Indiana Tribüne, Volume 27, Number 211, Indianapolis, Marion County, 27 April 1904 — Page 3
Indianer Tribüne, 27. Npril 1904
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Folk als PräsidentschaftsCandidat. Zum ersten Male im Congreß von Senator Cotkran genannt. Ein erbittertes Wortgefecht im Hause. Der Senat nimmt die Militair-Aka-demie-Vorlage an. Brief des Papstes an einen Ncgcr-Rcdaltenr. Die Zahlnng des Canal-Geldes. Das tödtliche Dynamit. Gmeral Osterhaus angelangt.
Congreß. Haus. Washington, 26. April. Abg. Jenkins. Wisconsin, der Vorsitzende des Justiz'Ausschuffes, beantragte heute Annahme des von seinem Comite günstig einberichteten Antrags, das Juftiz-Departement im Aufklärung rücksichtlich seiner Untersuchung des Kohlentrusts" zu ersuchen sowie eine Mittheilung darüber, ob auch auf Grund der Merger - Entscheidungen gegen die Gesetzes-Verletzer strafrechtliches Vorgehen begonnen worden sei. Die Anträge gingen ohne Debatte durch. Abg. Grosvenor, Ohio, beantragte, die Berathung derVorlage betreffs VerWendung amerikanischer Schiffe für öffentliche Zwecke aufzunehmen. Abg. Dearmont (Mo.) bezeichnete die Vorlage als eine dünn verschleierte Subsidien-Maßregel. Ihre Annahme würde einige wenige Schiffs - Eigenthümer bereichern. Der obige Antrag ging mit 123 gegen 117 Stimmen durch. Die Berathung wurde zeitweilig der schoben, um dem Conferenzbericht über das Budget für den Distrikt Columbia Platz zu machen. Der Conferenzbericht wurde angenommen und die SchiffsVorlage gelangte auf die Tagesordnung. Abg. Dalzell, Pa., erwiderte auf die Samstags-Rede Bourke Cockran's, wobei er den Zoll als die brennende Frage der kommenden Wahl erklärte. Er zollte Cockran Tribut als Redner, als einen Vertreter Tammanh's", deffen Rede eine Freihandelsrede ohne jeden Vorbehalt gewesen sei, eine offene Erklärung, daß kein Arbeiter. Farmer oder Fabrikant hinsichtlich der Zölle von der demokratischen Partei irgend etwas zu erwarten habe." Cockran habe das Banner des FreiHandels entfaltet und seine demokratischert Brüder eingeladen ihm zu folgen. Im weiteren Verlauf seiner Rede beschuldigte Dalzell Cockran. daß er käuflich sei, in Fakt, daß er stets der Richtung angehöre, die ihm persönlichen Profit bringe. Er sei abwechselnd Greenbacker", Gut-Geldmann" und Freisilbermann" gewesen. Erst letzten Samstag habe er in Erfahrung gebracht, daß Cockran Geldsummen angenommen und sich dafür verpflichtet hatte, die Campagne McKinley's zu unterstützen. Cockran vertheidigte sich in energischer Weise. Er habe weder Geld für die Palmer Buckner noch irgend eine andere Campagne erhalten. Wenn Herr Dalzell die Wahrheit sprach, dann hätte er den klarsten Beweis erbracht, wie corrupt die republikanische Partei sei und daß McKinley's Erwählung erkauft worden sei. Cockran stellte sodann einen BeschlußAntrag, daß ein Untersuchungs-Comite bestehend aus 5 Mitgliedern des Hauses ernannt werden solle, um die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen zu untersuchen, welche, wenn wahr, ihn unwürdig machten, ein Mitglied des Hauses zu fein. Sprecher Canon verweigerte den Antrag zur Abstimmung zu bringen, bis er Präcedenz-Fälle geprüft habe. Herr Dalzell hatte erwähnt, daß $250,000 aus dem Campagnefund Hanna's ihren Weg in die Taschen Cockran's gefunden yaben sollen. Auch habe er von der Pa!mer-Buckner Campagne $15,000 erhalten. Cockran bestritt natürlich alle dZese Angaben und verlangte dann die Untersuchung durch das Haus. Zur Motivirung seines BeschlußtrageS sagte Herr Cockran, daß durch die Untersuchung Sachen von größerer Wichtigkeit als die Anklagen gegen ihn klar gemacht werden würden. Wir werden sehen," sagte er unter lautem Beifall, wie die Campagne in 1896 geführt wurde."
