer dichten Menschenmenge besetzt. Der Staatsanwalt er regte eine Sensation, indem er unter Anderem sagte, daß der Staat nachweisen würde, daß Elisa beth Gillespie dem Myron Bar bour Dinge mitgetheilt hätte, über welche Frau Barbour so wüthend wurde, daß sie Elisabeth mit ihrem Haß verfolgte und bei einer Gelegenheit drohte, ihr Schwefelsäure ins Gesicht zu schleudern. Das Gerücht war hier heute verbreitet, daß drei Leute gedroht hätten,' den Cincinnatier Detectiv Tom Franklin, welcher den Fall für den Staat aufgearbeitet hat, aus dem Wege zu schaffen. Hinsichtlich der Geschworenen sind stritte Maßregeln getroffen worden, um sie während der Dauer des Prozesses von der Außenwelt zu isoliren. Der Richter selbst wird dafür sorgen, daß sie nur Zeitungen zu lesen bekommen, aus welchen zuvor die Berichte über den Prozeß ausgeschnitten worden find. Das M a i-M u s i k f e st. C i n c i n n a t i, 13. Mai. Die gestrige Matinee fand ebenso wie das Eröffnungs-Concert vor vollständig be setztem Hause statt. Wenn auch die noch verbleibenden Concerte ähnlich gut besucht sind, wird das diesjährige Mu sikfeft kein Defizit aufzuweisen haben. Das Programm des gestrigen Concertes bot im Gegensatz zum gestrigen Concert, welches ausschließlich aus Bach'schen Compositionen bestand, fast durchweg Sachen, die dem Pubttkum mehr zusagen, als die grandiose Musik des Altmeisters Sebastian Bach. Frau Schumann-Heink wurde für ihren Vortrag der Arie aus Mozart's Titus" stürmisch applaudirt. Mit gleicher Meisterschaft sang sie Die Zigeuner" von Liszt. Frl. Agnes Nicholls sang zwei Nummern, Weber's Ocean, du Ungeheuer" und eine Arie aus Wagner's Tristan und Isolde". Von Orchester-Nummern mögen erwähnt werden : eine Mozart'sche Symphonie, Beethoven'S 8. Symphonie und Variationen und ein Marsch von . tzvgar, Venen Gerontius" heute Abend zur Aufführung gelangt. Die SicherbeitS Bebörde hat beschlossen, daß in Zukunft in Spritzenhäusern, in welchen sich 2 Compagnien befinden, nur ein Capitän das Ober-Commando führen soll.
Aus den Gerichtshöfen.
$10,000 Schadenersatz verlangt. Luella Dickerson hat Arthur M. Martindill auf $10,000 Schadenersatz verklag;. - Derselbe soll sie in brutaler Weise angegriffen haben. UngerechtfertigterWeise verhaftet. Emory Bowers hat John M. Kinney u. A. auf Zahlung von $2500 Scha denersatz verklagt. Dieselben hatten ihn unter der Anklage des Diebstahls verhaften lassen; im Polizeigericht war er jedoch freigesprochen worden. Eine $25,000 Schadenersatzklage. Maggie May Carr hat die Straßen-bahn-Gesellschaft auf $25,000 Schadenersatz für schwere Verletzungen verklagt, welche sie durch die Schuld der Angestellten der Gesellschaft erlitten hatte. EinUrtheil bestätigt. Vor geraumer Zeit hatte der Vater des 3.jährigen Z Willie Bordenecher. welcher die Straßenbahn . Gesellschaft auf Schadenersatz verklagt hatte, ein Urtheil zu seinen resp. seinesSohnes Gun'sten erhalten. Derselbe war von einer 0. 10.Str.-Car überfahren und schwer verletzt worden. Die Gesellschaft appellirte, allein das Appellations-Gericht hat gestern das Gesuch des unteren Ge richts bestätigt. Schadenersatz bewilligt. Die Geschworenen im Bundesgericht, vor welchen über die Schadenersatzklage verhandelt wurde, welche Wm. Shea rer gegen die Lake Erie Western Bahn Gesellschaft eingereicht hatte, sprachen dem Kläger $1000 Ersatz zu. Sein Sohn war von einem Zuge der Gesell schaft überfahren und tödtlich verletzt worden. - Ein Testamentange fochten. Frau John V. Parker hat gestern im Gericht eine Klage eingereicht, in welcher sie verlangt, daß das Testament ihres verstorbenen Vaters Alexander Conduitt für ungültig erklärt werde. Derselbe hatte ein Vermögen von etwa $200,000 hinterlassen, die Klägerin aber nur mit' einer verhältnißmäßig kleinen Summe bedacht. Bericht der Bunde s-G roß geschworen erwartet. Der Bericht der Bundes - Großae schworenen, welche am letzten Dienstag in