Indiana Tribüne, Volume 27, Number 205, Indianapolis, Marion County, 20 April 1904 — Page 6

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Judiana Tribüne, 20. April f.

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Euroräische Nachrichten J'rovtttz Westfalen. Münster. Vor einiger Zeit wurde in dem 'benachbarten Roxel an einer Näherin ein Lustmord verübt. Unter dem Verdacht der Thaterschaft wurde der Knecht Holtrup aus Roxel gesanglich eingezogen, nachdem er sich im Rausch selbst als den Thäter bezeichnet hattet Im nüchternen Zustände widerrief er das Geständniß, und die Untersuchung schien anfangs ergeben zu wollen, .daß Holtrup nur renommirt habe. Später jedoch fand man neues, ihn belastendes Material, und die Sache war so weit gefördert, um im nächsten Schwurgerichtstermin verhandelt zu werden. Kürzlich fand man nun den Holtrup in feiner Zelle erhängt vor. B o ch o l t. Zwei Kinder des Heizers Fels kamen dem Herdfeuer zu nahe. Ein Kind verbrannte, das andere wurde tödtlich verletzt. Im hiesigen Krankenhaufe ist auch 'das zweite der von dem Vrandunglück betroffenen Kinder den schweren Brandwunden kurz darauf erlegen. Dortmund. Zwei Fälle von Alkoholvergiftung sind hier vorgekommen. Der Polsterer Hermann Leopolwund der Arbeiter Jgnaz. Waligorski wurden in Herbergen todt aufgefunden. Als Todesursache wurde Alkoholvergiftung festgestellt. Gelsenkirchen. Von dem Dache 'des Neubaues des Stationsgebä'udes stürzten die Dachdeckergesellen Böttcher und Nolte aus Essen herunter. Beide wären auf der Stelle todt. Herford. Das Fabrikgebäude der Möbelfabrik Schmidt, Credenstraße, gerieth in Brand. Zur Stelle waren die Bürgerwehr und die Freiwilligewehr. Nach angestrengter Arbeit wurde das Feuer glücklich bewältigt. In der Fabrik sind für etwa 6000 Mk. fertige Möbel verbrannt. Die Nachbarhäuser sind größtentheils beschädigt. L'i n d e n a. d. R u h r. Der Fahrsteiger Hüsken machte im Narrenanzug lden Umzug durch den Ort auf einem' Leiterwagen mit, stürzte aber hinunter und verschied nach kurzer Zeit an den starken inneren und äußeren Verletzungen. Siedlinghausen. Am Rande 'des das Dorf durchfließenden Baches wurde 'die Leiche des Schiefergru-ben-und Plattenfabrikbesitzers Franz Schwermer aufgefunden. Die anfängliche Vermuthung, "der Berunglückte sei durch einen unglücklichen Zufall ertrunken, wurde durch die ärztliche Untersuchung nicht bestätigt. Der Arzt constatirte vielmehr Gehirnschlag, 'der den Verunglückten vorher auf dem Wege zu seiner Wohnung betroffen hat. 'Rheinprovinz. Köln. In der Kölnischen Baum Wollspinnerei an der Bayernstraße entstand in dem Mischungsraum Großfeuer. Der Brand dehnte sich ganz über den ziemlich großen Raum aus. Die Hafenwache, - welche sich in der Nähe befindet, war sofort zur Stelle. Bald darauf trafen auch alle übrigen städtischen Feuerwachen und die Automobildampfspritze ein. Dank dem tüchtigenEingreifen der Wehren konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden. Der Schaden ist jedoch bedeutend: was nicht durch Feuer dernichtet wurde, ist durch das Wasser beschädigt. Barmen. . Dachdecker Heinrich Rohde, ein schon älterer Mann, Sandstraße wohnhaft, stürzte von dem Dach eines vier Stock hohen Neubaues an der Carnaperstraße (dem Cirkus