Indiana Tribüne, Volume 27, Number 208, Indianapolis, Marion County, 23 April 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, 23. April 190'u

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Aerzte.

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Aug. D

Schlvcre Gefechte ' Unbestätigten Gerüchten zufolge am Aaln. Japancr jedenfalls dicht vor dem Uebergan. 20 russische Seeleute durch Unvorsichtigkeit verloren. Mordversuch aus Kuropatkm. Japan. Unterseeboote in der Ost-Sce. Aus Liao Fang. Amerikaner in Paris in Haft.

Ostasien. Gerüchte über schwere Kämpfe. London, 23. April Gerüchte von schweren Kämpfen am Yalu wiederholen sich in verschiedenen Formen und von verschiedenen Punkten. Nach der Morning Post" hat die japanische Armee den Yalu fast ohne Widerstand überschritten, nach dem Chronicle" hat ein schwerer Kampf stattgefunden; jedoch find authentische Nachrichten hierüber, außer Scharmützeln, nicht bekannt. Vorbereitungen zum Aalu-Uebergange. Liao Y a n g , 22. April. Gen. Kuropatkin erwartet, daß die Japaner bald einen Versuch zur Ueberschreitung des Yalu machen. Die Concentration der feindlichen Truppen in Wiju ist stetig fortgeschritten. Es steht über eine Division dort und PontonS werden herange bracht. Auf der Insel gegenüber Wiju, welche die Japaner zur Vorbereitung zum Schlagen von Ponton-Brüöen besetzten, kam es gestern zu einem Scharmützel. Russ. Truppen, die in Booten nahten, wurden zurückgeschlagen und der kommand. Haaptmann Sneizin schlimm verwundet. St. Petersburg, 22. April. Eine Depesche des Vicekönigs an den Zaren bestätigt die Zusammenziehung etwa einer japanischen Division bei Wiju. Die russischen Patrouillen tödteten 2 Japaner, darunter einen Offizier. Südlich vom Flusse Pomakua sind nur wenige Japaner, aber sie find mit Herstellung von Booten beschäftigt. Sin russisches Detachement von 2 Offizieren und 32 Mann wurde daselbst in Booten vom Feinde entdeckt und verlor 3 Mann. Hauptmann Sweizin und 11 Leute sind schwer, ein Leutnant und 4 Mann leicht verwundet. Kauf argen t. Schiffe. Paris, 22. April. Nach dem Temps" scheinen die Formalitäten zum Ankauf von drei argentinischen Kriegsschiffen nach dem GaribaldiTypus durch Rußland erledigt. Es handelt sich voraussichtlich um die Panzerkreuzer Garidaldi", 68 l0 TonnenGehalt, 1896 gebaut; dem General Belgrano", 7182 Tonnen - Gehalt, 1899 gebaut, und dem Pueyrredon" mit 6882 Tonnengehalt, erbaut 1901. Verdächtige in Haft. , Archangel. Rußland, 22. April. Bei Vologda. Nordost-Ruß-land, 302 Meilen von Moskau, wurden zwei verdächtige Japaner mit Plänen von Archangel und dem berühmten Kloster auf der Insel Solovetsky derhastet. Aus dem Hauptquartier. L i a o Y a n g, Mandsch., 22 April. Gelegentliches Geplänkel mit den Japanern am Jalu und unbedeutende Kämpfe mit chinesischen Banden unterbrachen allein die Eintönigkeit der sortwährenden Truppenbewegungen nach dem Kriegsschauplatz , Militär-Züge fahren in endloser Reihe die Linie hin und zurück; täglich kommt Infanterie, Cavallerie und Artillerie vorüber. Durch die Regengüsse der beiden lctzten Wochen wurden die Truppenbewegungen nicht gestört. Hier ist ein rothes Kreuz-Hospital errichtet und eine fliegende Feld-Ab-theilung wurde mit Pack-Pferd?n und dressirten Hunden zum Auffinden der Verwundeten ausgesandt. Die fremdländischen Militär.Attache's befinden, sich hier in General Kurofatkin's Hauptquartier. Einige Journalisten kamen aus New Chwang an. Der Felostäb von Kurop. gibt eine MilitärZeitung heraus. Angeblicher Mordversuch auf Kuropatkin. StPet ersb urg, 22. April. Es find Gerüchte im Umlauf, wonach 2 Bettler vor einigen Tagen den Gen. Kuropa tkin in New Chwang zu ermorden suchten. Es gegelang ihnen, sich dem General zu

