Indiana Tribüne, Volume 27, Number 216, Indianapolis, Marion County, 3 May 1904 — Page 6

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der Heilungen. Sehn tausend, geheilt. Millionen von Flasche erlauft. St. Jakobs Oel fährt fort der große Wohlthäter ,u sei in der Kur von Rheumatismus, Neuralgie, liuftenschmerzen, Rückenschmerzen, Verrenkungen, Kopfschmerzen, Steifheit, Schmerzen. ES wird immer das groß Heilmittel gegen Schmerzen sein. Warum nicht (2 2 (Q (2 ö ' ö D ff fl sparen beim Einkaufe ihrer Möbel ... . nnö. . . . Teppiche sowie. . . . Gt0jrla.:D.cl Oefen und Rängest. WILLIG'S 141 West Washington Bx. MIÄND1 142 Nord Pennsylvania Straß. Hauptquartier für HriUen d Operngläser ' Brillen werde .-ait den betten Metbode htm Eugen angepaßt. Künstliche Augen erden schmerzlos eingesetzt. ...Excnrsionen... Sonntag, den 8. Mai $1.50 "SÜ? 0.50 Abfahn des Spezialzuges von Jndianapolis um 7.00 Uhr Morgens ; Retourfahrt von Louisville um 7.00 Uhr Abends. Lawrencevnrg, Aurora und Zwischenstationen. oder weniger die Rundfahrt. Spezial Zug fährt von Indianapolis 7.30 Morgens ab und verläßt Aurora zur Rückfahrt um 7.20 Abends. - H. M. Bronson, A. G. P. A. IM ERIE & WESTERII R. R. . . . . Fahrzeit der Züge Abfahrt Ankunft Toledo, Chicago und Michigan Ezpreh...t 7.15 tl0.it Toledo, Detroit und Chicago Lim 12.20 8.16 Vichigan City, Muncie u.Lafayetteepl..f 7.20 tlO.Stt töglich t ausgenommen Sonntags.

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Europäische Nachrichten.

Frovinz Westfcrren. Blanken st ein (Hattingen). MaurerHeiler fiel anderEichholzmühle in, den Holthauser Bach und blieb die ganze Nacht über darin liegen. Hausgenossen, die ihn gesucht hatten, brachten Heiler in seine Wohnung, doch starb er, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Dortmund. Auf Schacht IV der Gewerkschaft Friedrich der Große fielen beim Abspringen von der zutage gekommenen Förderschale die Bergleute Wingold aus Hvlthausen und Koch aus Horsthausen fünfzig Meter in die Tiefe, wobei Ersterer mit zerschmetter tem Schädel todt und Letzterer schwer verletzt liegen blieb. Es besteht wenig Hoffnung auf Erhaltung seines Lebens. Fröndenberg. Auf demNickelr Walzwerk Bösperde ist nunmehr der fünfte Fall zu verzeichnen, daß ein Arbeiter für treue 60jährige Dienste ausgezeichnet wurde; der von yier tam mende Arbeiter Friedrich Neuhaus er hielt von der Firma ein namhaftes Geldgeschenk und von seinen Mitarbeitern ebenfalls Geschenke. Hüften. In der Ausschachtung in der Nähe des Bahnhofes ertrank der Arbeiter Schneeboth, während der Arbeiter Mutzenbach auf dem Wege von Arnsberg nach hier in den Wassergraben des Walzwerkes zu Bruchhausen gerieth und seinen Tod fand. Hattingen. Der aus Qstpreußen stammende und auf Zeche Dahlhauser Tiefbau beschäftigte Bergmann August Schmoller fiel beim Beginn der Schicht in den Bremsberg hinab, was seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Schmoller war verheirathet und Vater zweier Kinder. Hagen. Im freien Felde bei Vorhalle vergnügten sich Kinder damit, das trockene Gras anzuzünden. Hierbei ergriffen die Flammen das Kleidchen der vierjährigen Tochter des Fabrikarbelters Wazrmak. Ehe Hilfe zur Stelle war, hatte das Kind ,so schwere