Indiana Tribüne, Volume 27, Number 201, Indianapolis, Marion County, 15 April 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, IS. Mpril 1904.

3

Weiterer Flotten-Unfall. . Außer dem Verluste eines Torpedo-Jögers ein russ. Schlachtschiff beschädigt.

Ursache der Zerstörung des Pctropavlovsk" noch immer im Dunkel. Skrydloff übernimmt Markaroff's Nachfolge. Jesuiten - Debatte im Reichstag. Judische Colonie in Afrika gesichert.

Ost-Afien. Torpedojäger verloren und ein Schlachtschiff beschädigt. St. Petersburg, 14. April. Coutre-Admiral Fürst Outtomsky depeschirt heute aus Port Arthur, daß der Bezstrachni", einer des Nachts zum Recognosciren ausgefandten TorpedoJäger, in Folge des schlimmen Wetters von der übrigen Flotte getrennt, von japanischen Torpedoboot-Jägern umringt und während des Kampfes zum Sinken gebracht wurde. Fünf Leute sind gerettet; 45 Offiziere und Mann gingen zu Grunde. Der Admiral fügt bei, daß während der Manöver des Schlachtschiff.Geschwatiers die Pobieda" gegen eine Mine stieß, aber den Hafen ohne Beistand erreichen konnte. , Es wurde Niemand getödtet oder verletzt. Die Pobieda" ist ein Schlachtschiff von 12.674 Tonnengehalt und 14.500 Pferdekraft. 40H Fuß lang und mit schwerer Stahlpanzerung versehen. Das Schiff wurde 1901 vollendet, Bemannung 732, Schnelligkeit auf 13 Knoten geschätzt. Die Armirung besteht aus vier 10 Zoll-Geschützen, elf 8 Zoll-, sechzehn 3 Zoll., zehn 1.8 Zoll, und siebzehn 1.4 Zoll-Geschützen. Sie hat 6 Torpedo-Röhren. Ursache noch immer im Dunkel. L o n d o n. 15. April. Nach der Daily Mail zeigen Mittheilungen aus russ. und japan. Quellen, daß Petropavlovsk" torpedoirt wurde. Verschiedene belgische und franzöfische Bankiers sind einer Special-De pesche nach zur Arrangirung einer neuen Anleihe nach Petersburg berufen. S t. P e t e r s b u r g , 14. April. Nach amtlicher Version beweisen alle Mittheilungen, daß das Flaggschiff durch eine Mine zerstört wurde. Es war 8 Uhr früh, als Offiziere und Mannschaften beim Frühstück saßen, auch Makaroff in seiner Kajüte. Um 9 Uhr erfolgte eine furchtbare Keffelexplosion, wenige Minuten später eine Detonation in den Magazine. Die Scene unter Deck wird niemals be schrieben, da kein Einziger davon kam. Die Leute auf Deck wurden nach allen Richtungen geschleudert; die in's Wasser Gefallenen klammerten sich an Wrackstücke. Cyril u, L t.Kobe entkamen wie durch ein Wunder.-Der erstere wurde über die Brücke geschleudert und schlug mit dem Kopf gegen eine Eisenstange. Er blieb aber bei Bewußtsein, sprang in's Wasser und erreichte ein Wrackftück. Auf gleiche Weise rettete sich Kobe. Beide Füße Cyril's sind derbrannt; er soll nach 3 Tagen nach Petersburg gebracht werden. Großfürst Boris reiste heute Abend von Port Arthur nach Lian Jeng. N a ch I a p a n. Söul. 14. April. Yi Chi Yin, ein früherer Minister, ist heute zur Erwiderung von Jto's Besuch nach Japan abgereist. Cyril's Rettung. S t. P e t e r s b u r g, 14. April. Großfürst Cyril entging dadurch dem Tode, daß er sich an einer RettungsBoie festhielt, die man ihm zuwarf und an der er sich festhielt, bis ihn eines der Rettungsboote von einem anderen Kriegsschiffe aufnahm. Der Petropavlovsk" sank 2 Minuten nach Berührung der Mine. Ueber Cyril's Zustand liegen beunruhigende Nachrichten vor. Er soll hohes Fieber haben und eine Krisis wird befürchtet. Er ist nach Großfürst Michaels Bruder des Kaisers, der nächste Thronerbe. Minen" oder Torpedo." St. Petersburg. 14. April. Die amtlichen Bulletins über den Verlust eines anderen Torpedojägers und der Beschädigung fc eines weiteren Schlachtschiffs find fast ein ebenso schwerer Schlag wie der gestrige Untergang des Petropavlovsk".