nähern und mit ihm zu sprechen, als ein Wachposten sah, wie einer der Leute die Hand in sein Kleid schob. Bei der Durchsuchung der Leute, die verhaftet wurden, fand man Messer. Es sollen Japaner sein. Die Gerüchte können heute Nacht nicht bestätigt werden. Angebliche japanische Niederlage. London, 22. April. Eine Depesche an die Central News" aus Port Arthur meldet, daß am Yalu eine japanische Heeresabtheilung vollständig aufgerieben worden sei. Einzelheiten find nicht erhältlich. New Cchwang nicht be schössen. St. P e t e r s b u r g . 22. April. Die Associirte Presse ist zu der Ankündigung ermächtigt, daß der Regierung keine Bestätigung der Berichte über eine Beschießung von New Chwang oder einer japanischen Landung in jener Gegend zugegangen ist. Gefährdung der Schiff fahrt.' Tientsin. 22. April. Vor dem Shan Tung - Vorgebirge, auf der von Schiffen nach und von Shanghai, Ehe Foo, Tientsin und anderen Häfen vielbenutzten Fahrstraße, wurden umherschwimmende Minen gesehen. Die Schifffahrt wird hierdurch auf's Höchste gefährdet. , Japanische Flotte gesichtet. Shanghai. 22. April. Gestern wurde 30 Meilen südwestlich von der Clifford-Jnsel eine javanische Flotte aus 12 Schiffen gesichtet, ohne Lichter langsam nach Norden fahrend. 20 Mann durch Mine get ö d t e t. St. Petersburg. 22. April. Vicekönig Alexieff meldet dem Kaiser in einer Depesche, daß heute beim Mi-nen-Legen durch einige Dampfer - Barlassen . Lentnant Pell und 20 Mann um's Leben kamen, indem unter einem der Boote eine Mine vorzeitig explodirte. St. Petersburg, 22. April. Die Ankündigung von dem Verluste der 21 Mann durch die Explosion eines russischen Torpedos in Port Arthur hat die düstere Stimmung seit dem Flagg schiff-Untergang erhöht. Wir zahlen den Preis der Sorglosigkeit und frühere Unfälle scheinen nichts zu lehren", sagte ein Mitglied der Admiralität. Anscheinend wurden die Minen gelegt, um die Japaner am gewaltsamen Eindringen in den Hafen zu hindern. Ausdehnung desBelage-rungs-Zustandes. St. Petersburg, 22. April. Der Belagerungs-Zustand ist auf alle an der sibirischen Bahn liegenden Städte ausgedehnt. Wahrscheinlich erfunden. St. Petersburg, 22. April. Ein Correspondent der Associirten Presse lenkte die Aufmerksamkeit auf eine gestern in America publicirte Meldung. wonach vier unbewaffnete amerikanische Bürger in Mukden als Spione gefangen und ferner ein Amerikaner und ein Canadier daselbst unter verdächtigen Umständen verschwunden seien. Das Auswärtige Amt hat keine Nachricht, hält indessen die Mittheilung für grundlos. Jap. Unterseeboote in d e r O st - S e e. Chicago, 22. April. Eine Specialdepesche aus Stockholm an die Daily News" sagt : In zuverlässigen Kreisen wird gemeldet, daß sonderbaraussehendeSchiffe, angeblich japan.Unterseeboote,an der Ost-Küfte von Schweden kreuzen. Zuletzt wurden sie vor dem befestigten Hafen Farosund auf der Insel Gotland mitten in der Ost-See beobachtet. Die Petersburger Behörden sind benachrichtigt und um die der Ost-See-Flotte Sicherheit besorgt.

