Indiana Tribüne, Volume 27, Number 223, Indianapolis, Marion County, 11 May 1904 — Page 1

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" " : : ' .rs Erscheint seden .Nachmittag. Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Mittwoch, n. Mai 1904 No. 223. .i 1 ' ??!!!!!??!?

Die Nuffen Sollen ihre eigenen Schiffe zerstört haben. Tokio. 11. Mai. Admiral Togo berichtete, daß in der Richtung von Port Arthur viele Explosionen gehört wurden. Die Ursache konnte nicht genau ermittelt werden, doch die Allgemeine Anficht ist, daß die Russen, verzweifelnd. die Festung noch länger dertheidigen zu können, angefangen haben, ihre eigenen Schiffe zu zerstören. Dieses soll auf Befehl des Generals Stoeffel geschehen sein. Leonidaö H. M. McTleüan . ! Der bekannte Arbeiterführer und Politiker einem Schlaganfalle erlegen. Leonidas H. McClellan, Präsident des Democratischen Clubs von Marion County und seit 25 Jahren mit den Arbeiterorganisationen von Indianapolis eng verbunden, ist in der Dienstag Nacht in seiner Wohnung, No. 634 Miami Str., einem Schlaganfalle erle gen, von welchem er am Vormittag an der New Jerseys, nahe der Pearl-Str.. betroffen worden war. Der Verblichene war 53 Jahre alt; 19 Jahre lang war er Vormann bei der Sander & Recker Co. und während der letzten 7 Jahre führte er ein eigenes TapezirerGeschäft in No, 314 Oft Market Str. Er war ein strammer Democrat und wurde erst vor wenigen Wochen zum Präsidenten des Democratischen Clubs von Marion County erwählt. Das Apportionment-Gesetz von 1903 für unconflitntionell erklärt. Das StaatsObergericht hat heute das von der letzten Legislatur ange nommene neue Apportionment Gesetz für ungesetzlich erklärt. In ähnlichem Sinne hatte ein republicanischer und ein democratischer Kreisrichter ent schieden. Die Staats-Legislatur-Districte wa ren durch dieses Gesetz derartig einge theilt, daß die Republicaner von vorneherein? absolut gewiß waren, daß sie in der Staats-LegiSiatur die Majorität hatten. Nenige Sünder. Gestern schien der Tag der Einkehr bei verschiedenen reuigen Sündern zu sein. Heute nach Mitternacht kamen drei Personen in das Hauptquartier und stellten sich freiwillig der Polizei: Mike Garvecy, der auf seine Frau und Schwester geschossen hatte, war der erste. Dann kam Robt. Modlicker aus Wabash, Ind., der seit Wochen fco trunken gewesen war und dann der Neger Bob Suder, der seine Frau geprügelt hatte. Sie wurden alle ein gelocht. I. O. O. F. Die Großloge der Odd Fellows hält hier in nächster Woche, beginnend am Montag, eine dreitägige Sitzung ab. Acht Millionen für Be . r i e s e l u n g. Washington, 11. Mai. Auf Grund des Berieselungsgesetzes hat der Secretär des Inneren heute aus dem für den Zweck bestimmten Fonds $8,100,000 für folgende Berieselungen ausgeworfen: für die Yuma-Anlage am Colorado-Jlusse, welche zu Beriefe lungen von 85,000 Ackern in Arizona undCalisornien dienen soll. $3, 000,000; für die Bellefourche-Anlage in Süd Dakota, 60,000 Acker, 52,100,000: für die Malheur-Anlage in Oregon, 75.000 Acker. $2,000,000; für die Fort Buford Anlage am Yellowstone in Nord.Dakota S1.200.000. Nach Abzug dieser Summen verbleiben von dem 27 Millionen Dollars betragenden Be rieselungtz-Fonds noch sechs Millionen.

