Indiana Tribüne, Volume 27, Number 208, Indianapolis, Marion County, 23 April 1904 — Page 6
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Sehr Allgemein. Vlötzliche Aenderungen der Temperatur entmick ln viele Leide de Halses und der Lunge, wie Husten, Erkältungen, BronchitiS, Grippe und Asthma, gegen welche Leiden ei nichts bessere giebt wie Dr. Jugust König', Kamburger Wrusttyee. WffEEigWMTgl Warum nicht n n (S (S 2 ö P I? v v sparen beim Einkaufe ihrer Möbel . . . .und .... Teppiche . . . .sowie. . . . Oojrlojo.eS. Oefen und ...Kaiiges,., WILLIG'S 141 West Washington Str. 142 Nord Pennsylvania Straße Hauptquartier für ZriUen ud Gperngtäsev s- Brillen werden ach den besten Methoden de Auge angepaßt. Künstliche Augen werden lchmerzlos eingesetzt. m $1,50 Rundfahrt. Sonntag, 24 April. Cincmnati. Hamilton ; Rushville und Connersville. Baseball Cincinnatt vs. Pittsburg. Spezialzug fährt um 7 Uhr Morgens ab verläßt Cincinnati zur Rückfahrt 6:20 Abends LAKE ERIE & WESTERN R. R. .. ..Fahrzeit der Züge.. . Abfahrt SCnIunt , Toledo, hieago und Viichigan Expreß...'!' 7.16 HO. Toledo, Detroit und Chicago Lim 12.20 t .' Vichlgan ittj, Muncie .LasayetteLpl 7.20 fio. tSglich t ausgenommen Sonntags. 1 MhtflNMliW I 43 Stunden werden SonarrHSa und Ausftuß auS den Nrin Organe durch Eantal'Mtty aufgehoben ohne Unbequemlichkeiten. Preis IrjTTi $1.00, bei allen Druggiste oder V'WJ P. . 05 2081. New Bork.
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r Sechzehn Rrügl Vier. Glühend heiß sandte die liebe Sonne ihre Strahlen zur Erde nieder, zur Freude des Landmannes und des Wirthes. Ersterem trocknete sie nämlich das Heu und für letzteren trocknete sie die Kehlen der schwer arbeitenden Bauern aus. Zu diesen gehörte auch der Lendmoser Sepp, und als er nun hoch oben auf dem Wagen in's duftende Heu gestreckt, heimwärts fuhr, sah er schon im Geiste, wie ihm die Resi vom Ludlwirth einen schäumenden Maßkrug hinaufreichte. Bis zu besagtem Ludlwirth war aber noch ein gutes Stück Wegs, und ehe sich's der Lendmoser Sepp versah, nickte er ein und träumte im Schlafe weiter von ungezählten Krügeln Bier, die er heute noch in seine durstige Gurgel rinnen lassen wird. Da stand am Straßenrand der Guggenmuggler Toni mit dem Schinzer Franzl, und als er den schlafenden Bauern sah, flüsterte er seinem Spezi ganz heimlich etwas zu, worauf dieser von einem Ohr bis zum andern grinste und verständnißinnig nickte. Darauf schlichen sich die beiden Hallodri, welche auch ohne Sonnenhitze stets über einen ausgiebigen Durst verfügten, dem Heuwagen, nach, der Guggenmuggler Toni machte einen krummen Buckel, auf welchen gestützt, sich der Schinzer Franzl hinaufschwang in's Heu und alsdann, die Hände hmabreichend, seinem Freund ebenfalls herauf half. Ganz sachte krochen sie nun weiter vor) bemächtigten sich zuerst der Leitseile und deckten hierauf den ohnehin schon halb und halb im Heu versunkenen Bauer ganz zu. Gerade waren sie damit fertig geworden, als auch schon das Ludlwirthshaus in Sicht kau, und nun duckten sich die zwei wie die Hasen im Klee, so daß nur des Guggenmuggler? Zipfelmütze sichtbar war. Beim