Indiana Tribüne, Volume 27, Number 208, Indianapolis, Marion County, 23 April 1904 — Page 7
Jndians Tribüne, SS. April
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Roman von (i Esfemia v. Adlersseld-Ballestrem. Fortsetznng. Der nächste, mit dem Truchseß sprechen ging, war der Pater, und ihm theilte er auch mit, was geschehen, das heißt, wie es gekommen. Der alte Herr war ganz außer sich, nicht nur vom allgemeinen christlichen und moralischen Standpunkt, sondern weil er Trix mit all ihren Fehlern und guten Eigenschaften wie sein eigenes Kind liebte, und das war ihm selbst erst ganz klar geworden, seit er wußte, daß ihr junges Herz litt. Nun zog es ihn mächtig zu ihr hin, und Truchseß freute sich dessen, denn er wußte, daß der Pater schon den rechten Ton mit ihr finden würde. Er sprach ihm auch davon, ob man wohl Trix dazu bringen könnte, ihre Zustimmung zur Herbeirufung einer Pflegerin für sie zu geben für den Fall, daß in ihrem Befinden Komplikationen einträten, und der Pater dersprach gern, in diesem Sinne mit ihr zu reden. Jedenfalls." setzte Truchseß zögernd hinzu, jedenfalls würde es angezeigt sein, in ihrer Nähe Nachtwache zu halten. Di.e Wirthschafterin wäre wohl die nächste dazu, aber sie ist mir zu unruhig und, offen gesagt, auch zu dumm, um im geeigneten Falle, im nothwendigen Falle " Ist recht," unterbrach ihn der Pater, ich werde im Nebenzimmer bei ihr wachen." Da war Truchseß beruhigt und er suchte sich den geduldig wartenden Rindig auf, um ihn mit der Ueberwachung Max Graßmann's zu beauftragen. Wenn das nämlich Ihre Güte nicht mißbrauchen heißt," fügte er herzlich hinzu. I wo," entgegnete der junge Riese abwehrend, ich bin ja überhaupt bloß zum Oberförster in die Sommerfrische gegangen, um Herrn von Graßmann auf die Finger zu sehen. Daß der was vorhatte, darauf hätte ich Gift genommen. Aber nun hat er mich durch seine fingirte Abreise fast hinter's Licht geführt, und wenn mir einer der Förster nicht erzählt hätte, daß er ihn Mittags noch im Walde berumlungern gesehen, dann wäre ich überhaupt gar nicht dazu gekommen, ihm wenigstens meine Meinung zu sagen. Zu spät war Zch ja leider Gottes so wie so!" Wir wollen's nicht hoffen. Rindig! Es war ein Glück, daß meine Cousine auf das elastische Heidelbeergestrüpp fiel aber freilich, auch dieses Glück loxxD it im veuen flaut nocy vurcy em paar schlimme Tage oder Wochen zu bezahlen haben. Und die Aufregung erst 'doch sie ist jung und wird es überwinden und endlich vergessen, in den Abgrund einer menschlichen Seele geblickt zu haben." Das wird ihr weher thun, als die steifen Glieder," meinte Rindig, und für dieses gute Wsrt drückte ihm Truchseß warm die Hand. Inzwischen saß der Pater schon neben Trix' Bett und hielt ihre Hand in der seinen, und Trix erklärte, so wäre ihr wohl. Krankenbetten waren dem alten Herrn von früher her ein wohlbekannterAufenthalt, und daher wußte er, daß da nichts so wohlthuend ist, als ein sympathisches Schweigen, und Trix war ihm dankbar dafür. Das Tageslicht erblaßte allmälig und die Dämmerung der hellen Sommernacht breitete sich über das Land, und Trix lag da und sah mit weitoffenen Augen in das letzte schwindende Licht, von dem ein purpurner Streifen allmälig