Indiana Tribüne, Volume 27, Number 207, Indianapolis, Marion County, 22 April 1904 — Page 6
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Euroväische Nachrichten
Elsaß-Lorhringen. Diedenhofen. Der vor dem hiesigenPulverschuppen stehendePosten, Musketier Eichhorn von der 10. Compagnie des 3. Lothringischen Jnfante-rie-Regiments No. 135, wurde erschosfen aufgefunden. ' Ob Mord oder Selbstmord vorliegt, ist nicht festgestellt; im geladenen Gewehr des Po? stens fanden sich die Patronen vollständig, nicht abgeschossen vor. H a y i n g e n. Es war in dem hie,sigen Hüttenwerk der Firma deWendel ein Hochofen in Folge einer Explosion geplatzt. Einem glücklichen Umstände ist es zuzuschreiben,daß bei dem Ereigniß, bei dem glühende Eisenmassen nach allen Seiten flogen, keine Unfälle oder Verluste von Menschenleben zu beklagen waren. M e tz. Will Ulisch, 28 Jahre alt. Redakteur der Lothringer Bürgerzeitung" in Diedenhofen hatte in einem in No. 206 vom 5. September v. Js. erschienenen, Büreaukratismus" betitelten Artikel, den Postdirektor Borment in Metz in Bezug auf seinen Beruf beleidigt und wurde deshalb zu 100 Mark Geldstraft, für den NichtzahlungsM zu 10 Tagen Haft und der Journalist Friedrich K. Sporleder, 40 Jahre alt, in Sablon wohnhaft, wegen Beihilfe zu dieser Beleidigung zu 30 Mark Geldstrafe, für den Nichtzahlungsfall zu drei Tagen Haft verurtheilt. Mühlhaufen. Der frühere Reichstagsabgeordnete Lalance stiftete 200.000 Mark als erste Summe für eine Kapitaliencentrale zur Verbesserung derArbeiterwohnungen in MühlHausen und Umgebung. Saarburg. Vor einiger Zeit wurde der Bäckergeselle Martin aus Lochweiler (Elsaß) wegen Brandstiftung verhaftet. Dieser Tage wurde Martin vom Schwurgericht zu Straßbürg zu 3 Jahren Gefängniß und 5 Jahren Ehrverlust verurtheilt. -Mecklenburg. Schwerin. Der Kaiser von Oesterreich hat dem Flügeladjutanten des Großherzogs, v. Stockritz, das Offizierkreuz des Frank Jofeph-Ordens verliehen. D a m b e ck. Dem siebenjährigen Sohne des Erbpächters Siggel wurde von seiner zehnjährigenSchwester beim Spielen mit dem Beil ein Fuß auf dem Spanne durchschlagen, so daß der Knochen durchbrochen ist. Golden st aedt. Vor dem GastHause zu Ortkrug an der Chaussee Schwerin - Ludwigslust scheuten die Pferde eines Wagens, in dem der hiesige Erbpächter Schumacher und Frau saßen. Schumacher fiel vom Wagen, brach das Genick und war sofort tdt. Die Pferde rannten in den Chausseegraben, das eine war sofort todt, das andere mußte abgestochen werden. Frau Schumacher blieb unverletzt. K a e s e l i n. Das Statthalter Schröder'sch? Ehepaar feierte das Fest der diamauteaen Hochzeit. Der Großherzog übersandte dem Jubelpaar sein Bild nebst einem huldvollen Schreiben. Von der Gutsherrschaft wurde das Jubelpaar bewirthet. Der Jubilar steht im 91. die Jubilarin im 81. Lebensjahre. Beide sind körperlich noch recht rüstig und geistig frisch. Sandhagen. Das Gehöft des Erbpächters Wilhelm Odebrecht brannte bis auf die Umfassungsmauern nieder. Waren. Schornsteinfegerlehrling Klefeldt, der mit dem Fegen der Schornsteine beschäftigt war, stürzte von dem Dache des Gymnasiums auf das St'raßenpflaster, wo er bewußtlos liegen blieb. Hinzukommende Nafsanten brachten den Verunglückten zunächst in das Gymnasium, von wo er später von Mitgliedern der Sanitätscolonne mittels Tragbahre in das hiesige Krankenhaus gebracht wurde. Klefeldt erlitt außer Verletzungen am Kopf und mehreren Rippenbrllch-n schwere innere Verletzungen, sodaß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Hrdenvurg. Oldenburg. Das Geschäftshaus des Herrn G. Hesse, früher B. H. Bührmann, Oldenburg, Staustraße 94, ging' in den Besitz des Herrn Georg Michaelis. Herren- und Kna-ben-Garderoben - Geschäft, über. Der Kaufpreis beträgt 37.000 Mark. Hahn. Von dem Anwesen des Landmanns Knutzen in Lehe ist