Indiana Tribüne, Volume 27, Number 203, Indianapolis, Marion County, 18 April 1904 — Page 7

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Roman von Essemia v. Adlersse.d-Ballestrcm. n Fcrtsexnng. ' I Gott stehe ihr bei," dachte er laut und ganz gerührt. Der hat Freund Zell mit seiner Erbschaft ein rechtes Danaergeschenk gemacht. Oder er ist zu spät damit gekommen. Die andere wird den jungen Mann nicht glücklich machen. Wenn's wahr wäre, was die kleine Trix gestern gehört haben will es wäre das schlimmste nicht. Denn besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende." Trix aber war sehr müde, denn mangelnder Schlaf hatte bisher nicht in ihrem Programm gestanden. Selbst als das jähe Ende ihres Vaters und der Zusammenbruch ihres Elternhauses ihrem Leben eine andere Richtung gaben, war der Schlaf ihr treuester Helfer geblieben im Ertragen des har- ( ten Schlages. Eine gesunde Statur hilft sich von selbst und stellt die Balance her zwischen Geist und Körper. Trix fühlte, daß sie dieses Gleichgewicht jetzt eben dringender bedürfe als Speise und Trank, deshalb klingelte sie der Perle", wie sie ihre von Frau v. Graßmann verschriebene Kammerzofe bei sich immer nannte, und sagte ihr, sie solle unten ausrichten, sie käme nicht zu Tisch, man möge ohne sie essen. Aber," erwiderte die Perle" ganz entsetzt über diesen Auftrag, haben die gnädige Frau von Graßmann auch erlaubt " Wer? Was?" fragte Trix scharf, sich nach ihrer Kameriera umdrehend. Ich meine nur," stotterte diese etwas perplex, was werden die gnadige Frau von Graßmann sagen, wenn Baronesse so ohne so kurzweg " Frau von Graßmann kann und wird sagen, was sie Lust hat," sagte Trix, aber ich sage Ihnen, daß ich auf ihre Bevormundung künftig derzichte. Und nun scheeren Sie sich hinaus und kommen Sie nicht eher wieder, bis ich Ihnen klingele. So," fügte sie hinzu, als die Perle" mit einem Gesicht, darin Pikirtheit mit grenzenlosem Erstaunen sich mischte, mehr hinausflog als gin die ist hoffentlich darüber belehrt, daß ich hier Herrin bin und nicht die gnädige Frau v. Graßmann. So eine Unverschämtheit! Woher die kommt, ist nicht schwer zu rathen. Lange soll das aber nicht mehr dauern, so wahr ich Trix heiße und nicht Puhjaz." Und mit diesem beruhigenden Entschluß warf Trix sich auf das schöne breite Sofa zu Füßen ihres Bettes und war fünf Minuten später so fest eingeschlafen, wie das eben nur die Jugend fertig bringt. Als sie nach ein paar Stunden wieder aufwachte, hatte sie eine Idee, der sie begeistert sofort das Prädikat großartig" zuerkannte. Im Schlaf war ihr's gekommen, wie sie Phroso sondiren" wollte, und wenn Trix eine Idee hatte, dann mußte ihr die That auch immer gleich auf den Hacken folgen. Manche Menschen lernen im Laufe ihres Lebens ihre Ideen beschlafen", das heißt überlegen, andere wieder lernen das nie, trotz aller darob gemachten unangenehmen Erfahrungen, die hingegen auch den Wohlüberlegten nicht ausbleiben. Trix war also derart begeistert von ihrer Idee, daß sie es gar nicht ausgehalten hätte, bis morgen mit der Ausführung zu warten; sie sprang mit ihrer alten Elasticität auf und klingelte, als ob es brennte. Rafch, bestellen Sie mir Thee mit einem tüchtigen Haufen' Sandwiches dazu und dann geben Sie mir irgend ein Kleid ich will wegfahren. Und der Selbstkutschirer soll in einer halben Stunde angespannt sein. Ver-lianocir?