Indiana Tribüne, Volume 27, Number 202, Indianapolis, Marion County, 16 April 1904 — Page 4

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Herausgegeben von der utenfcetfl G. Indianapolis, Ind. Harry C. Thudium Prafident. Geschäftsloealt No, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269. fi tered at the Post Office of Indianapoliä a second dass matter. Das demokratische Liebes: . mahl. Das am Mittwoch vom JroquoisClub in Chicago veranstaltete Festmahl zu Ehren von Jefferson's Geburtstag gestaltete sich zu einem solennen Liebesmahle, über welches das Vorbild aller Demokraten einen wahrnehmbaren Einfluß ausübte. . Aus allen Theilen der Union nahmen bekannte Demokraten an dem Bankett Theil. Tarif Reform, Kampf gegen die Trusts, Bekämpfung der überhand nehmenden imperialistischen GewaltHerrschaft. Sparsamkeit im RezierungsHaushalte waren einzelne Punkte, die als Wahlparolen in Vorschlag gebracht würden. Leider war Ex-Präsident Cleveland verhindert, an der Feier theilzunehmen. Doch wurde ein Brief non ihm verlesen, welcher von der gern; zen Versammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde und große Begeisterung hervorrief. Das Schreiben lautete: Ich sehe mich zu meinem großen Bedauern genöthigt, Ihre liebenswürdige Einladung zur Feier von Jeffer son's Geburtstag unter den Auspicien des Jroquois-Clubs ablehnen zu müssen;:1 In unserer Zeit der Verwirrung politischer Ideen und der falschen Auffassung der wahren Demokratie scheint es ganz besonders angebracht, den Charakter des großen demokratischen Vorbildes voll zu erkennen und seine politischen Doktrinen besser zu verdolmetschen und zu verstehen. Seine Hingabe für die Interessen des Volkes, seine weise konservative Gesinnung und sein ständiges Eintreten für das Wohl des Volke, welches stets der Leitstern seiner Laufbahn war, empfehlen seine Thaten und seine Doktrinen dem Studium Derer, welche in der Jetztzeit als gute Patrioten die Wohlfahrt'UnsereS Landes durch das Aufsteigen einer sicheren und gesunden Demokratie zu fördern suchen. In der Hoffnung, daß die Geburtstagsfeier dieses großen Führers sich für alle Theilnehmer als eine Quelle des Ver gnügens und Nutzens erweisen möge, verbleibe ich achtungsvoll Ihr Grover Cleveland. Von dem Congretz-Mitglied John Sharp Williams (Miss.) war ein Schreiben eingetroffen, welches im Wesentlichen folgendermaßen lautete: Es thut mir sehr leid, daß ich bei Gelegenheit der Jrfferson - Geburtstagsfeier nicht unter Ihnen weilen kann. In der ganzen Welt ist kein Geburtstag zu finden, der würdiaer wäre, von der ganzen Menschheit gefeiert zu werden. als der Tbomas 5kefferson's. dem wir im Wesentlichen die zehn ersten Amen dements zu unserer Bundesverfassung verdanken. Zu Jefferson's Zeiten gab es noch keine Trusts, aber wir können sehr wohl denken, wie er darüber gedacht haben würde, wenn wir blos lesen, was er über die Bedrohung der Freiheiten des Volkes gesagt, welche durch eine unge bührliche Ansammlung von Glücksgü tern in der Hand einiger Weniger ge zeitigt haben würde. Er sah die Trusts nicht nur voraus, sondern that auch alles in seinen Kräften Stehende, um ihr Emporschießen zu verhindern, in dem er seinen Sitz im Coninental-Con greß aufgab, um heim nach Virginien zu gehen und das Unwesen der Erstge burt, eine der Hauptursachen der Gü teranhäufung in der Hand Weniger, Sei der Wurzel aus der Erd: zu reißen. Und durch sein Plädiren für eine Be schränkung der Hinterlassenschaften auf einen gewissen, nicht zu überschreitenden Satz ging er sogar weiter, als wir heut zntage zu gehen gewillt sind." Zunächst sprach General Nelson A. Miles. In Beantwortung- des Toasts Unser - Land" hielt er eine zündende Rede, wobei er die Gefahren der anti impeeialistischen Richtung in klarer Weise schilderte und zur Rückkehr zur demokratischen Einfachheit und Wete heit gemahnte. Senator Edward W. Carmack von Tennessee sprach über Thomas Jeffer son". Er begann seine Rede damit, daß die demokratische Parbei mit Ver trauen in die Zukunft blicke und nicht

