Indiana Tribüne, Volume 27, Number 223, Indianapolis, Marion County, 11 May 1904 — Page 6
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Europäische Nachrichten.
'ZfroVrrrz Kannsver. .Hannover. Das fünfzigjährige Dienstjubiläum des stellvertretenden Direktors du Bois von der Landschaftliehen Brandkasse wurde im Sitzungssaale der Brandkasse durch einen fei erlichen Akt festlich , begangen. Schwer verunglückt ist der Eisendreher Flentje, der in der H. L. Fugeschen Kohlensäure - Automatenfabrik, Frie sen Straße 54, beschäftigt war. Er erlitt eine Verletzung der Hand da ' durch, daß er mit derselben in das Rädergetriebe kam. A u r i ch. Haussohn Hermann Poppen aus Klein - Hollen, der am 1. Januar d. I. in der Nothwehr seinen tu genen Vater erschossen hat, um seine jüngeren Geschwister vor dem dem Trunke ergebenen und gewaltthätigen Vater zu schützen, ist nunmehr, dem Antrage der Staatsanwaltschaft gemaß, durch Beschluß der hiesigen Strafkammer außer Verfolgung gesetzt, nachdem der Angeklagte bereits am 14. Januar d. I. aus der Haft entlassen war. E m d e n. Eine der bekanntesten und beliebtesten Persönlichkeiten, Buchdruckereibesttzer und Redakteur Louis Hahn, ist nach längerem Leiden gestorben. Derselbe gab die Ostfr. Ztg." heraus. G ö d e n s. Eines plötzlichen TodeS starb der Schuhmachermeister Janßen aus Horsten, welcher seinen Sohn zur Bahn begleitete hatte. Er wurde auf dem Rückwege in Altgödens vom Schlage gerührt und war sofort eine Leiche. Der Verstorbene war 70 Iahre alt. H a r b u r g. Plötzlich an Blutvergiftung gestorben ist ( der Gastwirth Meier in Trelde - Berg. Die Beerdigung sollte in Buchholz stattfinden, wurde aber von der Staatsanwaltschaft verhindert und die Sektion der Leiche angeordnet. Die ganzen Finger des Verstorbenen sollen verrottet und der Arm fast schwarz sein; ein chirurgischer Eingriff, zur rechten Zeit gethan, hätte den Verstorbenen wohl sicher vom Tode gerettet. Der Verstor bene hatte aber tnchi die Hilfe eines Arztes, sondern die deS Kurpfuschers Koenig in Huckfeld in Anspruch ge nommen. Für den letzteren dürfte die Angelegenheit schlimme Folgen haben. Lüneburg. Das 75jährige Be stehen der bekannten Weingroßhandlung Joh. Frederich wurde in einer' der Bedeutung des Tages' entsprechenden Weise, die allerdings unter dem Ein druck der Trauer um den im Sommer vorigen Jahres unerwartet verschiedenen Eommerzienrath Otto Frederich stand, begangen. Osnabrück. Das Ehepaar Hauptmann von Hugo (der Jubilar stand bis 1866 bei dem 7. Hannoversehen Infanterie Regiment und wurde bei Langensalza verwundet) beging seine goldene Hochzeit. U e tz e. Eine Feuersbrunst äscherte das Wohnwesen des hiesigen Vrinksitzers H. Wrede total ein. U e l z e n. Im Alter von nahezu 76 Jahren ist einer unserer angesehensten Mitbürger, der Geheime Baurath a. D. Hoebel, sanft entschlafen.' Provinz Westfaken. Münster. In dem Nebenhause des Steinberg'scheuj Waarenhauses, in dem eine Lack- und Firnißfabrik, in Firma, Paul Lagemann Nachfolger, besteht, war auf dem Lager ein Lehrling mit dem Licht dem Terpentin zu nahe gekommen. Der dadurch, entstandene Brand