Wirth zog letzterer die Leitfeile an, die Pferde blieben stehen und die Resi trat in's Hausthor. Das Gespann hatte sie gleich als das des Lendmos-r Sepp erkannt, und freundlich fragte sie nach dessen Begehr. Eine Hand streckte sich aus dem Heu und ,,A' Bier!" brummte der Schinzer Franzl, leerte das schnell gebrachte Krügl auf einen Zug, schnalzte mit der Zunge und sagte: Noch ans! Die Resi, flink wie immer, war im Handumdrehen mit dem zweiten da, dessen Inhalt diesmal in die Kehle des Guggenmuggler floß. Noch ans!" grunzte dieser mit verhaltener Stimme, und nun leerte zur Abwechslung wieder der Schinzer Franzl den Krug mit seltener Virtuosität. So ging es eine ganze Viertelstunde fort, und konnte sich die Resi nicht genug über den Lendmoser'schen Durst wundern. Der trinkt ja heut' für zwei," dachte sie sich beim zehnten Krügl. Beim sechzehnten Krügl endlich sagte der Schinzer Franzl: Ruf 'n Wirth außi, Resi!" Und als die Kellnerin dem Auftrage Folge leistend, in's Haus hineingegangen war, rutschten die bei-
den Kerle auf der andern Seite des Heuwagens herab und trollten sich lachend davon. Der Ludlwirth, sichtlich erfreut über den großen Konsum seines Bieres, trat wenige Minuten nachher an den Wagen und rief hinauf: Gruaß D: God, Lendmoser! A hoaßer Tag heut', was?" Keine Antwort. Der Wirth wiederholte daher seine Anrede und setzte hinzu, ob das Bier geschmeckt habe. Wieder keine Antwort. Da nahm der Ludlwirth die an der Wand stehende Leiter, stieg hinauf, und als er den Lendmoser schlafend fand, schmunzelte er in sich hinein: Dös glaub' i; bei sechzehn Krügl und bei dera Hitz'!" Dann aber packte er seinen vermeintlichen Gast und schüttelte ihn. He, auf, auf!" rief er dabei und ließ nicht locker, bis der Lendmoser die Augen aufschlug. Als dieser in das bekannte Vollmondgesicht des Wirthes blickte, rief er sogleich: Geh, bring ma a' Vier!" Was n o ch a' Vier willst, wo's D' eh schon sechzehn Krügl 'trunken hast!" staunte der Ludlwirth. J-sechzehn Krügl?" staunte nun seinerseits der andere. No freili! Hast Dir's ja von der Resi aufireichen lassen!" Von der Rest?" Na ja! Aber mir scheint, Du hast schon an solchen Rausch, daß Di auf nix mehr erinnern kannst. Zahl' Dei Sach' und fahr ham; dös wird's G'scheit'ste sein!" Der Lendmoser griff sich an den Kopf. Wachte er oder träumte er? Sechzehn Krügel Bier! Sollt' er die wirklich selber ganz allein ? Na, wenn das seine Alte wüßte! Ja, ja!" lachte jetzt der Wirth dazwischen. Schaust ja aa' schon ganz blöd drein. Frag' nur d' Resi; sie wird Dir 's aa sagen. Na, Reserl, is 's wahr oder net, mit die sechzehn Krügl?" Freili is 's wahr!" betheuert die Kellnerin. Alleweil hat er nur g'rufen, der Lendmoser, ,noch ans!' und nacha is er ei'g'schlafa!" Da zieht der Lendmoser seufzend seinen Geldbeutel, zahlt seufzend das Bier und fährt mit ganz eigenthümlichen Gefühlen nach Haus. Leid thut's ihm um das viele Geld, Angst hat er. daß seine Alte was davon erfährt und stolz ist er, daß er sechzehn Krügl auf einen Sitz getrunken hat, dabei gar nichts von einem Rausch verspürt; im Gegentheil, noch immer Durst bat.
Sieben Jahre fünf' Tage.
