Indiana Tribüne, Volume 27, Number 208, Indianapolis, Marion County, 23 April 1904 — Page 5

Jndiana Tribune, 23. April 1904,

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Killekille. Von I. Stephany. Lizzie ist- der Bonne entwischt und in Mamas Boudoir geschlüpft. Sie liegt auf 'dem großen Eisbärfell hinter dem Windschirm und wartet auf Mama. Wenn Mama kommt, wird Lizzi sie erschrecken, auf den Händchen hervor'krabbeln und furchtbar brüllen wie ein Bär. ,Dann , wird sich Mama fürchten wie das letzte Mal, um Hilfe rufen: der Eisbär kommt! und voller Angst auf den Teppich fallen; und Lizzie und , die kleine muntere Mama werden sich dann lustig herumbalgen. Lizzie ist - voller Erwartung. Das blonde Köpfchen hat sie hinter ben .großen Eisbärkopf geduckt. Da geht die Thür auf, aber es ist nicht Mama. Friedrich läßt einen Fremden ein. Die Frau Consul Termölen sind noch bei der Toilette, wenn der Herr Baron etwas warten wollen, meldet der Diener. Lizzie betrachtet neugierig den Fremden. Das ist ein lieber Onkel, entscheidet sie sofort, und sie überlegt, ob sie nicht schon auf ihn ihr .Eisbärenattentat ausführen solle. Die stattliche Länge des Fremden und sein großer, blonder Bart flößen ihr aber einige Bedenken ob der Furchtsamkeit des neuen Onkels ein, und sie beschließt daher zu warten, bis Mama kommt. . Der Eingetretene ist ein junger, schlank gewachsener Mann. Er schreitet jetzt einige Male aAf dem dicken Teppich hin und he?. Dann bleibt er plötzlich stehen, und die großen, blauen Augen blitzen beinahe zornig auf. Donnerwetter! Jobst, was warst du vor vierzehn Tagen noch ein anderer Kerl! sagt er halblaut zu sich selbst. Nun stehst du hier und zitterst wie ein altes Weib! Bor vierzehn Tagen hatte er sie auf dem Balle seiner Schwester kennen gelernt. Seine Schwester, hatte ihn, ihren plötzlichen Entschlüssen entsprechend. eilends von seinem Gute in Pommern zu ihrem Ball nachHamburg citirt. Sein zerstreuter, immer eiliger Schwager Tettenborn hatte ihm einen, Kreis tanzlustiger, ganz junger Damen im Fluge vorgestellt. Darunter war eine mit einem süßen, schelmischen Kindergesichtchen. Die hatte ihn in ihrer neckischen Art sofort gefesselt. Mit ihrem zarten, beweglichen, soubrettenhaften Aeußern war sie genau das Gegentheil der pommerschen Basen mit dem Germaniatypus, die ihm seine Schwester abwechselnd als Heirathscandidatinnen vorschlug. Deshalb vielleicht grade gefiel sie ihm. Sie tanzten den Abend sehr viel miteinander. Er hatte ihr gegenüber etwas den alten, gsnnerhaften OnZel hervorg? kehrt und mit ihr geplaudert, wie man es mit einem so ganz jungen Dingelchen thut. Das sei wohl ihre erste Ballsaifon, hatte er sie gefragt. Da hatte sie hell aufgelacht; überhaupt war in dem quecksilbernen Geschöpf eine so sprühende, versteckte Heiterkeit, daß sie ihm schließlich selbst durch alle Glieder gefahren war. Er hätte nie gedacht, baßMan in Hamburg so lustig sein könnte, erzählte er ihr. Er wolle den ganzen Winter bleiben. Er würde sie dann auf allen Bällen tr-ffen, ganz gewiß aber übermorgen auf dem