Eines Big Fonr - ConductenrS

entsetzliches Ende. George Phillis von einer Locomotive zermalmt. Die Holmes Ave. - Bahnkreuzung in Haughville war heute Vormittag. kurz vor 12 Uhr, der Schauplatz eines entsetzlichen Ereignisses. George Phillis, Conducteur eines Big FourBahn zuges, war abgestiegen, um zu sehen. ob der Zug passiren konnte. In demselben Augenbsicke, in wel chem er dem Locomotivführer das Signal zum Weiterfahren gab, kam eine Rangir-Locomotive herangefauft und der unglückliche Mann wurde buchstäb lich zwischen den beiden Lacomotiven zu Brei zermalmt. Er war 45 Jahre alt. Wittwer und logirte in Williamson's Kosthaus an der Miley Ave. und West Washington Str. Marion County Demokratischer Club. Kein Ball heute Abend. Der Ball, welchen der Marion County Demokratische Club für heute Abend veranstaltet hatte, ist in Folge des plötzlich erfolgten Ablebens des Präsidenten des Clubs Leonidas H. McClellan abgesagt und auf den 18. Mai verschoben worden. Perfonal-Notizen. Frau N e i d l i n g e r von .526 Prospect Str. wird am 14. Mai mit ihrem . Sohne Georg eine Reise nach Deutschland im Allgemeinen und Frankfurt a. M. im Besonderen an treten, um ihre Verwandten und Freunde zu besuchen. Später .werden sie Excursionen nach der Schweiz und Tyrol unternehmen. Erst im November werden sie nach hier zurückkehren. Großpapa Adolph Baur Sr. hat heute das Vergnügen seinem einzi gen Enkel, dem herzigen Söhnchen seines Sohnes Adolph zu seinem zweiten Geburtstag gratuliren zu können. Reich und doch lebensmüde. A n d e r s o n, 11. Mai. Edward T. Williams, ein 56jähriger reicher Bürger von Portland, wurde gestern in seinem Zimmer im Columbia Hotel todt aufgefunden. Er hatte sich ein mit Chloroform getränktes Taschentuch fest um den Mund gebunden gehabt. Der Grund, aus welchem der Mann den Selbstmord ausführte, ist nicht bekann. In Muncie. fowohl als auch in Portland hatte er schon früher versucht, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Er besatz Farmländereien, welche auf 40,000 abgeschätzt find. Beschimpfung bei Sternenbanners. Denver, Col., 11. Mai. Nach zahlreichen Vertagungen begann vor Richter Hahnes der Prozeß gegen Wm. D. Haymood, den Secretär Schatz, meister des westlichen Grubenarbeiter Verbandes, welcher angeklagt ist, das Sternenbanner beschimpft zu haben. Der Vertheidigung Haywood's ging dahin, daß das Gesetz sich nicht auf Abbildungen oder Darstellungen der Flagge, sondern nur auf die Flagge selbst beziehe. Die Beleidigung des Sternenbanners seitens Haywood's bestand darin, daß derselbe eine Flug, schrift. . betitelt Liegt Colorado in Amerika ? veröffentlichte, welche ein Bild des Sternenbanners enthielt. Richter Haynes wird seine Entscheidung morgen fällen. Ebenfalls im Denison Hotel tagt zur Zeit die Staats-Vereinigung der Homöopathen. Die Staats-Vereinigung der Ofteopathen hält heute im Denison Hotel ihre halbjährliche Versammlung ab. Südfeite Turnverein. Concert der Gesang-Seetion Sonntag Abend, 15. Mai.

