Indiana Tribüne, Volume 27, Number 204, Indianapolis, Marion County, 19 April 1904 — Page 3
Jndisna Tribüne, 19 April 1904.
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Kunz,
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Parker
Delcgatcn zur National-Convention werden für ihn instruirt.
Colorado Despotismus. Missouri"
Grubcn-Unfall. Anklage gegen Whiskey - Händler. Chicago Banditen.'
Demokratische StaatsConvention. Albany, N. , 18. April. Die demokr. Ftratsconvention erwählte folgende Delegaten at large zur National Convention: David B. Hill, Albany; Edward Murphy Jr., Troy; George Ehret, New York und James W. Ridgewvy, Brootlyn. Die Delegaten wurden mit 301 gegen 149 Stimmen instruirt, für A. B. Parker als Präsi-oenischafts-Candidaten des Staates zu stimmen. Tammany wurde nicht so schlimm behandelt, als man vorausgesagt hatte. In hret erhielt eS einen Delegaten at large, ebenso einen Stellvertreter und einen der beiden Elektoren at large, H P. Whitney, während der andere I. T. Woodford ist. Die Platform ist kurz; außer der Instruktion für Parker schreibt sieden Delegaten geschlossene Abstimmung vor. Gewalt - Regiment geht weiter. Denver. Colo., 18. April. Gouverneur Peabody beschloß heute nach Conferenzen mit Generalanmalt Miller, Anwalt Waldron und General Bell, dem Obergericht am Donnerstag den Grubenarbeiter-Präs. Moyer gemäß dem Habeas Corpus Befehl nicht vorführen zu lassen. Anwalt Waldron wird vor dem Obergericht eine modificirte Verfügung beantragen. Unter dem Hinweis, daß die Vorführung des Petitionärs unter gegenwärtigen Umständen nicht angezeigt erscheine, will er das Gericht bitten, den Fall ebenso zu verhandeln, als wäre Moyer im Gerichtssaal. Dieser Entschluß ist die Folge von Vorstellungen Bell's, der die Uederzeugung aussprach, daß ein BefreiungsPlan der Gewerkschaftler zu Gunsten Moyer's im Gerichtssaal in's Werk gesetzt würde. Die Antwort an's Obergericht seitens der Staats-Beamten wird zugleich die Machtbefugnisse des Gouverneurs in solchen Fällen darlegen. Es wird be tont, er habe die Macht zum Besten des Staates Jedermann zu verhaften und für unbestimmte Zeit einzukerkern. Moyer müsse noch einige Zeit im Gefängniß bleiben, da sonst die WiederHerstellung des Friedens in San Miguel County unmöglich sei. Denver, 18. April. General Bell und Cavt. Wells händigten dem Sheriff von Telluride heute eine Erklärung ein, wonach sie im Dienste der National-Garde stehen und daher dem civilrechtlichen Proceßverfahren nicht unterworfen seien. Der Sheriff gab die Verhasisbefehle nebst dieser Erklärung dem Clerk des Obergerichts zurück Weitere Verhaftung. Trinidad. Col., 18. April. John Simpson, Sekretär der Vereinigten Grubenarbeiter von Amerika im 15. Distrikte, wurde heute auf Anklage der Bundes-Grandjury in Pueblo wegen Versendung obscöner Schriften durch die Post verhaftet. Simpson war Geschäftsführer der kürzlich von Major Hill unterdrückten italienischen Zeitung Jl Lavatore". Er stellte Bürgschaft. Drei I u r y S entlassen. Detroit, Mich.,. 18. April. Richter Phelan entließ heute Abend die dritte Jury, welche G. W. Parker wegen Ermordung seines Schwagers I. Moone zu Processiren suchte. Zwei wurden wegen angeblicher Beeinflussung heimgeschickt; eine konnte - sich nicht einigen. Der Angeklagte spielte in Militär, kreisen eine namhafte Rolle, der Er mordete war ein bekannter Sänger hier. Bericht über die M i s " four i" Explosion. Washington, 18. April. Gene ral-Auditor Lemley erhielt durch den Commandeur des Nord Atlant. Ge schwaderö Cöntre-Admiral Barker den Bericht der Untersuchup.gs-Bebörde über die Opfer des Missouri"-Unfalls. Ein anderes Unterfuchungs-Gericht mit Ad
siegreich.