Clubball. Sie hob die blauen Augen, Schelmengrübchen in den Wangen. Uebermorgen? Uebermorgen gehe ich nicht aus, 'da feiern wir zu Hause den Geburtstag unserer Tochter. Selbst mein sonst sehr beschäftigter Mann macht sich an dem Tage immer von allem frei. Er prallte förmlich zurück, stummes Entsetzen in den ehrlichen," blauen Augen. Sie aber klatschte vergnügt in die kleinen Hände; da habe ich mich für das kleine Pensionsmädel, für das Sie mich hielten, gerächt. Sie sah ihn an mit strahlenden Augen. Meine Tochter ist schon ein großes Mädchen von vier Jahren, sagte sie stolz. Er antwortete nicht. Für ihn, den schwerfälligen pommerschen Junker mit den biedern, ehrenhaften Grundfätzen war etwas Unfaßliches geschehen. Er hatte sich da Hals über Kopf in eine verheirathete Frau verliebt, konnte nun nicht mehr zurück mit seinen Gefühlen. Er sah sie vorwurfsvoll an, wie gequält. Da reichte, sie ihm rasch die Hand, ihre Augen tauch ten mit herzlichem. Blick in die seinen: Bitte, seien Sie mir nicht böse über meinen dummen Witz. Er nahm ihre Hand und küßte sie langsam und innig. Als er sie dann später, in ihren weiten Mantel gehüllt, zu ihrem Wagen brachte, zog er tief den Hut mit dem festen Entschluß sie nickt wiederzusehen. Und andern Tags geschah es schon wieder. Seine Schwester selbst führte sie' ahnungslos zusammen. Er hatte sie auf das Eisfest begleitet. Da sah er die junge Frau frisch und rosig von weitem auf seine Schwester zueilen. ,.. Die kleine Termölen". lächelte diese wohlgefällig, wie ihr wieder der ,dunZelblaue Sammet zu Gesichte- steht ! Sie ist die Frau des Compagnons meines Mannes, und ich muß sie heute unter meine Fittiche nehmen. Ihr Gatte, weit älter als sie. ist ein eingefleischter Geschäftsmann und überläßt mir dieses Amt sehr häufig. Die junge Frau ist übrigens prächtig, ihr Ruf ebenso tadellos wie ihre Toilette. Die einzige Geschmacklosigkeit, die sie je be.gangen hat. ist die, daß sie unsern guten, behäbigen Termölen genommen bat! Na. man nmnkelt, daß er ihren

Vater damals vor, so etwas wie vor einem Bankerott gerettet hat. Wo blieben nun alle seine guten Vorsätze dieser lachenden, süßen, kleinen Frau gegenüber? Sie liefen zusammen über die glitzernde Eisfläche bei den Walzerklängen, beide gewandt und iicker. als' aebörten sie zusammen. Ihre flatternde Federboa legte sich zuweilen um seinen Hals, und ganz berauscht athmete er das Parfüm d:r schönen Frau. . In den darauf folgenden vierzehn Tagen war denn dem braven, pommerschen Junker so langsam alles ab ha aden gekommen, was er an Grundsätzen besaß. In den vierzehn Tagen, von denen ihm jeder Tag verloren war, an dem er sie nicht sah, legte er sich immer und immer die Frage vor: liebte sie ihn? was schimmerte in diesen räthselhaften Augen, wenn sie ihm so leuchtend entgegensahen? Heute Vormittag hat sein Schwager eine längere Berathung mit seinem Compagnon Termölen; da faßte der Baron einen raschen Entschluß. Endlich muß er die Qual der Ungewißheit brechen., Er wird sie fragen, ob sie ihn liebt, ob sie das Band ihrer Ehe zerreißen und ihm angehören