Indiana Tribüne, Volume 27, Number 203, Indianapolis, Marion County, 18 April 1904 — Page 6

Jndiana Tribüne, 18. April i'io'i.

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EurovSifche Nachrichten.

Provinz WrandenviTrg. Berlin. Das Kuttusmimsterium hat den Bildhauer Professor Dr. S. Hartzer mit der Ausführung einer Marmorbüste Theodor Mommsens beauftragt. Das Werk soll in dem zur Universität gehörigen Institut für Altertlmskunde seinen Platz erhalten. Die Dr. Fedor Jagor-Stiftung hat jetzt die landesherrliche Genehmigung gefunden. Der Forschungsreisende Dr. Jago, der vor mehreren Jahren hier starb, hat die hiesige Stadtgemeinde als Universalerbin seines Vermögens im Betrag von über 850,000 Mark eingesetzt. Bei dem Versuche, ein in den Landwehrkanal in selbstmörderischer Absicht springenden Mädchen zu retten, ist der Garde-Fllsilier Fricke mit dem Mädchen ertrunken. Stabsarzt Dr. HansKaebling von der südwestafrikanischen Schutztruppe, der nach einem fünfjährigen Aufenthalt in den Colonien mit einem viermonatlichen Urlaub nach hier kam, hat sich durch Oeffnen der Halsschlagader das Leben genommen. Ein Grund zu der That ist nicht zu entdecken. In einem hiesigen Hotel tödtete der aus Königsberg in Pr. zugereiste 24 Jahr alte Kaufmann Gust. Markgraff seine Geliebte, und zwei Jahre jüngeres Mädchen, das er als seine Ehefra, geb. Mittelstädt, ins Fremdenbuch eingetragen hatte, durch eine Revolverfchuß. Darauf versuchte Markgraf, sich selbst zu todten; er wurde noch lebend ins Krankenhaus gebracht. Eiserne Hochzeit feierten die hochbetagten Friedrich Siedler'schen Eheleute, Kaiser Augusta -.Allee 34, welche in äußerst dürftigen Verhältnissen leben. Das goldene Hochzeitsfest beging der bekannte Senior der hiesigen NutzHolzmakler, Julius Sandmann.Hornstraße 10, im Alter von 77 Jahren mit seiner 74jährigen Ehegattin Jda, geb. Fürstenwalde. In einem Anfall von Schwermuth hat der Direktor der Viktoria - SpeicherAktiengesellschaft, Rudolf Fließ, Selbstmord verübt. Fabrikdirektor Fließ befand sich längere Zeit in einer Heilanstalt, da er herzleidend war. Erst vor Kurzem hatte er sie verlassen und sich nach Schöneberg zurückbegeben. Darauf ging er von Hause fort und kehrte nickt 'mehr zmück. Seine Leiche fand man in Wannsee eine Schußwunde in die Brust hatte seinem Leben ein Ziel gesetzt. Potsdam. Hofbaumeister und Hofmaurermeister Ernst Petzholtz ist hier gestorben. Er hatte sich' bei der Theilnahme an einem Begräbniß eine schwere Erkältung zugezogen, deren Folgen er nun erlegen ist. Charlottenburg. Die Eltern des Bureauvorstehers Joseph Steinberg, Johannes Steinberg und seine Gattin Frau Rosalie, geb. Schirmer, feierten das Fest der goldenen Hochzeit. Mit den Eltern zusammen feierten zu Worbis im Eichsfeld Joseph Steinbera und seine Gattin Frau Mathilde, geb. Neumann, die silberne Hochzeit. K o p e n x es. Anläßlich seiner 25jährigen Zugehörigeit zur Stadtvertretung wurve oem Wezernemen