Der Gillespie Prozeß

R i f i n g Sun, Ind., 11. Mai. Mit den Verhandlungen in dem Gil lesvie Mord-Prozeß wurde heute fort gefahren. Der Andrang zum Gerichtssaal ist ein solch' enormer, daß nur die Hälfte von den Personen, welche sich im Gerichtshause eingefunden hatten, Einlaß erhalten konnte. Frau Margaretha Gillespie, die ehrwürdige Mutter von James Gillespie und Frau Seward, hat einen Platz neben ihrer Tochter eingenommen, von deren Unschuld sie überzeugt zu sein scheint. Den Vertheidigern ist noch Marcus Sulzer von Madison, und Thomas Shay von Cincinnati zugesellt worden. Der Staat ist durch den Staatsanwalt Henry R. McMullen, dessen Bruder Cassius und Henry N. Spaan von Indianapolis vertreten. Schattenseiten der Aus st e l l u n g. St. L o u i s, 11. Mai. Wie die Verhältnisse jetzt liegen, ist mit der Eröffnung der Weltausstellung ein weit größerer Zuzug von Arbeitern nach St. Louis erfolgt, als gut ist. Einem nicht geringen Theile der in großen Schaaren hierher geströmten Arbeiter ist es noch nicht möglich gewesen, Ar beit zu finden, wenigstens nicht solche, welche sie erwartet hatten. Schlimm sind in dieser Beziehung eine große An zahl Kellner und Aufwärter daran. Wie es scheint, hatten viele Hoteliers und Reftaurantbesitzer direkt nach der offiziellen Eröffnung ein weit größeres Geschäft erwartet als thatsächlich bis jetzt eingetreten ist. In solcher Erwartung haben sich viele Hoteliers und Re staurateure eine Anzahl Kellner aus New Jork kommen lassen, wobei man in vielen Fällen denLeuten die gleißend sten Versprechungen machte. Viele dieser in New Aork engagirten Leute sind nun schlimm daran. Da der Zuzug von Fremden noch nicht in sol chem Maße erfolgt ist. wie man erwar tet batte, so konnte ein großer Theil der engagirten Leute gar nicht beschäftigt werden, andere sind nur theilweise beschäftigt. Viele Hoteliers und Re staurantbesttzer haben sich diese äugen blickliche Ueberfüllung des Arbeits Marktes und die momentane Nothlage vieler Kellner in schnöder Weise zu Nutze gemacht und entweder die Ar beitsbedingungen verschärft oder den Lohn heruntergesetzt. Möglicherweise wird in den nächsten Wochen, wenn die Ausstellung einmal ordentlich im Gange ist, eine Wandlung zum Bessern eintreten. Auf alle Fälle aber sollten Alle, die in der Hoffnung auf reichlichen Verdienst hierher kommen, sich die Sache vorher gründlich überlegen, wenn sie sich nicht herbem Ungemach aussetzen wollen. Unstern über den Boeren. St. Louis, Mo., 11. Mai Die South African Boer War Exhibit Co." befindet sich in finanziellen Schwulitäten und wurde heute im hiefigen Kreisgericht von Charles A. Weltz. dem Besitzer des in der Nähe des Weltausstellungsplatzes gelegenen Germania Hotels, auf Zahlung von $742:35 verklagt. Herr Weltz be' hauptet in der Klageschrift, daß er 628 Personen für die verklagte Gesellschaft beköstigt und auch mehrere Familien beherbergt, aber niemals irgend welche Bezahlung erhalten habe. Ueber der Boeren - Schaustellung herrscht überhaupt ein Unstern. Erst erhob die englische Regierung gegen dieselbe Protest, und kaum war diese Schmierigkeit beigelegt, da wäre es fast zu einer Meuterei unter den Boeren gekommen, da dieselben in gänzlich unzu' reichender Weise einqnartielt und der pflegt wurden. Nur eine schleunige Unterbringung der Unzufriedenen im Germania Hotel konnte damals den Sturm der Entrüstung beschwichtigen. In den Räumen des Commercial Club hielt gestern Abend der Fabrikanten-Club eine Versammlung ab, in welcher über die Creiirung einer Staats - Eisendahn - Commission dis. cutirt wurde. '

Ans den Gerichtshöfen.

