Indiana Tribüne, Volume 27, Number 210, Indianapolis, Marion County, 26 April 1904 — Page 7

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Jndiana Tribüne, 2. April 190 i

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Noman von Ckfemia v. Adlersseld-Ballestrem. .Fcrtsetznng. Die Goldplatten auf der Rückseite der anderen Steine sin'd nicht perfo tiii," erwiderte der Pater, indeß, man kann nie wissen es wäre vielleicht gut, sämmtliche Steine herauszunehmen. Ist's Ihnen recht? Nun, da müßte ich mir meinen Handwerkskästen holen, beziehungsweise die nöthigen Instrumente daraus. Ich derstehe so ein bischen von der Goldschmiedekunst und vom Handwerk überhaupt, und das ist keine nutzlose Liebhaberei, denn: die Axt im Haus erspart den Zimmermann", sagt Schiller schon. Erwarten Sie mich hier?" Gewiß," sagte Tri?, und der Pater erhob sich, indem er das Halsband auf dem Tische einem herrlichen AltFlorentinerExempla? in Pietra DurqMosaik lang auslegte. In diesem Augenblicke klopfte es an der Thür. Aha," sagte Trix laut und auf ihr Herein" trat, wie sie erwartet, Frau v. Graßmann in das Zimmer. Verzeihung, wenn ich störe," begann sie, noch an der Thür. Man hat eben ein Bücherregal für die neue Bibliothek gebracht, und der Schreiner möchte wissen, wo es aufgestellt werden soll!" Ja, war denn kein Diener da, daß Sie selbst kommen, das zu melden?" fragte Tr unbedacht. Im selben Augenblick aber fiel ihr ein, daß sie damit ja die Antwort provozirte: Ich habe Sie sprechen wollen," und hastig fügte sie hinzuc Es ist natürlich sehr freundlich, daß Sie selbst kommen vielen Dattk! Da müssen wir natürlich gleich hinunter, Hochwürden, nicht wahr? Vielleicht kommt Frau von Graßmann auch mit " Vte Ankunft eines ucyerregals xt ja natürlich ein Ereigniß in der Ab tei," erwiderte Frau v. Graßmann mit leiser Ironie, aber ich bin persönlich nicht so sehr dabei interessirt. Bei Hochwürden ist das selbstverständlich etwas anderes, und er darf sich von mir nicht zurückhalten lassen." Nein, ich thue das auch nicht," versicherte Trix, sich in den Arm des alten Herrn hängend, wir gehen zusammen!" . Frau v. Graßmann, die inzwischen näher getreten war, deutete auf das Halsband auf dem Tische. Was haben Sie da für einen Herrlichen alten Schmuck?" fragte sie. Ein Erbstück, wenn ich fragen darf?" Ja aus Onkel Zell's Nachlaß," antwortete Trix ungeduldig. Was mein Schwager nicht alles hinterlassen hat sogar Juwelen: Denn ich nehme an, daß die Steine echt sind rief Frau v. Graßmann, ,den Schmuck prüfend betrachtend, und als der Pater auf ihren fragenden Blick nickte: Echt und von großem Werth", da streckte sie mit einem konventionellen ich darf doch?" die Hand danach aus. Halt! Nicht anfassen!" schrie Trir auf, und als Frau v. Graßmann sie befremdet und zugleich ein wenig pikirt ansah, setzte sie hinzu: Es ist nicht Ihretwegen, sondern ach, es ist eine lange Geschichte! Ich erzähle sie ein andermal! Jetzt gehen wir nach unten!" Und damit zog sie den Pater mit sich zur Thür, und Frau v. Graßmann folgte mit kühler Verwunderung in den Zügen und mit einem vielsagenden Achselzucken. Vor der Thür blieb der . Pater stehen. Sie können das Halsband da drinnen nicht so offen lirgen lassen." sagte er. Es könnte inzwischen Jemand in das Zimmer kommen." Ja. das ist wahr." gab Trix zu. Ich schließe die Zimmer ab. daS wird am besten