Indiana Tribüne, Volume 27, Number 213, Indianapolis, Marion County, 29 April 1904 — Page 6
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Jndiana Tribüne, -29. April 19051.
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Aus D fUllga Edf
Europäische Nachrichten.
tSrfß-L?ltzringen. Straßburg. Ein Mord aus Fastnachtslaune wurde hier verübt. Bautechniker Eugen Lorenz verließ in Begleitung seiner Tochter und deren Bräutigam die Bierhalle von Piton. In der Helenengasse gingen zwei Manner an ihnen vorbei, von denen sie mit Eonfetti bewsrfen wurden. Als Lorenz sich dieses verbat, zog der eine der beiden sofort das Messer und schlitzte Lorenz den Unterleib auf, so daß die Eingeweide heraustraten. Bald darauf erlag der Unglückliche seinen schweren Verletzungen. Als muthmaßlicher Thater wurde der verhnrathete Buch drucker Fridolin Vogelbacher verhaftet. Doch leugnet dieser dieThat und schiebt sie aus fernen Begleiter Namens Wag ner. D i e u z e. Durch einen Sturz vom Pferde tödtlich verunglückt ist der Oberleutnant v. Bogen vom 136. Infanterie - Regiment. Er kam mit einem Pferde, das er eben erst neu erworben hatte, zu Fall, erlitt einen Schädelbruch und starb nach wenigen Augenblicken. Groß-Moyeuvre. Der früher -mestge Burgermelster Ducharlet. Bezirkstags- und früheres Landesausschußm:tgl:ed, ist gestorben. Wahrend des Krieges 187071 wurde er als Geisel von den deutschen Truppen abgeführt. MLlhausen. Thierarzt A. Ruft aus Heimsbrunn, der zur Zen bet den hiesigen Dragonern als EinjährigFreiwilliger dient, kam beim Exercieren mit seinem Pferde zu Fall. Dader drang ihm die Lanze in die Lunae, Tödtlich verletzt wurde der Bedauernswerthe in das Spital verbracht. Mecklenburg. Schwerin. In Berlin starb am Herzschlage der Großherzogl. Meck!. Medizinalrath Dr. Hans Schröder. Bützow. Der Sträfling Gustav Hoffmann aus Mechau, der wegen Ermordung feines Stiefkindes zum Tode verurtheilt worden war, hat sich in seiner Zelle erhängt. Friedland. Das Fest der goldenen Hochzeit feierte das Schuhmachermeister Wollenzien'sche Ehepaar. Dem Jubelpaar wurden an seinem Ehrentage zahlreiche Ovationen zu theil. L a a g e. Der verstärkte Bürgerausschuß wählte zum Stadtsprecher Gastwirth H. Dehn. R a m m bei Lübtheen. Das WohnHaus des Gastwirths und Büdners Blohm ging in Flammen auf, während der Besitzer abwesend war. Als der Brandstiftung dringend verdächtigterscheint der 18jährige Sohn des Abge-' brannten, welcher Maurer ist und in der letzten Zeit fast täglich betrunken war. Warne münde. Am 22. November v. I. wurde von hiesigen Lotsen bei Gefährdung ihres eigenen Lebens die Mannschaft des bei Heideort gestrandeten Schooners Rapp" abgeborgen. Für die bei dieser Rettungsthat bewiesene seemännische Tüchtigkeit hat der Großherzog dem Lotsencommandeur I. Borgwardt, sowie den Lotsen Heinrich Holtz und Michael Borgwardt und den Bootsleuten Hans Holtz, Peter Susemihl und August Schröder die silberne Medaille für Rettung aus Lebensgefahr verliehen. Wittenburg. Im zweiten Stock des hiesigen Armenhauses fand man den schon sehr bejahrten Händler Brockmann in seinem brennenden Bette erstickt vor; die ganze Stube war voll Rauch. .Das Feuer wurde sehr bald, ohne Schaden am Gebäude zu verurfachen, gelöscht. Die näheren Umstände der Entstehung des Brandes werden wohl in Dunkel gehüllt bleiben. Kldenvurg. Oldenburg. Die silberne Hochzeit feierte dasEhePaar Krückeberg aus Eversten in der: Gärtnerstraße. Dem Jubelpaare wurden von allen Seiten viele