Der Herr von Pennsylvania hat mich gefragt, wen wir zum Standartenträger machen würden. Ich sagte, daß wir vielleicht einenMannaus Missouri (Folk) nominiren würden, weil die Hauptfrage in dieser Campagne nicht für uns sein wird, wie viel Steuern wir erheben können, sondern, wie wir dieSpitzbuben davon fern halten können." Ihr Candidat, der jetzt im Weißen Hause sitzt, verachtet die Korruptionisten zwischen den Wahlen, benutzt sie aber in den Vorwahlen." Im ferneren Verlaufe nannte er nochmals Kreisanwalt Folk als möglichen demokratischen Candidaten, wenn auch nicht bei Namen so doch als den jungen Reform-R lesen der seine Sporen in Mi ss o u r i g e w a n n." Sprecher Cannon wird in her morgigen Sitzung entscheiden ob er den Be-
schlußantrag Cockrans zur Abstimmung bringen wird. Senat. Washington, 26. April. Der Senat setzte heute die Berathung der Militär-Akademie-Vorlage fort. , Senator McGreary erhob gegen das Amendement, welches eine Bewilligung für ständige Armee-Lehr-Plätze in Texas, Penna., Missouri und Californien vorsieht, die Ordnungs.Frage und wurde von den Senatoren Gorman, Hale, Gallinger und Allison unterstützt. , , Als Befürworter des Amendements traten Foraker, Quailes und Warren auf. Die Vorlage für die Militär - Akademie wurde sodann angenommen. Der Senat vertagte sich darauf bis morgen Vormittag 10 Uhr. Der Papstan einen NegerRedakteur. Topeka, Kas., 26. April. Nick Chiles, der Redakteur einer hiesigen Negerzeitung, erhielt ein Schreiben von Papst Ptuö X. Der 'westliche Verband der Negerpriester, dessen Präsident Chiles ist, hatte durch einen Beschluß den Papst gebeten, für bessere Behandlung bei amer. Neger zu w'rken. Der Brief, an den Staats-Secretär Merry del Val abgefaßt, versichert, daß der Papst jede Rasse mit gleicher Liebe umfasse und er müsse deßhalb darauf sehen, daß alle Katholiken den Negern freundlich entgegenkommen. Der Papst erkenne, daß häusig Verbrechen an Negern begangen würden, befürworte aber, daß ihnen die in den Gesetzen des Landes gewährte Gerechtigkeit und eine den Vorschriften des Christenthums entsprechende Behandlung gewährt würde. Gegen den Papier-Trust. Washington,- 26. April. C. Hamlin von der St. Pauler Pioneer Preß" und zwei andere Journal!sten erschienen heute als Vertreter des Verbandes amerikanischer Zeitungsherausgeber beim Generalanwalt Knox und legten ihm eine Bsschwerde gegen den sogenannten Papier-Fabrikanten-Trust wegen Verletzung des ShermanGesetzes vor. Der Generalanwalt sagte nach längeren Erörterungen eine Untersuchung der Angelegenheit zu. Ankunft von Osterhaus. New York. 26. April. Generalmajor P. I. Osterhaus, einer der Befehlshaber der Nord-Armee im Bürgerkriege, traf heute auf dem Dampfer Finland" aus Antwerpen ein. OsterHaus hatte die Vereinigten Staaten 36 Jahre nicht mehr gesehen und eine Einladung alter Kameraden zum Besuche der Weltausstellung angenommen. Ehe Osterhaus 1850 nach Amerika kam, hatte er in der preußischen Armee gedient. Nach dem Bürgerkriege wurde er amerikanischer Consul in Lyons, später ViceCunsul in Mannheim bis zum Jahre 1900. .
Entsetzliche Blutthat.
