Indiana Tribüne, Volume 27, Number 223, Indianapolis, Marion County, 11 May 1904 — Page 4

Jndtana Tribuns, ll. Mai 1904.

Jndiana Tribüne. Herausgegeben von bet Utitefl Indianapolis, Ind.

Harry O. Thudinm Präsident. Geschäftstoealt No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269 Entered at the Post Office of Indianapolis as second dass matter. Die Einheits-Negel." Die Entrüstung, welche ein Theil der hiesigen amerikanischen Presse . zur Schau trägt, weil ein Aspirant für präsidentschaftliche Nomination sein Interesse durch Angehörige eines an deren Staates hier vertreten läßt, ist völlig unberechtigt, so lange es sich wie im vorliegenden Falle um eine Nationalwahl handelt und diese Vertreter, obwohl sie von ihren Gegnern Foreigners" genannt werden, vollwichtige amerikanische Bürger sind. Wenn es sich nur um Lokal- oder Staatswahlen handelte, so könnte man ja bedingungsweise diesen Protesten beistimmen,' aber es hieße einer Partei Maschine zu viele Rechte beimessen, wenn man ihr gestatten wollte ausschließlich darüber zu bestimmen, welchen Präsidentschafts-Candidaten die Wähler . eines Staates unterstützen sollen oder nicht. Dem Leiter der Maschine würde ein Boßthum zugestanden werden, welches mit freien Begriffen völlig im Wieder spruch steht. Nach der Verfassung ist jeder geborene Amerikaner der 35 Jahre alt ist und wenigstens 14 auf einander folgende Jahre sein Domicil in den Ve.einigten Staaten hatte, wählbar. Jeder Candidat hat das volle Recht !n jedem Staate für seine Wahl zu agitiren und es würde schlimm um die Frei heit der Bürger bestellt sein, wenn sie nur solchen Aspiranten Gehör geben wollten, die ihnen von den Leitern ihrer staatlichen Parteimaschine vorgeschrieben werden. Hearst hat wie jeder andere Aspirant, das volle Recht seine Sache auch vor den Bürgern von Jndiana zu führen und auch hier seine Interessen wahr zu nehmen, ob persönlich oder durch Vertreter. Schneidet man ihm diese Möglichkeit ab. so ist dies ein direkter beweis, daß man seine Stärke fürchtet. Aber (auch, daß man nicht gewillt ist dem Volke die Wahl des Candidaten für das höchste Amt in der Nation zu zugestehen. Das verderblichste System aber, das in letzter Zeit von den politischen Bossen erfunden wurde, ist die Unit-Regel. Sehr häufig findet man in den politischen Delegationen irgend einer Partei nur wenige überzeugungstreue Patrioten. Diese unschädlich zu machen, ist das Grund-Prinzip der Unit-Regel, welche die individuelle Ueberzeugung derhindert zum Ausdruck zu kommen und sie zwingt nach der vom Boß" und seinen Anhängern verfertigten Schablone zu stimmen. ' Freies Wort, freies Denken zu ersticken, darum wurde Unitrule erfunden. Sie ist ebenso verderblich im Senat, wie im Haus, besonders aber bei Delegationen für eine National - Convention. Durch die Unitrule kommen die schon durch Ring-Politiker in den Primärwählen gewählten Delegaten völlig unter die Fuchtel der Bosse. Das Volk erwählt Delegaten im Vertrauen aus deren ehrliches Bestreben mit ihrem besten Urtheil ihren Candidaten für das Präfidentschaftsamt zu nominiren. Jeder Delegat muß seine volle Freiheit bewahren können, für wen er innerhalb der Parteigrenzen stimmen will der nicht. 'Wenn von irgend einer Seite ein Candidat in's Treffen geführt wird, der alle Eigenschaften zu haben scheint, der rechte Mann für das Präsidentschaftsamt zu sein, so muß der Delegat seiner Ueberzeugung treu bleiben dürfen. sonst ist die Gefahr vorhanden, daß nicht das Volk durch feine Vertreter, sondern die Bosse der verschiedenen Staaten den Candidaten der Vereinig ten Staaten nominiren und die nationale Convention würde zur Farce herabgewürdigt werden. Auch die Schlachtereien, die derzeit in Tibet vor sich gehen, erreichen erkle'ckliche Zahlen. Am letzten Montag wurde ein Kampf an einem Bergpaß gemeldet, der 200 Tibetaner das Leben kostete; die Geringfügigkeit der britischenVerluste wird angesichts der primi-