Glückwünsche und Geschenke zu Theil. D'e Artillerie - Kapelle brachte dem Juvvlpaare ein Ständchen. Jeder. Hier starb nach längerer schwerer Krankheit der Gymnasiallehrer Professor Dr. Duwe im noch nicht vollendeten 60. Lebensjahre. Ost e r n b u r g: Ein plötzliches Ende fand Schuhmachernzeister Barkemeyer hierfelbst. Ein Herzfchlag machte feinem Leben ein Ende.' Der Hauptlehrer der hiesigen katholischen Schule, Herr Frederichs, welcher schon längere Zeit kränkelt, wird mit dem 1. Mai d. I. zur Disposition gestellt. Schwartau. Kürzlich brannte hier das alte Nissen'sche Wohnhaus nieder, in dessen Parterre - Räumlichk?iten die Zeitungs - Druckerei von Easpers untergebracht war. Das Haus brannte total nieder. S t r ü ck h a u s en. Bei dem Landmann D. Breels von hier ist auch der Arbeiter Johann Witte aus Loyermoor beschäftigt, welcher plötzlich bei der Arbeit von einem Schlaganfalle öetroffen wurde und sofort seinen Geist aufgab. Freie Städte. Hamburg. Der hier kürzlich derstorbene Kaufmann Simon Hesse hat seinen 400,000 Mark betragenden Nachlaß zu wohlthätigen Zwecken be stimmt. U. A. sollen Stiftswohnungen für Bedürftige mit einem Kostenaufwande von 200,000 Mark erbaut werden. Der Straßenbahnschaffner Zeibig aus der Hummelsbütteler
Straße in Fuhlsbüttel tödtete seine Frau und sein 6 Monate altes Kind.
Die beiden wurden erhailgt m der Wohnung aufgefunden. Zeibig wurde verhaftet; er ist geständig. Prokurist Friedrich Rischau der Firma Scheffer u. Rasche ist nach Unterfchlagung von 500.000 Mark flüchtig geworden. Durcy ungtUllnaze spemra tionen für eigene Rechnung hatte er sich völlig ruinirt. Die Inhaber der Firma haben den angerichteten Schaden bereits ersetzt. Ein Unalücksfall mit tödtlichem Ausgang ereignete
sich an'Bord des im hiesigen Segelschiffhafen liegenden englischen Dampfers Manchester Corporation". Dort stürzte der Scheuermann August Wegener vom Deck in den 40) Fuß tiefen Güterraum. Der Unglückliche erlitt einen Schädelbruch, sowie innere Verletzungen und wurde in das Hafenkrankenhaus gebracht, wo er gestorben ist. Bremen. Die hiesiges Getreidefirma Johann Lahusen hat ihre Zahlungen eingestellt. Der Inhaber derselben hat sich, angeblich zur Regelung geschäftlicher Angelegenheiten, nach London begeben, ist aber nicht nach hier zurückgekehrt. Die Firma bestand erst seit etwa 2y2 Jahren und machte nicht unbedeutende Umsätze in ,Getreide und Futterartikeln. Man schätzt die Passiva auf 800,000 bis 1,000,000 Mark, denen an Aktiva vielleicht 150,000 , bis 200,000 Mark gegenüberstehen. Privatmann D. W. Arens und dessen Ehefrau Helene, geb. Oltmanns, Margarethenstraße 19 wohnhaft, feierten das Fest der goldenen Hochzeit. Arens ist im 79., seine Frau im 82. Lebensjahre. In Bremerhaven erschoß sich aus unbekannten Gründen der Postassistent Calberta. Lübeck. Ein schwerer Unglücksfall passirte auf der Lübecker Chaussee bei Schönberg (Mecklenburg) in der Nähe der Hohenmeile. Daselbst fuhr der Kaufmann Kreutzfeldt von hier, der zu seinen dortigen Verwandten wollte, mit einem Motorrad in rasender Geschwindigkeit direkt in ein ihm begegn'endes Omnibusfuhrwerk hinein. Die angerichteten Beschädigungen waren sehr große. Kreutzfeldt, der zwischen den Pferden lag, hat schwere Verletzungen erlitten. Scbweiz. Basel. Die Insassen des alten Nebengebäudes der Bottminger Mühlc, das von drei Familien bewohnt war, bemerkten Nachts, daß ihre Behausung in Flammen stand. Der im vorderen Theile des brennenden Hauses wohnende Milchhändler