für das städtische Forstwesen Stadtrath R. Rühl der Titel Stadtältester" verliehen. Nowawes. Ihr 40iahriges Jubiläum als hiesige Hebamme beging Frl. Schmiedecke. Sie hat während dieser Zeit bei mehr als 6000 Gevurten in Nowawes-Neudorf, Klein-Glie-nicke, Drewitz etc. Hilfe geleistet, so daß jetzt bereits die dritte Generation zu Tante Schmiedecke", wie sie allgemein genannt wird, aufblickt. R a t h e n o w. Die Wechfelfalschungen des Bankiers Seiler hierselbst, der Jahre hindurch ein luxuriöses Leben geführt, im vorigen Jahre Conkurs angemeldet und viele kleine Landleute des Havel?andes schwer geschädigt hatte, werden ohne Ahndung bleiben. Er ist für geistig nicht zurechnungsfähig erklärt und daraufhin aus dem Gefängniß entlassen worden. Er ist alsbald von hier abgereist. 'Arovinz Hstpreußen. Königsberg. Der anläßlich der Kant-Feier zum Professor ernannte 76jährige hiesige Privatgelehrte und Kant-Forscher Emil Arnoldt hat die Annahme des Professortitels abgelehnt. Arnoldt war in den siebziger Jahren von der hiesigen Universität, an der er habilitirt war, mehrfach für die Professur vorgeschlagen, vom Ministerium aber stets zurückgewiesen worden. Borchertsdorf (Mühlhausen). Ein schreckliches Ende fand der Tischlermeister Strauß. Er war im Walde beim Fällen eines Baumes besch'äftigt. Als er dem fallenden Baume ausweichen wollte, lief er leider nach der Fallrichtung. Strauß wurde von dem Baumstamm getroffen und war sofort todt. Er war etwa 30 Jahre alt und kurze Zeit verheirathet. Belsen. Das vom Besitzer Klein vor einiger Zeit hinzugekaufte Gehöft brannte vollständig nieder. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. I n st e r b u r g. Wegen Doppelehe wurde von der hiesigen Strafkammer der pensionirte Schutzmann , Gustav Kallweit von hier zu einem Jahre sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. 1893 schloß er mit einer Nähterin, welche vier uneheliche Kinder hatte, zu

x , - , ; , -, ', l -"K, - - :': f V- r - x ' '"" - ls V , 'i 4 y 4 k , j? f ' ', 4 ",ff ' $ i i ( , M " n i K l ' 4 Jkt4 f l - t s' ? 5 " r. i. tm&ts&to, " I " ; r v& l . ' t y 4k- f ,h A 7 ', s& "4 l i Ml! i," I ' ' xt ' ''wp . . t 0 y ' 'vföA i iM sV, r 's ' y&' M w ' , n 8? . jf ' ' $k t TOÄ i - " , t 1 , - U -X i v y s "" -: . i twm. J yTx f y ' Svsr&& jtr i y r ''ffJp 1 o jT 1 ß? ; ' J v ß M kxy-- , :: 4fh r . ' -Hl; . s ss$s i x äJtV 5. Sji s & f t i f;i: -?t; , - M l S' - , . i ri - v - - , f i 'x -i sstri f " v - " ' 1 I t & t 1 )r - 1 f ifcÄ?. t . 'x&&:-4i:U' t I kMsM L.7 rt?r ' '"tf&sl? sfi'y s ; W;, ?2 &'j& I - yH mttp I SM s ZSsM l z '''' Wmx,7fS' I i Wf'S iHili?:::;?;;

Dr. L S. Jameson, der neue Premier der Kap-Colonie. , Dr. Jameson, der Führer des berühmten Einfalls in Transvaal, ha' seinVergangenheit so weit überlebt, daß er jetzt Premier von der Kap-Colonie ge worden ift. Jameson war so zu sagen die rechte Hand des verstorbenen Cecil Rhodes in allen Angelegenheiten von Süd-Afrika.

