Indiana Tribüne, Volume 27, Number 218, Indianapolis, Marion County, 5 May 1904 — Page 5
Jndiana Tribüne, . Mai 1904.
5
Zlm Siebe und Leben. 2Ein Erlebniß in dkM gegenwärtigen Auf j standsgebiet der Herero. Non Alw in von Erb ach.
Walther Dehnhardt hatte sich in seine Decke gehüllt und zum Schlummer hingestreckt. Er war heute den ganzen Tag nicht aus dem Sattel gekommen. Nach solchen Strapazen ist die Rückenlage die angenehmste, wohlthuendste. Er lenkte seinen Blick hinauf zu den Sternen, in welchen schon so mancher Erdenbewohner sein Schicksal zu lesen versuchte. , War das seine darin verzeichnet, dann entsprach es durchaus den Wünschen und Hoffnungen, die er demselben in sein ferneres Leben voranschickte. Arm an Geld und Aussicht, aber reich an Kraft und Jugend, hatte er sein Augenmerk auf jene Gegenden gerichtet, welche jenseits des durch die Eisenbahn von Swakopmund nach Windhuk gelernt zeichneten Kulturstreifens lagen, wo die eiserne Faust und der eiserne Wille des Einzelnen noch herrschend waren, um den jungfräulichen Boden unter den Pflug zu zwingen und die Oede der Wildniß von Haus und Herd zu bannend Haus und Herd!" Wenn er sein eigenes 'Dach hatte, wenn er auf seinem eigenen Grund und Boden wirthschaftete, dann sollte er wiederkommen. Mit diesen Worten hatte der .Farmer Lohmann, bei dem er bisher als Knecht eingestanden, sein Gesuch um die Hand der Tochter abgewiesen. Einem anderen wären sie zum Vernichtungsspruch geworden. Walther Dehnhardt war nicht der Mann, um sich dadurch schrecken oder einschüchtern zu lassen. Ein robuster Körper und eine , arbeitsharte Hand werthen höher in einem Lande, das erst der Kultur gewonnen werden soll, als Laheim, wo jede Quadratruthe ausgemessen und nur um Geld verkäuflich ist. Marie liebte ihn, und wo er seinen Pfahl zum Hüttenbau emsetzte, war ihr gleich. Da draußen ersaß man noch den Boden, und die Regierung bot dem neuen Ansiedler hilfreiche Hand. Wie sollten da die hellblinkenden Sterne trügen, zu denen er jetzt aufsah? Einen Besitz hatte er schon, und , den hat jeder dort, sein Pferd. Das hatte ihn nach Norden getragen. Von Otjasasu kommend, hatte er mehrere Tagereisen zurückge- ' legt. ' Er hatte gefunden, was er suchte, und mit dem nächsten Morgen wollte er den Rückweg antreten. 'Auf einmal hielt er in seinem Gedankengang inne. Er beugte sein Ohr zur Erde nieder und lauschte. Das waren keine Kudu - Antilopen, keine E.lenheerde, deren Hufe den Boden erschütterten. Es waren Menschenritte, viele ein Marschtempo! Und sie kamen vom Norden her. Walther schüttelte verwundert den Kopf. Eine Colonne der Schutztruppe konnte das nicht sein. Oberst Leutwein weilte mit dem Gros noch im Süden, in dem Aufstandsgebiet der Bondelzwarts. Und wo konnten diese herkommen, wenn nicht von Grootfontein. Das lag noch eine Tagereise nördlich von seinem Ruhepunkt. Herero? Die wanderten nicht Nachts. Er konnte es nicht fassen. Walther war noch einmal völlig munter geworden. Die Leute kamen in der Richtung, wo er lag. Er hegte' keinen Wunsch nach einem Zusammentreffen hier in der Wildniß und mitten in der Nacht. Unweit von ihm drängten sich mehrere Dornbüsche zusammen. Die boten