tiven Bewaffnung der) Eingeborenen nicht überraschen. Höher als angegeben

stellen sich die Verlust-Ziffern auch hier übrigens sicherlich; denn an schwinde! haften Kriegs-Bulletins waren die Engländer von jeher groß. - Ruhmvoll sind diese Siege gegen einen so wenig ebenbürtigen Gegner nicht. Die Tibet - Geschichte ist fast noch schmählicher als der JamesonRaubzug, wo wenigstens vorher ein gespanntes Verhältniß bestand. Hier aber kamen die heuchlerischen Engländer unter dem nichtigsten Vorwand, um in Strömen von Blut nach der Hauptftadt zu waten. Alle Erklärungen, welche die rufsischen Militär- oder Civil-Behörden abgaben, können die Thatsache nicht aus der Welt schaffen, daß das Land völlig unvorbereitet den Krieg mit einem, wie bekannt war, trefflich gerüsteten Gegner begann. Einen schwereren Vorwurf a!3 dielen kann es für die Leiter derauswärtigen Politik überHaupt nicht geben; denn ein solcher Mangel von Vorbereitung wird stets mit taufenden nutzlos geopferten Leben bezahlt. Eine Diplomatie, welche nicht die begründete Ueberzeugung besitzt, von Anfang an in einem Feldzuge wenigstens eine wirksame Tefensive führen zu können, darf nur in dem alleräußersten Nothfall die Entscheidung ihrer Armee übertragen. Selbst eine empfindliche diplomatische Schlappe ist diesen schon jetzt schweren und zwecklosen Menschenopfern, die Rußland gebracht, vorzuziehen. Darum ist Statthalter Alexieff, der zum Kriege drängte, ein ebenso schlechter Diplomat als Militär und auf ihn ließe sich viel mehr das Wort Mann mit dem leichten Herzen" anwenden, als auf den sich über Frankreich's Stärke täuschenden Ollivier. Ebenso schuldig ist die Petersburger Regierung und ohne die riesige Corruption, ohne die Masse der erpressenden und stehlenden Beamten wäre es gar nicht möglich, daß Rußland bei einem schon lange in Rechnung gezogenen Kampf so jämmerlich dastünde; denn, wie auch der Ausgang sein möge, der Eindruck der kläg lichen bisherigen Rolle läßt sich nicht mehr vermischen. Noth lehrt beten. Anscheinend auch im Reich des Czaren. In Rußland macht ein Artikel in der bisher stark panslavistlschen Zeitung Nowoje Vremya" Aufsehen, in welchem ein Anschluß Rußlands an Deutschland in Vorschlag gebracht wird. Dieser Umschwung in der öffentlichen Meinung Rußland's ist erst mit den russischen Niederlagen im Krieg gegen Japan eingetreten. In der Zuschrift, die, wie versichert wird, von staatsmännischer Seite herrührt, heißt es : Das . Ueberemkommen Frankreichs mit England, welches letztere ganz offen mit Japan fraternistrt, muß nothwendigerweise die öffentliche Meinung in Rußland stark beunruhigen. Die Geschichte lehrt uns, daß jede Annäherung Frankreichs an England ihre Spitze gegen Rußland kehrte. Der Krimkrieg hat dies deutliche genug bewiesen. Wir wollen nicht sagen, daß jpas Uebereinkommen die franko-russt-scye reunöjcyast sofort zerreißen wird; aber daß es sie ernstlich bedroht, darüber kann kein Zweifel bestehen, angisichts dessen erscheint es für Rußland angezeigt, sich Deutschlands zu erinnern, das sein nächster Nachbar ist und mit dem es durch eine längjährige Freundschaft und durch zahlreiche politische und ökonomische Interessen derbunden ist. Es ist zu bedauern, daß man seit dem Berliner Congreß sich bei uns daran gewöhnt hat, auf Deutschland als auf einen Gegner zu blicken. Aber die ernsten und nüchternen Po litiker in Rußland wissen es ganz gut daß wir unter allen Staaten Europa's vor allem mit Deutschland durch eine starke Jnteressen-Solidarität verknüpft find. Die vitalsten Interessen Rußlands wie Deutschlands weisen beide Staaten darauf hin, ihre traditionelle F.eundschaft sorgfältig zu pflegen. Nur ein tendenzöser Chauwinismus kann einen blutigen Zusammenbruch zwischen ihnen für unvermeidlich halten. Dagegen ist der Antagonismus zwischen Deutschland und England ein natürlicher, denn daö industrielle und kulturreiche , Deutschland braucht die WeltMärkte, die England an sich gerissen hat. Die einzig richtige Antwort auf das franko.englische Uebereinkommen wäre ein Uebereinkommen zwischen Rußland und Deutschland. Nur in solcher Weise könnten die gefährlichen Seiten des franco englischen Uebereinkommens für uns neuiralistrt und entwaffnet werden." , :

Schulrath.

