Indiana Tribüne, Volume 27, Number 209, Indianapolis, Marion County, 25 April 1904 — Page 7

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;ft ' Roman von Esfemia v. Adlersseld-Ballesttem. Fortsetzung. Kann sein," gab er mit einem leisen Seufzer zu. Phroso hat eben einen so hoch entwickelten künstlerischen Geschmack, leider aber keine Idee von dem Werthe des Geldes diese Einzelheiten des Daseins sind ihr ganz fremd. Noch ist's nicht an mir, ihr den nöthigen Unterricht zu geben, und so thue ich offenen Auges mehr, als ich vor mir selbst und schließlich auch vor ihr verantworten kann, ienn ich weiß doch nicht, ob es recht ist, sie in dem Glauben zu erhalten und zu bestärken, als ob meine Geldquellen immer so bereit sind, zu fließen. Du siehst, kleine Trix, daß "ein jeder in dieser schönen Welt einen Schuh hat, der ihn drückt, und daß es keine leere Redensart ist, wenn der Dichter sagt, daß kein Sterblicher ungestraft unter Palmen wandelt. Und wenn der Mensch in seiner Blindheit die Hand ausstreckt nach der Flamme, weil sie so schön leuchtet, dann darf er sich nicht wundern, wenn er sich dabei verbrennt." Ist das ein Gleichniß, Hans?" fragte Trix mit großen Augen. Unnützes Gewäsch ist's. Trix, und Du mußt es vergessen," erwiderte er, so tief Athem holend, daß es wie ein Seufzer klang. Aber Trix vergaß es nicht, sondern dachte ernsthaft darüber nach, als sie wieder allein war, und die Lust, die schöne Phroso so lange zu schütteln, bis ihr die Wabrheit dämmerte, überkam sie mächtig. Sie wird ihn ruiniren," dachte sie beunruhigt. Mitten in der Nacht, in der heut' der Schlaf gar nicht seinen sonst so bevorzugten Liebling aufsuchen wollte, richtete sich Trix plötzlich im Bette auf. Jetzt weiß ich, wer mein Erbe ist," sagte sie ganz laut, indem sie Licht machte. Gefragt wird er nicht erst, denn wer viel fragt, bekommt viele Antworten. Ich bin ja auch nicht gefragt worden!" Damit fuhr sie schon in ihre Pantoffeln und ging mühsam weil ihr alle Glieder weh thaten, das Licht in bet 'Hand, an ihren Schreibtisch. Dort setzte sie sich nieder, nahm einen Bogen Papier und schrieb mit ihrer großen, aber unausgeschriebenen Handschrift ohne weiteres Nachdenken darauf: Ich, Beatrix, Freiin von Dornberg, hinterlasse nach meinemTode alle meine Besitzungen, wie sie stehen und liegen, meinem lieben Vetter, dem Freiherrn Hans Truchseß von Waldburg auf Kroschwitz als ein Zeichen meiner Liebe, Freundschaft und Verehrung.' Man soll mich aber nicht in der Gruft beisetzen auf dem Freiwalder Friedhof, wo Onkel Zell ruht, sondern im Walde m Kroschwitzer Grenzgraben, wo ich Hans zum erstenmal geleben. Abtei Frauensee. im Juli 189 . Nachdem sie diese wenigen Zeilen geschrieben, löschte sie die feuchte Schrift sorglich ab, faltete den Bogen, steckte ihn in einen Umschlag, verklebte und versiegelte denselben mit ihrem Privatpetschaft und schrieb darauf: Mein Testament." Nachdem sie das große Kouvert in ihrem Schreibtisch verschlossen, ging sie !n ihr Bett zurück und hüllte sich fröstelnd in ihre Decke. Es schien, als ob eine ganze Zeit vergehen wollte, ehe Trix wieder allheil" wurde. Zwar ihre Bewegungs fähigkeit fand sich., wie es der Herr Professor versprochen, schnell genug wieder, ccher sie fühlte sich nach wenig Schritten immer gleich müde und auch das Fahren griff sie an, so daß sie weder daran, noch am Gehen Freude hatte und zumeist auf dem Söller vor ihrem Zimmer saß und auf den See