Das russische Wort in der Depesche bedeutet entweder .Mine" oder Tor pedo", aber das Begleitwort deutet auf einen Gegenstand, der sich gegen das Schiff bewegte. Mit dieser Depesche ist die hier Herrschenke Ansicht zerstört, daß nach dem Unglück des Flaggschiffes ein See-Ge-fecht stattfand. Seelenmesse für die Ertrunkenen. S t. P e t e r s b-u r g, 14. April. In der Admiralitäts-Kirche fand heute Nachmittag eine Seelenmesse für Ad miral Makaroff und die anderen Ossiziere sowie Mannschaften, die mit dem Flaggschiff in die Tiefe gingen, statt. Die Scene war äußerst eindrucksvoll. Bor der Kirche standen während der

I Feier 20,000 Personen, darunter viele Verwandte der Umgekommenen, baarhäuptig; in der Kirche befanden sich der Kaiser mit der kaiserlichen Familie, hohe Offiziere, das ganze diplomatische Corps und viele Wittwen und Verwandten der ertrunkenen Offiziere. Die Wittwe Makaroff's erschien am Arm des Großfürsten Eonstantin, mit Sohn und Tochter und nahm einen Platz neben der kaiserlichen Familie. Zuletzt kam der Kaiser allein, dem der Gram im Gesicht geschrieben stand. Die Kaiserin war nicht anwesend. Vor dem Gottesdienst umarmt? die Kaiserin Wittwe die Wittwe Makaroff's, welche zu Füßen der Kaiserin auf die Kniee sank und dieser Stellung bis zum Ende der Feierlichkeit derharrte. Während der Feier brach die Großfürstin Vladimir, Cyril's Mutter, gänzlich zusammen. Nach der Messe hob der Kaiser persönlich die Wittwe des Admirals auf und küßte ihr die Hand. Er sprach mehrere Minuten tröstend mit ihr, auch ihren Kindern die Hand drückend. Loubet condolirt. Paris, 14. April. Präsident Loubet drückte heute dem Kaiser sein tiefes Beileid über den Verlust des Flaggschiffs und den Tod von Admiral Makoroff aus. Im Zusammenhang mit den gestri gen Depeschen des deutschen Kaisers und des italien. Königs gilt dies als Beweis, daß die europ., Regierungen annehmen, daß Petropavlovsk" durch einen Unfall und nicht während eines Gefechts vernichtet wurde. Condolenzen bei einer Schlacht würden Fragen der Neutralität involviren. Minister Delcasse erschien heute auf der russ. Botschaft, um seine Theilnahme auszusprechen. Keine ja p. Offiziere b e i M a. St. Petersburg, 14. April.

piwpif iaOTro9iiMMwmnOTimr;m . " 7s " ; ,t- gfr "1?!"n 7"' -, ri 40 ytüfr&Z' : M 1 sr: V, mjL-r f4 - - Pf ' y'?'''Z' tl!yxl4i Z' , f isH fr, ' ' . I s I , , 'Äf : , Im I ,';, 4?w4,t - -Mft tZ - I i 1 Prr Xffff0:M '"'T'y l ' , tt"' I ' r tf0A-'f,jhh( t,- - -' ,- YMWA'jr-Jr W . ' rtJp , f jVAT. V s -f-A'M r' , - . ' rttSHtJ t i Ä - - ?' i i - 'tk) 1 m-ß & 4SnVv''' ' J?toWA : Ä4;t5' ' ' M hiS: - fiTZ'Ä s'"ii - fwyr4-- ' r&Sl . LvKT J . - -H'- X,Hvf - '1 f if.vA ,111 A. k 6 4vi z4 H ri$gP?!4$M'X ti'' M- - 'TV? I' l r. - sftslfs, ? C5? k 1 7 I AH M z Sir h& tyH, 7Jlhy y MM9 f ' M- 14 . ; r- - K &J? m. h A ä Q. - vr f 1 's fkv W f $km--mA fi x - ! 5 i 4n 'fetsr' ' sp -i ' h y&$J t V y- ,4 ' - W U ' X S -mm tf -7, v V'V 1 . "-im ' r&j 1 . ' Mr'" ? v1-- J r- """v-v crj 9 tP" f - s jf -k.'i Jf ' l-ih r:--."rrrrX -iiin.iiii-,;,,.. ' - jfs, ' , , z I ' - . - ' i t.,,,,,,,, ,.r,nnrm.tnl1.nmnmmr,s niB , r-Trrrrrmnvm , , , ,

Javanesische Madchen zu Hause.