ihm Deckung. Und doch waren es welche von der Schutztruppe! Er sah Waffen blinken. Walther stand schon im Begriff, sich zu erheben, um hervorzutreten, als er eine Wahrnehmung machte, die ihn veranlaßte, sich wiedern niederzuducken. Das waren keine farbigen Sodaten.' Das waren Herero! Wie kamen die zu den Waffen? Die konnten sie doch nur irgendwo geraubt haben. Und warum, zu welchem Zwecks Sie lebten doch im Frieden mit ihnen. Seine Zweifel sollten bald gelöst werden. . Die Herero unterhielten sich laut, und er lebte lange genug im Lande, um etwas von ihrer Sprache zu verstehen. Er wollte seinen Ohren nicht trauend " Das Land war in Aufruhr! In den wenigen Tagen seit seinem Austritt von Otjasasu, wohl schon am nächsten Tage, hatte sich dort unten eine' schreckliche Wandlung vollzogen. Ein von langer Hand und mit tiefster Heimlichkeit vorbereiteter Aufstand war ausgebrochen. Farmen waren zerstört, Menschenleben vernichtet. Und Marie? Der Gedanke, daß die Geliebte bedroht, vielleicht geraubt oder gar erschlagen sei, raubte ihm fast die Besinnung. Da ein Wiehern hüben und drüben! Sein Pferd kam angerannt. Ein Geschrei erhob sich. Ein Pferd! Ein Pferd! Hier ist ein Weißer in der Nähe!" Der ganze Trupp stockte. Walther erkannte sofort die ganze Größe der Gefahr, in der er schwebte. Wenn jene ihn entdeckten, war er verloren und Marie vielleicht auch. Wenn sie sein Pferd stahlen, konnte er der Geliebten keine Hilfe bringen. Sattel und Zaum hatte er jenem abgenommen. Sie lagen hier bei ihm. Er hatte es in ei ner Thalsenkung grasen lassen, denn er
wußte, daß er es am nächsten Morgen dort wiederfinden würde. Sie suchten das Thier an sich zu locken, es zu fangen. Es lief eine Strecke zurück, blieb stehen und wieherte wieder. Sogleich stürzten alle dortbin, in der Meinung, den Reiter im Thale zu, finden. Walther sprang auf. Gewehr und Revolver waren schußfertig. Was sollte er thun? Das Land ringsum war öde. Kein solches Versteck bot sich mehr seinen Blicken. Das eben machte dieses gefährlich. Hufgetrappel und Geschrei tönten vom Grunde herauf. Eben wollte er sich in Bewegung setzen, um wegzulaufen, als sein braverBrauner allen voran herangestürmt : kam. Er hielt in seiner Nähe. Sein lautes herausforderndes Wiehern klang schrill durch die stille Nacht und verrieth den. anderen seinen Standpunkt. Jetzt oder nie! Walther wußte, es ging auf Tod und Leben. Bessie, come on !" ; Das Thier trabte mit leisem, freu digeii Wiehern auf ihn zu. Der Zaum war übergestreift. Eben befestigte er mit zitternden Händen den Sattelgurt. Der kam der erste Reiter herangestürmt. Walther riß die Büchse an seine Backe. Ein Schuß krachte. Das Siegesgeheul der Aufständischen erstickte in seinem Blute. Da war die ganze Horde! Mehrere Schüsse krachten drüben. Gottlob, keiner traf, aber die Kugeln pfiffen Walther um die Ohren. Jetzt saß er oben. , Hurrath! Hurrah!" Und fort stürmte er in rasendem Galopp. Erst dem Haufen entrinnen. Mit den be-' rittenen Verfolgern wollte er schon fertig werden. Ein gedienter deutscher Kavallerist reitet und schießt anders als solches undisziplinirtesMordgesinbei; Noch einer und noch einer sank getroffen vom Pferde, fo