Königsberg die Ehe. 1899 trennte er sich von seiner Frau, wurde aber nicht geschieden. 1902 schloß er eine neue Ehe hier. , K i e ck w i e d e n. Der 60jährige Altsitzer Kallweit wurde todt aus dem Brunnen gezogen. Was den Mann in den Tod getrieben hat, ist unbekannt. j Oster ode. Nach kurzem Krankenlager starb , Rentier Albrecht, der Senior der hiesigen StadtverordnetenVersammlung, der er über 25 Jahre ' angehorte. Er war bis vor einigen Jahren Besitzer des Verlags der hiesigen Zeitung, der von seinem Sohn übernommen ist, und eifriger Förderer des Deutfchthums. Tilsit. Raubmörder Fleischermeisier Hubert aus Lompönen, der den Meiereibesitzer Zürcher, dessen Frau und Tochter am 25. Mai 1903 ermordet hat, ist hier hingerichtet worden. Er legte kurze Zeit vor seinem letzten Gange ein Geständnis; ab und erklärte, die That allein mit Vorbedacht und Ueberlegung ausgeführt zu haben. . Wrovinz ZVestpreußen ; D a n z i g. Der Tod des hiesigen Feuerwerks - Leutnants Hammerstein hat jetzt seine Aufklärung gefunden. Nachdem im Beisein einer Gerichts Commission aus Kiel durch Aerzte der kaiserlichen Marine und des Garnison - Lazaretts eine eingehende Untersuchung der Leiche stattgefunden hatte. haben die ärztlichen Sachverständigen ihr Urtheil dahin abgegeben, daß ein Selbstmord, verübt in einem Anfall von Geistesstörung, vorliegt. B i e l s k. Das von zwei Familien bewohnte Einwohnerhaus des Besitzers Guttmann brannte nieder. Lei-, der fand der seit längerer Zeit gelähmt darniederliegende Arbeiter Lewandowski in den Flammen seinen Tod, während ein Kind der andern Arbeiterfamilie durchs Fenster deö brennenden Hauses gerettet wurde. D a r s l u b. Die 10jährige Tochter des Eigenthümers Kartsch wurde in ihrem Bette an Kohlendunst erstickt gefunden. Auch die Eltern und ein 23jähriger Bruder waren bewußtlos. Die Eltern erholten sich bald, der junge Mann wurde durch die Bemühungen des Gendarmen Grützmacher ins Leben zurückgerufen. Elbing. Bankdirektor Reiß konnte auf eine 25jährige Thätigkeit im Dienste der Handwerkerbank zurrückblicken. Aus dieser Veranlassung übermittelten die Mitglieder des Aufsichtsraths und des Vorstandes dem Jubilar ibre Glückwünsche und spendeten einen Schreibtisch nebst Sessel und ein Gruppenbild. , K o n i tz. Bezüglich des kürzlich erfolgten Selbstmordes des Rendanten des Vorschußvereins Berkhahn hat sich jetzt herausgestellt, daß das borgefundene Defizit von 15,000 Mark.das den Verstorbenen in den Tod trieb, nur ein scheinbares, infolge von Unregelm'äßigkeiten in der Buchführung war. Eine wirkliche Unterschlagung hat nicht stattgefunden. Der Verstorbene war bereits 68 Jahre alt. M o ck e r. In der Maschinenfabrik : von Born u. Schüke brannte der Schmelzofen der" Eisengießerei nieder. P r e ch l a u. Infolge der Glätte glitt die Gastwirthsfrcm Hein in Pflastermühl aus und erlitt so schwere Verletzungen, daß sie an deren Folgen , starb. j T h v r n. 'Hier wurde das 50jäh rige Bestehen des Kopernikus-Vereins ' festlich begangen, im Beisein viele? Vertreter auswärtiger Behörden, Corporationen und wissenschaftlicher Vereine. "Arovinz sommern. Stettin. Das hiesige GrenadierNeaiment König Friedrich Wilhelm

