Indiana Tribüne, Volume 27, Number 218, Indianapolis, Marion County, 5 May 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, Mai WOH.

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Gemchel tönt entsetzlich. Die riesigen Verluste bei den Sjalu-Kämpsen voll bestätigt.

Britischer-Dampfcr durchsucht. China Sampfer an Japan. Ost-Asien. D i e schweren Verluste bestätigen sich. S t. P e t e r s b u r g, 5. Mai, 3.47 Morgens. Die russischen Verluste in der Schlacht bei Kiu Lien Cheng betragen 2000 Mann und 40 Offiziere bedeutend größer als frühere Berichte ankündigten. EZ ist dies die Schätzung von Gen. Kashtalinski, des Commandeurs der Division, welche den Hauptangriff auszustehen hatte. Sein Bericht kam gestern an den Kaiser. Ueber 700 Verwundete kamen in Feng Meng Chang an. Der General macht keinen Versuch die japan. Verluste zu schätzen, sagt nur, sie müßten ungeheuer sein. Die schwersten Verluste erlitten die Russen, um die 2 Regimenter zu retten, die Antung besetzt hielten. Das 12. Regt, brach sich mit dem Bajonett durch die feindlichen Reihen. Die 2. Batterie, ohne Pferde, mußte die Geschütze im Stich lassen. Allem nach wird Gen. Kuropatkin starke Verstärkungen nach Feng Wang Chang senden und entschlossenen Wiverstand leisten. SiegesJubel. T o k i o, 4. Mai. Die Meldungen über die erfolgreiche Blockirung des Port Arthur Hafens, dem Yalu-Siege auf dem Fuße folgend, führten heute Abend zu einer Volks Kundgebung. Tausende zogen mit Laternen auf Bambusstöcken durch die Straßen, unter Vorantritt von ein halb dutzend Mufik-Kapellen. Vor dem Generalftabs-Gebäude berettete die Menge dem Generalstabschef Admiral Jto, den Helden der YaluKämpfe im chines.-japan. Krieg, eine Ovation. New Chwang-Einnahme noch nicht bestätigt. New York, 4. Mai. Die aus Ehe Foo kommende Depesche, welche die Einnahme von New Chwang durch die Japaner versichert, ist noch nicht bestätigt. New Chwang, an einem Flusse und etwa 30 Meilen vom Meere entfernt liegend, kann höchstens nach zwei- bis dreitägigem Angriffe genommen werden. Die Associirte Presse hat Korrespondenten in Chee-Foo, ShanHai, Kwan, New-Chwang und YinKow, von denen sicherlich einer etwas über einen Angriff auf New Chwang gemeldet hätte. Port Arthurs Geschütze feuerten über 4000 Schüsse. P o r t A r t h u r , 4. Mai. Seit dem gestrigen Angriffe auf Port Arthur hat sich nichts weiter ereignet. Während der Beschießung feuerten dr5 großen Geschütze der russischen Schiffe und Batterien 1500 Schüsse ab. die Maschinen-Geschütze der Kanonenboote 30.0. Wie der Nowi Kraj" sagt, führen die russenfeindllchen Chinesen unter General Ma und dem Vicekönig Yan Shi Kai einen lebhaften anti-russtschen Feldzug. Herumreisende Redner verbreiten falsche Berichte über die Stärke der Japaner und Großartigkeit ihrer Siege aus, um die Massen in den chinefischen Dörfern gegen die Russen aufzuhetzen. China bleibt neutral. St. Petersburg, 4. Mai. Der chinesische Gesandte hatte sich anläßlich der Gerüchte, China bleibe vielleicht nicht neutral, nach Peking um Information gewandt. Er empsing nun von der Pekinger Regierung eine Depesche, die ihn beauftragt, in der formellsten Weise nochmals zu erklären, daß China die Neutralität treu bewah ren werde. Gehobene Stimmung über d i e j a p a n. Ver : luste. S t. Petersburg, 4. Mai. Die düstere' Stimmung von gestern wurde heute fast gänzlich verscheucht, als das Volk erkannte, welch' ruhmvollen Kampf General Zassalitch's kleine Heerschaar den Elite-Legionen des Mi-

versichert seine Neutralität. Bremer Lchnbach im Sterben.