gegenüber) in die Tiefe und blieb sofort todt. Der Bandwirker Otto Stüting erschoß seinen sechsjährigen Sohn und dann siech selbst. Als Beweggrund wird plötzliche Geistesstörung angenommen. Bonn. Der hiesigen städtischen Armenverwaltung ist von der hier kürzlich verstorbenen Wittwe Mamwine Wenzelius ein bedeutendes Vermächtniß zugewendet worden. Es soll sich auf 100,000 Mark belaufen. Döllersweg. Ackerer Josef Kreucher hatte beim Fällen einer Buche das Unglück, unter den stürzenden Baum zu gerathen. Die inneren Verletzungen des Bedaucnswerthen waren derart schwer, daß er trotz aller ärztliehen Mühe gestorben ist. Duisburg. Der durch Gasausströmung vor einiger Zeit hier verursachte Unglücksfall hat drei Mitgliedern der Familie Stahl das Leben gekostet. Eine 14jährige Tochter wurde erstickt aufgefunden, ein fünfjähriger Sohn und die in gesegneten Umständen befindliche Mutter starben an den Folgen der Gasvergiftung. Krebsöge. Zwischen dem BahnHof und dem Uebergang nach der Lcnneper Chaussee auf dem ersten Bahngeleise ereignete sich ein Unglücksfall. Der unverheirathete Schlittfchuharbeiter Carl Kirschsieper'. zu Radevormwald wurde kurz vor dem Uebergange von einem rangirten Wagen so unglücklich überfahren, daß ihm im Lenneper Krankenhause beide Beine an den Knien abgenommen werden mußten. M ü l h e i m a. d. R u h r. Im hohen Alter von 103 Jahren starb- im nahen Wenden die Frau Wittwe Friedr. Menninger, Wilhelminc, geb. W'iedenbrllcher. Die verstorbene G-'ei-sin wurde am 23. März 1801 in Lap-

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rs. Ivu Jensen

467 M i I wa u keeor First enasha. Wis. A ym'i i,w ZMZVWVViM' 2Si&iMsS!iam&'Jii ' ! penhausen. Kr. Hörde, geboren. Ihr Vater wurde 83, ihre Mutter 87 Jahre alt. Im Jahre 1827 schloß sie mit Fritz Schneider die erste Ehe, die nach sieben Jahren durch den Tod gelöst wurde. Nach dreijähriger Wittwenzeit verheirathete sie sich mit Fritz Menninger. der ihr voretwa 20 Jahren durcki den Tod entrissen wurde. An ihrem Sarge trauern zwei Töchter, 27 Enkel und 10 Urenkel. Provinz Sessen-Mcrssau. Kassel., Das - hiesige Kriegsgericht verurtheilte den Musketier Fässel vom 167. Infanterie - Regiment, einen Elsässer, wegen Widersetzlichkeit, Ungehorsams und Bedrohung eines Vorgesetzten zu fünfjähriger Gefängnißstrafe. Pfarrer Justus Mainz aus Oberhülsa, der sich seit 6 Wochen in emer Nervenheilanstalt auf WilHelmshöhe befand, erstieg auf einem ' Spaziergang den Aquädukt und muß dort ausgeglitten sein. Am Fuße des Bauwerks wurde er in einem Wassertümpel mit zerschlagenen Gliedmaßen aufgefunden. Bald nachdem er in die Anstalt zurückgebracht worden war, gab er den Geist auf. Dietesheim. Der dreijährige Sohn des hiesigen ' Schlossers Ninz wurde vor.: Personenzuge HanauFrankfurt überfahren und sofort getödtet. Der Kleine wollte unmittelbar vor dem Zuge übers Geleise lauj ftn. t ' E s ch w e g e. Ums Leben gekommen ist auf der Ellershäuser Brücke bei Allendorf a. 303. der in Diensten der hiesigen Speditionsfirma PH. Gerlach ..stehende Kutscher Heinrich Ludwig, welcher einen beladenen Möbelwagen führte. Die Deichsel des Wagens ging ihm in den Rücken und durchbohrte ihn. Frankfurt. M. Durch unvorsichtiges Umgehen mit einem Revolver . hat sich angeblich