vernichtete das ganze Vorderhaus und das Waarenhaus von Gustav Steinberg & Co. auf der an deren Seite. Auch die Nachbarhäuser von Marcus und die Hirsch apotheke, die zu schützen die Feuerwehr große Arbeit hatte, haben durch Wasser schwer gelitten. Bielefeld. Der Buchbindermeister Wilh. Bongartz, Victoriastraße hier wohnhaft, hat durch Erhängen sei, nem Leben ein Ende gemacht. Bongartz, der sich häufig mit Selbstmordgedanken iru, litt an Schwermuth. Dortmund. Die hiesige Straf kammer verurtheilte den Maschinisten Fischer, der bei der Reichstagswahl zweimal gewählt hatte und solches auch bei der Stichwahl versuchte, zu ei nem Monat Gefängniß. Haßlinghausen. Die Dienstmagd Anna Juditzki, 16 Jahre alt, welche vor Kurzem von hier fortging, um ihre in Hattingen wohnenden Eltern zu besuchen, dort aber nicht angekommen und auch nicht hierher zurück gekehrt ist, hat bisher auch keine Mittheilung über ihren etwa anderweitigen Verbleib gemacht. , Es liegt dahat die Besorgniß nahe, daß dem Mädchen ein Unglück zugestoßen ist. L e n g e r i ch. In der Bauerschaft Gersten, hiesigen Kirchspiels, gerieth der Heuermann Surmann aus Bregendeck beim Fällen eines Baumes unter einen herunterfallenden schweren Ast und wurde dadurch so unglücklich getroffen, daß er nach kurzer Zeit starb. Mitten. Wegen Brudermordes wurde der hiesige Kaufmann Greschel verhaftet. Westig. Den Eheleuten Kochskämper wurde aus Anlaß ihrer golde nen Hochzeit ein vom Kaiser bewillig tes Gnadengeschenk von 30 Mark überreicht. VHeinprovinz. 1 Köln. Der vor seiner Frau ge trennt lebende Bergarbeiter Wilhelm
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Ancient Order of Hibernians.
'. , na? ' 1 Nauß begab sich in das Haus Hahnenstraße 23, wo seine Frau zusammen mit ihrer Mutter ein Gemüsegeschäft betreibt., und feuerte auf die Frau ei nen Revolverschuß ab. der in die rechte Kopfseite drang. Einen zweiten Schuß gab Nauß auf seine etwa 60 Jahre al te Schwiegermutter ab. ohne sie jedoch zu treffen. Dann brachte er sich selbst einen Schuß in den Kopf bei, der ihn sofort tödtete. Barmen. Das drei Monate alte Kind der Eheleute Erdarbeiter Edwin Kröper ist erstickt im Bett aufgefunden worden. Die Mutter . hatte es vorsorglich in ein Tuch eingehüllt und dies hatte das Kind sich über das Gesicht gezogen, wodurch der Tod herbei geführt wurde. , Düsseldorf. In Rom starb der Nestor der deutschen Eisenhüttenleute, Fabrikbesitzer BernhardGoswin Weismüller von hier, im 92. Lebensjahre. D ü r e n. Fabrikant Heinrich Schöller schenkte den Arbeitern seiner beiden Fabriken 50,000 Mark zur Gründung einer Unterstlltzungskasse. E l b e r f e l d. Großfeuer entstand in der Tapetenfabrik von Georg Groß heim. Das Feuer breitete sich übcr 6 Fabrikgebäulichkeiten aus. Sämmtliehe Feuerwehren von Elberfeld, Barmen und den Nachbarorten betheiligten sich an den Löscharbeiten. Der Schaden ist sehr bedeutend, der Be trieb gestört. H a m b o r n. Der achtjährige Junge der Familie Röb von hier wurde von dem eigenen Hofhunde angefallen und schrecklich zugerichtet. Dem bedauernswerthen Kinde wurde das Gesicht stark zerfleischt und die Kehle halb