kado geliefet hat und durch die vollständige Niederlage bei Admiral Togos letztem Versuch den Hafen-Eingang von Port Arthur zu versiegeln. Wie man glaubt, standen bei Yalu-Kämpfen nicht mehr als 8.800 Russen gegen 30,000 bis 40,000 Japaner im Feld. Die Verluste auf beiden Seiten, die bei den Russen 1,000 oder 1,200 und auf japan. Seite die doppelte Zahl erreichen werden, machen den Kampf zu einem der blutigsten in der Geschichte. An der Fluß-Kreuzung lagen die japanischen Todten buchstäblich zu Haufen ge t h ü r m t und General Kuroki's Erfolg wurde mit solch' schweren Kosten gewonnen, daß die Russen ihn eher als Niederlage denn als Sieg zu betrachten geneigt sind. Zassalitch wieder in Gunst. Eine Depesche von Gen. Kuropatkin zeigt, daß die Russen mit bulldogg-ar tiger Zähigkeit und Tapferkeit gegen die überwältigende Uebermacht des Feindes fochten. Durch diese Depesche hat sich auch General Zassalitch wieder die öffentliche Gunst erobert. Auch seine Kritiker im Generalstab, die ihm faktische Mißgriffe vorwarfen, erklären, er habe sich durch feinen Heldenmuth und den Schaden, welchen er dem Feinde znfügte, rehabilitirt. Einen besonderen Eindruck auf das Volk macht der verzweifelte BajonettAngriff des 11. Regiments. Die Vorstellung von dem gegen den Feind vorrückenden Feind, unter den Klängen der Musik und dem das Kreuz vorantragenden Priester, entspricht dem dramatischen Gefühl des russischen Volkes wie kein anderer Vorfall es könnte. Die Ueberlebenden dieses letzteren Regiments, das sich durchschlug, erklären, der Weg sei mit über 1000 todten Japanern bedeckt gewesen. General Kasthalinski lebt; Zassalitch ist nicht verwundet, dagegen sind vom 11., 12. und 21. Regt, die Obristen, Oberst-Leutnants und viele Compagnieführer entweder gefallen oder vermundet. Wie man glaubt, ruhen die russischen Truppen jetzt in Feng Wang Cheng, Gen. Kuroki am Flusse. Hinter Feng Wang Cheng ist eine starke russische Stellung, auf einer Linie parallell mit Mukden und Liao Yeng; an dieser Stelle ist ein entscheidender Kampf sehr wohl möglich. Britischer Dampfer durchsucht. Port Said, 4. Mai. Die Osiris" von der Peninsula und Oriental Stcamship Co. wurde 9 Stunden von Brindist von dem russischen Kriegsschiff Krabin" (Krabry?) angehalten und ihre Post untersucht. Die Russen hielten das Schiff 2 Stunden fest und verlangten die japanische Post, die sich aber unter der Masse ganz am Boden befand und unberührt blieb. London, 4. Mai. Das auswärtige Amt hat keine Bestätigung der Nachricht. Falls aber solche erfolgt, so liegt etn durchaus ungerechtfertigtes Vorgehen vor, das einen scharfen Pro. test bei der russischen Regierung nöthig macht. Japan. Gefangene dankbar. St. P e t e r s b u r g, 4. Mai. Der amer. Consul Greener in Vladivostock sandte an seine Botschaft eine Depesche über die Behandlung der 26 japan. Offiziere und 184 Mann, die auf den von Admiral Jessen's Geschwader versenkten Dampfern Kiushiu Maru, Nhamara-Maru und Goyo Maru gefangen worden waren. Die Gefangenen wurden am 24. April von Vladivostock nach Jrkutsk, Sibirien, überführt; auf den Straßen kam es zu keinen feindlichen Kundgebungen; die russischen Behörden benähmen sich aufmerksam und höflich. Für die Reise erhielten die Gefangenen guten Tabak 'und Geld. Die Japaner waren über diese freundliche Behandlung tief dankbar.

klmerik. Gesandter Nekierbringt dem serbischenPeter seine I Beglaubigungs'Briefe.

