Indiana Tribüne, Volume 27, Number 211, Indianapolis, Marion County, 27 April 1904 — Page 7
Jndiana Tribune, 27. April IS.
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Roman von Essemia v. Adlersseld-Ballestrem. (Schluß.) Am selben Abend saß Trix an ihdem Schreibtisch, denn sie hatte sich geweigert, nach Weißenrode überzusiedein, und auch Hans Truchseß konnte nichts ausrichten gegen ihren festen Willen, mit dem sie den Aufenthalt in der durch dies schreckliche Ereigniß verdüsterten Abtei einer Qual vorzog, die ihr Herz nicht zu ertragen vermochte. Der herbeigerufene Arzt hatte als Todesursache bei Frau v. Graßmann einen Herzschlag conflatirt und bescheinigt von den Marken des Halsbandes hatte er natürlich nichts gesehen, und man hatte ihn auch nicht darauf aufmerksam gemacht, denn Trix, Truchseß und der Pater waren übereingekommen, darüber zu schweigen. um von dem Andenken der Todten das grelle und brandmarkende Licht des beabsichtigten und ausgeführten Raubes abzuwenden. Truchseß. der erst nachträglich in die Geschichte des Halsbandes eingeweiht wurde, hatte freilich legale Bedenken geltend gemacht, sich aber dann doch des Paters Vorschlag angeschlossen, weil aus diesem Verschweigen niemandem ein Schaden erwuchs und der Welt nur der Boden zu einer Skandalaffäre entzogen wurde, in die Trizens Namen schließlich hineingezogen werden mußte. Und dieser letztere Grund entschied für ihn. Trix schweren Herzens allein lassend, war er am Abend heimgeritten, und nun saß sie in ihrem Zimmer vor ihrem ' Schreibtisch, ein Gefühl ungeheueren Ekels überwindend, den ein in der Kleidertasche der Verstorbenen gefundener Brief ihr verursacht hatte ein Brief Max Graßmanns an seineMutter. Es hatte ihr, als der Herrin von Frauensee und Brotgeberin der Frau v. Graßmann, die Pflicht obgelegen, diesen Brief behufs Ermittelung der Adresse des Sohnes zu lesen, und in der That, der Inhalt wäre ihr besser erspart geblieben. Max Graßmann lyeiue inner VJinutt mit, van er von allen und jeden Mitteln entblößt sei, indem er alles, was er besessen und was sie ihm gegeben, im Spiele verloren habe und absolut binnen achtundvierzig Stunden im Besitze von Geld oder Werthsachen sein müsse. Wie sie zu dem einen oder dem ande ren komme, sei ihre Sache mit den paar Kröten, die etwa von Hans Truchseß zu erlangen seien, möchte sie aber nicht erst kommen, die reichten doch zu nichts. " Daran schloß dieser liebevolle Sohn eine Fluth von Vor würfen über der Mutter schlecht organisirten Plan zum Fange des Frauenseer Goldfisches" im Guten der im Bösen und über ihre Unfähigkeit, in der Abiei festen Fuß zu fassen. Sie habe ihm dadurch jeden anderen Weg zur Rehabilitirung abgeschnitten und möge jetzt zusehen, wie sie ihm weiter helfe. Eine Adresse enthielt der Brief, der die in jedem Sinne unglückliche Frau in den Tod geführt, nicht, nur die Angabe einer Chiffre für postlagernde Sendung, und im ter dieser hatte Truchseß. ehe er die Abtei verließ, dem Vetter das Ende seiner Mutter schonungslos mitge theilt und ihm unter der Bedingung der Auswanderung eine genügende Summe in Aussicht gestellt. Denn nur das unerbittliche Muß" der Arbeit kann einen Menschen wie ihn möglickerweise noch retten", sagte er sich mit Recht. Bei ihrer einsamen Vigilie an die sem Abend fiel Trix der Entwurf des Briefes ein, den sie an ihrem ersten Abend in der Abtei im Schreibtisch ihres Onkels gefunden und seither nicht mehr in der Hand gehabt hatte. Sie schloß das Fach auf, in dem sie die Mappe verwahrte und entnahm dieser die Blätter viel corrigirtenCon ceptpapiers. Das letzt derselben schlug sie auf, sie wußte noch, daß mit dem, roaS sie suchte, der Briefentwurf schloß. Und da stand es: Nach der Sitte der sogenannten Gesellschaft wirst du dir eine Ehren dame inö Haus nehmen müssen. Sei vorsichtig in ihrer Wahl, denn die Harpyen werden ebenso auf dein Geld lauern wie die Glücksritter. Sei überhaupt etwas vorsichtig mit frem den Menschen. Besonders vor einem ist es meine heilige Pflicht, dich zu warnen, vielmehr vor einer, denn es ist eine Frau, die ich meine. Wo du diesem Weibe begegnest, gehe ihr weit aus dem Wege; drängt sie sich zu dir heran dann . stoße sie von dir, daß sie das Wiederkommen, für eine Weile wenigstens, vergißt. Weiche ihr aus, als wäre sie das giftigste Reptil, erlaube ihr deine Nähe unter keinen Umständen, denn um zu deinem Gelde zu kommen, wird sie kein Mittel scheuen und vor dem Verbrechen nicht zurückschrecken. Der Name dieser Frau ist " So weit war der Schreiber gekommen, nun aber nahm Trix die Feder und schrieb als Ergänzung des ange fangenen Satzes: Der Name dieser Frau ist Sophie von Graßmann, geborene Freiin Truchseß vom Westerwald." Mit einem Frösteln, das ihr eisig durch die Glieder kroch, sah sie auf den Namen herab.