hinausblickte, ein Buch im Schooß, in - dem sie aber meist nicht las. Zuweilen griff sie zur Geige, d.och die Musik machte sie traurig, denn es wollte immer nur die selbsterdachte Melodie zu dem Liede vom stillen Wissen ihrer tiefsten Noth" von den Saiten klingen, und was sie auch sonst versuchte, die Harmoxien wandelten sich immer und immer in die eine um, die in ihrer Seele erklang. Die Einsamkeit wäre, da Frau v. Graßmann sich absolut fern hielt, unerträglich für ein so jun ges Wesen geworden, wenn nicht der Pater ihr so viel von seiner Zeit gewidme! hätte, als er für ' angebrachk hielt, ohne sie zu langweilen, welche Gefahr durch den Altersunterschied schon nahe lag. Aber der alte Hr hatte Trix wirklich von Herzen lieb geWonnen und betrachtete seine Besuche bei ihr nicht vom Standpunkte der Christen und Priesterpflicht allein. Und darum, weil ihn ganz rein menschlich-vaterliche Gefühle zu ihr drängten, darum auch kam er immer mit irgend etwas, nzas sie interessirte oder ihr Interesse erweckte, und sein altes Herz schwoll in Freude, als er sah, daß er im Stande war, sie für sein .Steckenpferd, die romanische Kunst, zu begeistern. Eine echte, ur sprüngliche Begeisterung sei es, für waö es sei wirkt immer in gewissem Grade, je nach der individuellen Veranlagung, ansteckend und hinreißend, und auch in Trix machte des Paters Begeisterung Saiten erklingen, von deren Existenz sie selbst bisher ?eine

Ahnung gehabt, weil sie eben unöerührt geblieben waren. Sie griff selbst zum Stift, um die Linien nachzuzeichnen, für die der Pater sie interessiren wollte, und dilettantenhaft, ja kindisch, wie diese Versuche ausfielen, so verriethen sie doch einen so ausgesprochenen Formensinn, daß der Pater ihr allen Ernstes rieth. Unterricht im Zeichnen zu nehmen. Dann kam auch täglich irgend ein Besuch, um nach Trix zu fragen und sie zu unterhalten. Jemand aus Weißenrode. Jemand aus .Freiwald und fast täglich Hans Truchseß, wenn dieser auch nur für wenige Minuten vorsprach. Phroso Rablonowska brachte ihr weiße, süß duftende Lilien, die in hohen, schlanken, venezianischen Vasen im Florentiner Zimmer Aufstellung fanden, die Gräfin brachte Bücher, der Graf das neueste an Broschüren über Bakteriologie; der alte Richter kam, Domino mit Trix zu spielen, seine Frau brachte ihr Leckerbissen, als ob die Abtei eine ausgehungerte Festung wäre, und die drei Volontäre erschienen in corpore ja, der junge Syxop schob seine Rancune dabei so weit in den Hintergrund, daß er sich erbot, Trix in die Geheimnisse des unterhaltsamen Kartenspieles Schafskopf" einzuweihen, was von Trix gern mit der Bemerkung angenommen wurde, daß sie sich's zur besonderen Ehre schätze, von einem Meister - 'Schafskopf Pardon, Schafskopf - Meister, unterrichtet zu werden. An diesem Nachmittage, an welchem Trix auf ihrem Söller mit dem Pater als Chevalier d'honneur" dabei, mit den drei Richterschen Lulatschen" Schafskopf spielte, was ihr ein ganz hervorragendes Vergnügen machte, war sie wieder die alte, übermüthige Trsx von ehedem, s sie noch ibr Müthchen an den Stiftsdamen kühlte, und so lebhaft und laut ging es bei dem aufregenden Spiel zu, daß der Pater sich vor Lachen die Thränen aus den Augen wischte, während Frau v. Graßmann später beim Abendbrot die Bemerkung nicht unterdrücken konnte, daß die Würde der Herrin von Frauensee.doch wohl durch solche Kindereien leiden dürfte. Aber Trix hatte sich königlich amüsirt und ihr Leid vergessen