Gatte tödtet Frau und Tochter. Richland Center. Wisc., 26. April. Henry Morrison tödtete seine Frau, von der er seit längerer Zeit getrennt lebte, sowie seine Tochter die mit ihren zwei kleinen Kindern dort zu Besuch war. Er schoß beide Frauen die beim Mittagstisch saßen, todt. Sein Schwiegersohn der dazwischen trat, konnte die That nicht verhindern, schlug aber den Mörder nach erfolgter That zu Boden und übergab ihn den Behörden. Zahlung des Kanal Geldes. Washington, 26. April. In den nächsten Tagen erfolgen die Zahlungen für Panama -Canal-Con, cessionen und -Eigenthum. Die Angelegenheit wurde heute in der CabinetsSitzung besprochen, indessen waren die Vorbereitungen für die EigenthumsUebertragung und die Geldzahlung bereits vorher getroffen. Die neue Verfassung V i r g i n i e n s. Washington, 26. April. Die Virginia-Proceffe, welche sich um die Rechtsgültigkeit der Wahlrechts-Be-stimmung in der neuen virginischen Staatsverfaffung drehen, wurden vom Ober-Bundesgerichte abschlägig beschieden. Das Gericht ist der Ansicht, daß eine Abhilfe nicht möglich ist, da die Handlungen, gegen welche Schutz gesucht wird, bereits begangen sind. Durch Dynamit getödtet. Owono, Mich., 26. April. Durch eine Dynamit-Exploston, die sein Haus bei Corunna zerstörte, kam heute W. Francis mit einem kleinen Kinde um's Leben; seine Frau und zwei andere Kinder wurden schlimm verletzt. Acht Stunden - Vorlage. Washington 26. April. Der Senats-Ausschuß für Erziehungswesen und Arbeit beschloß heute, eine Entschließung über die 8-StundenVorlage bis nächsten Dezember zu vertagen. Republikaner von Rhode Island. P r o v i d e n c e, I. I., 26.April. Die republ. Staats Convention erwählte heute 4 Delegaten at large" zur National-Convention. Die Platform empfiehlt die Vermaltung des Präsidenten Roosevelt und erklärte, der Präsident habe sich allen Anforderungen gewachsen gezeigt. B e k a n n t e r P o l i t i k e r gestorben. S e d a n, Kas., 26. April. Obrist Samuel Donelson ist 80 Jahre alt gestcrben. 1852 gehörte er der Legislatur von Jndiana an und machte später den Bürgerkrieg mit. 1882 suchte er in Kansas, wo er seit 1867 wohnte, die demokratische Gouverneurs Nominativ. Rettung von Schiffbrüchigen. Philadelphia. 26. April. Der heute aus Liverpool eingetroffene Dampfer Haverford" hatte 20 Leute der französischen Fischer-Barke Union" an Bord, die am 19. aus hoher See aufgefischt worden waren. Das französische Schiff war aufgegeben und durch Feuer zerstört worden. Das H o ch w a s s e r. St. Louis, 26. April. Der Missisfippi hat die Gefahrlinie von 30 Fuß überschritten und steht heute auf 31.3 Fuß. Der Fluß steigt rascher, als sich die Flußanwohner jemals zu erinnern vermögen. Das Wasser drängt sich in den Bächen um Ost St. Louis zusammen, es wird aber erklärt, daß die Stadt der in Aussicht genommenen Wasserhöhe von 35 Fuß zu widerstehen vermag. In St. Louis und Umgebung regete es die ganze Nacht ohne Unterbrechung und der Regen hält auch heute an. In St. Charles, 25 Meilen nordwestlich, ist der Missouri über seine Ufer getreten und die Leute in den Niederungen sind au? ihren W hnungen vertrieben. Der gährboot - Dienst in St. Louis ist wegen der Schwierigkeil der Landungen eingestellt. K e o k u k , Ja., 26. April. Beide Flüsse steigen mit beunruhigender Raschheit. Der Mississippi ist nur noch einen halben Fuß von der Gefahrlinie entfernt; der Des Moines-Fluß ist in 24 Stunden um 4 Fuß gestiegen und ergießt sich jetzt über 'die Niede-rungen.