Brandwunden erlitten, daß es im hiesigen Marienhospital, wohin man es verbracht hatte, verschied. Meinerzhagen (Altena). Durch Verbrühung ist das vier Jahre alte Kind der Eheleute Fabrikarbeiter Müller zu Knierspe zu Tode gekommen. Das Kind trank in einem unbewachten Augenblick aus einer Kanne heißen Kaffee, wodurch es so schwere innere Verletzunaen erntt. dem es starb. Niederbecksen. Verliehen ist dem Gemeindevorsteher Heinrich Hoberg das Allgemeine Ehrenzeichen. Mitten. Der kürzlich auf Zeche Luise Tiefbau unter herabfallendes Gestein gerathene Bergmann Söller ist seinen schweren Verletzungen erlegen. W H e inprov rrrz . Köln. Direktor der hiesigen Gas-, Elektrizitäts- undWasserwerke, Franz Joly, früherer Vorsitzender des Vereins der Gas-, Elektrizitäts- und Wasserfachmänner Rheinlands und Westfalens, starb in Wiesbaden, wo er Kräftigung seiner Gesundheit zu finden hoffte, plötzlich infolge eines GeHirnschlages im Alter von 51'Jahren. Bonn. Die verstorbene Wittwe Malwine Wencelius hat die hiesige Stadt als Universalerbin eingesetzt. Der Nachlaß, aus, dem mehrere kleinere Legate zu zahlen sind, beziffert sich auf 135,000 Mark. D ü s s e l d o r f. In dem Fabriklagcr der Firma Weißkopf & Co. im benachbarten Oberkassel brach Großfeuer aus, das binnen kurzer Frist das große Gebäude vollständig in Asche legte. Essen. Inhaber des Berliner Hofes", Hotelbesitzer Hartmann, ist hier verschieden. 'Der Verstorbene war der Vater des zu Ostern v. I. von dem damaligen Fähnrich zur See Hussener erstochenen Artilleristen Hartmann. Der Gram über 'das grausige Ende des Sohnes hat dazu beigetragen, den tief, gebeugten Vater in's Grab zu ziehen. Gondorf an der Mosel. Gutsbesitzer Karl Gail wurde unweit seines Hofes erschossen aufgefunden. Man hält Selbstmord für ausgeschlossen. Gail lebte in sehr guten Verhältnissen. Herkensiefen. Die Eheleute Salomon Eckstein und Frau feierten hier das seltene Fch der diamantenen Ein sehr bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich zu Fleußmühle. Stellmacher König von Central, welcher zu Fleußmühle eine Anzahl Bäume gekauft hatte, war mit dem Fällen derselben beschäftigt. Unglücklicherweise gerieth sein Lehrling Hubert Venjakob von Oben zum Holz unter einen fallenden Baum; der Aermste war sofort todt. Frovinz Kessen-Maflau. H e r s f e l d. Das Spielen mit Schußwaffen hat hier einen schweren und gleichsam eigenartigen Unglücksfall zur Folge gehabt. Der 14jährige Sohn des Gastwirths Glebe hantirte mit einem geladenen Terzerol, wobei ihm der Schuß in die Hand ging. Er verheimlichte den Unfall seinen Eltern, rückte, schließlich, als ihn die Schmerzen dazu zwangen, mit der Wahrheit heraus, worauf er in's Landkrankenhaus gebracht wurde. Durch die in die Wunde gedrungenen Pulvergafe war aber eine Blutvergiftung entstanden und inzwischen soweit fortgeschritten. daß dem Jungen nicht mehr zu

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Frl. Elsie Whelan, die Braut von Robert Goelet. Frl. Whelan ist eine der reichsten und schönsten Gesellschasts-Damm von Philadelphia und Robert Goelet ist ein mehrfacher Millionär von New York. Zur Noth können es beide wagen, in den Ehestand zu treten, ohne befürchten zu müssen, Hunger zu leiden.

