Indiana Tribüne, Volume 27, Number 206, Indianapolis, Marion County, 21 April 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, LZ. April 19 S.

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numschriinkte

Erhält Skrydloff für Port Arthur. Kuropatkin wartet auf mehr Truppen.

Japan. Landung bei New Chwang nicht bestättgt. An anderen Plätzen aber im Werk. Lage am Falu unklar. Bahn-Streik in Ungarn. Deutscher Kaiser auf dem Acwa.

Ok-Asien. Skrydloff'S Aufgabe. Paris. 21 April. Bei der Audienz, welche Admiral Skrydloff beim Kaiser hatte, erhielt er unumschränkte Vollmachten, um in Port Ar thur den Bedürfnissen des Augenblicks gemäß zu handeln. Das Gerücht, mit dem Flaggschiffe eien $10,000.030 in Baar untergegangen, wird als grundlos erklärt. Skrydloff und Alexieff. S t. P e t e r s b u r g, 20. April. Soweit man weiß, sind noch keine Schritte bezüglich Alexieff's RücktrittsGesuchs getroffen. Es , wird sogar amtlich nicht zugegeben, daß ein solches Gesuch eingetroffen ist. Amtliche Kreise beschränken sich auf das Zugeständnis daß zwischen Admi ral Skrydloff und Alexieff gesvannte Beziehungen bestehen. Skrydloff hatte ine lange Unterredung mit dem Kaiser und es ist wohl möglich, daß zur Wahrung des Scheins vorerst ein Ausweg gefunden wird. Die kaiserliche Familie geht Ende der Woche nach Tsarskoye Selo. Kuropatkin meldet. St. Petersburg. 20. April. General Kuropatkin telegraphirt dem Kaiser: Gen. Kashtalinsky meldet unter 19., Alles ist ruhig am Yalu. Die Japaner werfen gegenüber Golutsy und weiter nördlich Schanzmerke auf. Die Zahl der japan. Truppen nimmt zu. Sie concentriren sich in Wiju und dreiten sich nördlich dem Y ,lu entlang aus. Coffaken Posten beobachteten die Lichter japan. ' Transportschiffe nahe Ching Tai Tse, gegenüber Potansa, 25 Werst westlich von Tatung Kau. Die Schiffe liegen 50 Werst vom Ufer verankert. Nach Gen. Mitschmko wurden auch bei Sou Chou japan. Schiffe gesehen. Der Generalstab erläßt eine Erklärung. wonach in den letzten Tagen in Port Arthur. Yin Kom und am Yalu völlige Ruhe herrschte. Geschwader im Hafen. Vladivo stock. 20. April. Eapitän Essen vom Kreuzer Novic" und Befehlshaber des russ. Geschmaders, erließ einen Tagesbefehl über den Tod Makaroff's, worin er den Verlust des Flaggschiffs der Berührung einer Mine zuschreibt. St. Petersburg. 20. April. Die obige Depesche aus Vladivostock von heute Abend ist feit über 14 Taen die erste zuverlässige Nachricht über den Aufenthalt des russ. Kreuzer-Geschma-ders. Nochnicht kampfbereit. Paris. 21. April. Nach ' dem Journal" empfing ein Freund Gen. Kuropatkins einen Brief, der sagt, daß der General die Ankunft weiterer 100, 000 Mann abwarte, bevor er eine Schlacht mit den Japanern wage. , Großfürst Cyril. New York, 20. April. Einer World-Depefche zufolge ist Großfürst Cyril auf dem Wege nach Petersburg in Harbin eingetroffen. Seine Verletzungen, aus Brandwunden bei der Explosion des Flagg schiffs bestehend, sind nicht schwer. Er kann heute ein wenig gehen und sagt, daß er zur Zeit der Explosion sich auf der Brücke befand, an deren anderen Ende Makaroff stand. Bevor er gerettet, wurde, befand er sich etwa eine Minute und 40 Sekunden im Wasser. Jto's Beitrag zum Perry Fond. Tokio, 20. April. Marquis Jto drückt in einem Begleitschreiben zu einem Beitrag von 1.5000 Yen für den Perry . Denkmals Fond die wärmste Sympathie für das Werk aus. wodurch zugleich die freundschaftliche Gesinnung im Volke gegenüber den Amerikanern gestärkt würde. Correspondenten nach d e r F r o n t. New Chwang, 20. April. Die Correspondenten franz., italien. und britischer Zeitungen, einer amer. Zei-

