Indiana Tribüne, Volume 27, Number 204, Indianapolis, Marion County, 19 April 1904 — Page 7
Jndiana Tribüne, 19. April in
Svsx.
Roman von EusemZa v. Adlersse.d-BaLestrem. Fcrtsexslng. Ja, zu deiner Hochzeit mit Hans Truchseß," erwiderte Trix, auf das Bild deutend. Da lachte Phroso und knöpfte ihren Kragen wieder zu. Du sagst das mit einem Tone, als wäre dein Geschenk der Preis dafür," scherzte .sie. Hochzeitsgeschenke sind auch gewissermaßen Preise," entgegnete Trix. Ich habe das einmal irgendwo gehört. Preise der Liebe und der FreundSchaft -" Und die Leute schimpfen und jammern gräßlich, wenn sie solche Preise zu entrichten haben," ergänzte Phroso lachend. 'Wenigstens hinter der Scene. Wenn wir zu einer Hochzeit eiugeladen werden, dann läuft Papa wie ein brüllender Löwe umher und tobt und wettert über den schlagrührenden Blödsinn dieser Preise der Freundschaft." Natürlich bei solchen Krösussen, wie du einer bist, du kleiner Glückspilz, da werden selbst Hochzeitsgeschenke zum Genuß." Dr Herzog wird dich wohl auch nach deinen Wünschen fragen," bemerkte Trix etwas unsicher. Er hat Mama gefragt," erwiderte Phroso ohne zu zucken. Opale und Diamanten." Wie schön," sagte Trix etwas hülflos. Opale werden dir sehr gut kleiden. Aber Perlen auch." Der König läßt immer anfragen, was er schenken soll von ihm werde ich mir Perlen wünschen," erklärte Phroso. Perlen sind so recht wie gemacht für königliche Geschenke." Ja," gab Trix zu. Du kiirst selbst beschenkt sein wie eine Königin, Phroso zu deiner Hochzeit mit Hans. Ihr werdet ein wundervolles Brautpaar sein du und Hans." Phroso antwortete nicht, sie besah sich die feinen Spitzen ihrer weißen Lederschuhe und lächelte. Da wagte Trix ihren Staatsstreich sie kniete vor Gräfin Phroso nieder und versuchte, ihr in die Augen zu sehen. Du liebst ihn wohl sehr, deinen Hans?" fragte sie leise. Trix, du wirst indiskret," erwiderte Phroso kühl. 's O sag' mir's, bitte," erwiderte 2xir in ihrer Herzensangst lächelnd. Du bist ein dummes, liebes, kleines Schaf." rief Phroso, sich erhebend. Smd wir denn sentimentale Backfische, die über den herrlichsten von allen" himmeln müssen? Natürlich lieb' ich ihn. Wenn er nur bloß die hirnverbrannte Idee aufgeben wollte, sich in diesem gräßlichen Kroschwitz festzusetzen, wo . die Füchse sich gute Nacht sagen." Trix stand auch auf mit dem Gefühl, daß ihr Staatsstreich ein Schlag in's Wasser gewesen. Natürlich lieb' ich ihn!" Das hatte so geklungen, als wenn man ein Kind beruhigen will, und dem Ton fehlte das Ueberzeugende. Aber schließlich war Phroso eine sehr kühle Natur, außer wenn es sich um Edelsteine handelte.vielleicht war mehr von ihr nicht zu erwarten .und zu verlangen. Es war ja auch das genaue Gegentheil von dem, was Trix gestern Abend gehört oder zu hören geglaubt hatte, denn jetzt mißtraute sie erst wirklich dem Zeugniß ih. rer Ohren. Eine halbe Stunde später saß sie wieder auf ihrem Wagen und fuhr in kurzem Trabe nach der Abtei zurück, denn sie hatte es nicht eilig, weil es noch früh genug war. Und sie hatte auch wieder zu viel zu denken. Hans hatte ihr beim Aufsteigen geholfen und dabei nur für sie hörbar gesagt: Was ist denn mit dir heute, kleine Trix, du bist anders als sonst. Oder vielme.hr deine Augen sind's. Als ob du von innen einen Schleier darüber gezogen hättest." Sie hatte dazu bloß gelacht und Ach, woher nur!" gesagt, aber es war doch merkwürdig, daß gerade