Elfschinger hatte nur noch Zeit, sich, seiner Frau und seinen drei Kindern das nackte Leben zu retten. Im hinteren Parterretheile des Hauses wohnte eine Familie Frei, diese konnte sich weder durch die Hausthllre noch auch durch die ei'senvergitterten Fenster retten, wo die dritte Familie Aegerter wohnte. Die Rettung der beiden Familien mußte durch ein kleines gegen den Birsig gerichtetes Fenster bcwerkstelligt werden. - Granges - Marnand. Die hiesige Uhrenfabrik von Louis Grot, deren Spezialität die Herstellung von Wanduhren war, wurde sammt vielen Uhrbestandtheilen, fertigen Uhren und Werkzeugen durch, einen Bsand zerstört. Grot und seine Frau konnten sich nur mit Mühe retten. Höchstetten bei Koppingen. Das große Bauernhaus der Wittwe Uebersax, eines der größten Bauernhäuser-im Oberaargau, braunte nieder. Der Schaden ist groß. Es blieb viel Viehwaare und ein großer Vorrath an Stroh und Heu in den Flammen. Die Brandursache ist noch nicht ermittelt; man vermuthetBrandstiftung. M a s a g n o. Zu Tode getanzt hat sich hier im Wirthshause zum Guten Humor" der Bäcker Giacomo Carettoni. Thun. In der hiesigen Kaserne hantirte ein definitiver Jnstructionsaspirant, Genie - Oberleutnant Hausmann, ungeschickt mit seinem Ordonnanzrevolver. Die Wasfe entlud sich und er erhielt eine Kugel in den Kopf. Der Verunglückte war ein Theilnehmer des alljährlich hier stattfindenden Reitkurses für Jnstructionsofficiere, der gerade zu Ende ging. Hausmann verstarb kurz darauf. ZesterreilH.'Anaarrr. Wien. Vor dem St. Anna-Kin-, derhospital wurde der Hilfs - Aemierdirektionsadjunkt beim Vermaltungsgerichtshof Wenzel Schönweitz von einem plötzlichen Unwohlsein befallen. Man trug ihn in's Hospital, wo er bald darauf starb. In der Nacht ist hier der Direktor der Allgemeinen Depositenbank, Herr Eduard Groag, einem Herzschlage erlegen. Der Verstorbene, ein Mährer von Geburt, ist 64 Jahre alt geworden. Der 16jährige Steindruckerlehrling Karl Heller, Märzstraße 25, hat sich aus einem sechsläufigen Revolver eine Kugel in die Herzgegend gejagt. Das Motiv znr That war' selbstverschuldete Entlassung aus der Lehre. Vor dem Turnsaale der Volksschule Josefstädterstraße 95 stürzte auf dem mit Oel frifch angestrichenen Boden die 13jährige Schülerin Bertha Winkelmayer, Vrünnlgasse 4 wohnhaft, nieder und brach den linken Unterschenkel. Baden. Der älteste General der österreichischen Armee, Generalmajor Iß. August Müller Edler v. 22crn I
bau, ist hier im 93. Lebenswahre ge-
storben. Im Walde nächst der o genannten Einöde" wurde durch den Grundbesitzer Michael Lauser die xti che der seit Kurzem hier verschwundenen Wirthin Anna Gruber ausgesun den. C'ernowitz. Ein Schüler der fünften Gymnasialklasse, Namen! Windreich, hat auf Grund eines ame rikanischen Duells, das er mit emem College ausgetragen hatte, semem e ben ein Ende gemacht. Den Grund bildet eine Liebesaffäre, bei dem er mit seinem Gegner in Rivalität ge kommen war. E ger. Aus einem Sumpfe nächst Schlada bei Franzensbad wurde die Leiche des seit Kurzem vermißten, 34 Jahre alten Geschäftsführers Johann Janka aus Floyau, welcher hier be dienstet war, zutage gefördert. G m u n d e n. Graf Leon Segur Cobanac und Gemahlin, geborene Gräfin Schmidegg, feierten das Fest der silbernen Hochzeit. Die unge fähr 60jährige Louise Smatosch, Gat tin des angesehenen hiesigen Baumei sters und Villenbesitzers, welche seit einer Reihe von Jahren schwer leidend war, stürzte sich in einem Schwermuthsfalle vom Schissersteg