oft Walther die Zügel anriß und nach rückwärts feuerte. Nun war er allein. Und Marie? Tage noch trennten ihn von ihr, und der Weg 'ging durch das Aufruhrgebiet. Er, mußte sein Pferd schonen, um es sich zu erhalten. . Sonst erreichte er sie nie. Genau so wie Walther Denhardt waren alle Eolonisten von dem Aufstand völlig überrascht worden. Nur wenige konnten sich noch von den entlegenen Farmen nach den Eisenbahnstationen retten, und auch diese boten keinen ganz sicheren Zufluchtsort. Auf der Farm Lohmanns zwischen Waldau und Otjasasu hatte das blutige Ereigniß die schrecklichste Wirkung geübt. Der Farmer lag schwerkrank darnieder. Das , Gesinde war zu Pferd und zu Wagen heimlich geflohen. Zum Ausharren -besaßen sie nicht den Muth, und so überließen sie den alten Mann seinem Schicksal. Es waren Hottentotten, deren Untreue und Feigheit im Blute liegen. Marie war allein bei ihrem Vater zurückgeblieben. Nun galt es, das Haus in Vertheidigungszustand zu setzen und auszuharren, so lange als es irgend ging. Zum Glück hatten die Farmer, durch die früheren Aufstände unter dem gefürchteten Witboie gewarnt, ihre Häufer festgebaut und vereinzelt mit Mauern umwehrt. So war es auch auf der Salzbuschfarm. Ein kleines Häuflein Getreuer hätte sie uneinnehmbar gemacht. Ein Weib allein, und selbst ein so' heroisches Mädchen wie Marie, konnte den Fall nur aufhalten, aber nicht abwenden. Und , dann war den Eingeschlossenen der Tod gewiß. . .. Alles das erwog auch Walther bei sich. Er ahnte den ganzen Verlauf, die feige Flucht des farbigen Gesindels, wenn solche noch möglich war, und den Verzweiflungskampf' der Belagerten. Er durfte kaum hoffen, daß sie noch rechtzeitig gewarnt und nach der Station entkommen waren. Er ritt bei Tage und bei Nacht mit 'nur einstündigen Unterbrechungen. Das strauchund baumlose Land schützte den Fliehenden vor einem Hinterhalt. Jetzt waren auch alle waffentragenden Männer nach den Niederlassungen geströmt. ,Noch einmal die Nacht, die letzte! Da leuchtet vom Horizont ein Feuerschein auf. Es ist die Farm. Sie geht in Flammen auf. Schüsse krachen. Sein Heimathsgruß. Zu spät! Zu spät! Und doch stürmt er vorwärts. Blut liegt ihm vor den Augen. Kampf, Kampf! Vernichtung allen und dann Selbstvernichtung! Und wie eine Gottesgeißel, wie einer von den apokalyptischen Reitern fährt er unter sie, in den dichtesten Haufen, mitten hinein. Hurrah! Hurrah!" Er reitet' sie nieder.Sein Revolver speit Feuer auf sie. Sein Gewehrkolben zerschmettert ihnen die Köpfe. Menschen fallen um ihn wie vom Blitz getroffen. Harret aus!" ruft er in der Hererospräche nach dem Hause hin. Wir kommen hundert Mann!" Da ist's geschehen. Ein Stampfen, Heulen ringsum.- Die, feigen Horden fliehen, fünfzig vor einem. t: Und dieser eine, er sinkt von Pferd und taumelnd, wie trunken tastet er sich durch die erbrochene Thür in's Haus. Marie! Marie!" Eine Thür siegt auf. Ein Jubelschrei tönt ihm entgegen. Da sind sie beide, noch lebend, die Gewehre im Arm. Seine Tapferkeit und seine Kriegslist haben sie gerettet. Und sie fühlen es, der Gott, der mit ihm war, der wird auch mit ihn n sein in aller Drangsal und Gefahr.
Socialer Tnrndereiu.
