Indiana Tribüne, Volume 27, Number 215, Indianapolis, Marion County, 2 May 1904 — Page 6
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Europäische Nachrichten.
Vrovinz ScSresn?ig-S,ol'lZein. H e i d e. Hier hat das Eis in diesem Wmter das erste Opfer gefordert. indem der 13jährige Sohn der Wittwe Jurgens, wohnhaft am Landweg hier selbst, im Ostpool ertrunken ist. Der Knabe hatte wahrscheinlich nicht bemerkt, daß der Pool zum Theil abgeeist war. Seine Leiche wurde später geborgen. I tz e b o e. MaschinevmeisterSchrader konnte auf eine 25io5mqe Thatig keit bei dem Geschäfisbause Carl Hirschbera zurückblicken. Dem Jubi lar wurde von den Chefs des Hauses C. Hirschberg, sowie von den Beamten und Arbeitern durch werthvolle Geschenke und Ausschmucken semer Werkstatt zum Ehrentage aratulirt. Kiel. Dem Privatdozenten und Assistenten des zoologischen Instituts an der hiesigen Universität, Professor Dr. Vanhöffen, welcher an der deutschen Südpolar-Expedition theilnahm, ist der Rothe Adler - Orden vierter Klasse verliehen worden. N o r d st r a n d. Der 82jährige Arbeiter Lorenz Damelsen verschied infolge einer Blutvergiftung. Beim Holzzerkleinern war ihm ein Holzsplitter in die rechte Hand gedrungen und er hatte die unbedeutende Wunde nicht beachtet, bis es zu spat war. Sankt - Michaelisdon n. Auf unaufgeklärteWeise brach auf dem Besitz des Landmannes Boje Haß in Westdorf Feuer aus; es griff rasend schnell um sich, so daß in kürzesterFrist das ganze Dach in ein Flammenmeer verwandelt war. Obgleich mehrere Nachbarn schnell zur Stelle waren, konnte nichts gerettet werden; 33 Stück Hornvieh und 9 Pferde kamen in den Flammen um. Gleichsfalls verbrannte das gesammte Inventar. S ü s e l. Die Ehefrau Höppner fand ihren Mann am Bettpfosten erhängt vor. Bereits vorher hatte er einen Selbstmordversuch gemacht, war aber von seiner Frau betroffen und n der Ausführung verhindert worden. Vogelsangholz (Angeln). Goldene Hochzeit feierten hier der alte Achtundvierziger Erich Jessen nebst Ehefrau. 'Frovinz Sctzkesien. V r e s l a u. Seinen Verletzungen erlegen ist der 25 Jahre alte Rangirer Oswald Scheel, der auf demOberschlesischen Bahnhofe durch eine Locomotive überfahren worden ist und schwere Knochenbrüche in Verbindung mit starkem Blutverlust erlitten hatte. Samtatsrath Dr. Kamerske, dessen thatkräftiger Initiative die Stadt das Hallenschwimmbad auf der Zwingerstraße zu verdanken hat, beging sein 25jähriges Amtsjubiläum. B i s k u p i tz. Arbeiter Konstantin Benedikt stieg bei dem hiesigen Hausbesitzer August Orlik ein und versetzte dem dort schlafenden Sohn des Hausbesitzers Johann Orlik und dem im selben Hause schlafenden Grubenarbeit?r Karl Wisgol mehrere wuchtige Schläge mit einer schweren Arbeitsaxt. Johann Orlik wurde schwer am Kopfe verletzt; durch dieAxtfchläge wurde das Gehirn bloßgelegt. Wisgol ist ebenfalls schwer, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. Der Thäter ist flüchtig. Als Motiv zur That wird Rachsucht angenommen. Gottesberg. Ein Schulknabe nahm aus der Schublade in der elterlichen Wohnung einen Revolver und spielte damit. Plötzlich krachte ein Schuß und der gerade zu Besuch erschienen Berginvalide Stieger stürzte getroffen zu Boden. Die Kugel war ihm durch das rechte Schlüsselbein in die