-xkj ue oer eyr e:ng erschienenen Perle" entgegen. Als diese . darauf wiederkam und Trix zwei Kleider zur Auswahl stellte mit zitternder Stimme und dem Gesichte einer Märtyrerin, da wußte Trix schon, was die Glocke geschlagen. Den dunkelblauen Rock und die rosa Batistbluse," entschied sie zunächst die Toilettenfrage, denn Hans Truchseß hatte neulich gefunden, daß ihr die Bluse ausgezeichnet kleide, und man muß seinen Nächsten immer, auch im Aeußeren, zu gefallen suchen. Trix fiel es dabei gar nicht ein, daß das Gefallen" in diesem Spezialfalle nicht eigentlich im Programm stand, sie wußte ja auch gar nicht, ob sie Hans in Weißenrode treffen würde, obgleich darauf Hundert gegen Eins zu wetten war. Als das erledigt war, wandte sie sich an die Zofe persönlich: Sie machen ein Gesicht, als ob Sie mir sagen wollten, daß Sie fernerhin nicht bei mir bleiben könnten, weil ich Sie vorhin angeschrieen habe. Das haben Sie verdient. Verehrte, Wenn Sie das aber nicht einsehen, dann müssen Sie halt gehen Sie brauchen sich bloß damit im Rentamt zu melden." Die Angelegenheit hatte die Perle" sich natürlich ganz anders gedacht und hielt einen Thränenstrom dafür schon auf Lager. Auf eine Initiative ihrer jungen Herrin war sie aber ganz und aar nickt vorbereitet. Ach Gotte doch, nein," stotterte sie I mit einem Gedanken auf ihr hohes i Salär und ihre beschauliche Ruhe, ich ich wollte nur um Entschuldi-

gung bitten, wenn ich etwas gesagt, was Baronesse geärgert, aber Frau v. Graßmann hatten mir bei Strafe von Entlassung so streng befohlen, ihr alles zu berichten, was Baronesse thun, daß ich dachte, Baronesse dürften ohne Erlaubniß nichts thun." Die Erklärung hatte natürlich keine Logik, dafür war die Perle" aber auch nicht engagirt, und das sah Trix ein, weshalb sie darauf nicht erst einging. Denn man darf bei einer Gans keine Löwentatzen erwarten. So, so," sagte sie trocken, das ist ja sehr lehrreich. Aber beim Denken" kommt allemal nichts heraus, liebe Elise. Trotzde'.n ich nichts thue, was nicht alle Welt wissen darf, kann ich einen Spion nicht brauchen und deshalb haben Sie mir heut' zum letzten Mal geholfen. Und da Sie sich von Frau von Graßmann abhängig glauben, so wenden Sie sich wegen Jhres Salärs natürlich an diese, nicht an das Rentamt, das meine Kasse verwaltet. Den dunkelblauen Schlips, bitte! Legen Sie mir noch den weißen Matrosenhut zurecht und ein Paar Wildlederhandschuhe zum Kutschiren, und dann brauche ich Sie nicht mehr. Adieu!" Und Trix ging mit erhobenem Kopfe an der absolut sprachlosen Perle" vorüber in das -runde Eßzimmer, wo der Diener eben den Thee tx virte. Ja, was ich sagen wollte," meinte Trix, an dem Tische Platz nehmend, ich wünsche den Kredenztisch don an den leeren Platz gerückt zu haben. Und die Truhe dann etwas weiter links, sie steht ja so fast auf dem anderen Möbel, während hier nichts ist. Sie könnten das besorgen, Friedrich, während ich fwi bin." Zu Befehl," erwiderte der alte Diner. Ich habe mir auch schon gedacht, daß es hübscher so wäre, wie Baronesse sagen. Aber unter 'dem, Herrn Grafen selig war der Fleck auch immer unbesetzt." Na, lassen Sie die Sachen nur so stellen, wie ich's gesagt habe," meinte Trix, und nachdem sie ihren Thee getrunken und eine tüchtige Portion Sandwiches dazu vertilgt, nahm sie Hut und Handschuhe und ging hinab. In der Halle trat Frau v. Graßmann ihr entgegen. Ich sehe Sie heut' zum ersten Mal, liebes Fräulein von Dornberg," rief sie liebenswürdig. Natürlich, wäre ich am liebsten zu Ihnen gekommen, mich zu erkundigen, wie es Ihnen geht, aber man sagte mir, daß Sie schliefen und wollte nicht stören. Sagen Sie, was ist das für eine absurde Geschichte, mit der diese thörichte Elise weinend zu mir gekommen ist Sie werden doch