verlöschend den westlichen Himmel durchzog. Und als auch er verging und verschmolz in dem opalartigen Abenddämmern, da wandte Trix den Kopf. Mitten im Leben sind wir dem Tode nahe," sagte sie. Ich weiß jetzt viel mehr von Ihrer Predigt als damals, wo ich nur halb hingehört habe. Man denkt gar nicht daran, wie nahe er, das heißt der Tod, einem doch immer ist. Ich glaube, es wird gut sein, wenn ich mein Testament mache." Warum nicht?" fragte der Pater freundlich. Das Ordnen seiner irdischen Angelegenheiten hat noch keinem den Tod um eine Stunde früher gebracht, als er ihm bestimmt war hingegen ist es vielen eine Beruhigung, zu wissen, was nach dem Ende aus seinen Besitzthllmern wird." Im Grunde genommen kann einem das eigentlich ganz egal sein," meinte Trix träumerisch. Ja und nein," erwiderte der Pater. Insofern, als man ja doch nichts mit in's Jenseits nehmen kann, ja. - Aber wenn man Erben hat, so ist eine Bertheilung doch sehr am Platze, schon um die häßlichen Streitigkeiten zu vermeiden. Meiner Meinung nach fallen die meisten Erblasser in den Fehler, sich von persönlichen Gefühlen zu fehr beeinflussen zu lassen und die Bertheilung von ihrem eigenen Gesichtspunkte vorzunehmen, statt die Verhältnisse ihrer Erben zu berücksichtigen." Was geschieht denn mit der Abtei, wenn ich kein Testament mache?" fragte Trix nach einer Weile. Hm vermuthlich werden die Gerichte in diesem Falle den Besitz versiegeln, die Erbberechtigten aufrufen und wenn sich keine finden oder die Rechte der sich Meldenden nicht anerkannt werden können, dann tritt wohl der Staat die Erbschaft an."
Den Kopf brauchte man sich aijo auf keinen Fall zu zerbrechen," sagte Trix dann wieder nach einer Weile. Das wäre ja schließlich der allergerechteste Weg. Dennoch aber soll ich Ihnen die Abtei, ich meine Frauensee, vermachen?" Mir?" Der Pater hob beide Hände abwehrend auf. Du grundgütiger Himmel, was sollte ich denn mit der Besitzung machen? Ich wäre unglülich darüber." Ich weiß nicht," entgegnete Trix. Man lebt sich hinein. Mich hat die Erbschaft auch erst schrecklich genirt, aber nun habe ich mich ganz daran gewöhnt. Wollen Sie wirklich nicht?" Nein, ich will wirklich nicht," er. klärte der Pater heiter. Nach mensck)licher Berechnung werden Sie mich hoffentlich überleben, und dann müßten Sie doch ein neues Testament machen und dafür können Sie sich lieber was Schönes kaufen." Ich weiß schon, man muß die Leute vorher nicht fragen, sonst sagen sie alle nein, aus purerBescheidenheit," meinte Trix. Ich kann doch Frauensee nicht meinem Dackel vermachen? Apropos, wo ist denn mein Dackel?" Ich werde mich nach ihm erkundigen," versprach der Pater, trotzdem ich der festen Ueberzeugung lebe, daß er sich schon von selbst melden wird. Wie war's, wenn Sie versuchten, einzuschlafen?" Gern," versicherte Trix, ich bin todtmüde, aber ich fürchte mich fast, daß ich von von dem fürchterlichen Menschen träumen werde uno von dem Fluge durch die Luft es war sehr sonderbar, dieses Fliegen! Gar nicht so schrecklich, wie man meinen sollte, und was ich alles dabei gedacht habe auf vier Seiten Briefpapier läßt sich das nicht unterbringen." ..Denken Sie an etwas anderes," schlug der Pater vor. Zwingen Sie sich, an