Vollmacht

tung sowie der Assoc. Presse erhielten Erlaubniß nach Mukden zu gehen. Sie sind heute abgereist. Der amer. Consul Miller hatte sie vorher im Consulat bewirthet. Es sind dies die einzigen Journalisten, welche seit der Kriegserklärung in die russischen Linien zugelassen wurden. Angeblich 50.000 Russen am B a l u. Söul, 20. April. Die japan. Behörden hier geben zu, daß zwischen den feindlichen Armeen am Valu Flusse ständige Scharmützel stattfinden, es kam jedoch bisher noch zu keinem entscheidenden Kampf. Der Schätzung nach befinden sich jetzt 50.000 Russen am Yalu. Aus koreanischen Quellen vornehmlich find die wildesten, durchaus unzuverlässigen Gerüchte in Umlauf. A l l e s r u h i g. PortArthur,20. April. Alles ist ruhig in diesem Distrikt. Beständig wird versichert, vor Port Arthur sei ein japan. Kreuzer am 15. April gesunken und die japanischen Panzerkreuzer Nishin und Kasaga seien unterhalb bezw. oberhalb der Wasserlinie beschädigt. Kauf amer. Schiffe. St. Petersburg, 20. April. Rücklichtlich des gemeldeten Ankaufs von 4 Schiffen in America durch Rußland wird behauptet, der Handel sei in Constantinopel zwischen General Williams. dem Agenten einer Philad. Schiffsbaufirma und dem dortigen russ. Botschafter abgeschlossen worden. Alexieff, derUrheber des "Krieges. L o n d o n. 20. April. Die japanische Gesandtschaft ist an dem angekündigten Rücktritte des Vicekönigs Alexieff's lebhaft interessirt. Nach hiesiger Meinung märe der Krieg durch einen Rücktritt vor 6 Monaten dermieden worden; jetzt aber hätten die Japaner Alexieff lieber noch weiter in der Leitung gesehen. Unter britischer Flagge. Paris. 20. April. Nach dem Temps" sichtete die ruffische Flotte vor dem letzten japanischen Versuche, den Port Arthur Hafen zu sperren, 4 Schiffe bei den Weiao To-Jnseln. welche die britische Flagge führten. Nach dem Versuch, als das Feuer der Kriegsschiffe und Forts die von den Japanern benutzten Schiffe zum Sinken gebracht hatte, wurden die gesunkenen Boote von den Russen als die vorher gesehenen britischen Schiffe erkannt. Die Russen in N.-O. K o r e a. Tokio, 20. April. Es wird gemeldet, daß 1000 Russen Yong-Gen in N.-O. Korea besetzt haben. 40 Cossaken erschienen zum zweiten Mal in Sung Im (etwa 150 Meilen nördlich von Gensan), wo fie die japan. Ansiedlung niederbrannten und Postund Telegraphen-Bureaux in Beschlag nahmen. Belgien. Gläubiger der Prinzessinen abgewiesen. Brüssel, 20. April. Der Gerichtshof entschied heute gegen die Gläubiger der Prinzessinen Stephanie und Louise, Töchter des Königs Leopold, die aus dem Nachlasse der verstor denen Königin Marie Henriette einen bedeutenden Antheil beanspruchten Sie wurden zugleich in die Kosten des Verfahrens verurtheilt. Bas Gericht war der Ansicht, daß das Gesetz vom 18. März ein diplomatischer Vertrag sei, und daß demgemäß das Eigenthum der verstorbenen Köni gin den Principien gesonderter Veamögen unterstehe. C o l o n. Die amer. Canal-Com-missäre sind auf dem Dampfer Vukatan" nach New York abgereist. Kanonenboot Marietta" fuhr gestern nach San Juan, P. R. T i f l i s, Cauc. IZmifchen Novo Senaki und Abafcha hielten vier Bewaffnete einen Zug an. banden die Beamten und entkamen mit Einschreibe bliesen im Werthe von $50,000.