helfen war. Er starb nach kurzer Zeit. K a ß d o r f. Ein schrecklicher Unglllcksfall ereignete sich in der hiesigen Kirche. Seit vielen Jahren schon besorgte Glöckner Riemenschneider, der im 77. Lebensjahre steht, das Läuten und Aufziehen der Kirchenuhr. Unglückstage hatte er die Kirchenuc oezoaen und stieg dann die Treppe hinauf, um die Uhr aufzuziehen, kehrte aber nicht zurück. Auf sein Rufen eilten Leute herbei und fanden ihn auf dem Rücken liegend. Wie man annimmt, ist er rücklings die Treppe herunter auf den Boden gefallen. O st e r s p a i a. R. Auf demBahndämm wurde die völlig verstümmelte Leiche der Frau des pensionirtenBahnWärters Reifferscheid gefunden. Augenscheinlich liegt Selbstmord vor. Die Frau war ohne Angabe des Grundes von ihrer Wohnung fortgegangen und hatte sich zum Bahndamme begeben.-, Rothenburg. Metropolitan Nothnagel dahier- konnte auf eine 25jährige Thätigkeit als Seelsorger in unserer Stadt zurückblicken und zugleich das 25jährige Jubiläum als Kreisschulinspektor feiern. Aus diesem Anlaß wurden dem Geistlichen Ehrungen mannigfacher Art erwiesen. Frankfurt. Klavierhändler Hermann Lichtenstein wurde in seinem an der -Zeil belegenen Bureau ermordet; der Kassenschrank wurde ausgeraubt. In ber Mordsache wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen, doch konnten sich alle bis auf einen ausweisen und wurden auf freien Fuß gesetzt. Der in Haft behaltene Mann hatte Blutspuren und einige leichte Verletzungen an sich. Die Leiche des Ermordeten lag vor einem Bechsteinflügel.. Der Kopf ist furchtbar zugerichtet. Die ganz erheblichen SchädelVerletzungen scheinen von einem Eisen oder schweren Holzstück herzurühren. Um den Hals war ein Strick acht- bis zehnmal geschnürt. Wahrscheinlich liegt ein Raubmord vor. Eine auf dem Niederwald gefundene Leiche ist als diejenige des ConcertsängersGeorg von Lauser von hier agnoscirt worden. Beim Auffinden der Leiche sollen Revolver und Uhr noch bei ihr gelegen haben. Beim Abholen waren beide Geaenstände nickt mehr vorbanden. Zierenoerg. Da lenene der goldenen Hochzeit feierten der Schneidermeister Ludwig Kanngießer und seine Ehefrau Anna Elisabeth, geb. Thon. Das Jubelpaar (77 und 73 Jahre alt) konnte den Tag in verhältnißmäßig uter körperlicher und geistiger Frische begehen. Mtterdeutsche Staaten. A l t e n b u r g. Herzog Ernst hat für den Umbau des hiesigen Hoftheae ters 200,000 Mark zur Verfügung gestellt. Der noch nicht vierzehn Jahre alte Otto Franke aus Ronneburg hatte sich wegen versuchten Mordes vor der hiesigen Strafkammer zu verantWorten. Er hatte einen Mordversuch auf die 87jährige Lehrerswittwe Theit in Ronneburg verübt, um sich in den Besitz von Geld zu setzen. Das Gericht verurtheilte ihn zu sechs Jahren Gefängniß. Blankenburg a..H. Ein Opfer seines Berufes ist nunmehr, doch noch der Heizer Carl Heitmann geworden, der bei dem Eisenbahnunfall bei Derenburg verbrüht wurde. Der Tod erlöste hier den Schwerleidenden. Braun schweig. Ein Schadenfeuer entstand in dem Hause des Kaufmanns Stöcker, Ecke der Nord- und Gesostraße. Beim Abfüllen von Benzin war dieses in Brand gerathen, der sich schnell ausbreitete und erheblichen Schaden anrichtet..