natllrlich kein Wort davon glauben, was diese Gans sagt!" Ich will jetzt nach Weißenrode sahren," erwiderte Trix. Der Fall Elise ist für mich erledigt. Sie hält sich von Ihnen für abhängig und das genügt." Frau v. Graßmann schlug lächelnd die weißen Hände zusammen. Aber das ist doch wirklich lächerlich," rief sie, Elise scheint beschränkter zu sein, als ich dachte. Ich habe ihr gesagt, sie sollte mich davon unterrichten, wenn Sie auszugehen wünschen, damit ich mich erkundigen kann, ob Sie mich oder was Sie von mir wünschen, und nun macht dieses beschränkte Wesen einen Spionsdienst daraus. Nehmen Sie mir's nicht übel, Fräulein v. Dornberg, aber Sie hätten sich doch vorher bei mir erkundigen sollen, ehe Sie auf dieses Gewssch reagirten!" Trix überlegte einen Moment. Es ist wahr," sagte sie ehrlich, Sic haben recht. Die Leute machen immer gleich einen Kuddelmuddel aus dem, was man ihnen sagt. Und verstehen alles falsch, was über ihren Horizont geht. Wer ich war wüthend, na und da ist man halt manchmal ein bissel rasch." Nicht wahr" erwiderte Frau v. Graßmann liebenswürdig. Ich darf also der armen Elise sagen, daß sie wieder in Gnaden aufgenommen ist?" Meinetwegen," wollte Trix eben sagen, weil die Geschichte ihr langweilig wurde, als sie einen Blick des Dieners Friedrich, der mit der Wagendecke auf dem Arme in der offenen Thür stand und wartete, auffing. Einen Blick auf Frau v. Graßmann, und was Trix wie ein Augenblinkern" erschien, als ob sie nein sagen sollte. Nun war Friedrich aber schon über dreißig Jahre lang in der Abtei, er hatte von seinem verstorbenen Herrn ein Legat geerbt und Trix hatte ihn zum HausHofmeister und Chef des Personals mit einer Gehaltserhöhung ernannt der durfte sich also schon mal eine kleine Freiheit herausnehmen. . Ich denke, wir lassen es dabei," sagte Trix nach einer kleinen Paust', die Augen auf dem Diener. Es ist der Autorität wegen, wie mein Vater sagen würde. Was ich gesagt habe, habe ich gesagt," behauptete schon der alte Pilatus, von wegen dessen, daß einem leicht auf der Nase herumgetanzt wird, wenn die Leute erst wissen, daß sie sich ungerochen alles herausnehmen dürfen. Die Elise kann sich ihr Geld im Rentamt holen und das ist alles, was ich für ihre Dummheit thun will. Also, auf Wiedersehen zum Abendbrot, Frau von Graßmann!" Und Trix eilte durch die Halle, die Treppe hinab und sprang auf den Wagen, auf dessen Rücksitz der Kutscher Platz nahm. Das schmunzelnde Gesicht des alten Friedrich belehrte sie, daß sie vorher recht gesehn, und als sie zum

Thore hinausfuhr, hatte sie das Gefühl, als ob sie trotz Frau v. Graßmanns plausibler Erklärung recht daran gethan, die Perle" nicht wieder aufgenommen zu haben. Bei mir fpioniren ist zwar ein Unsinn," dachte sie, denn was da einer herauskriegt, davon wird kein Zaunkönig satt. Aber gräßlich eklig ist es, zu wissen, daß einer einem auflauert. Und das hat die Person doch gethan, ob mit oder ohne Auftrag, das ist gehupft wie gesprungen." Damit war für Trix diese Sache erledigt, denn sie hatte anderes zu denken. Und das vertrieb ihr die Zeit so rasch, daß sie in Weißenrode vorfuhr, ehe sie sich dessen versah. Sie traf die Familie mit Gast und Bräutigam auf der Terrasse theetrinkend und wurde freudigst begrüßt. Phroso hatte ein Packet mit höchst stilvollen Krctonneproben auf dem Schoß, die Hans mitgebracht, damit sie daraus das ihr Zusagende für ihr künftiges Boudoir in Kroschwitz aussuche, und ihre schönen weißen Hände durchblätterten lässig die zusammengehefteten Zeugstllcke. Du hast eine weiße Tapete mit silbergedrucktem