Fch litt beinahe sieben I ahre an weiblicher Schwäche, die durch einen GebSrmutterfall verursacht wurde. Mein ' Kopf schmerzte, bis ich unfähig war. meinen häuslichen Pflichten nachzukommen, ich hatte Schmerzen im Kreuz und den Beclenorganen. bis ich manchesmal beinahe aufzer Sinnen erieth. Ich gebrauchte eine Medizin nach der anderen, aber leine half mir im Geringsten, bis ich den Win of Cardui gebrauchte. Als ich ihn zu nehmen begann, war ich, so schwach.dafz ich kaum gehen konn
te, aber innerhalb suns .agen vegann mein tau roieoet zu legten, oie cy merzen
war wieder im Stande, zu schlasen. naym neunzevn Flaschen, ehe ich ganz geheilt war,aber ich bin heute ebenso stark und gesund, wie ich es nur wünschen kann, und bin txhntrr kür sxbte ante Medizin sehr dankbar.
grau Peterson litt sieben Jahre lang an niederdrückendsn Schmerzen un8 betäubendem Kopfweh. Der Wine of Cardui half ihr in fünf Tagen. Während all' diesen Jahren kurirte der Wine of Cardui hundertwusends anderer Frauen, die an denselben niederdrückenden Schmerzen litten, und be freite dieselben von denselben fürchterlichen Kopfschmerzen. Er kurirte die arg sten menstruellen Unregelmäßigkeiten. Er gab gesegnete Gesundheit Tausenden von Leidenden in der Nähe von Frau Peterson. Abr sie fuhr fort, andere Heilmittel zu versuchen, ohne Linderung zu erhalten. &s nahm sieben lange Jahre niederdrückender Schmerzen und fürchterlicher Kopfschmerzen, um Frau Peterson dazu zu bringen, d?n Wine of Cardui zu Probiren. Dann kurirte sie der Wine of Cardui. Die wohlthätigen Wirkungen desselben zeigten sich in fünf Tagen. Sie leidenin derselben Weise wie Frau Peterson. Sie vernachlässigen den Wine of Cardui, gerade wie sie ihn außer Acht gelassen; und gerade so wie sie kurirt worden war, können Sie durch denselben kurirt werden. ' Alle Apothe ker verkaufen tz1.00.Flaschen des Wine of Cardui.
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Schillers Nettester. Im ersten Jahrzehnt des. vorigen Jahrhunderts war Graf Leopold v. Hochberg, Sohn des Großherzogs Karl Friedrich von Baden (aus dessen zweiter morganatischer Ehe mit einem Fräulein Geyer v. Geyersberg), Hörer an der Heidelberger Universität. Er verkehrte viel mit den anderen Eommilitonen und lud sie sowohl zu seiner Tafel wie zu Spazierfahrten ein. Eines Tages hatte er außer Hofrath Schreiber, Professor der Aesthetik, Schiller's ältesten Sohn, Karl, zu Gaste, einen hochgewachsenen, stämmigen Jüngling, ungefähr achtzehnjährig, einen Blondkopf voll Lebensfrische und hellen, blauen Augen, die Verständigkeit, Gutmüthigkeit und Schalkhaftigkeit verriethen. Bei Tische stellte der Hofrath allerlei Fragen an den jungen, Schiller, die sich auf das väterliche Haus bezogen.. Der. junge Mann war aber recht einsilbig und zurückhaltend. Deshalb versuchte der Hofrath, die Unterhaltung auf ein anderes Gebiet zu lenken, und rückte plötzlich mit der Frage heraus: Nun, lieber Schiller, was machen denn Ihre Räuber"? Sie haben derlei gewiß schon