Hans etwas sehen mußte, was keinem anderen evident aufgefallen war. Wenn man kutschiri, muß man aber auf die Pferde aufpassen und darf nicht träumen, und so geschah's, als daS Sattelpferd stolperte, daß Trix zu spat kam, ihm eine Hilfe mit dem Zügel zu geben, und daß es stürzte. Natürlich sprang der Kutscher gleich ab, ihm aufzuhelfen, aber als es wieder stand, fand es sich, daß es sich eine Hinterfessel derstaucht und nur im Schritt vorwärts konnte. Das dadurch bedingte Tempo ging Trix akr schon nach den ersten Minuten auf die Nerven, trotzdem sie 'es eben noch gar nicht eilig gehabt. Sie gab also dem Kutscher die Zügel und stieg ab, um auf einem Waldwege zu Fuß Tmch der Abtei zurückzukehren. Dabei ließ sich's wieder sehr gut und ungestört denken, doch sie war noch keine fünf Minuten gegangen, da kamen ibr eilige Schritte nach, und als sie sich verwundert umwendete, stand zum zweiten Mal am gleichen Tage Herr v. Graßmann vor ihr. Mein gnädigstes Fräulein," sagte er respektvoll, ich begegnete eben Ihrem Wagen und bedaure lebhaft den kleinen Unfall, der Sie betroffen. Darf ich 'ch Ihnen zur Begleitung anbieten? Es ist noch ein ganzes Ende Weg bis zur Abtei "
Sie sind sehr liebenswürdig," erwiderte Trix ablehnend. Ich gehe aber gern allein." Wie Sie befehlen." beschied er sich absolut korrekt mit einem Schritte zur Seite. Darf ich Sie aber dann einen Augenblick aufhalten? Es ist mir leider heut' morgen unmöglich gemacht worden, meinen Speech zu Gunsten meiner Mutter zu vollenden " ..O bitte," fiel Trix ein, Sie haben ja alles gesagt es muß Ihnen so peinlich sein. Und ich habe es ja auch verstanden. Guten Abend, Herr von Graßmann!" Nur ein Wort noch, gnädigesFräulein," bat er, wieder einen Schritt naher tretend, ein Wort gewähren Sie mir, bitte, pro dorno! . Ich möchte mick vor Ihnen so gern von dem Berdachte reinigen, als ob ich mich Ihnen hätte aufdrängen wollen " O ich habe daran gar nicht gedacht," fiel Trix ungeduldig ein. Wenn das Sie beunruhigt, dann können Sie ruhig schlafen gehen." Sie wälzen einen Stein von meinem Herzen, gnädiges Fräulein," rief Graßmann wie mit verhaltenem Feuer, indem er seinen Augen ihren flammendsten Ausdruck gab, was im ehemaligen Kreise seiner Kammeraden als das,Graßmann'sche .Augenklappern" berühmt gewesen. In der That, Sie geben einem armen Wänderer, einem Ausgestoßenen, den ersten Schimmer eines neuen Daseins, ja, Sie geben ihm den Muth zum Kampfe, der ?hm bevorsteht, die idealen Güter zurückzugewinnen, die er durch ein wenig eigene Schuld und durch die Bosheit seiner Feinde zum Glück nicht unwiederbringlich verloren hat. Muthlos kam ich hierher ein anderer Mensch gehe ich wieder, und wenn ich wiederkomme ja, wenn ich wiederkomme " Wie überwältigt schlug er die Hände vor seine Augen. Herrgott, was quatscht der alles zusammen, wenn er mal aufgezogen ist," dachte Trix und laut sagte sie: Ich wünsche Ihnen viel Glück, Herr von Graßmann. Guten Abend!" O, gehen Sie. noch nicht, bleiben Sie noch einen einzigen kleinen Augenblick," rief er. noch einen Schritt näher tretend und die Qände flebend ausstreckend.' Lassen Sie einem tief Unglücklichen noch einen Athemzug tartq die Seligkeit, die Wonne Ihrer Nähe." Herr von Graßmann!" Trix fing nun ernstlich an, die Geduld zu verlieren. Er that, als wachte er aus einem Traume auf. Was habe ich gesagt?" . murmelte er, mit der Hand über die Stirn streichend. Ach, wer wägt