Wien, 4. Mai. Herr Jackson, der 'amer. Gesandte bei Griechenland, Rumänien und Serbien, geht morgen nach Belgrad, um König Peter seine Beglaubigung zu überbringen. Für die Krönung des Königs am 15. Juni, dem Jahrestag seiner Erwühlung durch das Parlament, werden große Vorbereitungen getroffen. Die Krönung findet im Palaste zu Kosheritza, der alten Krönungsstätte der serbischen Könige, statt. Port Arthur Hafen gesperrt. London, 5. Mai. Die Tokio Correspondenten des Telegraph und des Chronicle versichern beide, daß Port Arthur wirkungsvoll verkorkt sei." Geänderter Stand Punkt. Berlin, 4. Mai. Die Zeitun gen haben größtentheils die Neigung aufgegeben, den japanischen Sieg am Falu zu verkleinern. Den ersten Artiteln der politischen Redakteure folgen jetzt solche der Militär-Kritiker, von denen einer erklärt, der Verlust der halben russischen Artillerie bedeute Niederlage sans phrase". Dieser Kritiker erklärt die japan. Aktion für großartig, während alle Beurtheiler die moralische Wirkung des Kriegs betonen. Lloyd - Dampfer an Japan. B e r l i n, 5. Mai. Der Vossischen Zeitung zufolge hat der Nordd. Lloyd an die japan. Regierung 8 Dampfer seiner ostasiatischen Linie zu Krieg?zwecken verkauft. Frankreich. 100 Leben vernichtet. Saigon, Französisch JndoChina, 4. Mai. Cochin-China wurde am 1. Mai von einem Orkane verheert. Etwa 100 Eingeborene kamen um's Leben; der Schaden ist groß, jedoch nicht für die Schifffahrt. Hier find alle Telegraphenlinien zerstört. Cuba. Barbarische Exekution. Santiago, 4. Mar. Vier verurtheilte Mörder wurden heute im Gefängniß mit der Garotte hingerichtet. Es war dies die erste gesetzliche Execu tiois seit der spanischen Herrfchaft. Die Scharfrichter, die gestern mit der Garotte aus Havana eintrafen, wären vom Volk fast in Stücke gerissen worden. Eine Petition an Präsident Palma, die Urtheile umzuwandeln, hatten keinen Erfolg. Italien. Protest des Vatikans. Rom, 4. Mri. Der Osservatore Romano, das vatikanische Organ, veröffentlicht eine amtliche Note, wonach der hlg. Stuhl Präsident Loubet's Rom-Besuch als schwerste Beleidigung gegen feine Würde und Rechte ansieht und deshalb der franz. Regierung einen energischen Protest übersandt hat, der auch anderen Regierungen mitgetheilt wurde. Oesterreich-Ungarn. Neue Passagier-Linie nach New York. W i e n, 4. Mai. Die öster.-ameri-konische Linie, welche bisher von Trieft nach mittelamer. Häfen Frachtdampfer im Betrieb hatte, beginnt am Montag nach New York einen regelmäßigen Passagierdienst. Drei Dampfer, jeder für 1,000 bis 15.000 Passagiere, werden eingestellt. Es handelt sich vornehmlich um Auswanderer , aus den südlichen Provinzen und den BalkanStaaten. Die Linie wird Voraussichtlich von der Regierung Subvention erhalten. Auch Italien ist interessirt, indem es sich in jedem Schiffe Raum für 500 italien. Auswanderer refer virte, die sich in Neapel einschiffen. Tibet. Die britische Expedition. N e w Y o r k, 4. Mai. Nach einer Times"Depesche aus Gyang-Tue. Tibet, ist der Karo Paß auf der direkten Straße nach Lhassa von den Tibe tanern stark befestigt. Die britischen Patrouillen wurden nach Kreuzung des Berg-Gipfels von einem heftigen Feuer empfangen, das aber keinen Schaden anrichtete. Die Briten antworteten nicht. Die Zahl der Tibetaner wird auf 1500 geschätzt.

Verkappte Frauen Unter der japanischen Feld Armee zahlreich zu finden.