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IV. beging die Feier seines 225jähriges Bestehens, zu der etwa 100 ehemalige Offiziere und 800 Unteroffiziere und Mannschaften erschienen. Brook bei Lccknitz. Durch Ueberfahren getödtet wurde in der Nähe hiesiger Gemeinde der 74 Jahre alte Eigenthümer Ellmann, gegen dessen aus dem Walde kommenden Wagen ein von einem 15 Jahre altenBurschen geführter Wagen fuhr. Durch den Anprall wurde Ellmann von seinem Sitze herabgeschleudert. Ein Vorderrad seines Wagens drückte ihm den Brustkasten ein, so daß der Tod sofort eintrat. Gersdorf. An seinem Hochzeitstage starb infolge übermäßigen Alkoholgenusses der hiesige Arbeiter Albert Rekowsky. Er, hatte am Polterabend des Guten zu viel gethan. K ö s l i n. Dem etwa 40jährigen Arbeiter Wilhelm Krause aus Mocker fiel beim Holzfällen in der hiesigen städtischen Forst ein langer, bereits von, der Wurzel freigemachter Baum über ddn Kopf, so . daß unmittelbar der Tod eintrat. Ratzebuh r. Schändlich zugerichtet wurde derSchneidermeister Ziemer aus Königsdorf. Nach der Kriegervereinssitzung kam es zwischen den Kameraden zu heftigen Auseinandersetzungen, so daß der Wirth einigen Mitgliedern das Lokal verwies. Draußen erhielt nun Ziemer mehrere Messerstiche. Ziemer, der das Blut nicht stillen konnte, begab sich mühsam zu einem Besitzer, den er um Fuhrwerk zum Arzt bat. Aber auch hier schlug man mit Stöcken und einer Wagenrunge derart, auf ihn ein, daß ihm der rechte Fuß vollständig zerschmettert wurde. Der Unglückliche liegt jetzt schwerkrank darnieder. Tribsees. Das Fest des 100jährigen Bestehens konnte hier das Baugeschäft von O. Heuer feiern. Z a n o w. Hier stürzte sich der Vater des Fabrikaufsehers Pagel aus dem Dachfenster des Hintergebäudes des Fleischermeisters Daleschs auf die Straße. Der Tod trat infolge Genickbruchs sofort ein.' Z ü l l ch o w. Ueber das Vermögen des Kaufmanns Sally Prinz in Züllchow ist das Conkursverfahren eröffnet. 'Arovinz Sctzreswig -Korstein. Schleswig. Dem pensionirten Eisenbahnweichensteller Jürgen Neuenbürg zu Lunden, im Kreise Norderdithmarschen, dem Arbeiter Johann Petersen, zu Behringen, im Kreise Soltau, früher zu Kaltenhof im Kreise Eckernförde, dem Bureaugehülfen Karl Grützmacher zu Tönning, im Kreise Eiderstedt, und dem Ladenverkäufer Jörgen Schultz zu Christiansfeld, im Kreise Hadersleben ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. Altona. Todtgefahren wurde in der Großen Freiheit von der elekirischen Bahn die dreijährige Irene Berner. Das Kind spielte auf der Straße und lief direkt gegen den Wagen, trotz sofortigen Bremsens gingen die Räder über das Kind hinweg. Bau. Auf seinen Antrag in den Ruhestand versetzt wurde Pastor Rön nau Hierselbst. Er ist 1835 geboren, Z.862 examinirt und am 1. Mai 1864 als Konpastor in Burg a. F. ordinirt. Im Jahre 1865 wurde Rönnau Pastor in Enstedt und 1875 zum hiesigen Pastor gewählt. D ü st h o l z. Die älteste Bewohnerin der Landschaft Angeln, die bei ihrem Schwiegersohne Hufner Voß hier lebende Wittwe Maria Dorothea Henningsen, feierte ihren hundertsten Geburtstag. F l e n s b u r g. Im nahen Weding brannte der Hof des Hofbesitzers Knutzen ab; fünfzig Stück Vieh und drei Pferde sind verbrannt.