durchgebissen. In. hoffnungslosem Zustande fand es im Laarer KrankenHaus Aufnahme. N e u w i e d. Rentner Julius Remi), welcher schon öfters als Wohlthäter der hiesigen Stadt sich gezeigt hat, machte bei Gelegenheit seiner silbernen Hochzeit derselben eine hochherzige Schenkung. Derselbe hat von der früheren katholischen Gemeinde den Platz gekauft und überwies denselben der Stadt nebst 75,000 Mark zur Gründung eines Volksbades. Steele. Das 212 Jahre alte Töchterchen des Wirthes Fliege hierselbst fiel in einen Topf kochenden Wassers und verbrannte sich so schwer, daß es nach kurzer Zeit verschied. Die Familie Fliege hat innerhalb vier Mo naten zwei blühende Kinder durch den Tod verloren. Frovinz Kessen-Wassau. A l t e n b u r s ch l a. Die Wittwe Margarete Dietzel wurde angekleidet todt in ihrem Bette aufgefunden. Die Hinterlassenschaft beträgt 8090,000 Mark. E l n r 0 d e. Hiesige Ackerleute fanden beim Düngen den hier ansässtgen Jakob Heynmöller todt auf dem Felde liegen. Die Untersuchung er"b, daß ein Unglücksfall vorliegt. "Frankfurt a. M. Auf dem Trottoir in der Vrückenstraße erschoß sich der Dachdecker Heinrich Ulrich aus Hofheim, hier Karpfengasse 7 wohnhaft. Die That wurde anscheinend in der Trunkenheit begangen. G e i s e n h e i m. Das am Markte gelegene Hotel Germania nebst dem erst vor einigen Jahren angebauten großen Saal brannte völlig nieder. H a n a u. Prinz Max von Äsenbürg - Büdingen, - Wächtersbach ist in Wächtersbach gestorben. Marburg. Lithograph Becker, ein hier sehr bekannter und geachteter Bürger, wurde vom Tode überrascht. Seine Angehörigen fanden ihn, den sie kurz zuvor bei voller Gesundheit derlassen, als Leiche vor. Ein' Herzschlag hatte seinem Leben ein Ziel gesetzt. Sandershausen. Kürzlich ereignete sich hier ein recht bedauerlicher Unglücksfall.' Der Ackermann Heinrich Jakob, der von einem beladenen Koh lenwagen sprang, fiel mit dem Kopfe auf das Straßenpflaster, wobei er mit den Beinen in einer Kette hängen blieb. Ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben,' verstarb er in seiner Woh nung.
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84S Mission Straße. San Francisco. Cal.. den 28. Mai 1903. Vor einigen Monaten fand ich. bah meine Gesundheit dem gänzlichen Zusammenbruche nahe war. Ich war erschövst und nerdös. Thatsächlich mutzte ich meme Arbeit aufgeben, da ich körperlich nicht im Stande war. sie zu verrichten. Während eine Menstruation hatte ich mich erkaltet, wodurch der Fluß gehemmt, und das Leiden herbeigeführt wurde. Ich wufzte nicht, was tch begmnen sollte. Glücklicherweise wurde mir der 'ins of Cardui empfohlen. Eine Freundin aus dem Süden, welch, mich ufalligerwelse besuchte, erzählte mir. wie sehr r den Frauen dort geholfen hatte, und lobte ihn so sehr, daß ich zu der
wiiiiyi. Hcimiuic. uua c. um icui uiunc, um vrgllun ign au georaucyen. smz ein halbes Dutzend Flaschen war für meinen Fall nothwendig, und nach dieser Zeit war ich im Stande, zu meiner Arbeit zurückzukehren, und bin ich seitdem keinen Tag krank gewesen. So hat mix der Win of Cardai geholfen, und bin ich in der Tbat dankbar dafür.