etwas anderes zu denken." Ich will's versuchen. Ich will daran denken, wie der Kreuzschnabel gesungen hat Sie haben keine Ahnung, wie schön das war, so wunderbar süß. Und wie gut Hans Truchseß zu mir war! Herr Rindig natürlich auch zwar gerade wie ein Elephantenkücken, aber er meint's doch so gut. Ich will an den Kreuzschnabel denken es war so still im Walde, als er sang, man konnte sich förmlich die Worte zu dem Gesänge denken. Vielleicht finde ich sie im Traume halten Sie das für möglich?" Warum nicht? Es hat schon mancher Dichter geträumt, was er mit of fenen Augen und wachen Sinnen nicht finden konnte, trotzdem es da schon in seiner Seele schlummerte." Und Trix dachte an den Gesang des ttreuzicynaoels uns Mttef em, eyc es noch völlig Nacht geworden. Der Schlaf ist in vielen Fällen die beste Medizin, weil er das Denken ausschaltet. Nach einer gut durchschlafenen Nacht sieht sich daher alles besser und rosiger an, als am Abend zuvor mit dem von den jagenden Gedanken erhitzten und ermüdeten GeHirn. Und als Trix spät am nächsten Morgen die Augen aufschlug, fühlte sie sich im Kopfe so frisch wie sonst, und erst ihre steifen und schmerzenden Glieder mahnten sie, als sie im Bett aufsaß, an das gestern Geschehene. Da sammelte sie ihre Gedanken und dachte die Sache noch einmal durch, aber die Schrecken derselben lagen schon merkwürdig weit hinter ihr, nur der Ekel an Max Graßmann schüttelte sie, und auch der mußte der wonnigen Erinnerung daran, wie Hans Truchseß sie getragen und dann ihre Stirn geküßt, weichen. Dafür kann man das andere schon ertragen," dachte sie, und ein paar heiße Thränen liefen ihr unbewußt die Wangen hinab. Unwillig trocknete sie ihre Augen und wollte mit der gewohnten Elastizität aus dem Bett springen, aber mit einem Wehelaut sank sie wieder zurück. Na, das fehlte gerade noch, daß' ich jetzt hier liegen bleiben muß," dachte sie mehr empört als rfchreckt, und dann machte sie einen neuen Versuch, der aber denselben Erfolg hatte. Ich muß mir wahrhaftig helfe lassen," sagte sie laut und drückte auf die elekirische Klingel neben dem Bett. Das brachte den Pater und die Wirthschafterin gleichzeitig in das Zimmer und jetzt hatte Trix einen Kampf zu bestehen um ihre Absicht, sich aus dem Bett zu erheben, aber sie blieb Siegerin auf der ganzen Linie, denn ihrem Argument, daß sie sich sonst wie ein Fisch im Wasser wohl fühle und im Bett nur noch steifer werden würde, war vom medizinischen LaienstandPunkt aus nichts einzuwenden. Sie war in ihrem ganzen Leben noch keine Stunde krank gewesen und es fiel ihr nicht imTraum ein, daß sie es jetzt fein könnte. Des Paters Vorschlag, doch wenigstens so lange liegen zu bleiben, bis der inzwischen benachrichtigte Arzt dagewesen sei, erregte bloß ihr ungeheucheltes Vergnügen. Was?" rief sie lachend, den alten Kreispfiffikus aus Dingsda habt Ihr mir bestellt? Das ist ja zum Begraben! Von dem der alte Richter behauptet, daß er alle Leute durchweg auf den Magen kurirt und ihnen Rizinus verordnet und Pilsener Bier, weil dies letztere sein Leibgetränk ist? Fräulein Tinchen, wir haben doch wel ches für ihn nämlich. Na, wenn er kommt, werde ich doch wieder mal die Freude haben. Jemand die Zunge zeigen zu können!"