will für immer. Er wird sie, so philosophirt er, auf .seinem starken Arm aus ihrer Umgebung nahmen, ihr einen neuen Namen, eine n :ue Familie geben. , Der blonde Vliese wirft sich jetzt aufseufzend in einen niedrigen Sessel, dem flackernden Kaminfeuer gegenüber. Das Haupt mit dem. korrekten Schertel ist etwas nach hinten gelehnt. Der hohe, weiße Kragen schimmert über der dunkelrothen Lehne des.,, Fauteuils. Auf diesen leuchtenden, weißen Punkt sind die Augen der kleinen,, thatenlustigen Lizzie gerichtet. Länger hält sie es in ihrem Wersteck nicht mehr aus. Leise regt es sich auf dem Eisbärfell, und ganz sachte kommt es über den Teppich getrippelt . Jetzt steht Lizzie hinter dem fremden Onkel, , leise sie sich auf den Zehen, und da fahren auch schon die kleinen Händchen hinten an den r weißen Herrenkragen hinein. Ihr strahlendes Gesichtchen, über, dem die blonden Löckchen hängen, ist ganz roth vor Anstrengung. Ueber den Rockärmel des Barons geneigt, ruft sie schelmisch Killekille". So macht Lizzie immer dem Papa. Er fährt erschreckt aus seinen Gedanken auf und starrt auf das Miniaturbildchen der geliebten Frau. Da sind dieselben blauen Augen. Das unternehmende Stumpfnäschen. . ; Was für eine süße, kleine Krabbe das ist, denkt er. Er ist etwas unbeholfen mit der Kkinen. Kinder sind seiner Meinung dafür da, daß sie Weihnachten beschenkt werden und sich im übrigen in den oazu geeigneien Räumen unter Leitung ihrer Bonnen und. Gouvernanten zu . brauchbaren Menschen heranbilden. So ist er jede Weihnachten mit reichen Geschenken, die ihm eine freundliche ' Verkäuferin passend ausgewählt, nach Hamburg gefahren, um die Kinder seiner Schwester zu erfreuen. Er hat sich dadurch in den Ruf eines guten Onkels gefetzt, ohne sich sonst viel mit den Kleinen zu beschäftigen. So sitzt er nun, nicht an Kinder ge wöhnt, dieser unternehmenden, kleinen Person ziemlich hilflos gegenüber. Er faßt das kleine Kinderhändchen und fragt, freundlich: Magst du denn den neuen Onkel leiden? 'Lizzie hat alle Menschen lieb, Bonbons aber am allerliebsten, erklärt die Kleine , ohne viel Besinnen. Er lacht hell auf. - Bonbons habe ich nun leider keine mitgebracht, da ich nicht wußte, daß ich eine so interessante. Bekanntschaft machen würde. Sie hat ohne weiteres den obersten Knopf seines Gehrockes erfaßt, stemmt ihr rundes, bloßes Kniechen gegen seine Beine und klettert auf seinen Schotz. Er hilft ihr etwas nach dabei. Nun eröffnet sie ihrerseits, auf - seinen Knieen sitzend, das Gespräch. .Magst du liebe Diebe gern? Nein, Dieöe mag er überhaupt nicht leiden, und er ' erlaubt sich daran zu zweifeln, daß es' liebe, Diebe gibt. Paß mal auf, sagte Lizzie eifrig, was das Fräulein vorhin erzählt Hai. Es war mal ein Kindchen, das lag in seinem Bettchen, ganz allein am Abend, und keiner war bei ihm, keine Mama und nichts. Es - betete sein Abendgebetchen. Da kam ein Dieb geschlichen und da hörte er das Kindchen so brav beten und da schämte er sich, daß er so bös war, und da ging er ganz leise wieder hinaus. Mit ihrem klingenden Stimmchen, beinahe