Indiana Tribüne, Volume 27, Number 222, Indianapolis, Marion County, 10 May 1904 — Page 3
Indianer Tribüne, IV.ZMai 1904U
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Angeblich durch feindliche den Hafen Rückzug der Russen auf der ganzen
Mann stark. Der Proviant m scheint sicher. Verlauf
Ostasien. Vladivostock-Geschwader abgeschnitten. London. 10. Mai. Der SöulCorrespondent des Telegraph" meldet: Man glaubt, daß ein Theil des Vladi vostock.Geschwaders ausgeschlossen ist u. jetzt im japanischen Meer den Japanern zu entrinnen sucht. Kreuzer R u r i k." St. Petersburg, 10. Mai. Unter den mancherlei hier verbreiteten Gerüchten sagt eines, der Kreuzer Rurik" sei zerstört. Die Beamten erklären, das Schiff befinde sich nach den letzten Berichten unbeschädigt im Hafen v. Bladivostock. Nach einem Briefe des Corr. der Assoc. Presse wurde am Tage der Zer störung des Petropavlovsk" auch das Schlachtschiff Potfieda" durch eine japan. Mine schwer beschädigt. , Unaufhaltsam rückwärts. Paris, 9. Mai. Dem Echo de Paris" wird aus Petersburg depeschirt: Gen. Kuropatkin hat einen allge meinen Rückzug angeordnet und wird zweifellos eine Schlacht lis genügender Verstärkung vermeiden. Er verfügt über nicht mehr als 150,000 Mann, außer der Garnison von Port Arthur mit 30.000 und die von New Chwang mit 15,000 Mann. unbegründet erklärt. Bladivostock Geschwader. Die Admiralität kündigt an, daß Admiral Jessen's Geschwader sich in Bladivostock befindet. Kuropatkin bleibt in L i a o V a n g. S t. P e t e r s b u r g. 9. Mai. Wie angekündigt wird, bleibt Gen. Kuropatkin in Lias Yang. Fr beabsichtigt vorerst nicht sein Hauptquartier nach Mukden zu verlegen. Vice-König Alexieff kündigt dem Kaiser in einer Depesche die Verlegung seines Hauptquartiers nach Harbin an. Der Bericht, er werde zurückberufen, wird halbamtlich für absolut Ansichten des Generalst a b s. S t. P e t e r S b u r g, 9. Mai. Der rasche Gang der Kriegs-Ereignisse, die Thatsache, daß die Russen alle ihre vorgeschobenen Stellungen der Mandchurei Grenze entlang aufgaben, hat einen tiefen Eindruck unter der Bevölkerung gemacht. Die Gleichmütigkeit der Regierung zeigt sich jedoch in freier Veröffentllchung aller Auslanddepeschen. darunter verschiedene sensationellen Charakters. Dem Generalstab machen die Ereignisse der letzten Tage es klar, daß der Krieg lang und bitter sein wird. Um die Mandschurei zu halten, hätte es einer halben Million Soldaten bedurft. In Wirklichkeit scheint K u ? o p a tkin nicht mehr als 200.000 Mann südlich von Harbin zu haben und er ist entschlossen, seinem Plane gemäß den Feind in's Herz der Mandschurei folgen zu lassen, bis er zur Offensive stark genug ist. Die UnHaltbarkeit von New'Chwang wird voll erkannt und die Vorbereitungen zur Schleifung der Forts und Entfernung der Garnison sind vollendet. Ob Liao Pang gehalten werden kann, hängt von den Umständen ab. Ein Rückzug nach Harbin könnte die Gefahr einer chinesischen Erhebung durch die japanischen Erfolge vergrößern und muß in Betracht gezogen werden. Auch mit der Möglichkeit von Operationen gegen Bladivostock ist zu rechnen. Die Berichte von einer japanischen Landung in Takushan und der Belage rung von Port Dalny sind nicht amtlich bestätigt, werden aber auch nicht dementirt. Die Nowoje Wremja" ist erregt, weil die schwedischen Behörden den Ha fen von Slitä, Insel Gothland, durch Minen sperrten. Bicekönig Alexieff weigert sich, fer nerhin Kriegscorrespondenten zuem pfangen.