Mutter Jones
Aus der Blattern-Quarantäne ent flohen. P r i c e, Utah. 26. April. Mutter Jones, welche in erzwungener Quarantäne gehalten wurde, seit sie die an Blattern erkrankten Grubenarbeiter pflegte, ist wieder aus derselben entflohen und kam heute von 20 italienischen Frauen und Kindern begleitet in die Stadt. Sie begab sich sodann begleitet von 2 Grubenarbeitern nachdem Schuppen, in welchem 124 Grubenarbeiter, die Samstag verhaftet wurden, gefangen saßen. Sie wurde ins Gefängniß gebracht und wird dort derbleiben, bis jede Gefahr einer Ansteckung geschwunden ist. Der Gefahr entronnen. S c r a n t o n , Pa., 26. April. In der Pinebrook-Grube der New York, Ontario & Western Bahn brach heute ein Brand au, der einen Verlust von etwa $150,000 verursachte. Von den 800 Arbeitern, die sich zur Zeit des Brandes in der Grube befanden, sind, wie man glaubt, alle unversehrt entkommen. Kurze Depeschen. 26. April. Inland. Harrisburg, Pa. Die Penna Union Station wurde durch Feuer im Betrage von $75,000 geschädigt. Washington. Gen. I. Dickinson, der letzte der Generalajutanten der Potomac Armee, ist 73 Jahre alt gestorben. Washington. Sekretär Taft ist als Vertreter des Präsidenten zur Eröffnung der St. Lnuiser Ausstellung abgereift. Lawrence, Kas. Beim Einstürz eines Gerüstes wurde ein Arbeiter getödtet; 2 erlitten schwere und etwa 8 leichte Verletzungen. Ausland. L e m b e r g , Oesterreich. Ein Feuer in Buczak, das um Mitternacht ausbrach, äscherte 200 Häuser ein. Gegen 3000 Menschen sind obdachlos. Paris. Die Civil-Trauung von Capitän A. Sartoris (Enkel von General Grant) mit Frau Germaine C. Nouffland (einer Nichte des Künstlers Ch. E. Halle in Coullon) fand hier statt. St. Petersburg. Frau Jno Cormick, die Gattin des amerikanischen Botschafters, ist nach 6-wöchentlicher Abwesenheit zurückgekehrt. Sie besuchte Paris. Florenz, Venedig und Wien. Reiche Bettler familie. Eine Bettlerfamilie, auf die man sieben Jahre lang gefahndet hatte, wurde in einem reich möblirten Hause in Chicago aufgespürt. Der Superintendent eines dortigen Wohlthätigkeitsbureaus ermittelte, daß drei' kleine Kinder, die vereinzelt auf den Straßen beim Betteln betroffen wurden, einer Frau Missouri Boehm gehörten, und durch die auf die Polizeiftation gebrachten Kinder erfuhr man, daß noch fünf andere Geschwister auf den Bettel geschickt wurden. Ein paar Stunden später waren auch diese fünf jugendlichen Bettler in Haft. Ein Polizist, der nach der Wohnung der Frau Boehm geschickt wurde, fand daselbst ein Piano, Möbel von theurem Holze und reiche Draperien und Teppiche. Die Wandschränke und mehrere Kisten waren mit Kleidungsstücken aller Art angefüllt, und im Kellergeschoß fanden sich große Ballen von Kleidungsstücken, die sortirt waren und zum Verkauf bereitlagen. Es wurde festgestellt, daß Frau Missouri schon seit zehn Jahren den Bettel gewerbsmäßig betrieben hatte. Der Richter überwies die Kinder verschiedenen Anstalten. Raub aus Hunger. In Council Bluffs, Ja., machten zwei junge Burschen im Alter von 18 und 20 Jahren einen Raubanfall auf eine Schankwirthschaft und erbeuteten eine kleine Summe. Sie wurden von dem Schankkellner verfolgt, der den jungeren von den Beiden, der unbewaffnet war, festnahm. Der andere entkam in den Bahnhof und kroch in eine DreschMaschine, wo er sich eine Kugel in den Kopf jagte. Der verhaftete Bursche sagte, er sei aus Chicago, und der andere Bursche, der sich erschoß, sei sein Bruder gewesen. Sie seien halb derhungert gewesen und durch Verzweiflung zu der That getrieben worden.. Gin Musterwirtn. Wirth (zu einem Gast, der schon eine ganze Weile dasitzt, ohne etwas bekommen zu haben): Haben Sie schon bestellt?" a st: Nein, die Kell-, nerjn war noch gar nicht da." Wirth: Na, dann san S' so gut und klopfen S' ibr."