fein, bis wir nachher wieder zurückkommen einen Augenblick!" Und hineingehend schloß sie erst ihr Schlafzimmer und dann das Thurm zimmer von innen ab. das Florentiner Zimmer aber von außen und den Schlüssel steckte sie in die Tasche. So." sagte sie. jetzt muß einer durch's Schlüsselloch, wenn er in meine Zimmer will!" Es fehlt nur noch ein Posten vor der Thür." meinte Frau v. Graßmann achselzuckend. Ich glaube aber nicht, daß der Schmuck drinnen ein Laienouge reizen würde. Man muß doch wohl schon etwas Kenner sein, um seinen Werth richtig zu schätzen." Den Werth der Arbeit, gewiß!" erwiderte der Pater. Aber die Steine blitzen und funkeln doch genügend, um das Auge anzuziehen, selbst ein Auge, das Spinelle und Saphire noch nicht qesehen und sie vielleicht für gefärbtes Glas hält. Und führe uns nicht ,n Versuchung" beten wir täglich. Wir sollen aber auch andere nicht in Versuchung führen." Frau v. Graßmann zuckte wieder mit den Achseln und trennte sich unten in der Halle von dem Pater und Trix, die ganz stolz darüber war, auf so gute Manier dem drohenden Interview für diesmal entgangen zu sein. Denn daß Frau v. Graßmann nicht nur des Bücherregals wegen zu ihr,igekommen war, deren Zimmer sie seit jenem Tage nach dem Unfall" am Alchimisten-

thurm nicht mehr betreten, darauf hätte sie wetten mögen. Die Auffiellung des Büchergestells, mit der man übrigens schon unter Friedrichs zuverlässiger Leitung begonnen hatte, nahm keine lange Zeit in Anspruch, und der Pater hätte am liebsten gleich angefangen, die schon bereit liegenden Bücher einzuräumen, wenn nicht das Halsband oben bei Trix gelegen hätte. Doch das mußte erst erledigt und wieder in Sicherheit gebracht werden, das sah er ein, und zudem hätte es Trix um seinen Preis selbst angerührt. Indeß er sein Handwerkszeug ' herbeiholte, ritt Hans v. Truchseß in den Hof der Abtei, wo die auf den Pater wartende Trix ihn begrüßte, ehe er noch abgeiessen war. Wie hübsch von Dir. sogar im Regen zu kommen!" rief sie ihm entgegen. Waterproof", meinte er, auf seinen Regenmantel deutend, indem er absaß und sein Pferd dem herbeieilenden Stallknecht übergab. Ich bringe dir nämlich eine Einladung nach Weißenrode", setzte er hinzu, als sie iy die Halle getreten waren. Mir?" fragte Trix. Wann soll ich kommen?" Ja, gleich heut', wenn du willst und wenn es geht. Du sollst ein paar Taqe oder ein paar Wochen dort blei&n." Warum nicht gar!" lachte Trix. Ja, sicher, ohne Spaß," erwiderte er. Ich habe den Einladungsbrief der Gräfin an dich bei mir. Der offiziöse Tenor ist, weil du hier so allein bist, und am Ende Grillenjä gerin wirst!" Und der officielle?" fragte Trix neckend. Wir wollen dich von Tanke Sophie. trennen", erwiderte er mit gedämpfter Stimme. Das heißt, ich will's, und Rablonowskis begreifen ganz, daß du mit ihr nicht auskommst, wie man so sagt. Ich habe meiner Schwiegermutter gegenüber so viel von der wahren Ursache herausgegeben, als ich für nothwendig hielt. Du kommst doch, Trix, und bald?" Ach, Hans, es ist ja sehr verlockend, aber " Da ist doch kein aber" nothwenbig, wenn du's für verlockend hältst." fiel er ein. Hat denn Tante Sophie gefagt, daß und wann sie geht?" Nicht ein Sterbenswort. Sie hat nur heut', als ihre schlechte Laune mir ein bißchen zu viel wurde, gesagt, daß sie großen Kummer hätte. Sie will mir auch sicher mehr sagen, aber, Hans, sie