der Kaufmann Leo Landsberg aus der Theodorstraße einen Schuß in die linke Brust beigebracht. Landsberg fand in einer Privatklinik Aufnahme. Der Versicherungsbeamte Fritz Weiß, K)hlrauschStraße 14 wohnhaft, feierte den Tag, an welchem er vor 25 Jahren in den Dienst der Versicherungsgesellschaft Thuringia" eintrat. Ehrungen und Geschenke mannigfacher Art seitens seiner Direction, College und Freunde wurden dem Jubilar in reichem Maße zutheil. Verunglückt ist der Arbeiter Langrehr, dem in der Drehbankfabrik von Wahlmann, Listerstraße 14, ein schwerer Eisenblock auf den Leib fiel. Mitteldeutsche Staaten. Altenburg. Professor Voß, dem Konservator der Kunstdenkmäler Thüringens, wurde von den Herzögen von Altenburg, Meiningen und Ko-burg-Gotha das Ritterkreuz 2. Klasse des Erne,tinischen Hausordens verliejhen. B r a u n s ch w ei g. Kaufmannsgehilfe Fiedler, der in einem hiesigen Droguengeschäfte beschäftigt ist, hatte dort Benzin abgezogen. Dabei muß seine Kleidung mit Benzin durchtränkt worden fern, denn als er spater emem offenen Lichte zu nahe kam, fing sein Zeug Feuer und er erlitt erhebliche Brandwunden an Händen und Beinen, so daß er nach dem herzoglichen Krankenhause gebracht werden mußte. Dessau. Der Kaiser hat den Herzog von Anhalt, welcher bisher Oberst war, anläßlich seines Regierungsantritts zum Generalmajor befördert. , . Friedrichroda. Die, hiesigen Stadtverordneten haben den bisher!gen Bürgermeister Schönau in Anerkennung feiner langjährigen treuen und erspneßlichen Thätigkeit das Ehrenbürgerrecht verliehen. G i t t e l d e. Hofmeister Karl Froböse, der 60 Jahre auf der Domäne Stauffenberg beschäftigt gewesen ist, feierte mit seiner Gattin die goldene Hochzeit. G r e i z. Anläßlich seines 25jährigen Jubiläums als Hofmarschall des hiesigen Fürstenhauses war Freiherr Titz von Titzenhofer der Gegenstand einer gronen Änzam von furnnche

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ausgezeichnet ist. die Kräfte wlederherzustellcn, und bin der Ansicht das; eine jene Frau tbn gebrauchen sollte. Ich gebe deßhalb mit Vergnügen die ses Zeugnitzscheiben.

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Dieser aufrichtige Brief von Frau Jensen sollte jede nervöse Frau überzeugen, daß der V7ws )L Oarclui die Medizin ist, die sie gebrauchen sollte. Daß der Wine of Cardui bie Schwäche verbannt und ihnen ermöglicht, Mütter zu werden, ohne die überflüssigen Schmerzen und die vielen Leiden, die so viele Mütter zu erdulden haben, ist eine freudige Botschaft für die amerikanischen Ehefrauen. Der Gebrauch von Wine of Cardui ein paar Monate vor der Niederkunft beseitigt alle Gefahr, verbannt jede Spur vom weißen Fluß und lindert die lästige Schwäche und heftige Nervenreizung. Der Wine ot Cardui stärkt auch die weiblichen Organe und macht die Nisderkunft viel leichter. Eine vollkommen gesunde Mutter kann ein vollkommen gesundes Kind erwarten. Sie kennen nur richtig schätzen, was Frau Sensen über den Wine of Cardui sagt, wenn Sie denselben selbst pbiren. Der Wine oi Cardui kurirt Frauen jeden Alters von allen Krankheiten, welche ihr Geschlecht befallen. , Ihr Apotheker wird Ihnen eine tz1.00.Flasche Wine of Cardui verkaufen, und können Sie heute noch Ihre Behandlung zu Hause beginnen.