Muster ausgesucht," erinnerte die Gräfin. Es paßt also jede Farbe hinein." Ich glaube, di: weiße Tapete war ein Irrthum, Hans," sagte Phroso. Könnte man das nicht noch ändern?" Ueber Hans Truchseß' offenes, sonngebräuntes Gesicht flog ein Schatten, den Trix mit einem schmerzhaften Zusammenziehen ihres Herzens der schönen Phroso auf ihr Konto schrieb. Wir haben schon die frisch aufgeklebte Tapete im Eßzimmer wiever aogerissen," entgegnete er ruhig, aber es lag doch ein Etwas in seinem Tone, was sogar Seine Excellenz aufsehen machte. Ich fürchte, Phroso, die Arbeiter werden mich für etwas verrückt halten oder für eine männliche Penelope, wenn ich in dieser Weise mit den Arbeiten in Kroschwitz fortfahre." Die weiße Tapete ist so schön und und die kostbarste im ganzen Hause," half die Gräfin ihrem künftigen Schwiegersohn auch nach der praktischen Seite ein. Phroso warf die Proben auf einen freien Sessel. O," meinte sie lässig, wenn Hans sich vor der Kritik seiner Handwerker fürchtet und Mama Oekonomie ins Gefecht führt, dann streiche ich die Segel. Du kannst den Stoff selbst aussuchen, Hans! Der Cretonne wird zu der silbernen Tapete aussehen, als wie wenn jemand 5- einem Waschkleide Brillanten trägt." Das sagte ich schcm, als du die Tapete aussuchtest," erinnerte die Gräfin, Hans freundlich zulächelnd, der etwas finster vor sich hinsah. 'All right! Es schien mir damals nicht so," gab Phroso gnädig genug zu, und fuhr mit der ganzen Naivetät der Grande Dame" fort: Also habe ich vom Standpunkt der Sparsamkeit doch recht, wenn ich die Tapete abgerissen und durch eine billige ersetzt haben will, dem Cretonne zuliebe!" In Hans' sonnverbranntes Gesicht stieg eine dunkle Blutwelle, aber Trix rettete die Situation, indem sie in ein helles Lachen ausbrach. Was sie selbst von Oekonomie wußte, war vage genug, trotzdem sie nacheinander schon die Wohlhabenheit, die Armuth und den Reichthum kennen gelernt, aber diese Sorte von Sparsamkeit, die einer absoluten und souveränen Unkenntniß vom Werthe des Geldes und der Kunst, sich nach der Decke zu sirecken, entsprang, machte sie lachen. Phroso, du bist himmlisch," rief sie. Jetzt fehlte noch, daß Hans der billigeren Unterhaltung wegen das Kroschwitzer Haus abreißen ließe und eins von den modernen Einfamilienhäusern auf die Stelle baute." Trixens lustiges Lachen wirkte ansteckend, man fiel. Vbrofo einaescblosien, augemem em, uns Hans lag, einen kleinen Seufzer unterdrückend, was außer Trix niemand bemerkte: Wie wär's, wenn wir nun der Tapcte zuliebe statt Cretonne Seide nehmen würden? Dann wahrte ich wenigstens mein Renomee als passabel vernünftiger Auftraggeber vor den Handwerkern." Seide?" rief Phroso mit einer gewissen moderirten Begeisterung. O, Hans, du bist ein Engel! Weiße Seide, nicht wahr, mit einem Muster von Glyzinien " Das Meter zu fünfzig Mark!" fiel die Gräfin lachend ein, denn sie war die einzige im Hause Rablonowski, die wußte, was eine Sache kostete, und sich manchmal danach richtete. Phroso, du wirst den armen Hans noch ruiniren!" Ach, wer frägt denn nach den dummen Preisen. Theure Sachen sind außerdem immer viel hübscher wie billige " Und halten besser," vollendete der Herzog weise. Nicht wahr?" triumphirte Phroso. Also, Hans, nicht wahr, weiße Seide mit hell-lila Glyzinien und hellgrünem Laub ich habe den Stoff bei Gerson gesehen -r " Dein Wunsch ist mir Befehl," erwiderte Hans ruhig, aber ohne das antwortende Lächeln, das dem verzückten Bräutigam obligatorisch ist. Phroso warf ihm als Dank eine Kußhand zu, unter der der Herzog sichtlich zusammenzuckte, wie es der heut' ungewohnt scharf beobachtenden Trix vorkam, und sie hatte Mitleid mit dem armen Boy", dem es ja genau so

