Indiana Tribüne, Volume 27, Number 214, Indianapolis, Marion County, 30 April 1904 — Page 4
Juvtana Tribune, 30. April 1004.
Indiana Tribüne. Herausgegeben von der utenbetfl E. Indianapolis, Ind.
garry O. Thudium Präsident. Geschäftslocal: No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. Kr.tered at the Post Office of Indianapolis as second dass matter. Russische Verstimmungen Aus St. Petersburg wird unS geschrieben : Während man in Rußland dem Gange der Kriegsereignisse zwar mit Aufmerksamkeit, aber ohne Verstimmung trotzdem die russischen Waffen bisher noch keine Triumphe zu erzielen vermocht haben folgt, herrscht eine um so größere Verstimmung über andere politische Ereignisse, die zwar auch Rußland angehen, aber doch eigentlich nicht so unmittelbar wie der Krieg. Zuvörderst find die allrussischen" Politiker fortgesetzt erbittert über die englischen Erfolge in Tibet. Weiß man auch noch nicht genau, welche Forderungen England an Tibet stellen wird, so ist man sich doch darüber klar, daß das Ergebnis jedenfalls ein Erfolg Englands und eine Minderung des russischen Ansehens in Mittelasien sein wird. Ganz besonders verübelt man es den Engländern, daß sie die russischjapanische Verwicklung dazu benutzt haben, den Russen in Tibet das Präveniere zu spielen. Diese Empfindlichkeit ist freilich vom objektiven Standpunkte aus unberechtigt, denn England hat sich lediglich als den gelehrigen Schüler Rußlands gezeigt, daß ja seinsrzeit die englischen. Schwierigkeiten in Südafrika benutzt hat, um feine oftasiatische Politik rücksichtslos zu betreiben. Daran erinnern sich aber selbstZ verständlich die Verstimmten" in Rußland nicht. Hier möchte ick einschalten, daß diese Verstimmung nicht bis in die aller-, höchsten Kreise reicht. Der russische Kaiser möchte im Gegentheil gern das Verhältniß zu England freundlicher gestalten, und König Eduard, der einen nicht geringen Einfluß auf seinen kaiserlichen Neffen ausübt und diesen Einflüß auch zu benutzen versteht ' wie er denn überhaupt eine viel regere und aktivere Politik treibt, als man auf dem Kontinent anzunehmen beliebt , unterstützt den Zaren eifrig in dem Bemühen, das Verhältniß zwischen den beiden Ländern nicht auf die Spitze zu treiben. Trotz dieses guten Willens der beiden Staatsoberhäupter bleiben aber natürlich sowohl die thatsächlich vorhandenen Jntereffengegensätze wie die Volksftrömungen in beiden Ländern zu berücksichtigen. Auch in dem absoluten Rußland sind, das darf man nie vergessen, die politischen Stimmungen der nichtoffiziellen Kreise eine Macht, die unter Umständen stärker ist, als der Wille des Zaren. Fast noch mehr aber als gegen England richtet sich die Mißstimmung in Rußland gegenidas verbündete Frankreich. Das l englisch-französische Abkommen über Marokko, Siam u. f. w. hat in Rußland das Mfühl wachgerufen, als habe sich Frankreich von England zum ZVerrathe am russischen Verbündeten verlocken" (diesen Ausdruck braucht die einflußreiche Nowoje Wremja") lassen. Da der Vertrag eigentlich für Frank reich günstigerst, als für England und da insbesondere das durch das Abkommen über Marokko gesteigerte Uebergewicht Frankreichs im südwestlichen Theile des Mittelmeeres für Rußland keineswegs unangenehm zu sein braucht, so wäre einso starke Ereiferung über daa englich-französifche Abkommen nicht von Nöthen. Wenn aber diese Ent rüftung thatsächlich vorhanden ist, so wird gerade dadurch zweierlei bewiesen, erstens die instinktive Abneigung gegen England, das man am allerliebsten mit aller Welt I verfeindet sehen möchte,' und zweitens dasMißtrauen gegen la belle France, der man in der Politik den Ehebruch ebenso zutraut, wie er im Leben dort häusig ist. Frankreich hat bekanntlich in der Balkanfrage nicht immer an einem Strange mit Rußland gezogen, es hat soweit die offiziellen Kreise in Frage kommen gegenüber den russischen Kriegsnöthen bisher die äußerste Reserve bewahrt und wenn nun dazu noch die gesteigerte Intimität mit England kommt, . das nun einmal von den weitesten Kreisen, in Rußland als natürlicher Gegner betrachtet wird, so kann man die russische Verstimmung woh! begreifen: man muß sie aber nicht