Das Nicholson - Gesetz f ü r constitutionell erklärt. Vor geraumer Zeit verweigerten die County - Commissäre von Marion County dem James Hoop von Acton eine Wirtschafts-Licens. Die große Majorität der Stimmaeber im Townfhip lzatte gegen die Bewilligung remonstrirt, aber alle Namen in der ReMonstranz ' waren von einem Mann, welchem sie die Machtvollkommenheit eines Anwalts gegeben hatten, unterzeichnet. Hoop griff die' Constitutionalität des Nicholson Gesetzes an und appellirte an das Kreisgericht. Dieses bestätigte jedoch die Entscheidung der Commissäre. Hierauf appellirte er an das Odergericht und dieses wiederum wies ihn gestern mit seiner Klage ab, indem es die Entscheidung des unteren Gerichts bestätigte. Der Wirth appellirte an das Appellationsgericht und dieses hat gestern gegen ihn entschieden, indem es die Entscheioung des unteren Gerichts bestätigte. D i e Remon st r anten siegreich. Das Appellationsgericht hat gestern die Appellation des John Sexton, Wirth in West.Lebanon, Pike Tp., Warren County, abgewiesen und die Folge wird sein, daß er nicht länger in West Lei anon eine Wirthschaft führen kann. Sexton hatte im August 1901 das Gesuch um eine Wirthschafts-Licens eingereicht, worauf bei den CountyCommissären eine Remonftranz einlief, welche die Majorität der Wähler im Township hatte. Erst, nachdem der dritte Tag vor der Sitzung der Commissäre bereits angebrochen war, zogen verschiedene von den Remonstranten ihre Namen zurück und dieselbe wies nicht mehr die Majorität der Stimmgeber auf. . Sexton behauptet daher, daß er zu einer Licens berechtigt war. Die Commissäre und später das Kreisgericht entschieden jedoch, daß die Personen, welche ihre Namen von der ReMonstranz zurückgezogen hatten, das zu spät gethan hatten und die Begütigung der Licens wurde verweigert. Ein brutaler Sohn. Der 35-jährige Alonzo Anderson, von No. 625 West Court Sträße, welcher seine betagte Mutter in brutaler Weise mißhandelte, wurde von Richter Whallon zu 60 Tagen Arbeitshaus derdonnert. Derselbe erklärte, daß er be dauere, daß er nicht die Machtbefugniß besitze, den Unmenschen in 's Zuchthaus zu schicken. Darf ihren Mädchennamen wieder führen. Richter Allen bewilligte gestern der Frau Nellie Scharmberg das Gesuch, ihren Mädchennamen Conrad wieder führen zu dürfen. Sie erzählte dem Richter, daß sie vor einiger Zeit die Scheidung von ihrem Gatten erlangt hatte. Er sei ein Taugenichts und sie wünsche nicht mehr, indem sie seinen Namen führe, noch ' beständig an ihn erinnert zu werden. Der Fall der Midland P o r t l a n d C e m e n t C o. aus den 19. Mai verschoben. Vor ttichter Leathers sollte gestern über dos Gesuch des Benjamin Reagan, einen Massenverwalter fü5 die Midland Portlnd Cement Co. zu ernennen, verhandelt werden. Auf Ersuchen der Verklagten wurde der Fall jedoch bis zum 19. dS. verschoben. Die Vertreter der Directoren der Gesellschaft erklärten, daß die Activa der Gesellschaft für eine Summe verkauft werden würde, mit welcher sämmtliche Schulden derselben reichlich gedeckt werden könnte. , i Jugendliche Einbrecher an die Großgeschwore nen überwiesen. ' Charles Cox von 2105 New Str. und Robert Curran von 1220 Calhoun Str., welche in den Lunchstand des! Italieners Lodraido im Garfield Park eingebrochen waren und 500 Stück Cigarren gestohlen hatten, verzichtete

