Indiana Tribüne, Volume 27, Number 202, Indianapolis, Marion County, 16 April 1904 — Page 3
Jndiana Tribüne, 16. April 1904
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Der Russen am Yalu-Flusfc. Port Arthur abermals von Togo beschossen.
Cyril ist am Leben. Brand im Palaste zu Söul. Warnung an Kriegs Corrcspondenten. Unterseeboote im japanischen Dienst. Amerikanischer Verlust auf den Philippinen.
Ostafien. Japaner angeblich geschlagen. London. 16. April. Ein St. Petersburger Correspondent des Standard sendet ein Gerücht, wonach ViceAdmiral Toqos Flotte eine Landung von Truppen westlich vom Z)alu Fluß escortirte. Als 12.000 Mann gelandet waren, wurden sie plötzlich von den russischen Truppen, die versteckt lagen, angegriffen und mit schweren Verlusten für Mannschaften und Geschütze nach den Schiffen zurückgetrieben. Vertheidigun g s-L i n i e a m B a l u. St. Petersburg, 15. April. Nach einer Depesche aus Liao Vang sind die russischen Schanzmerke am Vlu jetzt vollendet. Das Centrum der Be festigungs - Linie ist Antung. Die rechte Flanke befindet sich in Tatung. Kan, die linke in Kierbur am WestUfer des Yalu. Nach amtlicher Berichtigung wurde am Mittwoch in Port Arthur der Tor pedo-Jäger Jtrashni" und nicht der Berstrashni" versenkt. Port Arthur wieder beschössen. St. Petersburg. 15. April. Einer Depesche des Admirals Alexieff von Port Arthur an den Zaren zufolge beschoß die japanische Flotte in 2 Abtheilungen die Festung und Stadt abwechslungsweise vom Liao Tishan Vorgebirge ans. Die Beschießung dauerte von heute Vorm. 9:15 bis Mittag; 185 Geschosse wurden abgefeuert. Das russische Geschwader, einschließlich das Schlachtschiff Pobieda, erwiderte von den AnkerPlätzen aus; auch die Batterien nahmen Theil. Die Verluste an Land bestanden aus 7 getödteten und 3 verwundeten Chinesen sowie 5 verwundeten Soldaten. Die russischen Kriegsschiffe erlitten keinen Schaden, auch keimn Verlust an Leben. Port Arthur. 15. April. Eine 'Beschießung durch die Japaner begann beule früh und dauerte mit Zwischenräumen bis Nachmittags 1 Uhr. Die Flotte zu Port Arthur. St. Petersburg, 15. April. Im Hafen von Port Arthur befinden sich jetzt nur 2 unbeschädigte Schlachtschiffe. Peresviet und Sevastopol. aber einige der beschädigten Schlachtschiffe sind reparirt. Die anderen aktionsfähigen Schiffe sind: Panzer - Kreuzer Bayan, Askold Diana und Novik, Torpedo-Kanonenboote Vsadni! und Gaydamak, Kanonenboote Gremiashchi.'Otvasbini. Giliak und Bobr, die Kreuzer Djidjid, Pazboynik und Zabiaka, endlich die Torpedoot-Jäger. Im Ganzen wurden 10 Schiffe seit dem Kriege beschädigt oder verloren. Die Hoffnung, das unheilvolle Geschwader werde vor der Ankunft der Oft ' See - Flotte aggressiv eingreifen können, ist seit Mittwoch zerstört. Die Beschädigung der Pobieda soll leicht sein. Nur ein Gerücht. , London, 16. April. Ein Cor respondent der Times", der eine De pesche von See an der Küste Koreas sendet, sagt, er glaube, daß der Eingang zum Hafen von Port Arthur jetzt verschlossen sei. Warnung an Correspond e n t e n. . Washington, 15. April. Die russische Regierung hat mitgetheilt, daßZeitungs-Correspondenten. welche sich der drahtlosen Telegraphie bedienen, als Spione behandelt und erschossen werden. Die Vorgänge vor der Zer störung des Flaggschiffs. St. Petersburg. 15. April AuS der Masse der widersprechenden Berichte über die Zerstörung des Petropavlovsk" ist jetzt festgestellt, daß Admiral Makaroff am Mittwoch früh mit seinem Geschwader ausfuhr, um eine schwache Division von 6 japan.