St EMi Ehrungen und privaten Aufmerksamleiten. Der Regent verlieh dem Jubilar den höchsten Reußischen Orden, Ehrenkreuz 1. Klasse von Reuß j. L. mit der Krone. Schöppenstedt. Die unverehelichte Haase in Eitzum wurde wegen Kindesmordes verhaftet und in das hiesige Gefängniß eingeliefert. Sie hat ihr unehelich geborenes Kind erdrosftt und im Düngerhaufen verscharrt, wo es aufgefunden ward. Bei der j Verhaftung der Mörderin hatte der ' Gendarm Kurlbaum von hier das , Unglück, das unke Handgelenk zu brechen. Das Mädchen wurde in der Nähe des offenen Hoförunnens vernommen und stürzte sich nach Ableguna des Geständnisses in diesen hinein. ! Kurlbaum wollte dles verhmdern,gnfs fehl, stürzte, und brach das Handgelenk. Glücklicherweise kam das Mädchen im Wasser auf die Füße zu stehen, sonst wäre sie, ehe Hilfe gebracht werden konnte, doch noch ertrunken. Die 36jährige Haase wurde nach Braunschweig gebracht. Sactzcn. Dresden. Letztens waren es 23 Jahre, daß Direktor und Stadtverordneter Alfred Gandil die deutsche Niederlassung der weltbekannten Bleistiftfabrik L. und C. Haidtmuth, Budweis, hier gründete und ihr ununterbrechen vorstand. Die Firma, die ihre vorzüglichen Fabrikate in alle Erdtheile sendet, zählt über Tausend Arbeiter und wurde auf allen von ihr beschickten Ausstellungen mit den ersten Preisen ausgezeichnet. B u ch h o l z. Posamentier Elbing, welcher hier sein goldenes Meisterjubiläum feierte, wurde zum Ehrenmeister der Posamentier - Innung ernannt. G r o ß s e i t s ch e n. Der Auszügler Andreas Schube beging ein seltenes Jubiläum. Es waren nämlich 75 Jahre vergangen, daß er als Rekrut in das damalige Regiment Prinz Albert" in Zittau eintrat. Dieses sein 75jähriges "Soldatenjubiläum" hat das Commando des in Zittau stehenden Regiments nicht vorübergehen lassen, ohne dem Jubilar ein Glückwunschschreiben zu senden, waö ihm große Freude bereitet hat. Leipzig. Die 'Firma Gustav Arnhold, vorm. Gebrüder Fränkel; Hainstraße 3 (Inhaber Alfred Cahn) beging ihr 25jähriges Geschäftsjubiläum. Der Standesbeamte August Louis Schneider feierte sein 40jähriges Jubiläum als Beamter hiesiger Stadt. L ö b a u. Ein großer Theil der hiesigen Maschinenfabrik E. Mühles Söhne brannte vollständig aus. Neustädte!. Geheimer Bergrath Edelmann vom Königlichen Blaufarbenwerke zu Oberschlema überreichte hier dem Maschinenobersteiger Starke das Albrechtskreuz, dem Obersteiger K. Hahn die Urkunde seiner Ernennung zum Schichtmeister und 16 Arbeitern des konsortschaftlichen Bergbaues das Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit. Die Arbeiter .erhielten von der Grubenverwaltung außerdem ein Geldgeschenk. DerUnterschied. Wissen S', was zwischen meinem Weib und einem Radi für ein Unterschied ist?" Na, dös weiß i net!" Der Radi ist zum Genießen, mein Weib aber net!" Der gute Schütze. Dame: Gibt eZ für die Löwen in Afrika auch Schonzeit?" Leutnant: Jetzt nicht mehr. Während meiner Anwesenheit in Afrika war es freilich absolut nöthig." Hoffnungsvoll. Sie: Jd& habe schon vier Männer begraben; ich glaube, es ist besser, ich bleibe Wittwe!" Er: Ach, nehmen Sie mich doch, vielleicht dreht sich das Blättchen diesmal!" - Ans 11 nt hi n t tr. 91 ...ssai " ,ü ir & ben Sie vielleicht noch so eine Cigarre, wie Sie mir vorgestern gaben?" B.: Jawohl, hier ist eine!" A.: Danke ich will mir nämlich das Rauchen abgewöhnen! - l

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von unregelmäfziger und schmerzhafter uaram zu gebrauchen. In 9nosn ...i i. 1 j -r . Ij? unu uu o) xpn ein paar vjio zur Wen ram. om ich ükerzeuat da da TO nVi f rt-tn - v - -. , . . l. vu uu kl iuiii nf tm tini v