Zu spät für mich und für sie steht er hier auf dem Papier", dachte sie. Sie liegt drüben in ihren Zimmern, starr und todt, gestorben, während sie mich besiahl, und ich sitze hier, ein Opfer ihrer Anschläge, so müde, so müde! O, Onkel, warum hast du den Namen nicht noch selbst geschrieben? Warum hast du deinen Reichthum nicht anderen hinterlassen?. Dann säße ich in meinem alten, gestopften Kleide im Stift und neckte die Damen und ließe mich von Tante Aebtissin schelten und verhätscheln und braucht es nicht mitanzusehen. wie dem armen Hans das Herz gebrochen wird.". Und Trix legte den Kopf auf ihre ausgestreckten Arme und weinte bitterlich. Nun war der August gekommen und Trix erwartete täglich den Besuch der Tante Aebtissin. Die Vorbereitung und Ausstattung von deren Zimmern war für Trix eine liebe und angenehme Beschäftigung gewesen, die leider nur zu schnell beendet war. Dabei wußte sie selbst nicht ob sie sich auf den Besuch freute, ob ihr die Stille, in der sie lebte, wohl that oder nicht. In der Ablehnung ihres Besuches in Weißenrode war sie fest ge blieben, und sie freute sich dessen, weil Phroso nicht ein Wort zu der freundlichen und mündlich dringender wiederholten Einladung ihrer Mutter, gesagt hatte. Sie sieht, daß ich sie durchschaue und schämt sich, mir Komödie vorzuspielen", dachte Trix und war fast böse auf Hans, weil er so blind war! Trix kam also wenig aus der Abtei heraus und verbrachte den größten Theil des Tages bei dem Pater in der immer mehr sich ordnenden Bibliothek; manchmal half sie ihm, öfter aber saß sie nur lesend dabei oder sie plauderte mit dem alten Herrn. Es war eine Art von sonderbarer Freundschaft zwischen dem im Alter und Charakter so himmelweit verschiedenen Paare entstanden das alte, dürre, verhutzelte Männchen fühlte sich vom Frühlingshauch sorgender, spontaner, warmherziger Zuneigung berührt und gab dankbar dem iungen Wesen das oene letnes GemUtyes, lemes leivnio sen Herzens und seines reichen Geistes, der mit seinem physischen Ich verkümmert wäre ohne den Freund, als dessen Vermächtniß er auch seine Erbin betrachtete. Trix hatte sich ihm instinktiv angeschlossen, das alte Fossil", wie Frau v. Graßmann den Pater spöttisch nannte, weil sie in ihm einen Vertrauten ihres Schwagers ge fürchtet, war für Trix eine ganz neue Spezies im Vergleich zu den anderen alten Herren ihrer früheren Bekannt schaften, und selbst wenn sie schwei gend neben ihm saß, wußte sie, daß er sie verstand. Manchmal jagte er sie aber ganz energisch hinaus ins Freie: die Stubenhockerei sei ganz gut und schön für ihn, weil er sie gewohnt sei, aber nicht für Trix, die früher den ganzen lieben langen Tag herumgerannt wäre und nun bei diesem ewigen Stillsitzen Appetit, Farbe und Lebensmuth embüßte. Und wenn sie einwendete, sie sei immer müde und der Rücken thäte ihr weh. wenn sie giuzfle oder führe, da sagte er, daö wäre kein Wunder, wenn sie so ganz ohne Uebung bliebe. Insgeheim wünschte er dabei inbrünstig, daß die berühmte Tante Aebtissin endlich käme, denn er wußte sich keinen Rath mit dem ..Kinde" und hoffte.daß die Ersehnte schon wissen würde, was zu thun wäre. Morgen endlich wurde sie nun de finitiv erwartet, und auf des Paters Wunsch ging Trix gegen Abend hinaus. etwas Luft zu schöpfen, nachdem sie den heißen Taa zum größten Theil in der kühlen Bibliothek ver bracht, weil ihre eigenen Zimmer, be sonders das Florentiner, seitdem sie Frau v. Graßmann dort gefunden, den Reiz für sie verloren hatten und sie in