Indiana Tribüne, Volume 27, Number 221, Indianapolis, Marion County, 9 May 1904 — Page 6
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Europäische 5?achrichten. 'F'uovinz Wranöenöurg. Berlin. Der Putzer Paul und der Fuhrherr Richard Standfest geriethen auf dem Grundstück des letzteren, Fröbelstraße 6, in eine Schlägerei, bei der der Putzer Verletzungen am Kopf erlitt und er den Fuhrherrn durch drei Schrotschüsse aus einem Revolver im Gesicht schwer verletzte. Flüchtig ist nach Unterschlagung von 10,000 Mark der 34 Jahre alte Buchhalter Felix Stahlberg, der einem Verlagshaus als Expedient angehörte. Der ehemalige Buchhalter Max Grahl, der bis zum Juli vorigen Jahres in eder Bahnradfabrik von Schwartzkopff beschäftigt gewesen war, hat sich selbst der Polizei gestellt. Er hatte durch Fälschungen von Lohnlisten und Unterschlagungen bei Führung der kleinen Kasse seine Firma um etwa 3000 Mark beschädigt. Erst zu Anfang dieses Jahres wurden die Fehlbeträge entdeckt. Die Qberin des Augustahauses für Privatkrankenpflege in der Vülowstraße 7, Schwester Wanda L'oillot de MarS machte ihrem Leben dadurch ein Ende, daß sie Arsenik in Form von Schweinfurter Grün zu sich nahm und dann einen Schuß aus dem Revolver gegen sich abgab. Sie starb auf dem Wege nach dem Krankenhause. Es schwebte gegen die Dame ein strafrechtliches Verfahren wegen Freiheitsberaubung, weil sie eine stark nervöse Frau in eine Nervenanstalt gebracht hat. Den Wirkungen des Giftes erlegen ist der 52 Jahre alte Arbeiter Gottlieb Jbsch aus der Elsasserstraße 14a, der wegen eines Magenleidens vor den Augen seiner Tochter Sublimatpillen nahm; er starb im jüdischen Krankenhause. Eifersucht hat die 22 Jahre alte Tischlerfrau Jbliane Theurich aus der Rüdersdorferstraße 51 in den Tod getrieben. Die Frau lebte mit ihrem gleichaltrigen Mann seit acht Jahren in kinderloser Ehe und war von. jeher sehr eifersüchtig. , Kürzlich nahm das Ehepaar an einer Familienfeier theil und kam spät nach Hause. Frau Theurich machte ihrem Mann sofort einen heftigen Auftritt, weil er bei der Feier mit
einem jungen Mädchen mehr gesprochen habe, als nothwendig gewesen Ware. Nachdem ihr Mann nach seiner Arbeitsstelle gegangen war, trank sie Salzsäure. Ihre Mutter kam zu Besuch und fand sie schwer leidend in der Küche auf einem Stuhl sitzend. Trotz ärztlicher Hülfe starb die Frau an den Wirkungen des'Giftes. Potsdam. Auf dem Sockel der Siegessäule im Park von Vabelsberg hat sich der 61jährige pensionirte Gendarm August Baake aus Nowawes erschössen. Er hat bei der 10. Gendarmeriebrigade in Hannover gedient und mehrere Feldzüge mitgemacht. Schon längere Zeit , zeigte er Spuren von Nervosität. ' Deutsch - Wilmersdorf. Auf eine 25jährige Thätigkeit im Dienste der hiesigen Gemeinde blickte Rentier Schramm zurück. War er auch seit etwa zwei Jahren nicht mehr Gemeindevertreter, so bekleidet er doch noch zahlreiche Ehrenämter. K ö p e n i k. In einer Stadtverordnetensitzung wurde Stadtrath Dr. Langerhans, ein Sohn des verstorbenen Reichsgerichtsraths Langerhans und Neffe des Berliner Stadtverordnetenvorstehers, zum Bürgermeister unserer Stadt gewählt. L ü b b e n. Der Bruder des Geh. Justizraths Hermann Schultz hier. Vice - Generalsuperintendent a. D. Ernst Schultz, ist hochbetagt gestorben. Neuruppin. Vom Pferde erschlagen wurde der Sohn des Kaufmanns Kuß aus Berlin, der beim hiesigen Schlächtermeister Nietsch . das Schlächterhandwerk erlernen sollte. Schöneber g Die alte Dorfkirche, die im Jahre 1764 von-Friedrich dem Großen erbaut worden ist, soll nicht, wie ursprünglich, beabsichtigt worden war, abgerissen werden, sondern als eine Erinnerung an das alte Dorf bestehen bleiben. Dagegen wird das daneben gelegene