Victoria. B. C., 4. Mai. Richard Ehester von der Insel Tanegashima, Japan, ein Contraktor der japanischen Regierung, weilt bier auf der Durchreise nach dem Orient. Seiner Aussage nach sind mindestens 10 Procent der japanischen Feldtruppen als Männer verkleidete Frauen. Das Durchschnittsweib der Kuli - Classe sei ebenso stark, wenn nicht stärker als der Mann. Deutschland. Lehnbach im Sterben. München, 4. Mai. Franz v. Lehnbach, der berühmte Historien- und Porträt - Maler und Präsident des Münchener Künstler-Vereins, liegt im Sterben. Er erlitt im November 1903 einen Schlaganfall. Panama. Formelle B s i tz U e b e r -nähme. Panama, 4. Mai. Die amerikanische Canal Commission nahm heute formellen Besitz von demCanalStreifen und dem Eigenthum der Canal-Gesellschaft. Unter den Anwesenden befand sich auch der zurücktretende amerikanische Gesandte W. W. Russell (kürzich nach Colombia versetzt). Von heute ab stehen die Canalarbeiten unter Leitung desZ amerikanischen Majors Brooke. Gold-Währung abgelehnt. Panama, 4. Mai. DieiLegis lative lehnte gestern den Vorschlag auf Einführung derZ amer. Goldwährung mit 16 gegen 13 Stimmen ab. Heute wird das Zwei- zu Eins-System vorschlagen, wonach die Regierung 2,000,000 Silber-DollarsZ ausgibtZ und hinlänglich Geld bei den Ver.ijStaaten deponirt, um den Unterschied zwischen dem thatsächlichen- undNominal-Werth der Ausgabe zu garantiren. Peru. Dee Streitmit Brasilien. L i m a , 4. Mai. Bezüglich der Differenzen zwischen Brasilien und Peru theilte heute der auswärtige Minister mit, daß seine Regierung sich anschicke, dem ungerechten Angriff" Brasilien's Widerstand zu leisten. Brasilien wolle 2 Territorien annektiren und erfinde dazu Geschichten von peruanischen Einfällen. Rio I a n e i r o, 4. Mai. Krieg gilt hier als unwahrscheinlich und der Grenzstreit wird voraussichtlich schiedsgerichtlich zum Austrag kommen. Die Bevölkerung verhält sich absolut gleichgiltig. Ein Mann von Texas kam dieser Tage nach Jndependence, Kan-sas.-um dort Geschäfte zu erledigen. Daneben schaffte er sich einen gehört gen Affen an, weswegen er schließlich dem Richter vorgeführt wurde. Sehen Sie, Herr Richter", sagte der Mann von Texas, bei uns in Texas kostet eine Flasche Bier 40 Cents, aber in Jndependence kostet die Flasche nur 25 Cents. Ich spare also an jeder Flasche, die ich hier kaufe, 15 Cents und bei den heutigen schlechten Zeiten darf kein Mann eine Gelegenheit, wo er etwas sparen kann, unbenützt lassen." London, die Hauptstadt deS Weltreiches, foa$ so viele Millionen mohammedanischer, Unterthanen zählt, wird endlich eine Moschee erbalterc. Ihr Bau ist von der. panislamischen Gesellschaft, die in London die Mohcrmmedaner aus allen Theilen der Welt vereinigt, beschlossen worden. Die Gesellschaft wurde im Jahre 1886 gegründet, und auch Jacques I., der Kaiser der Sahara, soll ihr während seines Aufenthalts in London beigetre ten sein, nachdem er sich durch den Sekrctär der Gesellschaft zum Mohammedanismus bekehren ließ. 2i Moschee soll außerordentlich malerisch und ein Prachtbau werb en. Der Bau wird aus grünen Steinen grün ist die Farbe des Islams errichtet und soll im Innern mit schönen Mosaiken verziert werden. Neun Thore werden in das Innere des Baues führen. Jedes dieser Thore ist für den ausschließlichen Gebrauch einer Nationalität bestimmt, sodaß Türken, Perser, Jndier, Mauren, Chinesen, Araber, Aegypter, Neger und englische Mohammedaner getrennt 'das Heiligthum betreten. Ueber dem Haupteingang wird in arabischer Schrift der Koranspruch stehen: Es ist kein Gott, außer dem einen Gott." Die mohammedanische Gesellschaft hofft übrigens viele Engländer zu ihrem Glauben zu bekehren. Sie will alle mohammedanischen Herrscher der Welt um Unterstützung angehen und auch solche christlichen Herrscher, die mohammedanische Unterthanen ha? den.

Sloizismus der Japaner. Ursprung, Wirkungen und irrige Deutungcn der Charakterscitc.

