Indiana Tribüne, Volume 27, Number 205, Indianapolis, Marion County, 20 April 1904 — Page 3

Jndisnk Tribüne. 20 Vpril 1902.

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Alexieff

Neue Kämpfe vor Port Arthur gemeldet.

Japaner im Besitz von Korea. Die Starke der feiudliihen Armeen. Chinesen thatendurstig. Deutscher Prinz als Kosak. Deutsche Unterseeboote. Vom britischen Parlament. Gegen die Tuberkulose.

Ostafien. Kriegs-Bulletw. Paris, 20. April, Von Yi'n Köv kommt die Rachrickt, daß seit gestern (19. April) Nachmittag eine neue Seeschlacht vor Port Arthur wüthet. A l e x i e f f r e s i g n i r t. St. Petersburg, 19. April. Vicekönig Alexieff hat den Zaren telegraphisch ersucht, ihn seines Postens als Vicekönig in Ostasien zu entbinden Es wird erwartet, daß das Gesuch sofort bewilligt wird. Die eigentliche Ursache der Refignation des Vicekönigs ist die Ernennung seines bitteren Femdes, Vice-Admiral Skrydloff als Nachfolger von Makaroff, im Befehl der russ. Flotte im fernen Osten. Admiral Skrydloff bespracht heute mit dem Zaren seine Stellung dem Vicekönig gegenüber. Als die Petropavlovsk" sank, depeschirt Alexieff dem Zaren, daß er seine Flagge auf dem Schlachtschiff 'Sevaftopol" gehißt habe und die Flotte bis Ankunft eines neuen Commandeurs befehligen würde. Durch die Zeitungen erst erfuhr Alexieff die Ernennung Skrydloff's, osficiell wurde ihm dieselbe nicht mitgetheilt. Deutscher Prinz als Kos a k e n - O f f i z i e r. Großes Aufsehen erregt der Eintritt des Prinzen Stanislaus Radziwill in das ostfibirische Kosaken - Regiment. Prinz Radz'will wurde am 6. Februar 1880 in B?rlin geboren. Er diente als Leutnant im Königs-Utanen-Regi-ment (1. Hannoversches) No. 13 und nahm später seinen Abschied. Der Ausbruch des russisch-japanischen Krie ges giebt ihm eine Veranlassung für Rußland zu kämpfen, um sich Lorbeern im Schlachtgetümmel zu erringen. Prinz Radziwill war mit der Gräfin Henriette Ehoteck, der jüngsten Schmester der Gräfin Sovhie, der Gemablin des Erzherzogs Ferdinand, des Präsumvtiven österreichischen Thronfolgers, verhobt. Die Verlobung wurde, wie seinerzeit berichtet, kurz vor der Heirath rückgängig gemacht. Der wahre Grund für diese zur Zeit große Sensation erregende Begebenheit ist nie recht recht bekannt geworden. ,ScharmützelamYalu. Liao Y u n g, 13 April. Dem Yalu Flusse entlang werden eine Anzahl unbedeutender Gefechte gemeldet. Am 16. wurden 6 japanische Soldaten von russischen Patrouillen getödtet. Schüsse hörte man am 18, April; aber das Resultat des Kampfes ist unbekannt. Die Vorposten auf der Yalu-Jnsel zwischen Anju und Wiju unterhielten mehrere Tage fortlaufende Scharmützel. Einige Japaner sollen gefallen sein. Die japanischen Landungspläne. St. Petersburg, 19. April. Die gemeldete Ankunft einer großen Flotte japanischer Transportdampfer im Golf von Pechili ist bis jetzt noch nicht bestätigt. Ueber die Bestimmung der Flotte gehen die Berichte wett auseinander. .Kin-Chou, Liao Tung Halbinsel uoberhalb von Port Arthur; Kai-Chou südlich von New Chmang, und New Chwang selbst werden ermähnt. Die Möglichkeit einer Landung auf neutralem chinesischem Gebiet an der Küste westlich von der Ltao Tung Halbinsel gilt jetzt als fernliegend, da die Russen nicht glauben, daß die Japaner jetzt eine Erhebung der Chinesen riskiren und damit den Zorn der Mächte erregen wollen. In Wirklichkeit scheinen die Russen völlig im Dunkeln über die japanischen Pläne zu sein. Di e r u s s i s ch e Truppen stärke. St. Petersburg, 19. April. Es wird vom Generalstab bedauptet, daß Gen Kuropatkin jetzt 300.00 Mann auf dem Kriegsschauplatz hat. Weitere Truppentransporte werden vor. läufig nicht abgesandt werden.