sowohl auf das objektiv-politische, wie auf das psychologische Moment zurückführen. . Der Dampferbesitz der Hauptschifffahrtsländer stellt sich nach den letzten Aufzeichnungen des Britischen Lloyd gegenwärtig wie folgt: Voran steht England mit 7530 Schiffen und 13,410,894 Brutta-Tons, wozu noch die englischen Kolonien mit 1023 Schiffen und 782.683 Tons treten. An zweiter Stelle folgt Deutschland mit 1425 Seedampfern und 2.794.311 Tons. Die Ozeandampferflotte der Vereinigten Staaten zählt 862 Fahrzeuge und 1.220.995 Tons. Frankreich folgt mit 717 Dampfern und 1.153,761 Tons. Norwegen hat 962 Dampfer und 935.229 Tons, Spanien 459 mit 720,822 Tons, Italien 365 mit 704,100 Tons, Holland 360 mit 613,219 Tons, Rußland 573 mit 578,343 Tons, Oesterreich - Ungarn 267 mit
557.745 Tons. Schweden 750 mit 502,531 Tons, Dänemerk 385 mit 383.968 Tons. Gegen das Jahr vorher haben mit Ausnahme von Spanien, das 15,000 Tons Rückgang hatte, alle Staaten ihre Tonnage vermehrt. Die Vereinigten Staaten haben mit einer Zunahme um 125,600 Tons Frankreich überflügelt. das nur 49,000 Tons gewonnen hat. England hat wieder 513,000, seine Kolonien haben 28,000 Tons mehr. Deutschland hat mit 158,000 Tons nächst England auch in der Zunahme den zweiten Platz. Norwegen hat um 68.000, Italien um 12,000, Holland um 58,000, Rußland um 22.000, Oesterreich-Ungarn um 28,000. Däne, mark um 44,000 Tons seine Handelsflotte verstärkt, '- . Interessant ist eine Zusammenstel lung der Durchschnittsgröße der Dampfer nach Ländern, die auf Beschaffenheit und Verwendungsart der nationalen Flotten einige Schlüssen zuläßt. Voran stehen hier Oesterreich mit durchschnittlich 2089 Tons und Deutschland mit 1961 Tons. Es folgen Italien mit 1922, England mit 1781, Holland mit 1703, Frankreich mit 1609, Spanien mit 1570, die Vereinigten Staaten mit 1416, Dänemark mit 1256 Tons. Rußland hat eine durchschnitt liche Tonnage von 1009, Norwegen von 972, die englischen' Kolonien von 765, Schweden von ' 670 Tons. An der Spitze stehen also die Nationen, bei denen die festen transozeanischen Linien einen beträchtlichen Theil der Tonnage stellen. Am Schluß stehm die vorwiegend Küstenschiffahrt treibenden Nationen. Arbeiter - Maienfest, morgen Abend in der Südseite Turnhalle. Excellentes Concert - Programm. Eintritt 15 Cents. Gase-Ball. A m e r i c a n A s s o c i a t i o n. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: Indianapolis, 29. April. Indianapolis ; .1 0000003 0 4 St. Paul. ....0 1 3000 1 1 0 6 ,. Toledo, 29. April. Toledo.... ..1 00110000 14 Kansas Cityl 00010010 0 3 Columbus, O., 29. April. Colnmbus. . ..10041102 9 Milwaukee ....0 1 1 0 3 0 0 0 0 5 Louisville, 29. April. Louisville. ... .0 1 0 0 0 0 0 0 0 1 Minneapolis....0 1 0 0 0 1 0 0 2 Na t i on a l-L i g a. New York, 29. April. New York ..'..1 0 0 0 0 0 1 0 2 Boston ..001 000000 1 St. Louis, 29. April. St. Louis....20 00 0 0 0 0 13 Cincinnati ...00000 0400 4 Die anderen . Spiele fielen wegen Regenwettecs aus. Aus Eisenbahnarbeiter-Kreisen. Die Kesselschmiede und Gehülfen in den I. D. & W. Werkstätten, . welche die Arbeit am .Mittwoch einstellten, weil die Co. viele ältere Leute abgelegt hatte, sind mit diesen zur Arbeit zurückgekehrt, weil die Co. nachgegeben hat. D a g e g e n s i n d von der Pennsylvania Bahn 400 Mann, die in den Werkstätten im Ostende , beschäftigt geWesen waren und deren Arbeitszeit neulich auSSparsamkeitsrückfichten"bedeu tend gekürzt worden war, jetzt bis auf Weiteres" ganz abgelegt worden.