tor Richter Whallon auf ein Vorder-

hör und wurden an die Großgeschworenen überwiesen. In denHänden derGeschworen n. Die $25,000 Schadenersatzklage, welche Louis Burnftein gegen die Union Traction Co. eingereicht hat, und welche im Bundesgericht zur VerHandlung kam, wurde gestern Nachmittag den Geschworenen zur Berathung übergeben. D'i e Bunde sG r o ß g e s ch w orenen in Sitzung. Die Bundes-Großgeschworenen für den Mai-Termin traten gestern in Sitzung. Sie haben etwa 20 Fälle zu untersuchen. Ein Testament angefochten. Frau Belle A. Chamberlain von New York hat das Testament ihres Vaters. in welchem sie gar nicht erwähnt worden ist, angefochten. Sie behauptet, daß bei Abfassung des Testaments ihr Vater nicht zurechnungsfähig war und daß er von ihren Brüdern, welche die alleinigen Erben sind ungebührlich beeinflußt wurde. Vom Regen in dieTraufe. L ulu Jewett, welche im Polizeigericht wegen Haltens eines anrüchigen Hauses zur Zahlung von $10 und Kosten verurtheilt wurde, hatte an bas CriminalGericht appellirt. Gestern kam der Fall zur Verhandlung;, das Resultat war, daß sie abermals schuldig befunden, anstatt aberum $10, jetzt um $20 und Kosten gekränkt wurde; sie bezahlte im Ganzen $42.25. An das Bundesgericht "transferirt. Die auf $5000 Schadenersatz lautende Klage des John D. Moß gegen Kingan & Co. ist vom County-Kreis gericht an das Bundesgericht transferirt worden. Im Polizei gericht wurde Maurice Spero, welcher beschuldigt ist, dem Whiskey-Hänhler Julius Rappaport, bei welchem er angestellt war, eine Geldsumme unterschlagen zu haben, an die Großgrschworenen überwiesen. Der Wirth Henry Hank Reinken von der O.WashingtonStr., welcher so gutmüthig war in der Freitag Nacht, als die Feuerwehr den Brand in dem seiner Wirthschaft gegenüber belegenen Gebäude löschte, den Durst einer großen Anzahl Zuschauer zu löschen, hatte, hat, weiler dasMitternachtsgesetz verletzt hatte, schnöder Weise $10 und Kosten zu zahlen. M o y K e e. der reichste Chinese der Stadt, wird seinem erlauchten Landsmann zu Ehren keine Festlichkeit veranstalten. Er müßte eine solche in chinesischem Style geben und die Veranstaltung würde ihn bankerott, machen, wie er sagt. Er zieht es lieber vor, sich die Kaiserliche Hoheit von der Ferne zu betrachten, als ihretwegen Pleite zu werden. S ch i l l e r's Todestag. Clev e l and, ),, 11. Mai. Der deutsch-amerikanische Staatsverband von Ohio hat einen Aufruf an die deutschen Vereine des Staates ge richtet, um eine würdige Feier des hundertsten Todestages Schiller's am 9. Mai 1905 zu veranlassen. Der denk würdige Tag soll in allen Städten unsereS amerikanischen Adoptiv-Vaterlan deS zu einer erhebenden, großartigen Feier deS Gefammt-DeutschthumS der Ver. Staaten sich gestalten. Es ergeht zu diesem Zwecke an alle deutschen Vereine des Staates die Aufforderung, Delegaten zu eirrer lokalen Versamm lung zu erwählen, um die bezüglichen Beschlüsse zu fassen. Gute Vorschläge, wie das Fest würdig' gestaltet werden kann, werden erbeten und von hier aus an die Festausschüsse aller Städte im Staate weiter berichtet. Hier in Cleveland trägt man sich mit der Idee, die hiesige Schillerfeier unter Mitwirkung der deutschen Vereine aller umliegenden kleineren Städte gemeinsam in der Waldstadt zu begehen. Sehr wahr scheinlich werden schon in Bälde die ein leitenden Schritte gethan werden '

Nachrichten aus Jndiana. Kostbare Perle. Owensville, 11. Mai. Nicht geringe Aufregung herrscht unter den Bewohnern von Owensville und