Contracte für das neue Mt. Jackson Schulhaus vergeben. Der Schulrath nahm in seiner gestri gen Sitzung folgende Angebote für das neue Mt. Jackson Schulhaus entgegen: Warren & Wise, $31,000; John Schumacher & Co., $32,372; Wm. P. Jungclaus & Co., $31,600; George A. Weaver. $31.965. Ferner für die Heizungs-Anlage in dieser Schule: Kruse & Dewenter, $5978; Lewis & Ketcham, $5950; I. G. Most & Co., $6353; Woollen Catlon, $5981.95; Johnson & Son, $5828 I. F. Farrell & Co., $6498; Kirkhoff BroS., $6105. Die Contracte wurden von Warren & Wiese resp, von Johnson & Son vergeben. Die neue Schule wird an der Ecke der Lauer und Ohio Straße errichtet iverden und den Namen Schule No. 50 führen. Laufende Rechnungen im Betrage von $19,191.64. Es wurde berichtet, daß Prinz Pu Lun der Handfertigkeits Hochschule einen Besuch abstatten und an einem Luncheon theilnehmen wird, dessen Manu von den Zöglin gen der Kochschule zubereitet sein wird. Folgende von Schul-Superintendenten Kendall gemachten Ernennungen wuv den bestätigt: ' . . '. Wm. Stecher, Superintendent des Turnunterrichts in den öffentlichen Schulen (am 2. Mai)! W. L. Heard, Lehrer an der Douglas Schule (am 3. Mai); Maud Macy, Lehrerin an den Elementar-Schulen (am 11. April). Der Lehrerin Elisabeth Fish wurde für den Rest des Schuljahres Urlaub bewilligt. Dem Bericht des Geschäfts-DirectorS John E. Cleland zur Folge, besuchten im Monat April 39,902 weiße und 3,615 farbige Kinder die öffentlichen Schulen. Polizeiliches Allerlei. . ' ! .. Unter der lAnklaae des Grokdieb stabls wurde der 23-jährige August Geider, welcher angeblich von Cincinnati stammt, verhaftet. Er hatte in dem Hause No. 439 Madison Avenue logirt, und hatte aus den Zimmern verschiedener Einlogirer Schmucksachen gestohlen. Der Wirth Michael Garvey von No. 701 West Washington Str., wurde gestern Abend unter der Anklage des Bedrohens mit Schießwaffen verhaftet. Er war mit seiner Frau und Schwester in Streitigerathen und hatte dieselben miteinem Revolver bedroht, so daß sie vor Angst aus dem Hause liefen. i Elmer Williams, ein in Graham's Restaurant beschäftigter Aufwärter meldet der Polizei, daß ihm aus seinem Zimmer, No. 349 W. Washington Str., ein Heirathsschein gestohlen wurde,- den er vor Kurzem erwirkt hatte, um sich mit seiner Herzallerliebsten Lulu Robinson zu vermählen. Zwischen ihm und seiner Braut war jedoch eine,'?.Verstimmung eingetreten und er hatteden Schein noch nicht benutzt. Er fürchtet, daß ein gewisser Wm. Compton, welcher zur Zeit mit einem Frauenzimmer in wilder Ehe zusammenlebt, ihn gestohlen hat und sich als Elmer Williams ausgiebt. Kleine Stadtnachrichten. . D a s D i r e c t o r i u m der Pro pyläum Ass'n. hat ein Comite ernannt, welches sich nach einem Käufer für das Gebude, welches etwa $45.000 werth ist, umsehen soll. Die Vereinigung beabsichtigt sodann ein anderes Ge bäude zu errichtenj welches weniger um fangreich ist, aber doch den Zwecken derselben entspricht. In Englewood, N I., ist im Alter von 76 Jahren Lemis C. Hopkins gestorben. Derselbe war in den 80er Jahren in hiesiger Stadt im Getreide-Geschäft thätig, und war für einen Termin Präsident der Handels kammer. Prinz PuLun wird während seines hiesigen Aufenthalts eine von den Auiomobil-Fabriken, die Encaustic Tile Works" und das Etablissement der Eli Lilly Droguen Co." in Augenschein nehmen. Die Zweirad-Händler der Stadt werden am 24. Mai Abends eine Laternen Parade veranstalten, zu welcher alle Zweiradler der Stadt einge laden sind. Preise für die bestdecorir ten Zweiräder werden vertheilt werden.