Der Pater erklärte nun, daß nicht der Kreisphysikr.s, sondern ein berühmter Arzt aus Berlin herbeigerufen worden sei, und zwar habe Herr v. Truchseß darauf gedrungen, daß- er gerufen werde und dieser ließe sie auch bitten, wenigstens bis zur Ankunft desselben liegen zu bleiben. Da füg Trix sich denn, aber sie bat um ein ordentliches Frühstück, da sie nicht im Sinne habe, zu verhungern, und um die Gesellschaft ihres Dackels. Der Pater warf der Wirthschafterin einen warnenden Blick zu, aber Begreifen war nicht Fräulein Tinchen's Sache. Selig darüber, auch einmal zu Worte kommen zu können, berichtete sie knicksend und strahlend, als ob sie Trix damit die angenehmste Nachricht brächte, daß der Gärtner den Dackel heut' früh todt im Park gefunden hätte wahrscheinlich sei er vergiftet worden oder habe selbst Giftiges gefressen. Trix war außer sich über diese Nachricht, und kaum hatte der Pater die ungeschickte Botin hinausexpedirt, als sie auch ihrem Verdachte Worte gab, dan Mar Gaßmann dahinter stecke, der den Dackel nicht habe leiden könmn und sicher hätte verhindern wollen, daß er sie begleite. Da auch Truchseß schon dem gleichen Verdachte Worte gegeben, so blieb für andere Vermuthengen wenig Raum jedenfalls brachten sie auch die in der Blüthe feiner Jahre vernichtete Existenz des hoffnungsvollen Dackels nicht mehr zum Dasein zurück und Trix mußte sich damit abfinden. Aber der Verlust dieses Hundes betrübte sie sehr, und der damit verknüpfte Verdacht gegen Max Graßmann erbitterte sie mehr geen diesen, als es seine Zudringlichkeit gegen sie selbst gethan. Nach dem Früh stück, dem sie nur wenig Ehre anthat, lag sie dann in ihrem Bett, das Gesicht dem Lichte abgekehrt, und dachte darüber nach, warum der Besitz die Menschen wohl so reize, daß sie über 'ihrem Verlangen danach vergessen könnten, was sie ihrem Gewissen schuldig wären. Wohl fand sie selbst den Reichthum gut und schön, aber sie begriff deshalb doch nicht, wie man um ihn feine Ehre einsetzen könnte. Indeß sie noch über dieses Räthsel grübelte, klopfte es leise an die Thür, und ehe sie noch fragen konnte, wer da sei, trat Frau v. Graß mann ein. Nun hatte Trix sich fest vorgenommen, Gerechtigkeit zu üben und die Mutter nicht des Sohnes übles Betragen entgelten zu lassen, aber das Gefühl des Widerwillens, das sie beimAnblick dieser Frau überkam, war io stark, daß sie erblaßte und die Augen schließen mußte. Ste werden sich gewly gewunoe haben, Fräulein von Dornberg, daß Sie von mir bisher kein Zeichen von Antheilnahme erhalten haben." begann Frau v. Graßmann leise, aber ich dachte, es sei das beste, Ihnen fern zu bleiben, zu Boden gedrückt und vernichtet, wie ich durch das Geschehene in meinen heiligsten Gefühlen als Mutter bin. Mein unglücklicher, unglückseliger, irrender Sohn " O bitte, hören Sie auf! Ich kann von Ihrem Sohne jetzt nichttzreden hören!" unterbrach Trix sie gequält. Sie müssen ja seine Partei nehmen, weil Sie seine Mutter sind, aber ich Ich bin noch nicht so weit, es mitanhören zu können!" Ich bin nicht gekommen, ihn zu vertheidigen," entgegnete Frau v. Graßmann mit niedergeschlagenen Augen. Was sollte ich wohl auch sagen? Ich bin niedergebrochen unter dieser Last nein, ich kam in eigener Sache, die mündlich ja am besten erledigt werden dürfte. Ich will auch kurz sein vorher aber eine Frage, um deren rückhaltlose Beantwortung ich Sie bitte: würden Sie.es gern sehen, wenn ich nach dem Geschehenen die Abtei verlasse?" ' Trix athmete erleichtert auf. Ich möchte Sie darum bitten," erwiderte sie so freundlich, als es ihr möglich war. Ich dachte es," sagte Frau