Die Berichte der Beamten. Der Sociale Turn-Verein nahm in seiner gestrigen gut besuchten Versammlung die Halbjahrs-Berichte der Beam ten entgegen. Denselben entnehmen wir folgendes: Der Erste Sprecher, Herr George Vonnegut weift in seinem Bericht auf die erfreuliche Zunahme und die guten Leistungen der Turnfchule, sowie dir Abendklassen der Jünglinge und Damen hin, bedauert die Verzögerung der Gründung eines Jüng lingvereins und lritisirt nicht mit Un recht die flaueBetheiligung'der jüngeren Turner an Versammlungen und Vor trägen. In Verbindung mit dem einträchtigen und ersprießlichen Zusammenwirken der Mitglieder beim Germanischen Frühlingsfeste, welches trotz der ungemeinen Ausgaben einen recht schönen finanziellen Ueberfchuß ergab, und auf die gewaltigen Arbeiten, welche das in dem nächsten Jahre im Juni hier , abzuhaltende Bundesturnfeft verursachen wird und die Pflichten, die dadurch jedem Mitgliede des Vereins auferlegt werden, wurden zu reger Thätigkeit und Aufopferung für die gute Sache aufgefordert. .Zum Schluß empfiehlt der Bericht die fleißige Benutzung des Turner Parks. DerZBericht des S ch a tz m e i st e r s rechtfertigt die unlängst erfolgte Erhöhung der Beiträge ,und der Bericht des Buchhalters weist eine Zunähme der Mitgliederzahl auf. Der Bericht des T u r n l e h r e r s lautete günstig und hob besonders den Eifer und die Leistungsfähigkeit der I. Riege hervor. Dem Bericht der Sonntagsschule, deren Schuljahr mit Ablauf dieses Jahres zu Ende geht, sei folgendes entnommen : Das laufende Schuljahr begann am 27. September 1903. Die Schülerzahl betrug am Eröffnungstage 61 Knaben und Mädchen, welche sich auf die verschiedenen Classen also vertheilten : 1. Classe (Kindergarten). 8 2. 3. 4. 5. ...14 .:2Ö ...13 ...6 n n Als Lehrkräfte in den einzelnen Classen waren 3 Lehrerinnen und 2 Lehrer thätig. Der Gesangunterricht, an dem sich die Schüler der 2., 3. und 4. Classe betheiligten, wurde von Frl. Schulmeyer geleitet. Der Unterricht wurde im Einklänge mit dem von dem Nordamerikanischen Turnerbunde em? vfohlenen Lehrplan ertheilt. Die Frequenzzahl am Ende des 1. Semesters (1. Februar 1904) betrug 80 Schüler. Zum Schlüsse heißt es in dem Bericht wörtlich: Es sollte die Aufgabe des SchulComite's fein, die Uebelstände, welche einer stärkeren Betheiligung im Wege stehen, zu ergründen und Mittel und Wege zu finden, die Hindernisse nach Kräften zu beseitigen." Nachdem die Berichte wie verlesen angenommen worden waren, wurde fol gende anläßlich des Ablebens des Turners Caspar C. Hedderich gefaßten Bei-leids-Beschlüsse angenommen: Der Sociale Turnverein von Indianapolis hat in einer am Mittwoch, den 4. Mai 1904, abgehaltenen Versammlung von dem am 2. Mai d. I. erfolgten Ableben des Turners C a spar C. Hedderich gebührend Kenntniß genommen. Der Verstorbene war seit früher Jugend der Sache der Turnerei von Herzttl zugethan . und wirkte zeitlebens rastlos im Interesse derselben. In ihm verliert das Deutschthum von Jndianapolis einen wackeren Förderer deutscher und freisinniger Bestrebungen, der Sociale Turnverein ein pflichteifriges Mitglied, das in . den bewegten Zeiten, die der Verein durchzukämpfen hatte, treu zur alten Fahne stand und die verschiedenen Aemter, die ihm über tragen waren, getreulich und im Interesse der Vereinigung verwaltete. . In dankbarer Würdigung der von Casper ,C. Hedderich dem . Socialen Turnverein geleisteten Dienste, soll dieser Beschluß in die Acten des. Vereins eingetragen und hierdurch den hin terbliebenen Familienangehörigen das herzliche Beileid und die aufrichtige Theilnahme des Vereins ausgesprochen werden, zugleich mit dem Ausdruck der Versicherung, daß das Andenken an
-Y ' den lieben Todten im Kreise seiner Turnerbrüder stets geehrt werden wird." Ein Vorschlag des Vorstandes, am Sönntag, den 5. Juni, die Eröffnung desTurner Parks mit einem gemeinsamten Turntag der drei hiesi' ßenj Turnvereine zu feiern, wurde gutgeheißen und das UnterhaltungsComite mit den Vorbereitungen betraut. Der Erste Sprecher wurde beauf tragt, ein Comite von Dreien zu ernennen, welches einen Plan betreffs Anlegung , von öffentlichen Spielplätzen ausarbziten und dem Verein in der nächsten. Versammlung vorlegen soll. Mehrere neue Mitglieder wurden aufgenommen.