Ei Riesenprozetz gegen Eisen bahndieve in lSalizien hat dieser Tage, in Krakau begonnen. Elf Angeklagte stehen vor Gericht, und Hunderte von Zeugen werden vernommen werden. Drei Jahre laug trieb eine organisirte Bande von Dieben ihr Unwesen auf allen Linien der galizischen Staatsbahnen. Beider Direkticn liefen immer häufiger Anzeigen ein, daß Reisenden aus ihrem Gepäck Wertsachen entwendet worden seien. Der Verdacht wendete sich naturgemäß zunächst gegen die Bahnbeamten, denen die Überwachung des Personengepäcks oblag. Diese wußten jedoch ihre Unschuld in so überzeugender Weise darzuthun, daß die Direktion die Uniersuchung gegen sie fallen lassen mußte. Durch einen Zufall kam man den Thätern auf die Spur. Ein Wiener Juwclier benachrichtigte die Polizei, daß eine Krakauer Modistin, Frau Nastaborska, ihm eine auffallend große Zahl von Schmucksachen zum Verkauf ngeboten habe. Von dem Kommissar vernommen, gestand die Nasiaborsia, daß sie die Schmucksachen von ihrem Schwager, dem Bahnkondukteur Skrzysowski erhalten habe. Eine te'egraphisch angeordnete Revision bei dem Letzteren führte zu überraschendenEntdeckungen: man fand nämlich ein ganzes Lager von Werthgegenftänden, darurner Schmucksachen, auf welche die in den Verlustanzeigen enthaltenen Beschreibungen völlig paßten. In den nächsten - Togen wurden zehn weitere Bahnkondukteure verhaftet, während ein zwölfter sich auf dem Friedhof entleibte. Die nun folgende Untersuchung ergab die völlige Schuld der Verhafteten, die in der raffinirtesten Weise, während sie im Dienst waren, die Packwagen der galizischen Züge geplündert hatten. Unter den besonders werthvollen, gestohlenen Gegenständen befinden sich ein Brillantkollier der Gräsin Olga Bockowska im Werthe von 40.000 Kronen. Gold- und Silbergeschirr der Gräfin Mussin-Puskin aus Petersburg, alter Sckmuck des Fürsten Stan. Jablonowski. Kostbarleiten des russischen Senators Petrow. eine Gobelinsammlung einer Frau aus Odessa. Der Gesammtwerth der entwendeten Gegenstände, soweit derselbe bis jetzt festgestellt werden konnte, beträgt 250,000 Kronen, doch wurde nur ein geringer Theil der Diebstähle überhaupt angezeigt. Merkwürdig war das Benehmen des Hauptbeschuldigten Moczulski. Nachdem er zunächst ein umfassendesGeständniß abgelegt hatte, benutzte er beim zweiten Verhör einen Augenblick, indem der Protokollführer sich umwendete, ergriff das Protokoll, zerriß es blitzschnell, steckte es in den Mund uiid aß es auf. Von diesem Moment an begann er Wahnsinn zu simuliren, indem er alles um sich herum zerstörte, dumpf vor sich hinbrütete oder das Geräusch einer Lokomotive nachahmte. Die Aerzte erklären ihn jedoch für zurechnungsfähig.