Lunge gedrungen und konnte trotz herbeigeholter ärztlicher Hilfe nicht entfernt werden. G o r 1 1 tz. Geheimer Regierunasrath, Bürgermeister Johannes Heyne, ist infolge eines Schlaganfalles hier gestarben. Jackschonau. Hier ermordete der Knecht Zichlinski den Gutsbescher Strache, als er von diesem bei ttnem Einbruch ertappt wurde, durch Hammerschläge und verletzte die Frau des Gutsbeslners leoensaefabrlickl bnrch cefierincye. Tann räume er 'Zf Mark. Er wurde verhaftet und in das Gerichtsgefängniß eingeliefert. Krobsdors. Das'dn Wittwe Friederike Weise gehörige! Wohnhaus brannte bis auf die Kellermauern nieder. Die darin wohnende Riedel'sche Familie mußte bet dem schnellen Umichgreisen des Feuers halb nackt aus dem Hause flüchten. Man vermuthet böswillige Brandstiftung. Vteventhal. Semrnar-Ober-'ehrer Paul Nackel feierte sein 60iäbriges Amtsjubiläum. Er amtirte seit 1863 am hiesigen Seminar. " P r a u s n t tz. Ueberfabren wurde auf der Trachenberger Chaussee der Kutscher Hantke des Fuhrwerksbeltzers Juttner aus Trackenbera. Die Pferde trafen mit dem beladenen Wagen allein hier ein und wurden von den Nachtwächtern nach dem Rother'schen Gasthofe gebracht, woselbst sie von dem Besitzer in Empfang genommen wurden. S a a a n. Anlänlick, ibres 25iäb rigen Bestehens warf die Tuchfabrik Löw - Beer 50.000 Mark mx Grün dung eines Kinderheims und einer Küche mit Sveisesälen für ibre 1350 Arbeiter auö. Frovinz Fsfen. Posen. Die hiesige Strafkammer verurtheilte den Bankbeamten Cu.
gielski wegen Unterschlagung von 64, V00 Mark bei der Königlichen Land
schaftsbank hier, und den Kleriker Centowski wegenBelselteschaffunq die ser Summe zu je iy2 Jahren Zuchthaus unk fünf Jahren Ehrverlust. B entfachen. Auf dem hiesigen Bahnhof wurde der Laternenanzünder Bensch, der zwischen einem Wagen und der Maschine des Äceseritzer Zuges hindurchzugehen versuchte, von der Maschine erfaßt und überfahren. Erst geraume Zeit später fand man die Leiche. G n e s e n. Auf dem Lettberger c?ee ist der 60 Jahre alte Fischer Ro baskiewitz ertrunken. Er wollte den Weg abkürzen, als er von seinen Verwandten kam, und fand auf dieseWeife oen ;&oo. Holländerdorf. Die Gott lieb Tonn'schen Eheleute feierten das Fest der goldenen Hochzeit; aus diesem Anlaß ist ihnen die Ehejubiläumsmedaille verliehen worden. Jnowrazlaw. In der Nähe des Bahnhofes Guldenhos ist ein Raubanfall auf den Maschinenreisenden iL?warsia aus Brombera verübt worden. Dieser wurde unweit des Dorfes abseits von der Chaussee ganz zerschlagen und vernehmungsunfähig ausgesunden. Wie Baarschast war geraubt worden. Kostschin. Wirth Grüaer aus Neklahauland, der mit seiner Ehefrau in Unfrieden lebte, erschoß diese nach vorangegangenem Streite und nahm sich daraus mit derselben Waffe das Leben. Seinen alten Eltern, die in der Nähe biesiger Stadt wohnen, hatte, er zuvor von seinem unseligen Entschlüsse ttttyeilung gemacht. P a r ch a n i e. Stellmacher Stawitzki hatte im Gasthofe des Guten zu viel gethan. Auf seinem nächtlichen Heimwege verirrte er sich aus ein Ge höft, fiel in den nicht bedeckten Brun nen und fand darin seinen Tod. Wongrowitz. Kantor Kroll ist aus Anlaß der Errichtung eines evangelischen Lehrerseminars Hierselbst, m dessen Wirkungskreis der Unterricht an- der evangelischen mehrklassigen