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Wirklicher Schinken.

Aus einem süddeutschen Städtchen wird das folgende heitere Erlebniß aus der Theaterwelt berichtet: Es war unter der Direktion O., die oft die wunderbarsten Dekorationsstücke durch den Regisseur in der ganzenStadt leihweise zusammenholen ließ und überHaupt sparsam war. Ich hatte alsFeuerwehrmann öfter auf der Bühne Dienst und war mit den meisten Bühnenmitgliedern bekannt, so daß ich mir auch einmal einen Scherz erlauben durfte. Eines Abends es wurde Halbe's Mutter Erde" gegeben nahm ich auf dem Weg zum Theater für 5 Pfg. kalten Aufschnitt mit, den ich auf die Platte der in einer Ecke schon bereit stehenden gedeckten Tafel prakticirte. Der zweite Akt begann, die Trauerversammlung nahm an der Tafel, die inzwischen natürlich auf die Bühne gestellt worden war, Platz, und ich beobachtete von der nächstenCoulisse aus die Wirkung meiner realistischen Einlage. Alle griffen ohne Zeichen großer Ueberraschung zu und fingen an, zu essen. Plötzlich stutzte die jugendliche Liebhaberin, Frl. B., indem sie ihrem Tifchnachbarn zuraunte: Du, Willi, merkst Du nichts? Das ist ja wirklicher Schinken! Ich glaube, der Direktor ist verrückt geworden!" Alles Irdische ist vergänglich! Ueber die Zerstörung von Nähnadeln, Stahlfedern u. s. w. hat ein Engländer bemerkenswerthe Versuche angestellt. Von diesen Glegenständen werden alljährlich, weil jeder sie nöthig hat, Millionen Stück verbraucht, und doch sieht man sie nirgends herumliegen. Wo bleiben sie? Bei dem Versuch wurden einige Hundert Mes-sing-und Stahlstecknadeln,Nähnadeln, Hutnadeln und Stahlfedern in dem Winkel eines Gartens niedergelegt, wo sie allen zerstörenden Einflüssen der Witterung ausgesetzt waren, ohne daß unberufene Hände sie berühren konnten. Das Ergebniß kann überraschen. Die gewöhnlichen Haarnadeln waren, im Durchschnitt von 154 Tagen, die ersten, die zu bräunlichem Rost vergangen waren; fobald sich dieser gebildet hatte, wurde er vom Winde fortgeblasen, und nach sieben Monaten konnte man nicht mehr die geringste Spur von den Nadeln entdecken. Bei den gewohnlichen weißen Stecknadeln dauerte es 18 Monate, die messingenen waren indessen schon lange vorher von Grünspahn zerfressen worden. An den Federhaltern waren nach 15 Monaten die Stahlfedern vollständig Weggerostet, während die hölzernen Griffe sich fast gar nicht verändert hatten. Möglich, daß die Farbe darauf zu ihrer ErHaltung beitrug. Die polirten kleinen Stahlnadeln hielten sich am längsten, über zweieinhalb Jahre. Am widerstandsfähigsten jedoch erwies sich ein schwarzer Bleistift. Er schien völlig unzerstörbar zu sein, denn sowohl das Holz als auch der Graphit blieben vollkommen erhalten, während weit härtere Dinge der Zerstörungskraft der Nätur längst anheimgefallen waren. Die ersten japanischen Kriegsschisse. Wie der spätere Admiral Reinhold Werner als Theilnehmer an der von GrafEulenburg geführten ersten preußischen Handelsvertrags - Expedition nach Japan (1861) erzählt, hatten die Japaner schon 13 Jahre, bevor die Sunrah" 1869 auf der Rhede von Deddo vom Stapel lief, drei sehr eigenthllmliche Fregatten, die 1856 nach russischen Zeichnungen gebaut waren. Und das ging so zu. Werner schreibt: Da denBaumeistern