seine Worte, wenn die Gefühle ihn überwältigen! Und da ich so viel schon gesagt gnadiges Fräulein! Beatrix! Glauben Sie an die Liebe a den ersten Blick?" Und ehe Trix es sich versah, hatte er ihre Hand ergriffen und preßte seine Lippen darauf. Trix wußte natürlich nicht, daß diese Ueberrumpelungsscene ein oft geübter und meist sehr erfolgreicher Trick des Ladykillers" von Beruf war, aber sie wußte, daß e jetzt oenug hatte von Max Graßmann. Mit flammenden Wangen urcb blitzenden Augen entriß sie ihm ihre Hand. Was ich glaube, das geht Sie gar nichts an," rief sie empört. Und wie können Sie so unverschämt sein, mich beim Vornamen zu nennen? Gehen Sie mir aus dem Wege ich will weiter!" Aber so schnell gab Graßmann sein Spiel nicht auf. Zürnen Sie mir, aber bleiben Sie," begann er von Neuem. Lassen Sie mich erklären, gewähren Sie mir. das Recht der Vertheidigung, das jedem Verbrecher zugestanden wird. Aber was hätte ich verbrochen doch nur, dem Worte gegeben zu haben, was mir das Herz mit so wundersüßer Wonne und Schmerz erfüllt! O, seien Sie barmherzig " Guten Abend, Fräulein von Dornberg!" unterbrach ihn eine wohlbekannte Stimme und zum zweitenmal am gleichen Tage trat des jungen RinLigs Hünengestalt zwischen ihn und die Erbin der Abtei. Wie gestochen fuhr er herum? Was wünschen Sie hier? Wie kön nen Sie sich unterstehen, dazwischen zu treten, wenn ich mit Fräulein von Dornberg spreche? Welches Recht haben Sie überhaupt, hier herumzulungern?" fuhr er den jungen Mann an. Doch ehe der antworten konnte, fiel Trix ein: Na, man sachte mit die jungen Pferde, Herr von Graßmann," rief sie laut und nicht ohne einen gewissen Triumph. Herr Rindig hat meine Erlaubniß, meine, verstehen Sie? hier überall spazieren zu gehen. Dieser Theil des Waldes ist den Fremden verboten, die beim Oberförster wohnen. Ich kann mich aber nicht besinnen, Ihnen die Erlaubniß gegeben zu haben und möchte Ihnen nur rathen, sich die freigegebenen Wege besser zu merken, weil Sie sonst höllische Unannehmlichkeiten mit den Förstern und Waldhütern haben könnten. Herr Rindig. Sie kommen' doch mit mir nach der Abtei zum Abendessen. Und mit hocherhobenem Kopfe, auf den Wangen noch das Roth der Entrüstung, ging sie ihres Weges weiter, gefolgt von dem jungen Rindig, der es nicht einmal mehr sah, wie MaxGrotz-
mann die Faust' hinter ihm schüttelte wie ein Schmieren - Bösewläst. Ich muß eigentlich einen Hausorden für Sie stiften, weil Sie nun schonn zweimal zum Rettungsengel für mich geworden sind," sagte Trix, nachdem si? eine Weile sweigend neben einander hergegangen waren. Ist das ein Quasselpeter, dieser Herr von Graßmann! Der redet einem ja ein Loch in die Seele! Und das strömt dahin wie das Büchlein auf der Wiese und ist gar nicyt meyr zu stoppen, weder im Guten nych im Bösen. Sie so anzufahren! Hören Sie, Herr Rindig, Sie werden doch nicht etwa eine Dummheit machen und diesen Menschen dafür fordern?" Das wäre wirklich eine riesige Dummheit," erwiderte der jungeMann lächelnd. Man schießt sich nicht mit Herrn von Graßmann." Na, das ist ja hübsch," meinte Trix beruhigt. Vermuthlich giebt man Herrn von Graßmann auch keine Ohrfeigen, und da bin ich Ihnen doppelt dankbar, daß Sie fo zufällig dazwischen kamen, denn gerade das war ich eben stark versucht, zu thun." Der junge Rindig sagte nichts dazu nicht aus Schüchternheit, denn die hatte er vor Trix fast ganz llberwunden, sondern weil sie ihm