WnschtAbberufung

Chinesen kampfbegierig. Sbangai, 19 April. General Ma Yu Kun. Befehlshaber der chinestschen Armee .an der MandschureiGrenze, meldet, daß russische Truppen westlich am Liao Flusse marschiren. Wie er sagt, kann er seine Truppen schwer im Zaume, halten, da sie darauf brennen, die Russen anzugreifen. Empfang bon Skrydloff. St. Petersburg, 19. April. Vice-Admiral Skrydloff traf heute auf dem Wege nach dem Osten hier ein. Er übernimmt an Makaroff's Stelle das Commando über die Port Arthur Flotte. Das Publikum auf 'den Straßen bereitete ihm einen begeisterten Willkomm. Der große Platz vor dem St. Nicholas Bahnhof war dicht gefüllt mit Menschenmasse7t, die trotz der Polizei den Cordon durchbrachen und zumZuge vordrängte. Ein Bauer überreichte demAömiral ein Bild der Hg. Jungfrau, dem Wunderkraft zugeschrieben wird, auch geweihtes Brod und sagte, die Hoffnungen des russischen Volkes klammern sich an Skrydloff als den Helden aus dem russisch-türkischen Krieg. Auch der Vertreter der Mittel - Clasfen übergab dem Admiral ein Miniaturbild. In seinem Hotel angekommen dankte der Admiral den Journalisten für das ihm bewiesene Wohlwollen und machte nachher dem Groß-Admiral Großfürst Alexis und dem Chef der Admiralität Avalen seine Aufwartung. Morgen empfängt ihn das Kaiserpaar. St. Petersburg. 19. April. Capitän Reizenstein, bisheriger Befehlshaber des Vladivostock Geschwaders, ist in Port Arthur angelangt. Er ging als Commandant des Kreuzer-Geschma ders an Bord des Kreuzers Askold. Sein Nachfolger in Vladivostock wird Capitän Vensen. Russen weiche. zurück. S h a n g a i . 19. April. Nach zuverlässigen Nachrichten aus Söul vom 12. sind die Japaner unumschränkte Herren in Korea und die russ. Patrouillen zogen sich über den Jalu vor den Japanern zurück, die. Wiju ohne Widerstand besetzten. Die japanische Armee ist in 2 Abtheilungen geschieden, die eine für Expedi-tions-und die andere für Okkupationszmecke. Die erstere, 4000 Mann, rückt gegen den Vlu vor, letztere, aus 15.000 Reservisten bestehend, trifft weitblickende Verbinduugs - Arrangements mit dem Hauptquartier in Söul, wo sich eine Garnison von 6000 Mann befindet. Das Hauptquartier des Transportdienstes liegt in Chemulpo. Der Bahnbau macht rasche Fortschritte. Die Befestigung der Kv'edo Insel, an der Mündung des Mesampo Hafens, die das Südende der Ueber-land-Verbindung schützt, deckt zugleich die Fahrt nach Vladivostock und Port Arthur durch die Broughton Straße. In Takushan haben, wie man annimmt. 40 Transport Dampf?r ihre Mannschaften theilmeise ausgeschifft. Augenscheinlich besteht die Absicht, eine zweite Armee in Vmgampho, vor Erzwingung des Z)alu Uebergangs, zu landen Wrstindien. England und Nicaragua. Kingston, Jam., 19. April. Es g.ht hier die Nachricht um. daß die Reichs - Regierung durch den Capitän des britischen Kreuzers Retribution" schweren Schadenersatz von der Nicaragua verlangen wird wegen ungesetzlicher Festnahme der Caynan SchildkrötenFischer 10 Meilen über der Grenz?, ebenso wegen Zerstörung ihrer Netze und brutaler Behandlung der Mannschaften. Nicag.-Soldaten hatten die Leute getreten und sie Stunden lang der glühenden Sonnenhitze ausgesetzt gelassen. Die Angelegenheit ereignete sich am 5. April und am 11. April wurde mitgetheilt, daß der brit. Kreuzer Retribution" in Verbindung mit dem Vorkommniß nach Bluesield unterwegs sei.