letzterem immer die am Boden liegende ef-al mit dem starren Blick zu sehen meinte. Sie war kaum aus der Einfahrt in den Park getreten, als sie einen Rei ter auf sich zukommen sah, in dem sie schon von weitem Hans Truchseß er kannte. Ein leises Roth der Freude färbte ihre viel, viel zarter geworde nen Wangen und in ihrenAugen laich tete es auf. denn er war lange nicht in Frauensee gewesen, mehr als eine Woche nicht.' und das war eine lange Zeit für Trix. die glaubte, er sei ihr böse, weil sie die Einladung nach Weißenrode . abgelehnt. Er trabte an. als er sie sah und war bald neben ihr. Ich hatte schon angst, du wärest ausgefahren", rief er ihr entgegen. Willst du, auf mich warten, hier war ten, bis ich mein Pferd im Stalle abgegeben habe?" Gern, wenn du nickt hereinkam men willst." erwiderte sie. Soll ich nicht erst den Pater holen?" Den Pater werden wir spater brauchen!" rief er. schon im Weiter reiten, und Trix blieb verwundert sie hen, denn Truchseß war ihr anders vorgekommen als sonst es hatte etwas in seinem Blick gelegen, waö ihr fremd war und ihr. nun sie es be merkt. Herzklopfen machte, und dann hatte seine Stimme auch anders ge klungen, rauh und unstet, w! bei einem Menschen, der etwas Erschüttern deö durchlebt
Er wird doch nicht entdeckt haben, daß Phroso " fuhr es ihr durch den Sinn, und sie hatte gute Lust, hineinzulaufen ins Haus, um sich zu verste cken. nur um da? Schreckliche nicht zu hören. Aber Trir lief notürlick nicht da von, weil das überhaupt ihre Art nicht war. sondern sie stand wie angewurzelt an derselben Stelle und wartete. bis Truchseß zurückkam, und als er vor ihr stand, sah sie ganz genau, das etwas" mit ihm war, mit ihm vorgegangen sein mußte. Was siehstdu mich so forschend an. kleine Trix?" fragte er mit derselben rauhen, unsteten Stimme wie vorher. Sieht doch die Katze den Kaiser an und sagt nicht gnädiger Herr"." Mit. dieser Wendung nahm Trix ihre Zuflucht zu ihrem alten Selbst, aber der neckende Ton wollte nicht recht glücken und es schoß ihr dabei so heiß und feucht in die Augen, daß sie sich schleunigst abwenden, mußte. Truchseß sah mit langem Blick auf sie herab und dabei ließ die Spannung feiner Züge nach und ein unendlich weicher, freudiger Ausdruck trat sn ihreStelle. ..Komm, Trix. wir wollen uns dort auf die Bank unter der Blutbuche setzen". sagte er leise. Ich habe dir etwas etwas Lustiges zu erzählen!" , Etwas Lustiges?" wiederholte sie. auf die bezeichnete Bank zugehend. Das ist ja herrlich. Hans! Ich habe seit einer Ewigkeit nichts Lustiges mehr gehört!" Na, dann pass' mal auf du wirst dich biegen vor Lachen!" erwiderte er, neben ihr Platz nehmend. Stell' dir vor: heut' Vormittag kam derHerzog vonLomLomond, zu mir im schwarzen Ueberrock, perlgrauenHand schuhen, eine weiße Nelke, im Knopf loch, den Cylinder in der Hand und, na, Trix, rathe mal, was er. also angethan in großer Pracht und Herrlichkeit. von mir wollte. Ich wette, du räthst eS nicht!" Er wollte Abschiedsbesuch bei dir machen!" rief Trix lebhaft. Falsch gerathen!" entgegneteTruchseß. Er hat in feierlicher und wolzlgesetzter Rede ve: mir um Pyroios Hand angehalten!" Hans!" schrie Trix auf. Rede doch nicht solches solches " Blech!" vollendete er. Das hast du doch sagen wollen, nicht wahr? Na, ich kann dir's nicht verdenken, ich habe meinen Ohren auch nicht getraut und so oft was?" gefragt, daß mich der orginelle Kauz wahrscheinlich für das begriffsstutzigste Wesen unter der Sonne gehalten hat! Die Er findung, bei einem