E l d o r a. Ja. Frau Th. Roosevelt, die Gattin eines Vetters des Präsidenten, ist gestorben.

Türken-Sultan

Sendet dem Präsidenten anläßlich der Medjidia" eine Depesche. C o n st a n t i n o p e l. 22. Aprils Der türkische Kreuzer Medjidia", bei Cramp in Philadelphia gebaut, traf heute in Mytilene ein und wurde den türkischen Behörden übergeben. Der Sultan freute sich so über den Bericht des türkischen Admirals 'über den Kreuzer, daß er an Präs. Roosevelt eine Begrüßungsdepesche sandte, ebenso eine Botschaft an Gesandten Leishman. worin er den hohen Stand der amer. Schiff.Bau-Jndustrie lobt. Offiziere und Mannschaften, die das Schiff brachten, sind eingeladen, Constantinopel auf des Sultans Kosten zu besuchen. Washington, 22. April. Der Sultan drückte in seiner Depesche zugleich die Hoffnung aus, künftig mehr Schiffe zu bestellen. Der Präsident erwiderte durch eine Dank-Depesche. Rußland. Frecher Mord. St. Petersburg, 22. April. Die Gattin von Gen. Sraman, die in der Nähe vom Winterpalast wohnt, wurde heute am hellen Tage mit einer Axt ermordet, ebenso ein Diener. Grund Raub. Tausende von Rubeln sind gestohlen. Deutschland. Die Zu l,a g e " eines Leutnants. Berlin, 22. April.' Eine neue Klage beschäftigte gestern ein Potsdamer Gericht. Graf Hans Königsmarck, Leutnant beim Generalstabe in Berlin, verklagte seinen Vater auf Erhöhung seiner jährlichen Zulage. Der GerichtsHof entschied, der Vater habe dem Leutnant $ 14. 350 zu zahlen. Frankreich. . Americaner in Haft. Paris, 22. April. Die amerik. Botschaft macht dringliche Vorstellungen, um die Freilassung des hier lebenden Americaners Henry Jselin, welcher in New York sehr gute Verbindungen besitzt, durchzusetzen. Jselin ist Direktor eines FinanzInstituts, der Societe Gen. de Banque und wird während einer Untersuchung über Beziehungen feiner Bank zu dem verkrachten Credit Mobilier festgehalten. Dessen Bücher sind beschlagnahmt und seine Beamten theilweise in Haft; der Direktor ist entflohen. Jselin wurde mit Härte behandelt; er soll, während man ihm das Maß nahm, geschlagen worden sein. Von N. V- wurde die Botschaft durch eine Anzahl Depeschen zum Einschreiten aufgefordert. Es wurden deßhalb energische Vorstellungen beim Minister des Aeußeren und heute Nachm. auch beim General-Paokurator der Republik erhoben. N e w Y o r k. 22. April. H. Jselin ist ein Verwandter der bekannten hiesigen Familie Jselin, lebt aber schon feit 15 bis 20 Jahren im Ausland. Er besaß auch eine oder einige Zeitungen in Paris. Australien. ' Sturz des Ministeriums. Melbourne, 22. April. Das Bund'esminifterium ist zurückgetreten. Dew Anlaß bildet eine Niederlage im Abgeordnetenhause bei einem Amendement der Arbeiterpartei, die , Vorlage auf schiedsgerichtliche Schlichtung von Arbeiterstreitigkeiten , auf Staatsangestellte auszudehnen. . Oesterreich-Ungarn. Tisza droht. Budapest, 22. April. Die Eisenbahn-Streiker zeigen jetzt wenig Neigung zur Rückkehr zur Arbeit, bevor ihnen nicht höhere Löhne zugestan" den find. Ministerpräsident Tisza sagte heute im Reichstage, das Ergebniß der VerHandlungen lasse auf keine baldige Schlichtung schließen. Falls dieZStreiker nicht heute noch an die Arbeit gehen, werden neue Leute angestellt und die Streiker dauernd ihre Stellungen verlieren. Springfield, Jll. Chas. E. Kalb ist 44 I. alt gestorben. Er war verschiedene Jahre Journalist, wurde aber später Geistlicher. N e w Y o r k. E. v. Hesse Wartegg, deutscher Commiffar für St. Louis, traf auf dem Grak Waldersee" hier ein; ebenso der Schachmeister I. Miesz. .

