Indiana Tribüne, Volume 27, Number 209, Indianapolis, Marion County, 25 April 1904 — Page 3
Jndiana Tribüne, SZ. April 1904U
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Einem TrimnPhW Glich Präsident Loubcrs Empfang durch die Bcvöllcrung Rom's. Nichts Entscheidendes vom Kriegsschauplatz. Angebliche Landung der Japaner bei Yongampho. Die strategische Lage am Yalu. Verlegung des Shangai Arsenals Admiral Wircnius. Verkauf am. Schiffe.
Italien. Ankunft des Präsiden- , t e n L o u b e t. Rom, 24. April. Präsident Loubet traf heute in Begleitung des auswärtigen Ministers Delcasse und hoher Beamter in Rom ein, um den Pariser Besuch des Königs Victor Emanuel im letzten Okt. zurückzugeben. Am Bahn Hof erwartete die Herren der König, nebst dem Herzog von Genua, dem Grafen von Turin und andern HofWürdenträgern. Ferner hatten sich eingefunden die Mitglieder des Cabinets, Vertreter des Senats ' und des Abg.-HauseZ und alle hohen StaatsBeamten. Als der Präsident den Zug verlassen, hieß ihn der Bürgermeister von Rom, Fürst Colonna, im Namen der Stadt willkommen. König und Präsident! umarmten sich, während verschiedene Kapellen die Marseillaise spielten. Die Fahrt nach dem Quirinal hatte ganz den Anschein eines Triumphzugs und fand ihren Glanzpunkt bei einer Huldigung im Palaste, wo Präsident Loubet, der König, Königin Helene und die Prinzen sich mehrmals auf dem Balkon zeigen mußten. Botschafter Meyer, Charlermagne 1 Tower, der amerikanische Botschafter beim deutschen Reich und Andrew D. White, dessen Vorgänger, sahen die Vorbeifahrt des Zugs vom Garten der amerikanischen Kirche, wo eine Tribüne srrichtet war. Auch zahlreiche Diplomaten, sowie verschiedene Amerikaner saßen auf dieser Tribüne. Dem Weg entlang standen über 500,000 Persosonen, darunter viele aus den Provinlen und vom Ausland. Sofort nach der Begrüßung des Präsidenten sandte Königin Helene ein herzliches Telegramm an Frau Loubet, worin sie die Abwesenheit der Präsi-denten-Gattin bedauert. Ganz Rom ist heute Abend prächtig illuminirt. Ein großer Fackelzug mit über 15,000 Personen machte einen phantastischen Eindruck. Der Zug bewegte sich durch die Stadt nach dem Quirinal, wo eine imposante Kundgebung stattfand, der 100,000 Leute zusahen. Der Präsident und das Königspaar besichtigten den Fackelzug vom Balkon des Quirinals aus, wo sie sich unter steten Hochrufen der Menge 20 Minuten aufhielten. Die Clerikalen wünschten eine Pro-test-Demonstration gegen Loubet's Besuch zu veranstalten und hatten geplant, sich in der Peters Kirche während der Ankunft des Präsidenten zum Gebet zu versammeln. Der Plan wurde jedoch vereitelt, da der Papst eine derartige Kundgebung mißbilligte. Aus amtlicher Quelle verlautet, Jtalien wünsche zu zeigen, daß es trotz seiner Loyalität gegenüber dem Dreibund völlige Freiheit besitzt, mit anderen Mächten friedliche Beziehungen zu unterhalten. Sein Ziel sei die Wahrung des Friedens. Dieses Ziel wurde durch das vollkommen englisch-franz.-italien. Einvernehmen betreffs der Balkan Frage erreicht. Jede -an-dere Auslegung, die der Anwesenheit des Präsidenten in Italien gegeben werden könnte, wird als unbegründet bezeichnet. Präsident Loubet dinirte mit dem Königspaare im Quirinal. Ost'Asien. Japaner warten auf ihre Gelegenheit. London, 25. April. Die Morgendepeschen find hauptsächlich mit Berichten und Vermuthungen über japan. Landungen und den Feldzugsplan gefüllt. Nachdem Telegraph" warten die Japaner in kluger Weise auf günfiiges Wetter und gute Gelegenheit und halten von Port Arthur bis Vladivostock scharfe Wacht. Am er. Schiffe an Rußland. Berlin, 24. April. Wie hier verlautet, find, die Dampfer Colum1 bia", Bengalia" und Belgia" der amer. Linie an die russische Regierung verkauft.