Bräutigam um seine Braut anzuhalten war aber auch dem gutenLomLomond vorbehalten mir das erste Erstaunen über dies neue Verfahren! Auf meine diesbe zügliche Bemerkung meinte er, er sei auch sehr stolz auf diese Lösung eines Problems, das ihm seit Wochen den Schlaf raube er halte sie für die einzig ehrenvolle und eines Gentlemans würdige, und darin konnte ich ibm wirklich nur recht geben. Auf meine etwas vorwitzige Frage oder war sie mehr indiskret ob er mit meiner Braut schon im Einverständniß sei, sagte er aufs liebenswürdigste ja!" Er hielt ein und Trix wollte etwas sagen, aber das Wort erstarb ih: auf den Lippen, und nur ein schluchzender Laut rang sich aus ihrer Brust. Warum lachst du denn nicht, Trix?" fragte er. Hast du denn schon allen Sinn für Humor verloren? Ich kann dir versichern, daß ich gelacht habe, wie seit Jahren nicht ; erstens über die Situation und dann über mich.weil ich ein solcher unglaublicher Esel gewesen bin, mir einzubilden, daß eine Phroso Rablonowska einen klötrigen Gutsbesitzer wie mich heirathen würde, wenn sie einen englischen Herzog mit einem halben Dutzend Schlössern und einem fabelha, ten Familienschmuck haben kann! So waö kann auch bloß der deutsche Michel einer Salonlöwin mit griechi schern Blute in den Adern zutrauen. Diese Erkenntniß hat mich sehr erhei tert." Hans sprich nicht so", zitterte es leise von Trixens Lippen, das es kaum zu hören war. Parole d'honneur", erwiderte er ernsthaft. Und und, was hast du dem Herzog geantwortet?" fragte sie mit Anstrengung. Ich? Na, ich habe natürlich ge sagt, ich fühlte mich sehr geehrt. Nimm sie hin, mein Sohn, und seid glücklich! Worauf er mich zur Hochzeit, vorläufig inoffiziell, eingeladen hat. Natürlich angenommen. Den f.chniepel dazu habe ich ja schon auf ager." Jetzt schlug Trix die Hände zusam men und preßte sie dann gegen ihre Schläfe. Er ist verrückt geworden vor Schmerz und Leid!" jammerte sie. Truchseß that einen tiefen Athem zug. Beinahe wäre ich's geworden, aber nicht vor Unglück, sondern über mein unverdientes Glück . sagte er. Geschmeichelte Eitelkeit, das war mein Gefühl für Phroso Rablonowska, und
recht wär' mir's geschehen, wenn ich dafür hätte mit einem ganzen langen Leben als ihr untertänigster Lakai und Bezahler ihrer Rechnungen büßen müssen. Etwas von dieser Erkenntniß hat mir schon bald genug
gedämmert daß sie sich aus mir, nicht einen Pifferling machte, daß! wußte ich, seit sie mem armes Haus zum erstenmal betreten und enttäuscht von meiner Mutter Juwelen" war. Aber es war nicht an mir, sie frei zu geben, und. ich wäre loyal geblieben, auch wenn sie .mich nicht frei gegeben bätte. das beißt wenn dieser aute Junge, der Herzog, den Knoten nicht gelöst hätte. Trix, ahnst du, nun, welche Wonne ich gefühlt habe, frei zu sein, frei, lieben zu dürfen nach meinem Herzen? Denn, was ich anfangs wohl selbst kaum gewußt, das ist mir täglich klarer geworden seit jener Maimorgenstunde, als ich über der Hecke am Grenzgraben einen gewissen blonden Mädchenkopf fand, denn nun wußte ich, wo das Glück für mich blühte, auf das ich Thor nicht gewartet hatte! Trix, kleine, liebe, süße Trix. drehe deinen Kopf nicht von mir weg, weil ich's mit meiner wiedergefundenen Freiheit daheim auch nicht einen Tag aushalten konnte ohne dir. zu sagen, wie es mit mir steht, ohne in deine lieben Augen gesehen r haben, aus denen ich ja nur die stille, selige Hoffnuna lesen möchte, daß du die Liebe eines Mannes nicht verschmähst, der sein Herz, ehe er dich