kein europäisches Modell zu Gebote stand, suchten sie Ersatz inZeichnungen und fanden diese auch in einer der öffentlichen Bibliotheken in einem russischen Werke über Schiffsbaukunst zu ihrer großen Freude sehr ausführlich ' und genau. Es wurde nichts gespart, das schönste Holz, das beste Metall ward verwendet, und nach zwei Jahren schwammen die neuen mächtigen Schiffe stolz auf dem Wasser. Die Fregatten erstanden als getreue Abbilder der russischen Zeichnungen leider aber stammten diese aus der Zeit Peters des Großen, und so sahen die Europäer zu ihrer großen Verwunderung plötzlich drei unerklärliche Fahrzeuge in der Bai von Nagasaki erscheinen, während die Japaner bald bemerken mußten, daß sie Monumente längst vergangener Zeiten geschaffen hatten. Die erste Probe war demnach schlecht ausgefallen; allein man ließ sich dadurch nicht abschrecken. Holland und England schenkten als Zugabe zu ihren ersten Handelsverträgen jedes einen Kriegsdampfcr. Jetzt hatte man Modelle und begann auf's Neue. Nach abermals zwei Jahrsn erschienen zwei sehr schöne Kriegsdampfschiffe unter weißer Flagge mit rother Kugel (der japanischen) auf der Rhede von Jeddo. Die japanische Mannschaft kletterte so flink in der Takelage herum, als gehörte sie einer Gott weiß wie alten Marine an. Sie waren von holländischen Seeofficieren in zwei Jahren ausgebildet. Man ersuchte Holland auch um Ingenieure zum Bau einer Maschinenfabrik. Diese kamen. Als wir im Mai 1861 zuletzt in Nagasaki waren, fanden wir die Anstalt bereits in vollem Betriebe, und eine DampfMaschine von 250 Pferdekraft für eine Korvette sowie eine andere von 700 Pferdekraft für eine schwere Fregatte waren in Angriff genommen.

Für die Küche.

V r a u n e K o h i r a b i. Die Kohlrabi werden geschält, in Stückchen ge schnitten, mit kochendem Wasser gebrüht und abgegossen. Indessen läßt man etwas Butter nebst einem Stückchen Zucker hellbraun werden, giebt die Kohlrabi hinein, läßt sie unter häufigem Schwenken weich werden, streut einen Löffel Mehl darüber, gießt etwas Brühe dazu, salzt sie, läßt sie verkochen und giebt sie zu Bouletten oder Schnitzeln. GerührteEier. Man schmelze y8 Pfund Butter und gebe eine zu feinen Spänen geschnitzelte Trüffel und 12 Eßlöffel voll fein gewürfetter Champignons dazu, nebst etwas Salz und Pfeffer. Dann schlage man sechs ganze Eier daran und rühre mit einer feinen, weißen Holzkelle die Masse so lange, bis sie sich zu einem schönen Brei verdickt hat. Inzwischen hat man halbirte Scheiben von englischemWeißbrod (wo es dies nicht giebt, kann man anderes Weißbrod verwenden) auf beiden Seiten schnell in Butter angebraten, legt diese nun nebeneinander auf eine heiße Schüssel und giebt schnell die Eiermasse darüber, die natürlich sehr heiß aufgetragen werden muß, selbstverständlich hatte man sie vorher auf Salz abgeschmeckt, denn dafür giebt es kein genaues Maß. Hecht (Pike) mit Klößchen. Ein Hecht, welcher gereinigt, gespalten und von der Rückengräthe befreit ist, wird in Stücke ges chnitten und in einen mit Butter ausgestrichenen Topf gelegt. Man fügt einige Scheiben Zwiebeln, sowie Sellerie- und PetersilienWurzel, Salz, eine Prise Weißen Pfeffer und einige Gewürzkörner hinzu, übergießt die Fischstücke mit y Quart Wasser, sowie