hat eine solche Art, mit einem zu reden ich fürchte mich davor wie " Sie vollendete nicht, aber er nickte verstandnißvoll. Darum um so mehr," meinte er. Laß einpacken und bestelle das An spannen, was du sonst brauchst, kann dir nachgeschickt werden." Trix kämpfte einen kurzen aber schweren Kampf mit sich selbst. Es ist besser, ich bleibe hier", sagte sie dann leise. Besser? Warum besser?" fragte er forschend. Sie wurde der augenblicklichen Antwort durch das Erscheinen des Paters enthoben, der mit seinem Handwerkskasten durch den Hof kam. Wird unsere Arbeit aufgescho ben?" fragte er, des Besuchers ansichtig werdend, mit einem leisen, ganz leisen Hintergedanken an seine Bü"'Behüte!" erklärte Trix eifrig. Im Gegentheil. Hans, muß die wunderbare Geschichte hören und das wunderbare Objekt sehen! Hans, spanne deine Erwartungen so hoch du kannst so etwas wie das. was dei ner wertet, hast du noch nie gesehen und gehört." All right", erwiderte Hans lächelnd. Wir besprechen das andere such besser oben bei dir mit Hochwürden." Trix bestellte den Thee hinauf in ihr Zimmer und so stiegen sie die Treppe hinan. Der Herzog wollte ja morgen ab reisen", bemerkte Trix unterwegs.' Er hat noch etwas zugegeben an seinem Besuch", erwiderte Hans tro cken. Noch zugegeben?" wiederholte Trix. Ja, aber Himmel, wie lange will er denn bleiben? Er ist ja fast schon vier Wochen in. Weißenrode!" Es muß ihm dort halt gefallen", meinte Hans Truchseß lachend. ..Der arme Junge hat ein Familienleben nie gekannt, da behagt's ihm eben dort. Und mein Schwiegervater hat ein so williges Opfer an ihm für seine bakteriologischen Vortrage! Das wird er ganz ohne Kampf nicht fahren lassen." Trix warf einen scheuen Blick zu ihm hinauf, mit welcher Seelenruhe er sprach! Sie wußte es besser, was den Herzog in Weißenrode zurückhielt, und Phroso wußte es auch und duldete. daß er blieb!" Nun. ich kann nicht nach Weißenrode gehen, ich kann das nicht mit ansehen", dachte sie. indem si den Schlüssel zu dem Florentiner Zimmer aus der Tasche zog und ihn ins Schlüsselloch steckte, denn sie waren inzwischen am Ziel angelangt. Was ist denn das?" sagte sie laut. Die Thür geht ja nicht auf sie wird von innen zugehalten " Ei bewahre, es ist ja niemand drinnen!" meinte der Pater, mit der

auf. und die noch außen stehenden Herren sahen sie entsetzt zurückweichen. Im Nu war ihr Hans Truchseß gefolgt und dann der Pater, und nun sahen die drei einen Moment fassungslos herab auf die Gestalt, die, einen schrecklichen Ausdruck starren Entsetzens auf den aschfahlen Zügen, die blauen Lippen geöffnet, mit verglostem. starrem Blick, auf dem Rücken am Boden lag mit der Reckten ihren Hals umfassend, die Linke krampfhaft zusammengeballt. Der Pater war der erste, der auf sie zutrat und neben ihr hinknieend, ihre Hand berührte. Sie ist todt!" sagte er leise. Hans Truchseß hatte unwillkürlich Trixens Hand erfaßt, als wollte er sie hinausführen von diesem Anblick des Entsetzens und des Todes, aber sie streckte die andere Hand aus nach der Richtung des Thurmzimmers, zu dem die Thür offen stand. Dort ist sie hereingekommen", fagte sie flüsternd. Und die anderen, mehr der Richtung ihres Blickes als ihrer Hand folgend, sahen dort nicht nu? die Thüre des sogenanntenWandHand gegen die Thiir drückend, die sich nur etwa zwei Finger breit offnen ließ. Wirklich, es geht