gekannt, auf eines falschen Götzen Altar gelegt." Das wäre eine schöne Liebe, die sich daran stoßen könnte," sagte Trix leise, indem sie ihren Kopf ihm zuwendete. Und dabei trafen sich ihre Augen mit den seinen, in denen eine ganze Welt von Liebe leuchtete. Hans", flüsterte sie unsicher, aber ohne die Augen abzuwet.den; Hans!" wiederholte sie lauter, wie im verhaltenen Jubel und als er wortlos beide Arme ausbreitete, da jauchzte sie hell auf zum drittenmal: Hans!" Und indem er sie für Zeit und Ewigkeit an fein Herz schloß, rief sie unter Lachen und Weinen: Herrgott! Ich habe ja gar nicht gewußt, wie schön diese Welt ist!" lE n d e. Durch eine Verkettung eigenartiger Umstände gelang es der Pariser Polizei, eine Frau Kaniska, die in der Rue Pigalle ein Pfandleihegeschäft betreibt, zu verhaften. Bei der Pfandleiherin erschienen unlängst zwei Individuen, um eine goldene Taschenuhr bei ihr zu versetzen. Während Frau Kaniska die Uhr auf ihren Werth prüfte, .bemächtigten sich die Besucher einer auf dem Tische stehenden Kassette, die Schmucksachen und Edelsteine im Werthe von 10,000 Francs enthielt, und verschwanden. Die Bestohlene schlug Lärm und lief laut schreiend hinter den Gaunern her auf die Straße, ohne ihrer habhaft werden zu können. Ein Schutzmann wurde schließlich auf die Aufgeregte aufmerksam und fragte sie nach der Ursache ihrer Verzweiflung. Zuerst wollte sie nicht mit der Sprache herausrücken, dann erklärte sie aber, daß sie von einem gewissen Lafond, dessen Wohnung sie gleichfalls angab, bestohlen worden sei. Der Schutzmann benachrichtigte sofort die Kriminalpolizei, die in der Wohnung des Lafond erfuhr, daß dieser beabsichtige, nach England zu fliehen. Auf dem BahnHofe Saint-Lazare wurde daraufhin eine Wache stationirt, die Lafond abfaßte.' Dieser 'gab auf der Polizeiwache an, daß die Pfandleiherin Kaniska die Hehlerin und Anstifterin der Diebstähle gewesen ist, daß sie ihm und mehreren anderen College stets die Aufträge zu den Raubzügen gegeben und dann die erbeuteten Gegenstände verschärft habe. Bei der sofort bei der Angeschuldigten vorgenommenenHausfuchung ersah man aus den genau und gewissenhaft geführten Büchern, die in einem Verstecke unter dem Fußboden gefunden wurden, daß die Händlerin im letzten Jahre für 50,000 Francs gestohlene Goldsachen bei den Pariser Goldarbeitern verkauft und daß sie dem inhaftirten Lafond durchschnittlich 1500 Francs Honorar" für einen Diebstahl großen Stiles bezahlt hatte. Daraufhin schritt man dann auch zur Verhaftung der bestohlenen Pfandleiherin. Die schöne Mlle. Sacharin, die von der Jeunesse dor6e der Stadt Perm angebetet wird, hat soeben zum russischen Kriegsfonds ihre erste Rate von 800 Rubeln beigesteuert, die sie auf eine sehr ergötzliche Art zusammengebracht hat. MÜe. Sacharin ist eine der hübschesten Chansonetten Rußlands. Sie ist erst 19 Jahre alt und ist berühmt durch ihr bezauberndes Lächeln und ihren schönen Teint. Vor einigen Tagen sang die Dame das neue patriotische Lied Slawnaja Rossija". Als sie schloß, bereitete sie ihrer Zuhörerschaft eine Sensation, indem sie die Ankündigung machte, daß sie jeden küssen würde, der ihr zehn Rubel für den Kriegsfonds gäbe. Die Versammelten sprangen sofort auf, schwenkten Banknoten und stürmten auf die Bühne. Die Verwirrung war so groß, daß die Schauspielerin sich in ihr Ankleidezimmer flüchten mußte. Als der Tumult sich gelegt hatte, kam sie hervor und verkaufte" unter ungeheurer Begeisterung ihren Verehrern über 150 Küsse.