Noch sei n entscheidender Kampf. - New C h w a n g, 24. April. Es liegt keine amtliche Kunde über irgend welche entscheidende Gefechte am Jalu vor, ebensowenig zuverlässige Berichte über einen Versuch der Japaner zum Valu-Uebergang, obwohl die gegnerischen Armeen jetzt die beiden Fluß-Ufer umgürten. Weitere Schanzwerke. New Chwang, 24. April. Die Russen rüsten sich, um einem japa Nischen Vorrücken durch weitere Verschanzungen und andere Befestigungen auf der MandschureiSeite des Flusses zu widerstehen, besonders gegenüber den Plätzen, wo die Japaner in den letzten Tagen ihre Truppen concentrirt haben. Verlegung des Arsenals. Shanghai, 24. April. Die chines. Beamten haben aus Furcht vor einem möglichen Angriff beschlossen, das hiesige Arsenal nach Wu Hu, einer etwa 15 Meilen westlich liegenden Inlandstadt, zu verlegen. Die Kosten der Ueberführung werden auf 3 Mill. Taels veranschlagt. Russenfreundliche Stimm u n g. Söul, 24. April. Aus der Pro. vinz Hang Jung, Nordost - Korea, kommt die Nachricht, daß die Bauern Vieh und Vorräthe an die Russen verkuufen. Die Provinz ist die frühere Helmath von Vi-Vmg-Jk, des ehemaligen koreanischen Finanzministers, der im letzten Februar wegen seiner russenfreundlichen Haltung von den japan. Behörden nach Japan gebracht wurde. Verschiedene als russische Spione verdächtige koreanische Beamte sind verhaftet. Grundlose Angst. St. Ptersburg, 24. April. Einige Erregung verursachte Nachmit tags die Meldung, man hätte an der Mündung der Newa von den Japanern gelegte Minen entdeckt, um die Schlachtschiffe beim Auslaufen nach Cronstadt in die Luft zu sprengen. 'Die Meldung beruhte auf der Sichtung von 4 umherschwimmenden Pul-ver-Kannen, die aufgefischt und der Polizei übergeben wurden. Es stellte sich heraus, daß es sich um Pulver von einer russ. Fabrik handelte, das bei einem Wagentransporte durch's Eis gefallen war. Der verhaftete Corres p o n d e n t. P o r t A r t h u r, 24. April. Als sich das Depeschenboot der Chicago Daily News am Freitag näherte, kamen russische Offiziere an Bord. Der Correspondent wurde verhaftet , aber unter dem Versprechen freigelassen, in Zukunft die Kwang Tung Halbinsel meiden zu wollen. Alles ist ruhig hier und die Lage unverändert. Cronstadt, 24. April. Das neue Schlachtschiff Alexander III. ist in Dienst gestellt. V e r o d n 'u n g von A l e x i e f f. S t. P e t e r S b u r g , 24. April. Vice-König Alexieff hat die Ankündigung erlassen, daß Zeitungs - Correspondenten, die sich der Fur.ken-Tele-graphie benutzen, als Spione behandelt werden. Es ist die gleiche Mittheilung, die Botschafter Cassini am 15. dem Staats Departement zu Washington überreichte. Die b e i d e r s e i t i g en H eere e m B a l u. Söul. Samstag, 23. April. Die japan. Linien erstrecken 'sich jetzt 30 Meilen demValu-Flusse entlang, von Yongampho bis 10 Meilen oberhalb Wiju. Die Russen sind am stärksten in Antung. Tiger Hill bildet gleich im chines.' japanischen Kriege den Schlüssel zur Lage. 3 Inseln, eine oderhalb, 2 unterhalb Wiju, erleichtern' einen Angriff, da sie eine Artillerie Base zur Deckung des Valu-Ueberganges gewähren. ,