alte PredigerWohnhaus abgebrochen und das Grundstück mit zur Errichtung eines neuen Gotteshauses verwandt werden. "gvovxtiz Hstpreußen. Königsberg. Große Aufre gung herrscht in der hiesigen Stadt über die Zahlungseinstellung der Dampfwollwäscherei von M. Jakobi. Die Schuldenlast beträgt über 1 Milliön Mark. Dem Stadtrath a: D. Professor Dr. Simon ist das Ritterkreuz 1. Klasse des Württembergischen Friedensordens verliehen worden. A ! l e n st e i n. Aus verschmähter Liebe ist der Besitzer Michael Pilath aus Willamowen zum Brandstifter geworden. Obgleich r 61 Jahre alt, wollte er wieder heirathen, und zwar eine Wittwe in Friedrichshof. Diese übersiedelte auch nach Willamowen in die Wohnungdes Pilath und ' führte ihm fünf Wochen die Wirthschaft, derließ ihn dann aber, miethete sich bei dem Käthner Adam Littek ein und wies alle Annäherungsversuche des ; Puath zurück. In der Annahme, daß Littek ihr von der Heirath mit ihm abrede, beschloß Pilath, sich an Littek zu rächen. Zu diesem Zweck zündete er bei Littek das Strohdach des Hauses an; das Feuer wurde aber bald gelöscht. Pilath wurde vom hiesigen Schwurgericht zu drei Jahren Zuchthaus verurtheilt. Barten. In dem Stallgebäude des Besitzers Skirde entstand Feuer.
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Zwei von Japan's besten Kriegsschiffen. Oben der Torpedoboot-Jäger Kasumi", der schon an dem ersten Port Arthur-Angriff theilnahm und auch bei dem letzten am 3. Mai, der zur Sperrung des Hafens führte. Unteres Bild zeigt das,Schlachtschiff Asahi", 15,200. Tonnen, 425 Fuß' lang und von außerordentlich starker Armiruna. Das Schiff, welches gleichfalls zu Admiral Togos Flotte gehört, besitzt auch fünf Torpedo-Röhren.
Da das Gebäude aus Lehm- und Boh lenwänden bestand und mit Stroh ge- ( deckt war, Lriff das Feuer mit solcher Schnelligkeit um sich, daß das Gebäude bald darauf in Trümmern lag. Auch das Wohnhaus, das gleichfalls aus Brettern und Lehm erbaut war, wurde vom Feuer erfaßt und ganzlich eingeäschert. Groß - Neuhoff (Rastenbürg). Vor kurzem starb hier die Arbeiterfrau Luise Kolepke im Alter von 814 Jahren. Nachdem der Ehemann die Frau beerdigt hatte, sagte er zu seiner Umgebung, daß er nun auch sterben werde. , Thatsächlich ist der Mann denn auch in der folgendenNacht gestorben. Johannisburg. Auf dem Heimwege von hier nach Wonglick ist der Käthner Tuschewski vom Abendzug, der von Rudzanny kam, übersahren und getödtet worden. Tuschewski benutzte den Fußsteig, der neben dem Geleise geht. Er soll eingeschlafen und vom Zuge ein ganzes Ende geschleppt worden sein. L a b i a u. Auf der Strecke Szargillen - Jorksdorf wurde der Hilfsweichensteller Ottenberg aus Jorksdorf von einem Eisenbahnzuge überfahren und getädtet. R a d i s ch e n. Einen traurigen Abschluß hatte hier ein Familienfest. Die Schuhmacherfrau Gill, welche den Besuch mehrerer ihrer Kinder empfan gen hatte, stürzte, als sie, um den Besuch zu bewirthen, Eßwaaren vom Hausboden holen wollte, so unglücklich von der Leiter, daß sie nach wenigen Augenblicken an den Verletzungen starb. . Provinz Westpreußen. D a n z i g. Kaufmann Schulz aus Oliva versuchte auf dem HauptbahnHofe den bereits in der Abfahrt begriffenen Vorortzug nach Zoppot zu besteigen, stürzte dabei auf das Geleise und erlitte so schwere innere Verletzungen, daß er in das Lazareth an der Sandgrube gebracht werden mußte. D i r s ch a u. Ihre 25. Campagne beendete in diesem Winter die Zuckerfabrik Dirschau". Seit der Gründung der Fabrik sind noch jetzt mehrere Beamte, Handwerker und Arbeiter in ihr thätig. Von den Direktionsmitgliedern blickt Direktor Raabe auf eine 25jährige Wirksamkeit zurück. G r a u d e n z. Als ein Beisitzer aus Dorf Roggenhausen