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Kreuzern zu bekämpfen. Diese Kreuzer erschienen om Horizont, nachdem die japan. Torpedoboote, welche den Bezstrashni" zum Sinken gebracht, vom Bayan vertrieben worden waren. Der russische Höchft-Commandirende verfolgte die japan. Kreuzer, bis sie durch 11 Schlachtschiffe verstärkt wurden. Er zog sich in den äußern Hafen zurück und stellte sich in Schlachtord nung auf. als sich das Unglück mit dem Petropavlovsk" ereignete. Es ist sicher, daß beide Kessel und die Magazine explodirten, aber nicht völlig gewiß. ob das Schiff auf eine Mine stieß, obwohl dies die Ansicht der Admiralität ist und zwar auch, daß es sich um eine russische und keine japanische Mine handelte. In Abrede wird gestellt, daß sich Makaroff's Schiff' an einem Seekämpf betheiligte. St. Petersburg. 15. April. Es heißt, daß das Flaggschiff durch ein Unterseeboot zerstört wurde, welches England an Japan lieferte. Auch auf die Erlaubniß des britischen Parlaments, indische Truppen in Tibet zu verwenden, wird hingewiesen, als Zeichen, Britannien wolle seinem Verbünbeten durch einen Vormarsch nach Mittclafien helfen. Verantwortliche Kreise legen jedoch diesen Ansichten keinen Werth bei. Nach den letzten Nachrichten ist die japan. Flotte noch immer von Golden Hill sichtbar. Unterseeboot esollen in Benützung sein. N e w Y o r k, 15. April. Ein früherer hier lebender Marine-Offizier hält St. Petersburger Ansichten, wonach die Japaner bei ihren Angriffen auf Port Arthur Unterseeboote benützen, für begründet. Er sieht darin die einzige Erklärung für die fortgesetzten Unfälle der rusfischenSchiffe und .nennt die Mincn-Theorie bei der Zerstörung des Flaggschiffs für unhaltbar. Sr S '"" Vi.,VS'"s'""V' UtZ.-V'' mmm& - " v.v ' ' - ' ' '' ' '
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Das russiche unterseeische Boot Petr Kochka'und Paradk'Abnahme des Zaren. Rußland befitzt verschiedene Submarine-Boote darunter das Petr Kochka", von welchem Marine-Experten e, warten, daß es in dem Hasen von Port Arthur gegen die japanische Flotte verwandt wird. Petr Kochka" wurde in 9 Sectionen gebaut und kann leicht über die Transsibirische Eisendahn befördert werden. Das Schiff ist im Ganzen 77 Fuß lang und 14 Fuß breit, mit 20 Tonnen Wasserverdrängung und 12 Mann Besatzung. Das Boot wurde in Cronstadt gebaut und von Leutnant Kolbassteff von der russischen Marine entworfen. Bei der unterseeischen Fortbewegung wird Elektricität benutzt. Das Fahrzeug trägt verschiedene Torpedos, die auf dem Deck befestigt find. Bis jetzt ist der Werth eines solchen Bootes noch nicht im Kriege erprobt worden. DaS untere Bild zeigt den Kaiser von Rußland bei der Besichtigung von Truppen, die nach dem Kriegsschauplatz abreisen.