Sitzung traten, wird entweder heute oder morgen dem Bundesrichter eingereicht werden. Urtheil für John L. Ketcham eingetragen. Richter Carter hat den Wahrspruch der Jury für $2022.33, welchen John L. Ketcham gegen die McElwaine Ri chards Co. erlangt hatte, in das Ge-richts-Journal eintragen lassen. Da mit ist derselbe rechtskräftig geworden. Scheidungsklage abge. wiesen. Richter'Allen hat die von Wm. S. Armstrong gegen seine Gattin Elisabeth Armstrong eingereichte Scheidungs klage, weil die angeführten Gründe nicht recht stichhaltig waren, abgewiesen. Im Polizeigericht wurde Harry Dollins, das schwarze Schaf einer wohlhabenden Familie, wegen Diebstahls auf 10 Monate unschädlich gemacht. Seine Speciali tät ist das Stehlen von Gewächsen. Vor einigen Tagen hatte er aus dem Treibhause des Blinden-Asyls mehrere Pflanzen gestohlen. Die beiden Indianer Wm. Day und Peter Francis. welche hier wegen Vagabundirenslverhaftet worden waren,! wurden entlassen, da sie versprachen. bis zum Sonnenuntergang dem ungast-k ichen Indianapolis den Rücken zu lehren. George Beck von der Oriental Str. wurde wegen brutaler Behandlung sei ner Frau auf 90 Tage in's Arbeits Haus gesandt. Der Farbige Julius Baker, welcher seine Frau und Schmiegermutter mit einem Messer attackirt hatte, wurde ebenfalls zu drei Monaten Haft der. urtheilt.
Nachrichten aus Jndiana.
Verschmelzung zweier großen Korporationen in Aussicht. Fort W a y n e, 13. Mai. Wie es heißt, soll eine Verschmelzung der Fort Wayne Electric Light & Power Co." und der Fort Wayne Traction Co." in Aussicht stehen. Sowohl die Traction Co. wie die Electric Light Co. müssen neue Kraftftationen bauen, da die jetzigen den Anforderungen infolge der rapiden Vergrößerung der Stadt nicht mehr genügen. Die Absicht der Leiter der beiden großen Korporationen ist nun, sich insofern zu verschmelzen, daß sie eine einzige riesige Kraftstation errichten, welche die Betriebskraft liefert nicht nur für die Beleuchtung der Stadt, und für die Straßenbahnen, sondern auch für das Netz von Landbahnen, dessen Centrum Fort Wayne in nicht allzulanger Zeit sein wird, sowie zu Privatzwecken. Ein solcher Bau kostet Millionen, Hunderte von Arbeitern und Mechanikern werden lohnende Beschäftigung finden, kurz, es ist ein Unternehmen, das Nutzen bringend für Fort Wayne und Umgegend ist und sich hoffentlich verwirklicht. Dies wird zweifellos der Fall sein, wenigstens find die einleitenden Schritte bereits gethan worden und wird nächste Woche in New York eine Versammlung der Direktoren und Leiter der beiden großen Korporativnen stattfinden, welche wabrscheinlich zum Abschluß des Vertrages führen wird und bei welcher die Einzelheiten erledigt werden. Betrügereien bei einer Wahl. A n d e r s o n, 13. Mai. Die Großgeschworenen sind in Sitzung ge treten und haben 201 Zeugen, sämmtlich Bewohner des ,4. Precinct der 3. Ward in Anderson vorgeladen. - Dieser weist gewöhnlich eine republikanische Mehrheit von 2550 Stimmen auf; in einigen Ausnahmefällen haben die Demokraten in dem Precinct eine Majorität von 1015 Stimmen gehabt. Bei der letzten Stadtwahl aber ging derselbe demokratisch mit einer Majorität von 125135 Stimmen. Diese demokratische Majorität war Schuld an der Niederlage der Republikaner ; da sich die Ansicht verbreitet hat, daß Betrügereien vorgekommen sind, so wer den die Großgeschworenen eine Unter suchung vornehmen. Doppelte Begräbnißge bühren am Sonntag. Fort Wayne, 13. Mai. Die Trustees des Lindenwood Friedhofes haben beschlossen, für Begräbnisse am Sonntag auf genanntem Gottesacker doppelt soviel Gebühren zu berechnen, wie für ein Begräbniß am Wochentage. Sowohl die Prediger wie auch die Leih ftallbesitzer waren schon längst gegen die Sonntagsbegräbnisse, da dies der der Tag ist, an welchem, sie ohnehin sehr beschäftigt sind. Man erwartet, daß durch die Erhöhung der Gebühren für Sonntags-Begräbnisse dieselben bedeutend abnehmen