B e i dem unweit Büdingen in Oberhessen gelegenen Ort Diedach a. H. mußte gelegentlich der FeldVereinigung ein Hohlweg verschleift werden. Bei dieser Arbeit wurde ein interessanter Fund zu Tage gefördert: man stieß nämlich bei einer Tiefe von etwa 1.60 Meter auf die Uebereste eims Mammuths. Jetzt wurden auf Veranlassung des Universitätsprofessors Dr. Braun, zur Zeit Rektor der Landeshochschule in Gießen, Ausgrabungen in .Diebach unter der Leitung seines ehemaligen Assistenten, des Herrn Dr. Dörmer, der Oberlehrer in Hamburg ist, ' vorgenommen. Dicht auf dem Rothliegenden in den diluvialen Lößschichten wurden gefunden: ein mächtiger Stoßzahn, von nahezu 2 Meter Länge und 0:20 Meter Stärke; leider ist er zerstört und etwas zusammengedrllckt. Im Innern mit Erde und Steinen ausgefüllt, sind die äußeren Wandungen recht deutlich zu erkennen; ein großer und zwei kleinere Äackenzähne; ersterer wiegt nahezu 11 Pfund, ist 30 Centimeter lang und seine Kaufläche etwa handbreit; einige, Rippen, von denen eine gut erhalten und 1, Meter, lang . ist; verschiedene Schenkel- und Beckenknochen usw. Der Fündort ist ' etwa 20 Quadratmeter groß. Es ist übrigens nicht das erste Mal, daß in Deutschland Mammuthfunde gemacht worden sind. Erst vor etwa zwei Jähren wurden ganz in der Nähe Berlins in den Kiesgruben bei Britz gut erhaltene Ueberreste eines solchen vorweltlichen Riesen ausgegraben. Vor der Strafkammer 'des Landgerichts Dresden wurde' kürzlich gegen ein hübsches junges, unschuldig aussehendes Mädchen verhandelt. Das Mädchen soll sich in mehr als 90 Fällen, jedesmal unter andetiin Namen und unter Vorlegung ge'falschter Zeugnisse, vermiethet und sich .W üblichen Miethsthaler ers chwindelt haben. Als das Mädchen schließlich abgefaßt wurde, verweigerte es jede Auskunft über seine persönlichen VerHältnisse. Nach vieler Mühe glaubte die Staatsanwaltschaft, endlich in der Schwindlerin die 1875 in Oberbaumgarten in Schlesien geborene Verkäufm, Anna-Johanne Baudis entdeckt zu haben. Das Mädchen bestritt aber, Baudis zu heißen, behauptete vielmehr das eine Mal, Anna Buschmann aus Zwickau, das andere Mal Anna Fried rich aus Plauen i. V. zu sein. In der Verhandlung stellte sie ebenfalls entschieden in Abrede, Anna Baudis zu heißen, bestritt auch, bestrast zu sein, denn das Strafregister der Anna Baubis weist sieben Jahre Zuchthaus und mehrere Jahre Gefängniß auf. Um sie als die Anna Baudis" zu entlarven, waren die hochbeiagten Eheleute Baudis, sowie deren Sohn aus Schlesien geladen worden. Nun spielte sich ein tiefergreifender