Schiften
Kreuzer die Rückkehr in abgeschnitten. Linie. Ihre Armee höchstens 200,000 Port Arthur. Dalny's Fall des Wiju-Gefechts. NemChwang's Räumung. Shan Hai Kwan. 9. Mai. Die Räumung von New Chwang geh weiter. Die russischen Behörden versprechen zum Schutze gegen chinesische Banditen eine hinlängliche Wachmannschaft zu rückzulassen. Die Russen requirircn Vieh auf der West-Seite des Liao Flusses, worüber die Chinesen erbittert sind. In Win Kiu wurden 800 Stück Vieh gesehen. In New Chwang wurde ein japan. Spion entdeckt und gefangen, entkam aber mit Hilfe der Chinesen. Der Dynamo, welcher die Minen in New Chwang verbindet, ist noch nich entfernt. In Port Arthur steht's übel. Shan Hai Kwan, 9. Mai. Einem gut unterrichteten Kaufmann zu folge reicht der Kohlenvorrath in Bort Arthur für die Kriegsschiffe höchstens auf Wochen; von denZVorräthen kön nen 8000 Mann höchstens drei Monate leben. 100,000 Mann Verstär. k u n g e n. St. Petersburg, 9. Mai. Die Verstärkungen für General Kuropatkin werden beschleunigt. Die Mo bilmachung des 10. und 17. Armee corps ist mit Einberufung der Reser den in den Gouvernements Moskau und Charkow in's letzte Stadium ge treten. Hierdurch erhält Kuropatkin weitere 100.000 Mann zur Verfügung. In den nächsten Monaten steht die Mo bilmachung von vier weiteren Armeecorps der Wolga entlang bevor. Die Reserven eines jeden Armeecorps betragen etwa 20.000 Mann, ein Armee corps in Friedenszeiten zählt 20.000 Mann, auf Kriegsfuß etwa das Dop pelte. Es besteht aus 3 Jnf.-Divifionen zu je 4 Regimentern, einer Cavallerie Division mit 3 Regimentern, einem Cossacken ' Regiment, einer Brigade Feld-Artillerie und einer Brigade rei tende Artillerie. 120 Geschützen und 3 Abtheilungen Pionieren und Sappen ren. Durch den Abgang dieser Truppen verliert die russisch-europäische Armee 6 von 31 Corps. Dalny genommen. London, 9. Mai. Nach der Morning Post" wurde Dalny am Freitag von den Japanern genommen. nach dem Telegraph" am Samstag. Dalny liegt nordöstlich von Port Arthur. Söul, 9. Mai. Der japanische Consul in Gensan depeschirt, daß eine starke russ. Streitmacht in Begleitung von berittenen Mandschurei-Räubern am 5. den Yalu weit oberhalb Wiju kreuzte, südöstlich vorrückte und Chang Jin, 100 Meilen westlich von Song Jin, besetzte. Amtliche Verlust-Lifte. Tokio, 9. Mai. Nach der amtlichen Verlust - Liste fielen in der Schlacht am 1. von der Garde ein Offizier und 20 Mann, verwundet 7 Offiziere und 122 Mann, 2. Division verlor 1 Offizier und 84 Mann, 13 Offiziere und 305 Mann verwundet. Bei der 12. Division fielen 3 Offiziere und 26 Mann, 5 Offiziere und 263 Mann verwundet. Verlauf der Schlacht bei , C h i u L i e n C h e n g. Wiju, 1. Mai, via Söul, 8. Mai. Als der Früh - Nebel heute am Yalu aufstieg, sah man die japanische Infanterie auf der fandigen Insel Km teito, die vor Wiju liegt, zur Schlach aufgestellt. Die Mauern und Thürme der Stadt auf dem Hügel erhoben sich inUmrissen am Südufer des Flusses und der nächste der 3 Canäle war mit japanischen unn koreanischenIZuschauern des bevorstehenden Angriffs bedeckt. Auf der Insel lag Infanterie in einer 3 Meilen langen Reihe von einem Dorfe gegenüber Chin Lien Ehang westlich bis zu einem Platze gegenüber
Tigers Head östlich. Eine Garde