Von China gingen bezüglich der japan. Jnstruktoren und Offiziere beim chines. Veere befriedigende Zusicherungen ein. Es scheint, daß sich bei den . Nord-Ar meen keine japan. Offiziere, wie man annahm, befanden. Skrydloff übernimmt ch w a d e r. St. Petersburg, 14. April. Es ist jetzt beschlossen, Vice-Admiral Skrydloff. Befehlshaber der Schwarzen Meer Flotte zum Nachfolger von Makaroff im Osten zu machen. S. ist nach Petersburg zur Entgegennahme von Befehlen entboten und reist dann sofort nach dem Osten.

D e r ganze Stab unter. g l n g St. Petersburg. It. April. Der Verlust an Leben ist schlimmer, als man zuerst annanm. da Makaroff's ganzer Stab sich auf dem Flaggschiffe befand. Wie es heißt, saß Makaroff in seiner Kajüte mit dem StabsChef. Contre-Admiral Moras, als das Schiff in die Luft flog. Die Mine war von den Japanern gelegt. C h e f o o , 14. April. Nach japanischen Quellen wurde der gestrige Angriff auf die russische Port ArthurFlotte wie folgt ausgeführt: Mit Tagesanbruch veranstalteten die japanischen Torpedoboote eine Demonstration vor dem Hafen und legten gleichzeitig Minen über den äußeren Hafeneingang. Sie vereinigten sich dann mit dem Hauptgeschwader, das avancirte; als es näher kam, sah man die russischen Schiffe herausfahren. Das Schlachtschiff Petropawlowsk" stieß auf eine der von den Japanern gelegten Minen und wurde zerstört. ZahlderGeretteten 'höher. Paris, 14. April. Nach einer Temps"-Depesche ist die Ursache der Port Arthur-Katastrophe auf 2 Möglichkeiten beschränkt eine russische Mine oder eine Explosion an Bord des Flaggschiffs. Alle Opfer waren furchtbar verstümmelt und Alles war in H Minuten vorüber. Die Flotte in Port Arthur ist jetzt auf eine vollständige VertheidigungsBasis beschränkt. Der neue Commandeur des Czarevitch" kam auf dem Petropavlovsk" um, bevor er das CommandS des Schlachtschiffs übernommen hatte. St. Petersburg, 14. April. Eine Depesche von Contre - Admiral Ouktomsky an drn Kaiser, von heute Vormittag, wiederholt, das Flaggschiff sei gesunken durch die Explosion einer Mine, während es im Hafen von Port Arthur angesichts der feindlichen Flotte manövrirte" und sagt, außer Cyril und Capitän Jakovieff seien 3 Leutnants, 2 Midshipmen und 52 Matrosen gerettet. Verfchiedene-Leichen wurden geborgen. Geschwader vonWirenius. N y b o r g. Finnland, 14. April. Das russ. Geschwader des Admirals Wirenius. aus dem Schlachtschiff osliabia", Kreuzer Aurora" und einem Torpedo Jäger bestehend, traf heute hier ein.

Mysteriöser Borfall. i Vorzeitige Explosion einer HollenMaschine tödtet einen Anarchisten.