Söul, Samstag, 23. April. Es wird gemeldet, daß die Japaner in Hung Chuan unterhalb Vongampho Truppen landen und Baracken bauen. Das kürzliche YaluScharmützel. 'St. Petersburg, 24. April. Nach näheren Nachrichten über das kürzliche Scharmützel bei dem Flusse Pomakua sandten die Russen, um die Japaner an der Falu-Krenzung zu hindern, am 21. Nachts eineAbtheilung zur Zerstörung des japan. BrückenMaterials ab. Die Boote geriethen auf eine Sanddank und wurden von den japan. VorPosten beschossen. Eine scharfe Füssilade in ziemlicher Nähe folgte. Die Lage wurde für die Russen kritisch, da japanische Barken aus einem kleinen Bache Pomakua, der nicht auf den Karten verzeichnet ist, hervorkamen. Sie wollten die Russen abschneiden, wurden aber vom anderen Ufer aus entdeckt und beschossen. Eine der Barken sank; die anderen zogen sich zurück. - Kein Amerikaner in Haft. M u k d e n, 24. April. Die von der Assoc. Presse über den Bericht, es seien 4 Amerikaner als angebliche japanische Spione verhaftet worden; eine angestellte Untersuchung hat die Grundlosigkeit der Erzählung ergeben. Verfügungen fürPort Arthur. , S t. P e t e r s b u r g, 24. April. Auf kaiserliche Verfügung wurden in Port Arthur ein Bataillon MilitärTelegraphisten, ein Bataillon Mineure, 4 Bat. Sappeure und ein Ponton-Bo-taillon gebildet. Der Kaiser hat das Angebot der höheren Classe der Elektro-Technischen Schule in Odessa, als freiwillige Telegraphisten in der Mandschurei zu dienen, angenommen. Diesen Freiwilligen unterstehen die Drähte der Mandschurei - Linie entlang. Die Mobilmachung der Marine-Re-serven ist in 8 Tagen vollendet. Nach kurzer Ein-Cxercirung werden die Leute nach den verschiedenen Plätzen vertheilt. Rückkehr von W i r e n i u s. St. Petersburg, 24. April. Contre-Admiral Wirenius ist soeben von seinem mißlungenen Versuche zur Verstärkung der Port Arthur Flotte mit seinem Geschwader zurückgekehrt. Es besteht aus dem Schlachtschiff Osliabia", den Kreuzern Aurora" und Dmitri Donskci", 11 Torpedoboten und 2 Transport-Dampfern. In einer Unterredung beschwerte sich der Admiral über die Rigorosität der Neutralität in Suez und Port Said. Die britischen Behörden wollten den Schiffen nicht gestatten, mehr als 24 Stunden zu bleiben und gewährten ihnen nur einen kleinen Kohlenbedarf. Wie der Admiral erzählt, traf er die Kreuzer Kasugä" und Nishin" (von Argentinien gekaufte Schiffe, jetzt bei Togo's Flotte) in Port Said, ohne jedoch einen Anlaß zu haben, sie anzuhalten. Die Kreuzer sahen wie Handelsdampfer aus und die Matrosen ließen ihre Beine über die Schiffswände herunterhängen. Die Torpedoboote sind jetzt in Libau. Finanz-Maßregel. St. Petersburg, 24. April. DaS Finanz-Minifterium beschloß, die Mandschurei-Verwaltung mit Silberbarren zu versehen, um Banknoten aus Verlangen einlösen zu können. Es soll hierdurch das Sinken des RubelWerthes verhindert werden.
Aufruhr-Scenen. 23 Menschen bei einem Kampf mit Gendarmen getödtet. B u d a p e st, 24. April. In dem Marktflecken Elesd bei Groß Wardein fanden anläßlich eines Zusammenstoßes zwischen Socialisten und unabhängigen Parteien ernste Unruhen statt. Während die Gendarmerie die Ordnung wieder herstellte, schoß ein 'Socialist einen Revolver ab, den Commandeur todtend. Darauf feuerten die Gendarmen eine Salve ab, wodurch 23 der Aufrührer getödtet und 40 schwer verwundet wurden. Von Groß Wardein ist Militär entboten. Spanien. Elf wurden gerettet. Madrid, 24. SZpril, Elf unter den 14 Leuten, die gestern bei einem Erdrutsch in hiesiger Stadt verunglückten, sind gerettet, darunter drei schwer verletzt.
Polnische Verschwörer.