bei diesen Kindereien", die ihr näher lagen als die Langeweile einer Würde, .die sie schon als Last empfunden, und fo verfehlte die etwas bissige Bemerkung, irgend einen Eindruck auf sie zu machen, um so mehr, als der Pater entschieden Trix' Partei nahm. Frau v. Graßmann's Laune hatte Trix schon längst als unter der Kanone" charakterisirt, aber sie entschuldigte die bittere Stimmung mit den obwaltenden Umständen, denn Trix war großmüthig von Natur, wenn die eigene Lebhaftigkeit sie nicht fortriß. Zwar kam es ihr wohl in den Sinn, daß die obwaltenden Umstände" Frau v. Graßmann eigentlich hätten etwas liebenswürdiger machen können, aber sie tröstete sich damit, daß sie ihre nur noch pro forina hier weilende Ehrendame kaum öfters als bei den Mahlzeiten sah, wobei sie dann mit unbewußter Philosophie die bitteren und scharfen Bemerkungen derselben als eine unangenehme, aber vorübergehende Würze mit ziemlichem Gleichmuth dem Menü zuschrieb. An einem regnerischen Tage, kaum zwei Wochen nach Trixen's Unfall", geschah es aber, daß sie beim Mittagstisch fand, daß Frau.v. Graßmann ihrer bitteren Stimmung doch allzu sehr nachgab und dabei die Grenzen der allgemeinen Höflichkeit überschritt, indem sie fast jedes Wort und jede Bewegung von ihr tadelte und einer beißenden Kritik unterzog. Nun wurde es Trix doch zu viel und sie war schon daran, aufzufahren, als sie sah, daß Frau v. Graßmann nicht nur blaß, sondern direkt aschfahl aussah und daß ihre Hände nervös zitterten. Sind Sie krank?" fragte sie theilnehmend, statt heftig zu werden. Der freundliche Ton der Frage bewirkte, daß Frau v. Graßmann sich zusammennahm. In der That," gab sie zu, ich bin heut' unwohl, recht unwohl. Meine Nerven sind in einer Verfassung, daß ich wirklich nicht weiß, was ich thue und rede es giebt Zustände, von denen es keine Redensart ist, , zu sagen, daß man glaubt, verrückt werden zu müssen." Sie sollten einen Arzt nehmen schlug der Pater vor. Gegen das, was mir fehlt, helfen keine Pulver und keine Mixturen," entgegnete. Frau von Graßmann mit zuckendem Munde. Mein Leiden sitzt im Gemüth." Und kann da Niemand helfen?" fragte der Pater freundlich. Frau v. Graßmann schüttelte mit dem Kopfe, aber sie warf dabei einen Blick auf Trix, welcher dieser eine helle Nöthe in'S Gesicht iaate. weil der Ge-

danke: Sie will wieder die Sache Jhres Sohnes verfechten!" m :hr aufstieg und ihr eine geradezu heillose Angst einflößte. Natürlich nicht jetzt bei Tische, aber Trix war überzeugt, daß dies nur Vorpostengefecht war, und daß die Attacke später nachfolgen sollt. Wenn sie ja nun auch entschlossen war, dabei auf ganzer Linie Sieger zu bleiben, so-war die Sache ihr doch in einem Maße widerwärtig, daß sie nur mit Schaudern daran denken konnte, und sie beschloß, dem Interview um jeden Preis aus dem Wege zu gehen und außerdem Hans Truchseß' Vermittlung zu erbitten, um Frau v. Graßmann zu

einer beschleunigten Abreise zu bewegen. Leider aber hatte Trix ein Gesicht, auf dem ein Seelenkundiger die Essenz ihrer Gedanken wie in einem offenen Buche lesen konnte, und so entging auch Frau v. Graßmann nicht, was in Trix vorging, und der Ausdruck der blauen Augen, die den ihrigen mit offenem Blick begegneten, verrieth ihr, daß sie nach dieser Richtung nichts zu erwarten hatte, falls sie 'in der That einen neuen Feldzug vorhatte. Das mackite sie lächeln, denn es bewies ihr auch, daß Trix sie mit dem beschränkten Urtheil der