ging, wie ihr selbst. Aber die Gräfin schüttelte mit dem Kopfe. Das ist Schwäche, lieber Hans," sagte sie mit sanftem Tadel. Finden Sie, liebe Mama?" erwidertc er, und Trix fand, daß seine Stimme etwas rauh klang. Das Bräutigamsstadium ist notorisch ein Stadium moralischer Schwäche. Aber es ist zum Glück nur ein vorübergehendes." Sagen Sie das nicht mit solHer Sicherheit," meinte Seine Exzellenz. Es hat schon so mancher seinen Willen und seine Stärke dem lieben Frieden geopfert." Dann war mancher 'schon ein Schwächling," erwiderte Hans Truchseß fest und mit einem eigenen harten Ausdruck in dem sonst so gutmüthigen Blick, der Phrosos Extravaganzen in der Ehe nicht viel Nachsicht verhieß. Der ständige lustige Witz in den Fliegenden Blättern" von der Frau, die um ein Kleid, um einen neuen Hut oder um einen Schmuck Ohnmachten und Thränen ins Gefecht führt, ist im Grunde ein trauriger Scherz mit dem moralischen Standpunkt beider, denn die Frau, die sich dazu erniedrigt, ist keinen Schuß Pulver werth, und der Mann, welcher der besseren Erkenntniß seiner Verhältnisse zuwider nachgibt um des lieben Friedens willen steht gerade noch um eine Stufe niedriger." Bravo, Hans!" rief Trix mit leuchtenden Augen, aber Phroso lächelte. Und es ist so schlechter Stil, durch Thränen und Ohnmachten etwas erreichen zu wollen," sagte sie lässig. Außerdem so abgedroschen und dumm. Was man haben will, holt man sich eben, ohne zu fragen. Wie der Herr Gemahl mit den Rechnungen fertig wird, ist seine Sache." Pfui, Phroso!" rief Trix halb empört, halb lachend. Wie kann man so etwas auch nur im Scherz sagen?" Ich sehe keinen Scherz in Phroso's Worten." saate Trucksen lackend. Sie ,ilgt nur, was viele icqon als die andere, bessere Version dieser Frage gefunden haben. Natürlich," setzte er leichter und mehr in seiner alten herzlichen Weise hinzu, natürlich ist weder das eine, noch das andere Phrosos Ansicht." Ich möcht' es ihr wenigstens nicht rathen meinte Trix in völliger Unschuld dessen, daß sie Truchseß' Gedanken damit Worte gab. Danrit könnte sie sich bei dir kolossal den Kopf einrennen. Und," fügte sie lachend hinzu, und, es geschähe dir auch recht, Phroso!" Die schöne Braut erwiderte nichts, sie hatte die Augen niedergeschlagen und spielte mit den blitzenden Ringen an ihren schlanken weißen Fingern; Truchseß aber sah sie an, nachdem sein Blick Trix aufleuchtend gestreift, ' mit einem ganz eigenen Ausdruck, dem aber die berauschte Anbetung, die bedingungslose Bewunderung fehlte. ' Petrucchio!" Der Gräfin kam ihr Shakespeare in den Sinn, und sie freute sich, daß ihre Tochter zu ihrem eigenen Heile in diesem Manne ihren Herrn und Meister gefunden haben dürfte. Denn sie war keine ganz blinde Mutter, die ihre Tochter hinreichend kannte und die es auch zu würdigen wußte, daß Petrucchio seine Käthe aus Liebe gezähmt. Und wieder war es Trix, die der etwas peinlich zugespitzten Situation rettend zu Hilfe kam, indem sie erklärte, Geheimnisse mit phroso zu haben, und die zwar erstaunte, aber ganz willige junge Dame in deren eigenes Zimmer entführte. Trix Dornberg wirkt immer wie frisches Quellwasser auf mich," meinte die Gräfin zu de Herren, als die Mädchen verschwunden waren. Aber sie wendete sich eigentlich an den Herzog damit. O," erwiderte der englische Magnat, sie ist von der rechten Sorte, aber noch der reine Tomöoy." Mehr Wildbach wie Quelle," meinte der Graf wohlwollend. Bedarf