die Scheune ein Raub der Flammen geworden. M a s l e n t e. Die Fuhrleute Vraasch und Sietz, sowie die Arbeiter Ochs und Wilhelm Langfeldt von hier waren im Forstorte Sötenstagen m der Nähe unseres Ortes mit dem Fällen eines Baumes beschäftigt. Früher, wie gedacht, kam der Baum zu Fall und traf den Arbeiter Langfeldt so unglücklich, daß dieser den Verletzungen erlag. Landfeldt ist Familienvater und hinterläßt eine Wittwe mit 10 Kindern, darunter 8 minderjährige. R e n s e f e l d. In den Rensefelder Tannen wurde der . geistesgestörte Arbeiter und Hausbesitzer Burmeister todt aufgefunden. Strückhausen. Es brannte hier das von dem Arbeiter Emil Laarmann bewohnte und dem Hausmann Johann Meyners gehörige Wohnhaus nebst dem daran grenzenden Stall bis auf den Grund nieder. Zwischen ahn. Von einem
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Unierzeichnuni deö Louisiana Einkaufs Vertrags. , Obige interessante Gruppe in der Welt-Ausftellung zu St. Louis. repSsen tirt Roben R LiVingston, James Monroe und M. Marbois. welche den Vertrag unterzeichnen, der das Gebiet genannt Louisiana Vurchase". an die Ver. Staaten abtritt.
Schadenfeuer, das in der Nacht in Aschwege ausbrach, ist das alte Bauernhaus von I. Bentjen total niedergebrannt. Irere Städte. Hamburg. Stauer Grelle war am Schuppen 29 am Petersenquai mit dem Lösckien von Kisten mit Colonialwahren as dem Dampfer Naxos" beschäftigt. Hierbei entglitt eine schwere Allste aus der Hieve und traf den Stauer so unglücklich, daß er besinnungslos zu Boden stürzte und schwere innere und äußere Verletzungen davontrug. Der Verletzte wurde in besorgnißerregendem Zustande dem Hasentrankenhause eingeliefert. Generalzolldirektor A. W. A. Pochhammer. Königlich Preußischer Oberfinanzrath, ist verschieden. Pochhammer war im Jahre 1888 aus den Reichslanden nach hier gekommen und ist dann in den hiesigen Staatsdienst getreten. F. G. Dietze, Maschineninspektor der Hamburg - Südamerikanischen Dampfschifffahrts - Gesellschaft, feierte den Tag, an dem er vor 25 Jahren in den Dienst der genannten Gesellschaft eingetreten ist. Geschäftsführer Kruse vom hiesigen ländlichen Ein- und Veraufsverein ist unter dem Verdacht der Veruntreuung von 101,000 Mark verhaftet worden. Bremen. Dem ersten Offizier des hiesigen Hansadampfers ,Okenfels", C. Smehl, ist für seine aufopfernde Thätigkeit bei dem großen Feuer, welches der mit Dynamit beladene Dampfer im vorigen Jahre in ! m .ii. c I rwc c omoay ane, oer roiye Äo:eroroen 4. Klasse verliehen worden; in derselben Weise ist der Führer des Okeni fels", Capitän Hartzog, ausgezeichnet worden. Der zweite und dritte Offtzier haben den Kronenorden 4. Klasse bekommen. Die übrigen Besatzung erhalt Geldprämien. Ein jäher Tod hat denLeuchtthurmwächter F.Wöhlken in Bremerhaven in der Ausübung seines Berufes im Leuchtthurm an der neuen Schleuse ereilt. Der zur Ablösung erscheinende Beamte fand seinen Kameraden in dem obern Theil des Leuchtthurms auf einem MauerVorsprunge 'hart neben der steilenWendeltreppe als Leiche vor. Wie Anzeichen ergeben, ist der Verstorbene beim Hinaufschaffen von Petroleum vom Herzschlage gerührt worden. Wöhlken war verheirathet und Vater von zwei kleinen Kindern. Lübeck. Kaufmann Friedr. Jürgens, Marlesgrube 50, feierte mit seiner Gemahlin Antonie, geb. Oldenbürg, das Fest der goldenen Hochzeit. Jürgens hat seit 17 Jahren als bürgerlicher Deputirter bei der Armenanstalt und 12 Jahre als Vorsteher des naturhistorischen Museums höchst verdienstlich gewirkt. Besondere und bleibende Anerkennung hat sich Jürgens um das Museum erworben, für das er die bekannten, hübsch geschnitzten altüblichen Hausfronten in der kulturhistorischen, Abtheilung hergestellt hat. Der Senat hat die mannigfachen Verdiensie des Jubilars durch Ueberreichung einer Prachtbibel ausgezeichnet, welche durch Regierungsrath Dr. Hach überbracht wurde. Aus dem Nachlaß des verstorbenen Senators G, A. Behn wurden zahlreichen hiesigen wohlthätigen und gemeinnutzigen Vereinen und Anstalten beträchtliche Zuwendungen im Gesam'.ntbetrage von über 10,000 Mark gemacht. ScHwetz. AllschwN. In dem den Geschwistern Werdenberg gehörigen Hause vracy Feuer aus und zerstörte einen ; Theil des Gebäudes. Mit knapper Noth gelang es den in den MansardenWohnungen des zweistöckigen Gebäudes hausenden Leuten, ihr nacktes Leben zü retten. Eine schwere Aufgabe war d