vom hiesigen Markte nach Hause fuhr, wurden die Pferde scheu; der Wagen stieß an einen Lastwagen und fiel um. Dabei stürzte der 21jahrige Knecht Jeglin so unglücklich aus dem Wagen, daß, der Tod auf der Stelle eintrat. Der Besitzer hat schwere Verletzungen am Oberarm erlitten. ' Auf demselben Wege und fast auf derselben Stelle fiel der Gutsbesitzer Herr Lenz aus Dom browken, als die Pferde vor , einem vorbeijagenden Wagen scheuten, aus dem Wagen auf einen Steinhaufen und , zertrümmerte sich die Schädeldecke, so daß er sofort todt war.. Lenz hinterläßt mehrere unversorgte Kinder. - Lisse wo. x Scheune nebst Stallungen des Eigenthümers Bartholomäus Wilanowski brannten vollständig nieder. .Die freiwillige Feuerwehr beschränkte das Feuer auf seinen Herd. M a r i e n b u r q. Die ? Wirtb-
schaftsgebäude des Hofbesitzers Hömuth in Törichthof brannten vollständig nieder. Sämmtliche Futtervorräthe und Maschinen wurden von den Flammen vernichtet. Das Vieh wurde gerettet außer sechs Schweinen, die verbrannten. Der Vorstand der Schützengilde hat die Feier der 550jährigen Bestehens der Gilde nunmehr endgiltig auf die Zeit vom 11. bis 14. Juni festgesetzt. P r o ck a u (Karthaus). Besitzer Michael Dembs wollte auf der Heimfahrt vom Holztermin einen Besitzer besuchen. ' In der Dunkelheit hatte er das Unglück, auf dessen Hofe in den Brunnen zu stürzen; später fand man im Brunnen seine Leiche. S ch ö n e ck. Der 37jährige Besitzer Julius Hellwig in Jungfernburg war mit zwei Leuten mit dem Fällen von Kiefern beschäftigt. Ein Baum traf ihn so unglücklich, daß ihm Brust, Arme und Beine zerschlagen wurden; der Tod trat auf der Stelle ein. . T h o r n. Ein Mann, welcher auf der Strecke Thorn - Ottloschin schwer verletzt aufgefunden wurde und kurz nach seiner Aufnahme im hiesigen Krankenhause starb, ist als der Kaufmannsgehilfe Grahl, zuletzt in Gnesen, recygnoscirt worden. Der junge Mann war in der letzten Zeit stellenlos und hat wohl aus diesem Grunde den Tod gesucht, indem er sich vom Eisenbahnzuge überfahren ließ. 'Frovinz 'Z'ommern. Fiddichow. Die Leiche des seit dem 4. Januar vermißten Glasermeisters Fritz Frey von hier wurde in d Oder bei Kurow treibend aufgefunden und gelandet. Frey hatte am gedachten Tage seine in.Gatow wohnende Schwester besucht und Abends von dort den Heimweg angetreten. Seither blieb er trotz aller Nachforschunzen verschwunden. Die Vermuthung, daß der Verminte beim Ueberschreiten der Welse im Eise eingebrochen und ertrunken ist, hat nunmehr Bestätigung gefunden. G a r tz a. O. Ein Unglücksfall ereignete sich im Schrey. Der Ackerbürger Schulz von hier wollte mit Hilfe einer Ketteinen Baumstamm aus dem Walde auf den Weg schleifen; hierbei zersprang die . Kette und schnellte so heftig an Schulz' Kopf, daß er einen doppelten Schädelbruch davontrug. L e b a. Bei dem Eigenthümer Hermann Gußke Hierselbst entstand ein Brand. Das Feuer, welches aus dem Boden, des Wohnhauses ausgekommen war, verbreitete sich mit großer Schnelligkeit, sodaß daS WohnHaus binnen kurzer Zeit einem Schuttund Trümmerhaufen glich. P l a t h e. Ein tödtlicher Unfall ereignete sich beim Abbruch der alten Kirche. Ein Bogen stürzte zusammen und traf den 22 Jahre alten Arbeiter Wilihelm Harder, der auf der Stelle getödtet wurde. . Stargar d. Im Saarower Tanger wurde von einem vorbeifahrenden Holzfahrer ein junger Mann Namens Fröhlich aus Stettin aufgefunden. Derselbe hatte sich die Pulsader der linken Hand durchschnitten, zweifellos um seinem Leben ein Ende zu machen. Legitimationspapiere und 27 Mark baares Geld wurden' bei ihm vorgefunden Das Motiv der That ist unbekannt. " Der Ortsdorstand von Saarow veranstaltete die Ueberführung des Lebensmüden nach Stettin.