ohne Athem zu schöpfen, hat sie gesprochen. Jetzt hält sie ganz erschöpft inne und fragt nach einem tiefem Athemzug: War das nicht ein lieber Dieb? Er ist 'sehr nachdenklich geworden. Seine Augen sehen in diese Kinderäugen, und bange Fragen tauchen vor ihm auf. Wird der Papa dem Lizzie immer Killekille" macht, dieses Kind freiwillig aufgeben? Und qualvoll beantwortet er sich diese Frage mit niemals". Wird die Mutter, die sich von Lizzie trennen muß, um an seinerSeite ein neues Leben zu beginnen, sich nicht krank nach- ihrem Liebling sehmn? Wird er nicht später in jeder traurigen Stunde der geliebten Frau einen VorWurf für sich finden? Und wenn das Undenkbare möglich wäre, wenn sie das Kind wirklich aus ihrem Leben sireichen könnte, wird p dann diese Frau noch lieben können, wird er dann nicht, schwerfällig und grüblerisch, wie er nun einmal aeartet

ist, ihr jede frohe, lustige Stunde im stillen zum Vorwurf machen? Wird ihr lachendes, sonniges Temperament, um derentwillen er sie lieben gelernt, diesen schweren Eonflikt ihrer Seele überdauern? Wird sein Verlust ihm nicht zur Qual werden? Er steht auf und läßt Lizzie vorsichtig auf den Boden gleiten. Trübe und müde streicht er mit der Hand' über die Stirn. Er kommt sich plötzlich ganz überflüssig hier vor. Liebe 'Lizzie, sagt er mit schwerer Stimme, ich kann nun doch nicht mehr auf deine Mama warten. Mein Zug, mit dem ick nack Sause fahre, gebt in einer Stunde. Sage deiner lieben Mama. daß ich gekommen war, um ihr Adieu zu sagen. Erzähle ihr, 'wie gut du den Onkel unterhalten hast! Er nimmt wieder das Händchen in seine beiden großen Hände. Laß es dir gut gehen, mein Kind! Seine Stimme klingt ganz zärtlich und weich, es ist, als wenn er dem kleinen, süßen Ding abbitten wollte, was er ihm beinahe angethan hätte. Mir geht es immer gut, sehr gut, betont Lizzie mit der Handbewegung einer großen Dame. Sie wundert sich, daß man über ihr Wohlbefinden über Haupt Zweifel haben tonnte. Da. hebt er die Kleine rasch empor und küßt sie auf den Mund. Im nächsten Augenblick steht sie schon wieder auf dem Teppich. Sie hebt ihr Spitzen röckchen und wischt eifrig über das Mündchen. Küsse von Onkels mit Schnurrbärten mag sie nicht. Er aber nickt ihr noch einmal zu mit einem traurigen Lächeln auf dem schö nen. offenen Gesicht. Ja, kleine Lizzie, es gibt liebe Diebe, und die Thür fällt hinter ihm ins Schloß. Endlich kommt die Mama. Sie ist ganz blaß, als Lizzie auf sie zueilt. Ihre großen, blauen Augen scheinen noch jemand zu suchen. Lizzie bestellt gewissenhaft alles von dem Onkel. Da pt die Mama auf den Teppich -und preßt ihren Kopf in Lizzies Röckchen.' Die Kleine ist ganz erschrocken, die Mama weint. Aber Lizzie weiß sich zu helfen. Langsam fährt ihr Händchen hinten, an Mamas Halskragen hinein, da, wo die vielen, blonden. Löckchen sitzen, und wie die Mama, noch immer traurig, aufsieht,' legt sie schelmisch ihr Köpfchen auf Mamas Arm und blinzelt zu ihr herauf. Da fährt Mama nun ihrerseits in das weiche, warme Hälschen: Killekille!" Und Mama und Lizzie lachen wieder zusammen.