BericsclungsproblcN:e. Unvermuthete Schwierigkeiten unk, leicht Durchführungen der Arbeiten. Bei dem großm Werke der Beriefehntfy welches jeit etwa zwei Jahren unter der Oberleitung des Geologischen Vermessungs-Bureaus in Washington, D. C., hierzulande in Angriff genommen wurde, ist man auf neue, vorher unvermuthete Probleme gestoßen. In manchen Fällen haben sich auf den ersten Blick Berieselungs-Projekie als durchführbar empfohlen, welche bei näherer Untersuchung so bedeutende technische Schwierigkeiten boten, daß man von der Ausführung derselben Abstand genommen hat, während an anderen Plätzen, wo die Anlegung von Reservoirs kaum möglich erschien, die Durchführung Wünschenswerther Projekte als unerwartet leicht sich erwies. Zu Beginn des Jahres 1903 waren fünf Berieselungs-Projekte nach vorläufigen Vermessungen als praktisch erkannt worden, nämlich , die Anlegung von Reservoirs am Truckee River in Nevada, am Scckt River in Arizona, am Milk River in Montana, am Sweetwater River in Wyoming und am Gunnison River in Colorado. Die beiden Projekte in Nevada und Arizona haben sich bei genauerer Untersuchung als völlig durchführbar erwiesen, und die Arbeiten daselbst weisen tüchtige Fortschritte auf. Bei dem MontanaProjekt boten sich jedoch nach Beginn der Arbeiten nicht nur große technische Schwierigkeiten dar, sondern es stellten sich auch Komplikationen Hinsichtlich der Wasser-Rechte ein, welche eine wesentliche Abänderung des ursprünglichen Plans erforderlich machten und dadurch den Fortschritt der Arbeiten hemmten. Das Wyoming-Projekt ist als gänzlich undurchführbar erkannt worden, und man hat sich genöthigt gesehen, dasselbe aufzugeben; es soll nun ein Reservoir am Platte-Fluß gebaut werden, welches ein bedeutend größeres Areal, als das Sweetwater-Reservoir berieseln wird. Bei dem ColoradoProjekt ist man ebenfalls uf große Hindernisse gestoßen, und überdies ist das Areal, welches von dem GunnisonReservoir aus hätte berieselt werden sollen, viel kleiner, als anfänglich berechnet worden war. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß man das letztere auch fallen lassen wird Man wird später bemüht sein, in Colorado eine passendere Lage für die Anlegung eines großen Reservoirs zu finden, wo die Schwierigkeiten nicht fo groß, die Kosten nicht so enorm, und das Beriese-lungs-Areal ausgedehnter ist. Schriftreform in Japan. Man weiß, daß die Japaner mit Eifer bemüht sind, sich europäische Kultur anzueignen; so herrscht dort seit etwa zehn Jahren eine mächtige Bewegung zu Gunsten der Einführung der lateinischen Schrift. Wenn diese Bewegung, wie angenommen werden darf, von Erfolg ist, so wird die nächste Generation in Japan der europäischen Kultur um einen gewaltigen Schritt näher kommen. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die japanische Literatur, die jetzt schon einen ganz ansehnlichen Umfang aufweist vorherrschend sind, außer einem sehr entwickelten ZeitungsWesen, Romane, Unterrichts- und Schulbücher noch viel bedeutender würde, wenn die eigenartigen japanischen Schriftzeichen aus dem internationalen Verkehr verschwänden und an ihre Stelle die lateinische Schrift (antiqua) träte. Ms Beispiel für die schwierige Erlernung btx japanischen Schrift mag dienen, daß Z. B. der japanische Schriftsetzer mit 3000 bis 4000 verschiedenen Typen zu arbeiten hat, gegenüber den 26 Buchstaben, die das lateinische Alphabet zählt. Es ist klar, daß durch allgemeine Annahme der lateinischen Schrift in Japan der geistige Verkehr zwischen Europa, Amerika und Japan ungemein erleichtert würde, ein Umstand, der eine große Rückwirkung auch in kommerzieller Hinsicht im Gefolge haben müßte. Untrügliche Symptome. Repräsentant Swanson von Virginien ht seine eigene Theorie in Bezug aus die Symptome, welche das Ende der Kongreß-Session anzeigen. Er behauptet, dieselben seien unfehlbar; eine langjährige Erfahrung habe ihm dies bewiesen. Haben. Sie die kleinen blauen Zettel im Hause umherfliegen sehen?" fragte er. Wie die Schwalben den Sommer, so kündigen diese blauen Zettel die nahe Vertagung des Kongresses an. Es sind die kleinen Papierchen, welche jedes Mitglied mit seiner Namensunterschrift versieht, um damit den Sergeant-at-Arms zu ermächtigen, ihm das Salär und den für ClerksGehalt ausgesetzten Betrag während der Kongreßferien nach Hause zu senden. Parteiführer mögen hinsichtlich des Vertagungs-Termins irriger Meinung sein, aber die kleinen blauen Zet tel trügen nie. Die Zettel erscheinen gewöhnlich drei Wochen vor der Vertagung." Aus dem Staate New Jersey kommen täglich etwa 150,000 Personen nach New Aork, die in der Hudson-Metropole beschäftigt sind und Abends wieder in ihre Behaufungen nach New Jersey zurückkehren. Dem Andenken Emilio C a st e l a r s , des großen republikanischen Redners und früheren Präsidenten der spanischen Republik, soll in Madrid von seinen Freunden und Verehrern ein Denkmal errichtet werden. !