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Warum sie gut war. Skizze aus Vommern vzn Herrman Nerese Wietholz. Das ganze Dorf wunderte sich darüber, daß die Tischlersfrau, die Wittwe des Stellmachers Strehlow, das Kind ihres verstorbenen Mannes aus einer früheren Ehe vor den eignen Kindern so offen vorzog und verhätschelte. Das wäre doch nich nöthig. Das könnt niemand nich verlangen," und was die alten Weiber im Dorf sonst noch alles meinten und taalten. Eine eigene Bewandtniß hatte es damit auch; um es zu erklären, muß man etwas weiter zurückgehen, drei Jahre etwa. . Bis zu dem Tage, an dem das Unglück mit dem Strehlow geschah. Da war auf dem Nachbardorfe Richtefest. Die Branntweinflasche ging fleißig herum, der Bierkrug ließ sich auch nicht lumpen. Und Strehlow war ein Kerl, der schön was zu sich nehmen konnte. Hatte er sich zuviel zugetraut? War's ein Unglück, das auch einem nüchternen Menschen Passirt wäre? Er stürzte vom Gerüst und wurde todtwund nach Hause gebracht. Es gibt Leute, die nicht sterben können, die von ihren Gedanken, ihren Wünschen und ihrem Wollen zu fest hienieden gehalten werden, die sich an dies armselige, bischen Leben festklammern, als wenn's Wunder was wäre. Und auch Strehlow wollte nicht, obschon ihm Arm und Bein zerschlagen waren. Tag um Tag rang er weiter mit der höchsten Majestät ein aussichtsloser Kampf. Erst als er die Hoffnung ganz verloren hatte, dachte er an sein Liebstes, seine kleine Anne, die einzige Tochter aus seiner ersten Ehe. Thu' ihr auch gut, wenn ich todt bin. Willst du?" Die Frau versprach und betheuerte hoch und heilig, das Kind stets wie ihr eigenes zu halten. Auf euch Weiberzeug ist man kein Verlaß nich," stöhnte er, wandte den Kopf zur Seite und brütete lange vor sich hin. Die Frau setzte sich an's Rad und spann. In gleichmäßigem Schwünge surrte das Rad. Gleichmäßig zupfte sie den Faden aus dem Wocken. Da, nach einer langen Weile, zitterte ein Ton, wie ein Seufzer, zu ihr herüber. Willst du was?" fragte sie. Du, nun weiß ich, ich hab' mir das bedacht, das mit der Anne. Du bist auch so eine, wie die andern alle, mußt immer einen hinter dir haben, der dich zum Guten anhält. Sonst wird nichts draus. Und da meine ich, wenn ich todt bin, komme ich und mahn' dich." Ach nee, man dat nich!" kreischte die Frau auf. Kannst dich sicher d'rauf verlassen, ich komm'." lispelte der Todtwunde kaum hörbar. Und alle Kraft seines zerquetschten Brustkastens zusammennehmend, gurgelte er drohend hervor: Und dann aber sollst mal sehen, was dir unversehens passirt . . . und der Pastor in der Kirche soll dir nich helfen können!" Starr, mit weit offenen Augen hatte die Frau die Worte angehört, mit Augen, die nichts sahen, sonst hätte sie einen triumphirenden Schimmer auf seinem abgezehrten Gesicht entdecken können. Dann kam das Lieber und der Todeskampf, und wieder hörte sie aus seinen Wahnideen heraus die schrecklichen Worte: Und dann komm' ich, und dann sollst mal sehen.. Nicht der Pastor in der Kirch . . . helfen." So war er endlich zur Ruhe eingegangen, mit dem Namen des Kindes auf den Lippen. Die Nachbarinnen waren selbünder und zu dreien fortgegangen, allein aus dem Sterbehaufe zu gehen, dazu waren sie zu graulich. Nun faß die Frau allein mit dem Todten. Die Klagen der Nachbarinnen, ihr Schwatzen über das. was nun werden sollte, summte ihr noch in den Ohren.