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Rettung der vielen Kinder aus dem brennenden Hause. Baden. Ein Unhold, der kleinen Kindern nachstellte,, wurde hiet festgenommen. Den Polizisten, der ihn in Arrest führen wollte, schoß er mit einem Revolver durch den Hals und flüchtete. Ein Milchmann, der ihn anhalten wollte, erhielt ebenfalls einen Schuß. Schließlich wurde er doch festgenommen und entwaffnet. Er ist ein gewisser Sämmerun, hiesiger Mechaniker. Basel. Adolf Socin. Professor der deutschen Literatur und Erfinder der Socin'schen Stenographie, ist, 45 Jahre alt, hier gestorben. Genf. Die hier beschäftigte Taglöhnerin Luise Jäggi schob ein zweirädriges Wägelchen nach Cofignon, wo sie zu Hause war. Am Eingang in das Dorf lenkte sie plötzlich vom Trottoir auf die Fahrbahn, wo eben ein Automobil in mäßigem Tempo und die üblichen Signale gebend, gefahren kam. Die Frau lief direct in die Bahn des Fuhrwerks und wurde zu Boden geworfen. Da ihre Verletzungen nicht bedeutend schienen, wurde sie in ihre Wohnung gebracht, verschied aber bäte darauf. G r a f e n r i e d. Im Alter von 65 Jahren verstarb hier Pfarrer Rud. Schweizer nach kurzerKrankheit (Lun genentzündung). Schweizer war ein unermüdlicher Arbeiter und vorzüglicher Kanzelredner. . Sesterreictz-'Rngarn. W i e n. In einem Hotel im 20. Bezirk tödtete sich der 37jährige Handlungsreisende Gustav Frisch durch einen gegen den Kopf abgegebenen Revolverschuß.' Unglückliche Liebe soll das Motiv der That seilt. Der Stadtrath hat die Wahl der Herren Friedrich Berger und Julius Scharer zu Armenräthen des Bezirkes Rudolfsheim bestätigt. Die 54jährige Private Anna Wanke. 14., Goldschlagstraße 36, nahm eine Phosphorlösung und ist noch im Laufe des Nachmittags gestorben. Es verunglückte das Ehepaar Josef und Vizenzia Suda in seiner Wohnung, 16., Degengasse 45, durch die Unvorsichtigkeit der Frau. Diese hatte nämlich in eine brennende Lampe Petroleum nachgegossen, wobei die Lampe explodirte und die auflodernde Flamme die Kleider der Frau in Brand setzte. Die Arme erlitt lebensgefährliche Brandwunden. Im kleinen Fesisaale der Wiener Universität, fand eine vom Verein der Geographen veranstaltete Trauerfeier für den verstorbenen ehemaligen Custos des Hofmuseums und Docenten an der Wiener Universität Dr. Wilhelm Hein statt. Der 20jährige, aus Segengottes in Mähren zugereiste Beamte Anton Mallinger hat s?ch in einem Hotel im zweiten Bezirk eine Kugel in die rechte Schläfengegend gejagt und sich lebensgefährlich verletzt. Aussig. Franz Roßberg, Stationsaufseher der Aussig-Teplitzer Eisenbahn, feierte mit seiner Gattin Ma ria das Fest der silbernen Hochzeit und zu gleicher Zeit sein 25jähriges Dienstjubiläum. V u d a p e st. In Solcza brach ein riesiges Schadenfeuer aus, welches 47 Däuser und die Kirche einäscherte. Da-s Feuer war von der 23jährigen Dienstmagd Elisabeth -Doppler geleat worden, um sich an ihrer Dienstgeberin zu rächen. G r az. Der städtische SicherheitsWachmann Franz Salmhofer wurde unter dem Verdachte, mit einer Einbrecherbande in verbrecherischer Verbindung gestanden zu haben, verhaftet und dem Landesgerichte eingeliefert. In der Reifer'schen Malzfabrik zu Dejwitz wurde der 17jährige Tagarbeiter Wenzel Mrazek. von der TransMission erfaßt und zu Tode gerädert.