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1 Pennst)! unk Startet 5 English'S Opern-HauS 3 East und 9110 Dorl 7 Noble und Michigan 9 N. Jersey u. Mass Ave S Pme und North i0 MaÄket und Pine '1 Vermont nahe East '2 3i$. S Spritzenhaus Maff. Ave nahe Noble 13 Devaware und Walmu 14 N. Jersey u Central A. 16 Masi. und CornellAv 16 Ash m,d 11. Straße 17 Park Ave und 12 Str .8 Columbia und Hillside 19 Highland Ave u. P,aU ZI JllinoiZ und St. Jo 13 Pennsvlv. und Pratt 14 Meridian und n. Str 25 No. 5 Spritzenhaus 15. nahe Illinois 16 Senate Aveu. StClatr 27 Illinois und Michigan 28 Pe sylvania und 14. 19 Senate Ave. und 1Z. 31 No. i Spritzenhaus Jno ÄvenaheMichiga 32 Meridian und Walnut 34 California u ennont 36 Blake und New Dork 36 Ind. Av. u. St. Clair 37 City Hospital S8 Blake und North 39 Michigan und Lgne tl N. Spritzenhau Washington nahe West 4 Gsndorf u Wash. 43 Missouri n New Dort 45 Meridian u Wash 46 JllinoiS und Ohis 47 Capitol Av. u Wash 4? mgan'S PorkhauS 19 Straßenbahn Ställe W. Washington Str 51 No. 10 Spritzenhaus JllmoiS u Werrill 5 JllinoiS ü Louisiana SS West und South Z4 West und McEarty 8 Senate Ave. u Henry 87 Meridian und Ray 68 No. 4 Spritzenhau Madtson Av. MorriS S Madison Av.u Dunlop Sl No Haken LeiterhauS South nahe Delawar tt Penn. Werrill 3 Delawar u. MeEarrtz afi und earty New Jersey u. MerriN 7 Birg. Av. u Lradsha es Saft und Prospect 69 Bicking und High n No. u Spritzenhaus Lir Ave. nah Hur, 7t East und Georgia 73 Ceda, und Elm 74 Davidson u eorgia ih English A. Pine 7 Ehelby und Bare "S No. 3 Spritzenhaus Prospect nah SheEy 19 Fletcher Av. u Shelby öl Market u. New Jersey 2 Delaware und Wash. SS East u Washington 64 New Dork u. Davids 85 Taubstummen Anstalt 86 Ber. Staaten Arsenal 7 Orient! und Wash. 89 Frauen-Reformat. 91 No. 13 Spritzenhau Maryland nahe Mer. 2 Meridian u. Georgia., 93 Meridian und South' 94 Pennfylv u. Louisiana SS Birgini Ave u. Alab. 9 Hauptquartier. 97 rand Hotel. 93 Capital Ave und Ohl 123 No. 1 Spritzenhau 13. und Ash. 124 Alabama und l. 125 Central Ave und 15. 12 DandeS und IS. 127 Brookfide und Jupiter 128 Central Ave und 17. 129 Delaware und 19. isi Alabama und li. 132 Bellefontain und V. 134 College Ave und s. 135 Delawar und 13. 138 Alabama und North 137 Newmann und 19. 138 College Ave und 14. 139 Cornell Ave und 13. 141 DandeS und 19. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumsch und 19. 14S New Jersey und 22. 14S Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhau HMside Ave und IS. US College Ave und 22. 449 College Av und 27. 152 Park Ave und ,2. 158 LEu. W Bahn. 22. 154 Ramsey Ave und 10. 155 Stoughton u NewMk is? AtlaS und Pike. 158 Bloyd und Pawvaw. 159 No. 21 Spritzenhaus Brightwood 1SL Arden und Depot 153 Brightwood und 25. 164 Skural und Bloyd 165 St. Clair u. eyftone l7 Arsenal Av und 23. lös Bellefontain und 28. J69 Park St ck 1 212 Capital Ave und 17. 