nicht", fügte er perplex hinzu. Aber es kann niemand drinnen sein ich habe ja selbst alle Ausgänge verschlossen." begann Trix, doch schon hatte sich Truchseß gegen die Thür gestemmt und sie halbwegs aufgestoßen. Es liegt etwas Schweres davor", meinte er, und schon war Trix durch den Spalt geschlüpft. : Frau von Graßmann!" schrie sie scbrankes offen stehen, sondern sahen auch dessen Rückwand und durch deren leeren Raum in die Aebtissinnenloge der Kirche! Darum also wollte sie nicht, daß ich ein Möbel an die Stelle rücken ließ!" rief Trix erregt. Wie oft mag sie diesen Weg gegangen sein ach! und darum mußte mein Hund sterben, weil der des Nachts sie verrathen hätte " Kind, Kind, nicht so schnell! Wir haben dafür keine Beweise!" sagte der Pater abwehrend. Beweise! Ist die offene geheime Thür dort kein Beweis?" rief Trix, am ganzen Leibe zitternd. Was schleicht sie hinter meinem Rücken in meine Zimmer hinein auf einem Wege. den nur sie kennt, wenn sie nicht etwas vorhat, was kein Mensch wissen soll? Und das Halsband!" unterbrach sie sich mit einem Aufschrei, wo ist das Halsband?" Trix, rege dich nicht so auf! Welches Halsband?" fiel Truchseß beruhigend ein. aber Trix war außer sich. Sie ist gekommen, das Halsband zu stehlen, und wir haben ihr nicht gesagt, warum sie es nicht anrühren durfte!" rief sie in schrecklichster Erre gung. Sind wir , nun schuld an ihrem Tode?" setzte sie leise, entsetzt hinzu. Trix! Trix! Gott, sie redet irre!" rief Truchfeß erschütt'rt, indem er sie an sich zog. Der Pater aber löste leise die Hand der Todten von deren Halse und unter dem halb geschlossenen Kragen ihres Kleides blitzte in rosigem Glänze der Spinell am Schlosse deö verhänanißvollen Halsbandes! Nur mit Mühe war der Schmuck von dem für seine Weite zu vollen Halse seines letzten Opfers zu lösen, als es geschehen, legte der Pater ihn zunächst zurück in den Kasten, dann aber trat er an Trix heran und zog ihr sanft die Hände vom Gesicht. Wir tragen keine Schuld am Tode dieser Frau, weder eine aktuelle, noch eine ideelle", sagte er freundlich. Was geschehen konnte und mußte, fremde Hände von diesem Halsband fern zu halten, ist geschehen vor den Schleichwegen des Verbrechens gibt es keinen Schutz." ..EL war nicht ihr erstes", fiel Truchseß grimmig ein. In den PaPieren meiner Mutter fand ich den Record ihrer Ueberschreitungen gegen Onkel Zells Hausfrieden und Eigenthum natürlich alles für ihren Lumpen von Sohn! Ich werde mir nie verzeihen, daß ich mit dieser, freilich nur wenige Tage alten Wissenschaft geduldet habe, daß sie auch nur eine Stunde länger in diesem Haufe blieb ' De mortuls nil nisi bene!" unterbrach ihn der Pater mit erhobener Stimme. Lassen wir den Record ihres Lebens ruhen mit ihr. Was sie auch immer gethan haben mag, sie hat es gesühnt durch diesen jähen Tod Gott wird ihr vielleicht, wird ihr Hofentlich ein gnädiger Richter sein, weil sie aus Liebe gefehlt. Es ist nicht an uns, einzuwenden, daß diese Liebe zu einem unwürdigen Kinde eine blinde und irregeleitete und vielleicht auch irre leitende gewesen wir haben nicht in ihr Herz sehen können. Führen Sie Fräulein von Dornberg hinaus aus diesem Zimmer des Todes, Herr von Truchseß, und während ich bei der Verblichenen bleibe, um an ihrer Leiche zu beten, sorgen Sie dafür, daß ein Arzt geholt wird, der den Tod amtlich bescheinigt." (Schluß folgt.)