Jugend für weniger klug hielt, als sie hoffen durfte, von ihr gehalten zu werden, und sie las in diesem Blick auch die unverhohlene Aversion, die all ihrer Pläne und Intriguen wirksamster Konterpart gewesen und noch war. Ihre Hand glitt leise in ihre Kleidertasche, in welcher ein heut' angelangter Brief sich befand ein Brief, der ihr den Morgen schon so zur Hölle gemacht, daß sie wirklich kaum mehr Herrin ihrer selbst war und ihr siebernd arbeitendes und sich zermarterndes Hirn thatsächlich nicht mehr verantwortlich zu machen war für das, was ihre Zunge redete. Trixens theilnehmende, Frage und der Blick, den sie von ihr auffing, gaben ihr einen Theil ihrer Selbstbeherrschung zurück und diese zeigte ihr, wie unklug sie in der That gewesen, Trix zu brüskiren, statt ihre Theilnahme auszunutzen, nd da sie nicht die Natur war, eine Chance unbeachtet zu lassen, so sagte sie, als man vom Tische aufstand: Seien Sie großmüthig, Fräulein von Dornberg, wenn ich heut' unangenehm und ich weiß nicht was alles war! Die Bürde, die ich zu tragen habe, mag, wenn's möglich ist, einiges entschuldigen." Trix murmelte etwas Unverständliches und entfloh weiteren Erörterungen mit einer Eile, über die sie sich selbst ärgerte. - Sie wird denken, daß ich Angst vor ihr habe," sagte sie sich in vollständig richtiger Erkenntniß der gegenseitigen Gefühle. Ich wollte, Hans käme heut' herüber, damit er mir hilft, diese Frau loszuwerden. .Ich kann ihr doch kein Geld bieten, damit sie geht!" Denn Trix ahnte in ihrer Jugend und Harmlosigkeit nicht, daß man dies bei gewissen Leuten unter allen Umständen kann und darf. Trix ging nach dem Essen in ihr Zimmer, um sich dort niederzulegen, denn sie hatte jetzt öfter am Tage das Bedürfniß nach Ruhe, und während sie ausgestreckt auf dem Sofa lag, horchte sie immerzu, ob Frau v. Graßmann nicht käme. Schließlich wurde sie ganz nervös davon und ging hinaus auf den Söller, wo sie im Regen hin und her lief, bis die frische Luft ihr die Nerven wieder etwas beruhigt hatte und sie müde war. Dann ging sie hinein und kramte herum in den Möbeln des Florentiner Zimmers, und als bald darauf der Pater mit einem Packet Bücher unter dem Arm bei ihr erschien, da begrüßte sie ihn mit einem Enthusiasmus, wie ihn

kaum die Trix von ehedem lebhafter hätte äußern können. Wissen Sie auch," schloß sie ihren lauten HymnuZ auf den alten Herrn, daß Sie mir überhaupt vor undenklichen Zeiten versprochen haben, das berühmte oder besser gesagt berüchtigte Halsband aus Onkels Nachlaß zu besichtigen? Ich stieß eben wieder auf den Kasten, in dem es liegt " Ich habe es nicht vergessen," erwiderte der Pater, aber da Sie nicht mehr davon sprachen, so wollte ich nicht davon anfangen, denn die Sache schien Sie damals aufzuregen." Ja, damals!" meinte Trix träumerisch, damals dachte ich ach, was hab' ich alles gedacht! Ich muß mich damals wirklich verhört haben oder ich habe geträumt ich weiß gar nicht mehr, wie es war, und es ist doch nicht so lange her oder bin ich so alt geworden?" Sie haben Erfahrungen gemacht, das ist's," sagte der Pater mild. Erfahrunoen altern und reifen, besonders die trüben. Und in der Jugend erschüttern sie viel mehr, weil man nicht meint, daß all das möglich ist." Trix seufzte leise und ging an den Schrank, den Kasten aus Olivenholz mit dem Halsband zu holen. Ehe sie's aber dem Pater zeigte, gab sie ihm die dabei liegende Erklärung zu lesen. Sonderbar ist die Geschichte