Vom Jnlcmde. Eine unliebsame Unterbrechung erfuhr eine Hochzeitsfeier in Orange, N. I. Im Hause der Mutter an Park Ave. war Frl. Ethel Lasell mit Herrn Guy Decker, getraut worden, und eine große Hochzeitsgesellschaft bewegte sich in den festlich geschmückten Räumen. Während des Empfanges löste sich plötzlich ein 10 Quadratfuß großes Stück der Zimmerdecke und fiel mit Gepolter auf die Gäste, die von einem heillosen Schrecken ergriffen wurden. Eine der Damen wurde an der Stirn leicht verletzt. Nachdem sich die allgemeine Aufregung gelegt hatte, wurden die heruntergefallenen Gipsstücke fortgefegt und die Hochzeit nahm ihren Fortgang. Einen seltsamen Tod fand Curtis Becker, das vierjährige Söhnchen von Councilman Becker in Vineland, N. I. Der kleine Bursche kletterte auf einen Baum. Als er wieder herunterklettern wollte, glitt er von einem Aste ab. Seine Blouse blieb aber an einem abgebrochenen Zweige hängen. So hing er nun zwischen dem Aste und der Erde und durch das Gewicht seines Körpers wurde der-Kra-gen der Blouse so eng um den Hals des Knaben zusammengezogen, daß er schließlich erstickte. Frau Becker suchte, als sie die Abwesenheit des Kleinen bemerkte, die ganze Nachbarschaft ab, ehe sie die kleine Leiche nur wenige Fuß über dem Erdboden an einem. Aste hängend fand. Eine schwarzhäutige Culturträgerin ist Anna Davis. . Nachdem sie in Booker Washington's Lehranstalt zu Tuskogee in Alabamaj ausgebildet und auch in der Landwirthschaft unterrichtet war, begab sie sich in ein gänzlich verwahrlostes Alabama'er Negernest, ihren Heimathsort, warb Kinder für die leerstehende Schule, ging auch zu den Erwachsenen lebrend bessernd und unterrichtete dieselben im Lesen, Schreiben und Ackerbau. Heute befindet sich das Dorf in blühendem Zustande, die Schulden sind bezahlt, die Farmwirthschaft bezahlt sich und die Bewohner machen einen durchaus befriedigenden Eindruck. Alles das wird auch von denWeißen der Umgegend rühmend anerkannt. Allen- Anzeichen nach wird, wie aus Minnesota berichtet wird, die Entenjagd in diesem Herbst besser als je zuvor werden. Statt wie bisher in ihren Flügen von dem Süden nach den Brutstätten im Norden am Atlantischen Ozean entlang bis zum St. Lawrence - Fluß zu fliegen, sind die Enten in diesem Frühjahr direkt das Mississippi - Thal heraufgekommen und werden sie wahrscheinlich diese Route auch im Herbst wieder einschlagen. Bewiesen wird diese Acnderung in ihrem Wege durch die Anwesenheit von vielen Canvasbacks", die sonst fast nur im Osten geschossen wurden, und die ausgezeichnete Entenjagd, die viele der Staaten des Mittelwestens, in denen die Entenjagd leider auch im Frühzahr gestattet ist, gehabt haben. Eine merkwürdige Frachtladung lud der unlängst in New Jork angelangte Dam pfer Schwarzfels" ab. Das Schiff kam aus Calcutta und die Fracht bestand aus einer veritablen Menagerie, deren merkwürdigster Bestandtheil zehn allerliebste junge Elephanten waren. Außer diesen jungen Dickhäutern befanden sich auf dem Schiffe 4 Tiger, 3 Leoparden, 400 Affen, 200 Schlangen, 4 Paar SamburHirsche, 2 Paar Punjaubschafe, 2 Orangutangs, verschiedene Herons, Erdtauben, chinesische Pfaue u. s. w., kurz eine zahlreiche und interessante Collektion, die ein New Jorker Händler hatte kommen lassen. Eine besondere Sehenswürdigkeit war ein riesiger