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Beständig niederdrückende Schmerzen und Leiden schwächen die zarten weiblichen Organe, und verUrsachen das ganz erschöpfte Gefühl " das Sinken der Lebenskraft, über die sich so viele Frauen be beklagen. Litten Sie je auf diese Weise? Der WIne of Cardui wird Sie Innren. Dieser reine vegetabilische Wein ist eine milde Medizin. Aber er ist ein wirksanies tonisches Mittel, die geschwächten weiblichen Organe, auf welchen die Gesundheit einer jeden Frau beruht, zu stärken und aufzubauen. Man kann sich nur des Lebens freuen, wenn man gesund ist, und gesund zu sein, hängt von Euch selbst und vom Ysine of Cardui ab. Der Wine of Cardui kurirt neunzehn von zwanzig Fällen von Frauenschwäche, weißem Fluß, nieder drückenden Schmerzen oder Menstruations - Unregelmäßigkeiten einerlei, in welchem Stadium des Leidens die Patientin sei. Der Wine of Oardul ist die Medizin, die Ihr gebrauchen solltet. Kauft Euch heute
noch eme Flasche der j,. Wiesbaden. Der 19jährige Kaufmann Heinrich Salomon aus Mainz erschoß sich auf dem hiesigen Festplatze unter den, Mche. Zklitterdeutsche Staaten. A l t e n b u r g. Für den in Aussicht genommenen Bau einer neuen Brüderkirche, deren Kosten sich , auf etwa 300.000 Mark belaufen werden, sind durch Schenkungen aus unserer Bürgerschaft rund 120,000 Mark aufgebracht worden. Diese Summe wird zur inneren Ausstattung des neuerstandenen Gotteshauses Verwendung sinden. . ! Arnstadt. Für das hier geplante Krüppelheim hat die Fürstin von Schwarzburg - Sondershausen 10,000 Mark gespendet, so daß zu diesem Bau jetzt 30M0 Mark zur Verfügung stehen. B a r b e ck e. Die Eheleute Hansen feierten das Fest der goldenen Hochzeit. Sie erhielten vom Regenten als Geschenk eine Prachtbibel. Braunschweig. Zwischen den Rangirgeleisen des Hauptbahnhofes wurde der hier stationirte geprüfte HeiZer W. Koß todt aufgefunden. Er ist bei seinem Gange zum Dienst dermuthlich von einem Rangirzugs erfaßt und überfahren worden. D Brust und Kopf völlig zermalmt sind, scheint der Tod sofort eingetreten zu sein. Gandersheim. Hier erschoß sich aus unbekannten Gründen der Vürgervorsteher und langjährige Vorsitzende des Vürgervereins. Kaufmann Louis Hauenschild. Er wurde entseelt in seinem Garten aufgefunden. G e r a. Der kürzlich verstorbene Webereibesitzer Wilhelm Focke der machte 50.000 Mark für wohlthätige Zwecke der hiesigen Stadt. Hiervon sollen 5000 Mark für den Verein für Armenpflege. 10.000 Mark zur Gründung einer Freistelle im Hospital, 30, 000 Mark zur Gründung einer WilHelm Focke - Stiftung, 2000 Mark für die Kinderbewahranstalten, 1000 Mk. für den Pensionsfonds des Stadtorchesters und je 1000 Mark für das Krankenhaus und den Fürstlich Reuß j. L. Kriegerverein verwendet werden. , Leopoldshall. Auf dem noch in Betrieb befindlichen Schacht JtL in der 3. Abbaufohle ging ein etwa zwei Meter langes Stück Salz von derFirst plötzlich und ohne daß sich vorher Knistern bemerkbar gemacht hätte, nieder und begrub drei brave Bergleute unter sich, die nur als Leichen unter den Salzmassen) hervorgezogen , werden konnten. Die getödteten Bergleute sind Rühland von hier, Balke und Gneist aus dem benachbarten Neudorf. Alle drei Verunglückten hinterlassen Familien. Münchenbernsdorf. In dem Gehöfte des Gutsbesitzers Ferdinand Krahner in Rothenbach brach Feuer aus, welches einen großen Theil des umfangreichen Besitzthums einäscherte. , In den Flammen sind 14 Schweine und gegen 20 Hühner umgekommen. Auch sind alle landwirthschaftlichen Geräthschaften verbrannt. Versichert ist nur wenig. W a r b s e n. Futterknecht Henze gerieth auf dem Nachhausewege von einer Wirthschaft nach der Wohnung in den hochgehenden Forstbach und ertrank. Weimar. Beim Fensterputzen stürzte aus der 2. Etage des Hauses Marienstraße 16 das 20zährige Dienstmädchen Vogt aus Halberstadt aus dem Fettster auf die Straße , und blieb mit zerschmettertem Schädel todt liegen. Honig als Schlafmittel. Vor dem Schlafengehen sollte man regelmäßig einen bis zwei Kaffeelöffel Honig zu iq neymen, oa oerieioe blutbildend, nahrhaft und für nervöse : Personen ungemein beruhigend ist und ' wohlthätigen Schlaf bewirkt. Wer den ! Honig nicht allein für sich genießen will, kann ihn auf ein Stückchen Sem- ! mel oder Weißbrot streichen oder den- , selben mit Milch oder Kaffee trinken, da ersterer stets gute Wirkung erzielt.