werden. $300 für 3 Hühner v e r langt. E v a n s v i l l e, 13. Mai. Sam. Johnson hat im Kreisgericht seinen Hauswirth John Krack auf $300 Schadenersatz verklagt. Derselbe hatte in dem Vordergarten Ausgrabungen vornehmen lassen. Bald darauf fielen heftige Regengüsse und der Graben füllte sich mit Wasser. Drei werthvolle Hühner des Johnson fielen hinein und ertranken. Da Krack den Schadet,' nicht freiwillig ersetzen wollte, so brachte er die obenerwähnte Klage ein. Fürein g r ö ß e r e s P r in ce ton. P r i n c e t o n, 13. Mai In der Voraussicht, daß die Ausbeutung der Gas- und Oelfelder bei Princeton, großen Zuwachs in der Bevölkerung bringen wird, hat die Oswald Jnveftment Co., an deren Spitze Louis I. Oswald als Geschäftsführer steht. Vorbereitungen für ein größeres Princeton getroffen. Die Gesellschaft hat nämlich . 200 Acker Land für 100.000 angekauft
und begonnen, dasselbe in Bauplätze auszulegen. Außerdem sind Contrakte zum Bau von Steinstraßen im neuen Stadt theile, für Wasserleitung und für den Bau eines neuen großen Hotels abgeschlössen worden, welch' letzteres 100 Zimmer enthalten und $75,000 kosten soll. Das Hotel soll drei Stockwerke hoch und höchst modern eingerichtet und ausgestattet werden. Klage eines weibliche Reiseonkels". Logansport, 13. Mai. Frl. Jane Loyse Wood, eine Reisetante für ein Boftoner Seidenhaus', hat im Kreis gerichte von Caß County die Wabash-Bahn-Gesellschaft auf $2800 Schadenersatz verklagt. Die Klägerin behauptet, daß ihr Koffer, welcher Muster von feinen Seidenstoffen enthielt, durch die Schuld der Angestellten der Gesellschaft drei Stunden lang einem ' strömenden Regen ausgefetzt war, wodurch die Stoffe ruinirt wurden.
Verlangt: Ein tüchtiger deutscher Bartender sofort bei G. Leukhardt. Zum Streik der Tapezierer. Zwei Firmen haben mit den strei kenden Tapezierern ein Uebereinkommen getroffen und die Leute sind an die Ar beit zurückgekehrt. Albert Gall hatte mit dem District Council der Anstreicher, Tapezirer und Decorateure-Union" eine Conferenz, in welcher das Uebereinkommen getroffen wurde, daß Gall selbst keine Tapezirer anstellt, sondern nur die Tapeten verkauft und die Union-Tape-zirer übernehmen sodann den Con tract unter ihren eigenen Bedingungen. Coppock Bros. . haben beschlossen, in Zukunft nur Union-Arbeitsr zu befchäftigen ; ihre Leute, welche am Strike gewesen waren, werden wieder zu ihnen zurückkehren. Eine Fair der Druiden. Der Alte Orden der' Druiden wird vom 18. Juli bis 23. Juli incl. an der Market Str., Senat und Capitol Ave. eine Straßenfair abhalten. Zum Besten der Freche LuftMission". Am 18. Mai findet unter Leitung von Jack Brennan, No. 702 Süd West Str., wieder ein RattentödtenWettkampf statt. Zehn Procent von den Einnahmen werden der Frische Luft-Mission" zufallen. . In der Fremde verunglückt. James H. Cooke von No. 3226 Graceland Ave. hat aus Mitchell, Jll., die Trauerbotschaft erhalten, daß dort sein 18-jähriger Sohn Henry, welcher in einer 'Fabrik beschäftigt war, auf dem Wege zur Arbeit von einem Zuge der Chicago fc Alton Bahn überfahren und auf der Stelle getödtet wurde. Verbesserung und Ausdehnung der Gurtelbahn. Volney T. Malott, Massenverwalter der T. H. & I. Bahn hat erklärt, doß das Bahn-System der Gürtelbahn um weitere 12 Meilen ausgedehnt werden soll. Ferner soll das rollende Mate rial, wie Locomotiven, Frachtwaggons vermehrt werden. Für diese Verbesse rungen etc. sind $450,000 ausgesetzt. Geschästsoerkanf. Herr Robert Keller hat sein Geschäft The Admore Grocery" Ecke der Mass. Ave. und Delaware Str. an Herrn Her man Rinne verkauft. B a u e r l a u b n i ß s ch e i n e. Henrp Miller, ' Wohnhaus, No. 622 Highland Avenue, $1600. L. M. Sullivan, hölzernes Wohnhaus, 811 Maxwell Straße, $2000. I. Crall, Wohnhaus, Delaware, nahe 24. Str. $2000. Louis Schutt, Reparaturen, 929 Stillwell Straße, 8755,
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