Sicherstes Mittel. Ohne Durcblassuna der Flotte hat Sultan alte Schulden zu zahlen.

P a r i s. 20. April. Der russische Botschaft inConftantinopel bestand in der letzten Audienz beim Sultan auf der Zahlung von S4.U00.000, welche die Pforte von der türkisch-russischen Kriegs-Entschädigung noch schuldet. L o n d o n, 21. April. Nach dem Correspondenten der Mail" gilt das Drängen Rußland's auf Zahlung als Vorspiel einer Forderung, der Schmarzen MeeresFlotte Durchfahrt durch die Dardanellen zu gestallen. Italien. Auf dem Aetna. C a t a n i a, Sicilien, 20. April. Kaiser Wilhelm bestieg heute den Berg Aetna. In Monterosa, wo der Weg aufhört, warteten 13 Maulesel auf die Gesellschaft, der Kaiser zog aber vor zu Fuß zu gehen. Auf dem Crater des Vesuvs wurde ein mitgebrachtes Frühstück genossen. Der Kaiser hatte zu dem Diner heute Abend an Bord der Hohenzollern" die Behörden und darunter auch den Bürgermeister von Catania, den socialistischen Abgeordneten De Felice, eingeladen. Letzterer hatte aber die Stadt verlassen; ob anläßlich des Besuches, ist nicht bekannt. Der Kaiser bezeichnet die Aussicht als von nicht erträumter Großartigkeit. Nach der Rückkehr sandte der Kaiser einen Blumenkranz nach dem Grabe des Componisten Bellini mit der In schrift Vom Kaiser des Landes Wagner's an Bellini." Oefterreich-Ungarn. Große? Eisenbahn streik. Budapest, 20. April. Der Streik der Bahnarbeiter, welcher gestern bei der ungarischen Staatsbahn begann, ist allgemein geworden und auf allen ungarischen Staatsbahnen steht heute der Verkehr völlig still. Nur die ungarische Südbahn, ein privates Unternehmen, konnte heute Züge von hier ablassen. Das Streiker - Comite erklärt, daß die Arbiter zurückkehren, wenn die von Premier Tisza ihrer Aussage nach versprochene Lohneihöhung bewilligt und Wiederanftellung der Streiker und der Streikführer erfolgen würde. Die Bahnhöfe sind von Truppen bewacht. Eine Anzahl Streiker-Dele-gaten, die zu einer Versammlung hierher kamen, wurde verhaftet. Die Preise der Lebensmittel sind bereits gestiegen. Bis jetzt find 450 Bahnangestellte in Haft. Minister und Abgeordnete besprachen die Lage vor der ReichStags-Sitzung. Tisza erklärte, die Regierung könne nicht mit den Streikern verhandeln und er habe das Bahn und Telegra-phen-Regiment zum Betriebe der Bahnen angewiesen. 500 weitere BahnAngestellte von Fiume wurden verhaftet. 700 Eisenbahner hielten einen Zug in Bia Torbagy auf, brachten ihn nach Budapest und meldeten sich selbst, bei der Polizei. Strafverfahren ist eingeleitet. Canada. Der Brand im Geschäfts Viertel. Toronto, 20. April. Der Brand, der bis zu früher Morgenstunde im Gefchäfts-Distrikt wüthete, war der schlimmste in, der Geschichte der Stadt. Der Schaden stellt sich müßiger Schätzung nach auf zwölf Millionen. Die bedeutendsten Waarenhäuser der Stadt liegen in Asche; gegen 250 Firmen haben den Betrieb eingestellt. Schon bald nach Ausbruch des Feuers, als die Gefahr erkannt wurde, gingen Hilferufe noch London. Hamilton, Montreal & Buffalo ab. In dessen langte der erste Hilfszug erst lange nach Mittern 'cht an. Feuer-Chef Thompson wurde von Flammen eingehüllt und mußte von der Spitze eines Hauses abspringen. Er kam mit einem Beinbruch davon, da ein Netz von Drähten die Macht des Falls brach. Ein Reisender aus Mon treal. der sich bei dem Chef befand, ist jedoch wahrscheinlich in den Flammen umgekommen. Um 5 Uh' Morgens waren die Flam men völlig demeiftert. Unter den zerstörten Gebäuden befindet sich auch das vierstöckige Zollhaus. Dte Versicherung wird auf $7,000, 000 geschätzt ; 114 Gebäude sind zerstört und 6000 Leute außer Arbeit.