Raucht die BONANZA

Fürst BtSmar als Redakteur. Vo Heinrich v. Poschinger. Alle Diejenigen, die in der Umgebung des ersten Kanzlers gearbeitet haben, wissen, wie exakt er bei der Redaktion von Aktenstücken, die mit seiner Unterschrift die Staats-Kanzlei verlassen haben, zu Werke ging. Das gilt nicht bloß für hochpolitische Schriftstücke, die er oft dreimal durcharbeitete, indem er sich immer wieder ein neues Reinkonzept vorlegen ließ, sondern auch für Zeitungs - Artikel oder Gesetzentwürfe, die er bis auf die Motive einer redaktionellen Neberarbeitung unterzog. Weit häufiger, als m man es gemeiniglich glaubt, hat sich' der Fürst noch an der Redaklion von Büchern und Aufsätzen betheiligt, die ohne seine Genehmigung nicht wohl das Licht der Welt erblicken konnten. In eminen-. tem Maße interessirte er sich für die durch mich bewirkte Herausgabe seiner Frankfurter Geisandtschafts - Berichte. Lothar Bucher und Sybel konnte er hier wohl zu Rathe ziehen: die SchlußRedaktion mußte er aber selbst vornehmen, denn es war zu viel Höchstpersönliches darin, zu viele Urtheile über die lieben Kollegen und andere zum Theil noch lebende und in angesehenen Stelfangen wirkende Staatsmänner und fürstliche Persönlichkeiten. Mit wenigen Ausnahmen, wo ich die Jntentionen des Kanzlers voraussetzen zu können glaubte, hat er dann noch alle in meinem Werke Preußen im Bundestag" enthaltenen Piecen vorgelegt bekommen, um sie durchzusehen und sein Urtheil darüber abzugeben. Das geschah in Form von an den Rand der Vorlage gesetzten Bleibemerkungen; sie waren meist ganz kurz gesaßt, zum Beispiel: Ich glaube nicht, daß ich das verfaßt ' habe" unwichtig und zu lang" hübsch, aber zu persönlich" zu grob" vielleicht als Kuriosum dem Herrn Kultus - Minister mitzutheilen" An diesen geschichtlichen Erläuterungen wird sich viel kürzen lassen; eine Zeitgeschichte führ: zu weit." Mehrfach zeigte sich Bismarck in Bezug auf die Aufnahme einer Stelle weniger ängstlich als ich. Lieber aufnehmen," doch nützlich, aufnehmen." Bei einigen Stellen eines Gesandtschafts - Berichtes war die Opportunitäts - Frage angeregt. Dazu Vismarck: Die gerade sind für mich unbedenklich, die Schärfen gegen Oesterreich weniger. Aber mit den geringen, angedeuteten Streichungen geht es." Zu dem Rath, eine gewisse Stelle wegzulassen, schrieb Vismarck: Wegen Dalwigk? oder sonst? gerade wegen Dalwigk möchte ich es aufnehmen." Zu dem auf Ausscheiden einer anderen Stelle zielenden Rathe: Warum eigentlich? Die Farbe gehört zur damaligen Situation, wenn man sie richtig darstellen will." Zu einem den Streit um Rastatt betreffenden Berichte:. Scheint zum Verständniß des Verdachis unentbehrlich. Die Konzepte, von Herrn v. Manteuffel emendirt, sollten in Berlin sein?" Andererseits nahm Bismarck noch manche kleine Textabänderungen vor, welche Stel!en abschwächten, die in der Originalfassung verletzen könnten; so setzte er zum Beispiel statt anmaßend anspruchsvoll", statt übler Intrigant" übles Element", statt unverschämt übertrieben", statt Faulheit Trägheit", statt ungeschliffen unabgeschliffen". Zu einer den Bundestags-Ge-sandten Grafen Rechberg möglicherweise verletzenden Stelle: Graf Rechberq lebt noch und ist urS später nützlich gewesen." In einem Gesandtischafts - Berichte, worin Bismarck hervorhebt, die fürstlich Taxische PostVerwaltung habe nur das Interesse, aus dem Postregal Vortheil zu ziehen, also ein dem allgemeinen entgegengesetztes Sonderinteresse; sie diene dem öffentlichen Verkehr gerade nur insofern,- als es ihr nützlich für ihre Tasche erscheine, schrieb Bismarck an den Rand: Gerade wie die Privateisenbahnen." Da Preußen im Bundestag" nur bisher ungedrucktes Material enthalten sollte, so meinte ich, man brauche die Rede, mit welcher Bismarck die Antrittsrede des - österreichischen Präsidalgesandten Freiherrn v. Prokesch beantwortete, nicht in extenso, abzudrucken; es genüge, zu sagen. Bismarck habe sie in einer für Prokesch schmeichelhaften Weise beantwortete. Bismarck votirte hierzu: ..Nein, sie zeigt, daß ich Prokesch von Hause aus entgegenkam." An den Rand eines Jmmediatberichtes, welchen Bismarck in Sachen einer am Bundestag schwebenden Beschwerde über den Brückenbau bei Köln verfaßt hatte, schrieb er mit den bekannten großen Bleistiftzügen an denRand: Die Stellung, welche wir damals dem Bundestage gegenüber einnahmen, ist für oberflächliche Einsicht eine partikularistische. 4vie sie heute für centrifugal und reichsfeindlich gelten würde. Das quod licet Jovi" aber nicht rathsam und nicht höflich gegen kleineStaaten." Ein anderes Mal setzte er an den Rand: 1866 war nicht das öfterreichische Militär populär, sondern die " preußische Regierung unpopulär. (K. Blind.) Die Stellung des preußischen Militärs war bis zu meinem Abgang dominirend. so wie geschildert; von 1858 bis 1866 ist sie nicht gleich geblieben. Die für andere deutsche Truppen mißliebigen Stellen müssen ausfallen."