Akt im Gerichtssaale ab. Als die Eltern den Saal betraten, sprach die alte Mutter: Ja, das ist unser Kind!" Der Bruder erklärte: ' Das ist meine Schwester!" Mit keiner Wimper zuckte das Mädchen, als sie auf die Frage des Vorsitzenden, was sie zu den Aussagen ihrer. Angehörigen zu bemerken habe, unter athemloser Spannung sagte: Das sind nicht meine Eltern, das ist nicht mein Bruder, ich heiße nicht Anna Baudis, ich heiße Anna Buschmann und stamme aus Zwickau!" Der Gerichtshof gab sich weiter keine Mühe, die abgefeimte Letrügerin noch weiter zu entlarven. Die Angehörigen erklärten nur, daß das Mädchen feit zehn Jahren von Hause fort sei, es habe sich, während dieser Zeit in der ganzen Welt herumgetrieben und mehrmals Zuchthausstrafen verbüßt. Nach der Heimath habe es sich nicht mehr getraut. Ohne jedes Zeichen sichtlicher Erregung nahm die Gefallene ihr Urtheil: vier Jahre Zuchthaus, 3750 Mark Geldstrafe oder weitere 500 Tage Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust entgegen und verließ dann, ohne ihre Angehörigen auch nur eines einzigen Blickes zu würdigen, festen Schrittes den Gerichtssaal. Theodore F. Smith er, , geschickter und zuverlässiger ..Dachdecker... Pech und Kiesdächer. Dächer von Asphalt und Gilsonit. v AA" Engros-tzändler in allen Arten von Dachmaterialien. Telephon : Neu 861. , 301 West Maryland Str. Püdweftl. Ecke von Senate Ave. und Maryland Str.
SSif
SttZZKkW
Tleveland, Cincinnati, Chicago & St Cents Rottwav. FOXTiR. . St. Loui Division.
"Tlie Worlda Abgang St LouiS Mail .... 7 20Bm Southweftern Lim tgl ä & s 11 45Vm St Louis Lim täglich p d b. 3 2591m Terre Haute H Mat'n Ace.. 5 0091m N A ck St. LouiS Exp tagl.. 7 OöNm St Lnuis Expreß tägl 8.. ..12 OSVrn Cleveland New Jork Expreß tägl. . . . . 4 40Bm Muncie & FtWayne Ezp p. 7 OOVm N 8 6e B Lim täglich 8 d. . . 8 OONm Muncie Ft Wayne nur Son 8 OOVm Clebland Expreß 11 OOVm RI d B Lim, tägl ds.... 2 55Vm "Union Eity Ace tägl ..... . . 4 45Nm mckerbocker Tp täglich d &s 6 259cm
Eineinnati Division. Ein & LouS Nachtexpreß tgl 8 3 4593m Cincinnati Aec täg auög SonlO 25BM St Lous & Ein Nachtexp tg8 4 SOVm Chic &St2 Expreß tqdsSc pll 4üVu, Cincinnati Exp Sonnt auög. 7 45Vm Chicago Lous & St L Expreßll 4yVw Cincinnati Ace . . . . . 4 OONm White City Spezial p . 3 25Nw Cincinnati F Expreß, tägl p 2 S6Nm Cinc & 3ns Ace auög San.. 6 55Nm Louis F, Expreß 2 55Nm Cinc 3nb & St L Expr tg s . . 11 40Nm Cincinnati Accom. . ... 