- Explosion. Pensions - Debatte. miral Cbadwick an der Spitze ist noch in Thätigkeit. Bei der obigen Untersuchung, die Leutnant-Commander Briggs an Bord .des Schiffes leitete, wurden nur Capitän ComleS und Leutnant Davis als Zeugen vernommen. Der Capitän beantwortete nur eine Frage, daß nämlich das Unglück sich durch Explosion von 1600 Pfund Pulver im Bedienungsräume und Thurm und der Ladung in einem der Thurmgeschütze ereignete. Die Aussagen des Leutnants deckten sich mit den ersten Berichten in den Preßdepeschen. Den Versuch, eine Erklärung für die Explosion zu geben, machte Davis nicht; die gegenwärtige Untersuchungsbehörde befaßt sich mit dieser Frage. Die Todtenliste wird in dem Berichte auf 29 angegeben. Contre Admiral Capps, Ober-Cnn-struktor der Marine, der in Pensacola den Schaden untersuchte, erstattete dem Marine-Sekretär mündlichen Bericht, wonach sich der Schaden fast auöschließlich auf die elektrischen Motore in der Umgebung der Explosion beschränkt. Die Schiffs Struktur selbst erlitt seinen nennenswerthen Schaden. Die Reparaturkosten werden auf etwa $10, 000 geschätzt. GrubenUnfall. P i t t s b u rg, Pa., 18. April. Ein italien. Arbeiter in der Nixon Grube zu Heidelberg ließ vermuthlich gestern Nacht ein Licht fallen, wodurch eine große Menge Pulver explodirte, ihn selbst tödtend und 9 andere Arbeiter verletzend. 15 Leute in der Grube entkamen ohne Schaden. Die angeklagtenGrubenBeamten. Pittsburg, 18. April. StaatsGruben Jnspekter Cunningham und der frühere Superintendent Sowden von der Harwick Grube, die wegen Mordes der Grandjury übermiesen sind, stellten sich heute dem Coroner und wurden zu Bürgschaft zugelassen. Wohlthätigkeits-Vor-st e l l u n g. Washington. 18. April. Heute Nachmittag fand im Lafayette Square Theater zu Gunsten des Fonds für die Hinterbliebenen der Missouri die Vorstellung des schönen Schauspiels der Traum der Königin Elisa beth" statt. Präsident und Frau Roosevelt hatten eine Loge inne. Als Darsteller fungirten die jüngeren Mit glieder der hiesigen Gesellschaft, darunter die Gattin des öfter. Botschafters v. Hengelmüller, Gräfin Casfini und Frl. Durand, Tochter des britischen Botschafters. Whiskey Händler unter Anklage. Topeka, Kas., 18. April. Die Grandjury erhob heute Anklagen gegen 12 Händler, welche Whiskey nach Kansas gesandt hatten, ohne Steuer zu zahlen. Verhaftunzen wurden nicht vorgenommen. Petroleum-Produktion. Washington, 18. April. Nach heute bekannt gemachten statiftischen Berichten betrug die Petroleum. Produktion der Erde im Jahre 1902 185.151.089 Fässer. Hiervon entfielen auf die Vereinigten Staaten und Rußland 91.44 Procent. Jahrelang stand Rußland an erster Stelle, jedoch eine Steigerung der amerikanischen Produktion tm Jahre 1902 um 19.377.722 Fässer und ein Sinken der russischen um ,628.515 ließ die beiden Länder ihre Plätze wechseln. Bon den höheren Graden des rasfinir ten Produktes liefert das amerikanische natürliche Petroleum fast die doppelte Quantität als das russische. Die Chicagoer B anditen. S p r i n g f i e I d. Jll., 18. Apr. Die Anwälte von Niedermeyer, Marx und Van Dines beantragen am Mittwoch vor der staatlichen BegnadigungsBehörde Umwandlung der Todes in Freiheitsstrafe.
Würdiger Vater. Betrog seine ahnungslose Tochter um ein grokes mütterliches Erbe. Chicago. 18. April. Nach einer heutigen Entscheidung im ProbatGericht schuldet der GrundeigentbumsHändler S. W. Laing seiner Tochter Irene Laing Malcolm von Toledo. O., die Summe von $200,000. Er ist beschuldigt, das Vermögen verbraucht und seiner Tochter die Kenntn'.ß ihres Reichthums vorenthalten zu haben. Ihre Mutter hatte der Betrogenen als kleines Kind das Vermögen hinterlassen. Der Vater ließ sie in Michigan in Unkenntniß dieser Thatsache erziehen; nach ihrer Heirath mit einem Mechaniker erfuhr sie von dem Erbe. Es folgte dann eine Klage auf Rechnungs-Legung.