213 Pennsvlv. .Michim 14 JllinoiS und 20. 215 Senate Av und 2i. 216 Pennsvlvania und 22. 17 Meridian und I. 218 Capital Av und 26, 219 Broadway und 10. 231 Illinois und McLea 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 3. 35 Illinois und 33. 8-36 Annetta und SO 237 No. 9. Sprizenysu Udell und Naoer . 238 Udell Ladder Worl 239 Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u St. CI?: 243 Eldridge und 23. 812 West und Walnut 313 West und 12. 314 Howard und 1. 315 korbet und Paea 316 Tapital Ave und To. 817 Northwestern Ave 21 818 Gent und 18. 819 Canal und 10. 824 Cerealin WorkS 824 Vermont und Lvnn 821 BiSmarcku Srsndviek 826 No. 20 Spritzenhaus Haughville. 827 Mich'qan u. HolmeS, 828 Wichigen u. Concorv 841 West u.d McJntyr 412 Missouri u. Marylanr 413 Missouri und Dhi 415 Capital Ave Seorgia 416 Missouri u Kentucky A. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und E nunWwiS 93. Washington. 2 Jrren-HoZpital. 424 Miley Ave u. 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Laurek 714 State Ave u.lt R 715 Ehelby und Becch 71 State Ave und Orangk 718 Orange und Laurel 71 Shelby u. Ebttage AL 721 Lexington A. Lauch 728 Fletcher Ave. Spr, 724 State Aveu. PleasanS 765 Prospekt und Äeasan! 726 Orange und Hark 728 Liberty und Mea 729 Noble und South 1 No. 1 Spritzenhaus Oft Washington SÄ 818 Market und Noble 814 Ohio u. Highland 9 81 Michigan u. Higbka Sl Market Arsenal Avi Sl? Oft Si. Clair und Union Bahn Geleise. 21 Pan Handle Shop L2S Vermont und Walcott S24 Wash. und Stete Sld. Wadden'SLounge Fad 2 Duck und Dorfey 827 Wash. und Bevikle 2 No. 1 Spritzenhaus Beville nahe Michig 831 Southeafter Ave und Woodside. ' 83 Wash. nd Deardorz 84 Southeaftern nd Arsenal && 885 New Dork und Tempi 12 JllinoiS nd Maryl. i JllinoiS und Wartet 914 Penn, nd Wash, is Delawar nd "Qef Spezial Signale. Ersten 8 Schlag,, Meiter Alarm, ZZweiten t Schläge, dritter Alarm. 4 Dritten 2 Schläge, vierter Alarm. l--i, Feuer aus und Schlauch aufger,. Schlag, Wasserdruck ab. 1 Schläge, 12 Uhr Mittag. Die so bezeichneten Sicmak werden nur vom Tbvzm dächter angegeben da an de betressende Straße deuzunge kein tont?, angebracht sind. Chicago nd der große Nordwefte toi laka Sawalt PHUiHPtve Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. W Von der Monon 47. Str. Station, Chicago, find i nur 5 Minuten mittelst elektrischer Car nach den Union Liehdöfen kreuch Ijick Spring, indem Orange County Hochland. Famillen-Hotel anter neuer GeschSftzleitung. Pluto, Proserpine ind BowleS Quellen. BefteS Mineralwasser der Seit. Zwei Züge täglich via reracaftle. Ticket-Officen : Union Station, Maffachusett ve nd 25 West Washington Straße. R. P. l g e , Distrikt Dass. Agent, Indianapolis, Ind. .H.MeDoel, E.H.Rockwell, tal, uno sen. wcgr. err,roinler Frank J.Reed, en.V,ff. Agent. Cbicsgv. Jll.
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