v. Graßmann resignirt. Nun wohl, ich werde gehen, zum zweitenmal werde ich dem mir unfreundlichen Dache der Abtei Valet sagen warum habe ich sie nicht lieber gemieden? Doch, Fräulein von Dornberg, ich muß leben, und wer würde mir eine Stellung geben, wenn ich Ihr Haus Knall und Fall verlasse? Selbst wenn Sie so gütig wären, dieVersion einer plausibeln und unschuldigen Ursache aufrecht zu erhalten der Klatsch ist mächtiger als das Zeugniß der Lebendigen und ich wäre brotlos. Daher möchte ich Sie bitten, mir Gastfreundschaft zu gewähren, bis ich von Ihrem Hause aus eine neue Stellung gefunden habe. Es wird mir schwer, darum zu bitten, aber mir bleibt keine Wahl es ist einfach eine Existenzfrage für mich." Bin ich denn ein Drache, der die Leute auf die Straße setzt?" fragte Trix müde. Es ist selbstverständlich, daß Sie hier bleiben, bis Sie ohne Aufhebens gehen können." Ich danke Ihnen." erwiderte Frau v. Graßmann mit gutverschleiertem Hohn, den Trix aber doch vage herausfühlte. Ich werde Sie so wenig als möglich mit meiner Gegenwart zu belästigen suchen." Und da Trix hierauf nichts antwortete, sondern mit geschlossenen Augen still auf ihren Kissen lag, so Mit sie leise aus dem Zimmer' um draußen aufzuathmen. Nicht nur, daß es sich thatsächlich um ihre fernere Existenz handelte, sie war auch mittellos, absotut ohne einen Groschen baaren Gel-
des, ohne einen Werthgegenstand, den sie hätte zu Gelde machen können, denn in der vergangenen Nacht, die sie schon wartend in Voraussicht des Kommenden wach am Fenster verbracht hatte, war ihr Sohn gekommen, mühsam genug nach seinem Rencontre mit Siegfried Rindig, und hatte alles mitgenommen, was sie an 'Geld und Werthsachen besaß, um nun wirklich außer Landes gehen zu können, bis bessere Zeiten ihn wieder zurückriefen, das heißt, bis er annehmen konnte, daß Gras über verschiedene Episoden seines Lebens gewachsen sei. Er hatte mit diesem nächtlichen Besuche in der Abtei des braven Rindigs Wachsamkeit abermals eine Nase gedreht, aber der letztere - konnte am Vormittag Hans Truchseß die Nachricht bringen, daß sein Vetter sich auf der Bahnstation Frauensee ein Billet erster Klasse nach Berlin gelöst und auch mit dem Lokalzuge dahin abgefahren sei. Immer nobel." meinte Truchseß trocken. Ich fahre zweiter Güte, dafür bin ich auch nur ein armer Agrarier, der's dazu nicht hat." , Am liebsten wäre er in der Abtei geblieben, um Trix etwas zerstreuen zu helfen, aber da sie zu Bett lag, konnte er doch nicht zu ihr und so ritt er denn wieder heim mit dem Versprechen, gegen Abend noch einmal nachzufragen, und als er das that, trat sie ihm entaeaen. blan wobl nock und mit mübsamen Bewegungen, aber mit den lachenden Augen der alten Trir. Das hat mit seinem Ruhme der Herr Professor gethan," fang sie auf seine erstaunte und erfreute Frage. Du, der war großartig! Nachdem die Abtei ihn in ihren Mauern hatte, tarn er zu mir, denkst Du? I bewahre, erst dinirte er, und damit hatte er recht, denn sein knurrender Magen war ihm näher wie mein schmerzender Rücken, weil der Magen ihm gehört und er meinen Rücken doch nicht fühlen kann. Na, und wie hat er dinirt! Ein und ?ine halbe Stunde, Dessert inbegriffen. Er fah aus wie eine gesättigte Boa Constrictor, als er mich beehrte. Der Rehrücken ä la Jardinräre muß aber sein Interesse an anderen Rücken intschieden abgeschwächt haben, denn er widmete dem meinigen keine zwei Minuten. Dann fühlte er mir den Puls eine halbe Minute, besah meine Zunge und fragte, warum ich aus dem Fenster gefallen wäre. Da mußte ich lachen und er lachte auch einer, der zugehört hat, muß uns für ein