Wildschütz in der ,Schwnz. Freiberge und Vanngebiete als JufluchtS ' statte für das Hochwild. Wenn die Schweizer Alpen noch ziemlich stark mit Gemsen bevölkert sind, so hat man das nicht etwa den für die Thiere günstigen Jagdverhältnissen oder dem Mangel an Wilderern zu verdanken. Gewildert wird im Schweizer Hochgebirge nicht weniger als in Tirol und in den bayerischen Alpen. Die Schweizer Alpen wären denn auch heute wahrscheinlich so ziemlich des Wildes, entblößt, wenn man nicht bei Zeiten durch die Bestimmung von Freibergen und Banngebeien del7. Hochwilde gesetzlich geschützte Zufluchtsstätten bereitet härte. Es gibt eine größere Zahl derartiger Bannöezirke im schweizerischen Hochland und eine im Großen und Ganzen tüchtige Aufsicht sorgt dafür, daß in diesen Freibergen nicht gejagt wird. So herrscht denn in allen Freibergen ein starker Wildstand, der viel zur W'.ederbevölkerung umliegender Jagdgebiete beiträgt.' In erster Linie gebührt dem Kanton Glarus die Ehre, dem Hochwilde in seinen Grenzen eine sichere Heimstatt geschaffen zu haben. . Der große Glarner Freiberg im Gebiete des Kärpfstocks ist das älteste Banngebiet der Schweiz, denn er ist schon im Jahre 1569 gesetzlich und urkundlich festgestellt worden und seither hat die Landsgemeinde jeden Versuch, das Kärpfgebiet für die Jagd zu öffnen, konsequent zurückgewiesen. Heute leben denn auch im Glarner Freiberg nach neuester Schätzung 1500 Gemsen und über 1000 Murmelthiere. Der Freiberg hat auch seine interessante kulturgeschichtliche Seite. Durch obrigkeitliche Verordnung war früher festgesetzt, daß jedem Hochzeiter aus dem Freiberge zwei Gemsen als Hochzeitsgeschenk gegeben werden müssen; diesem Brauche wurde sehr eifrig nachgelebt und die Hochzeiten fanden denn auch im Glarnerlande mit Vorliebe im Herbste statt. Ferner hatte auch der Landammann und sein StellVertreter, der Landesstatthalter, jedes Jahr Anspruch auf eine Gemse aus dem Freiberg und das gleiche Recht besaß aus nachbarlicher Freundschaft der Bürgermeister von Zürich. Auf die Wilderer waren strenge Strafen gesetzt, und hohe Geldstrafen werden auch in unserer Zeit ausgesprochen jedem gegenüber, der mit der Büchse im Freiberggebiet angetroffen wird. Die Wildhüter zahlt der Staat und der Kanton läßt alljährlich durch die Wildhüter 60 bis 100 Gemsen abschießen. Musik als Desertionsgrund. Nach den Mittheilungen eines Berichterstatters sind die meisten der leider recht zahlreichen Fälle von Desertion in der Ver. Staaten-Armee, so
absonderlich dies klingt, auf die Macht der Töne zurückzuführen. Fast jeder Freiwillige, der in Onkel Sams Heer eintritt, denkt sich das Soldatenleben über die Maßen schön, und sieht bald darauf eine seiner Hoffnungen nach der andern schwinden. Die Enttäuschung gewinnt immer mehr Macht über ihn, als er eines Abends in einer einsamen Grenz garnison die Militärkapelle ein Lied spielen hört, das ihm von der Heimath her vertraut, das ihm vielleicht die Geliebte einst gesungen. Doppelt groß wird urplötzlich in seinem Herzen die Unzufriedenheit und mit übermächtiger Kraft regt sich die Sehnsucht. Sentimentale Anwandlungen bezwngen schließlich d7 Pflichtgefühl und eines Tages fehlt der junge Krieger beim Zapfenstreich, um später vielleicht