Diese wenigen Auszüge werden zeigen, mit welch feinem Taktgefühl und mit welcher Sorgfalt Bismarck bei der Redaktion des Quellenwerkes verfuhr, das die Anfänge seiner politischen Karriere blitzartig beleuchten sollte. 2te spatti.aze,. -.wn. swinlcr. Wie vor einiger Zeit gemeldet wurde, ist das neueste Op,er der spanischen Schatzschwindler wiecec ein Deutscher. Die ganze spanische Presse macht sich natürlich über den Dummkopf lustig, der nicht nur seine 600 Mark verloren hat, sondern auch durch seine Handlungsweise den deutschen Namen der Lächerlichkeit preisgiebt. Jetzt nimmt sogar der Direktor des Madrider Centralgefängnisses im Jmparcial" das Wort, um das Verfahren des thörichten Deutsechn an den Pranger zu, stellen, anderseits aber auch den sehr vernünftigen Vorschlag zu machen, das Strafgesetzbuch dahin abzuändern, daß nicht nur diejenigen, die diese lukrative Industrie betreiben, strafbar find, sondern auch die, die sich auf diese unsauberen Geschäfte einlassen, und die lediglich aus gewissenloser Habsucht dabei handeln, indem sie sich eines angeblichenSchatzes bemächtigen wollen, der. wie di: Briefschreiber selbst bekennen, in legitimer Weise ihnen nicht zukommt. Im Grunde genommen würde es sich also, wenn etwas Wahres an der Geschichte wäre, genau um denselben Betrug handeln, um dessenioillen der angeblich: Gefangene in Haft sitzt. Der Vorschlag ist thatsächlich in Erwägung zu ziehen; vielleicht wird der Schwindel dadurch in wirksamer Weise unterbunden. Im .vorliegenden Fall bestand der Schatz" aus dem Koffer eines kanarischen Bankiers, der mit 800.000 Francs in Werthpapieren und 400.000 Francs in Schmuckgegenstän den in Barcelona deponirt sein sollte. Der Gefängnißdirektor erzählt, daß auf diese Abart desSchatzgräberschwindels, der unter dem Namen cuenta de canaris" bekannt ist. in den letzten 5 Jahren die meisten hineingefallen sind. Aus aller Herren Ländern kämen die Vertrauensseligen angereist, um diesen

kgeheimnißvollen Koffer ein beschei dener Abkömmling des berühmten großen Humbertschen Geldfchrankes gegen ihr gutes Geld einzutauschen. Nicht immer erhalten die Behörden rechtzeitigWind davon, und selbst dann gelingt es ihnen nur mit schwerer Mühe, die Leute von dem glänzenden Geschäft" zurückzuhalten. Viele reisen resignirt wieder ab. aber keineswegs überzeugt, daß es sich nur um einen plumpen und sinnigen Schwindel handelt, der übrigens nur für's Ausland berechnet ist. Geht einer von der Bande einmal in die von der Polizei gestellte Falle, so heißt es regelmäßig, daß er von einer unbekannten Person den Auftrag erhalten habe, sich mit dem betreffenden Opfer zu treffen, und da man ihm meistens nichts nachweisen kann, so kommt er mit einigen Monaten Haft davon. Die wahren Urheber bleiben aber unentdeckt. Im Presidio zu Centa sitzt schon seit längerer Zeit wegen irgend eines Verbrechens ein Subjekt Namens Pedro Alejändrino, der sich für den Erfinder dieses Schatzgräberschwindels ausgiebt und den übrigen Gefangenen dessen Vorzüge preist, da es sich mit seiner Hilfe ganz passabel leben lasse. Er fagt ganz richtig: Kein