Congreß. Haus. Washington. 18. April. Das Haus nahm heute die letzte der BudgetBorlagen, den allgemeinen NachtragsEtat, nach stürmischer Sitzung, die bis etwas nach 8 Uhr dauerte, an. Der Partei-Streit drehte sich um die Bewilligung für Penstonen, welche die Demokraten vergebens dadurch zu amendiren suchten, daß die kürzliche Alters-Penfions-Verordnung der Re gierung in ein Gesetz umgewandelt würde. Abg. Moon, Tenn. suchte ohne Erfolg über ein diesbezügliches Amendement Absti nmung mit Ja und Nein herbeizuführen, worauf die Demokraten, über die Weigerung des Sprechers erbittert, unter dem formellen Antrage einer Zurückverweisung der Vorlage namentliche Abstimmung erzielten Nach erfolgter Abstimmung hierüber hörte aber jede weitere Opposition auf und die Vorlage ging durch. Am Spätnachmittage wurde die Chinesen Ausschlictzungs - Vorlage des Abg. Hitt, getrennt als Amendement zum speziellen Nachtrags Etat eingebracht, ohne Widerspruch angenommen. Senat. Der Senat kam heute mit dem vermischten Civil-Etat noch nicht zum Schlüsse. Im Laufe der Sitzung wurden einige andere Vorlagen erledigt, darunter Vorlagen, welche Verträge mit den Indianern der Devils Lake, Rosebud und Flat Head Reservationen, in Nord und Süd Dakota sowie Montana belegen, genehmigen. Der Confrenz-Bericht über die Ar-mee-Vorlage kommt morgen zur Berathung. A. F. L. und derColoradoS c a n d a l. Denver. Col.. 18. April. Auf der vierteljährlichen Versammlung der Executiv Behörde des amer. ArbeiterVerbands, die heute begann, wird in erster Linie über die 8 Stunden-Vor-läge und die Anti-Einhaltbefehls-Vor-läge vor dem Congreß berathen. Ebenso auch gründlich über die Arbei-ter-Unruhen in Colorado. . Präsident GomperS meinte : Die Verletzung der Grundprinzipien unseres Landes hat Colorado zum Gespötts Amerikas wie auch der ganzen übrigen gesitteten Welt gemacht. Diebischer Beamter. St. Louis, 18. April. Die Grandjury erhob heute gegen John I. Morton, Clerk des Criminal-Gerichts und früher Stenograph im Coroners Bureau, Anklage wegen Großdieb stahls. ES soll sich um eine fortlausende Reihe kleiner Diebstähle aus dem CoronerS-Bureau handeln, im Ganzen $473. . Zur Arbe.it zurück. Des M o i n e S, Ja., 18. April. Grubenbesitzer und Kohlengräber unterzeichneten heute ein Abkommen, welches für die Gruben des Staates in den nächsten 2 Jahren gilt. Die Scala war von den Arbeitern schließlich mit 139 gegen 119 Stimmen ratificirt worden. Die Wiederaufnahme der Arbeit ist heute erfolgt. Bekannter Jndiana Geschüft s mann, f Chicago, 18. April. John F. Beggs, ein bekannter Destillateur aus Jdiana und mehrere Jahre Vice-Prä stdent des sog. Distiller's Trust", ist heute Nachmittag gestorben. Er wohnte in Sheldyville. Ind. ; seine Geschäftsmteressen lagen Vornehmlich in Terre Haute. Tod trat durch Blutvergiftung. in Folge eines Grippeanfalls, ein. Der Verstorbene erreichte ein Alter von 74 Jahren.
Schneidige Aktion.