Affe mit langem, schwarzem Haar und einem rothen Bart. Die ganze Thier gesellschaft wurde nach einer Thierfarm in Woodside verschifft. Ein tapferer und bescheidener Retter von Menschenleben ist Peter F. Connolly, der Wärter der Central-Brücke über den HarlemFluß in New Jork. Er sprang an einem der letzten Nachmittage, ohne auch nur ein Kleidungsstück abzulegen, einem auf der Flucht vor einem bösen Hunde in den geschwollenen Strom gefallenen sechsjährigen Mädchen nach und hatte die Kleine auch , bald erreicht. Ihren Kopf über Wasser haltend, schwamm er nach dem Atlanta Boot Clubhaus, wo man ihm,an's Land half. Eine Menschenmenge hatte sich mittlerweile um das Clubhaus gesammelt, auch d Polizist Francis von der Central - Brücke war herbeigeeilt. Zusammen mit Connolly stellte er an der Kleinen Wiederbelebungsversuche an, und als kurz darauf der Ambulanzarzt Dr. Wrenn eintraf, hatte Segred Carlfon, so heißt die Gerettete, bereits das Bewußtsein wieder erlangt. Connolly ist 31 Jahre alt und hat Frau und drei 'Kinder. Er besitzt bereits von dem Volunteer Life Saving Corps vier Medaillen und eine Medaille vom Congreß für die Rettung von Menschenleben. Gefragt, wie er dazu gekommen, daö kühne Wagestück auszuführen, sagte er: Ich habe an meine eigenen Kleinen gedacht und mich dann weiter nicht besonnen" Alle Lobeserhebungen ob 1 einer wackeren That wies er bescheiden von sich und sagte: O, das ist des Aufsehens gar nicht werth; irgend Jemand kann das thun." '
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Im vorigen Sommer wurde vonFische?n von Bietzke-Strand ein in der Ostfee als herrenloses Gut treibendes Faß geborgen, das 500 Liter russischen Spiritus enthielt. Von dem Funde wurde der Zollbehörde Mittheilung gemacht. Diese setzte den von dem ausländischen Spiritus zu zahlenden Zoll in Höhe von 800 Mark (1,60 M. pro Liter) fest. So viel war aber der ganze Spiritus nicht werth,, und es fand sich selbstverständlich cZlch kein Käufer, der den Zoll hätte zahlen wollen. Nunmehr verhandelten die Fischer mit der Zollbehörde und erklärten sich schließlich zur Zahlung von 500 Mark bereit, unter welcher Bedin-'-gung sie einen Käufer gefunden hatten. Ueber ein halbes Jahr zogen sich die Verhandlungen hin. Aber die Zollbebörde stellte sich auf den Standpunkt alles oder nichts." Dieser Tage , wurde die Vernichtung des Steuerob- ' jekts verfügt. In Gegenwart von Steuerbeamten ließ man den Spiritus in den Sand laufen. U e b e r e i n kaum glaubliches Beispiel von Volksbarbarei, das sich in Ljebisko, im Gouvernement Poltawa, zugetragen hat, wird aus Moskau berichtet. Das Dorf Ljebisko war seit längerer Zeit als Wohnort eines schönen Mädchens, Namens , Aksinja Petrokow bekannt. ?inerWahrsagerin von großer lokaler Berühmtheit. Seit dem Ausbruch des Krieges hatte sie mehrere langandauernde Trancezustände, die damit endeten, daß sie erklärte, sie wäre in Port Arthur gewesen und sei entsetzt über, die schlechte Behandlung und Entbehrungen der Soldaten. Endlich erklärte sie auch, daß alle Reservesoldaten aus dem Distrikt infolgedessen entweder todt seien oder im Sterben lägen. Diese Aussage verursachte so große Erregung unter den Bauern, daß Nachfragen angestellt werden mußten, die natürlich ergaben, daß nichts davon