Im Reichstage. Die amerikanische Concurrenz.

B e r l i n, 19. April. Der Reichstag bestätigte sich heute mit Verbesserung des Consular - Dienstes durch Hinzufügung sachverständiger HandelsBerälher und Schaffung deutscher Handelskammern im Auslande. Abg. Muench v. Ferber, nat. Ab., beantragte eine Bewilligung für eine berathende Behörde von Sachverständigen aus den Handels-Classen. welche den wichtigeren deutschen Consulaten beigegeben werden soll. In Begründung seines Antrags sagte Redner, die deutschen Consulen hätten zu häufig nur" juristische Schulung, ohne Interesse für Handel oder Induftrie. Außerdem müßten sie zu häufig ihre Plätze wechseln. Die Handels Attaches bei gewissen Consulen genügen nicht, da sie 'meist auf Reisen begriffen seien. Ein Rath von Sachverständigen, dauern in den wichtigeren Handels Mittelpunkten und mit einem bezahlten Sekretär, sind daher nothwendig. Deutschland müsse seine Jnformations Quellen im Aus lande verbessern, da auch seine beiden Haupt-Concurenten, America und England dies thun. Herr Münch-Ferber wies in seiner längeren Rede darauf hin, daß die amerikanische Handelsbörse in Berlin sich trefflich bemährt Amerikanische Handlungshäuser, wie Schuhhändler etc., sprängen wie Pilze in Berlin empor und die Kaufleute würden bald in ähnlicher Lage sein wie die Agrarier. Unseren Geschäftsleuten würde nichts anderes übrig bleiben als nach Amerika auszuwandern, um von dort ihre Intelligenz zum Schaden ihrer eigenen Landsleute zu benutzen. Die Textil-Industrie habe schon den Anfang gemacht. Deutschland müsse in aller Freundschaft zu Amerika seine Tariff-Gesetze nach amerik. Muster moduliren. Der Minister des Auswärtigen Herr von Richthofen erklärte, daß der Präsident der Ver. Staaten erst kürzlich auf die Tüchtigkeit des deutschen ConsularDienstes hingewiesen habe und daß französische Zeitungen die Ausdehnung des Deutschen Handels der Aktivität unserer Conkuln zuschreibe. Deutschland führe keine Handelsbörsen in andern Ländern ein. weil kein Land das Recht habe, außer Gesandtschaften und Consulaten andere Behörden in einem fremden Lande zu etabliren. Die Etablirung von Handelsbörsen in fremden Ländern müsse als ein Eingriff in deren Territorialrechte betrachtet werden. Solche Börsen gäben nur Urfachen für internationale Reibungen, weil das Auswärtige Amt die Veromtwortlichkeii für ihre Handlungen treffe. Unterseeboote. B e r l i n, 19. April. Eine Depesche von Kiel meldet, daß Versuche mit einem neuen Unterseeboote so günstig ausfielen, daß die Admiralität ernstlich daran denkt, diese neueste Verbesserung der deutschen Marine einzuverleiben. Gegen die Tuberkulose. Berlin, 19 April. Der berühmte österreichische Bakteriologe Dr. Marmoreck ist in Berlin eingetroffen, um die Wirkung seines neuen SerumS in Bekämpfung der Tuberkulose vor der Berliner med. Gesellschaft zu demon striren. Jahrestag von Düppel. Berlin, 19. April. Heute ist der 40. Jahrestag der Erstürmung der Düppeler Schanzen. Anläßlich dieses Tages wird von der gesam.mten Presse auf die Bedeutung dieses hochwichtigen Ereignisses der preußischen Geschichte hingemiesen. Es wird das große, mächtige Ringen in die Erinnerung zurückgerufen, als an diesem Tage im Jahre 1864 die Preußen unter der bewährten Führung des Prinzen Karl die ungem?in starke Stellung der Dänen stürmten und die Schanzen binnen 10 Minuten nahmen. Oesterreich-Ungarn. S ch n e l l e r a l s mit P f e r- : , d e n. . . W ie n, 19. April. Der Kriegsminister veranstaltete gestern interessante Experimente mit der Beförderung von Kriegsdepeschen durch Motor Fahrrüder. Der Weg führte über schmieriges Gelände und die Entfernung betrug 190 Meilen, am raschesten in 8 Stunden und 23 Minuten zurückgelegt. Man nimmt an, daß CavallerieCouriere 24 Stunden brauchen würden.