noch eingehender Regulirung. Aber sie ist originell und darin liegt das Erfrischende." O, sie hat sich schon sehr formirt," sagte die Gräfin, und' um Truchseß etwas Angenehmes zu sagen, fügte sie hinz-u: Wohl das Verdienst Ihrer Frau Tante, lieber Hans?" Gott bewahre sie in Gnaden," murmelte Truchseß zwischen den Zähnen. Trix hatte Phroso inzwischen in deren Zimmer mit sanfter Gewalt auf einen niedrigen Sessel genöthigt, der neben einer Staffelei stand, auf der eine vorzügliche Photographie ihres Verlobten in ganzer Figur im vollen Glänze seiner prächtigen Garde-du-Corps - Uniform prangte, die ihres Trägers große, schlanke und reckenhafte Erscheinung zur vollsten Geltung brachte. Was soll's?" fragte Phroso, der Junge - Mädchenscherze schon etwas fernlagen. Trix aber zog ein Centimetermaß aus der Tasche, das sie sich von. der Wirthschaften entliehen, was man ihm auch ansah, und rollte es lang auf. Mache einmal gefälligst deinen Kragen auf," sagte sie mit etwas schwankender Stimme, denn nun stand sie vor der Ausführung ihrer Idee". Ich will dich nicht etwa stranguliren," fuhr sie fort, als sie Phroso einen mißtrauischen Blick auf das alte gelbe Maß Werfen sah, sondern dir nur Maß nehmen zu dem Halsband, das ich dir zum Hochzeitsgeschenk machen will." '

Trix!" rief Phroso, schleunigst an ihrem' Kraaen nestelnd. ..welcke arok-

-. artige, herrliche Idee! Ein Halsband! mit Kiemen? O, Steine, Trix, Steine!Ja?" Natürlich Steine." erwiderte Trix, das Band um den schlanken, weißen Hals legend. Laß sehen. 36 Centimeter. Werd' ich mir merken. Ja, Steine Superlative von Steinen, Phroso." O Trix. du herrliche Trix," jauchzte Phroso, wirklich so. wie ich's manchmal träume? Ein breites Band von ganz mattfarbigen Steinen: Spinclle, Berylle, weiße Saphire, mauve Amethisten und hellste Goldtopase, daß es sich wie ein verblassender Regenbögen um den Hals legt, in altnordischer Goldfassung, und als Schloß ein schwarzer Diamant " Sie hielt aufathmend ein, berauscht von dem Feuer der Steine, die nur ihr geistiges Auge sah. Trix aber blickte auf das Bild auf der Staffelei. Ein schwarzer Diamant," wieder holte Phroso rhapsodisch, ein schwarzer Diamant, der wie ein dunkler Blick aus dem Auge einer Norne tief, geheimnißvoll und wissend funkelt. Das Halsband wird ein Gedicht sein, ein zu Stein gewordenes Gedicht! Und das willst du mir schenken? Wahr und wahrhaftig schenken?" (Fortsetzung folgt.) Ungeheuere Fischfänge sind in der letzten Zeit von Island an den Markt in Gcestemünde gebracht worden. So kehrten u. A. sieben Dampfer der Dampffischerei - Gesellschaft Nordsee" mit einem Gesammtfange von 900.000 Pfund zurück. Die Eapitäne berichten, daß sich bei Island riesige Fischschwärme aufhalten, welche häufig schon nach einviertelstündiger Fangzeit das große 'Schleppnetz bis zum Bersten anfüllten, während die gewöhnliche Schleppzeit gegen drei Stunden beträgt. Für die bevorstehende Karwoche, die den größten Fischconsum des ganzen Jahres bringt, bieten diese Meldungen günstige Aussichten. Eine 18tägige Fußreise aus Heimweh hat das 21 Jahre alte Dienstmädchen Anna Bieneck von Berlin nach Wenzlowitz in Schlesien unternommen. Sie war in einem Berliner Vororte in Stellung und wurde schon vier Tage nach ihrem Dienstantritt von starkem Heimweh ergriffen. Unter Zurücklassung ihrer wenigen Habseligkeiten war sie plötzlich verschwunden; ein Brief aus ihrem Heimathsorte Wenzlowitz, der nach drei Wochen eintraf, klärte den Thatbestand auf. Das Mädchen hatte den Weg bis nach dem schlesischen Dörfchen bei, Königshütte zu Fuß