Ans den Gerichtshöfen.
Eine wichtiae Entscheidung des StaatsObergerichts. I Alley-Wirthschaften sind ungesetzlich. Das Staats-Obergericht hat gestern eine Entscheidung abgegeben, derzufolge jede Wirthschaft, welche an einer Alley belegen ist, ungesetzlich ist, und daß alle derartige Wirthschaften geschlossen wer den müssen, ob die betreffenden Wirthe von den County-Commissären auch ihre Licensen erhalten und die Steuern be zahlt haben oder mcht. In der Entscheidung wurde ' darauf hinr - r. . or ? . r . . . ' ' m aemmm. dqk oas uamonon be setz ausdrücklich vorschreibt, daß Wirthschaften ausschließlich an Stra ßen, resp. Landstraßen etablirt sein müssen. Die Thatsache, daß eine Alley eine Straße genannt wird, ändert an den Bestimmungen des Gesetzes nichts. Sollte dasselbe in Zukunft in hiesiger Stadt strikt durchgeführt werden, so müßten eine ziemlich bedeutende Anzahl Wirthe ihre Locale schließen. Ob aber der Staatsanwalt in solch vigoroser Weise vorgehen wird ist noch dahingestellt, und zweitens ist es noch sehr fraglich, ob eine Jury ae funden wird, welche Wirthe, die z. B. an der Wabafh-, Court- oder PearlStr. etablirt sind, für schuldig befinden würden, daß sie das Nicholson Gesetz verletzt haben. Diese, dem Muckerthum höchst genehme Entscheidnng des höchsten Gerichts im Staate erfolgte anläßlich einer Appellation des Wirthes James E. Harrison von Noblesville. Derselbe hatte von den County - Commissären von Hamilton County eine Licens erhalten, an der. Ecke der Court und O'Brien Straße in Noblesville eine Wirthschaft zu führen. Die Straßen sind in Wirklichkeit 16 Fuß breite Alleys, welche einen Square durchqueren, der von Straßen, die 60 Fuß breit find, umgeben ist. Harrison war unter den Bestimmungen des Nicholson Gesetzes in Anklagezustand versetzt worden. Im Gericht wurde er, jedoch freigesprochen, worauf der Staat appellirte. Das Obergencht hat jetzt also, wie erwähnt, zu Gunsten des Staates entschieden. . ns; ..... ... . ....... ' : 75. Klage weg e n d e r E r 6 schasts-Steuer. , Der Bundes-Diftricts-Anwalt hat gegen die Union Trust Co., TestamentsVollstrecker von Samuel Bayard, auf Zahlung der rückständigen Erbschaftsfteuer von S515.00 eingereicht. Bayard war ein Bürger von Evansville und sein Nachlatz ist auf $390,082.40 abgeschätzt worden. C r i m i n a l g e r i ch t. Im Kriminalgericht ist der Fall des Makler's Mitchel S. Meyberg. welcher beschuldigt ist, Eisenbahn-Tickets gefälscht zu haben, bis zum Juni verschoben worden. Der Fall sollte am 3. Mai zur Verhandlung gelangen. Eheleid e i n es T h i er a rz tes. Richter Leathers erlaubte gestern dem Thierarzt Peter Hoffmann, ein Amendement zu der von demselben gegen seine Frau Jda Hoffmann