für die Vergangenheit um Entschuldigung zu 4 bitten brauche. Er fuhr dann fort : Ich gehöre zu Denen, welche Bryan im Jahre 1806 und 1900 folgten, indem ich an den Mann und an die Platform glaubte. Aber ich denke auch eines Satzes in jener unvergeßlichen Rede Bryan'ß auf dem Chicagoer Convent, des Satzes: Verän derte Verhältnisse erzeugen neue Jssues". Ich erinnere mich, daß 1900 der demokratische Convent ebenso wie unser großer Führer erkannte, daß die 1896'er Jssues von einem größeren Jssue überschattet würden. Ich erinnere mich noch wohl, daß manche bedeutende Demokraten, welche sich bt? dahin fern gehalten oder gar zu der Opposition begeben hatten, ihre Differenzen begruben und den Hauptissues zuliebe zu der Standarte Bryan's zurückkehrten." Adlai E. Stevenson, der ehemalige VicePräsident, hatte sich als Thema: Die demokratische Partei" gewählt. Er plaidirte für, eine geeinte Partei

und für Aufnahme lebendiger Jssues in die Platform des nächsten demokraischen Nationalkonvents. Der nächste Redner war Gouverneur Lucius F. C. Garvin von Rhode. Island: Er führte aus, daß die Demokraten sehr wohl bei dieser Präsidentschaftswahl einen Sieg erringen könnten, wenn,' sie sich zum monopolistischen Glauben bekennten. Aber die demokratische Partei, die Par. tei eines Jefferson, müsse ihre Politik ouf der Basis der Ehrlichkeit begründen, auf der Basis der gleichen Rechte für Alle. Besonders interessant war derjenige Theil seiner Rede, in welcher Gouverneur Garvin ausführte, daß Präsident Roos?velt, abgesehen von seiner entsetzlichen Ausland Politik. wirklich dem Volk dienen wolle und das Idol aller jener vielen Republikaner sei, die eigentlich im Herzen gut demokratisch fühlen. Aber die letzteren hütten im Rathe der republikanischen Partei nichts zu sagen, sondern nur die Trusts und .deren Repräsentanten, von denen gar viele im Bundessenat sitzen. Sodann hielt Martin W. Littleton, der streitbare Borough-Präsident von Brooklyn. N. ?)., eine Rede, zu welcher er ncy das Thema ge el: Ein-vire-Staat, die Hoffnung der Demokratie". Einen geradezu frenetischen Beifall fand der Schlußsatz seiner Rede, lautend also: Und Sie fragen mich jetzt, wer uns' in diesem Streite führen soll? Diese Antwort aus meinem Heimathsstaat erschallt aus dem Munde des Farmers und des Fabrikarbeiters, des Bankiers und des Handlangers, des Kaufmanns und des Fabrikanten, aus dem Munde aller ertönt es für Richter Alton B. Parker. Durch seine Ansichten über eine verfassungsmäßige Administration und die CivilisationsFortschritts unserer Rasse, gleich freundlich gesinnt dem Arbeiter wie dem Kapitalisten, und sich vor Keinem fürchtend, falls er das Gesetz übertritt; durch seine keste Zuversicht, daß Verkehr und Verfassung Hand in Hand gehen und keines zur Schädigung des andern benutzt werden darf, würde er unserm nationalen Leben auf's Neue den demokratischen Glauben eines Jefferson einflößen, die feine Geisteskraft eines Tilden, die patriotische Gluth eines Bryan und den nie versagenden Muth und die Gewissenhaftigkeit eines Eleveland." . Von Wm. I. Bryan war ein Schreiden eingegangen, worin er bedauerte, dem Bankett nicht anwohnen zu können, aber der Hoffnung Ausdruck gab, die Theilnehmer würden Gelegenheit nehmen, dem Lande die Wichtigkeit der Aufrechthaltung demokratischer Grundsätze, wie sie in den Platformen von 1896 und 1900 niedergelegt find, an's Herz zu legen. Die Merger"Entscheidung habe gezeigt, wie knapp die Bundes-Oberrichter in der Frage getheilt seien und wie leicht es den Freunden reicher Korporationen sei, plausible Gründe zu finden, um der Regieeung die Hände zu binden, wenn sie gegen die vorgeht, welche das Volk ausbeuten. Auf Grund der Verfassung ernenne der Präsident die Richter und diejenigen, welche den Enscheidungen in den Hayesund Tilden Prozessen, denEinkom-mensteuer-Prozessen, den Prozessen in Trust-Fälle und in den die RegierungsPolitik auf den Philippinen involvirenden Fällen genau gefolgt, müßten überzeugt sein, wie wichtig es sei, Richter zu haben, die mit dem Volke sympathistreit. In dem gegenwärtigen Kampfe zwischen Plutokratie und Demokratie versuchten die Korporationen die Kontrolle über das BunqeS Obergericht zu erlangen und womöglich den Kongreß und den Präsidenten zum Schutze des Volkes unfähig zu machen. Er hoffe.