UnveränSerliche Physiognomie Muth nd Tollkühnheit Die Samnrai Lehren des Buddhismus Weinende Japaner Kindes belehruug Seutimentale Staturen. Briefen aus Tokio zufolge sind die Nachrichten über die ersten Siege der Japaner über die Russen im Lande des Mikado so ruhig aufgenommen worden, daß man glauben konnte, in kriegsloser Zeit zu leben. Ein Stoiker geräth leicht in den Verdacht eines kaltfühlenden, hartherzigen Menschen; und etwas Stoisches haben die Japaner an sich. Es ist aber mehr als diegewöhnliche orientalische Gleichmüthigkeitwas dieses Volk so unveränderlich in seiner Physiognomie bei traurigen wie bei freudigen Ereignissen erscheinen läßt. Es ist Erziehung von Kindheit auf. Mit dem Stoizismus der Japaner hängt ihr großer Muth und ihre Tollkühnheit zusammen. Ueber den Gegenstand verbreitete sich seiner Zeit ein japanischer Gelehrter in einem Aufsatze einer deutschen Zeitschrift unter Anderem wie folgt: Die stoische Gemüthsart der Japaner hängt mit dem sogenannten Bushido (Wege der Ritter) eng zusammen. Es gibt in der japanischen Geschichte lange Perioden, in denen das Reich erfüllt war von Krieg und Kriegsgefchrei: In solchen Zeiten traten eine Klasse berufsmäßiger Krieger, die Samurai. hervor. Krie jener Zeit waren nichts anderes als einzelne Zweikämpfe. Wen ein höheres Streben beseelte, der widmete sich fleißig der Kriegsübung. Es reicht aber die bloße Uebung in allerhand Kriegskünsten doch noch nicht hin. im Kampfe anderen den Vorrang abzulaufen; denn das Herz tritt nicht selten in die Hand und in das Auge. Deswegen suchte jeder hochstrebende Ritter Gleichmüthigkeit sowohl im Kampfe als auch im täglichen Leben zu erlangen. Ein Mittel dazu bot sich nun vor allem im Buddhismus. Dieser Buddhismus war nicht der indische Buddhismus mit seiner trüben Leidenslehre und dem Ausblick auf das Ende aller Leiden, das Nirwana. Der Buddhismus, aus dem die Samurai Nutzen zogen, ist eine andere, praktische Art von Buddhismus, wie ihn die Zen-Sekte vertrat. Durch fleißige, mühevolle Meditationen soll man ein Gefühl ruhigen Vertrauens in das Schicksal und eine stille Unterwerfung unter das Unvermeidliche erlangen können. Außerdem lehrt dieser Buddhismus Verachtung des Lebens und Vorliebe für den Tod. Was aber in den höheren Volksklassen herrscht, das übt gewöhnlich seinen Einfluß auf die unteren. So geschah es auch, daß es mehr und mehr im ganzen Volk als Mannestugend galt, den Samurai gleich weder Freude und Schmerz zu äußern. Sind aber auf diefe Weise die Herzen der Japaner gestählt und verhärtet? Ich war häufig als Knabe in einem buddhistischen Tempel meines Dorfes und hörte Predigten der Bonzen zu. Wenn der Prediger an die ernsteste Stelle gekommen, sah ich manche der Anwesenden in Thränen zerfließen, tief ergriffen von den Worten des Predigers. Auch im Dorftheater sah ich Manche Thränen vergießen, wenn eine Abschieds- oder sonst eine traurige Szene dargestellt ward. Solche Szeneu ergriffen auch mich tief. Ich aber that mir Zwang an, diese Ergriffenheit nicht zu verrathen, da ich im Elternhause an jedem Abend von lauter Heldenthaten der alten tapferen Männer und Frauen hörte, und da ich, weil Vater und Mutter es mir versicherten, glaubte, daß Niemand, außer feige Kinder, in Japan so weich ist, in Thränen' zu zerfließen. Uebrigens kenne ich starke Männer, die allgemein für tapfer galten und die um ihre verlorenen Kinder oder Gattinnen bitterlich im Stillen weinten und schluchzten, obgleich sie vor der Oeffentlichkeit gleichmütig erscheinen wollten. Der Fremde, welcher den scheinbaren GleZchmuth der Japaner als Herzenshärte deutet und ihnen Gefühllosigkeit vorwirft, weiß nicht, wie viel Mühe es oft dem Japaner kcstet, so zu sein. Und ferner, hört man seitens der Fremden nicht oft das Urtheil, daß die Japaner sentimentale Naturen sind? Aber sind Hartherzigkeit und sentimentales Temperament nicht entgegengesetzt? Wenn die Japaner das eine sind, so können sie konsequenterweise nicht das andere sein." NeueS Arbeitsfeld. Kriegssekretär Taft ordnete kürzlich vn, daß der Young Men's Christ. Ass. die Thätigkeit bei den verschiedenen Posten der Armee in den Ver. Staaten und auf Porto Mco und den Philippinen gestattet werden soll,' und den Kommandeuren wurde eingeschärft, die Bemühungen der Vereinigung zu begünstigen, welche darauf ausgehen, einen zuträglichen physischen. intelleZtuellen und konfessionslosen religiösen Einfluß auf die Soldaten auszuüben, indem sie ihr passende Lokalitäten, wo angängig, in den Post Exchange-Ge-bäuden einräumen. Die damit eingeräumten Privilegien verbleiben jedoch unter der K?ntrolle der kommandirenden Offiziere und dürfen nicht die militarifchen Operationen und die Aufrechterhaltung der Disziplin hindern oder erschweren.