im Pust liegen." Räuber im Schreibpulte," rief Schiller lachend, die gehören ja in den Hungerthurm." ; Der Herr Hofrath spielte da offen-, bar auf Ihr erstes dramatisches Werk an," bemerkte Graf Hochberg. Daran denke ich nicht," versicherte der junge Mann offenherzig. Ich bin kein Poet und will auch keiner sein. Der stärkste Weinkelter würde aus mir keine leidlichen Verse herauspressen. Soll ich mich abmühen, schlechte Verse zu machen, weil mein Vater gute gemacht hat? Fällt mir gar nicht ein!" Sonderbar, meinte der Hosraty, gewöhnlich fühlen die Söhne den Antrieb, auf dem ruhmvollen Wege ihrer großen Väter fortzuwandeln." In mir ist der Apfel weit vom Stamme gefallen," meinte Karl Schiller bescheiden. Wohl thut es mir schon, wenn ich lese und höre, daß die Welt meinen Vater schätzt und bewundert, ich aber will nur sein S)hn sein, nicht ein eingebildeter Narr, der den Recensenten Gelegenheit gibt, darauf hinzuweisen, wie unähnlich, oft Vater und Sohn sind, namentlich, was die geistige Begabung betrifft. Ich studiere lieber Forstwirthschaft, um mir mein Brot als nützlicher Mensch zu verdienen. Und können sich hierbei mit Naturstudien beschäftigen, wozu uns Ihr Herr Vater in seiner herrlichen Dichtung Der Spaziergang" die reizvollste Anregung gegeben hat," fiel ihm der Hofrath in die Rede. Vorläufig beschäftige ich mich nur mit dieser Melone," sagte der junge Schiller schalkhaft, indem er mit komischer Ruhe eine Melonenschnitte hoch emporhielt, so daß die Anwesenden in Heiterkeit ausbrachen. (Karl' v. Schiller, geb. 1793 in Ludwigsburg, starb als württembergischer Oberförster a. D. 1857 zu Stuttgart.) Hoffnung. Sag' mal,. mir gegenüber klagst Du immer, daß Du Deine Verlobung bitter bereuest, und Deinen übrigeBekannten ' schilderst Du Deine Braut als einen Ausbund von Liebenswürdigkeit." Nu vielleicht macht sie mir einer noch abspenstig." Doppelsinnig. Beamter (zum zurückkehrenden Bureauchef): Und hat die Kur gut angeschlagen, Herr Rath?" Vorstand: Großartig ich versichere Ihnen, ich bin ein ganz anderer Mensch geworden." Beamter: Das wnd das ganze Personal unge mein freuen." Im Bann der Kunst. Stadtdame: Ich hoffte doch bestimmt. Dich als junge Frau wiederzusehen, Vrowerl. Hast Du denn Deinen Franzl noch?" Lassen S' mi g'rad' aus mit dem seit der mit beim Vauerntheater spielt, markirt er ja allweil's Busserln bloß noch!"
522 Sabier Straße. Portland. Ore.. den
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Worth Cljaplaw, Jndependent Order of Good Eine Theatervorstellung mit Hin dernifsen. Das. Pester Volkstheater, eine der größten Theaterunternehmungen der ungarischen Hauptstadt, gerieth in der letzten Zeit in ernste Geldverlegenheiten, so daß über das Vermögen des Directors der Eoncurs eröffnet wurde. Dies hatte zur Folge, daß das Gericht über die Eostüme und Decorationen, die Eigenthum des Directors waren, die Sperre verhängte. Als nun der neue.Director seine Thätigkeit mit einer Aufführung der französischen Operette