paar Idioten gehalten haben, natürlich einer, der uns nicht kennt. Nachdem er gelacht, gähnten der Herr Professor, wobei er sagte, ich möchte nur ruhig aufstehen, das heißt ich hab's so verstanden, denn wenn ein gähnender Mensch redet, geschieht's meist auf Kosten der Verständlichkeit, auch bei einem Professor. Dann schrammte er ab, weil er doch im Rentamt sein Honorar in Empfang nehmen und quittiren mußte, ehe er abfuhr. Eine Stunde fünfzig Minuten hat er in der Abtei zugebracht und mir davon genau vier und eine halbe Minute gewidmet ich glaube, den Tag muß ich roth im Kalender anstreichen." Truchseß mußte widerWillen lachen. Trix, bei Dir möcht' ich auch nicht Professor sein," meinte er, vor Deinem kritischen Blick schwindet Gelehrtengröße dahin, wie wenn's nichts wäre. Die Hauptsache ist, daß Du wieder auf bist, der Rest wird sich schon finden, hat der Professor dem Pater gesagt." Trix erzählte ihm dann von ihrer Unterredung mit Frau v. Graßmann, und Truchseß konnte ihr nur zugeben, daß sie weniger nicht hätte thun können, von ihrem Standpunkte aus, aber vielleicht hätte sich ein Arrangement treffen lassen von anderer Seite er wolle sich dieSache überlegen und dann einen Vorschlag machen. Ich werde mir überlegen, was Du ihr bieten kannst und wie," sagte er. Denn dies Zusammenleben muß ihr wie Dir höchst peinlich sein. Ich biete mich auch um Deinetwillen zum Vermittler an, denn den Justizrath können wir in seinerKarlsbader Kur jetzt nicht stören und der Pater ist zu unpraktisch dazu, ganz abgesehen davon, daßTante Sophie zehnmal gerissener ist als er. In dieser Beziehung will ich mich auch nicht unterfangen, ihr das Wasser zu reichen, aber ich weiß, wen ich vor mir habe." Wann kommst Du wieder? Morgen?" fragte Trix. Ich glaube nicht, daß ich morgen abkommen kann," erwiderte er. . Der Maler, der die Krofchwitzer Plafonds nach Phroso's neuester Idee dekoriren soll, kommt an, und da Phroso mit ihrer Mutter zu dieser hochwichtigen Conferenz herüberkommen will, fo muß ich doch zur Stelle fein. Phroso findet die weißen Plafonds so häßlich, weißt Du, aber leider ist ihr das etwas spät aufgefallen " Und wenn sie gemalt sein werden, dann wird sie sie weiß haben wollen," rief Trix, die Hände zusammenschlaflenk- - , (Fortsetzung folgt.) G e i st e s g e g e n w a r t. Würden Sie mir wohl fünfzehn Mark borgen? Gern. Wieviel sagten Sie? Fünfzig. Dasschadetnichts DaS ist also das Bild des großen Patrioten? Ja. Aber absolut nicht ähnlich Was thut ibm das, jetzt, wo er todt ist!
Republikanisch oder kosackisai. Napoleon der Erste hat einst den Ausspruch gethan, daß Europa in fünfzig Jahren republikanisch oder kosackisch sein würde. ' Unter ko sackisch" verstand er offenbar die von ihm nicht für unwahrscheinlich gehal tene Möglichkeit, daß Rußland ganz Europa erobern, oder diesem wenigstens die absolutistische Staatsform aufdrängen würde. Seit dem endgültigen Sturze Na poleon's sind fast neunzig Jahre ver' lassen ; aber seine Voraussagung hat ",ch immer noch nicht erfüllt. ! In Nußland hat sich der Absolutismus behauptet; ist sogar noch krasser c:worden, wie das Vorgehen in Finland beweist; aber in Europa hat er seine Fortschritte gemacht, fondern im Aegentheile eine rückgängige Bewe lung erlebt. Fast alle ncnnenswer then Staaten des europäischen Fest landes, welche zu Napoleon's Zeiten noch absolut" regiert wurden, haben beute Volksvertretungen, llnd auch die republikanische Staatsform hat leine großen Fortschritte gemacht. Jluv Frankreich ist zu derselben zu rückgekehrt, nachdem es eine Zeit lang unter Regierung der Bourboncn, der Orleans und