nichts Neues damit erzählte. Was er von der Scene, die er unterbrochen, nicht mehr hatte hören können, das hatte er gesehen.' Vor der Abtei schon wurden die beiden Fußgänger von Frau v. Graßmann empfangen, die sich überTrixens Unfall mit dem gestürzten Pferde beunruhigt haben wollte, das heißt über die Consequenz desselben: den einsamen Gang des jungen Mädchens durch den Wald. Denn Sie mögen mir sagen, was Sie wollen," fügte sie hinzu, es macht mich immer nervös, wenn Sie so allein den großen Wald durchstreifen. Man kann nie wissen, was für Gesinde! sich dort versteckt." Hab' ich bisher auch nicht gewußt," erwiderte Trix mit einer ihr sonst fremden Bitterkeit. Herr Rindig hat heut' schon zweimal die Güte gehabt, mich von der tätigen Gegenwart sol hes Gesindels" zu befreien." O. wirklich?" fragte Frau v. Graßmann, ohne auf diese Bestätigung "fiter eben noch so eloquent geäußerten Befürchtungen- emzugeyen, was Trix zwar nicht auffiel, dafür aber ihrem Begleiter, der noch dazu die, Beobachtung machte, daß Frau v. Graßmann auffällig erblaßte. Ja, aproPos, Friedrich sagte mir, daß Sie ihm in Ihrem Thurmzimmer befohlen hät ten, den Kredenztisch auf den leeren Platz zu setzen ich habe mir aber erlaubt, ihm zu sagen, er möchte noch damit warten, weil diese leere Stelle einen Wandschrank enthält, den Si: doch am Ende nicht verstellen wollen." Wieder wunderte sich der junge Rindig, wieso man von Gesinde! im Walde apropos" auf einen Wand-, schrank kommen könnte, aber Trix schien das auch nicht aufzufallen. Die Verwunderung über die Existenz eines solchen Gelasses war das einzige, was sie äußerte. O, ich habe es Ihnen beim Umstellen der Möbel doch gezeigt oder mindestens gesagt," behauptete Frau v. Graßmann. Sie haben es nur vergessen. Es sollte ein chinesischer Schirm davor gestellt werden, um den leeren Raum zu maskiren." Trix konnte sich zwar absolut weder auf das eine, noch auf das andere besinnen, aber sie mußte die Möglichkeit zugeben. Als sie in ihre Zimmer ging, fand sie die Angabe ad oculos demonstrirt, das heißt den fraglichen Schrank geöffnet. Es war eigentlich nichts als ein leerer Raum ohne Tiefe, den man durch Anbringung von Schäften oder Haken zu einem Schrank gestalten konnte, mit einer hölzernen Rückwand und der Boiserie des Zimmers als. Thür. Und als Trix diese zuschlug, paßte sich dieselbe so der Eichenholzverkleidung ein, daß es unmöglich schien, sie dort herauszufinden, auch war es Trix nicht möglich, ein Schloß oder sonst einen Apparat zum Oeffnen zu finden, und es blieb ihr nichts übrig, als gelegentlich Frau v. Graßmann zu fragen, welche die Abtei und ihre Winkel und Ecken besser kannte, als sie, die Besitzerin. Aber Trix hatte ganz die Lust verloren, Frau v. Graßmann um etwas zu fragen. Sie sagte sich, daß es unvernünftig und ungerecht sei, den ihr widerwärtigenSohn in solchemGrade mit seiner Mutter zu verquicken, aber das Gefühl war in diesem Augenblick stärker, als ihre Argumente. Ueber die Richtigkeit ihrer Angabe von Frau v. Graßmann befragt, sagte sie daher nur kurz All right" und ging weiterhin nicht mehr darauf ein. Später, ehe sie schlafen ging, fragte sie Friedrich, der ihr noch eine Flasche Sodawasser heraufbrachte, ob er von dem Wandschrank etwas gewußt. Er verneinte, fügte aber hinzu, daß man oft in der Abtei von einer geheimen Thür geredet habe, durch welche der selige Graf die vergitterte Loge in der Kirche, dem Hochaltar gegenüber, betreten haben müsse, weil er darin oft erschienen war, ohne daß man ihn die Treppe benutzen gesehen hätte, die in der Kirche auf den sogenannten Nonnenchor geführt, weil dort früher die Klosterfrauen die Tageszeiten gesungen. Trix leuchtete diese Version mehr ein, als die vom Wandschrank, doch so sorgsam sie. das Paneel auch ab-