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Protokoll. Euerm Apotheker. . V,-. Ochsen auf dem Boulevard. Aus Paris schreibt ein deutscher Eorrespondent: Als ich den Boulevard de Strasbourg entlang ging, bot sich mir ein für großstädtische Begriffe recht ungewöhnliches Schauspiel dar. Vor mehreren Bouillons", jenen volksthümlichen und ausgezeichneten Restaurants, die den älteren Duvalschen Bouillons" in derGunst der einheimischen Kundschaft den Rang abgelaufen haben und meist mit einer Großschlächterei in Verbindung stehen, lagerten auf dem breiten Bürgersteig ganz gemüthlich weiße und braune Ochsen. Man hatte vor den Schaufenstern der Locale eirH kleines Geviert für diese vierfüßigen Gäste abgesteckt, hatte ihnen Spreu und Futter hineingelegt, und da schmauste nun das Hornvieh mitten auf dem belebten Trottoir neben den erleuchteten Terrasfen der Eaf6s. Es waren schöne Thiere. Ein Plakat an der Thür der Gasthäuser besagte denn auch jedesmal, daß der zur Schau gestellte Ochse ein preisgekröntes Geschöpf sei. Bei der in der letzten Woche hier veranstalteten landwirthschaftlichen Ausstellung hatte er über seine Mitochsen gesiegt. Wie ein amerikanischer Nabob die Prämiirten Gemälde aus dem Salon" kauft, so erwirbt dann hier der gewandte Speisewirth ein Stück prami irtes Vieh. Eine Reklame, die dem hungrigen Publikum den Beweis liefern soll, welch' vortreffliche Bissen ihm vorgesetzt werden. Da an den Fenstern dieser Gastwirthschaften stets blutleere, festgefrorene und. sauber geschmückte Leichname ganzer Kälber, Kammel und Hasen als angeblich einladende und atzpetitreizende Waare hängen, so kam man nun auch einmal auf den Einfall, den Leuten ihr zukünftiges Menü, noch lebend vorzuführen. Ob das Mittel probat ist? Ob nicht Mancher sich unangenehm berührt fühlt, wenn am Eingang zum Eßzimmer so ein armes Vieh lagert, das Einem zuwinkt: Ave, moriturus te salutat? Vor der einen Gastwirthschaft fütterte ein Kellnerjunge den diplomirten Ehrenochsen. Ein paar hübsche Mädels und etliche Zeitungsausrufer standen dabei' und machten ihre Glossen darüber, wie man das Thier bekränzt hatte und wie der Junge es streichelte. Heute der Kranz und morgen ein Messerstich," meinte die eine. So ist es in Paris überhaupt mit dem Ruhm und der Liebe." hätte, die andere antworten können. Sie that es aber nicht. Offenbar hatte sie mehr Rasse als Philosophie im Leibe. Auktion in einer Kirche. In der Weltstadt London fand kürzlich eine Auction in einer Kirche statt, die in einer der vornehmsten Straßen des Westend belegen ist. Es ist dies die Kirche St. Georges in Albermarle Street, die vor einigen Jahren dadurch bekannt wurde, daß der Geistliche Dr. Ker Gray darin an Sonntag - Abenden nach der Dinner - Zeit Gottesdienst für Kirchenbefucher, die in Abendtoilette waren, veranstaltete. Und Dr. Gray hatte wirklich damit Erfolg. An die 1100 Herren und Damen in, Abendtoilette füllten bisweilen an Sonntag - Abenden die Kirche, nachdem sie dinirt hatten, und hörte die Predigt mit an, die nicht länger als fünf Minuten dauern durfte. Nun aber ist der unternehmende Dr. Gray gestorben, und seine Kirche wird niedergerissen, um einem profanen Gebaude Platz zu machen. Die ganze Einrichtung der Kirche war mit Zetteln behängt, auf denen die Nummern des Auctionskatalogs aufgeschrieben waren. Der Altar, die Kanzel, das Taufbecken, sogar die schiefernen Gesetzes tafeln mit den zehn Geboten in Goldschrift trugen solche Zettel. Ein kurzes Orgelspiel ging der Auclwn voraus, damit das kauflustige Publikum, worunter sich auch vier bis fünf Geistliche befanden, den Tyn der Orgel