Umgegend über eine höchst kostbare und werthvolle Perle, die kürzlich ein Knabe Namens Guller, Sohn des Sägemühlen - Besitzers John Guller, in einer Flußmuschel vorfand. Die Perle wog 53 Grains und ist von ganz besonderer Schönheit und Klarheit, sodaß dem glücklichen Finder bereits $1000 für dieselbe offerirt .worden sein sollen. Viele Bewohner der Gegend suchen jetzt nach Flußmuscheln in der Hoffnung auch solch' glücklichen Fund zu thun. Nicht ertränkt, aber durch.g e b r a n nt. - Jeffersonville, 11. Mai. Die Geschichte, baß Frank Staton von einem Fischer ertränkt worden sei. hat sich als eine Finte seines Kameraden Andrew Hawkins erwiesen. Der Junge wurde gestern vsn seiner Mutter in Louisville, wohin er durchgebrannt war, gefunden. Alter Ansiedler gestorben. I a s p e r, 11. Mai. Im nahen Kellerville starb vor einigen Tagen einer der ersten Ansiedler von Harbison Township, Herr David Raab, im Alter von nahezu 75 Jahren. Er stammte aus Heroldsberg in Bayern und war im Knabenalter mit seinen Eltern in dieses Land eingewandert, um sich bald nach seiner Ankunft aus einer Farm in Harbison Tp niederzulassen, die er fast ohne Unterbrechung bis an fein Lebensende bewirthschaftete. Einer von Denen, die nicht alle werde n. Anderson. Ein Dummkopf erster Classe scheint ein gewisser John C. Beard zu sein, der jetzt hier wohnt und früher ein Geschäft in Hartford City, Jndiana, betrieb. Vor vier Jahren brannte er mit einer Frau Mary C. Walters von Fort Wayne durch. Beard war früher ein Prediger in Delaware County, Ohio, ging aber, nachdem er die Frau eines anderen Mannes verführt hatte, in's Grocery.Geschäft, zuerst in Erie, Kas., wo die Beiden als Mann und Frau zusammen lebten und prominente Kirchenmitglieder waren. In der Zwischenzeit erwirkte der betrogene Gatte eine Scheidung von seiner treulosen Frau, und Beard hätte sich nun mit seiner Dulcinea gesetzlich trauen lassen können, that es aber nicht. Vor einiger Zeit kehrten sie nach Jndiana zurück und ließen sich in Anderson nie der. Die Frau scheint dann ihres Ga lans überdrüssig geworden zu sein; denn sie erklärte, daß sie ihn verlassen würde. Darauf ging der Kaffer zur Polizei, und gestand, daß er mit der Frau in wilder Ehe lebe, und er sowohl wie die Frau wurden verhaftet. Er wollte da durch die Frau dafür bestrafen, daß sie ihm mit Verlassen gedroht, als aber sv' wohl er wie sie zu $25 Strafe und Kosten und 30 Tagen Gefängniß verdonnert wurden, appellirte er. Unsaubere Methoden. C l a r k s v i l l e, 11. Mai. In. folge des heftigen Kampfes, der über die Wahl eines Schulsuperintendenten in ClarkSville b:i Jeffersonville entbrannt ist, beschuldigt einer der Tru stees, Ehas. Booth, seinenCollegen Andrew Williams, den Superintendenten der Car Works, ihm seine Stelle als Jnspector geraubt zu haben. Williams erklärte gestern die Beschuldigung für abfolut grundlos und sagte überdem, die Schulfrage werde ihn in seiner ,sonstigen Stellung nie für oder gegen einen Angestellten bestimmen. Trotzdem fin det die Behauptung Booth's bei der Heftigkeit des Kampfes viele Anhänger. Der Schulsuperintendent wird im Uebrigen erst im Juni gewählt werden. UM ' Unabhängiger Turnverein. Heute Abend 8 Uhr regel? mätzige Geschäfts-Bersamm-lung. I. H. Ballmann, 1. Sprecher, v Adam Grotzkspf, 1. Schriftwart.