Ans Stadt- nnd County-Ber-waltnng.

Das Wissenswertheste vom gestrigen Tage in gedrängter Form. Feuerrettungsleiter für das städtische Hospital. Stadt-Controlleur Dunn wird dem Stadtrath in seiner nächsten Sitzung eine Ordinanz unterbreiten, welche eine Verwilligung von $2000 für FeuerRettungsleiter am Stadt-Hospital vorschreibt. i Licensen für A l l e y -Wirthschaften.' Controlleur Dunn hat erklärt, daß diejenigen Inhaber von Wirthschaften, welche sich an Alleys befinden, und im Besitze von Licensen sind, von ihm weiter nicht belästigt werden. Sollte jedoch ein derartiger Wirth aus's Neue ein Gesuch um eine Stadt - Licens ein reichen, sobald seine alte abgelaufen ist, so würde er, bevor er dieselbe aus stellen lassen würde, erst den Rath des Stadt-Anwalts einholen. Reiche Einnahmen. Vom 1. Januar bis 2. Mai betrugen die Einnahmen an Steuern in der County-Schatzmeisters-Ofsice $2.031, 130.98. Weite ce Fälle von Ner venfieber. Im Laufe des gestrigen Tages wur den in der Office der Gesundheits-Be hörde acht weitere Fälle von Nerven fieber angemeldet. Das Goldene Jubiläum der Tempel-Nitter Wurde heute begangen. Das goldene Jubiläum der Groß Commandery der Tempel-Ritter von Jndiana, wird hier heute gefeiert. An der Parade nahmen mehr als 2000 Ritter theil ; dieselben gehörten folgende Commanderies an : Raper, No. 1, Jndpls., Musik; Baldwin, No. 2 ; Lafayette, No. 3 ; Ft. Wayne.No. 4. Musik; .New Albany. No. 5, Musik ; Richmond. No. 8, Musik ; Knightstoten, No. 9, Musik ; Greencastle, No. 11, Musik ; South Bend, No. 13; Terre Haute, No. 16. Musik ; Muncie, No. 18, Musik; Marion, No. 21, Musik ; Madison, No. 22 ; Franklin, No. 23 ; St. John, Logansport, No. 24, Musik ; Crawfordsville, No. 25 ; Frankfort, No. 29 ; Anderson, No.32 Musik ; Kokomo, No. 36 ; Wabash, No. 37; Bluffton, No. 38, Musik; Greenfield, No. 39 ; Delphi, No. 40 ; Lebanon, No. 43 ; Newcastle. No. 44; Brazil, U. D., Musik ; Clinton, U.D., Musik. Die Parade machte einen imposanten Eindruck. Heute Abend findet in derTomlinsonHalle, und zwar nur für die Ritter und deren Damen, eine Unterhaltung statt. Gouverneur Durbin wird den Vorsitz führen; Ansprachen werden von ihm. von Mayor Holtzman, T. R. Marshall von Columbia City und John L. Rupe von Richmond gehalten werden. Base-Ball. American Association. , Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: St. Paul, 10. Mai. St. Paul 2 3 3 0 2 3 0 4 17 Indianapolis . .002012000 5 Milwaukee, 10. Mai. Milwaukee ....30011002 7 Louisvillc 0 0 0 2 0 1 0 3 0 6 Kansas City, 10. Mai. Kansas City . . .5 0 0 0 0 0 0 1 6 Columbus 01010031 6 Minneapolis, 10. Mai. Minneapolis...0 0104000 5 Toledo 01000000 1 2 National-L iga. PittSburg. 10. Mai. PittSburg' 00000110 2 Philadelphia... 0 0000000 00 Cincinnati, 10. Mai. Cincinnati 0 7910100 S Brooklyn.. . ...2 00102200 7 Chicago, 10. Mai. Chicago. ......00000000 11 Boston 00 00 00223 7 St. Louis, 10. Mai. St. Louis........ ....14 New York .. ;i WL?" Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's Longfellow". m