der Napoleoniden ge standen; auch von 1848 bis 1852 zum zweiten male Republik war. All das beweist, daß auch Napoleon der Erste kein Prophet war, dessen Voraussagungen in Erfüllung gehen. Im Allgemeinen verhält die Bkensch leit sich den Extremen gegenüber 'ablehnend. Sie zieht, soweit die Beoölkerung Europa's in Betracht kommt, die sogenannte goldene Mittelstraße" vor. Sie will weder republikanisch noch kosackisch, sondern monarchische konstitutionell regiert werden. Ter Absolutismus besitzt kerne werbende Kraft. Wenn auch die Volksvertretungen, namentlich , in Oesterreich, durch ihr Verhalten die hohen Erwartungen nicht gerechtfertigt haben, welche man der Betheiligung der Wähler an den politischen Auge legenheiten entgegen brachte, fo wird doch ziemlich allgemein zugegeben, daß es nur recht und billig ist, den Sreuerzahlern ein entscheidendes Wort über die Erhebung und die Verwendung der Abgaben einzuräumen. Eine Rückkehr zum Absolutismus der ietzt parlamentarisch regierten Staa ten wäre nur denkbar, wenn die Ve strebungen der Anarchisten die Bewohner Europa's vor die Wahl zwischen Gesetzlosigkeit und einer sögenannten starken Regierung" stellen sollten. Daß der Absolutismus sich in Rußland so lange behauptet und daß es dort keine aus Wahlen hervorgegangene Volksvertretung giebt, findet seine Erklärung durch die Verschiedenartigkeit und den geringen Bildungsgrad der Bevölkerung. Die gewalt same Angliederung weiter Länderstrecken an das Zarenreich hat dieEin wohnerschaft des letzteren immer buntscheckiger und vielsprachiger ge macht. Eine aus Wahlen hervorgegangene Volksvertretung in Rußland würde eine Gesellschaft zusam men führen, welche von politischen Einrichtungen nur geringes Verstandniß hätte und die Mitglieder eines solchen Parlamentes würden, da sie viele verschiedene Sprachen reden, außer Stande sein, sich anders als durch Dolmetscher verständlich zu machen. Denn die Einwohnerzahl Rußfcrnd's setzt sich aus etwa 0 Völkerschaften mit eben so vielen Sprachen zusammen. Diese buntscheckige Gesellschaft wird nur durch Gewalt zu sammen gehalten und bildet alles eher, als ein einheitliches Volk. Dieser Umstand vermindert aber auch die Gefahr, daß Rußland das europäische Festland kosackisch machen könnte, wie Napoleon der Erste das für möglich, ja sogar für nicht unwahrscheinlich hielt. Der Zar kann durch seine Beamten und durch sein Heer die 60 mehr oder weniger un civilisirten Völker seines Reiches zuni Gehorsam zwingen und vielleicht weitere asiatische Länder an das heilige Rußland" angliedern. Und ein Angreifer, der in dieses weite, verhältnißmäßig dünn bevölkerte Land ein dringen will, hat ungeheure Schwie rigkeiten zu überwinden. Das hat schon der erste Napoleon erfahren, der vielleicht deshalb Rußland's Bedeutung überschätzte. Viel schwächer ist aber die russische Macht, wenn sie angriffsweise vorgeht. Da hat sie selbst mit den räumlichen Schwierigkeiten und den ungenügenden Verkehrswegen zu rechnen, die sie in der Vertheidigung stark machen. Das haben wir im letzten Türkenkriege gesehen, in welchen! Rrißland ohne Hülfe der rumänischen Armee die Truppen des Sultans kaum überwunden hätte. Die Schwäche Rußland's als an greifende Macht und die Abneigung der europäischen Völker gegen den Absolutismus vermindern außerordentlich die Gefahr, daß Europa so sackisch werden könnte und demgemäß auch die Furcht vor dem Zarenreiche, dessen 5draft man weder über noch unterschützen soll DieinLeipzigverstorbene Frau Sidonie Gröppler verpachte der Stadt ihr Gesammtvermögen im Betrage von über zwei Millionen zu wohlthätigen Zwecken.