der Es planade in den See und ertrank. Linz. Der in der Künstlerweli bestens bekannte akademische Maler Blumauer verschied hier im Alter von 77 Jahren. - Prag. In ihrer Wohnung in Weinberge No. 191 machte die 64 Jahre alte Private Anna Müller durch Erhängen ihrem Leben ein Ende. Dienstmann Franz Cipra erhängte sich in emem Anstandsorte der Landes bank (Nekasalkaaasse). Das Motiv ist nicht bekannt. Luxemvurg. Luxemburg. Die deutsche Polizer überlieferte zwischen Igel und Wasserbillig der luxemburgischen Gendarmerie einen gewissen Peter Glodt aus Dahlheim, welchem Hierlands mehrere Einbruchsdiebstähle zur Last gelegt werden. Grevenmacher. Unser geschätzte? Mitbürger Herr Forstinspektor I. P. Stümper erlitt einen Schlaganfall. Bald folgte die Nachricht von seinem Tode. 4 . N e u d o r f. Die Gebäulichkeiten des Ackerers I. P. Reuter geriethen in Flammen; Stallungen und Scheune brannten gäyzlich nieder, während ein Theil des Wohnhauses sowie fast sämmtliches Mobiliar gerettet werden konnten. Nörtringen. Herr P. Guillaume, Pfarrer in Nörtringen, wurde zum Pfarrer in Ellingen (Remich) ernannt, in Ersetzung des Herrn P. Schütz, welchem ehrenvolle Entlassung aus ' dem Pfarrämte gewährt worden ist. T 1 '7 u e b e r i n e B l ü t h e von Local Optron wird ausTexas berichtet: Eine Jury in Maxahachie sprach Frau Beulah Cassidy ein Verdikt von $15(X) gegen den Wirth Faulkner zu, weil derselbe dem Gatten der Klägerin trotz deren Einsprache drei Drinks" verkauft hatte. Das Local Option-Gesetz in der schönen Stadt Maxahachie macht ein derartiges wahnsinniges Verdikt möglich. Für Leute, die auf leichte Weise Geld machen wollen, ist ein solches Gesetz eine Goldgrube; ein Ehepaar braucht nur miteinander einverstanden zu sein, um jeden Wirth zu ruiniren. Das Waschen von bunten, seidenenTüchern undStoff e n kann auf zweierlei Art geschehen. Die einfachere ist, die seidenen Gegenstände in dünnem, chinesischem Theeabsud zu waschen, in Branntwein, der mit etwas Zucker versetzt ist, zu spülen, dann feucht mit einem mäßig warmen Bügeleisen zu plätten. Man bügelt nicht auf dem Stoff selbst, sondern legt auf ihn glattes, sauberes Papier. Dann kann man die seidenen Stoffe auch auf einen durchaus reinen Tisch breiten und sie mit einem wollenen, natürlich weißen, Fleck, den man tüchtig einseift, unter Zuhülfenahme von lauem Wasser immer nach einer Richtung streifen. Ist der Schmutz entfernt, so wird mit einem Schwamm und kaltem Wasser nachgestrichen und alle Seife getilgt. Man läßt die Sachen im Schatten halb abtrocknen; gebügelt werden sie wie oben. ' Schwarze und blaue Stoffe werden nach dem Trocknen nochmals mit Branntwein überstrichen und wiederum getrocknet. Doppelkohlensaures Natron. - In einem Glasfläschchen soll dasselbe aufbewahrt werden. Beim Gebrauche nimmt man eine Messerspitze oder einen Kaffeelöffel voll, aber nicht mehr als höchstens drei Mal täglich. Es wird verwandt gegen: Sodbrennen, heftiges Erbrechen, Appetitlosigkeit u. f. w. Auch zur Bereitung von Brausepulver (Seidlitz) kann es dienen. Man nimmt etwa 2 Messerspitzen voll und löst sie durch Umrühren von Wasser auf. Ist dies geschehen, dan bringt man eine Messerspitze Weinsteinsäure, hinzu. Man verlange dieselbe in der Apotheke ausdrücklich zur Brausepulverbereitung. Der geborene Pantoffelheld. Nun, Herr Meyer, man sieht Sie ja fast gar nicht mehr?" Ja, in den letzten sechs Wochen war ich in der Schweiz... dahin hatte nämlich meine Frau ihre Hochzeitsreise unternommen."