ehrenhafter Mensch wird sich auf solche schmutzigen Geschäfte einlassen; der es thut, ist also ebenso schuldig wie ich. weshalb sollen wir armen Teufel also nicht auf seine Kosten leben? Auf je 30 Rundschreiben, die ein paar Pesetas Porto kosten, fällt bestimmt einer herein." Speziell will er seinerzeit die bekannte Geschichte mit dem reichen Waisenmädchen ausgebeutet haben. Aus allen Ländern flössen ihm Gelder zu. um in den Befitz der Erbschaft zu kommen und die Erziehung derWaise zu vollenden, während Alejandrino und seine Cumpane herrlich umd in Freuden lebten und sich über die Dummheit und Habsucht ihrer Opfer amllsirten. Wir haben erst kürzlich wieder von einem solchen Falk Notiz genommen, geben aber den Bericht wieder in der Hoffnung, daß endlich der Glaube an den sagenhaften Schatz erschüttert werden wird. Irrr trstttphortie-gicrttcvi. Herr von Vlumenfeld, Sie auch hier? Was machen Sie denn da?" Ich wart', bis es zu Ende ist!" Schs,ere Autorität. Dein Schulzeugniß, Hänschen, ist wieder einmal ganz miserabel!" Na, Vater, schön waren die Kritiken über Dein letztes Drama gerade auch nicht!"

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Feuer - Signale

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Michiaa 214 Jllinoi nd 2. 216 Senate Av und 21. 216 Pennsvlvania und 22. X17 Meridian nd 16. 218 Capital Av und 28, 219 Broadway und 10. 231 JllinoiS und MeLea 284 No. 14 Spritzenhau Kenwood und 30. 35 Illinois und 83. 6 Annetta und 3C 837 No. 9. Spritzenhaus Udell und Rad 238 Udell Ladder Work 2Sg Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS u St.Clx 243 Eldridge und 23. 312 West uud Wainut 313 Weft und 12. 314 Howard und 16. 316 Tsrbet und Paca 316 Capital Av und ra. 817 Northwestern Ave u 18 Gent und 18. 31 Canal und 10. 3 Cerealine Work 24 Vermont nd Lynn 826 BiSmarcku SrandvU 82 No. 29 Spritzenhaus Haughville. 827 Michigan u. Holme, 828 Michigan u. Coneord 841 Weft und McJntyre 412 Missouri u. Marylant 413 Missouri und k)hio 416 Capital Av' .Seorgia 416 Missouri u KentuckyA. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und 6 HirnHwil W. Washington. 423 Irren-Hospital. 424 Miley Ave u.JDS 426 Wash nd Han 42 Ro. 18 Spr4tzehau W. 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Die so bezeichnete Signale nxrde nur vom Thun achter angegeben da an de betreffende Straß ktuzung keine AlarmköKen angebracht ftnd. Chicago nd der große Nordwevren bi 1 1 1 1 1 VI IIHl lllllll lli IIIIH! t i M 9L ja n n K!K.iiKHHIBWM . d!wv!KtwWnu EassgGT Naka-Sawalt-PHtlwte Insel. Bier tägliche Schnellzüg? nach Chicago. Bon der Mono 47. Str. Station, Chicago, find nur 6 Minuten mittelst elektrischer Car naiv den Union iehböfen Fleuch Iick Spring, tn dem Orange County Hochland. Familit-Hoti anter neuer SeschaftSleitung. Pluto, Proserpine nd Bowle Quellen. Beste Mineralwasser dn elt. Zwei Züge täglich via reencaftle. Ticket-Offtcen : Union Station, Massachusetts ve nd 35 Weft Washington Straße. R. P.Alg , ftlftriTt 4Raff. Katni. AndlanaosI!. Ind. c o e i, ,.. ro ras. und Sen.Mgr. Betriebsleiter Frank I. d, eu.B,ss. Agent. Chicago. Jll.