Die SMnggrattale. Form, Inhalt, Wirkungsweise und Verwendung des Geschosses.

Merkwürdige Verwundung Gewaltiger Sprengstoff und seine Entzündung Staubförmige Granatsplitter Tke ZermalmungSzone Verschwundene Matrosen. Nach dem Berichte eines japanischen Arztes, der eine Anzahl von Verwundeten der bei Tschemulpo vernichteten russischen Kriegsschiffe behandelte, ist ein russischer Matrose durch 120 Granatsplitter verwundet worden und bleibt trotzdem dem Leben erhalten. Im Anschluß hieran schreibt der Marinesachverständige Graf Reventlow dem Berliner Tageblatt": Wer die Kriege von 1863 und 1870 71 mitgemacht oder Granatsplitter," die zum Andenken auf den Schlachtfeldern aufgesammelt wurden, gesehen hat, wird zum Glauben geneigt sein, daß schon ein einziger völlig ausreicht, um einen Menschen augenblicklich in die andere Welt zu befördern, und die obige Angabe für übertrieben oder ganz unrichtig halten. Gleichwohl wird sie auf Wahrheit beruhen, und sie gibt ein sehr anschauliches Beispiel für eine Seite der Wirkungsweise der modernsten Geschosse, der sogenannten Sprenggranate. Diese hat im Allgemeinen dieselbe äußere Form wie die gewöhnliche Granate, ist also'cylindrisch, nur am Ende mit runder Linie in eine Spitze auslaufend; ihr innerer Hohlraum ist aber nicht mit SchwarzPulver gefüllt, sondern mit einem weit offensiveren Sprengstoff. In der Hauptsache besteht dieser aus Pikrinsäure, und die verschiedenen Namen, wie Lyddit, Ekrasit, Rborit, beziehen sich im Wesentlichen auf die verschiedenen Zusätze, welche der heutigen Sprengstoffmasse ihr charakteristisches Gepräge geben. Die Wirkungsweise ist derart, daß sich die Sprengmasse in Folge der Zündung durch den Granatzllnder beim Aufschlag des Geschosses momentan beinahe in eine Gasmenge von ungeheurer Expansivkraft verwandelt. Diese sprengt in Folge dessen die Wände des Geschosses mit solcher Schnelligkeit und Gewalt, daß sie sich in ganz kleine, theilweise staubförmige Splitter verwandeln und als solche nach allen Seiten auseinanderfliegen. Sie besitzen nicht die Kraft, stählerne Schiffswände und Deckstützen zu durchschlagen, Lafettentheile zu verbiegen, wie die großen Sprengstücke der gewöhnlichen Granaten, sondern können höchstens Menschenverluste verursachen, und auch das nur auf ganz geringe Entfernung, da die kleinen Stückchen Splitter bald an Fluggewalt verlieren.. Damit und durch ihre sehr große Menge kann man sich also sehr wohl die Verletzungen des russischen Matrosen und deren Ungefährlichkeit erklären; die Splitterchen wirken wie ein Schrotschuß mit Vcgeldunst auf weite Entfernung. Die eigentliche Wirkung der Spreng--granaten liegt, wie bereits angedeutet, in der unmittelbaren Entwicklung der Gase; diese strömen mit solcher Gewalt aus nach den Seiten, daß sie innerhalb eines gewissen, von der Größe der Sprengladung bestimmten Kreises alles vernichten und wegblasen, Menschen, Schottwände, leichte Geschütztheile; diesen Wirkungsbereich nennt man deswegen die Zermalmungszone. Auf diese Seite der .Wirkung der Sprenggranaten ist die Nachricht zurückzuführen, daß einige Leute vom Warjag" spurlos nach dem Einschlagen einer Granate verschwunden seien und man von einem Offizier nur einen Arm gefunden habe. Diese Stärken und Schwächen der Sprenggranate und der gewöhnlichen müssen natürlich maßgebend für die Verwendung sein. Wo, wie an Bord des Warjag," sämmtliche Geschütze mit ihren Bedienungsmannschaften frei auf dem Oberdeck standen, versprach die Sprenggranate die meiste Wirkung. Sind dagegen leichte Siahlwände zu Zerstören, wie z. B. die Oberbauten eines Linienschiffes, so wird man vielleicht in manchen Fällen die gewöhnliche Granate verwenden. Ganz wird die Zukunft erst dann der Sprenggranate gehören, wenn es gelingt, die sogenannten Rohrkrepirer auszuschließen. Krepirt nämlich eine Sprenggranate im Rohr, so zersprengt sie dieses, und da solche Fälle, noch immer vorkommen können, so macht man die Sprengladung "o klein, daß ihre Wirkung alles in allem die der gewöhnlichen Granaten , nicht übertrifft, wenn sie sich auch verschieden von ihr äußert. Neue S ch n e l l b a h n v e r -suche. In einer Konferenz von Oberbeamten der New Fork Central-Eisen-bahn und Technikern der General Electric Co. sind Plane entworfen worden, wie man den Schnelligkeits-Rekord von 120 Meilen per Stunde, welcher auf der Strecke Marienfelde-Zossen bei Berlin gemacht worden ist, erreichen, ja sogar überbieten könne. Die Versuche sollen auf der Strecke zwischen Schenectady und Hoffman's, N. Y., angestellt werden. Sollten die Versuche befriedigend ausfallen, so beabsichtigt die N. Y. Central-Bahn, ihre Züge durch die Stadt New Fork und deren Vororte mit ganz enormer Geschwindigkeit laufen zu lassen. In Paris leben zur Zeit 41.850 Italiener. 42.000 Belgier und 32,500 Deutsche.