schon," sagte er dann, die Blätter wieder zusammenfaltend, aber eine Erklärung muß sich finden lassen, wenn die Ursachen dieser Unglücksfälle nicht ganz natürliche waren. Und nun lassen Sie den Schmuck sehen ah!! Welche herrlichenSteine! Welche künstlerische Fassung! Das ist freilich ein Stück, das meines lieben Freundes Äell Sammelwuth reizen mußte." Halt!" schrie Trix auf, als der Pater das Halsband aus dem Kasten nehmen wollte. Nicht ohne Handschuhe anzufassen, hat der Onkel geschrieben! Ich selbst hab's noch nicht berührt." Das ist nur eine übervorsichtige Vorsichtsmaßregel," entgegnete b Pater lächelnd, indem er ruhig den Schmuck von seinem Bette weißer Watte herunternahm, um ihn auch von der Kehrseite zu betrachten. Es werden viele schon dies Halsband in den Händen gehabt haben, ohne daß es ihnen geschadet hat. In diesem Manuskript steht nur zu lesen, daß die vom Tode betroffen wurden, die das Hals-

band anlegten. Sie mußten es 'dazu auch in die Hände nehmen und das thaten sie, ohne oaß etwas geschah. Ist der Schmuck wirklich unheilbringend, also vergiftet, dann ist er so hergestellt, daß er nur beim Anlegen um den Hals wirkt. Folglich muß in diefem Falle ein Mechanismus vorhanden sein, der wiederum in l?gischer Folgerung nur mit dem Schloß zusammen hängen kann. Ob Freund Zell das geprüft hat? Wahrscheinlich, obwohl es immerhin möglich ist, daß er diese einfachste, weil Nächstliegende Lösung übersehen hat. Das passirt oft den größten Weisen und Gelehrten, daß sie das Nächstliegende, als zu unbedeutend, übersehen. Lassen Sie uns also das Schloß betrachten. Es ist ein ganz ge wöhnliches Schnappschloß, wie es jedes Bauernmädchen an seiner GlasPerlenkette hat, nur hier sehr präzis und fein gearbeitet.' Die Schnappfeder, mit dem schön gezierten Druckknöpf, bietet nichts Ungewöhnliches, meinen Sie? Oberflächlich besehen, nein, aber warum hat sie an ihrem un teren, in das Schloß eintretendenEnde drei eingeschnittcne Zähne? Die Fläche pflegt meist glatt zu sein. Nehmen wir also an, diese Zähne greifen im Innern des Schlosses in Federn ein, welche dazu bestimmt sind, dem Verschlusse eine erhöhte Sicherheit zu geben, in Anbetracht der Kostbarkeit des Schmuckes ein löbliches und ebenso berechtigtes wie gebotenes Bestreben. Betrachten wir nun das eigentliche Schloß, in welches die gezähnte Schnappfeder eingeführt wird, wenn das Halsband umgelegt ist und nun geschlossen werden soll. Ein sögenanntes Kastenschloß, das sich in der Zeichnung genau den steinenbesetzten Gliedern des Halsbandes anschließt. Der Spinell an der Vorderseite ist sehr schön, von wunderbar leuchtendem Rosa, gewiß, aber die Fassung interessirt mich augenblicklich mehr. Der tfSnalL in den die gezähnte Feder eintritt, ist.leider zu schmal, als daß man etwas von dem inneren Mechanismus sehen könnte schade, denn der Zweck der Zähnchen bleibt dadurch verborgen. Die glatte Goldplatte auf der Rückseite des Schlosses ist aufgenietet, dreimal an jeder Seite das spräche dafür, daß der Mechanismus kein gewöhnlicher ist. Die Goldplatte hat drei übereinauderstehende, winzige, kreisrunde Löcherchen, wie der Stich einer sehr feinen Nadel. Die Goldschmiede pflegen größere Goldflächen so zu perforiren, um der Luft Eintritt in den hohlen Raum und diesem dadurch größeren Widerstand zu geben, beziehungsweise mehr Elastizität. Mithin würden diese drei Löcherchen nichts Auffallendes bieten, nur möchten wir wissen,, warum sie nicht