einem halben Theelöffel Extrakt und läßt sie darin eine Viertelstunde dämpfen, worauf man ein Stück frische Butter mit einem Theelöffel Mehl durchknetet und dieses der Brühe zum Weiterkochen beifügt. Inzwischen werden Pfund Butter zu Schaum gerührt und mit der feingehackten Hechtleber, yz Pfund geriebener Semmel, drei ganzen Eiern, Salz, Muskatnuß gut vermischt und daraus runde Klößchen gedreht, die in SalzWasser abgekocht werden. Alles zusammen wird mit gehackter Petersilie angerichtet. Französische Suppe. Einige Petersielienwurzeln, Porree, Mohrrüben, Wirsingkohl, Weißkohl, Sellerie, Pastinaken werden gesäubert, in Stücke geschnitten und einige gebratene Zwiebeln dazu gegeben. In einer Kasserolle läßt man ein Stück Ochsenfleisch und Kalbsknochen anbraten, fügt Wasser, Salz und die vorbereiteten Gemüse bei und läßt das Fleisch langsam weich werden. Beim Anrichten nimmt man das Fleisch und die Gemüse heraus, gießt die Brühe über Weißbrotschnitten und servirt das Fleisch mit den Gemüsen , zur Suppe. Sauerkohl - Auf lau f. 8 bis 10 große Kartoffeln werden geschält, gewaschen, abgetrocknet und gerieben, mit zwei Siern, einigen Löffeln saurer Sahne und etwas Salz ver-. mischt. Unterdessen hat man Pfund Sauerkohl in wenig Wasser weichgedünstet und einige feine Scheiben von nicht zu scharf geräuchertem rohen Schinken geschnitten. Nun wird eine Auflaufform mit Butter ausgestrichen und die Hälfte der - Kartoffelmasse hineingegeben, darauf legt man eine glattgestrichene Schicht Sauerkohl und dann die Schinkenstückchen, gießt, wenn nöthig, noch 14 Tasse Brühe oder auch nur Wasser darüber und als Schluß den Rest des Kartoffelteigs, legt kleine Butterflöckchen obenauf, schiebt die Speise in den Bratofen und läßt sie etwa 1 Stunde backen, bis die Oberfläche schön braun geworden ist. Geschmorte Kalbsbrust. Zubereitung 2 Stunden. 3 Pfund gut zurechtgemachte Kalbsbrust werden in heller Butter auf beiden Seiten schön angebraten, dann gießt man 1 2 Tassen Fleischbrühe darüber, gibt 2 3 Selleriescheiben, einige Mohrrüben, 2 mittelgroße Zwiebeln, 2 Nelken, einige Pfefferkörner und ein halbes Lorbeerblatt hinein und schmort das Fleisch auf gelindem Feuer unter Begießen und Umwenden weich und braun. Wenn nöthig, kann etwas Brühe nachgegossen werden. Ist das Fleisch gar, so nimmt man es heraus, kräftigt die Sauce mit etwas Sahne im Geschmack und gibt sie durch den Sieb entweder über die Kalbsbrust oder in die Saucenschale. Austern - Kottelets. Man bringt 1 Quart Austern mit ihrer Brühe zum Siedepunkt, läßt sie auf einem Sieb ablaufen, und schneidet sie nach dem Erkalten in kleine Stücke. Für 2 Tassen von diesen läßt man y Tasse Butter auf dem Ofen schmelzen, rührt 12 Tasse Mehl und 1 Tasse der Austernbrühe hinzu, läßt es aufkochen, würzt mit Salz, Pfeffer und Citronensaft, gibt die Austern dazu, nimmt, die Pfanne vom Ofen und schlägt 2 Eigelb durch die Masse, die man hierauf völlig erkalten läßt. Dann formt man kleine flache Kuchen in Kotelettenform, rollt diese in geriebenem Weißbrot, dann in geschlagenem Ei-, weiß und hierauf nochmals in Brotkrumen. Dann bratet man die Koteleiten in einer tiefen Pfanne in heißem Fett und gibt sie mit Krautsalat zu . Tisch.

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