die : Redner auf ? dem Bankett würden

auch ihre warnende Stimme erheben gegen den Versuch, den jetzt die GeldMagnaten machen, um den demokratischen Konvent zu beherrschen und die Nomination eines demokratischen Kandidaten durchzusetzen, der genöthigt sein würde, an die Wünsche und Hvffnungen der demokratischen Massen zum Verräther zu werden. William F. Vilas von Wisconsin, ehemaliger Generalpostmeister, sprach über Glaube und Hoffnung." Vilas verbreitete sich in seiner Rede besonders über die Sünden der Republikaner auf dem sin anziellen Gebiete. Er führte aus, daß unter dem republikanischen Regime die Ausgaben der Nation zwei- bis dreihundert Millionen mehr betrügen, als nothwendig sei, und daß ein JahresEtat in Höhe von einer Billion gar bald in Aussicht stehe. Und der größte Theil dieser verschwendeten Gelder komme aus der Tasche des armen Mannes. Neue Jncorporationen. Folgende neue Gesellschaften erwirktett gestern ihre Jncorporationspapiere: Die Mammoth Oil Co., Muncie; Capital $50,000. Directoren: Chas. W. Markley, John Longnocker, L. N. Mathias, Richard McCauley. Joshua W. Drake. Henry O'Meara, I. W. McKinley, Jacob Lehmann und C. I. Kemery. Die Home Water Works", Mount Vernon; Capital $80,000. Directoren: Jacob M. Harlem, Charles T. Johnson. William Gomermand,' Lyman B. Holleman und Rosa Rubett. Die Olive Oil Co.", Albany; Capital $50,000. Directoren: T F. Barrett. A. C. Wilsön, Henry Wallace und Ernest L. Perkins. Die Record Oil und Gas-Compa-ny," Muncie, Capital $15,600; Directoren: William Holms. C. Dagis, Albert Gough und Carl O' Hära. .. Die Van Cleve Oil Company", Marion. Capital $96,000; Directoren: F. Clark, I. R. McDonald, Charles Shenk und I. Van Cleve. ' ' f Die Vincennes Canning & Packing Company", Vincennes, Capital $15) 000; Directoren: W. Racey, D.Aldrich. W. Weed, C. Miller, W. Bierhaus, fö. Mever und (55. Kardner. - - "'' Die Marion Gas Comp. und die Grant & Wabash Pipeline 5o.f Marion, haben sich consolidirt; die neue Gesellschaft trägt den Namen Marion Gas Co." Das Capital wird durch die Consolidation von $400,000 fif $440,000 erhöht. Die Directoren der neuen Gesellschaft sind: T. N. Barn'sdall. E.P. Whitcomb. A. W. Lewis. D. Robertson und W. B. Carfon. - Achtung, Amatenr-Baseballiften! Die Parkbehörde hat durch Superin tendent I. C. Power eine Einladung an alle hiesigen Amateur-Basedall-Clubs erlassen. Repräsentanten zu einer am Montag Morgen um 9 Uhr in sei ner Office abzuhaltenden Conferenz zu entsenden, um über die Frage betreffend Baseball - Spiel in den öffentlichen Parks an Sonntagen zu berathen. Grundeigknthums Uebertragungen.