Deulsche HochseeMjerei. Der Heringsfang im Großen außerhalb der Küftenzonen.
Heringsftscherei i der ?!ord und Oftsee Fischdampserund Logger" Riestge Netze Tie Laichzüge des Hochseeherings Im Garn Einholen ver Beute. Der Fang des Herings ist zwar seit Jahrhunderten auch von deutschen Mischern eifrig betrieben worden, doch beschränkte sich der Betrieb auf die Befischung der heimischen Küflengewässer. Allein die wachsenden Fischereierfolge der Engländer, Niederländer, Jüten u. f. w. auf hoher See konnten schließncy auch die m erster Linie mteres sirten deutschen Kreise nicht unberührt lauen und so bildeten sich besonders seit Mitte der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts in verschiedenen Küstenorten der Nordsee Aktiengesellschaften, um die Heringsfischerei außerhalb der heimischen Küstenzonen im Großen zu betreiben, die sämmtlich über beträchtliche Kapitalien und eine achtbare Flottille von Fischdampfern und Loggern verfügen. Unter Loaaern versteht man mit Groß- undBesanmast ausgerüstete, besonders stark , tonstnnrte, etwa 72 bis 82z Fuß lange Kutter, die eine Be" satzuna von 13 Mann fübren und zur Einholung der Netze mit einem Motor versehen sind, der indeß nur bei den sogenannten Motorloaaern auck der Fortbewegung des Fahrzeuges selbst dienstvar gemacht werden kann. Jeder Logger führt etwa 70 bis 100 Netze von ie 100 ftuft Länae und unaefäbr 23 Fuß Tiefe. Sie werden von ungefahr 40 Fuß langen Boienlernen getragen. die in ihrer Mitte wieder durck ein starkes Seil, das sogenannte Reep verbunden smd. Das Netz steht demnach etwa 43 Fuß unter der Oberfläche völlig senkrecht im Wasser. Durch Verknüpfung der einzelnen Netze wird eine Netzwand von 6600 oder mehr Fuß Länge hergestellt, deren fanggerechte Aussetzung allerdings mit Schwierigleiten verknüpft ist und das Zugreifen von mindestens neun Mann der Besatzung und zudem strengste Ueberwachung durch den Schiffer erheischt. Das Aussetzen geschieht in der Regel gegen Abend, worauf der Logger mit den Netzen die Nacht hindurch dem SMty- und Ebbestrom folgend treibt. Es handelt sich bei dieser Art des Fischens um die Laichzüae des 5,ochseeherings, der in den Sommer- und ervstmonaten die m der offenen See belegenen. sandigen Bänke aufsucht, um daselbst seine Rogen abzusetzen. Der araz ist nämlich schwerer als das Wasser, so daß er zu Boden sinkt und sich durch feine klebrige Beschaffenheit an Steinchen. Tanabüscheln u. s. w. anheftet. Würden die Eier im tiefen Wasser zur Absetzung gelangen, so würde der Schlamm der Tieffee sie auf nehmen, einhüllen, ihre Entwicklung gefährden oder ganz unmöglich machen. Daß diese in den obern Wasserschickten dahinziehenden Laichzüge oft aus einer weder Schätzung 1 pottenden Zahl von Heringen bestehen, ist bekannt. Kommt nun ein Heringsschwarm an die Netzwand, so suchen die Fische dVrch die Maschen hindurchzuschlüpfen, gerathen dabei aber mit den Kiemendeckeln in das Garn und sind gefangen. ' Mit Sonnenaufgang beginnt das Einholen des Netzes. Das Reep wird durch eine Oeffnung der Schanzkleidung neben dem Vordersteven zu der auf dem Hinterdeck stehenden Winde geleitet, diese mit dem Motor verbunden, der sich in langsame Bewegung setzt. Bald erscheint das Netz an der' mit Schutzbrettern