4 OONm Chic & Lou Nachtexpreß ta 8 11 50Nl Cinc & Wash F Ltg d s & p 6 20Nm Chicago Division. Kankakee Accom 7 OOVm Eine Nachexpreß, tägl s.... 3 3SBm Chicago Faft Expreß tgl d p 11 5095m Kankakee Accom. ........ .10 30Bm White City Special 8 d & p. 3 30Nm Cinc Fast Expreß tägl p id.. 2 40Nn LaFayette Accom ......... 5 15Rm La Fayette Accom. ... .... 5 VON Chicago Nachtexpreß tägl 8.. 12 lOVm Cinc & Wash g L., d & p.. 6 10R ! - Michigan Division. Benton Harbor Expreß . . ; . 'i OOVm Elkhart Accom nur Sonntags 9 25Bm Michigan Mail Expreß. p.,. 11 SSBm Elkhart Expreß. ..10 80Vm Elkhart Ace täglich ........ 4 45Nm : Benton Harbor Expreß p . . . . 2 55Nm Michigan Exp?eß 8 15N Peoria Division weftlichl Peoria Expreß & Mail. . . . 7 2595m ColumbuS & s,:Ne Exp tgl 8 3 30Bm Weftern Expreß täglich p d. .11 5093m Champaign Accom ....... .10 35Vm Champaign Accom 4 lONm N 8"& Ohio Special ...... 2 4tzNm Peoria Expreß täglich 8 .. ..11 55Nm Peoria Expreß täglich p & d 6 08N Peoria D i bis i o n ö ft l i ch. ' Columbuö Expreß tägl. .... 6 0093m Lynn Accom.. ............ 10 0095ra Ohio Special tägl d p.. ... 3 OONm Columbuö Erpreß tägl dp. .11 4023m Lynn Accom.. . 6 15Nm Columbuö Expreß tägl 8 .... 10 30N j pittsburgh, Cincinnati, Chicago 8c St. Louis R'y.
Sndianap Abgang 3 3095m 7 3095m 8 10Vm 1 40Nw 3 05Nm 5 OONm 6 50Nm Taftern Expreß täglich g ä . . Columbuö Accom tägl New Jork Expreß täg 8 d. . .'. ColumbuS Accom . . . . . . . Keystsne Expreß tägl ä S? s d Atlantic Expreß täglich ... R I Lim täglich s d b.... Chicago
Louiöville 6c Chic Exp tgl p k! 11 36Vm Lou, & Chi F Expr täglich 8 11 5095m LouiSville
Chicago & Louisv Spl tägl 8 Pitts &2ovL F L tägl 8.... Mad Ace nur Sonnt. . . . Louisv & Madison Accom.. Chicago & Lou F L täglich p b Madison Accom tägl Louiöville Accom tägl . . . . 3 4093m 7 0095m 7 3095m 8 0595m 3 55Nm. 3 55Nm 6 45Nm
vandalia kine.
Abgang World's Fair Exp., tägl s. .12 25Vm St Louis im täglich s&db 7 OOVm St Lsuiö Expreß. 7 2533t St Louis Expreß tägl d sb 12 15Nm Weftern Expreß täglich ds.; 3 30Nm T H k Efsingham Ace täglich 4 OONm Fast Mail,, täglich ........ 8 35Nm
Indianapolis vincennes R. R. Cairo ck'Bineen Expr täglich 7 20Vm Spencer Bedfsrd Ae, tägl. 9 45Vm BineenneS Expreß tägl 3 50Nm VineenneS Expreß täglich .. 10 30Vm Spencer & Bedford Ae, tägl. 4 45Nm Cairo Expreß täglich.. ...6 16Nw Chicago, Indianapolis & komsville R'f. (Alonon Ronte.) Abgang ' , Ankunft Chic Night Expreß täglich .. 12 55Vm Cincinnati Veft täglich 3 35V. Faft Mail täglich s p. . . . . . 7 OOVm Faft Mail täglich 8 7 5053 Chi Expreß, täglich p d.ll 5033m Monon Accom, täglich . ... . 1 0 00V Chi & Mich City Veft dp.. 3 35Nm Cincinnati Veft täglich, d p.. 4 L2N Mono Aeeom, täglich 4 OONm tat e rie & Wtfctn H. H. Abgang Ankuafl Mail und Expreß ...... 7 16Vm Indianapolis Expreß täglich 10 25V T Det & M C Ex täglich . . 12 20Nm Mail & Expreß 3 26N Peru Accom nurSsnntagS..'.12 20Nm Toledo Expreß..,. ......10 26Ni' Evening Expreß .......... 7 20Nm