Grotzfeuer in Toronto Verursacht riesigen Schaden.

Toronto. Ont.. 19. Aug. Ein verheerendes Feuer suchte heute Abend den .Geschäftstheil der Stadt heim. Das Feuer ' gelangte durch einige Funken, welche kurz nach 9 Ubr auf das Dach des Queens Hotel fielen, zum Ausbruch. Gegen halb 10 Uhr hatte sich das Feuer auf eine große Anzahl Ges däftshäuser verbreitet. Mehrere derselben sind schon jetzt gänzlich eingeäschert. Eine spätere Depesche meldet, daß der Wind plößlich umschlug als man das Feuer schon unter Controlle glaubte und die Flammen nun auch GeschäftsHäuser an der W?st Wellington Str., unter anderen die Etablissements von W. R. Brook & Co. und Warwick, Butler & Co. ergriffen. Der ganze untere Theil von Bay Str. zur See ist verloren. Tit Geschäftshäuser Wild. Darling & Co.. Gordon. Mo Kay & Co. sind gänzlich zerstört. Der Verlust bis jetzt beträgt wenigstens 810,000,000, doch mag er. ehe die Flammen gelöscht werden können, noch größere Dimensionen annehmen. Busfalo hat 20 Spritzen zu Hilfe gesandt. Italien. Untergang einer ame r. Yacht. New Y o r k, 19. April. Nach einer Depesch? aus Remo ist die amer. Segelyacht Scout, dem hiesigen Oberst F. C. Leland gehörig, während eines Sturmes untergegangen. Leland's Sohn wurde durch ein Boot des ital. Schlachtschiffes Lavando gerettet. Dem Vater des jungen Mannes gehört auch die fürstlich eingerichtete Dampfyacht Safa et Baha, in Glasgow für den Chedior v. Egypten erbaut. Panama. ColombischeRevolutio n ä r e. Panama, 19. April. Der co lombische Rzoolutionär Gastillo. der mit weniaen Anhängern in Jurado. Darien, landete, ist gefangen hier eingeliefert. Die Sache wird als unbedeutend angesehen; jedoch dürfte die Einwanderung von Colomdia verboten werden, bis die Republik Panama an--erkannt ist. Canal-Commissäre. Panama. 19 Aril. Die amer. Canal-Commissäre besuchten Panama und kehrten am gleichen Tage nach Colon zurück. Wie man annimmt, haben sie den größeren Theil ihrer Arbeiten erledigt und einige Mitglieder werden demnächst nach New York abreisen. Die Commissäre ftudiren auch die Wasserzufuhr von Panama und Colon. Großbritannien. AusdemUnterhaus. London. 14. April. Im UnterHause legte heute Schatzkanzler Anton Chamberlain das Budget dar. Joses Chamberlain war zugegen, um seinen Sohn zu hören. Der Schatzkanzler wies auf die DePression der englischen Industrien, besonders der Baumwolle-Jndustrie, hin, welche durch die Verhältnisse in SüdAfrica noch erschmert werde. Das Ge sammt-Deficit für das Fiscaljahr betrug S27.075.000. Er schlug eine Erhöbung der EinkommeN'Steuer um 25 Cents, ferner um Erhöhung der Theefteuer und Tabaksteuer vor. Der tolle Mull ah.' L o n d o n, 19. April. Der britische Kriegsminister Arnold Forster gab im Unterhaüse die Erklärung, daß der Tolle Mullah und alle seine Anhänger aus dem von den Briten beanspruchten Theile von Somaliland vertrieben seien. Der Krieg sei somit zn Ende und die britischen Truppen würden sich aus dem Lande zurückziehen. Der Minister erklärte, daß der Mullah große Verluste an Menschen und Vieh erlitten habe. Rußland. Begnadigung v on Revot l u t i n ä r e n. St. Petersburg. 19. April. Der Kaiser hat gegenüber Dr. Euershovnia und 2 Genossen Milde geübt. Sie waren in die revolutionären Anschlüge, die zur Ermordung des UnterrichtsminifterS Bogoliepoff, von Si piaguine, des Ministers des Innern, und von Gouverneur Bogdanovitch von Oufa führten, verwickelt. Guershovnia war nebst den beiden Andern zum Galgen verurtheilt. der Kaiser verwandelte aber das Urtheil in 15 Jahre Gefängniß bei harter Arbeit. G. gilt als Haupt und einen der gefährlichsten Ter-reisten.