suchte, so konnte sie das Wie?"'nicht finden, das ihn öffnete. Sie ließ die Sache also vorläufig auf sich beruhen, aber sie beschloß, diese Geheimthür, wenn es wirklich eine war, auch für die Kirche zu benutzen. Der Pater wußte vielleicht etwas davon, und sie entsann sich jetzt auch der Notiz zu dem hinterlassenen Briefentwurf ihres Onkels an sie: Hier ist einzuschalten: das Geheimniß der verborgenen Thür, durch die man in die sogenannte Aebtissinnenloge in die Kirche und in das Haus gelangen kann." Das zu enthüllen, hatte der Tod den Onkel also auch verhindert, aber wie gesagt, der Pater wußte vielleicht darum. Ob aber Frau v. Graßmann gleichfalls? Oder wußte sie nur um diesen sogenannten Wandschrank? Im Grunde genommen schien Trix das ganz gleichgiltig, besonders da sie schrecklich müde war, und trotz allem, was sie seit gestern erfahren und erlebt, forderte die Natur doch ihre Rechte und sie schlief dieNacht durch wie ein Murmelthier", wie sie sich selbst am anderen Morgen versicherte. Aber trotzdem sie sich dadurch gestärkt fühlte und ihr das Leben und seine verwirrenden Räthsel mithin viel leichter erschienen, hatte sie doch keine Lust, in den Wald zu gehen, das heißt, sie hatte keine Lust, Max Graßmann zu begegnen. Das war's. Hans Truchseß hatte ganz recht gehabt sie war von ihm belästigt worden durch sein unerträgliches Geschwätz, durch seine ja um Himmels willen, sollte das eine Liebeserklärung gewesen sein? Das war Trix, der harmlosen Trix, noch gar nicht in den Sinn gekommen! Natürlich war's eine Liebeserklärung! Trix erinnerte sich der des jungen Syrop, aber über jene hatte sie lachen müssen, daß sie sich gebogen, und über diese ärgerte sie sich, und es trieb ihr -das Blut in's Gesicht, daran zu denken. Aber es war ihr schon recht warum hatte sie nicht auf Hans gehört. Hans, der seinen Pappenheimer doch kannte. Jedenfalls hatte der unangenehme Mensch, dieser Graßmann, ihr den Wald gründlich verleidet, so lange er ihn unsicher machte. Und so sehr begann Trix sich nachträglich daüber zu ärgern, daß sie staute pede" zu Frau v. Graßmann ging, die sehr erstaunt über diesen ungewohnten Besuch war. Ich bin auch nur gekommen, Sie zu . bitten, Sie möchten Ihrem Herrn Sohn sagen, daß er sich an die den Gästen des Oberförsters vorgeschriebenen Spazierwege halte, weil er sich in den reservirten Theilen des Waldes bloß Unannehmlichkeiten mit dem Personal aussetzt, wenn er dort ohne Erlaubniß betroffen wird," erklärte Trix, ohne den angebotenen Sessel anzunehmen. Ich danke Ihnen vielmals für den gütigen Wink," erwiderte Frau v. Graßmann liebenswürdig, aber mit verschleiertem Hohn. Mein Sohn hat jedenfalls keine Ahnung von dieser Vorschrift " Doch. Der Oberförster ist verpflichtet, sie seinen Gästen mitzutheilen," sagte Trix kurz. So? Wirklich? O, dann hat mein Sohn jedenfalls geglaubt, daß er durch meineStellung hier davon nicht betroffen wird," meinte Frau v. Graßmann leicht. Und wer ertheilt eine solche Erlaubniß?" Ich, das heißt die Verwaltung, aber nur durch Vorlage an mich," erwiderte Trix, der