erhobenen Scheidungsklage einzureichen. Er beschuldigt dieselbe, ihn und seine betagte Mutter in liebloser Weise behandelt und durch ihr Benehmen die Greifin aus dem Hause getrieben zu haben. Durch einen Vergleich erl e d i g t. : Die von Orla A. Woody gegen die Big Four-Bahngesellschaft eingereichte Schadenersatzklage' ist durch einen Vergleich erledigt worden. Kürzlich wurde dem Woody $3000 Ersatz zugesprochen. Richter Leathers erklärte gestern, daß wenn der Kläger sich nicht mit einem geringeren Betrag zufrieden geben würde, er der Bahngesellschaft einen neuen Prozeß bewilligen werde. Zwischen den Anwälten der beiden Parteien fand hierauf eine Conferenz statt, in welcher man sich schließlich auf die .Summe von $2000 einigte. , , Nachlaßgerich t. Im Nachlaßgerichse wurden gestern folgende Bürgschaften gutgeheißen: Nora M. Mazelin, Vormünderin von Walter Mazelin, $400; Mary Runkholter, Vormünderin von Maurice und Anna Welch, $400. Geschiebe n. Richter Leathers bewilligte' Frau Ennis die Scheidung von ihrem Gatten Charles B. Ennis. : Weiffenbach'S Wirthschaft No. 1401 Madison Avenue.
Falscher Alarm.
Der letzte Nacht um 11 Uhr 45 vom Kasten No. 713 gegebene Alarm rief die Feuerwehr nach der St. Clair und Ogden-Straße. Als die Löschmannschaft dort anlangte, stellte es sich heraus, daß der Alarm ein falscher war. Grundeigenthums - Uebertragungen William A. Coylor an Mary A. Lynch, Theil von Lots 3 und 4, Square 3, Huntington's Addition. Town Cumberland, $1350. Catherine Moran zc. an Frederick W. Jungclaus, Lot 30, Traub's westliche Addition, nahe Washington Str. und Miley Ave., $1000. Flora S. White an George W. Brown 2C, Lot 6, Routh's Subdivision, Addition' von Johnson's Erben, $1000. Frederick W. Jungclaus an Catherine und Agnes Moran, Loi 173, Woodruff Place, East Drive, $6000. Ellen Donlon an Patrick Davis, Theil von Lot 32. Blake und Ray's Subdivifion, zwischen Washington Str. und der National Road, östlich vom Flusse. $5500. Abram G. Brower an die Vrower & Love Bros. Co., Theil von Außenlot 149, Grundstück der Baumwollen-Fa-brik am Flusse, $50.000. Henry F. Bakemeyer an William Alonzo Carr :c., Lot 33, Brasham & Holmes Subdivifion von Außenlot 100, nahe Bradsham Str. und Vir ginia Ave., $100. Anthony F. Kleinfchmidt an Chauncey A. Street, Lot 15, Block 3, GrandView Addition, östlich yon College Ave., nördlich von 27. Str.. $3000. volk-,hngirnc m Japan. Organisation der öffentliche Gesundheits pflege im Cljrysantlzcmumstaate. Die Organisation des japanischen Gesundheitswesens schließt sich der Verwaltung des Landes an; dem Minister des Innern untersteht die Centralgesundheitsabtheilung. Sie stützt sich in ihren Maßnahmen und Veschlüssen auf die ihr