$2,600

Soll Wm. P. Keller der A. Burdfal Co. un terf chlagen haben. Wm. P. Keller wurde gestern Abend unter der Anklage, der A. Burdfal Co., bei welcher er seit 25 Jahren als Buch Halter angestellt ist, die Summe von $2,600 unterschlagen zu haben. Der Verhaftete ist 57 Jahre alt und wohnt No. 14 W. Drive, Woodruff Place. Da er die von ihm verlangte Bürgschaft von $5000 nicht leisten konnte, so mußte er die Nacht in einer Zelle der Polizei-Station zubringen. Eines jungen Mädchens böser Irrthum. , Dr. Reed vom Dispensarium wurde gestern nach dem Hause No. 921 Ost Georgia Straße gerufen, woselbst die 16-jährige Myrtle Templeton plötzlich schwer erkrankt war. Sie hatte aus Versehen eine starke Dosis Morphium verschluckt. Nach einstündigem Bemühen gelang es dem Arz, das Mäd chen außer Gefahr zu bringen. - Matador Skat-Club. Die Sieger im gestrigen Turnier des Matador Skat Club waren: 1. Ernst Jrmer, 2. George Mode, 3. Leo Lando, 4. Erich Schanski, 5. Martin Birk, 6. Michael Mode und 7. Julius Becherer. Kokosttufztransport. Wie die tropischen Früchte nach New York gekracht und sortirt werden. Die Einfuhr von Kokosnüssen in den Hafen von New York vollzieht sich auch heute in denselben-Formen, wie zur Zeit, als noch die britische Flagge über der Battery wehte. Fast jeder andere Handelsartikel der Tropen wird heute mittelst Dampfer nach seinem Bestimmungsort, befördert; nur die Kokosnuß legt die weite Reise, wie in der guten alten Zeit, ausschließlich mit dem Segelschiffe zurück, das, vom Winde getrieben, langsam durch die Wellen streicht. Diese Reisen verlaufen naturgemäß gewöhnlich ereignißvoller, als Dampferfahrten, und so weiß denn die Bemannung der Kokosschiffe oft über recht interessante Abenteuer im Kampfe wider Vater Neptun zu berichten. Der größte Theil der Kokosnüsse, welche nach der Metropole am Hudson gebracht werden, stammen von der mittelamerikanischen Küste und den westindischen Inseln her. Die Einfuhr ist sehr bedeutend. Im Jahre 1902 wurden 30.000.000 Kokosnüsse im Werthe von 5832,383 nach den Ver. Staaten verschifft; daran partizipirten BritischWestindien mit 8325,318, Colombia mit $183,'412, Kuba mit $175,706, Honduras mit $88,750 und Nicaragua mit $13,196. Dem Transporte der Kokosnüsse von Centralamerika nach New Aork dienen sechs Segelschiffe, welche regelmäßig die Hafen von Cortia, River Diablo,.Pliamchica, die Fichteninsel und die etwas nrdlicher gelegenen Blauen Felder anlaufen, um ihr Kargo einzunehmen. Die Kokosnußbäume wachsen fast nur an der Küste und sind über das ganze tropifche Amerika verbreitet. Des flachen Fahrwassers entlang der Küste wegen kommen für den Transport nur Segelschiffe in Betracht. - Indianer sammeln d Nüsse und verkaufen sie zum Preise von etwa Cent per Stück an den Eigenthumer einet Schaluppe, welcher sie in Ladungen bis zu 10.000 Stück mit seinem Fahrzeug zum nächsten Hafen bringt. In New York werden die Nüsse in Körben ausgeladen und sortirt. Das geschleht in der Weise, daß der Sornrer immer zwei Nüsse rasch aneinander schlagt; er kennt dann genau rne Qua lltat des m der Nuß enthaltenen Flersches. Die Arbeit geht überaus schnell vor sich und wenn ein Dutzend Männer nebeneinander stehen und die Nüsse sortiren, glaubt der zufällig vorbeischreitende Straßenpassant ein lebhaftes Kleingewehrfeuer zu vernehmen. Aber Rekruten!" Jeder Deutsche weiß die Entrüstung zu würdigen, die den biederen .Zecher befällt, wenn ihm sein Humpen schäumenden . Gerstensafts mit einer recht breiten Borte, dem sogenannten FeldWedel, kredenzt wird. Daß man auch in andern Ländern beim Biergenuß auf bis zum Rande gefüllte Gläser hält und der militärischen Redewendung der Deutschen liebevolles Ver ständniß entgegenbringt, beweist die Thatsache, daß der Italiener seine Bestellung in einer Bierhalle gewöhnlich mit der dringenden Mahnung an den Ganymed begleitet: ,,Ma coscritti!" (aber Rekruten!"), um ein wohlaefülltes Maß zu erlangen. Die Italicner wollen also einen Rekruten, die Deutschen keinen Feldwebel. Die Wirkung ist dieselbe, denn was der Feldwebel in reichstem Maße, hat, fehlt dem Rekruten noch gänzlich: die Tressen. Je schmaler der Schaumstreifen über dem Bier ist, desto weniger deicht er den Rangstreifen des Feldwebels, desto mehr der bescheidenen Borde des Re-

Frenzel Oros.,

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