Folmer, Sie marschiren wie eine Gans, die den Größenwahn hat!" Die nieder st eTodes' rate unter den 20 größten Städten der Wer. Staaten hatte im Jahre 1903 St. Paul, Minn., mit 8.92 Todesfällen auf je 1000 Einwohner. An zwei-, ter Stelle stand die 'Schwesterstadt Sk Pauls, Minneapolis, Minn., mit einer Todesrate von 9.79 für die gleiche Anzahl Personen. Für die St. ;L o u i s er A u s st e l l u n g hat ein Deutscher, Namens Peter Meßner in Richfield, Wis., j einen . Tis ch hergestellt, welcher aus nicht weniger wie 250,430 Stückchen Holzarten in Formen und Farben zusammengesetzt und 30 bei 40 Zoll breit und 39 Zoll hoch ist. Es hat den Künstler Jahre genommen, diese Holzarten zusammen zu bringen. Reiche S t i s tun g f u r Arme. Die auf $2,000,000 geschätzte Nachlassenschaft des verstorbenen Amherst Wilder in St. Paul, Minn., ist kürzlich den dortigen Armen zugefallen. Vor mehreren Jahren vermachte Wilder sein Vermögen seiner Frau unter der Bestimmung, daßnach dem Ableben Frau Wilders und deren Mutier das Vermögen zur Linderung der Noth der St. Pauler Armen verwandt werden solle. Frau Wilder starb vor einem Jahre, und ihre Mutter überlebte sie nur kurze Zeit. Die Frauen bestimmten in ihren Testamenten, daß Wilders Plan ausgeführt werden solle. Verhängnißvoller ProS e ß s i e g. John Thornberg in East St. Louis. Jll.. hatte das Testament seiner Frau angefochten, die ihm nur $50 hinterlassen hatte, während sie ihren Verwandten in Europa $50,000 vermachte. Vor etlichen Wochen wurde der Prozeß zu Gunsten Thornberas entschieden, dem $25,000 zugesprochen wurden. Der Mann feierte seinen Sieg in der Weise, daß er sich bezechte.. Als er eines Tages in Folge Trunkenheit nicht mehr fest stehen konnte, brach er ein Bein. Es trat Blutvergiftung ein, der Thornberg erlag. Da er keine Kinder hinterließ, fielen die $50,000 Verwandten in Amerika und Europa zu. Pulver a l s S p i e l z e u g. Vier im Alter von 14 bis 16 Jahren stehende Knaben hatten von ihrem Wohnorte Provo, Utah, aus in einem Wagen einen Ausflug in eine nahe Felsschlucht unternommen. Als Spielzeug führten sie Pulver und RevolverPatronen mit. Unterwegs zündete einer, von den Knaben eine Menge Pulver auf dem Wagensitz an. .Die aufflammende Sprengmasse setzte die mit Pulver und Patronen gefüllten Tafchen der Knaben in Brand, mehrere Explosionen erfolgten, und den Unglücklichen brannten die Kleider vom Leibe herunter. Drei der Knaben waren tödtlich verletzt, während der vierte derart übel, zugerichtet wurde, daß er Zeit seineI Lebens ein Krüvvel bleiben wird.

-K"M-K ! M M I M.H-I-M M-M--lf.

i Aus! n n d 4 - , ?T t..t.. , n 4 K o st b a r e Tabaksdose. Bei einer Auktion wurde kürzlich in onoon eine Tabaksdose Ludwigs XV, zum Rekordpreise von 56400 ($32, WO) vertaust. Die Tabatiere ist blos 3Z Zoll lang und trägt Miniaturen von Hainelin aus dem Jahre 1758. Sie gehörte zur Kollektion Hawkins, toeiqe, lnsgesammt 42,525 einbrachte. ' I m Irrsinn. Der Sanitätsbeamte Pellerin von den französischen Kolönialtruppen erschoß neulich in einem Anralle von Verfolgungswahnsinn, in Argenteuil bei Paris seine Schwester und begab sich sodann nach Paris in's Kolonialministerium, wo er emen Rechnungsbeamten lebensqefahr lich verletzte und sich selbst durch einen Revolvers chutz entleibte. Prügelstrafe für Verb e ch e r. Der dänische Folkething in Kopenhagen nahm dieser .Tage mit 57 gegen 32 Stimmen den GeschentWurf betreffend die Einführung' der Prügelstrafe für gewaltthätige Verbreeher an, nachdem er einen Abänderungsantrag. nach welchem die Prügelstrafe durch Strafarbeiten ersetzt werden soll, mit 54 gegen 50 Stimmen abgelehnt hatte. - Gefräßige Wellen. Bei