Division hielt das Centrum, 2 andere Divisionen standen westlich und, östlich Tig?rs Head ist eine in den Fluß vorspringende Halbinsel. Hinter der Infanterie standen 4 Feld-Batterien durch Strauchwerk verborgen. Die Batterien begannen mit einer halbstündigen Kanonade des Mand schurei-Ufers; es kam zunächst aber keine Antwort. Es schien, als habe sich der Feind zurückgezogen. Bald nach 7 avancirten die Japaner. Die Entfernung vom korean. zum Mandschurei - Ufer des Flusses ist etwa 2 Meilen. Die Japaner gingen in Schützenlinie vor. Als sie noch einige hundert Schrit von den Hügeln der Mandsch. Seite entfernt waren, warfen sie sich auf den Boden und begannen zu schießen. Inzwischen bestrichen die japanischen Batterien die Hügel mit Chrapnels. Man konnte jetzt die Russen an exponirten Stellen der Straße in kleinen Abtheilungen den Hügeln entlang eilen sehen. Diese freien Strecken auf der Straße boten den japanischen Kanonieren ein sicheres Ziel und die Geschosse schlugen mit außerordentlicher Präciston ein. Noch erwiderten die Russen auf das Feuer nicht; es geschah dies erst, als die erste japanische Linie dem Fluß-Ufer sehr nahe gekommen war. Fast gleichzeitig ergoß sich über die Japaner ein anhaltendes, heftiges Feuer, aus geschützten Stellungen hoch über ihnen. Sie erwiederten hinter den Sandhügeln liegend eifrig, während ihre eigenen Batterien über ihre Häupter hinwegdonnerten. Die Offi ziere faßen zu Pferde oder schritten den Linien entlang. Sie waren in keiner Weise geschützt. Tragbahren zum Feld-Hospital zurückkehrend kündeten an, daß Verwundungen vorgekommen waren. Das russische rauchlose Pulver war ausgezeichnet,Abschätzung von Zahl und Stellung der Russen wurde hierdurch völlig unmöglich. Bald nach 8 war das russ. Feuer durch den gemeinsamen Artillerie- und Jnfanterie-Angriff zum Schweigen ge bracht und ließen sich feindliche Abthei lungen im eiligen Rückzug über die Gebirgswege erkennen. Als erste japan. Truppen durchwate ten 2 Regimenter, offenbar stark ge lichtet, den Fluß, den steilen, felsigen Hügel gleich einem Ameisenschwarm erkletternd, die roth-gelben Mützen Streifen in der Sonne erglänzend. Eine Sturm-Abtheilung auf der WestSeite bestieg einen Hügel, der die rufst jche RUckzugslinie beherrschte, als plötz lich 2 japan. Geschosse unter die dicht gedrängte Masse einschlugen. Sie waren aber zu kurz gefallen, aber als der Rauch sich verzog, lagen am Explo sions-Platze ein Dutzend Leichen und die Uebrigen eilten den Hügel hinab. um dem unerwarteten Feuer von ihrer Arriere-Garde zu entrinnen. Das Knattern des Gewehr-Feuers erstarb bald auf den Hügeln, als die Japaner den zurückweichenden Feind verfolgten. Eine ermüdete Abtheilung rückte gegen Antung vor, wo die jap. Kanonenboote die russ. Festungswerke beschossen. Um 9 Uhr entfaltete ein einzelner, einen Kameraden voraneilender Soldat eine Fahne auf dem ersten russ. Fort, tausend Fuß über der Ebene. Er schritt hin und zurück, das Banner schwingend und da zum erstenmal brachen die Japaner auf den Mauern von Wiju ihr Schweigen während des Kampfes mit den Rufen Banzai". Die neue Anleihe. St. Petersburg, 9. Mai. Der Finanzausschuß des Staatsraths genehmigte heute den Comite-Bericht über den Abschluß einer 5procentigen Anleihe von $150,000,000, die in Frankreich zur Ausgabe gelangt. Der Kaiser giebt heute seine Zustimmung. Rußland. Ehemaliger FinanzMinisters. St. Petersburg, 9. Mai. Der früere Finanzminister Pleske, ein Schüler Herrn Witte's, ist heute 52 Jahre alt gestorben. Brasilien. Peru giebt nach. Rio Janeiro, 9. Mai. Das gespannte Verhältniß mit Peru läßt nach. Der Gesandte jenes Landes überreichte eine versöhnliche Note auf die brasilianische Forderung. Peru olle seine Truppen aus dem strittigen Gebiet zurückziehen. Die peruan. Re gierung ist zu einer Berathung über das Eigenhumsrecht geneigt.
Bebel's Ansichten.