Gold im Müllkaften. löie an in London auS den Abfällen Ißet mögen sammelt. Obgleich bittere Erfahrungen mit dem besonders in der Landbevölkerung stark verbreiteten Aberglauben zum großen Theile aufgeräumt haben, daß die Straßen der Großstädte mit Gold gepflastert seien, ist es dennoch Thatfache, dajj beträchtliche Mengen des gelben Metalls in Müllkästen sich vorfinden. In London ist seit einigen Iahren eine blühende Goldminenindustrie im Schwange, und die glücklichen Firmeninhaber, die den Gedanken zur rechten Zeit aufgegriffen, sind schnell wohlhabend geworden. Die Sache ist überaus einfach. Das Gold wird in so verschiedener Weise und in so großem Maße verwendet, daß der moderne Schatzgräber in der City von London ein ausgiebiges Arbeitsfeld vorfindet. Sein Augenmerk richtet sich in erster Stelle auf die Werkstatten der Goldarbeiter und Juweliere. Während der Arbeitszeit ist die Luft daselbst sozusagen mit Goldpartikeln getränkt, und sobald sich die Thüre hinter dem letzten Arbeiter geschlossen hat, beginnt der Stubenfeger seine Aufgabe zu erfüllen. Er breitet über den Fußboden und die Arbeitstische nasse Theeblätter aus, die später gesammelt und in einem Kasten aufbewahrt werden, von wo aus sie wieder in einen Schmelztiegel wandern. Obgleich dieser besondere Geschäftszweig den werthvollsten Schutt" liefert, gibt es doch auch viele andere Handwerker, die erst jüngst begönnen haben, ihre Abfälle zu sammeln, um sie bei geeigneter Zeit an eine Schmelzfirma zu verkaufend So z. B. haben englische Bilderrahmenfabriken früher alte beschädigte Goldleisten einfach als Feuerungsmaterial benutzt, während dieselben heute für derartige Abfälle nennenswerthe Beträge zurückerstattet erhalten. Auch Photographen sind jetzt weniger geneigt, ihre Abfälle ohne weiteres fortzuwerfen, weil sich aus denselben besonders in größeren Geschäften alljährlich ganz bedeutende Ersparnisse erzielen lassen. Bekonntlich verarbeitet der Lichtbildner im Ton- und Fixirprozeß viel Gold und Silber, und die Wiedergewinnung dieser Substanzen ist durchaus nicht so schwierig, wie mancher Amateur annehmen dürfte. Auch Kartenfabriken, Buchbindereien und Bijouteriewerkstätten sind in vielen Fällen erst durch die günstigen Angebote der Londoner Schmelzfabriken auf ihre unrationellen Arbeitsmethoden aufmerksam gemacht worden. Die Schmelzöfen der erwähnten Londoner Geschäftshäuser enchalten mitunter ein buntes Gemisch von Papier, Goldleisten, Visitenkarten mit vergoldetem Rande und dergleichen. Stunde