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e I? Sie sah auf das wachsbleiche Gesicht dort im Sarge, als wollte sie etwas daraus ablesen. Aber die scharfen Runen, die Meister Tod geritzt hatte, gaben ihr genau so viel unlösbare Räthsel auf wie anderen Menschen auch. Im Llcht der Kerze schimmerte das Gesicht des Todten fast so wei wie das , breite Todtenhandtuch dort hinten am Thürpfosten. Vor Jahren hatte sie selbst den Flachs dazu gespönnen, das Stück Leinwand, hinter dem der Geist des Verstorbenen steht, solange der leblose Körper im Hause ist, eigenhändig gewebt, gebleicht und gesäumt, ohne zu wissen: war es ihr Geist, der zuerst dahinter stehen würde, ihres Mannes oder eines Hausgenossen? Nun stand er dahinter, unsichtbar, aber da war er! Wo sollte er sonst sein? Die Leiche war ja noch im Hause. Der Pastor zwar, der redete viel dagegen, aber der wußte alles nur aus Büchern, und in denen steht viel und in jedem was andres. Sehen konnte man am Todtenhandtuch nichts. Würde sie es bei Seite schieben, so wäre doch nichts zu sehen als der nackte Thürpfosten. Und die Nachbarinnen hatten das auch gesagt. ,D dicke Freischulzenfrau, die sonst immer so bequem und faul war, hatte sich heute recht flink und anstellig gezeigt, freilich, wenn sie prasseln und prachangeln und erzählen konnte, dann griff sie schon gern mal zu. Was hatte sie doch gleich gesagt: Wart noch ein Halbjahr, dann heirathest du dir 'nen andern. Das geht schon gar nicht anders." Ja, das war das natürliche. Wie sollte sie bestehen allein in der Welt? Und noch mit der Anne dazu? Die mußte doch auch versorgt werden. Schlimm genug, daß sie die Anne nun auch mit ernähren mußte. Wer würd' sie nehmen mit dem Kinde, das nicht einmal ihr gehörte? Sonst würd' sie gleich 'nen Mann bekommen, ohne die Anne. Eine junge, kräftige Person wie sie, die nichts um sich und nichts an sich hatte (ganz ohne Anhang war), und die Lust zur Arbeit hatte. Wenn sie ie Anne fortgeben könnte, zum Gänsehüten in's nächste Dorf oder sonst was. Ein leises Geräusch schreckte sie aus ihrem Grübeln auf. Sie blickte zur Leiche hinüber, doch die lag starr und steinern da wie früher. Aber dort bewegte sich da nicht das TodtenHandtuch an der Thür? Da war er, da stand sein Geist hinter, er kam jetzt . . . und kein Pastor in der Kirche konnte ihr mehr helfen ... Von einem gellenden Schrei schrak die alte Karlin, die drüben auf der andern Seite der Diele eine kleine Kammer bewohnte, aus tiefstem Schlaf auf. Und als sie in Unterrock und Nachtmütze auf ihren gichtigen Beinen, denen kein Besprechen und keine Einreibung mehr helfen wollte, herübergehumpelt kam, fand sie die Strehlow sche ohnmächtig auf dem Fußboden liegend. Sie war all dreimal dod (dreimal ohnmächtig)," versicherte sie später jedem, der es hören wollte. Die Frau war ja wieder zu sich gekommen und vergoß auch Ströme voi Thränen bei der Beerdigung, und Kaffee und Kuchen, den es nachher gab, waren auch gerathen. Sie wußte, was sich schickte und wie sich's gehört. Aber die Anne war fortan ihr Augapfel, auch nachdem sie den Tischler im Dorf geheirathet hatte, der Haus und Hof und auch etwas Acker besaß und Niemand dienstbar war. Und recht hatten die alten Weiber, wenn sie meinten, daß die Tischlersche der Anne bessere thäte als den eignen. Aber unrecht hatten sie, wenn sie ihr gutes Herz lobten. Weshalb sie gut und nett war gegen das Kind? Das war:' Furcht armselige, elende, abergläubische Furcht und Agst. Ich komme und kein Pastor kann dir helfen." Und das Todtenhandtuch hatte sich bewegt. Das war's! '