socialisten-Führer spricht abermals über auswärtige Politik. Berlin, 9. Mai. Im Reichs tage kam heute der socialistische Führer Bebel auf die Carlsruher und Mainzer Reden des Kaisers zu sprechen, die nach dem Besuche Loubet's in Italien wegen der Anspielungen auf Frankreich Ueberraschung verursacht hätten. Die Bedeutung der Worte erhöhe des Kaisers Depesche an den Zaren beim Untergang der Petropavlovsk Rußland's Leid, ist Deutschland's Leid." Bebel stellt entschieden in Abrede, daß die Depesche die Gefühle des deutschen Volkes widerspiegele. Dessen Sympathien seien weit mehr auf der Seite Japan's als auf der Rußland's. Diese Erklärung rief auf der Rechten Widerspruch hervor. Nachdem Bebel hervorgehoben, daß eine Niederlage Rußlands im Interesse WeftEuropas liege, erwähnte er die weitgehenden Abneigungen aller civilisirten Nationen gegen Deutschland. Das Friedrich-Denkmal liege unausgepackt in irgend einer Ecke zu Washington und auch das Goethe-Denkmal in Rom sei noch nicht aufgestellt. Die Hauptursache dieses Hasses sei die wachsende Rüstung Deutschlands zur See und zu Lande und die Nationen seien dieses ewigen Wettkampfes herzlich müde. Auch über die großen Kosten des He-rero-Aufstandes sprach Bebel kurz. Reichskanzler Bülow sagte zunächst, er wolle sich in keine Debatte mit Bebel über auswärtige Politik einlassen, ver theidigte die Depesche des Kaisers als den Ausdruck rein menschlicher Theilnähme und bedauert die Art, wie viele deutsche Blätter, besonders Witzblätter, die kürzlichen Unfälle einer benachbarten und befreundeten Macht behandelt hätten. Zugleich machte der Kanzler auf die Widersprüche BebelS aufmerksam, der strikte Neutralität verlange und im gleichen Augenblick die Hoffnung ausdrücke, Rußland möge unterliegen. Serbien. Jackson bei Peter. Belgrad, 9. Mai. Der amer. Gesandte Jackson überreichte heute dem Könige Peter sein Beglaubigungsschrei' j ben. Nach und von dem Palast gab ihm eine Garde-Abtheilung das Geleite. Kurze Depeschen. 9. Mai. Inland. Detroit. Mich. E. A. Gott, ein bekannter Anwalt, machte seinem Leben durch Selbstmord ein Ende. Alexandria, Ba. 2 Kinder von 8 und 2 Jahren kamen durch die Explosion eines Gasolin-Ofens um's Leben; ihre 12jähr. Schwester wurde schwer verbrannt. Washington. Kanonenboot Albany" ist nach Puget Sund abgefahren, wo sie außer Dienst gestellt wird. Schlachtschiff Kentucky" fuhr von Gibraltar nach Funchul. N e w V o r k. Sekretär Shaw lieferte Nachmittags im Unterschatzamt die 40 Millionen Anweisung für I. P. Morgan Co. anläßlich des Pa-nama-Canal-Kaufs ab. Stand. Berlin. Botschafter und Frau Tower find von Rom zurückgekehrt. Santiago de Chile. Das Cabinet ist wegen der Vereinigung aller liberalen Parteien zurückgetreten. London. H. W. Stanley, der Africa Forscher, liegt im Sterben. Seit Sonntag Nachmittag ist er bewußtlos. Schiffsnachrichten. Angekommen. Moville: Mongelian" von New York. Plymouth: Kronprinz Wilhelm" von New York. New York: Cita di Milano" von Genua und Neapel. Glasgow: Columbia" von New York. Neapel: Canopic" von Boston via Ponta del Gada, Marseilles und Genua. Hamburg: Pretoria" von New York via Plymouth und Cherbourg. Yokohama: Morea" von San Francisco via Hoonolu, ' Nagaski. Shanghai und Hong Kong; Lothiau" von Portland, Ore., für Hong Kong, Tacoma und Seattle. New York: Minnehaha" von London. Moville: Tunesian" von St. John, N. B. und Halifax.