zurückgelegt. Ohne einen Pfennig Geld hatte sie sich durchgeschlagen, indem sie sich unterwegs von den Gaben mildthätiger Menschen nothdürftig ernährte. Ein rasfinirrer Dieb. oer mit Hilfe von zärtlichen Empfindüngen reiche und aristokratische Familien brandschatzte, ist dieser Tage in Paris in der Person eines gewissen Gonzales verhaftet worden. Er operirte unter dem Namen Da Piscatori in Mentone, Nizza und Cannes in der Weise, daß er in reichen, aristokratischen, mit Töchtern gesegneten Familien Eintritt suchte. Bald war es ihm infolge seines gewandten und eleganten Auftretens gelungen, ein Liebesverhältniß mit der erwachsenen Tochter anzuknüpfen, das anaeblich zur Verlobung und Hochzeit führen sollte. Der ?ukünftige Ehegatte ließ sich den Schmuck seiner Auserwählten zeigen, bemängelte die schlechte und wenig ansprechende Fassung, bat und erhielt auch überall die Erlaubniß, den Schmuck bei einem ihm bekannten Goldarbeiter schöner und kunstvoller fassen zu lassen. In Wahrheit aber brach der Gauner die echten Steine heraus und ersetzte sie durch falsche. Auf diese Weise betrog er eine große Anzahl von Familien "um Tausende. Durch einen Zufall wurden seine Manipulationen entdeckt, und ein hinter ihm erlassener Steckbrief führte in Pai!s zu seiner Verhaftung. Kurz angebunden". Eine stramme Schwarzwäldermaid, die sich gelegentlich in Stuttgart aufhielt, ging von einer Feier Abends nach ihrem Quartier. Da nahte sich ein etwas kurz gewachsener Jüngling mit der an Goethe's Faust" erinnernden ftraae. ob er ibr sein Geleit antragen dürfe. Schnell besonnen gab sie' ihm zur Antwort: Hast A,ngst,Buble, allei heimz'gehe?" Da verschwand der galante Jüngling und ward nicht mehr gesehen. Abgeblitzt. Bei der VerHandlung nahm der Vertheidiger des Angeklagten die Zeugin in ein scharfes Verhör. Und nun, bitte, sagen Sie mir einmal, wo Sie den Angeklagten zum ersten Male gesehen haben?" Ich denke, ich. . ." Pardon, ich mache' die Zeugin darauf aufmerksam, daß ich nicht wissen will, was sie denkt, sondern was sie weiß." Worauf die Zeugin schweigt. Bitte, kann ich eine Antwort haben oder nicht?" fragte der Rechtsanwalt scharf. Nein." O. . . und weshalb nicht?" Sie wollen ja nicht wissen, was iich denke, nicht wahr? Es ist also ganz überflüssig, mich noch weiter zu. fragen, denn ich bin kein Rechtsgelehrter w Sie und kann nicht sprechen ohne zu denken.

Feuer - Signale.

i Pennsylt, nd Market z English'S Opern.HauS 8 East und Nw York 7 Noble und Michigan 5 N. Jersey u. Maff Av 9 Pine und North 10 Market und Pine 1 Vermont nahe East 12 Nz. 8 Spritzenhaus Maff. Ave nahe Neble 13 Dttaware und Walnut 14 .Jersey Central A. 16 Man undCornellAv 6 Ash m,d 11. Straß t7 Park Av und 12 Str .8 Columbia ndHMfid 19 Highland Ave u. Pratt 11 Illinois und St. I i3 Pennshiv. und Pratt t Meridian und 11. Str iä No. 5 Spritzenhaus 16. nahe Illinois 18 Senate Ave u. EtClair , tt Illinois und Mchigan 48 Peefylvania und 14, Senate Ave. nd 18 n No. 1 Spritzenhaus Jno ÄvenaheMichiga tt Meridia nd Walnut 4 California u Vermont 35 Blake und New Dork z Ind. Av. u. St. Elair 37 City Hospital 58 Blake und North 39 Michigan und Lgne 41 No. 6 Spritzenhaus Washington nahe Weft 2 Esendorf u Wash. s Miffouri u New York 8 Meridian u Wash 46 Jllinoi und Ohio 47 Capitol Av. u Wash 4? Kmgan'S Porkhaus 4 Straßenbahn Ställe W. Washington Str 51 N. 10 Spritzenhaus Illinois Merrill 8 JllinoiS u Louifuma 68 West und South 64WestundMcCarty 6S Senate Ave. u Henry 6? Meridian und Ray No. 4 Spritzenhaus Madifon Av. u MorriS 69 Madifon Av. u Dunlop UN Haken Leiterhaus South nah Delawar, Denn. Merrill 63 Delawar u. McEart 4 ast und DKarty 5 New Jersey .MerriN 7 irg. Av. u Bradsha Eaft und Prospect I Bicking und High N No. 11 Spritzenhaus VW Ave. mche Huroa 7 East und Georgia 78 Ceda und Elm 74 Davidson u Georgia 76 English Av. u Pine 76 ShelSy und Bäte 8 No. 3 Spritzenhaus Prospect nahe Shelbh 19 Fletcher Ad. u Sbelby Sl Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. SS East u Washington 34 New Dork .Davids 86 Taubstummen Anstalt 8S Ver. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wash. 89 Frauen-Reformat. n No. 13 Spritzenhau Maryland nahe Mer. 42 Meridian u. Georgia. 93 Meridian und South 4 Pennsylv u. Lomstana 5 Virgini Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Ave und Ohlk 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. i24 Alabama und 16. 126 Central Ave und 15. .öS Dande und 16. 127 Brooksid und Juptt 123 Central Ave und 17. i9 Delaware und 19. 121 Alabama und li. 13 Bellefontaw und '. '34 College Ave und 6. :35 Delaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 128 College Ave und 14. 139 Cornell Ave und 13. 141 Dandes und 19. , 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 New Jersey und 2. 4 Alvord und 17. 14? No. 2 Spritzenhau Hilside Av und 26. .48 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 162 Park Av und 22. 16 L C u. W Bahn u. 22. tS4 Ramsey Av und 10, 166 Stoughton u Newmen 1S7 AtlaS und Pike. 153 Blohd und Pawpaw. i59 No. 21 Spritzenhau Brightwood i5 rden und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 166 St. Clair u. Keystone 167 Arsenal Ave unk 23. 138 Bellefontaw und 88. 169 Park AM j W 212 Capital Lve nd &?, 213 Pennshlv. .Skichi 214 Illinois und 2. 215 Senate nd 21. 216 Pnmsvlsania und, 17 Meridian und 1. 213 Capital Ave und 2& 219 Broadway und 10. 231 Illinois und DicLea 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 80. 35 Illinois und 83. 236 Annetta und 5C 237 No. 9. Spritze? Udell nd Rai 233 Udeil Ladder Sor 239 Jabel und 7. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS U St. ta, 243 Eldridge und 23 312 West uud Wadmt 813 West und 12. 814 Howard und 16. 815 Torbet und Pa 816 Capital Ave nd Id. 817 Northwestern Ave 818 Gent und 18. 819 Canal und 10. 824 Cerealine Wor 824 Vermont nd Lp 26 BismarckSndkk 826 No. 2 SvrchbS Haughville. 827 Michigan . Halm, 828 Michigan . snoorv 841 West und VKJntyre 412 Miffouri . Statylaü 413 Miffouri und 5Zhi 415 Capital Ave.eS 416 Miffouri entucky?. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und so W. Washwgts. 428 Irren-Hospital. 424 Miley Ave u. 3 D 9 425 Wash and Harr 42 Ro. 18 Spritzen? W. 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Dt bezeichnete Signal werde nur do Wächter angegeben da an de betreffend Stnche kreuzunge keine AlannkSKen anaebracht find Chicago und der große Nordweften t)) lMSS,tMu? t-fejgvnm pmwy jUlaSka Hawaii PHiltHdine Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach CHicag. tW Bon der Mono 47. Str. Station, Chic, tnd s nur 6 Minute mittelst elektrischer Cr nach den Union Biehdöfen Z?r!K0d Uk Spring, in dem Orange Eounty Hochland. ffamilil-Hte anter neuer GeschSftSleitung. Pluto, Proserpl md BowleS Quellen. Bestes Mineralwasser dn Seit. Zwei Lüge täglich via Gree-.,caftle. Ticket-Officen : Union Station, Maffachusett Ave und SS Weft Washington Straße. R. P. l g e Distrikt Bass. aent. Indianapolis, stnd. . H. M e D o e I, C. H.Roewell, räs. und en. Mgr. eK,mw Frank I. Reed. Ven.Piff. Agent. Chicago. Jll.

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