Feuer - Signale,
i Pennsyl nd Markt 5 English'S Opan-Hau 6 East und N"w York 7 Noble und Michigan 9 N. Jersey u. Maff Ab S Pme und North 10 Markt und Pme ' '1 Vermont nahe East 12 No.. 8 Spritzenhaus Mafs. Ave nahe Nobk 13 Devawareund Walnut 14 N. Jersey u Central A. 16 Mah. und CornellAve 16 Ash m,d 11. Straße 17 Park Ave und 12 Str .8 Columbia undHillfid 19 Highland Ave u. Pratt 11 Illinois und St. Joe 23 Pennshlv. und Pratt 14 Meridian und 11. Str 25 No. 6 Spritzenhaus 15. nahe JllinoiS 26 Senate Ave u. StEla 27 Illinois und Michigan 28 Pe tsylvania und 14. 9 Senate Ave. und 13. 31 N. 1 Spritzenhau In Ave naheMichiga 32 Meridian und Walnut 34 California u emnont 36 Blake und New York ss Ind. Av. u. St, Elair 37 City Hospital SS Blake und North 39 Michigan und ÄgneS 41 No. 6 Spritzenhau Washington nah West 4 Gsendorf u Wash. t Missouri New Dork 6 Meridian u Wash 46 JllinoiS und Ohio 47 CapitolRv.uWash 43 mgan'S PorkhauS 4 Straßenbahn Ställe W. WaHington Stk Ll No. 10 Spritzenhaus JllinoiS u Merrill S JllinoiS u Louisiana SS West und South 4 West und McCarty 6 Senate Ave. u Henry 7 Meridian und Rat) SS No. 4 Spritzenhaus MadisonAv.uMornS Madiion Av.u Dunlop No Haken Leiterhaus South nahe Delawar 3 Penn, u Merrill 3 Delaware u. McCartv afl und McSarty 6 New Jersey u. MerrM 7 Birg. Av. u Bradshaw 83 Gast und Prospekt 99 Bicking und High n No. ll Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huro 7t East und Georgia 73 Eeda, und Elm 74 Davidson u Georgia 75 English Av.u Pine 7 Shelby und Bäte "S No. s Spritzenhaus Prospekt nahe Shelby ? Fletcher Av. u Shelby 51 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 88 East u Washington 84 New York u. Davids 8k Taubstummen Anstalt 66 Ver. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wash. 9 Frauen-Reformat. 91 No. 13 Spritzenhaus Maryland nah Mer. 52 Meridian u. Veorgia SS Meridian und South 4 Pennshlv u. Louisiana 5 Virgini Ave u. Älab. 9 Hauptquartier. 7 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ohk J23 No. 16 Spritzenhau 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 126 Central Ave und 15. 126 DandeS und 16. 127 Brookside und Jupiter 125 Central Ave und 17, 129 Delaware und 19. IJ31 Alabama und 11. 132 Bellefontaine und 134 College Av und 89. -.36 Delaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 138 College Ad und 14. 139 Cornell Ave und 13 141 DandeS und 19. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumfeh und 10. 146 New Jersey und 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhau Hillside Ave und 16. t4S College Ave und 2 U9 College Ave und 27. 152 Park Ave und 2. IS L E u. W Bahn u. 22. IS4 Ramsey Ave und io. 1S6 Stoughton u Newman 167 AtlaS und Pike. 158 Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhau Brightwood 1L Arden und Depot 163 Brightwood und 26. 164 Rural und Bloyd 166 St. Clair u. eyston, 167 Arsenal Ave unk 23. 168 Bellefontaine und 28. 16g Park m no m 212 Capital Ave und i 213 Pennsylv. tt. Mchiaa 214 Illinois nd 20. 215 Senat Av und 21. 216 Pennfvlvania und 22. 17 Meridian und 16. 218 Capital Av und 23, 219 Broadway und 10. 231 Illinois und McLea 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 3. 36 Illinois und 33. ÄS Annetta und SC 237 No. 9. Spritzenhiu Ndell und Raoer 233 Udeil Ladder WorU 239 Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u St. El?43 Eldridge und 23. 312 West uud Walnut 313 West und 12. 314 Howard und 16. 816 Torbet und Paca 16 Capital Av und ld 17 Northwestern Av 27 13 Gent und 13. 19 Canal und 19. 24, Cerealine WorkS 824 Vermont und fiyrni 25 BiSmarcku GrmUvie 826 No. 29 SpntzenhauS Haughville. 827 Michigan u. HolmeS, 28 Michigan u. Concord 41 West und McJntyre 412 Missouri u. Marylant 413 Missouri und Ohio 415 Capital Ave ;, seorgia 416 Missouri uentucky S. 417 Senate Av u. Wash. 421 P und E Nundkaui W. Washington. 423 Jrren-Hospital. 424 Miley Ave u. I D uS 426 Wash- und Harr' 426 No. 18 Spritzenhmtz W. 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