berathend zur Seite stehende Centraldeputation für das Gesundheitswesen und auf die staatlichen hygienischen Laboratorien in Tokio, Jokohama und Osaka. Die Landesorgane gliedern sich eng an 'tie- voli tische Eintheilung des Landes an, in den untersten Selbstverwaltungskörpern, den Städten, Märkten, Dörfern überwacht der Gemeindevorsteher das Gesundheitswesen. Außerdem aber haben sich in den meisten Gemeinden hygienische Genossenschaften gebildet, indem die Bürger eines Stadtviertels sich freiwillig zur Erfüllung gewisser hygienischer Maßnahmen zusammenschließen. Die Leistungen der Organisation des Gesundheitswesens treten klar in der Gesetzgebung hervor. Die Ausübung der Heilkunde ist an die staatliche Approbation gebunden, der Arzneimittelverkehr streng geregelt. Die Beaufsichtigung der Lebens-, Genußmittel und Gebrauchsqeqenstände liegt in den Händen der Polizei. Da der Fleischverbrauch sehr gering, die Hauptnahrung Zerealien sind, ist Fälschung der Nahrungsmittel sehr selten. Gewerbe und wohnungshygienische Verordnungen sind nur sehr veremzelt zu smden, denn von einem Großbetrieb ist in Japan kaum die Rede, und die Anlage des japanischen Wohnhauses läßt eine eigentliche Luft-, Licht- und Temperaturfrage kaum aufkommen. Was die Assamrung der Ortschaften anbetrifft so sind eine ganze Reihe von Städten kanalisirt und mit Wasserleitunqen verseben, die Beseitigung der Abfallstoffe geschieht nach Tonnen- oder Grubensystem: wenig ist dagegen bisher gegen die Verunreinigung der Flüsse und Straßen geschehen. Zur Be7ämpfung der Jnfektionskrankheiten dient vor allem die gesetzliche Anzeigepflicht, der die Ueberführung der Kranken in ein Spital und die Desinfektion der. Wohnung auf dem Fuße folgt. Besondere und zwar theilweise sehr einschneidende Maßnahmen richten sich gegen die Cholera und ihre Verschleppung. Auch die gesetzliche SchutzPockenimpfung findet sich in Japan, wie auch eine Reihe, schulhygienischer VerOrdnungen. Es fehlt dagegen die geschliche Leichenschau, wenn auch die Erlaubniß zur Beerdigung erst nach Vorweis eines ärztlichen Zeugnisses oder des eines Nachbars der betreffenden Person ertheilt wird. Nahezu 40 Prozent aller Leichen werden verbrannt. Citronen-Mehlspeise. Man nimmt von , Pfund. Butter nur so viel hinweg, als man bedarf, um die Form auszustreichen,. und zerlasse das übrige. Man gieße es klar vom Bodensatze ab und rührt es zu (Fahne. Nach und nach kommen sechs Eigelb, Pfund Zucker, die auf Zucker abgeriebene Schale einer großen Citrone,, zuletzt, auch der Eierschnee hinzu und nach diesem der Saft der Citrone. Man bäckt den Auflauf 20 Minuten bis j Stunde. , Er muß immer noch fließend sein und man gibt ihn ohne Sauce.
Malayische Frauen.