Cincinnati, hamilton & Dayton R. R. Oft. Abgang . Ankunft Cincinnati Veft täglich 8 Sa c 4 0093m Cincinnati Veftibule täglich 8 12 45B Faft Mail täglich .... 8 05Vm Faft Mail täglich 8 . . 64013a Cincinnati & Det Expr ... .10 40Vm Ein Chi & St L Ex tgl p. .11 45Bm Cin . & Davto VeS. Krv n 3 OONm Cincinnati Be A fr n . ' 9 9Kt
Cincinnati Veft täglich d p 5 OONm
Cm & Detroit Expreß tägltch 7 02Nm Cin Snd St Ld Peo Ex tg s&clB 35Rw We. . Abgang Ankunft Springfield Mail.. 7 3093m Weft Expreß täglich b&zc. 3 55V St Louis Expreß p d . .11 50Vm Tuöeola Accom .......... 10 L5V Tuöeola Accom.. ..... 3 LONm Cincinnati Expreß p 2 45 St Louis Expreß täglich .11 lONm St Louis Expreß . . 4 50Nm ' Via C., H. Ss D. Ry. (Weft) und Roachbale. Chicago Expreß .....,11 LOVm Cincinnati Expreß p. .. 2 5$
bedeutet S 81eepr. P. Plor Car. C - r -
JÄtzVMzZN.
3Pair riouto" New York Expreß täglich g. St. LouiZ Expreß tägl 8.. . Mat'n & T Haute Ace N S d Boston Lim tagl pd St Louis Mail Anknn,t . 4 20&N . 7 4033m .10 3SBm 8 2 övNm . S 3SNm Knickerbocker Sv täglich s & & 6 lONm i visit 4 Union City Accom tägl 9 2535m Fort Wayne & Elk Expreß p 10 LOB, Southwestern Ltd tgl ä s.. . .11 3053m St Louis Ltd tQld b 3 lONm New Jork Expreß täglich . . 6 45Nrn B H Union CyckAndersonExp 8 15Nm New Jork Ltd tägl s n 45Rm sliö Division. Ankunft ' 6 359? 6 4095 12 lONm 12 40Nm : 3 203ltt 8 30Nra 11 59Nm St Louis Lim täglich sä b.v Limited Mail täglich 8 . . . . St LouiS Expr tägl d & s b Jndianavolis Accom. . . Weftern Erpreß täal s d. ... . Nimmt keine Passagiere tglWorld Fair Exp täglich 8 .. Division. Chic & Lou F Expr täglich 8 3 20m Chic & Lou Expr täglich p b 3 40N Division. Löuiöv & Madison Ace tägl 10 lOVm Lou & Chic F L tägl p b... .11 30Vm Louiöville u. Madison Ace. . ö 40Rn. Louiöv & PittSb F L täglich s 6 35Nm Madison Aceomm Sonntags 8 1595m Lou & Chi F Expr. täglichs 11.50 Rcht -1 Eastern Expreß, täglich 8.. New Sork Expreß täglich s ä Schneller Expreß täglich . . . Terre Haute Efsing Acc tägl Ankunft 3 2093m 6 5053m 7 5583m 10 25Vm Keystone Expreß täglich db b Atlantic Expreß täglich .... The N I Limited täglich 8 d d 2 5091m 4 4521m 6 ZONm Cinc & 3nd Accom . .7 24Nro Chair C, B -Baffet r. D. Dinlcf Cr.