Prompte, Vergeltung. Vkajor v. GlasenappS Revanche für die Nie derlage von Owikokorero. Major v. Glasenapp. der vielgenannte. Führer der deutschen Entsatz-

truppen m Südwestafrika, der sich Mnte Marz bei Owikokorero von den aufständischen Hereros überraschen ließ und in Folge dessen eine schwere Schlappe erlitt, hat bald darauf seine SSs B !M O A m Major v. Elasenapp. Revanche an den Rebellen genommen und ihnen in einem Gefechte bei Okaharui eine blutige Niederlage bereitet. Er gilt als ein sehr tüchtiger Offizier und war wiederholt dem Generalstab zugetheilt. In den Jahren 1884 fr 1887 wirkte er mit Erfolg als Jnstrukteur bei der chinesischen Armee in Tientsin; während der Chinawirren im Sommer 1900 war er, als vorzüzlicher Kenner der chinesischen Verhältnisse. dem Stäbe der Seebataillone zugetheilt und machte in dieser Stellung die Expedition mit, insbesondere das Gefecht bei Liang-hsiang-hsien. Im Jahrs 1891 in die Heimath zurückgekehrt, .wurde er im Oktober zum Bataillonskommandeur ernannt. Seit März 1902 stand Major v. Glasenapp an der Spitze des zweiten Seebataillons in Wilhelmshaven. Rußlands Vkrkchrsministcr. ' Fürst CHZlksffs interessante Laufbahn nd feine hohen Verdienste. Bei den kriegerischen Aktionen in Ostasien steht der Transport der ruffischen Truppen mit im Vordergrunde des Interesses. Dieser Transport erfolgt bekanntlich auf dem gewaltigen, 5000 englische Meilen langen sibirischen Schienenwege, der nur noch am Vaikalsee eine Unterbrechung verzeichnet. Im Sommer geschieht die Beförderung über den See in Fährbooten; für den heurigen Winter hatte die russische Regierung über das Eis des Sees einen Schienenstrang gelegt. Man ist zur Zeit dabei, um den Baikals eine Verbindungsbahn herzustellen; ihre Vollendung dürfte aber wegen der außerordentlich großen Terrainschwierigkeiten kaum vor Mitte nächsten Iahres zu erwarten sein. Die transsibirische Eisenbahn ist eine Schöpfung des Überhaupt um die EntWicklung des russischen EisenbahnWesens hochverdienten Verkehrsministers Fürst Michael Chilkoff. Der Fürst ist einer der wenigen, ja vielleicht der einzige Eisenbahnminister überhaupt, der sein. Ressort durch praktischen Dienst von der Pike auf auf das Gründlichste gelernt hat. Er hat vor Beginn seiner amtlichen Laufbahn bei einer amerikanischen Eisenbahn als einfacher Arbeiter, später als Heizer, Fürst Michael Chilkoff. Lokomotivführer und Maschinenschlosser gearbeitet. . So vorbereitet, trat Chilkoff dann vor etwa 40 Jahren in den Eisenbahnverwaltungsdienst seines Vaterlandes ein, in dem er im Laufe der Jahre immer höher stieg, bis er 1893 Minister des gesammten rufstschen Verkehrswesens ward. Im Auftrage seiner Regierung besuchte Chilkoff, der sich seiner Zeit mit einer Philadelphierin vermählt hatte. 1836 abermals die Ver. Staaten. .' Während der Truppentransporte kam es bisher weder auf der Transbaikalbahn noch auf der mandschurischen Bahn zu Stockungen oder Stauungen. Dieser Umstand war haupsächlich auf die Anwesenheit dks Verkehrsministers während der ersten Transporte über den Vaikalsee zurückzuführen. Fürst Chilkoff dünkte sick dabei nicht zu gut, oft selbst mit Hand anzulegen, und die Schaufel wie der einfache Arbeiter zu führen.

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Aerzte.

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Wm. St