Massen - Hinrichtungen nach Ent deckung eines rcvolut. Anschlags. Warschau, 24. April. Einer Meldung zufolge wurden 18 Verschwörer nach ihrer Processirung im Zusamenhang mit einem polnischen revolutionären Anschlag gehängt. Deutschland. I m Jr r w a h n e. Berlin. 24. April. In Frankfurt a. M. hat sich ein schreckliches Familiendrama zugetragen. Kaufmann Gustav Bender war anscheinend infolge von geschäftlichen Verlusten momentan geistesgestört geworden. Mit einem haarscharf geschliffenen , Messer durchschnitt er zweien seiner Kinder den Hals, ihren sofortigen Tod herbeiführend. Und dann ging er mit erhöbener Waffe auf die Gattin los, welche schützend ihre Arme um den jüngsten Sohn geschlungen hatte. Beiden brachte er schwere Wunden bei, die sich als tödtlich erweisen mögen. Bender wurde alsbald von der Polizei in Gewahrsam genommen. Ein größerer Kreis von Freunden und Bekannten ist über den unseligen Vorfall ist die höchste Auf. regung versetzt. Missionär ermordet. Berlin, 24. April. Die Voss. Ztg." berichtet, daß ein amerikanischer Missionär unbekannten Namens nahe Urumisch in Nord-Perfien von einem fanatischen Moslem ermordet worden sei. Der amerikanische Gesandte in Teheran habe bereits Genugthuung verlangt, doch die persischen Behörden weigerten sich, den Mörder zu ergrcifen. weil derselbe zur privilegirten Kaste gehöre, die ihre Abstammung auf den Propheten zurückführe. Auch der syrische Diener des Missinärs soll ermordet sein. Oesterreich-Ungarn. Lage wieder drohender. B u d a p e st, 24. April. Die Regierung hat , den Vorschlag der Streiker, unter den vorher angebotenen Bedingungen zurückzukehren, abgelehnt. Eine Abordnung der OppositionsParteien erschien heute beim Handels Minister, der erklärte, die Streiker hätten ihre Gelegenheit verpaßt und es könne sich um keinerlei Zugeständnisse mehr handeln. 2 Abgeordnete sagten dem Minister, die Socialisten würden einen Generalstreik ausrufen. Verschieden? Streiker wurden abermals verhaftet. Lob der Kartoffel. Wien, 24. April. Kaiser WilHelm hat der Leitung der Alkohol-Aus-stellung in Wien sein Porträt mit eigenhändiger Unterschrift und Widmung überrreichen lassen. Die Widmung besagt: die Mineralschätze, die wir den Tiefen der Erde entnehmen, sind nicht unerschöpflich, allein die Sonne gibt, Licht und Wärme und Kraft in unermeßlichen Quantitäten der schlichten Kartoffel, deren Segen für alle Zeiten die Menschheit erfreut." Die Widmung soll offenbar auf die Verwendungsfähigkeit der Kartoffel bei der Herstellung von Alkohol anspielen. Zwei Deserteure der russischen Armee, Harry Kohn und Louis Sendor aus Newark, N. I., erzählten eine interessante Geschichte ihrerFlucht. Die beiden jungen Leute kamen vor etwa 3 Monaten in Newark an. Harry Kohn war schon im vergangenen Jahre hier in Amerika, doch als der Krieg zwischen Rußland und Japan ausbrach, wurden sein Eltern in Rußland benachrichtigt, daß sie eineStrafe von 300 Rubel zu zahlen hätten, wenn ihr Sohn nicht in die Armee eintrete. Die Eltern waren zu arm, die Strafe zu zahlen, und Kohn reiste auf diese Nachricht hin sofort nach Rußland ab. Nachdem er 3 Monate lang gedrillt worden war, marschirte er mit seiner Truppe nach Odessa, um nach China eingeschifft zu werden. Während der Nacht flüchtete Kohn .mit seinem Freunde Louis Sendor auf einen Frachtdampfer und begaben sie sich nach London. Kohn hatte genügend Geld, doch inLondon hatte er nur noch 70 Rubel. Er mochte jedoch seinen Freund nicht verlassen und allein nach Amerika reisen, und deshalb ersuchte er seinen Onkel, Fred Meisel in Newark, ihm ein Ticket zu senden. Herr Meisel sandte das Verlangte und die beiden Flüchtlinge landeten wohlbehalten in New Aork. VoShaft. Geck: Von welcher Seite finden Sie, präsentirt sich mein Kopf am besten? Dame: Jedenfalls von der Außenseite! Unglaublich. Sie Wissen's vielleicht nicht, aber Cäsar ist seit über zweitausend Jahre todt. Gott, wie heit vergeht!