Elizabeth I. Hadley, Guardian, an Mary A. Hittle, Theil von Sections 9 und 10 in Tp. 15, Range 2, in Wayne Township. $2,683.33. Dieselbe an dieselbe, Theil der nämlichen Sectionen. $5.316.67. David D. Mills. Administrator an dieselbe, Theil des nämlichen Grundstücks. $7,950.50. Cornelius L. Garshwiler an Wm. T. Johnson, Theil vom nordöstlichen Viertel in Section 24, Tp. 17, Range 3 in Washington Tp. $1.500. Arthur Jordan an Bridget A. Flaherty, Lot 50 Arsenal Park Add., südlich von den alten Arsenal - Gründen. $3,150. Arthur V. Brown an Charles M. Ryder, Lot 54 in Brown's East Meridian Heights Add., nördlich der Stadt. $700. Willis D. Engle an Campbell's tzhapel Free Will Methodist Church, Lot 10 in Allen's 2. nördliche Add.. nördlich vom Crek an Northwestern Ave. $1,(00. Wayne B. und L. Association an Joseph F. Bickel, Lots 43 und 44 in Ruddell's Glenwo:d Add., östlich von Woodruff Place. $2.233.40. Michael Clune an Herman Lohß, Lot 12 und Theil von 13 in McCar ty's South Add., an Meridian, südlich von MorriS Str. $4,500. .. i 1 -

Die ZNaiswmle.

Aus den Memoirril kinrs ätterrn Jünglings. Siebenunddreißig Jahre bin ich alt geworden und hatte noch , keine Maiböwle .getrunken.. So etwas mag .ja auch schon bei anderen gee'.ften Junglingen vorgekommen sein; aber daß ich diö gestern noch keinen Kuß von zarten Mädchenlippcn erhielt, damit dürfte ich wohl eine so ziemlich einzig dastehende Ausnahme im Maskulinum bilden. Aber seit gestern! Da trat die Versuchung an mich heran uyd das kam so: : Ich wurde von einigen ganz harmlos aussehenden Herren zu einer WagenPartie, deren Abschluß eine Maihowle bilden sollte, eingeladen. Maibowle? Das kennst Du noch nicht, das mußt Du mitmachen, dachte ich mir, schlug ein . und freute mich schon im Voraus des Genusses. Ein Eesellschaftswagen eigentlich war's nur ein Leiterwagen mit Sitzbänken, also ein sogenannter SpreißelLandauer brachte uns in die schöne Natur. Alles freute sich über die grünen Wiesen, über die blühenden Obstbäume'und auf die Maibowle. 4 , Auch die Wittwe Fangan mit ihrem hübschen, aber aus ,Eitelkeit keine Brille tragenden Töchterlein, war bei der Partie, denn es waren ja drei heirathsfähige Junggesellen dabei. Und merkwürdig! Alle drei hießen Hans. Da war der Professor Hans Bikalb, der Supplent Hans Wichner und der dritte Hans, das war ich. 'Am 'Ziele angelangt, ging's vorerst unter fröhlichem Geplauder an's Waldmeistersuchen. Bald , hatte jeder ein Sträußchen jener lieblich . duftenden weißsternigen Blüthe gepflückt, und auch das Fräulein Fangan hielt ein Büschelchen in der Hand. Aber, o weh! Der Wille war gut, die Augcn aber schlecht! Sie hatte alles andere, nur keinen. Waldmeister abgnupft. ,Labkraut, Maiglöckchen, die weiße Taubnessel, Erdbeerbtüthen, alles hatte sie abgerissen in ihrem blinden Eifer, die Arme, nur deinen Waldmeister! Da lachte wohl jeder in sich hinein und dachte sich im Stillen: Mag die Alte noch so süß lächeln und das Töchterchen noch so hübsch sein, zu einer Hausfrau taugt die wohl nun und nimmermehr! Die Maibowle, von kundiger Hand gebraut, 'mundete vortrefflich. Wir nippten erst vorsichtig; dann aber gab's kein Halten mehr und immer wieder leerten und füllten wir unsere Gläser. Endlich es war schon sehr spät geworden brachen wir auf.' Als wir aus der freundlichen Wirthssiube traten, herrschte draußen tiefe Finsterniß; aber das genirte uns wenig. Beim Scheine einer hochgeschwüngenen Stalllaterne bestiegen wir munter lachend den Spreißel-Landauer" und machten es uns in kunterbunter Reihenfolge bequem. ' . Die Wittwe Fangan war am oberen Ende des Wagens zwischen zwei älteren Herren eingepreßt, und ich kam am unteren Ende , neben ihre Tochter zu sitzen. Sehen konnten wir allerdings einander nicht, aber an der Stimme erkannte ich. sie. Hüh!" gröhlte es vom Kutschersitz, und fort ging's im flotten Trabe. Der Wagen rumpelte über die frisch geschotterte Landstraße und rüttelte den Maitrank in uns empor, dasi er uns erst recht in die Köpfe stieg. Die Wirkung 'zeigte sich auch bald. Von vorne her, wo der alte, dicke Justizrath saß, erdröhnte ein tiefer Baß: Im tiefen Keller sitz' , ich hier " in der Mitte sangen ein Paar das: Wer hat Dich, Du schöner Wald" und: In einem kühlen Grunde" während rückwärts, wo ich saß, in langgezogenen Tönen ganz folgerichtig: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten " erscholl. Es war zum Stemerwe:chm! Eben, als meine Nachbarin und ich beim daß ich so trau rig bin" anlangten, schmiegte sie sich ein wenig dichter an mich und ich fühlte auf einmal ein zartes Händchen in meiner Rechten, das ich in Maitrankseliger Stimmung inniglich drückte. Darauf lehnte sich mir ein Köpfchen an die Brust, seidenweiche Löckchen streiften meine Wangen, stockdunkel war es, Maibowle hatte ich getrunken was Wunder, daß meine keuschen Jünglingslippen den Mund des liebevollen Mädchens suchten und fanden! Noch brannte mir der glühend erwiderte Kuß auf den Lippen, da fiel mir's schwer auf's Herz: Nun bist Du Gimpel in die Falle, auf den Leim gegangen. Da ereignet sich etwas Unerwartetes. Plötzlich schwankte unser Wagen und Wuppdich I lag die ganze Gesellschaft im blühenden Korn Das war ein Durcheinander! Zum Glück hatte Niemand Schaden gelitten und eine Minute später, als wir in dem rasch wieder aufgerichteten Wagen faßen, lachten wir alle über den glücklich abgelaufenen Zwischenfall. Am meisten aber lachte ich; denn ich saß nicht mehr neben Fräulein Fangan! Diesmal kam ich zwischen den alten Justizrath und den Professor Hans Bikalb zu sitzen. Letzterem zur Rechten glaubte ich das Fräulein Fangan zu erkennen. IJltin Nachbar zur Linken intonirte wieder sein Leiblied Im tiefen Keller" und bald erscholl der unterbrochenc Gesang von allen Seiten. Nur mein Nachbar zur Linken sang nicht mit und einmal war mir's so, als ob ick das Geräusch eines Kusses vernähme. Als wir durch das Dörfchen Strohweiler kamen, wollten die, Pferde oder