Lili" eröffnen wollte, gab das Gericht die Eostüme und Decorationen nicht frei. Der Director half sich aus der Verlegenheit, indem er sich einige Decorationen von einem andern Theater auslieh und die Schauspieler in Straßenkleidern auftreten ließ. Dabei kam es zu den köstlichsten Auftritten. Im ersten Aufzug erscheint Lili bekanntlich als halbwüchsiges Kind, sie trug aber, da der Schauspielerin kein anderes Eostüm zu Gebot stand,, ein Schleppkleid; der Artillerist Plinchard hatte sich die Uniform eines FraanzWachmannes ausgeborgt. Die Trompete, die Lili zu verstecken hat, war von einem Vrezelverkäufer geliehen. Am Schluß des ersten Aufzuges marschirt ein Reginient an der Bühne vorbei, die Soldaten trugen jedoch Civilanzüge, und um den Vorgang glaubwürdig er scheinen zu lassen, mußte, ein Schauspieler erklären, es seien Rekruten, die erst jetzt einrücken. Ebenso ging es im zweiten Aufzug. Als Leutnant Plinchard seinen Besuch bei Lili machen will, meldet der Diener: Ein Leutnant ist draußen, aber in Civil." Lili begrüßt ihn mit den Worten: Wie prächtig Sie aussehen!", worauf Plinchard antwortet: Ja, und wenn Sie mich erst in Uniform sehen würden!" Die Zuschauer unterhielten sich den ganzen Abend über königlich, und am folgenden Abend war das ganze Theater ausverkauft. Maulkörve im Parlament. Ein politischer Späßvogel hat sich einen Witz mit dem österreichischen Abgeordnetenhaus erlaubt. Vor der Plenarsitzung erschien ein Mann im Präsidium mit einem großen Pack Maulkörbe. Er ließ sich beim Grafen N?tt?i nrrrnplVrt und tbeilte dem i Thürsteher mit, er bringe die ge-
wünschten Muster. Der Präsident, der sich den angekündigten sonderbaren Besuch nicht erklären konnte, ließ dem Manne sagen, er habe nichts bestellt. Darauf zeigte der Maulkorbhändler eine Postkarte, worauf dem in der Josephstadt etablirten Riemermeister der Auftrag zugekommen war, .sich mit Proben für Maulkörbe, namentlich für Bulldoggen, beim Präsidenten des Abgeordnetenhauses einzusinken. Es brauchte einige Zeit, bis man dem enttäuschten Geschäftsmann begreiflich machie, daß er das Opfer eines Witzboldes geworden war. D a s e r st e M a l. Haben Sie sich jemals an einem Glücksspiel betheiligt? Bis jetzt noch nie. Rächste Woche aber ist meine Hochzeit. ErweißVescheid. Nichts ist heute so einträglich, als ein gutes Stück, sagte der Dichter. Da irren Sie sich gewaltig, junger Mann, sagte der Andere, es gibt etwas, was noch viel einträglicher ist. Und das wäre? Ein schlechtes Stück. Steigerung. Und nu, Rebekka, sag' mer emal, wie viel hat er eigentlich, dein Täte? Wie viel werd er haben? Eine Million hat er. O Rebekka, Rebekka, ich liebe dich mehr, ls du glaubst! Verschnappt. Ist deine Mama zu Haus. Kleiner? Nein, sie ist einkaufen gegangen. So, und wann kommt sie denn zurück? Ich weiß es nicht. Warten Sie einen Augenblick, ich werd' sie gleich fragen. Ein Kenner. Was? Fünfzig Mark bieten S:e mir für das Bild? Der Rahmen allein ist ja sechzig werth. Aber ohne das.Bild.