eine Ahnung aufstieg, was nun kommen würde. Und es kam. O, in diesem Falle erbitte ich also eine solche Erlaubniß für meinen Sohn," sagte Frau v. Graßmann im natürlichsten Tone der Welt. Offen gesagt," fügte sie lächelnd hinzu, offen gesagt, hätte ich nicht geglaubt, erst darum bitten zu müssen, aber ich hatte übersehen, daß man, so jung im Besitze wie Sie es sind, natürlich noch streng am Dekorum und an der Wahrung seiner Machtvollkommenheit festhält." Das ist mir nicht eingefallen," erklärte Trix energisch. Jedenfalls bedaure ich, die gewünschte Erlaubniß nicht geben zu können." O!" Frau v. Graßmann zuckte erstaunt und verletzt zurück. Das ist nicht gütig von Ihnen, Fräulein von Dornberg," fügte sie hinzu, das Taschentuch vor die Augen haltend. Nein," sagte Trix ehrlich. Ich finde es selbst nicht nett. Aber ich finde es für mich noch viel, viel Peinlicher, eS Ihnen sagen zu müssen, daß Ihr HerrSohn seine selbstgegebene Erlaubniß dazu benutzt, mich zu belästigen, wenn und wo er mir begegnet. Und darum darum kann ich ihm die Erlaubniß nicht geben." Frau v. Graßmann faltete die weißen Hände und sank auf den nächsten Stuhl. Fräulein von Dornberg!" rief sie, Sie sehen mich entsetzt und skandalisirt! Sind Sie sicher, daß es so ist. wie Sie sagen? Was hat mein Sohn Ihnen gesagt oder gethan?" (Fortsetzung folgt.)
Ein Antialkoholiker.. Polizist (zum Betrunkenen, der auf der Gasse herumschwankt): Was machen Sie da?" Betrunkener: Ich kämpfe gegen den Alkohol!" Von der Schmiere. Glaubst du wirklich, daß wir auch den Othello" spielen werden? Natürlich, der Direktor hat ja schon, zwei Schachteln Wichse kaufen lassen.
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Allerlei. : &&'Jr'r'k '? Frau Dr. Gabriele Freiin von Possanner wurde in die Wiener Aerztekammer als stellvertretendes Mitglied gewählt. Die erste Aerztin in Brasilien ist Dr. Ermelinda de Sä. Die Dame übt die ärztliche Praxis seit 1889 in Rio de Janeiro aus. Die römische Kammer genehmige te einen Gesetzentwurf, nach welchem Frauen, die ein juristisches .Examen abgelegt' haben, ihren Beruf als Juristen ausüben dürfen. Auf der Ausstellung Die Kinderwelt" in Petersburg erhielten den größten Preis Förster Gerika und Fräulein Gerike, die große Medaille das Pestalozzi-Fröbelhaus in Berlin, der Berliner Fröbel - Verein und andere. Zum ersten weiblichen Schul-Lei-ter Berlins ist Fräulein Schalhorn ernannt worden, welche bisher als Oberlehrerin an der Luisen-Schule daselbst gewirkt hat. Fräulein SchalHorn wird die Direktion einer Fortbil-dungs-Schule für Mädchen übernehmen. Ein Schlaumeier hat ausgerechnet, daß in Chicago zu Ostern 7 Millionen Eier verzehrt, wurden, die alle frisch aus dem Südwesten kamen. Trotz des außergewöhnlich hohen Preises den die Eier vergangenen Winter hatten, sollen sämmtliche Cold Storage" Eier verbraucht sein. Em schöner Gedanke für die Hausfrauen. In feierlicher Weise wurde kürzlich im Sitzungssaale der Wiener Zuckerbäcker-Genossenschaft der erste weibliche Zuckerb'äcker-Lehrling freigesprachen, Fräulein Olga Lewicki. die Tochter eines Conditors. Die Aufdingung des jungen Mädchens wurde erst nach längerem Actenwechsel zwischen der Genossenschaft und den BeHorden ermöglicht . Der Frauenbund Union" in Finland hat bekanntlich den Beschluß gefaßt, den Titel Fräulein abzuschaffen und sowohl für unverheirathete wie verheirathete Damen den- Titel Frau anzuwenden. Unter den