Cyril und Verestchagin. . St. P e t e r s b u r g. 15. April. Beständige Gerüchte über den Tod des Großfürsten Cyril sind nicht bestätigt. Vielmehr widerholte heute Abend Fürst Galitzm. der Hofmarschall desGroßfür steu Vladimir, seine Versicherung, daß es Cyril besser gehe und er sich mit seinem Bruder Boris im Hauptquartier zu Liao Yang befinde. Die Admiralität ist amtlich benachrichtigt, daß der berühmte Schlachten-
maler Verestchagin mit dem Petropavlovsk" unterging. Unbekannt ist noch das Schicksal des bekannten russ. Schriftstellers Krao tchenko, des Correspondenten der Assoc. Presse in Port Arthur. Epidemie unter japan i fchen Truppen. TienT sin. 15. April. Wie ver sichert wird, besteht der Grund der Vev zögerung bei den Bewegungen der ja panischen Armee in Korea darin, daß über 12 Prozent ihrer Truppen an einer bösar iaen Krankheit, einer Art Beri-Beri, leiden. Alexieff. St. Veterbura. 15. April. Capitän Javokieff lebt noch, aber sein Zustand ist gefährlich. Vice König Alexieff. der zur Zeit des Unglücks in Mulden weilte, fuhr sofort nach Port Arthur zur Uebernahme des Comman dos. Gestern Nacht traf er ein. Der Brand im Söuler Schlosse. London, 15. April. Nach einem Berichte an die japanische Ge sandtschaft brach das Feuer im Schlosse zu Söul letzte Nacht um 10 Uhr aus. Alle Gebäude mit Ausnahme des Kiuseiken-Baues wurden zerstört. In dessen Bibliothek flüchtete sich der Kaiser. fflücktlinae dürfen in die H e i m a th. St. Petersburg. 15. April. Der Bericht, den Javanern sei die Sperrung des Hafens von Port Arthu gelungen, findet keine Bestätigung. Japan's durch die Vermittlung der amerikanischen Regierung gestelltes Ge such. 600 japanischen Flüchtlingen auf der Insel Sachalin die Rückkehr nach Japan zu gestatten, wurde von Ruß land bewilligt. Skrydloff's Laufbahn. Washington, 15. April. Vice Admiral Skrydloff. der Nachfolger des Ws;l4 Jf 1 1; mmm ' 'V '-U'W
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vernoroenen Admirals Maraross m Port Arthur.' trat 1862 mit 18 Jahren
n den russischen MarineDienst. Er zeichnete sich zuerst im Türkenkrieg von 1877 aus, durch einen Torpedoangriff auf ein Kriegsschiff, indem er eine Dampf - Yacht in ein Torpedoboot verwandelte. Damals befand sich bei ihm der Ma ler Werestschagin, der mit dem Petropamlowsk" untergegangen sein soll. Skrydloff hatte keinen Erolg, erhielt aber für sein kühnes Wagniß das Georgs-Kreuz. Er wurde durch beide Füße geschossen und tonnte am weiteren Kriege nicht theilnehmen. Nach weiteren Dienstleistungen wurde er Capitän. dann Contrc - Admiral und commandirte während der Kreta-Unruhen das Mittelmeer - Geschwader. Später befehligte er die Pacific-Flotte drei Jahre, wurde 1900 Vice-Admiral und letztes I ihr Commandeur der SchwarzenMeerFlotte. McCormick wurdenicht vorstellig. St. Petersburg. 15. April. Eine auswärtige Meldung, wonach der amerikanische Botschafter McCormick angewiesen worden sein soll, bei der Regierung wegen anti-jüdischer De monstrationen an Ostern Vorstellungen zu erheben, ist nicht zutreffend. Der Botschafter erhielt keine Instruktionen und erhob keine Vorstellungen. Deutschland. Zur Welt-Ausstellung. Berlin. 15. April. Fürst und Fürstin Hohenlohe-Schillingsfürst, der erstere ein Sohn des früheren Reichs kanzlers; Erbprinz Victor von Ratibor nebst Tochter u. A. fuhren gestern auf dem Blücher" zur Eröffnung der St. Louiser Ausstellung. Kanitz über amer. ZollPolitik. Berlin. 