genau in der Mitte der aufgenieteten Goldplatte liegen! Ob sie im Zusammenhange mit den Zähnen der Feder stehen? Lassen Sie sehen. Wir drehen das Halsband um und schließen es, langfam und bedächtig, damit uns nichts entgeht. So, jetzt schnappt die Feder des Schlosses ein und durch jedes der Löcher fährt eine haarscharfe Nadelspitze heraus " Der Pater ließ das Halsband aus den Tisch fallea und sah Trix wie entgeistert an. Des Räthsels Lösung!" flüsterte er. Ich verstehe nicht," sagte Trix fas-sung-los. Was sollen diese Nadelspitzen? Sie müssen ja der weh thun, die das Halsband anlegt " Sie können nur einen Zweck haben," fiel der Pater ein. Nicht um zu verletzen ward dieser höllische Mechanismus konstruirt, sondern um zu tödten. Zunächst nur die eine Person mochte man nach ihr das Werkzeug vernichten. Aber das that man nicht und so forderte der lockende Schmuck noch andere Opfer." Die Nadeln sind vergiftet?" fragte Trix mit Grausen. So muß es sein," erwiderte der Pater. Wahrscheinlich ist das Gift in dem Behälter eingeschlossen, der die Nadeln enthält, und diese werden durch die Zähne der Feder beim Schließen herausgedrückt. Das ist eigentlich enorm einfach konstruirt und doch hat Freund Zell es nicht herausgebracht! Aber, meine' Tochter, dieses Halsband ist, so wie es hier liegt, ein gefährliches Ding zum Aufheben. Daß noch Niemand den Schmuck in der Hand geschlossen und dabei die Finger unter dem Schloß gehalten, ist ein Zufall schließlich wäre es auch schade, diese herrlichen Steine unter Schloß und Riegel zu halten wie wär's, wenn wir der Schlange den Giftzahn auszögen, schon damit kein weiteres Unglück vorkommen kann? Wir brechen dazu das Schloß ab das harmlos genug ist, denke ich, ohne die Schnappfeder. Dann nehmen wir den Stein aus der Fassung und vernichten diese, und dann können Sie sich mit den Steinen schmücken oder andere, ohne auch nur das Geringste fürchten zu müssen " Als ob solche Steine nicht Unglück bringen müßten! Ich möchte sie um keinen Preis tragen!" rief Trix schau dernd. Aberglaube, krasser Aberglaube!" rief der Pater, sich ereifernd. Mag sein," entgegnete Trix. aber ist es nicht natürlich, dieses Gefühl des Widerwillens, sich mit demselben Schmuck schmücken zu wollen, der am Halse unschuldig hingemordeter Opfer geschimmert? Mir würd? dieses Halsband die Kehle zuschnüren es

fröstelt mich schon, es nur anzusehen. Ich glaube, selbst wenn mci nicht weiß, woher es stammt und was es erlebt, müßte man es fühlen. Natürlieh: was ich nicht weißZ.macht mich nicht heiß! Aber das gilt sicher nicht von solchen Dingen. Phroso zum Beispiel kennt weder dieses Halsband, noch seine Geschichte, aber sie hat eine solche Leidenschaft für Edelsteine, daß ich überzeugt bin, sie würde die Geschichte dieser hier fühlen, wenn ich sie selbst anders fassen ließe, um sie ihr zu schenken." Meinen Sie nicht, daß Sie der Komtesse damit eine unmögliche, weil übernatürliche Sensivität zutrauen?" fragte der Pater kopfschüttelnd. Ich weiß nicht," erwiderte Trix nachdenklich. Phroso und die Edelsteine haben einander mehr zu sagen, als man denken sollte. Vielleicht würde sie diese Steine tragen wollen. Ich werde sie fragen, denn ich habe ihr ein ähnliches Halsband als Hochzeitsgeschenk versprochen. Es wird Zeit, daß man's bestellt. Wann wollen Sie das Schloß abmachen? Und sind Sie sicher, daß hinter den anderen Steinen nicht auch solche Nadeln verborgen sind?" (Fortsetzung folgt.)