. Jede länger währende Arbeit, die von Frau.-r verrichlit werden kann, überläßt der Malaye gern seinem Anhang, zumal den älteren Weibern und erwachsenen Kindern, während er sich mit feiner jungen Lieblingsfrau und den kleinen Kindern einem füßen Nichtsthun, Licbeständeleien und Cigarettenrauchen hingiebt. Die malayischen Frauen, zumal die jungen, sind meist überaus zierliche, schlanke, geschmeidige Gestalten, welche viel Werth auf Kleidung, Schmuck, Gang und Bewegung legen. Sie lieben den Putz und Jasminduft, hüllen ihre schlanken Glieder und den Kopf lieber in bunte Seidenmcher als in aedrucktes Linnen und verschmähen es nicht, ihre etwas dunkle Hautfarbe durch Auflegen von Reispuder zu verschönern, wodurch ihre Augen noch dunkler hervortreten und ihren Lip pen' ein helleres Roth verliehen wird. Die junge Schöne ziert an Festtagen ihr rabenschwarzes Haar mit Jasminblüthen. Gold- und Silbernadeln, und trägt ihren gesummten Gold- und Silberschmuck, in vielen Finger- und schweren Armringen und Hüftengürteln bestehend, zur Schau. Die meisten Ersparnisse werden von ihnen in reinen schweren Goldringen für Finger. Arme Ohrgehänge und auch Fußgelenke angelegt, behalten so ihren Werth und sind am sichersten vor Diebstahl bewahrt. Bereits kleine Kinder tragen häufig diesen Schmuck, z. B. auch Gold- und PUberherzchen, an einem Bindfaden um die Hüfte befestigt vor ihrem dicken Reisbäuchlein, ohne sonst irgend ein Kleidungsstück zu besitzen. Die Säuglinge werden in entsprechend geschlungenem Sarong beim Säugen nach vorn an der Brust und sonst auf dem Rücken getragen und wechseln nach den ersten Monaten diesen Platz mit den zwei Hüften der Mutter, indem sie, vom Saryng gehalten. rücklingZ auf einer derselben sitzen. Bis zum Alter von sechs Jahren wachsen sie frei und meist unbekleidet auf und bieten mit ihren Reisbäuchlein einen drolligen Anblick. Nur bei kälteren Regentagen drapiren sich auch diese kleinen braunen Helden mit dem Sarong, in welchen sie sich einhüllen und ein höchst malerisch-komisches Motiv bieten. Fast alle jüngeren Leute, Frauen, Mädchen und Kinder, rauchen selbstgefertigte Cigaretten, während die Eltern mehr den Siri und Betel kauen und dadurch dem Auge des Europäers einen widrigen Anblick gewähren. Zum Betelkauen gehören fünf verschiedene Theile, die alle , gesondert für sich in reizend gearbeiteten Messing-, oder Kupferdöschen sorgfältig aufbewahrt werden. Es sind Stückchen der Betelnuß, einer Frucht der Penang- oder Areka - Palme, welcher Kalk, gelder Gambir und feingeschnittener Cigarettentabak beigefügt und gemengt werden. Dies alles wird in das Blatt der Siripflanze eingewickelt, in den Mund geschoben und ebenso wie der Kautabak mit den , Zähnen weiterbearbeitet. Bei all diesem ist nun gerade nichts sonderlich Widerwärtiges zu finden, und das Abscheuliche ist nur, daß das Sirikauen den Speichel blutroth und die Zähne mit der Zeit vollständig schwarz färbt. Da die Speichelbildung durch die Betelnuß sehr, gefördert wird, so ist der Betelkaüer fortwährend gezwungen zu spucken, und man sieht überall in der ,Nähe der Wohnungen und auch sonst auf den Straßen und Wegen diese widerwärtigen Flecke, so daß man sich erst sehr daran gewöhnen muß, um nicht zu glauben, nur von Schwindsüchtigen und Lungenkranken umgeben -zu sein. Die Arbeit des Mannes, der klingende Münze in Gestalt von Silberdollars verdienen will, besteht darin, Wald und Schneisen zu schlagen, Scheunen, Wohnhäuser und Stallgebäude zu errichten, Hölzer für die Trockenscheunen, Rottan und Bambus aus dem Busch zu holen, im Kahnbau, Getta" (d. i. Gummi) suchen, Kokos anpflanzen und dem Verkauf der Früchte, Mergab (d. h. Palmwein) aus der Arengpalme zu zapfen, den Bast derselben zu Stricken zu dreherk oder auch nur zur