WieaasBreSlaugemeldet wird, spielte sich im Saale des Gasthofes Zum schwarzen Bär" ins Nimptsch. wo die Theatergesellschaft Rudolf Mohr Vorstellungen gibt, ein aufregender Vorfall ab. Während der Aufführung von Ludwig Fulda'S Lustspiel Die Zwillmgsschwester" tödtete sich der Schauspieler Emil Hasda, der den Jägermeister Lelio spielte, nach Beendigung des ersten Aktes auf der Bühne durch einen Schuß in den Kopf. Die Ursache der That soll unglückliche Liebe gewesen, sein. Die Vorstellung mußte sofort abgebrochen werden. Für das neue lenkbare Zeppelin'sche Luftschiff wird in Manzell am Bodensee schon die nöthige Halle gebaut. Das riesige Baugerüst, ist bereits nahezu fertig. Das Ballonhaus wird diesmal im Ggenfatz zu dem ersten, das schwimmend verankert war, näher am Lande und auf einge rammten Pfählen stehen. Innerhalb des Ballonhauses wird sich das schwimmende Floß befinden, auf dem alle die Vallonarbeiten vorgenommen werden sollen. Das Alumimumgerippe des Luftschiffes wird diesmal erheblich stärker genommen, alsdaS erste Mal, auch sollen bedeutend kräftigere Maschinen verwandt werden. Betrügereieningrößerem Umfange sind in Köln entdeckt worden. Dort hatte im Herbst dortgen Jahres ein gewisser Salomon Heumann mit seinem Schwager Nilsen ein Tuch- und Maßgeschäft begründet. Er bezog bedeutende Posten Waaren und Seide, die er sofort in Leihhäu fern unterbrachte. Hierauf stapelte er, um das Publikum zu täuschen, mit Tuch überklebte Kartons auf, dann entflob er, und als er fort war, ging das Waarenlager" in Flammen auf. Die Kölner Kriminalpolizei beschlag nahmte eine Anzahl Pfandscheine und verhaftete den Theilhaber des Entflohenen. Zahlreiche rheinische sowie auswärtige Firmen sind um erheblich Beträge geprellt worden. Weibliche Transpor teure sind die neueste Errungenschaft im Gefangenen - Transportweg sen im Bereiche der königlichen Polizeidirektion zu Wiesbaden. Nach de ren Anordnung werden fortan die weiblichen Gefangenen nicht mehr durch einen männlichen Transporteur, sondern durch eine Frau von tu nem zum anderen Orte gebracht wer den. Dieser zweifellos nicht leichte und wenig beneidens werthe Posten ist der Ehefrau des Schutzmanns Alöert Böttcher , in Wiesbaden übertragen worden. Frau Böttcher liegt nament lich auch der Transport derjenigen weiblichen Personen ob, für die vom Gerichte 'die Fürsorgeerziehung angeordnet ist und die daraufhin zur
Zwangserziehung entweder in Astals ten oder Familien untergebracht werden. Nach dem Vrandunglück in der norwegischen Hafenstadt Aalefund begann sich dort die Schulfrage in einer Weise zu melden, die namentlich auch das Interesse der norwegischen Lehrerwelt erregte. Es hieß, daß der Hälfte des städtischen LehrerPersonals gekündigt werden solle, weil der größte Theil der Schulkinder an derswo untergebracht war; in Normegen besitzen die Gemeinden gegenüber einer bestimmten Anzahl der Lehrer das Kündigungsrecht. In diesem Falle ließ indessen die Stadt Aalesund mit sich reden, wohl unter dem Druck der öffentlichen Meinung; der Schul rath beschloß, die städtischen Lehrer nach den Nachbargemeinden zu senden, wo die Schulkinder vorläufig Unter kunft gefunden hatten; der Unterricht geht dort in Räumen vor sich, die von der Stadt zunächst bis zum Herbst ge miethet worden sind; der Rest der 45 städtischen Lehrer und Lehrerinnen soll auf den Gemeirvdebureaux VerWendung finden. In Aalesund waren vor dem großen Brande 1764 Schüler beider Geschlechter; von diesen sind 1100 auf dem Lande und 664 in ver Vaterstadt geblieben. 'Ein Denkmal für den ersten 1870 gefallenen Franzosen wird auf deutschem Gebiet errichtet werden. Der erste französische Soldat wurde ; bekanntlich von der berühmten Zeppelin'schen Reiterpatrouille auf dem Felde der Ehre dahingestreckt. Die Patrouille bestand aus dem württcmbergischen Rittmeister Grafen eppe lin. drei tadischen Dragonerofftcieren sowie fünf Dragonern. Graf Zeppelin drang am 25 Juli 1870 durch feindliches Gebiet bis zum Söhirlenhof vor. Dort wurde Rast gemacht und ein Mittagbrot bestellt. Eine halbe Stunde vom Schirknhof entfernt hielt sich das 12. Regiment Chasseurs k ChebaV auf. Nichts Böses ahnend, war die deutsche Patrouille im Begriff, sich zu Tische zu setzen, als sie von einer Abtheilung des französischen Regiments überfallen wurde. Der französische Mar6chal-de.Logis" Paanier fand als erstes Opfer des Krieges durch eme deutsche Kugel den Tod, woraus der badische Leutnant Winslo von dem französischen Leutnant d Chabot ebenfalls tödtlich verwundet wurde. Von französischer Seite ist nun die Genehmigung nachgesucht worden, dem gefallenen Mar6chal'de-Loqi3" auf deutschem Boden ein Denkmal zu setzen. Dieses soll demnächst im Schi? lenhofe enthüllt werden. Für Leutnant v. Winsloe, den ersten Todten auf deutscher Seite, ist bereits ein Drkstein errichtet worden.