15. April. Im Reichstag fragte heute der agrarische Führer Graf Kanitz, anläßlich des Berichts des auswärtigen Staats - Sekretärs über den Fortschritt der Handels-Verträge, Über das Verhältniß zu America an. In den Ver. Staaten sammle sich auf Kosten der ganzen Welt der größte Reichthum an. Wenn man neue Han-dels-Verträge abschließen müsse, so vor allem mit America. Auch Kanzler Bülow habe dies zugegeben. Trotzdem aber kündige nichts an. daß Vertrags-Verhandlungen mit den Ver. Staaten begonnen seien. Kanitz drückte besondere Genug thuung darüber aus, daß die Handels' Classen die UnHaltbarkeit des Status der Handelsbeziehungen mit Amerika allmählich einsehen. Er führte den Vorschlag der Hamburger Handelskammer an, gegen amerikanische Waaren, falls Amerika keinen Handels-Vertcag abschließe, Differential-Zölle einzuführen. Graf Kanitz fuhr fort, Wir müssen wenigstens versuchen, einen wechselseitig vortheilhaften Reciproci-täts-Vertrag mit Amerika abzuschließen. Amerika's rücksichtslose provokatorische Zoll-Politik muß eine radikale Wandlung erfahren." Kämpfe mit den Hereros. Berlin. 15. April. Bei Okatumba, Deutsch-Südwest-Afrika, fielen am 13. im Kampfe mit den Hereros ein Hauptmann, ein Oberleutnant und 6 Mann; ein Leutnant und 7 Mann wurden schwer, 5 leicht vermundet. Weitere Einzelheiten liegen nicht vor. ' Italien. Enge" Freundschaft. Syracus, 15. April. Kaiser Wilhelm frühstückte heute mit 8 Herren seines Gefolges auf Cornelius Vanderbilt's Yacht North - Star". Die Tafel war prächtig mit Blumen geschmückt und während des Essens spielte die Kapelle der Kaiseryacht Hohenzollern. Nach dem Frühstück unterhielt sich der Kaiser lange auf Deck mit den Vanderbilt's. Beim Abschied sagte er, er betrachte das Frühstück als eines der angenehmsten Ereignisse seiner Mittelmeer Fahrt. Philippinen. Von den Moros erstochen. Manila, 15. April. Capitän D. P. Wheeler und Corpora! P. Heycell vom 22. Ins. Regt., welche am Taraca Flusse auf der Insel Mindanao die Moro-Festen recognoscirten, wurden durch Stiche schwer verletzt. Der Capitän ist am 11. April gestorben. Washington, 11. April. Capt. Wheeler war 1876 in Zanesville, Ohio, geboren und hatte eme glänzende Conducte während seines Philippinen-Dienfies.
Jntereffen-Abgrenzung Stahltrust versucht fich mit dem deutfchen Syndikate zu einigen.
Köln. 15. April. Wie die KölNische Zeitung" mittheilt, hat die U. S. Steel Corporation dem deutschen Stahl-Syndicat Vorschläge gemacht, um zu einem gegenseitigen Einverständ niß über die Geschäfts-Politik zu gelangen. Kurze Depeschen. 15. April. Inland. S h a r o n, Pa. 500 Gießer der hiesigen Fabrik der Amer. Steel Founders Co. find am Lohn-Streik. Die Fabrik ist geschlossen. Marshallt own. Ja. Indem 40 Meilen entfernten Stony City wurde das städtische Gefängniß durch den Zusammenbruch eines Reservoirs zerstört. 