war's der Kutscher? absolut nicht beim Wirthshaus vorbei und so stiegen wir denn aus. um den gehabten kleinen Schrecken mit einem Schoppen Henrigen" hinabzuspülen. Abermals kletterten wir, noch um einen Grad . beiterer gestimmt., in d Wagen. Diesmal kam ich zwischen dm Professor Bikalb und den Supplenten Hans Wichner zu sitzen, zu dessen Rechten sich das Fräulein Fangan niedergelaen hatte. , Wieder erschollen fröhliche Lieder, und wieder vernahm ich zwischendurch das Geräusch eines Kusses! DonnerWetter! dachte ich mir, so eine Mai-, bowle wirkt wahrlich Wunder. Der trock:ne, lederne, steife Supplent kann also auch küssen!. Und vertieft in,Gedanken fuhr ich weiter. Endlich erreichten wir unser Heimathstädtchen. Der Wagen hielt vor dem schwarzen Adler," und alles stieg ab, um noch einen Abschiedstrunk zu machen. Im schwach erleuchteten Hausflur sah ich, wie das naive, kußlustige Fräulein Fangan ihre Mutter beim Aermel rupfte und hörte, wie sie ihr glückstrahlend zuflüsterte: Denke Dir, Mama, ich habe mich am Heimweg mit Hans