Ein L i e b e s r o m a n, der vor zwei Jahren seinen Anfang nahm, als der Polizist James Hastins von New Aork, angeblich ein Vetter Gouverneur Odell's, ein hübsches Mädchen vor dem Ueberfahrenwerden rettete, endigte dieser Tage mit einer Hochzeit. Der stramme Polizist wurde mit Frl. Agnes Manfield, welcher er dazumal das Leben gerettet, getraut. Hastins, der früher Briefträger war, gehört seit 1889 dem Polizeicorps an. Es war vor 2 Jahren, an einem regnerischen Apriltag, als der Cop", wie üblich, an Park Ave. und 69. Str. auf Posten stand. Da geschah es 'nun, daß eine Schöne auf dem schlüpfrigen Trottoir ausglitt und zu Boden stürzte, beinahe unter die Hufe eines schweren Zugpferdes. Noch einen Augenblick und es wäre um sie geschehen gewesen. Doch schon stand der Polizist an der Seite des Mädchens und zog es zu sich empor. Und die Beiden sahen sich öfter, aus der Dankbarkeit fproßte die Freundschaft und schließlich die Liebe. Und. nun sind Retter und Gerettete ein glückliches Paar. Die Austern - Industrie Baltimore's ist, wie eine officielle Tabelle zahlenmäßig nachweist, in den letzten zwanzig Jahren stark zurückgegangen. Während im Winter 1885 1886 312 Millionen Bushels Austern in Kannen präservirt wurden, fanden im Winter 19011902 nur noch etwas über eine halbe Million Bushels dazu Verwendung. Auch der Ertrag von frischen Austern weist einen beträchtlichen Rückgang auf; er fiel von 3,831,000 Bushels im Winter 1885 1886 auf 2,338.000 Bushels in 190119(6. Diese Zahlen sprechen. Mit der Auster geht's wie mit den Wäldern; in unverantwortlicher Weise ist der Austernfang, trotz der bestehenden Gesetze, betrieben worden, ohne daß Sorge getragen wurde, durch AnPflanzung und Schutz von Austernbänken den Massenverbrauch wieder zu ersetzen. Die Zunkunft mag für sich fcrgen, wenn nur die Gegenwart tüchtig ausbeuten kann. Maryland mag es noch bitter bereuen, daß eine seiner besten Einnahmequellen durch unvernünftige Wirthschaft immer mehr versiegt. Das Versage des e isermn Vorhanges im MetropolitanTheater zu Berlin hat dort kürzlich arge Verlegenheit bereitet. Man gab Ein tolles Jahr", als nach der Pause des dritten Bildes der eiserne Vorhang sich nicht wieder heben wollte. Schließlich machte der Regisseur dem Publikum, die Mittheilung, daß eine der zumAufziehen dienettdenKettengerissen sei. Die Abstellung , des Schadens würde Stunden in Anspruch nehmen, dieVorstellung könnte daher nicht fortgefetzt werden. Ein Hinweis auf das eventuell zu vergütende Entree wurde nicht gegeben. Das Publikum nahm die Mittheilung ruhig entgegen und entfernte sich in guter Ordnung. Der Streik der eisernen Vorhänge ist eine Calamität, auch für die Feuerpolizei. Der Vorhang, der im Falle der Feuersgefahr die wichtige Bestimmung hat, Bühnen- und Zuschauerhaus von einander abzuschließen, versagt leider sehr häufig. Vor Beginn jeder Vorstellung wird der Vorhang von der Feuerwehr geprobt; so geschah es auch vor der erwähnten Vorstellung. Trotzdem stellte 'der Vorhang eine Stunde später seine Thätigkeit ein. Vermuthung. Sie: Lasset alle Hoffnung fahren, die ihr eintretet" wo steht doch das gleich geschrieben?" Er (Pantoffelheld): Wahrscheinlich über dem Standesamt." Vertheidigung. Richler: Ist es wahr, daß Sie zum Hias sagten, er werde noch ein ganzer Ochs?" Sepp: Söll stimmt, Herr Richter, ich glaub' nämlich an eine Seelenwandenina!", S chlafverscheucher. Gast: Es ist schon elf Uhr; um vier Uhr geht mein Zug... hoffentlich verschlaf' ich nicht." Kellner: O, ich könnte Ihnen ja heute noch die Rechnung aus-schreiben!"