Russische Arinkkossiziere. Jyrc durchschnittlich gcriuge Slldung ihre EharakterinSngkl. Nirgends. , so schreibt eine Fachzeitung, klafft eine tiefere Kluft zwischen den Offizieren der Linienregimenter und denjenigen der Garde und des Generalstabes, als im russischen Heere. Diese letzteren betrachten die Linienoffiziere nur als Kameraden zweiten Ranges. Und mit einem gewissen Recht. Obgleich dieLinienofftziere jetzt sammtlich aus militärischen Erziehungsanstalten Herdorgehen, ist doch ihr allgemeiner Vildungsstand ein recht tiefer. Die erworbenen Kenntnisse werden von der Einförmigkeit des Garnisondienstes bald erstickt oder verkümmern wenigstens zu äußerst dürftigen Resten. Mit dem Dienst nimmt man es nicht allzu genau. Man kommt oftmals später oder vielleicht auch gar nicht oder in einer sehr unvorschriftsmäßigen Kleidung. Militärischer Ehrgeiz wohnt den wenigsten inne. Das Ziel der großen Mehrzahl ist. in die Stellung des Kompagnieführers einzurücken. Denn hier zunächst bietet sich Gelegenheit, sich aus Kosten der Mannschaft und des Staates durch Durchstechereien bei der Lieferung der Menage, der Futterrationen und der Montirung die Tasche zu füllen. Im türkischen Kriege 1877 auf 1878 erwarben sich zahlreiche Hauptleute und Regimentskommandeure ansehnliche Vermögen. Die Proviantbeschaffung war von einer Verpflegungsgesellschaft übernommen worden. Man verkaufte an sie einfach die Quittungen über den Empfang von Lebensmitteln und Futter zu einem herabgefetzten Preise, strich diesen ein und trieb dann den Bedarf' von der Bevölkerung der besetzten Landestheile ein. Kameradschaftsqefühl und Korpsgeist ist unter den russischen Offizieren nicht oder nur wenig entwickelt. Spiel und Trunk bis herab zum Wodka (Branntwein) stehen auf der Tagesordnung. Persönliches Verantwortlichkeitsgefühl wird nur in geringem .Umfange angetroffen. Im türkischen Feldzug war es keine vereinzelte Erscheinung, daß Offiziere, die mit einem Auftrag nach rückwärts gesandt wurden, sich selbst Urlaub gaben und erst nach Wochen zur Front zurückkehrten. Ja, in verschiedenen Fällen wurden sogar Verwundungen vorgetäuscht, um im Lazareth wohlgeborgen den Verlauf der Ereignisse abzuwarten. Schwarze Tapete. Schwarze Tapeten sind zur Zeit das Neueste auf dem Gebiete der Zimmerausstattung in England. Diese Tapeten, so versichert ein dortiges Journal, geben dem Zimmer kein dunkles Aussehen, da die gefirnißte Oberfläche das Licht