im Gefängniß als Militärsträfling den Zauber der Musik in schmerzhafter Reue zu verfluchen. Kostspieliger Angelsport. Das Fischen von Salm ist in England ein ziemlich theures Vergnügen. Vor einigen Jahren bezahlte ein Londoner Herr, der dem Angelsport huldigte, 5300 ($1500), um in einem Flusse in Jnverneßshire fünf Wochen lang Salm fischen zu dürfen. Die ihm dadurch freigestellte Flußstrecke hatte eine Meile Länge. Er fischte jeden Tag und fing einen Salm von etwa zehn Pfund Gewicht. Weil dieser Salm der theuerste Fisch ist, den er jemals fing, ließ er ihn für sich ausstopfen. Es gibt Sportsleute, die, um in dem Flusse Dee in Aberdeenshire angeln zu dürfen, jährlich die ungeheure Summe von 56000 zahlen. Auch der Forellenfang ist ein kostspieliges Vergnügen. Der Eigenthümer eines Flusses in Kent verkauft die Erlaubnis darin nach Forellen zu fischen, für 5175 die Meile. Großherzige Stiftung. Frau Konrad Seipp, die Wittwe des Vrauereibesitzers Konrad Seipp in Chicago, hat, wie der Präsident der Chicagoer Universität, Wm. R. Harper, ankündigt, drei Preise gestiftet, welche die Conrad Seipp Memorial German Prizes" genannt werden sollen. Sie betragen $3000, $2000 und $1000, und sollen an diejenigen verliehen werden, welche die besten Abhandlungen über das Thema Das deutsche Element in den Ver. Staaten mit spezieller Berücksichtigung seines politischen, moralifchen, sozialen und erzieherischen Einflusses" liefern. Diese Abhandlungen sind innerhalb drei Jahren, bis zum 22. März. 1907, an das deutsche Departement der Chicago University ein-zusenden.
Allerlei für'S Haus. . Zu Rindermarkpomade werden 125 Gramm Rindermark gewässert, auf dem Feuer ausgelassen, durch Gaze gegossen und zu 125 Gramm weißem Vaselin in eine kleine, runde, etwas vertiefte Porzellanschüssel gethan; dazu wird für 10 Pf. Bergamotteöl gegossen und alles wird mit einer kleinen, runden Holzkeule langsam eine Stunde gerührt, während man dabei nach und nach noch etwas Perubalsam hinzufügt. AlsMittel gegenHusten, besonders bei alten Leuten, wird eine Abkochung von Weizenkleie mit Kandiszucker oder Honig ganz besonders gerühmt. Das Getränk hat einen nicht unangenehmen Geschmack und ist dabei auch nahrhaft. Man kann ihm auch, etwas Citronensaft zusetzen. Oft trägt auch das Einathmen der Dämpfe von heißem Wasser sehr viel dazu bei, heftige catarrhalische Leiden, besonders trockenen Husten, zu lindern. Statt des einfachen Wassers kann man auch Kamillen, Hollunderblüthen oder Fenchel in einem Waschbecken mit siedendem Wasser überbrühen und die aufsteigenden Dämpfe unter einem Tuche, womit der Kopf bedeckt wird, einathmen. Auch die Dämp.fe von heißem Kaffee werden auf dieselbe Weise oft' mit Vortheil angewendet, besonders bei Stockschnupfen. Eine sehr günstige Wirkung übt auch das öftere Einathmen der Dämpfe von Heißgemachtem Holztheer bei heftigem, veralteten Husten auÄ. Es sollen dadurch sogar Luftröhren- und Lungenleiden geheilt worden sein. FeinsterTafelsenf. Hierzu ist erforderlich, daß das echte Senfmehl angewendet wird. 16 Gramm dieses Mehles, 8 Gramm feingepulverter Zucker und 16 Gramm reiner Essig werden innigst miteinander gemischt, damit das Ganze eine dünne Konsistenz besitze. Man läßt die Mischung 24 bis 