Der drntlchc Karpfen. eine Verpflanzung nach den Wer. Staate nd seine Bcrincl,r::ng. Nachdem der deutsche Karpfen in den Vr. Staaten eingeführt wurde und sich in den Wässern der neuen Welt mehrte, gab sich, was wohl mehr der Unkenntniß der richtigen Zubereitung des Fisches zuzuschreiben, ein Widerwillen gegen das Schuppenthier kund, und wie man über den importirten Sperling als Gemeinschaden herfiel, so erging es auch dem Karpfen. Man sagte ihm nach, sein Fleisch sei nicht schmackhaft; er vertreibe die guten amerikanischen Fischsorten, sei gefräßig in der höchsten Potenz, überhaupt ein Uebel, welches auszurotten sei. Trotz vielfach angestellte? Ausrottungsversuche mehrte sich der Karpfen weiter, und in den Anschauungen über seine Nützlichkeit trat allmälig ein Umschwung ein. In dem im vergangenen Jahre zu Woods Holl. Mass., abgehaltenen Konvent der Amerikanischen Fischerei-Gesellschaft wurde die Ansicht vertreten, die allgemeine Tendenz gehe jetzt im ganzen Lande dahin, daß der Karpfen nicht nur ein profitabler Fisch, sondern auch ein werthvoller Zuwachs zu den NahrungsMitteln des Landes sei. Die New Yorker Staats-Fischereikommission theilt diese Ansicht. Auch die Fischer im Empire"-Stckate sehen den Karpfen mit günstigen Augen an. So haben unter Anderem die Hudson RiverFischer in dem Flusse im vergangenen Jahre 20.119 Karpfen von einem Gesammtgewicht von 134,140 Pfund gefangen. Der Fang brachte ihnen $3931 ein. Die kleineren Fische, welche zwei bis fünf Pfund wogen, brachten drei Cents per Pfund, die schwereren bis zu zehn Cents das Pfund.' Den Entenjägern ist allerdings der Karpfen ein Dorn im Auge, weil er sich von im Wasser wachsenden Vegetabilien 'nährt, an welchen die wilden Enten zu füttern gewohnt sind; auch ist der Karpfen nicht in allen Wassern wünschenswerth, was jedoch auch auf die anderen Fischarten paßt. Japans Außenhandel. Das statistische Bureau des Handelsdepartements in Washington, D. C., hat über den Handel Japans eine Broschüre veröffentlicht, aus welcher hervorgeht, daß der Handel zwischen Japan und , den Ver. Staaten in den letzten Jahren rascher zugenommen hat, als der Handelsverkehr des Jnselreiches mit anderen Ländern. In 1881 bildete die Einfuhr aus den Ver. Staaten in Japan nur 6 Prozent der Totaleinfuhr, in 1902 nahezu 18 Prozent. In 1902 repräsentirte der Gesammtexport Japans den Werth von 258,303,065 Den (ein Den ist gleich 51 Cents), wovon etwas mehr als 80,000,0000 Yen auf die Ver. Staaten entfielen, 26,000,000 Yen auf Hongkong. 47,000,000 Yen auf China, 27,000,000 Yen auf Frankreich und 17.300.000 Yen auf England. Von dem Export nach den Ver. Staaten betrafen fast 47,000.000 Yen Rohseide, 9.000.000 Yen Seidenfabrikate. 6.300.000 Yen Matten, der Rest Reis, Chemikalien und Bambuswaaren. Der Export von Rohseide bildete im letzten Jahrzehnt den hauptsächlichsten Handelsartikel; der Export desselben hat seit 1893 um das Vierfache zugenommen. Thatsächlich kaufen die Ver. Staaten nahezu das gesammte Rohseide-Produkt Japans. Der Export Onkel Sams nach Japan betrug im Jahre 1892 etwas mehr als $3,000,000. in 1902 war der Werth dieser Ausfuhr auf etwas mehr als $21,000,000 gestiegen. Etwa die Hälfte dieser Ausfuhr war Rohbaumwolle, die zweite Stelle nahm Petroleum ein, mit etwas mehr als $5,000,000. . Vogelmord im TessZn. Obschon in der Schweiz zum Schutze einer Reihe von Vogelarten ein Bundesgesetz erlassen wurde, wird der Vcgelmord im K'anton Tessin unvermindert weiterbetrieben. Die Ausführung der Bundesgesetze liegt den Kantonen ob, der Bund hat zu ihrer Vollziehung in den Kantonen keine eigenen Organe. Im Tessin wird der gesetzwidrige Vogelfang mittelst Schlingen, Fallen u. s. w. ausgeführt. Nach dem Bericht des eidgenössischen Departements des Innern für das Jahr 1903 hat der Vogelmord im Tessin zugenommen. Im Jahr 1903 wurden 20.514 Fallen und Schlingen konfiszirt und zerstört, 2000 Stück mehr als im Jahre 1902. Im Fang nützlicher Vögel steht obenan der tessinifche Landestheil Malcantone mit 14.607 'Fanggeräthen. Im Tessin werden Vögel, deren Abfangen bundesgesetzlich verboten ' ist, vor den Augen der Lokalbehörden auf den Märkten zum Verkauf aufgelegt. Onkel Sams Nationalhymne. Nach einer kürzlich erlassenen Verfügung des Marinesekretärs wird fortan an Bord der amerikanischen Kriegsschiffe des Morgens beim Hissen und des Abends beim Einholen der Flagge das Star Spangled Banner" gespielt werden, während es bis jetzt gebräuchlich war, bei dem Einholen der Flagge Hail Columbia" intoniren zu lassen. In der Marine soll einige Unklarheit darüber herrschen, welche von den beiden Melodien als NationalHymne zu betrachten sei, darüber aber hat auch der. Sekretär keine Entscheidung abgeben wollen, da er der Ansicht ist, daß eine solche dem Kongreß zusteht.