auf . Thatsache beruhte. Das versetzte die Dorfbewohner in solche Wuth gegen die unglückliche Kassandra, die sie durch ihre Unheilverkllndung umsonst geängstigt hatte, daß sie das Haus der Hexe" niederbrannten und das Mädchen auf die Straße zerrten. Dann rissen sie ihr die Kleider ab, banden sie . an den Schweif eines Pferdes und ' jagten sie um das Dorf,, bis sie dem Tode nahe war. Ueber ein neues Schau spieler - Genie in Italien berichtet der norwegische Dichter Björnson von Rom aus: Alle Theaterfreunde in Italien sind darin einig, daß ein junger Mann in Catania auf Sizilien Namens Grasso, der kürzlich eine Theater - Gesellschaft begründet hat und Vorstellungen in sizilianischer Sprache gibt, einer der bedeutendsten Schauspieler der Welt sei. Ein junger italienischer Dichter hatte ihn bewogen, nach Rom zu kommen und einige Vorstellungen im Teatro Argentino zu geben. Am ersten Abend wohnten kaum 20. Personen der Vorstellung bei, am zweiten Abend war das Theater überfüllt und am dritten Abend sah man dort alles, was in Rom einen bekannten Namen hat. Grasso ist 26 Jahre alt und will Cata nia, wo seine Mutter wohnt, nicht derlassen, solange sie am Leben bleibt. Sein Spiel ist so unmittelbar genial, daß die Zuschauer nach einer Scene, in der ein Mann die Treulosigkeit seiner Gattin entdeckt, vor Erregung zitterten und laut schrieen. Alle versichern, etwas Aehnliches nie gesehen zu haben. Grasso wird diesen Sommer nach Rom kommen, um in dem neuen Stück ' d'Annunzios Josias Tochter" zu spielen und die Hauptrolle in einem aus dem Sizilianischen übersetzten Drama zu geben. Von einem Tourist enUnglück auf dem Grieskogel in Tirol werden folgende Einzelheiten berichtet: . Eine aus 6 Personen bestehende Gesellschaft, brach auf Schneeschuhen von der Peter - Anich - Hütte auf und begann über den westlichen Grat gegen denGrieskogel anzusteigen; es heißt, daß die Touristen dabei eine vom Grate gegen die jähen Hänge der Westseite zu abstehende Wächte betraten. Durch Lostreten dieser entstand eine Lawine, und da die auf dem Hange lastende Schneelage die enorme Mächtigkeit von , 8 Meter gehabt haben soll, so nahm die Lawine rasch gewaltige Dimensionen an. Alle sechs Touristen wurden in den Sturz verwickelt, doch gelang es dreien von ihnen, auf sicheren Boden überzuspringen und sich zu retten. Die drei Uebrigen fuhren mit den sich überstürzenden Schneemassen über die , steile, geröllbesäte westl'che Böschung gegen das Rietzer Thal in die Tiefe. Tiefe drei zwei Herren und eine Dame scheinen in dem Schneestrudel unrettbar verloren zu sein. Als aber nach einer Fahrt von fast einem Kilometer die Lawine zum Stehen kam und die oben befindlichen Alpinisten herabstiegen, um ihre bedrohten Gefährten zu suchen, gelang es ihnen . bald, zwei von ihnen, die Dame und den einen Herrn, aus dem Schnee zu ziehen. Jene hatte sich bei dem Sturze '. den linken Fuß verstaucht und mußte bergab getragen werden. Nun fehlte noch einer aus der Gesellschaft, der Maschinensetzer Friedrich Müller aus. Kulmbach in Bayern. Dieser, ein geschickte? und erfahrenerAlpinist, konnte trotz aller Bemühungen seiner besorgten Freunde nicht aufgefunden werden.'. Jedenfalls ist er unter hohen Schneemassen begraben word-n.
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