48 Stunden lang an einem kühlen Orte stehen, worauf sie in gut verschlossenen Töpfen aufbewahrt wird. UmeinenCementfür Aquarien herzustellen, nimmt man eine kleine Menge ungelöschten, recht fein gepulverten Kalk, und macht mit einer hinlänglichen Masse Eiweiß einen dicken Teig, mit dem man, ehe er hart wird, die Ränder des Aquariums verstreicht. Sobald der Kitt vollkommen trocken ist, überstreicht man ihn mit geschmolzenem Paraffin. Fensterleder läßt sich rasch reinigen, wenn man dasselbe in starkem Salzwasser ohne Zeife ausreibt. Es verschwinden nicht nur alle Unreinlichkeiten sofort, sondern 'das Leder wird auch sehr weich danach und leidet nicht. Um einem Fensterleder längere Dauer zu geben, sollte dasselbe nach jedem Gebrauch sehr rein ausgewaschen, fest ausgerungen, glatt gezogen und gut getrocknet werden. Das Wasser, in dem Fensterleder gewaschen wird, darf weder heiß noch kalt sein, beides würde dein Leder schaden. Oder man bereitet eine starke Seifenlösung aus in warmem Wasser zerquirlter Schmierseife (schwarzer Seife), zu der man ein wenig Provenceöl (es können Reste oder ranzig gewordenes Oel sein) zusetzt. Hierin werden die Lederlappen gewaschen; man muß das SeifenWasser 'zwei bis .dreimal erneuern, bis die Lappen wieder rein und weich geworden sind. Die nicht gespülten, sondern nur ausgerungenen Lappen werden, halb trocken, in die ursprüngliche Form gereckt und getrocknet, ohne daß sie dabei der Sonne ausgesetzt werden, sonst werden sie hart. Verwendung von Orangenschalen. 1. Etwa Quart guten Essig gießt man auf die ganz dünn abgeschälte gelbeSchale von 8 9 Apfelsinen und läßt die fest verschlossene Flasche ruhig stehen. Schon nach einigen Wochen giebt der aromatisch gewordene Essig eine gute Limonade, wenn 1 2 Eßlöffel davon in einGlas Zuckerwasser gegossen werden. 2. Die ebenfalls ganz dünn abgeschälte gelbe Apfelsinenschale legt man in ein Glcrs und bestreut sie mit einer reichlichen Lage feinen Zuckers. So oft man will, 'thut man neue Schale dazu, der stets eine Lage Zucker folgen muß, drückt sie fest ein und verwendet sie dann, um Backobst, Milchspeisen u. a. schmackhafter zu machen. Auch zu der oben angegebenen Limonade ist sie zu brauchen. Diese Schale hält sich, wenn sie mit genug Zucker bedeckt ist, jährelang. Beide Recepte gelten auch für Citronenschale. 3. Die sauber in Streifen oder Viertel dick abgeschälte Apfelsinenschale wird 24 Stunden gewässert, dann in Wasser halb, in aufgelöstem Zucker ganz weich gekocht und in einem Glase mit dem daraufgegossenen Zucker aufbewahrt. Man kann auch die fertige Schale in feingesiebtem Zucker wälzen und trocken aufheben. 4. Um Orangen- und Limonenschalen aufzubewahren, ist es blos nöthig, dieselben sorgfältig, ohne das anhaftende Weiße abzuschälen, trocknen zu lassen. Man kann selbe dann in einer Schachtel aufbewahren. Wasserdichte Sacklein-' wand. Zu diesem Behufe koche man 50 Gramm Hausenblase (Fischleim) so lange mit weichem Wasser (am besten Regenwasser), bis sie vollständig aufgelöst sind, löse darauf 100 Gramm Alaun in 3 Quart. Wasser, menge sodann die Lösungen und trage die Mischuna in stark erwärmtem Zustande mittels einer Bürste auf das Zeug auf.
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