Aerzte.
R. F. M. PBAY, Spezialift. Augen, Ohren, Nase und SalS' 81 Ost Ohio Straße, Indianapolis. Hm, bäd. DR. C. L. RITTER, Newton Claypool Gebäude, immer 232 38. Neue Telephon 61 Penrsylvaia und Ohio Str.) 2. Stock. Office Stunden: s Mi 10:30, 2 bi 8:50 Uhr 7 bis 8 Uhr AbendS am Montag. Dienftag, Donnerstag, Samftag. ohnung : 1448 ProSd?, iraft, stunden : 8 Uhr Vormittag? und 1 Uhr NachmMag. Neue Telephon 930. Dr. j. A. Suteliffe, Wund -Arzt, Geschlechts., Urin. undRectum Krankheiten. Offfce : 155 Oft Market Str. Tel. 941 Office-Stunden : 9 bi 10 Uhr Bm. ; 2 bik 4Nbr N oeffler oon. 202 Nord Noble Str. Neues Telephon 2001. Grotze Auswahl von No. 449 Oft Washington Str. Neues Telephon 2525. ..Niedrige Raten.. .... nach .... Kalifornien und zurück ..via. . Big Four Route General-Conferenz der Methodisten Episkopal Kirche, Los Angeles, beginnend S. Mai. National Association der Detail Groceristen der Ver. Staaten San Francisco, 3. viö 8. Mai. Fahrkarten nach San Francisco und Los Angeles, Cal., und zurück werden verkauft vom 22. April bis einschließlich 30. April 1904 ; ebenso am 1. Mai für solche Züge, die ihre Passagiere in Chicago, Peoria, St. Louis oder Cairo an demselben Tag landen, von allen Punkten der Big Four", Eincinnati Northern und D. & U. R. R. zu sehr niedrigen Raten. Schtteßliche Retoursahrt beschränkt auf so. Juni Liberale UeberliegungS-Privilegien. Der Weftern Christian dvocate'S Epezial-Zug für Los Angeles, für Bequemlichkeit der Deleqaten und Andere, welche die Pacific üste zu besuchen wün schen, fährt via Big Four Route. Für nähere Information und Einzelheiten wende man sich an die Big Four Ticket Agenten oder schreibe an WARREN j. LYNCH, Gen'l P ss. & Ticket Agent, Cincinnatl, Ohio. LAKE ERIE & WESTERN R. R. . . . . Fahrzeit der Züge.. . Abfahrt Ankunft Toledo, Chicago und Michigan Er.prefj...t 7.16 tiO.i koledo, Detroit und Chicago Lim 12.20 t 8.6 Michigan ith, Muncie u.LasayetteSpls 7.20 flO.U täglich t ausgenommen Sonntags. Große Diebesbeute. In einer Nacht brachen Diebe in das Haus eines in der Nähe von Lanesville, Conn., wohnenden greisen Einsiedlers ein und stahlen $12,00() in baarem Gelde und einige werthvolle Schmuckfachen und Papiere. Vergeblich wurde die Gegend meilenweit in der Runde nach den Dieben abgesucht. Wahnsinniger als Lebensretter. Der dreijährige Sohn des Direktors Dr. Beutler von der Irrenanstalt zu Wauwatosa, Wis., hatte mit einem um zwei Jahre älteren Bruder an dem Teich nahender Anstalt gespielt und war in's Waer gefallen; auf die Hilferufe des Bruders eilte ein in der Anstalt untergebrachter farbiger Irrsinniger Namens Howard herbei, und es gelang ihm, den Knaben noch rechtzeitig unter dem Wasser hervorzuholen; ebenso verständig handelte er, den Knaben an den Beinen in die Höhe zu halten, daß das Wasser herauslief, und der Knabe kam bald wieder zu sich.
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