Die ehemalige Königin Natalie von Serbien, welche ursprünglich beabsichtigte, einen bedeutenden Theil ihres eigenen immobilen Eigenthums sowie Besitzes aus dem Nachlasse des Königs Alexander von Serbien für humanitäre Zwecke testamentarisch zu vermachen, soll infolge gehässiger Aeußerungen des jetzigen Belgrader Stadt - Präfekten über ihre Person beschlossen haben, allen Besitz, welcher noch in Serbien liegt, durch, ihren Anwalt einzuziehen und Serbien nichts zu hinterlassen. Wegen fortgesetzterNahrungsmittelfälschung wurde geger den Berliner Molkereibesitzer und Hoflieferanten Meyer Anklage erhoben. Meyer hat nicht nur, wie aus der VerHandlung hervorging, Milch gepantscht, sondern auch die sogenannte Kindermilch in ekelhafter Weife verunreinigt Die Milch wurde mit Wasser verdünnt, in dem die Mägde sich die Füß, und Hände gewaschen hatten. Professor Soxleth als Sachverständige? konstatirte. daß er den Fall, in den mit besonders ausgesuchter Gewissenlosigkeit verfahren wurde, als einzic dasteehnd erachte. Das Empörend sti aber sei, daß man solche Milch al! Kindermilch in den Handel bringe. Aus einem tagebuchartigen, Wmdhuto Berichte, den die..Köln Volks-Ztg." veröffentlicht, sind folgende Angaben von besonderem Interesse: 15. Januar. In Windhuk ist Alles eingezogen, blutjunge Burschen und wankende Greise tragen den Soldatenrock und den Patronengürtel. Täglich sehe ich seit Beginn der Unruhen einen alten Mann von 78 Jahren auf feinem Posten in der Feste, und freudig reicht mir der alte Soldat die Hand. 17. Januar. Herr Finster, ein früherer Vertreter der Damara- und NamaquaHandsls - Gesellschaft in Windhuk. kommt aus dem Osten und meldet, daß im Rosob so ziemlich Alles niedergemacht sei, was dort an Weißen gewesen war Auf der Farm Frauenftein ist zum Beispiel die Familie Pilet ganz unmenschlich abgeschlachtet worden. Die beiden Frauen hat man an den Füßen an Bäume geknüpft und sie wie geschlachtetes Vieh ausgeweidet. Herr Finster selbst ist unmenschlich zerschlagen, zweimal .von einer iugel durchbohrt und vollständig nackt liegen gelassen worden. Der. Todtgeglaubte hat mit unmenschlicher Anstrengung auf Schleichwegen Windhuk erreicht, um hier voraussichtlich an seinen Scbukwunden in sterb'"

Vom Julaude. Eine lohnende Hühnerz u ch t betreibt Frau Roß Compton zu Grantsville, Garrett County, Md. Sie hat im Zeitraum von drei Monaten mit 60 Hühnern 179 Dutzend Eier erzielt. I m I a h r e 1903 sind, wie 'das Statistische Bureau mittheilt, 162,211 Personen, darunter 11.456 Kinder, in der ersten und zweiten Kajüte auf transozeanischen Dampfern in's Ausland gereist. Unsere Bedölkerung hat sich seit 1870 etwa verdoppelt. Die Zahl der Auslandreisenden dagegen hat sich inzwischen verfünffacht. In der oben gegebenen Zahl sind übrigens nicht alle Auslandreisenden einbegriffen, denn die Zahl Derer, die zu einem Besuche in ihrer früheren Heimath Zwischendeck - Passage neh--men, ist gar nicht klein. Rechnet man für eine Auslandreise durchschnittlich Ausgaben in der Höhe von $600 bis $700 für manche werden sie höher, für andere niedrig sein so ergibt sich, daß uns die Auslandreisen jährlich über 100 Millionen Dollars zu stehen kommen. E i n e n g e l u n g e n e n W i tz erzählt man sich aus Kentucky. Signor Zanetti, der Zauberer, führte einem anf's höchste interessirten Publikum in einem Städtchen jenes Staates seine Kunststücke vor. Einmal trat er vor und sagte: Für mein nächstes Kunststück brauche ich eine kleine Whiskyflasche. Will einer der Herren so freundlich