Oexnes an der norwegischen Küste ging letzthin während eines heftigen Sturmes ein Boot unter, wobei die aus fünf Mann bestehende Besatzung ertrank. Em Hauschen, m welchem sich drei Perfönen befanden, wurde in's Meer geschleudert. Die Insassen ertranken. Ein Haus, in dem mehrere Kinder weilten, wurde zerstört, wobei eines der Kinder getödtet wurde. Junge Diebe. In letzter Zeit war in der Stadtkirche zu Rudolstadt, Thüringen, wiederholt der Opferstock erbrochen und seines Inhaltes beraubt worden, ohne daß man der .Thäter habhaft werden konnte. Unlängst gelang es der Polizei, die letzteren auf frischer That zu ertappen. Es waren drei Schulknaben, darunter ein Konfirmand. Da das Kleeblatt das strafmündige Alter erreicht hat, wurde es festgenommen. Gesunde Familie. Der höchst seltene Fall, daß sämmtliche vier Kinder einer Familie, deren Eltern seinerzeit die goldene. Hochzeit gefeiert hab&x,; ebenfalls die goldene Hochzeit feiern konnten, ist im Kreise Gummersbcich in der Rheinprovinz zu verzeichnen. Die Eltern waren die Eheleute Johannes Holländer zu Niederstaffelbach. Die letzte der goldenen Hochzeiten wurde dieser Tage von einer Tochttt'der Familie, der Ehefrau Wilhelm 'HMän.der,, Lisette geb. Holländer,, zu Hochstraßen bei Marienberghausen begangen.' , ' G r e i s a l s Mörder. In Castlebar in Irland ist letzthin ein wohlhabender Bauer Namens Hopkins, der.dasi hohe Alter von 89 Jahren erreicht - hatte, wegen , Ermordung . seines Sohnes zum Tode durch den Strang verurtheilt worden, doch ist der Verurtheilte am Tage nach der Verurtheilung - eines ruhigen Todes gestorben, wie es scheint, am Herzschlag. Hopkins hatte .sein großes Gut mit seinem Sohne getheilt. Es gab dann, einen Prozeß zwischen Vater und Sohn, den der Vater verlor. Im Dezember hatte der Sohn auf dem Gute des Vaters fünf Kühe pfänden lassen. Am Tage der Pfändung erschoß Hopkins seinen Sohn mit einer Flinte. .L iebenswürdigeEhefrau. Während eines Streites zwischen den Eheleuten Pfeiffer in Berlin kam es unlängst zu einer Schlägerei, die damit endete, daß Frau Pfeiffer ein Küchenmesser ergriff und es ihrem Manne , in die Brust stieß. Der Gestochene ging mit seinem elf Jahre alten Sohne nach der nächsten Unfallstation. Seine Frau brüstete sich der Pförtnerfrau gegenüber damit, daß sie es ihrem Alten einmal gründlich besorgt habe. Pfeiffer erhielt auf der Unfallstation einen Verband und ging wieder nach Hause. Zwei Tage später mußte er nach dem Krankenhause gebracht werden, wo' er gestorben ist. Die Frau wurde von der Kriminalpolizei festgenommen. M e n a g e r i e.u n t e r d e m a m m e r. Jüngst traf in Bamberg, Bayern, der Schausteller I. Sternau aus London ein, der mit seiner kleinen Menagerie großes Mißgeschick hatte. In Wllrzburg wurde er mit seiner Schaustellung nicht zugelassen, deshalb dingirte er .sie nach Schweinfurt. Hier war bereits bei seinem Eintreffen eine andere Schaustellung eben abgezogen, und er ging, da. dort doch keine Aussicht vorhanden, nach Bamberg, wo er zu feinem Leidwesen erfuhr, daß der in ?chweinfurt Abgezogene hier bereits 'estsaß. Ueberdies waren ihm auch die Mittel, ausgegangen. Außerdem waren ihm bereits verschiedene Thiere verhungert, während eine Riesenschlange durch die Kälte zu Grunde ging. Er konnte die Thiere bei der Bahn nicht mehr' auslösen und suchte das Weite. Die zurückgelassenen Thiere wurden vom Bahnamte versteigert. - Während die Vertreter der Stadt Schweinfurt nur bis 351 Mark boten, erstand der Pächter des Volksgartens MünchenNymphenburg die 25 Thiere, sammt den leeren Käfigen und eine Reihe sonstiger Utensilien. um 400 Mark,

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