Volksschule mit eingeschlossen ist, nach 25nahriger Thätigkeit am hiesigen Ort nach Jnowrazlaw versetzt worden. Vrovinz Sachsen. Magdeburg. Auf Bahnhof Magdeburg - Buckau wurde der Ran girer Wilhelm Dolcke beim Abhängen von Wagen vermuthlich infolge von Unachtsamkeit von der Rangirmaschine an beiden Oberschenkeln überfahren. Der Schwerverletzte wurde sofort dem Sudenburger Krankenhause zugeführt, verstarb aber bei der An kirnst daselbst. Aschersleben. Der frühere Ortsschulze im benachbarten Dorfe Welbsleben, Ludolf Schröder und fei ne Ehefrau, feierten ihre goldene Hochzeit. Beide erfreuen sich noch völliger geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit. B i t t e r f e l d. Ein recht betrübender Unglücksfall, der leider den Tod eines blühenden Menschenlebens im. Gefolge hatte, ereignete sich, kurzlich m der Nacht auf dem hiesigen Bahnhof, indem der 26jährige Rangirer Hermann Hausigk, Bismarck Straße 14 wohnhaft, bei Ausübung seines Dienstes tödtlich verunglückte. Der Verunglückte erlitt durch Zerquetschung des rechten Ober- und des linken Unterschenkels so schwere Verletzungen, daß er nach wenigen Augenblicken durch den Tod von seinen Qualen erlost wurde. Halle. Das hiesige Schwurgericht hat die 37 Jahre alte Frau des Gepäckausgebers Wollenberger Hierselbst, die am id. Februar ihren Mann zu erschießen versuchte, um ihren Geliebten, den 28jährigen Gelegenheitsarbeiter Stanarius, henathen zu können, wegen Mordversuchs zu 13 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Löbersdorf. Eines der ältesten Häuser des Ortes wurde kürzlich abgebrochen. Beim Aufreißen der Dielen fand man in der sogenannten Auszuglcrstube unter dem Kachelofen zwei große Töpfe , mit alten Silbermünzen, deren Metallwerth allein ein ganz stattliches Capital darstellt. Es sind zumeist Zweithalerstücke aus dem Jahr 1700 und Thaler und Achtgroschenstucke aus den Jahren 1815 und 1816. Die Münzen sind sämmtlich recht gut erhalten. Osterweddrngen. Ein mnaer Mann von hier. Namens Lüddecke, der in der Hauptwerkstatt Buckau thätig war, hat sich zwischen hier und Langenweddingen vor einen von Magdebürg abgehenden Zug geworfen und ist sofort getödtet worden. Liebeskummer soll die Ursache des Selbstmordes geWesen sein. S ch ö n e b t es. Der hiesige Steno graphenverein Gabelsberaer" beaina in den festlich geschmückten Räumen der Centralhalle" unter großer Betheiligung seiner Mitglieder und Gäste die 25. Wiederkehr seines Stiftunastages. Frovt-nz Kannover. Hannover. Lektens tnnrm t v-v Jahre verflossen, seitdem der Arbeiter Fritz Nokahr in städtischen Arbeiten beschäftigt wurde. Nachdem derselbe 15 Jahre bei der Kanalisation gearbeitet batte. ist er seit 10 nKr Ta Wegewärter in der Eilenriede thätig. . Arbeiter Paul Temhat, Lindenerstraße 31, bekam in einem Cafe mit nnkertn No?sn, rKrH 1 Vrr.. ...wv.. fjv v.vvt.t slllll, ui VCJCll Verlaufe er von einem Unbekannten ainart lld t&av lf .. . . viutu uut uvu vu tuuc tuttc er
hielt. Dem Verletzten wurde einNoth