versehenen Bordwand, wird stückweise gehoben, der schillernden Beute beraubt, und sorgsam zum Wiederaussetzen klar" gelegt. Ist das Einholen vollendet, so beginnt die Bearbeitung des Fanges. Durch einen Einschnitt unterhalb der Kehle werden die Fische von den Eingeweiden befreit, dann abgespült und den Salzern übergeben, von denen auf jedem Schiffe vier Mann ununterbrochen mit dem Salzen und Verpacken in Tonnen beschäftigt sind. So geht es Tag für Tag, bis der Laderaum gefüllt ist oder das Wetter die Fortsetzung des Fanges unmöglich macht. Nach der Ankunft im Heimathhafen findet sofort die endgiltige handelsübliche Verpackung der Herinae statt: das Schiff aber tritt nach Ergänzung seines Proviants, des ?2izquantums, der Tonnen u. s. w. eine neue ??anareife an. Die Dauer der Fangreisen schwankt zwischen drei und sechs lochen, so daß em Logger im Laufe der Saison" vier bis sechs Fahrten unternehmen kann. Fraucnstudinm in Deutschland. Unter den im Prüfunasiabre 1902 1903 in Deutschland avvrobirten Aerzten befanden sich 10 weibliche Versonen. von denen 8 in Preußen und je i in wachsen uno Cisafz-Lotyrmgen die Prüfung bestanden. Dem Geburtsorte nach waren unter den Aerztinnen 7 Vreußinnen. 1 Vraunschweiaerin und 2 Polinnen; 9 Aerztinnen waren unverhenathet und 1 verhrnathet. Zahnärztinnen wurden im letzten Prüfungsjähre 2, eine in Sachsen und eine in Mecklenburg, avvrobirt. Unter den für befähigt erklärten Nahrungsmittelchemikern befand sich zum ersten Male eme Dame. Für jede Tonne Kohlen brennt man in Rußland neun Tonnen Holz. .
Aus dem St. Gotthard.
Interessante Beobachtungen deS Leiters der dortigen Wetterwarte. Gleich dem Beobachter auf dem j hohen Säntis und der Zugspitze im bayerischen Hochgebirge befindet sich im St. Gotthard-Hospiz ein ständiger Observator, der Sommer und Winter auf diesem vor allen andern Bergstationen durch seine unvergleichlich günstige ' Lage ausgezeichneten, hart an der großen Alpinenwetterscheide gelegenen Punkt im Dienste der meteorologischen Wissenschaft seinen Posten ausfüllt. Der derzeitige Beobachter ließ sich vor Kurzem über die Eindrücke von Sturm und Wetter wie folgt vernehmen: Wie ein erstarrender Todeshauch durchheulen Schnee-Orkane die wilden Regionen hier oben; trüb und, wolkenschwer liegt der Himmel über dem Gebirge. Der fallende Schnee ist nicht flockig, sondern pulvrig, so fein wie Mehl, und er dringt, vom Sturme getrieben, überall hin. Die Luft scheint sich in. Millionen feiner Eiskristalle verwandelt zu haben; in die Augen, in Mund und Nase und in die Lungen dringt dieser Staub und, wie von unsichtbaren Geistern gefesselt, erlahmen die Glieder. Im April vergangenen Jahres häufte sich der Schnee an mehreren Stellen bis 30 Fuß hoch und darüber an. Aon den vielen schroffen Felswänden und Berghalden donnert und kracht es tagelang, am meisten im Frühjahr, und zwar wenn der Frühlingsbringer, der wilde Föhn, seine Sturmheere gegen das Alpengebirge schickt. Das Getöse wird oft sehr weit getragen. Die großen , Eisblöcke, die festen Schneeklumpen, die in der Säule jeder Lawine auf die Felsen wie Donnerkeile herabschlagen, erhöhen die Stärke des Lawinendonners nur noch mehr. Doch gibt es auch während des langen harten Winters freundliche Tage. In den