Bedachung der Häuser, ebenso wie den Attap, zu verwenden, Körbe, Reusen und Matten zu flechten, Käfige und Fallen zu bauen, Hühner zum Verkauf zu züchten, alles Arbeiten, denen der auf den Plantagen angesiedelte Malaye senang soali (d. h. so recht in Gemüthsruhe) in den kühlen Tagesstunden, nämlich früh am Morge.i und Abends, sich unterzieht. Die Frauen bereiten das Dengdeng", an der Sonne getrocknetes und scharf gewürztes Wildbret, vom Hirsch, den Jkan-kring indem sie die Fische ausschlachten und stark gesalzen, auf Matten gebreitet, in der Gluth der Mittagssonne dörren; sie ernten den gereiften Reis, den Paddi, indem sie die Aehren abschneiden und durch Schwingen in Körben die Körner mit der Hülse, den Gaba-gaba, gewinnen, diesen wieder auf Matten den Sonnenstrahlen aussetzen und den geschätzten weißen Reis, den Braß, und durch Kochen dieses endlich in Nassi" zum Essen verwandeln; denn der Malaye hat für jede Stufe, die der Reis durchmacht, eine besondere Bezeichnung. In sauber ausgehöhlten Stämmen wird der Nassi zum Brotbacken durch Stam-
renze! ßros.,
No. 1 2$; Washington Str (Merchanrs National Bank.) Wn europäisches Depsttment. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europas. Schiffsscheine ."ÄST An- und verkauf ausländischen Geldes. Es ist Ihre eigene Schuld, wenn Sie nicht die Gelegenheit," die Ihnen von der Indiana Trust Co; geboten wird etwas Nothwendiges zu ersparen, ergreifen werden. Beachten Sie die folgende Tabelle unv sehen Sie was 6 Cents pro Tag oder $2.00 im Monate bewirken. 1 Jahr.. ..$24.40 2 Jahre.... .... ....$49.49 3 Jahre... $75.35 4 Jahre ......$102.05 5 Jahre... ........ $129 50 6 Jahre.... $157 76 ' . 7 Jahre..... .... ..$186.93 8 Jahre $216.95 9 Jahre ....$247.86 10 Jahre. . . . . ... ' . . $279 . 70 ; Ein Konto mit dieser Kompagnie ist die beste und sicherste Art und Weise für Leute aller Stände ihr Geld zu sparen. Capital.. .$1,000,000 Office n : Ecke Washington Straße und Virginia Ave. , ; Big M. Route ...CLeursionen... Sonntag, den I. Mai Cincinnati und zurück. ; ffZSpezialzug, (nach beiden Richtungen nirgends für Passagiere anhaltend) verläßt Indianapolis um 7 Uhr Morgens. Rückfahrt von Cincinnati 7 Uhr Abends. Terre Haute $1.00 i RundGreencastle . ..73c s fahrt. Spezialzug verläßt Indianapolis um 7 Uhr Morgens. Retourfahrt von Terre Haute 7 Uhr Abends. H. M. B ronfo n, A. G. P. A. Jos. F. Kunz ...Herrenschneider... Np. 1020 Süd Meridian Str. Niedrigste Preise. uteS Passen garantirt. Theodore F. Smith er, geschickter und zuoerläfsiger ...Dachdecker... Pech- und Kiesdächer, Dächer von Asphalt und Gilsonit. Engros-Händler in allen Arten von Dachmaterialien. -Telephon: Neu 861. 301 West Marylavd Str. Südwestl. Ecke von Senate Ave. und Maryland Str. pfen mit polirten Rundhölzern zu Mehl verarbeitet, welche Beschäftigung die Frauen und Mädchen, wie auch mancherlei andere Arbeit, durch gemeinschaftliches Singen , begleiten. Aus bunten, bedruckten oder seidenen be--stickten Tüchern nähen die Frauen die Kleider für den Haushalt, rd unser Gewährsmann versichert, selbst eine Nähmaschine unter der geschickten, fleißigen Hand einer Malayin gesehen zu haben.: Doch trotz der vielen Arbeit, die der malayifchen Frau zufällt, sindet auch sie genügend Zeit zu promeni-ren,-sich wiegenden Gangs mit gespanntem Pajong aus Papier oder womöglich , seidenem europäis chen Sonnenschirm auf der Plantagenstraße zu bewegen oder in den Kadehs" Einkaufe zu besorgen. Auch sie . neigt entschieden zur Koketterie, die sie jedoch nicht allzusehr ausdehnen darf, denn der Malaye, zumal der jungverheirathete, überwacht sie mit eifersüchtigen Argusaugen, und der ihn stets begleitende Kris sitzt locker in der Scheide. ,)ome Laundry. Familien-Wäsche. PrompteZAblieferung. Phone 9623.
81.50