reflektirt. Für die Bewohner des Zimmers bilden sie einen ebenso kleidsamen Hintergrund wie eine rreme oder weiße Tapete,, und Abends heben sich besonders helle und blonde Frauen gut von den dunklen Wänden ab. Antike und elegant gezeichnete Möbel zeigen ihre Schönheit am besten bei einer schwarzen Tapete; da die Möbel dann einen umso helleren Ton haben, geben sie dem Zimmer die nöthige Helle. Sehr schön ist z. B. ein Zimmer mit weißem Fries und creme Gardinen, dessen Fußboden ein dunkelgrüner Teppich bedeckt. Dunkelgrün und schwarz passen besonders gut zusammen. Die Wände werden zuerst mit Papier bedeckt, das ganz und gar mit einer bestimmten Schwärze eingerieben wird. Die Oberfläche wird schließlich zweimal mit Firniß überzogen. In einem Rauchzimmer sind nicht die Wände, sondern die Decke schwarz. In diesem Fall wird eine sehr glänzende, schwarze Tapete gebraucht, die nicht gefirnißt zu werden braucht. Ueber der blaugrünen Tapete zieht sie? ein scharlachrother Fries hin. An den Wänden hängen Sportbilder, die wieder das Roth des Frieses zeigen und sich schön von dem blaugrünen Hintergründ abheben. Ein türkischer Teppich in roth und grün bedeckt den .Fußboden. Verschwindendes Meer. Wiederholten Zeitungsberichten zufolge nimmt das Asowsche Meer, dessen größte Tiefe schon vor 20 Jahren nur noch 52 Fuß betrug, immer mehr an Inhalt ab. Bekanntlich liegt sein Niveau bei der Meerenge von Jenikale oder Kertsch 4Z Fuß höher als das des Schwarzen Meeres, wodurch ein ständiger Abfluß seines Wassers nach diesem erfolgt. Neuerdings, plant die russische Regierung, an der Straße von Kertsch ein System von Dämmen und Schleusen zu errichten, um jenen Abfluß zu verhindern und den Wasserspiegel des Asowschen Meeres ungefähr 16 fiv zu erhöhen. Die Kosten der Anlage werden auf mehr als $5,000,000 geschätzt. Merkwürdiger Aberglaube. Die russischen Soldaten auf dem asiatischen Kriegsschauplätze, die von Natur abergläubisch sind, sollen durch eine weitverbreitete Sage stark beeinflußt sein, daß die Japaner magnetische Steine besitzen, welche die Eigenschaft haben, ihre Gegner kraftlos zu machen. Die Offizie.re bemühen sich, das Selbstvertrauen unter den Mannschaften wiederherzustellen. Die Letzteren sind jedoch überzeugt, daß sie gegen Zaubererkämpfen. Keine einzige ins e k -tiöse Krankheit ereignete sich während eines Jahres in der 6000 Einwohner zählenden englischen Stadt Vea'onsfield in Buckinabamsbire.