heimlich verlobt drei Küsse hat er mir gegeben!" Ein Schimmer der Befried!gung glitt über das runzelige Gesicht der Alten. Endlich, endlich war das langersehnte Ereigniß eingetreten! Dann aber fragte sie gespannt: Ja, liebe Martha, aber mit welchem Hans denn eigentlich?" Das Töchterchen ward verlegen, erglühte, warf einen hilflosen Blick umher und stammelte: Das das weiß ich nicht, liebste Mama; es war ja finster!" ' Mutter Fangan war entsetzt. Das weißt Du nicht?" ' Nein, Mama!" Da trat die Alte voll schwiegermütterlicher Würde auf uns Herren zu wir drei Hänse standen gerade nebeneinander und senkten die . Köpfe zum tödtlichen Streich und ihre Blicke durchbohrend auf uns richtend, rief sie: Meine Herren, wie mir meine Tochter schon mittheilte, hat sie einer der Herren während der Heimfahrt dreimal geküßt; ich hoffe, der Betreffende wird als Ehrenmann die Konsequenzen daraus ziehen! Nun?" Lautlose Stille. Wir drei Hänse schauten einander an, und jeder dachte bei sich: Dreimal geküßt? Nein, das war ich nicht; ich weiß nur von einem Kuß; das muß entschieden ein anderer gewesen sein! Und so kam es, daß sich keiner meldete. Die Wittwe Fangan warf uns noch einen verachtungsvollen Blick zu, zischte zwischen den Zähnen: Feige Memmen!" und rauschte mit dem ganz geknickten Töchterlein davon. Fräulein Fangan ist heute noch zu haben. . .. : . . Das Srhnuptturiz. ; Der Angeklagte bleibt bei der Gerichtsverhandlung dabei, er habe dem Kläger bei der Schlägerei nur mit dem Schnupftuch über den Kopf geschlagen, trotzdem der Kläger eine tiefe Wunde vorweist, die er bei der Gelegenheit davongetragen hat.- Amtsrichter (zu dem Angeklagten, auf dessen riesige Fäuste deutend): Jochen, Jochen, Din Schnuppdauk kenn ick! Du putzst Di de Näse mit Dine fiw Finger." . S ch ö n e n Schnitt l a u ch zu ziehen. Bor allem sollte man ihn alle zwei bis drei Jahre zerreißen und versetzen. Er verlangt einen nicht zu schweren, fetten, aber nicht frisch gedüngten Boden und eine Lage, in der er während der Sommermonate nicht den Strahlen der heißen Mittagssonne ausgesetzt ist. Ein gutes Mittel, um ihn zum üppigen Wachsthum zu bringen, ist das Ueberstreuen mit Ruß zeitig im Frühjahr oder auch mit Kaffeesati. Besonders aünstia aber wirkt das Begießen mit der Brühe, die. vom Sauerkraut abgeschöpft wird, etwas mit Wasser verdünnt. Die Anwendung sollte aber in den ersten Frühlingsmonaten geschehen; er wächst darauf ungemein üppig. Auch Seifenwasser wirkt günstig auf die Entwicklung der Vegetation. Alle diese Mittel lassen sich auch in mäßigen Quantitäten bei der Topfkultur anwenden. Um wahrend des Sommers stets frischen zarten Schnittlauch zu haben, schneidet man ihn dicht an der Erde ab, bedeckt ihn mit halb verfaulter Mistbeet- oder anderer Dungerde und begießt diese fleißig. , . Der s l d e n b u r g i s ch e L a ndtag hat in erster Lesung einer, bisher vertraulich behandelten Vorlage über die Regelung der, Erbfolge in Oldenbürg zugestimmt. Es handelt fich dabei um eine Zusatzbestimmung zum Artikel 17 Par. 1 des revidierten Staatsgrundgesetzes. Danach ist der Herzog Friedrich Ferdinand zu Schleswig - Holstein - Sonderburg - Glücksbürg (geboren am 12. Oktober 18ü5) mit Zustimmung des Landtages durch Anordnung des , Großherzogs vom 28. Dezember 1900 für den Fall, daß eine Regentschaft erforderlich werden follte, und die Großherzogin Elisabeth vor Eintritt der Volljährigkeit des jetzt siebenjährigen Erbgroßherzogs von Oldenburg sterben sollte, zur Regentschaft berufen. In Mainz brach ein Sängerstand zusammen, als die Hauptprobe für ein Wohlthätigkeitskonzert abgehalten 'wurde.' Auf demselben befanden sich 100 Sänger, von denen 30 in die Tiefe stürzten. Mehrere Sänger wurden verletzt, einige schwer.

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