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l yuV IIV VV16 yu V CVW VUÜ 11V flU VCV mF-.f' Sekretärin Ladies' AurUiarh. A.O.H. j kennen lernen konnte. Die Preise, die der Auctionator erzielte, waren' zum Theil sehr niedrig. Die Gesetzestafeln wurden für 35 Cents pro Stück losgeschlagen, das steinerne Taufbecken für $6 und die eichene Kanzel für $75. Dann kamen aber Theater - Decorationen und -Requisiten zur Versteigerung, die ebenfalls Dr. Gray hinterlassen und die er benutzt hatte, um zum Besten seiner Kirche Theatervorstellun gen zu geben, wobei er selbst in der Hauptrolle mitgewirkt hatte. Diese Theater - Decorationeni und -Requisi-ten wurden für $200 losgeschlagen. Geschmacks.Tlntipathien. Fast Jedermann empfindet vor dem Geschmacke irgendeines Nahrungsmit tels Ekel. William Waldorf Astor hat beispielsweise eine so starke Abneigung gegen Schweinefleisch, daß er schwer krank wird, wenn er dieses auch nur in Form von Speck oder Schi ken riecht. Schweinebraten veranlaßt ihn, sofort den Tisch zu verlassen. Seine Freunde wissen dies und hüten sich. Schweinefleisch serviren zu sen, wenn er ihr Gast ist. Die jüngere Tochter des Grafen di Brassi von Rumänien kann überhaupt keine Fleisch Nahrung ' irgendwelcher Art ertragen und bekommt Krämpfe, wenn nur ein Fetzen davon zufällig auf ihren Teller geräth. Abschaffung deS Coro-nes-Amets im Staate New York ist von der dortigen, jetzt Heimgegangenen Staatsgefetzgebung durch ein besonderes Gesetz angeordnet. Die einzelnen Coronersstellen hören mit dem Schluß ihrer laufenden Amtszeit auf und werden durch medizinische Inspektoren ersetzt. In diesem Frühjahr ist ein größerer Andrang von Goldsuchern nach Alaska als in früheren Jahren zu erwarten. Die Anmeldungen für den Fracht- und Personen - Transport sind ungewöhnlich zahlreich. Nach den Golddistricten von Cape Nome und dem unteren Jukon werden nicht we niger als 100,000 Tonnen Frachtgut zur Versendung gelangen. Für die sen Transport sind bereits 17 Dampfund Segelschiffe in Dienst gestellt worden. Ueber den Urahnen einer RittergAtsbesitzerfamilie im Kreis Osthavelland wird anläßlich des jetzt erfolgten Todes eines Nachkommen folgende als wahr verbürgte Geschichte erzählt. Zur Zeit Friedrichs des Großen diente im Bataillon Garde (1. Garde - Regiment zu Fuß) in Potsdam der Grenadier Brandthorft, der nicht ohne Grund bei seinen Kamera den als Wunderdoktor und Ouacksal ber" berühmt und geachtet war. Be sonders meisterhaft verstand er eS, Beinschäden zu heilen, die aus geaufe nen Blasen entstanden waren. Nun trug es sich zu, daß gerade zu der Zeit der große Soldatenkönig von einem derartigen Leiden geplagt wurde, ohne daß ihm feine berühmten Aerzte hätten helfen können. In seinem Un muth ließ er den Quacksalber" Brandthorst rufen, von dessen Heil kunst er durch einen Officier gehört hatte; und siehe, die vielgeübte Kunst des Brandhorst versagte auch diesmal nicht, denn es gelang dem Grenadier, den König von seinem Fußleiden zu befreien. Der Herrscher, darüber hocherfreut, ernannte Brandthorst zum Doktor und belohnte ihn später mit dem gerade freigewordenen Rittergut Satzkorn im Havellande. Anfänglich gehörte zu der Besitzung keine Jtosi, und Vrattdthorst wandte sich mit der Bitte um eine solche an den König. Dieser wies ihm ein Waldrevier in der Nachbarschaft an, wovon ihm soviel gehören sollte, als er innerhalb einer' Stunde auszureiten" vermochte. D werthvolle Besitzung ist seitdem in den Händen der Familie Brandthorst ver blieben, von der ein Mitglied jüngst durch den Tod abgerufen würd.
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