oeroano angelegt, woraus er rn'sKran kenhaus geschafft wurde. B o ck e n e m. Superintendent Rotermund feierte sem 25iäbriaes Amts Jubiläum als Superintendent und Pastor prim. der hiesigen lutherischen :Ä, rrv. ' ' jiuueugemeinoe. juem UOiiar wur den zahlreiche Ehrungen zu Theil. D u d e r st a d t. Im hiesigen St, Martini-Hospital verstarb der Ackermann Ludwig Stolze aus dem benachbarten Breitenberg. Am Morgen des 15. September wurde Stolze mi furchtbaren Wunden am Kopf im Bette gesunden. Durch Hiebe mit emer Axt war ihm der Schädel zertrummer und der linke Oberkiefer bis in den Rachen hmein gespalten. Stolze be zeichnete den 24jährigen Sohn tzer mann als den Thäter. D o r u m. Im benachbartenSpika wurde der obere Theil der Mühle des Besitzers Nicolai im letzten Herbsi wahrend des Sturmwetters schwer be schädigt. Jetzt ist man mit der Ausbesserung der Mühle beschäftigt. Vor Kurzem nun wurde der Besitzer der Mühle durch ein herabfallendes Holzstück so schwer am Kopf verletzt, daß er bald darauf starb. Desingerode. Das Gehöft des Landwirths Nacke ging m Flam men auf. Harburg. Erschossen hat sich im hiesigen Bahnhofshotel ein kurz vorher dort zugereister unbekannter Herr. Als derselbe sein Zimmer noch nicht verlassen hatte und auf wiederholtes Klopfen auch nicht geöffnet wurde, ließ die Polizei das Zimmer öffnen. Da fand man den Bewohner desselben mit einer Schußwunde m der rechten Schläfe als Leiche. Nach einer voraefundenen Karte scheint der Selbstmörder ein gewisser Kempkens aus Hamburg zu sem. Lamspringe. Im benachbar ten Orte Graste erschoß sich vor der Thür des Kotsaß Oppermann der aus Heilbronn gebürtige ca. 27 Jahre alte Friseurgehilfe Albert Glaser. Derselbe war zuletzt in Braunschweig in Stellung und hatte dort in einem Friseurgeschaft die Tochter des Opper mann kennen gelernt. Um sich das Jawort zu diesem Liebesverhältniß zu holen, war derselbe eigens zu diesem Zwecke hierher gekommen, wurde jedoch abgewiesen. Als Glasen auch auf mehrmalige Bitten dieses nicht erhielt. schoß sich der junge Mann in die linke Schlafe, und zwar so, zaß der Tod so fort eintrat. P a p e n b u.r g. Letztens fand man den Clark Beruh. Meyer von der Firma Schulte & Bruns hier bei seiner am Hampoel gelegenen Wohnung todt neben emem Baume liegen. Mey er, der im rüstigstenMannesalter stand und sich allgemeine? Beliebtheit erfreute, hat wahrscheinlich beim Absagen eines Baumes einen Herzschlag erlitten. S t e d e r d o r f. In der Drescherei und Sägereianlage des ZimmermeistersGustav Funke hier brach Feuer aus, wodurch diese inAsche gelegt wurden. U s l a r. Im Nachbarorte Wiensen wurde das Fillmer'sche Wohnwesen durch eine Feuersbrunst total eingeäschert. - Die amerikanische Presse konnte dieser Tage ihr 200mhriges Jubiläum feiern, indem in der Woche vom 17. zum 24. April 1704 die erste Num'me? des Bostoner ..New - Leiter" erschienen ist. Das Format der Zeitung war 7x10 Zoll und auf zeder Seite waren nur zwei Spalten. Als Redakteur fungnte der Bostoner Postmeister John Campbell. Die Zeitung war 15 Jahre lang die einzige Zeitung in Amerika, bis dann 1719 in Philadelphia und 1723 in New Aork eine Zeitung erschien. Ueber eine zweisprachige Trauung wird aus Springfield, Jll., berichtet: Ccunty - Richter G. W. Murray sollte neulich einPaar trauen, dessen bessere Hälfte, das 26jährige Fräulein Wylte Wetti, kein Englisch verstand, während der 19jährigeBräutigam, Louis Maudra, der Sprache seiner Auserwählten, des Deutschen, nicht mächtig war. Der Richter erledigte die Schwierigkeit m der Weise, daß er die