Powell kennt dem Entstehen Vorzugs-Gläubigern vor. von San Domingo, 18. April. Der amer. Gesandte Powell eröffnete heute dem Minister des Aeutzern. daß. falls eine auswärtige Macht den Ver such mache, eine Schlichtung der An sprüche ihrer Bürger zu erzwingen, hierdurch die Forderungen anderer Nationalitäten ausschließend, er sofort im Namen seiner Regierung alle Zollhäuser in Beschlag nehmen und militärisch besetzen würde. Er begründete seinen Entschluß mit der kürzlichen Entscheidung des Haager Tribunals. Das energische Vorgeben des Gesandten hat die derzeitige ernste Lage wesentlich erleichtert. Hierdurch werden alle fremden Anspruchs-Berech-tig'te auf gleichen Fuß gestellt. Washington, 18. April. Powell's Haltung findet hier vollstän dige Billigung. Den Ver. Staaten märe die Intervention keiner Macht willkommen, wodurch die Ansprüche unserer Bürger gegen San Domingo irgendwie leiden könnten. Das Vorgehen des Gesandten war durch die Absicht Italien's. Ansprüche seiner Bürger zu erzwingen, erfolgt. Auch die britische, franz. und deutsche Regierung haben große Ansprüche und es ist hier seit länger bekannt, daß diese Länder ihre Geduld mit San Domingo verlieren. ScUsame Begräbnisse. Der im Jahre 1832 im 84. Lebensjähre verstorbene berühmte englische Rechtsgelehrte Bentham hatte vor seinem Tode die Bestimmung getroffen, daß sein Leichnam nach seinem Ableben fezirt, sein Gerippe in die Klei der, die er gewöhnlich zu tragen pflegte, gesteckt und in einem Glaskasten aufbewahrt werde. Einer seiner Freunde, der Arzt Dr. Smith, erfüllte seinen Wunsch buchstäblich; aber bei seinen Versuchen, den Kopf des Gelehrten zu präpariren, verloren die Gesichtszüge jeden Ausdruck von Aehnlichkeit mit dem Verstorbenen; darum ließ Smith von einem französischen Künstler den Kopf in Wachs nachbilden und diesen dem Skelett anfügen. Das Skelett wurde dann in die ausgestopften Klei der Benthams gesteckt und in einen Stuhl, den Bentham stets benützt hatte, gesetzt; es wurde ihm fein Spazierstock in die Hand gegeben, und die ganze Figur wurde schließlich in einen Kasten aus Mahagoniholz mit einer Glaswand gesetzt. Der 1703 in Poole, England, verblichene Advokat Etterick hatte vor seinem Tode verfügt, daß fein Leichnam an geweihter Stätte, doch weder über noch unter der Erde, weder inner-'noch außerhalb der Kirche zu bestatten fei. Um es sich zu sichern, daß diese feine Bestimmung auch wirklich ausgeführt würde, erwirkte er die Erlaubniß, einen Sarg innerhalb der Mauer des alten Münsters zu Wimborne bauen zu lasfen. Es wurde ein Stück aus der Mauer herausgebrochen, ein Bogen errichtet und aus Schieferplatten ein Sarg hineingebaut. Zur Erhaltung des Sarges und des Mauerbogens vermachte er der Kirche ein Kapital, wovon die Zinsen etwa 5 ($4.70) im Jahre betrugen. In den Sarg ließ Etterick die Jahreszahl 1691 einmeißeln, denn er war fest davon überzeugt, daß er in diesem Jahre sterben werde. Aber er lebte noch bis 1703. Dann änderte man die erste Zahl in die letztere um. Bei der Bestattung legte man die Leiche in den Schieferfarg hinein; Etterick ruhte also buchstäblich feiner Bestimmung gemäß weder unter noch über der Erde und weder inner- noch außerhalb der Kirche und doch an geweihter Stätte. Ein um die Mitte des 18. Jahrhunderts verstorbenes altes Fräulein Namens Jane Beswick vermachte ihrem Arzte, der sie viele Jahre behandelt hatte, die Summe von 25,000 unter der Bedingung, daß er ihren Leichnam einbalfamire und ihn aufbewahre. Außerdem sollte er jährlich einmal, im Beisein von zwei einwandfreien Zeugen in das Gesicht der Verstorbenen blicken. Um diesen letzten Punkt so leicht als möglich ausführen zu können, steckte der Arzt die einbalfamirte Leiche in ein altes Standuhrgehäufe. so daß das Gesicht, direkt unter die Glasplatte, die früher das Zifferblatt bedeckt hatte, zu liegen kam. Darüber wurde em Vorhang angebracht. Kam nun der Tag der Besichtigung, so wurde einfach der Vorhang zurückgezogen, und der Arzt blickte das Gesicht der Leiche an. Major Labelliere, der im Jahre 1800 in London starb, bestimmte, daß fein Leichnam in einem Grabe zehn Fuß tief bestattet werden sollte und zwar senkrecht mit dem Kopf nach unten gerichtet. Diese Bestattungsart begründete er damit, daß er feit seinen Knabenjahren immer gern auf dem Kopf gestanden habe und dies Vergnügen nun bis zu feiner Auferstehung genießen wolle.