sein, mir eine Pintslasche Whisky zu leihen?" Niemand rührte sich. Der Zauberer war überrascht. Mit einer bittenden Geberde sagte er: Ich hatte einen anderen Eindruck von den Sitten Kentucky's. Vielleicht haben Sie mich nicht verstanden. Will einer der Herren so freundlich sein, mir eine Pintslasche Whisky zu leihen?" Kein Mensch rührte sich. Der Zauberer bat um Entschuldigung und sagte, dann müsse er das beabsichtigte Kunststück für diesmal vom Programm streichen. Er wandte sich seinem Tische zu, als im hinteren Theile des Saales ein Mann aufstand und rief: Mister, könnten Sie eine Quartflasche gebrauchen?" Gerade so gut", antwortete Zanetti. Im Moment war jeder einzelne Mann im Publikum auf seinen Füßen und streckte dem Zauberer eine Quartflasche entgegen. Wie ein verloren gegangenes Kind durch eine Katze gefunden wurde, wird aus New Jersey berichtet. James 'Etches, der in Commerce Str., Newark, wohnt, meldete neulich Abends der Polizei, daß seine lljährige Tochter Lulu verloren gegangen sei. Die Polizisten erhielten, als sie die Polizeistation verließen, Auftrag, auf das Kind zu fahnden. Als Polizist Collins auf seinem Posten der Ferry Str. entlang ging, .fiel ihm das ängstliche Miauen einer Katze auf, das aus einem alten, an dieser Straße belegenen Schuppen hörbar wurde. Im Glauben, die Katze sei in Noth, betrat er mit einer Laterne den Schuppen und fand dort, aufHobelspähnen schlasend, ein junges Kätzchen an sich drückend, das vermißte Kind. So herzhaft hatte das schlafende Kind das Kätzchen an sich gedrückt, daß dasselbe sich nicht rühren konnte und infolgedessen nach besten Kräften miaute. Kind und Katze wurden nach der Polizeistation gebracht. Es stellte sich später heraus, daß das Kind mit dem Kätzchen spazieren gegangen war und den Weg verloren hatte. Ermüdet und schläfrig hat es dann den Schuppen gefunden, wo es auf einem Haufen Hobclspähne sich ausruhen wollte, und wo es dann einschlief. Ein heldenhaftes Mädchen in noch kindlichem Alter von 15 Jahren ist Mari'an Duffy in New Jork. Vor zwei Jahren verlor das Kind ihre Mutter. Sie mußte die Schule verlassen, um ihre drei jüngeren Geschwister Pflegen zu können. Bald nachher erbte ihr Vater, der bis dahin nach Kräften für die Seinigen gesorgt hatte, $5000 und das wurde der Familie zum Verhängniß. Der plötzliche Wohlstand war zu viel für den armen Dockarbeiter. .Er ergab sich, dem Trunke und wurde schließlich überhaupt nicht mehr nüchtern. Eines Tages übergab er seiner Tochter $300 und dann verschwand er. Das war vor vierzehn Monaten. Seitdem ließ er nichts mehr von sich hören. Annie sorgte nach Kräften für ihre Geschwister und da sie sah, daß ihr kleines Kapital bald aufgebraucht sein würde, wandte sie sich an ihre Tante, Frau Patrick Ceburn. Diese gewährte den Waisen Unterkunft und Annie suchte Arbeit, um das Kostgeld für sich und ihre Schwestern bezahlen zu können. In jeder freien Stunde forschte das brave Mädchen nach dem verschwundenen, gewissenlosen Vater. Sie wanderte seit Monaten von Hospital zu Hospital und am letzten Sonntag fand sie den Gesu. : endlich als Leiche in der ' Morgue. Eben sollte er auf den Secirtisch gelegt werden. Nachdem er sein ganzes Vermögen vergeudet hatte, war der Mann vor einigen Wochen an der galoppirenden Schwindsucht leidend nach dem Hospital gebracht worden und dort verschieden. Die Liebe und der Opfermuth seines Kindes bewahrten ihn vor einem Armengrabe, denn mit dem Reste der ihr übergebenen $300 ließ ihn Klein-Annie in geweihter Erde anständia bestatten.