Trauungsformel zuerst in Englisch hersagte, worauf der Bräutigam die Antwort gab, und dann in Deutsch, worauf dann die Braut ihr Ja sagte. Die Kaffeeschlacht. Halten Sie auch die Wirkung des Kaffees für schädlich. Herr Doktor?" Nur wenn er in Kranzchen getrunken wirv!" cbralaubbaft. Reisender einer Apothekerwaaren - Handlung: Unsere Firma ist die älteste der Welt, sie hat schon dem Apotheker in ,Romeo und Julia" seinerzeit vas Gift geliefert! Dasistwasanderes. Acht Wochen hab' ich nicht das Tageskickt aeseb'n! klagte ein älterer Mann. Um Gotteswillen, waren Sie 'denn erblindet? Nein, ich bin aber rmmer erst Abends aufgestanden und habe die Tage imrchfchlafen und die Nächte verkneivt. Ein klei rSchlauoere r. 5?rikcken: Strntt her &ni Ruprecht auch die Kinder? Tante: Gewiß, die aanz bösen hihi er s? auf. Fritzchen (ängstlich): Hoffentlich kommt er zu uns erst, wenn er schon satt ist!
Charakterstudien. Pariser Skizze von Richard O'Monroy. Er, war reizend. Sie war reizend. Die geschäftliche Seite der Sache war zwischen den Familien Dargence und.Billeroy erledigt worden. Raoul Dargence hatte Fräulein Bertha Billeroy einen Ring mit einem von Brillanten umgebenen Rubin geschickt und besaß nunmehr das formelle Recht, Fräulein Billeroy als seine liebe, kleine, süße Braut zu betrachten. Jeden Morgen brachte ein Bote Fräulein Bertha ein kostbares Bou-
quet aus weißem Flieder; jeden Abend zog Raoul den eleganten Frack an und stellte sich bei den Billeroys zum Diner em. Bei Tisch saß links von ihm Fräulem Bertha, rechts seine zukünftig Schwiegermutter, und man bemühte sich, naher mit einander bekannt zu werden. Was für Gedanken mögen hinter dieser weißen, von blonden Locken umrahmten Stirn, was für Wünsche in diesen blauen, etwas runden Augen wohnen? dachte Raoul. Es gab kleine Discussione'n zwi schen den beiden Verlobten, während welcher jeder m der Seele des andern zu forschen versuchte, aber trotzdem blieb man einander ziemlich fremd: die Eltern paßten zu fcharf auf, und die Unterhaltung hielt sich stets in den Grenzen emer correkten, steifen, Nichtssagenden Banalitat. Als daher Madame Billeroy, einer alten, lieben Gewohnheit folgend, am Fastnachtsdienstag eine Promenade über die großen Boulevards vor schlug, wurde dieser Vorschlag einstimmig angenommen: das war doch immerhin eine Abwechslung! Bei herrlichstem Sonnenschein machte man sich gegen 2 Uhr Nach mittags auf den Weg, das Brautpaar langsam, mit klemen Schritten, begleitet von den gerührten Blicken der Eltern, welche sich leise zu der gu ten Wahl, die sie getroffen hatten, be glückwünschten. Wie nett sie sind! Wie vortrefflich sie zu einander ; passen werden! Er war reizend., Sie war reizend. , ' . Inzwischen plauderten die Zungen Leute. Von der , Rue Duphot an wurde die Passage immer schwierige. Wie entsetzlich, diese Menge ist! sagte Bertha -mit einem verächtlichen Mäulchen. Wie dumm, ' gewöhnlich, grob und brutal sind doch alle diese Leute!" Gestatten Sie mir, einer etwas anderen Meinung zu sein," erwiderte Raoul sanft. Der Anblick dieser fröhlichen, bunten Menge, die sich so harmlos, ohne Falsch, ohne Hintergedanken amüsirt, erfüllt mein Herz im Gegentheil mit einer stillen Freude, und ich fühle mich von einem unbeschreiblichen Wohlbehagen durchdrungen." Wie? Sie