3. Juni. 1903.
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naymen av. und ich Templars. ukidi Mrs. -43 Hochzeiten in Japan. Eine japanische Hochzeit ist im wesentlichen eine geschäftliche Angelegenheit; ihre Feier zeichnet sich durch ganzliche Abwesenheit jedes Gefühls aus. Auch einen religiösen Charakter hat die Ceremonie nicht, sie wird vielmehr von allen Betheiligten mehr als ein Civilcontrakt angesehen, und die AnWesenheit einesPriesters erscheint selbst den frömmstenVerehrern Buddhas als gänzlich unnöthig. Alle Vorbereitungen zu einer Hochzeit werden von den Angehörigen beider Parteien unternommen, das Paar selbst wird dabei nicht gefragt. Der Hergang bei der Werbung und der Hochzeit eines Japaners wird in folgender Weise geschildert: Ist die Wahl getroffen, fo befestigt er einen Zweig Süßklee am Hause der Eltern der Erwählten und wartet die Entwicklung ab. Wird der Zweig vernachlässigt und läßt man ihn unbemerkt verwelken, so weiß er. daß seine Werbung nicht begünstigt wird; erscheint das Mädchen aber am nächsten Tage mit geschwärzten Zähnen, so weiß er, daß seine Liebe angenommen wird. Das junge Mädchen ist gewöhnlieh sechzehn Jahre alt. Die der Hochzeit vorangehende Verlobungszeit ist nur von kurzer Dauer. Statt des ganz unbekannten Verlobungsringes schenkt der junge Mann seiner Verlobten eine reiche Schärpe aus farbiger Seide. Geschenke werden so verschwenderisch gegeben, daß, wenn die Zeit kommt, das Wirthschaften zu beginnen, das junge Paar seine Hilfsquellen fast erschöpft findet. Die Braut erhält keine Mitgift, aber eine Aussteuer und die nöthigen Haushaltmöbel. Statt Juwelen, die von den Japanerinnen nicht getragen werden, bekommt sie gestickte Seidenzeuge. An dem wichtigen .Tage verbirgt die Braut ihr Gesicht' unter einer Schicht. Schminke und begiebt sich mit dem Bräutigam und allen Verwandten in das Bureau des Kocho" oder Bürgermeisters der Stadt. Die wirkliche Feier beginnt Abends. Das Hochzeitsfest ist mehr eine Dinergesellschaft; charakteristisch dafür ist das Wechseln der Kleider und das Trinken großerMengen Sake" (Reiswein). Wenn es dämmert, wird die Braut in einem Palankin in das Haus ihres Schwiegervaters gebracht; eine kleine Prozession mit bunten Papierlaternen begleitet sie. Die Verwandten der Braut setzen sich an das eine Ende des Hauptgemaches, die Freunde des Bräutigams sitzen gegenüber. Die ganz in Weiß gekleidete Braut wird von zwei reichgekleideten jungen Mädchen in's Zimmer geführt. Der Bräutigam, der schon 'in der Mitte des Zimmers sitzt, giebt kein Zeichen des Erkennens, sondern hält die Augen zu Boden geheftet, während die Braut sich ihm gegenübersetzt. Dann wird ein Tisch vorgezogen und ein Kessel mit zwei Tüllen darauf gestellt, der mit heißem Sake" gefüllt ist. Ein mit Eßwaaren beladener Tisch wird auch vor jede andere Person gestellt, und das Fest beginnt. Die beiden Mädchen, die die Braut in das Zimmer führten, reichen den Gästen Tassen mit Sake", die bis auf die Neige geleert werden müssen. Dann ziehen sich Braut und Bräutigam auf kurze Zeit zurück, um sich umzukleiden. Nach ihrer Rückkehr füllen die Brautjungfern drei Tassen mit Sake" und reichen sie der Braut und ihren Schwiegereltern. Drei Tassen werden von dem Schwiegervater getrunken, der darauf das Gefäß der Braut reicht. ' Dann trinkt sie drei Tassen und erhält ein Geschenk von ihm. Jetzt wird ein anderer Gang, gewöhnlich Reis oder Fisch, gebracht, und die Braut macht dieselbe Trinkceremonie mit der Schwiegermutter durch, worauf sie ein anderes Geschenk erhält. Darauf wird eine dünne Suppe aufgetragen, und alle trinken drei weitere Tassen Wein. Nunmehr kommt das große Ereigniß des Tages, das fast heilige Sake"Trmken des jungen Paares, das eine Art Hochzeitsceremonie zu bilden scheint. Die Brautjungfern bringen