3 Landstreicher erlitten Verletzungen. Familienleben in Japan. Kindheit. Grundsätze der Eheschließung, El ternverehrung, Erbrecht und Tod. Im Reiche des Mikado zählt man das Alter der Knaben und Mädchen von dem Neujahrstag an, der der Geburt vorangeht. Die Mädchen feiern ihren Geburtstag alle am 3. März, die Knaben am 5. Mai., Die Knaben kommen schon früh in die Lehre und dienen oft erst später ihre drei Schuljahre ob; sie erlangen so eine größere Handfertigkeit als andere Kinder. Jung gefreit hat Niemand gereut, dachte der Gesetzgeber Jyeyasu, als er bestimmte, wer das 16. Lebensjahr überschritten habe, solle sich einen Brautwerber suchen und durch dessen Vermittlung eine Ehe schließen, wie es noch heute geschieht. Die Ehe aus Liebe ist verpönt. Grundsatz bei der Eheschließung ist, daß die Familien zusammenpassen; die Gatten, denkt man, werden sich schon ineinander finden. Eine Mitgcft ist nicht üblich, da nur der älteste Sohn erbt. Auch der Kuß ist unier Brautpaaren ebensowenig Sitte wie das persönliche Liebeswerben; den Kuß verhindern die Lippenfärbe und die künstliche Frisur, statt der Liebeswerbung tritt der Nakodo (Schadchen) in Thätigkeit. . Die Ehescheidung ist leicht und kann schon durch Klatscherei und Ungehorsam der Frau herbeigeführt werden, denn Gehorsam ist im japanischen Familienleben erstes Erforderniß. Man thut blindlings, was die Eltern sagen; der Mann ist Alleinherr im Hause, seine Frau ist die erste Magd in Küche und Kinderstube. Die Wittwe hat dem ältesten Sohn zu gehorchen. Die häusliche Erziehung ist durchweg gut und wirkt besonders auf Pietät der Kinder gegen ihre Eltern hin. In einem moralischen Kinderbuch wird z. B. erzählt, daß ein Knabe, um das Eis aufzuthauen und Fische für seine Mutter zu bekommen, sich auf den zugefrorenen Fluß legt, oder daß ein Knabe Nachts ohne Kleider schläft, um die Stechmücken von seinen Eltern auf sich abzuziehen. Nur der Erstg:borene erbt in Japan; die Eltern setzen , sich aber oft schon mit 50 Jahren zur Ruhe, werden von den Kindern auf den Händen getragen, und selbst-d'ie vielgeplagte Mutter sieht dann noch gute Tage; auch für die Geschwister sorgt der neue Besitzer. Die Todten werden in Japan verbrannt'oder begraben; der kurze hohe Vuddhistensarg umschließt die Leiche in sitzender Stellung, der Kopf kommt nach Norden. Während der Trauerzeit, die für die Eltern 60 T?ge dauert, ruhten früher alle Geschäfte; sieben Wochen lang besuchte man am siebenten Tag das Grab. Am 100. Tag wird der Leichenstein gesetzt, der die Daten der Geburt und des Todes sowie den den Verstorbenen beigelegten Ewigkeitsnamen und einen Spruch als Inschrift trägt. Beliebte Sprüche dieser Art sind: Nur in diesem Wagen kommt man in's Jenseits"; Das Leben ist wie ein Licht vor dem Wind"; Wer die Freude, des himmlischen Lichts sehen will, der schmecke den Wohlgeruch des Gesetzes Buddhas!" Es ist jetzt amtlich festgestellt, daß die Zeugen, die 1896, 1900 und 1902 die zu Bayonne vom Notar Dupuy ausgestellten Vollmachten der Brüder Crawford unterzeichneten, einfach Bedienstete des Gasthofes waren, in dem die Brüder der Frau Humbert. Emile und Romain Daurignac, genächtigt hatten. Diese waren es, die die Rolle der Brüder Henri und Robert Crawford spielten und mit deren Namen unterzeichneten. Netter Unterschied. Bei Vergebung der Bauausführung der Kläranlage für die Mannheimer Schwemmkanalisation auf der Friesenheimer Insel, bestehend in Erd- und Betonirungsarbeiten, Verlegung des Walzeisens und des Schlam'meisens, Einbauung Her eisernen Schieber und Schützen ergab sich eine merkwürdige Submissionsblüthe. Der Mindestfordernde verlangte 61.606 Mark, der Höchstfordernde 173,512 Mark. Der Unterschied beträgt also 112000 Mark.