finden diese als Frauen maskirten Strolche, diese in billigem Flitterstaat prunkenden Dirnen hübsch?" Warum nicht? Natürlich von Aesthetik ist bei allen diesen Kostümen nicht viel zu sprechen, aber sie bringen doch immerhin eine gewisse angenehme Abwechslung in die langweilige Monotonie unserer modernen Kleidung. Sehen Sie! Hier roth, hier grun, hier ein paar Stickereien, hier ein paar Spitzen mit Gold- und Silberstreifen Was thut's, daß der Sammet abgetragen, daß die Seide fadenscheinig ist? Deriemge, der sie trägt, hält sich deshalb für nicht weniger schön, nicht weniger imposant. Er geht umher wie in einem sternenges chmuckten Ä,raum. Während dieses einen FastnachtsDienstags, an dem er seinen Alltagsmenschen auszieht, seine Arbeitskleider ablegt, die ihn an so manche trübe Stunde erinnern, während dieses einen Fastnachts - Dienstags kann er sich einbilden, daß auch er einer der Mächtigen, einer der Glücklichen dieser Welt ist." Und diese Kinder? Wollen Sie auch diese kleinen Affen vertheidigen. die niedlich aussehen würden, wenn sie nicht in Zuaven-Uniformen steckten und ungeschlachte Kürassirmützen auf den Köpfen trugen? Wollen Sie auch diese Kinder vertheidigen, ja? Sie würden damit einen sehr sonderbaren Geschmack bekunden!" Nun, man muß einen Schritt weiter gehen und an die geheimen Absichten der Eltern denken. Die Eltern sehen in ihren Sprößlingen die zukünftigen Soldaten und stellen sie sich schon jetzt gerne als die Träger der großen Redanche-Jdee vor. Die Mutter hat vielleicht nur an die Freude ihres Lieblings gedacht; dem Vater aber, davon dürfen Sie überzeugt sein, dem Vater ist beim Anblick dieses Kindersäbels, dieses Käppis, dieser Achsellappen die Erinnerung an sein Regiment, seine Fahne, seinen Oberst, an die einst so vertrauten Trompetensignale wieder lebendig geworden... Verstehen Sie, was ich meine?" Oh! ich verstehe sehr gut, daß Sie recht sentimental sind! Sollten Sie nicht ein wenig hinter Ihrer Zeit zurückgeblieben sein?" Warum zurückgeblieben, mein Fräulein? Es gab und giebt Menschen. die nur nüchterne, ' prosaische!
Gedanken, und Menschen, die nur unbestimmte, unklare Gefühle und Emfindungen haben. Man muß wählen, ob..." Nun, meine Wahl ist lange getroffen! Ich halte es mit der Prosa der Gedanken! Ei, ei; wunderte ' sich Raoul im Stillen. Mir scheint, meine Braut
!ist etwas nüchtern. Aber schließlich darf man mcht nach dem ersten Em-, druck urtheilen. In diesem Augenblick hing sich ein kleiner, zerlumpter Bettelknabe mit seinen schmutzigen Händchen an das theure Kleid der jungen Dame. Bertha stieß ihn böse zurück und warf ihm ein Fünffrank stück hin, indem sie rief: Da! Mach', daß Du fortkommst, kleiner Spitzbube!" Sie haben diesem Kinde fünf Franks gegeben?" erstaunte Raoul. Warum so viel? Das ist viel zu viel! Mit dieser Summe hätten Sie zehn andern helfen können!" Sie sind wirklich ausgezeichnet!