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den Kessel mit zwei Tüllen und reichen ihn den Neuvermählten. Diese trinken abwechselnd daraus, bis sein Inhalt erschöpft ist, gleichsam ein Symbol der Art, wie sie Freuden und Leiden theilen wollen. Damit ist die Ceremonie zu Ende. Braut, Bräutigam und Verwandte sind in ihren Rollen sehr geübt; jeder weiß so genau, was von ihm erwartet wird, und thut es so mechanisch, daß der ganze Vorgang eintönig wirkt. Nach der Hochzeit lebt die junge Frau imHause ihres Schwiegervaters, wenigstens der Regel nach die ersten Monate des Ehelebens. Das Gewerbe eines Rattenfängers betreibt ein gewisser Davy in Paris. Sein Jagdgebiet ist die Kanalisation der Stadt, in der es von Ratten wimmelt. Die erbeuteten . Thiere werden nicht getödtet, sondern von Davy an die flämischen Vereine verkauft, in denen man oft Kämpfe zwischen Rattenpinschern und Ratten veranstaltet. Dieser Davy erhielt nun eines Abends in seiner Wohnung von einem seiner Bekannten, mit dem er in Streit gerathen war, einen derartigen Schlag auf den Kopf, daß er bewußtlos zu Boden stürzte. Erschrocken über die Wirkunn seines Streiches wollte der schlagfertige Freund das Weite suchen. Als er aber eine Thür aufriß, sprang ihm ein ganzer Schwärm Ratten entgeaen, der sich sofort über den Körper des Ohnmächtigen warf. Entsetzt stürzte nun der Mann zu einer anderen Thür hinaus und schrie um Hilfe. Den herbeigeeilten Nachbarn gelang es nur mit größter Mühe, den ohnmächtigen Rattenfänger den Bissen der Ratten zu entreißen, die ihn in der kurzen Zeit furchtbar zugerichtet batten. Eine ebenso eigenartige wie unangenehme Entdeckung machte dieser Tage Madame Dumay, die Inhaberin einer kleinen Gastwirthschaft in der Rue de la Victorie" zu Paris. Sie hatte gegen Abend für kurze Zeit den Schankraum verlassen, und als sie in den leeren Laden zurückkehrte, fand sie in ihrem im Alkoven stehenden Bette eine Frauensperson mit dem Hut auf dem Kopfe und vollständig angekleidet regungslos liegen. In ihrer Angst benachrichtigte sie sofort einen Schutzmann, daß man ihr während ihrer Abwesenheit eine weibliche Leiche in das Bett gelegt habe. Der Mann des Gesetzes begab sich köpfschüttelnd in die Gastwirthschaft, nahm mit eigenen Augen Kenntniß von dem schauerlichen Funde", befühlte den Körper und meinte dann: Ja, sie muß aber erst gestorben sein, sie ist noch ganz warm." Bei diesen Worten ließ die angeblich Todte ein deutliches Schnarchen hören. Madame Dumay fuhr entsetzt zurück, wäbrend der Polizist herzhaft zugriff, wobei es ihm auch gelang, die Schlaferin denn um eine solche handelte es sich , wach zu schütteln. Wie es sich nun herausstellte, hatte man es mit einer in Paris unbekannten und Stellung suchenden Engländerin zu thun. Die Aermste war in das Restaurant getreten, um sich eine Erfrischung geben zu lassen, hatte das Bett erblickt und sich, da sie allein in dem Raume war, von Müdigkeit überwältigt, in dasselbe hineingelegt, um sofort einzuschlafen. Die gute Madame Dumay erholte sich nach dieser Aufklärung bald von ihrem Schreck, labte die Engländerin mit Speise und Trank, bat dieselbe dann aber, sich ein anderes und passenderes Nachtquartier zu suchen. V Beiden geholfen. Trinker: Aber Herr Doktor, Sie haben mir eine lange Rechnung geschickt!" Arzt: Geschah nur aus Rücksicht für Ihre Gesundheit. Das Geld hätten Sie ja sonst wieder für Wein ausgegeben." Au s der Schule. Lehrer: Wieviel Elemente gibt es?" Schüler: Das Wasser, das Feuer " Lehrer: Nun, kann mir keiner von euch noch ein Element nennen?" Feldwebels - Sohn: Das Bomben - Element!" ' ,
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