.Schöpferkrast dcr Japaner. Beweisführung gegen die irrige nähme, datz sie nur Nachahmer. Den Japanern wird häufig der VorWurf gemacht, daß sie keine eigene Schöpferkraft besäßen und die Erzeugnisse und Errungenschaften ihrer Kultur nur entlehnt hätten, und zwar seien früher die Chinesen ihre Vorbilder geWesen, in neuerer Zeit die Europäer und Amerikaner. Dieser Ansicht tritt Dr. Wirth, der sich lange Zeit im Reiche des Mikado aufgehalten hat und ein gründlicher Kenner japanischer VerHältnisse ist, mit den folgenden Ausführungcn entgegen: Zwar haben die Japaner, gerade wie die Deutschen und andere Völker, ihre Kultur und Religion aus der Fremde genommen, sie haben aber das Uebernommene selbstschöpferisch weitergebildet, haben z. B., was die Deutschen nicht konnten, zwei eigene Alphabete erfunden. Es genügt jedoch ein einziger Blick auf Haus, Tracht und ganze Lebensführung der Japaner, um ihre Selbstständigkeit sofort zu begreifen. Die Söhne und Töchter des Landes der aufgehenden Sonne" tragen Gewänder, die kein anderes Volk hat, bauen Häuser, wie sie in keinem anderen Lande gebaut werden, und haben Spiele und Schauburgen und Feste und eine Malerei und Anschauungen, wie sie sonst überall auf der Erde unerhört sind. Wen ein chinesischer Soldat dienstfrei ist, so würfelt er oder raucht Opium, der westländische Soldat trinkt vielleicht oder begibt sich auf eine Bummeltour;" der japanische Vaterlands - Vertheidiger nimmt hingegen ein heißes Bad und führt vielleicht ein Ringspiel auf. Zu jener löblichen reinigenden Thätigkeit braucht er nicht eigens Badehäuser zu errichten, sondern er schleppt nur einen hölzernen Trog mit, so gut, wenn auch etwas schwerer, wie die.Gummi-Tubs eines westlichen Offiziers; an dem Trog ist seitlich ein kleiner Behälter für die Holzkohlenfeuerung. Schlechte Lust. Der schädliche einstuft der menschliche Nth mung Kohlensäure als Lustverderbcr. Im Allgemeinen wird die Kohlensäure, also das durch menschliche Athmung erzeugte Gas, als hauptsächlicher Luftverderber betrachtet. Es ist aber festgestellt, daß die Kohlensäure an sich wenig Einfluß auf die Gesundheit hat. Menschen können zwei bis drei Stunden ohne Mißbehagen in einer nfi athmen, die neben ihrem vollen Gehalt an Sauerstoff noch 20 Prozent Kohlensäure enthält, und in gewöhnlicher Luft ist die Gegenwart von einem Prozent Kohlensäure ohne schädliche Wirkung. Wenn die Kohlensäure in der Luft jedoch durch die menschliche Athmung nur um ein Zehntel Prozent vermehrt wird, so erhält die Luft eine ungesunde Eigenschaft. Zwischen der Kohlensäure, die man z. B. aus kohlensaurem Kalk entwickeln kann, und der vom Menschen ausLeathmeten Kohlensäure besteht keinerlei chemischer Unterschied. Wenn trotzdem hier und dort die Wirkung eine verschiedene ist, so liegt der Schluß nahe, daß die vom Menschen ausgeathmete Kohlensäure einen giftigen Begleiter hat, der sich bisher den Nachforschungen entzogen hat. So lange wir ihn nicht kennen, bleibt natürlich nichts anderes übrig, als die Verunreinigung der Luft an der Menge der in ihr enthaltenen Kohlensäure zu messen. Der schädliche Einfluß der durch menschliche Athmung verdorbenen Luft ist bekannt; er besteht in Appetitsverlust, Unbehagen, Kopfschmerz und Uebelkeit. Außerdem kann kein Zweifel daran bestehen, daß ein Aufenthalt in schlechter Luft die Entstehung andere? Krankheiten begünstigt. Namentlich steht die Neigung zu Erkältungen mit einem vorausgegangenen Einfluß schlechter Luft in Beziehung. Erfahrene Hansfrau. In Elbing, Westpreußen, trat vor Kurzem eine junge Dame, eine Großstädterin," in den Laden eines Fleischers und wollte einen Schinken kausen. Ich habe hier vor wenigen Wochön, gleich nach meinem Umzüge nach hier," sagte sie, zwei Schinken von Ihnen gekauft. Sie waren vorzüglich. Kann ich- noch dieselbe Sorte bekommen?" O gewiß, gnädige rau," antwortete der Fleischermeifter schlagfertig und zeigte auf eine ganze Reihe hängender Schinken, das ist alles die nämliche Marke." Gut, Sind sie aber alle auch wirklich von demselben Schwein?" fragte die Dame weiter. Ganz gewiß," erklärte der Fleischer, ohne mit der Wimper zu zucken. Das ist vorzüglich. Bitte, schicken Sie mir nun gleich drei Schinken nach Hause!" Dem Wunsche wurde natürlich entsprochen. Maul kö r be für Abgeordnete. Viel belacht wird- in Berlin der Hereinfall eines Lieferanten, welcher beim Präsidium des preußischen Abgeordnetenhauses einen großeren Posten Maulkörbe abliefern wollte. Er hatte ein mit dem amtlichen Stempel versehenes Schreiben erhalten, in welchem Vulldog-Maulkörbe für Abgeordnete bestellt wurden. Da der Verüber des boshaften Scherzes zweifellos unter den Mitgliedern des Hauses selbst zu suchen ist. so hat der Unglückliche Lieferant ein paar Verdächtige" scharf aus dem Visir. denen eine solche Malice wohl zuzutrauen wäre.

Aerzte.

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