--antwortete Bertha heftig. Ich wollte mir nicht mein Kleid beschmutzen las-, sen ganz einfach!" Innerlich aber dachte sie: Sieh 'mal an! Er ist geizig! Ein sentimentaler Schwätzer und geizig! Und gerade als wollte er dieses Urtheil rechtfertigen, begann jetzt Raoul in dozirendem Ton: Ich, sehen Sie, bin im Gegentheil der Ansicht: es kommt darauf an, wie man giebt, nicht was man giebt! Hätten Sie diesem kleinen Jungen nur zehn Sous in die Hand gedrückt, Ihr Almosen aber mit einer Liebkosung, einem freundlichen Wort begleitet, Sie würden ihm eine weit größere Freude bereitet haben." Ach! mein Herr, wie wenig praktisch sind Sie doch! Ich wette, dieser kleine Bengel hat meine sünj; Franks ohne Freundlichkeit lieber genommen als etwaige zehn Sous mit einer Liebkosung!" Sie brach in Lachen aus. ein etwas gezwungenes Lachen. Die Sache nahm entschieden eine unangenehme Wendung. Beide fühlten zwischen sich, zwischen ihren Seelen eine Kluft,. die mit jedem Wort tiefer, unüberbrückbarer wurde. Die Passage gestaltete sich überdies immer schwieriger. Ringsherum drängte, lärmte, lachte eine ausgelassene Menge, ab und zu durchbrochen, von Haufen übermüthiger Masken, welche sich nicht im mindesten darum kümmerten, wen oder was sie auf ihrem Wege umstießen. Bald bekam man eine Handvoll Confetti in's Gesicht, deren Staub in die Augen drang und blendete; bald fühlte man sich durch Streifen ziemlich schmutzigen Papiers, die am Ende besenartig ausgefasert waren, am Halse, im Gesicht oder anderswo gekitzelt. Und man mußte alles über sich ergehen lassen, ohne auch nur eine Miene zu verziehen. Kein Wunder, daß diese kleinen Unannehmlichkeiten auf die Gemüthsstimmung zurückwirkten: das Brautpaar fühlte sich in einer abscheulichen Laune; von beiden Seiten regnete es Spott und Anzüglichkeiten. Wirklich hübsch, Ihr FastnachtDienstaas - Beranüaen!" rief schließlich Bertha. Wohin führen Sie mich denn eigentlich? Das ist ja einfach abgeschmackt!' Ich führe Sie, wohin ich kann. . entaeqnete Raoul wüthend. Wenn Sie glauben, daß es mir Spaß macht. . . Uebrigens gestatten Sie mir zu bemerken, daß nicht ich es war, der die dumme Idee dieser Promenade. ." Ich danke Ihnen für das hübsche Beiwort! Die Idee stammt von Mama." Aba! Emvfindlick ist sie auch! dachte Raoul, immer gereizter werdend. Jetzt habe ich ihr Bild bald vollständig! Und als in diesem Augenblick ein dickes Milchmädchen ihm mit einem schmutzigen Papierbesen unter die Nase fuhr, ergriff er wüthend den Besen und zerbrach ihn; dann, als der Bealeiter des Milchmädchens, ein halbtrunkener Musketier, mit lallender , Zunge Einspruch erhob, gab ihm Raoul eine furchtbare Ohrfeige, die jenen mit seinem federbuschgeschmückten Hut 'zeyn schritt wett uoer me Straße rollen ließ. Es entstand ein fürchterliches 5andaemenae. us dem t f I J u Bertha sich nur mit knapper Noth retten konnte, uno wayreno t mchr ohne Mühe sich zu ihren Eltern durchdrängte und den Bräutigam seinen Kampf mit dies-m süßen, von ihm so geliebten Povel fortfetzen t jag sich Bertha: Grob oeaenüber den brauen! Brutal aeaen die Männer! Dazu geizig. heuchlerisch, verlogen. . . Und das ist der, den ich heirathen sollte! Noch am nämlichen Abend erfolgte die officielle Aufhebung des Verlöbnisses: Diese kaum einstündige Promenade inmitten der maskenfrohen Menge hatte sie über ihren beiderseitiaen Mertb besser unterricktet als die zahllosen, steifen, konventionellen .Zu sammenkünfte, die sie vis zu mesem Tage gehabt hatten. Er war reizend. Sie war reizend. Aber die Moral bleibt ewig wahr: Wenn die Lerche nicht zur Zeit zu singen angefangen hatte, würde Romeo seme angebetete Julia vielleicht verabscheut haben.