um Stunde fahren große Wagen vor, die Feuerungsmaterialien aus allen Theilen der Riesenstadt und gar aus den englischen Provinzstädten bringen. Auch die Lagerräume sind mit den werthvollen Abfällen angefüllt, so daß es thatsächlich niemals an Brennstoff" gebricht. Hier sind einige Haufen Papiers und vergilbter Bücher zu gewahren, dort stehen zahlreiche Säcke, die Müll und Staub enthalten. Daneben lagern in einer Ecke mehrere Schmelztiegel mit einem Metallgemisch, das einoder zweimal umgeschmolzen werden muß, um das reine Gold von anderen, minderwerthigen Bestandtheilen zu. sondern. Der Schmelzofen ist von der Morgenfrühe bis zum Abend ununterbrochen thätig. Ein Arbeiter ist damit beschäftigt, die Asche ständig durchzuHarken, ein anderer sondert mit einer Schaufel die Aschentheile, und sobald diese erkaltet sind, werden sie abermals und zwar wiederholt durchgesiebt. Bei jedem Prozesse wird ein feineres Sieb verwendet und eine größere - Sorgfalt beobachtet. Die Asche aber wird nicht etwa fortgeworfen, sondern noch einmal in einem besonderen Ofen bearbeitet." Riesige Kirchenkollekte. . Vor einiger Zeit setzte der Prediger der vornebmen bischöflichen GraceKirche in Brooklyn, N. Y., Reverend Wrigley, der Gemeinde nach der Predigt auseinander, daß etwas geschehen müsse, um die Zukunft der Kirche zu sichern. Er sagte, vorläufig reiche der Kirchenfons zur Erhaltung aus, der Charakter der Nachbarschaft sei aber in einem steten Wechsel begriffen, welcher den Fortbestand der Kirche gefährde. Die alten reichen Bewohner : des Viertels würden allmälig verdrängt. Der Stadttheil verwandle sich in ein Hotelviertel, und mit dem Wegzug der alten Mitglieder liege die Gefahr vorhanden, daß der Kirche oie ' Unterstützung entzogen und sie dann nicht ihre christlichen Werke fortsetzen könne. Um dies zu vermeiden, bitte er die wohlhabenden Kirchenmitglieder, als Ostergabe ein finanzielles Opfer darzubringen. Das Vermögen der Kirche betrage circa Z30.000, und mit weiteren tz60,000 sei das Bestehen d'r Kirche für alle Zeiten gesichert. Als nun am jüngsten Ostertage der Klingelbeute! herumgereicht wurde, regnete es Banknoten und Checks zu hohen Beträgen und nach der Zählung kündigte der Pastor an, daß Z90.000 in Vaar resp. Checks eingegangen seien. Soweit bekannt, ist dies die höchste Kirchenkollekte in Baargeld,' die je bei einer einzigen Kollekte in irgend einer Kirche aufge- ' nommen wurde.

Japans Kriegsfonds soll sich auf 300,000.000 Yen (etwa Z150.000.000) belaufen. -