Monaten Januar und Februar 1903 wurde die Püßhöhe des St. Gotthard vom frühen Morgen bis zum späten Abend von herrlicher warmer Sonne bestrahlt. Während unten in den Niederungen und über den Thälern die Nebel lagen, ragte der St. Gotthard hoch in den wolkenlosen Aether empor. Angenehme Abwechslung in's eintönige Winterleben brachten die Skifahrer. Am meisten Besuch gab's über Weihnachten, Neujabr und über Ostern. ' Auch Reisende, besonders arme und schlecht .gekleidete Handwerksgesellen, kommen oft auf der Paßhöhe an. Ueber den Alkobol. Der hervorragende Wiener Kliniker Professor Dr. Hermann Nothnagel äußert sich über Alkoholgenuß in solgender Weise: Die alkoholischen Getränke sind ebensowenig ein Bedürfniß . für den Organismus wie Kaffee. Thee. Schokolade, Tabak, Opium. Kola und andere Genußmittel. Aber in geringer Menge genossen und diese genau angepaßt der einzelnen Individualität, halte ich ihre Aufnahme in den Organismus für unschädlich.' Die Entwicklung des Menschengeschlechtes bis zur jetzigen Kulturstufe hat sich vollzogen, während alkoholische Getränke genossen wurden. Jedes individuelle Uebermaß der AlkoHolaufnahme ist unbedingt zu vermeiden, weil es zu den schwersten Störungen führen kann und in der Regel auch führt. Bei Kindern bis zum 15. oder 16. Lebensjahre ist jede Alkoholaufnähme, ebenso wie die von Kaffee, Thee. Tabak unbedingt zu untersagen. Auch die dauernde arzneiliche Anwendung des Alkohols (Wein) zur sogenannten Kräftigung" bei Zuständen von Schwäche, Bleichsucht und derUeichen ist zu vermeiden; der Wein erregt, aber kräftigt nicht. Nur bei gewissen akuten Erkrankungen (z. B. Kollapszuständen, bei Lungenentzündung. Tvvbus und dergleichen) ist Alkohol bei Kindern erlaubt. Zur prinzipiellen Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs als Volkskrankyett ist die völlige Abstinenz nach meiner Ueberzeugung der einzig richtige Weg, aber nicht aus physiologischen, sondern aus psychologischen Gründen." Deutsche Edelmetallwaarenausfunr. Nach den Schätzungen einer von der Handelskammer zu Pforzheim in Baden . einberufenen Sachverständigenkonferenz betrug im vergangenen Jahr die Ausfuhr von Waaren aus edlen Metallen aus Deutschland 68.463,600 Mark (gegen 64,262.330 Mark im Jahr 1902 und 66.400.000 Mark im Jahr 1900) und von vergoldeten und versilberten Waaren 20.650.600 Mark (gegen 18,802.400 in 1902 und 15.850.000 Mark in 1900). Ein größerer Ruckgang wurde dabei für die Edel-metallwaaren-Ausfuhr nach Belgien, Frankreich. Großbritannien und Jtalien angenommen, der indessen, obwohl er auf zusammen 3.410,000 Mark geschätzt wurde, doch durch den größeren Absatz nach anderen Ländern, besonders Oesterreich-Ungarn, Rußland, Argentinien, Mexiko etc. wieder mehr als ausgeglichen werden konnte. Schiller. im, Hebräischen. Aus einer neulich erfolgten Mittheilung in der Allgemeinen Zeitung des Judenthums" erfährt man, daß alle Dramen Schmers und die meisten seiner Gedichte in Galizien oder RussischPolen m's Hebräische übersetzt worden sind und dort ständig die Lieblings-, lektüre der Jugend bilden. Für die Popularität Schillers im Ghetto ist auch 'charakteristisch, daß fast alle größeren Balladen Schillers m verschredenartigen' Parodien und Travestien dort cirkuliren.