Feuer -Signale

i Pennsylv senk Markt 5 English'S Opern-Hau East und Nw Dort 7 Noble und Michigan 3 N. Jersey u. Mass Ab 9 Pine und Nvrch 10 Market und Pine '1 Lermont nahe Eaft 13 Nz. 8 Spritzenhaus Mass. Ave nahe Noble 13 Demwareund Walnut U N. Jersey Central A. 15 Masi. und CornellAv 16 Ash m.d II. Straße 17 Park Ave und 12 Str 8 Columbia undHillsid 19 Highland Ave .Pratt 51 JllinoiS und St. I Pennsylö. und Pratt ii Meridian unv 11. Str IS No.L Spritzenhaus 15. nahe JllinoiS 6 Senate Ave u. StEIa JllinoiS und Michigan 28 Peesvlvania und 14. 9 Senate Ave. und 13. Zi No. 1 Spritzenhaus Ins AvenaheMichiga Meridian und Walnut 4 California u Vermont 35 Blake und New gort Ind. Av. u. St. Clair 37 City Hospital 58 Blake und North 19 Michigan und Lgne 11 No. 6 Spritzenbau Washington nah West 42 Gfendorf u Wash. Missouri New Dort 5 Meridian u Wash 4 JllinoiS und Ohio i7 Capitol No. u Wash 4? Kmgau'S PorthauS 4S Straßenbahn Ställ W. Washington SU 51 No. io Spritzenhaus JllinoiS u MerrM S JllinoiS Louifiana 53 West und South 4 West und McCarty 56 Senate Ave. u Henry 5? Meridian und Rat) No. 4 Spritzenh Madtso A. n MorriS 69 Madion Av. uDunlop l No 2 Hakm Leiterhau Eouth nahe Delawar 32 Penn, u Merrill 83 Delawan n. RcEarttz 4 afl und MrSarty 5 New Jersey u. MerriN VI irg. Av. u SradshaA 8 Saft und Prospekt 9 Bicking und High tl No. li Epritzenhau Bir Ave. nahe Huron 7 Eaft und Georgia 73 Eeda, und EIm 74 Davidson u Georgia 7 Gnglish Av. u Pin 75 ShelSy und Bäte '8 No. 3 Spritzenhau Prospekt nahe Shelby 7 Fletcher Av. u Shelby 81 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 83 East u Washington 84 New York .Davids 85 Taubstummen Anstalt 8s er. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. 89 Frauen-Reformat. n No. 13 Spritzenhaus Maryland nahe Mer. 52 Meridian u. Georgia. 93 Meridian und South 4 Pennsylv u. Louifiana 5 Virgini Av u. 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S'elt R ZI ?15 Shelby und Beecher 71 State Ave unb Orangf 718 Orange und Laurel 719 Shelby u. El,ctage Ajf 721 Lexington A. Lauch 72 Fletcher Avu. Sprua 724 State Ave u. PleasanVSA Prospekt und leasant 72 Orange und Hla 723 Liberty und Mea 729 Noble und South LZ No. l Spritzenhaus Ost Washington V 813 Market und Noble 814 Ohio u. Highland tftt 815 Michigan u. Highka 16 Market u Arsenal A 817 Ost Clair Ud Union Bahn Geleise. 821 Pan Handle Shop ' 823 Vermont unv Waleott 824 Wash. und State AU 2 Wadden'S Lounge Fab 2 Tucker und Dorf, 827 Wash. und eville Avt 29 No. 1 Spritzenhau eville nah Wichig, 831 Southeafter ve mÄ Woodside. 3 Wash. und Dearbon, 34 Sontheastern Nd Arsenal Ave. 35 New Dork nd TmZ 12 JllinoiS nd Mal. Si3 JllinoiS und Vkarkkt. 14 Penn, nd oft 15 Delawar nnd VG Spezial, Signale. krsten Schlag,, zweiter Alarm, Zweiten 2 Schläge, dritter Alarm, Dritten Schlüge, vierter Alarm. i--i, Feuer auS und Schlauch aufgerekS. , Schlüge, Wasserdruck ad. l Schlag,.!, Uhr Mittag. Die so bezeichnete Signale werden nur vom Thür dächter angegeben da an de betreffend- Streß? Keuzunge keine AlarmMen angebracht find. Chicago und der große Nordweften via lMiwdMWMMMkZWW Slaka-Sawali-PHUiptie Inseln. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. 6W Bon der Monon 47. Str. Station, Chicago, find i nur 5 Minuten mittelst elektrischer Car ach den Union Biehböfen I'renoK liick Springs, in dem Orange Eounty Hockland. Familien-Hotei anter neuer GefchäftSleitung. Pluto, Proferpine ,nd Bowle Quellen. Bestes Mineralwasser der elt. Zwei Züge täglich via Greencaftle. Ticket-Officen : Union Staiion, Massachusetts v und 25 West Washington Straße. R.P.Alg t, Distrikt Baff. Agent, Indianapolis. Ind. .H.MeDoel, . H. Rock w eil,.. ras. und sen. Mgr. errirorrr Frank I. Reed, en.B,ff. Agent. Sbcago. Jll.

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