Schmücke Dein Heim !" eint Pionierin des weiblichen Kunstgewerb aus der St. ouiser Ausstellung. Zur Weltausstellung in St. Louis ist dieser Tage ein Schwesternpaar in Amerika eingetroffen, das aus zwei verfchiedenen Kunstgebieten in Europa eine überaus geachtete Stellung ein-
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Frl. Marie Kirschner. nimmt. Es sind die Damen Lola und Marie Kirschner, die eine- unter dem Pseudonym Ossip Schubin trefflich bekannt als Romanschriftstellerin, die andere eine Pionierin in der Sphäre des weiblichen Kunstgewerbes. Der Umstand, daß Frl. Marie Kirschner von der deutschen Regierung mit der Leitung der kunstgewerblichen Abtheilung für Frauen auf der Ausfiellung beauftragt wurde, gibt ihr zur Zeit gegenüber ihrer Schwester ein Vorzugsrecht vor der Oesfentlichkeit. Sie versuchte sich zuerst als Malerin von Landschaften und Blumenstllcken, dann als Stickerin, und nachdem sie auch hier großen Erfolg erzielt, verlegte sie sich auf den Schmuck der Wohnräume. Ein Wandfries, von ihr hergestellt, wird eines der bedeutendsten Objekte auf der Ausstellung bilden. Englands Tibct-Expcoition. Ihr Befehlshaber Soldat nd Forschung' reisender in einer Person. Wenn die britische Regierung im Oberhaufe die Ziele der englischen Tibet-Ezpedition als durchaus friedliche bezeichnete und dabei von berufener Seite die Hoffnung ausgesprochen wurde, daß dieselben ohne Blutvergießen erreicht werden würden, so Oberst F. E. YounghuZband. scheint das Bergvolk des Dalai Lama hierüber ganz anderer Ansicht zu fein und der Marsch der Briten nach dem. Innern des abgeschlossenen Priesterftaats dürfte sich, den letzten Nachrichten über die verlustreichen Kämpfe vor Einnahme des tibetanischen Lagers be! Guru zufolge, keineswegs blos zu einer ereignißlofen militärischen GebirgsPartie gestalten. Ueber die Zwecke des im tiefsten Winter plötzlich eingeleiteten ungemein beschwerlichen Unternehmens ist sich die Welt ziemlich im Unklaren. Offiziell versichert das britische Kolonialamt, man wolle durch die Expedition den Dalai Lama veranlassen, die im Jahre 1890 abgefchlossenen Verträge einzuhalten und so dem britifch-indifchen Handel neue Absatz gebiete eröffnen. Aber bekanntlich benützt auch in unseren Tagen die britische Diplomatie nach der Weifung Talleyrands oft die Sprache, um die Gedanken zu verbergen. Die dunklen Gerüchte über den wachsenden Einfluß, Rußlands in Tibet, über große Minenfünde im Gebirgsstaate des Himalaya, dürften nicht ohne gebührende Berücksichtigung geblieben fein. Als Befehlshaber der englischen Tibet-Ezpedition fungirt Oberst Irancis Edward Aounghusband, einer der befähigtsten Offiziere der indischen Armee und gleichzeitig ein Forschungsreisender von hohem Ruf. Seine Mifsion ist nicht nur militärischer fondern auch diplomatischer Natur; zu feiner Unterstützung ist ihm, soweit militärifche Fragen in Betracht kommen, Oberst I. L. R. Macdonald beigegeben. Oberst Younghusband trat 1882 als Dragonerleutnant in britische Diensie und wurde 1889 als Kapitän zur indischen Armee transserirt. Im Jahre 1887 unternahm er von ' Peking aus eine Forschungsreise durch die Wüste Gobi, den Himalaya, die Hochländer von Pamir und Chitral nach Indien, wofür er von der Londoner Geographischen Gesellschaft mit der aoldenen Medaille ausgezeichnet wurde.