norwegischen Frauen hat dieser Vorgang solchen Eindruck gemacht, daß in der Frauenzeitung Nylände" empfohlen wird, dem Beispiel zu folgen. Madame Skidowska - Curie, die berühmte Forscherin und Miterfinderin des Radium, von der wir unseren Leserinnen schon letzthin erzählten, ist erst 36 Jahre alt. Sie wird als anziehende Frau geschildert, welche sich nicht nach den letzten Gesetzen derMode richtet. Mit feinen, regelmäßigen Gesichtszügen, hellen, blauen Augen und einer schön gewölbten Stirn, welche . von welligem Haar umrahmt wird, ist ihr Gesicht außerordentlich angenehm bis auf die dünnen Lippen, die dem Ausdruck eine Spur von Härte verleihen. Madame Curie lebt mit ihrem Gatten und ihrem Töchterchen in einem kleinen Hause einer Pariser Vorstadt. Ihre meiste Zeit verbringt sie auf der Universität ' oder experimentirend in ihres Gatten Laboratorium. Sie lernte ihren Gatten auf der Pariser Universität kennen, wo beide mit wissenfchaftlichen Forschungen beschäftigt waren. Eine merkwürdige Klage trug sich in München zu,: Frau Dr. Lehmann übt dort seit Jabren die ärztliche Praxis aus. Sie hat in England promodirt und auch in Deutschland die ärztliche Prüfung bestanden. Ihr Gatte ist ebenfalls Arzt. Nun hat sie einen Strafbefehl erhalten, weil sie eine Entbindung vorgenommen habe, ohne die Approbation, als Hebamme zu besitzen. Das Schöffengericht bestätigte das Strafmandat. VomLandgericht ist jedoch dieser Tage Frau Lehmann freigesprochen worden, da sie ja die ärztliche Prüfung in Deutschland bestanden habe, also weitergehende ärztliche Kenntnisse besitze, als eine Hebamme nöthig habe. Als Aerztin habe sie eine Hebammen-Approbation nicht mehr nöthig. Es hat also in Bayern dreier Instanzen bedurft, um zu dieser natürlichen Entscheidung zu kommen. Der Zopf,. der Zopf, der hängt ihm hinten." Soll nicht hinterher zum Leide Es bereu'n dein schnelles Herz, Thu' nichts in der ersten Freude, Tbu' nichts in dem ersten Schmerz. StiUo Hnffnung. Freund: Was? Du bist dem Heirathsvermittler noch das Honorar schuldig? Warum zahlst Du es ihm nicht?" E h e m a n n : O, vielleicht holt er sie sich wieder!" Nreinfactiuns. Sie Sie Na, ich werde Ihnen ein Naturgeschichtsbuch schicken." Zwei MögUct, ketten. Wanderer: Ein Massengrab! Hat hier nun eine Schlacht oder eine Automobilwettfahrt stattgefunden ?"
Feuer - Signale.
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Llab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und OhK, 3 N. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und IS. 126 Dande und 15. 127 Brookside und Jupiter 123 Central Ave und 17. 129 Delawar und 19. '.31 Alabama und 11. 132 Bellesontain und 134 College Av und 9. :35 Delaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 133 Colleg Av und 14. 13? Corriell Ave und 13. 141 DandeS und 19. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 22. 146 Alvord und 17. 147 No. Spritzenhaus Hilside Av und '6. .48 College Ave und 22. 149 College Av und 7. 152 Park Ave und 23. 158 2(8. LZ Bahn. 52. 154 Ramsey Ave und 10. 156 Stoughton u Newman 157 AtlaS und Pike. 158 Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 Spritzenhau - Lrightwood Arden und Depot 163 Brigytwood und 2. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. eyfton 1? Arsenal Av unk 23. isg Bellefontaine und kg. I Park te im lff 212 Capital Ave und 213 Pennsyld. n. 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