Tas Unglück auf dem Schlacht schiff Missouri". Nicht nur die russische Marine,, sondern auch die unserige ist von einem großen Unglück heimgesucht worden, und es scheint, daß in beiden Fällen die schweren Verluste bei Ausübung der erforderlichen Umsicht und Wachsamkeit zu verhüten gewesen wären. Freilich kommen auf allen Flotten hin und wieder Unfälle vor, und vielleicht sind sie überhaupt nich!t ganz zu vermeiden. Aus den alten Fregatten und Korvetten, deren höchste Gefahr ein Schiffsbrand bildete, sind im Laufe der letz ten Jahrzehnte riefenhafte KriegsMaschinen geworden, deren feiner und verwickelter Mechanismus eine überaus umsichtige und kaltblütige Führung und Bedienung verlangt. Die moderne Munition der Geschütze und die Sprengladungen der Geschosse sind von verheerender Gewalt, ihre Handhabung erfordert somit die allergrößte Vorsicht. Diese aber läßt sich wiederum um so schwerer ausüben, als die Räumlichkeiten auf den neuzeitlichen Schlachtschiffen aufs' Acußerste beschränkt sind. Ueber das Unglück auf der Missouri" sind die Akten noch nicht abgeschlössen, es scheint aber, daß bei der Bedienung eines Geschützes insofern eine unverzeiliche Nachlässigkeit begangen wurde, als man zur Ladung für einen neuen Schuß schritt, ehe das Rohr von den noch glimmenden Resten der kurz zuvor abgefeuerten Kartusche gereinigt worden war. Außerdem scheinen die Ladungen für die nächsten Schüsse mit unverantloortlicher Sorglosigkeit gehandhabt worden zu sein. Wäre das nicht der Fall gewesen, so ist es kaum denkbar, daß eine ganze Tonne Pulver in die Luft fliegen und Tod und Verderben verbreiten konnte. Den Berichten zufolge ereignete sich das Unglück bei einem Wettschießen". Die Bedienungsmannschaften der Geschütze dürften sich somit bemüht haben, so schnell wie thunlich zu feuern. Und um das zu ermöglichen, verabsäumten sie die sorgfältige Reinigung des Geschützrohrs und ließen die Vorsichtsmaßregeln außer Acht, welche die Sicherheit des Munitionstransports erfordert. Es liegt uns als Laien fern, dem Urtheile der Fachleute über die Verantwortlichkeit für das Unglück vorzugreifen, daß 8ber irgendwo eine sckiwere Schuld liegt, steht wohl über allen Zweifel fest. Das Armi) and Navy Journal", ein Blatt, dessen Loyalität wohl nicht gut in Zweifel gezogen werden darf, erhob kürzlich die schwere Anklage, daß die beiden schnüren Geschütze, welche unlängst auf der Iowa" platzten und mehrere Leute tödteten, aus Theilen zusammengesetzt gewesen wären, die vorher wiederholt von zuständigen Prllfungskommissionen zurückgewiesen worden waren. Es ist uns nicht bekannt, daß d'ese Behauptung von zuständiger Seite widerlegt oder die Verantwortlichkeit für das Unglück endgültig und bestimmt festgestellt worden wäre. Die Missouri" hatte kürzlich einen ziemlich kostspieligen Zusammenstoß mit der Illinois", es wurde aber auch deswegen Niemand ernstlich zur VerantWartung gezogen. Es wäre ungerecht, wenn man dem Verhalten des Kapitäns Cowles und seiner Offiziere nach dem jüngsten Unglück die rückhaltlose Anerkennung verweigern wollte, das schließt aber nicht aus. daß andererseits eine strenge Unterj'uchung und Bestrafung der Schuldigen gefordert werden muß. Das Land kann von seinen Soldaten und Seeleuten nicht Manneszucht und Kompfesfreude fordern, wenn Mangel on Vertrauen zu den Vorgesetzten und Zweifel an der Brauchbarkeil des Kriegsmaterials herrschen.
feine ernste Meuterei englischer Truppen wird aus Südafrika gemeldet. Nach einer Johannesburaer Meldung meuterten 600 Mann eines Wallifer Regiments in Howick (Natal) offen gegen ihre Vorgesetzten. Das Bataillon befand sich auf dem Wege von Pretoria nach der Hafenstadt Durban, wo es eingeschifft werden sollte. Bei Beginn der Meuterei versuchten die Offiziere vergeblich, - die Orvnung unier ihren Mannschaften aufrecht zu erhalten. Die Leute zogen m?it ihren Waffen in die Stadt, wo sie sich grobe Ausschreitungen erlaubten, in den Bars die Verabfolgung von Getränken erzwangen und die Ladenbesitzer brandschatzten. Es kam infolge dessen zu Streitigkeiten zwischen der Bevölkerung und den Soldaten und danach zu scharfen Zusammenstößen beider Parteien. Die Aufrührer verbreiten sich über das ganze Stadtgebiet und plündern und terrorisieren den ganzen Bezirk. Der kommandierende General in Pietermaritzburg hat ein Bataillon des Forkshire - Regiments mit zwei Maximgeschützen zur Unterdrückung Aufruhrs entsandt. Die Kadettenschulschiffe e Norddeutschen Lloyds befinden sich Keide auf der Heimreise. Herzogin Sophie Charlotte" befindet sich gegenwärklg auf der Heimreise von Melbourne nach Hüll, während Herzogin Cecilie" von San Franscisco nach London unterwegs ist. An Bord jedes der beiden Schiffe befinden sich etwa 55 Kadetten.
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