St. Petersburg, 14. April. Ein Anarchist Namens Kazonoff. der im Hotel du Nord am Nevsky Prospekt abstieg, hatte eine Höllenmaschine in seinem Koffer verborgen. Gestern Nacht erfolgte eine vorzeitige Explosion, Kazanoff wurde in Stücke gerissen, derschiedene Personen verletzt und das Hotel gerieth, indessen nur kurz, in Brand. Die Polizei fand keine Beweise für ein Attentat. Der Mann traf gestern früh im Hotel mit Koffer und Handgepäck an. Alles, was zur Feststellung feiner Persönlichkeit hätte führen können, wurde durch die Explosion dernichtet, die auch die angrenzenden Zimmer zertrümmerte. Unter den Verletzten ist auch ein Marine-Cadett. Die Polizei confiscirte Zeitungs Exemplare, welche einen Bericht über die Exvlofion enthielten und ließ spätere Berichte unterdrücken. Wie jetzt verlautet, war das Zimmer im Hotel de Nord von 2 Personen gemiethet, von denen eine vermißt wird. Deutschland. Jesuiten-Gesetz vor dem Reichst a.g. Berlin, 14. April. Im Reichstage griff heute der Socialisten-Führer Bedel die Regierung wegen nicht scharfer Beobachtung der Neutralität im ostas. Kriege an, indem er besonders auf den Verkauf von Schiffen der Hamburger Gesellschaft an Rußland verwies. Der Verkauf sei um so verwerflicher angesichts der Gerüchte über eine bevorstehende Vorlage zur Verstärkung der deutschen Flotte. Der Kanzler erwiderte und rieth Bebel, was die Neutralisation' Chinas anlange, nicht japanischer sein zu wollen, als die Japaner selbst. Der Verkauf der Schiffe einer privaten Firma an eine auswärtige Regierung sei zulässig Bebel's Behauptung, der franz. englische Vertrag isolire Deutschland, wies Bülow zurück. Deutschland sei zu stark, um hierdurch beunruhigt zu werden. Als nachher die Abschaffung des Anti Jesuiten - Gesetzes zur Sprache kam, erwiderte B. verschiedenen Rednern, die zum Theil behauptet hatten, er habe sich mit Leib und Seele an die Ultramontanen verkauft. Jedoch wird die starke Minderheit, die sich stets der Aufhebung des Gesetzes widersetzt, durch B. Erklärungen nicht befriedigt - Hieber (nat. lib.) erklärte, die Regierung stehe keineswegs über den Parteien, werde vielmehr vom Centrum geführt. Abg. Stockmann (kons.) sprach über die Beunruhigung, welche besonders die begleitenden Umstände bei der Aufhebung des Gesetzes verursacht hätten. Es widerspreche dem Geiste der Verfassung. daß der Bundesrath die Beschlösse eines Reichstages ausführe, der nicht mehr exiftire. Seit der frühere Reichstag die Maßregel beschlossen, hätten alle protestantischen Verbände dagegen protestirt, und die Katholiken geben selbst zu, daß die Jesuiten für die Kirche in Deutschland nicht nothwendig seien. Unter diesen Umständen war die Aufhebung ein Schlag für die Protestanten. Staatssekretär Nieberding bekämpfte die verfassungsrechtlichen Ausführungen des Vorredners. Großbritannien. Der verunglückte Torp e d o I ä g e r. London, 14. April. Der britische Torpedoboot - Jäer ' Teazer, der gestern bei den Manövern in Portsmouth auf den Grund lief, wurde reigemacht und in's Dock gebracht. Der Vorfall ereignete sich während eines Nachtangriffs auf den Portsmouther Hafen zu Ehren des Prinzen Heinrich v. Preußsn. Die ganze Mannschaft wurde gerettet. Zionisten gehen nach. A f r i c a. L o n d o n. 14. April. Eine heutige Depesche von einem englichen Mitglied des zionistischen Aktions Comites in Wien meldet alles zur Zufriedenheit geordnet." Es bezieht sich dies auf eine zioniftische Anfiedlung in Uganda. Ost'Africa. Nach dem Scheitern des Projektes, die Juden auf der Sinai-Halbinsel anzusiedeln, hatte England ein großes Colonisationsgebiet in Ost-Afrika an geboten. Der Zionistische Congretz in Basel verwies die Frage an ein Ac tions-Comite.

Japanische Waffenschmiede. Die alten Schwertfeger und ihre kunstvollen Erzcugniffe. Bei einem so ritterlichen Volke, wie die Japaner es sind oder doch früher waren, haben die Schwerter begreiflicher Weise stets eine große Rolle gespielt. Die Kunst des Waffenschmiedens war daher auch ein höchst ehrenvolles Gewerbe, dessen Mitglieder Männer von edler Abkunft waren. Alle andern Gewerbe. Künste und Handwerke wurden als eines Edelmannes unwürdig erachtet. Nur der Waffenschmied machte eine Ausnahme. Viele Waffenschmiede haben sich im Volke einen berühmten Namen gemacht, und ihre Geschichte, sowie die ihrer Schwerter ist zuweilen mit den ältesten Ueberlieferungen und Sagen Japans verwebt. Das Schwerterschmieden galt als eine den Göttern wohlgefällige Beschäftigung und konnte ohne ihre Hilfe nicht befriedigend von Statten gehen. Diese wurde durch Gebete erfleht, und da zu allen heiligen Handlungen größte Reinheit nöthig war, so fasteten die Waffenschmiede während der Arbeitsdauer, indem sie sich aller berauschenden Getränke und schwerer Speisen, auch der Fische enthielten und nur von Reis und anderen Vegetabilien lebten, taglich kalte Waschungen vornahmen und in jeder Beziehung ein den Göttern wohlgefälliges Leben führten. Ueber dem Amboß zwischen zwei aufgepflanzten Bambustrieben hing das Strohseil Sakimananä mit seinen Strohbüscheln und eigenthümlichen Papierschnitzeln, die eine Stätte als heilig kennzeichneten. Der Waffenschmied selbst aber legte zur Arbeit wie zu einer feierlichen Handlung die erlaubte Tracht des Hofadels, der Kuge, an. Die Herstellung einer guten Klinge erforderte größte Uebung und Erfahrung. Außerdem so war die Anschauung hing das Gelingen nicht allein von dem Waffenschmiede ab. Die fünf Elemente des Himmels und der Erde, Feuer, Wasser, Holz, Metall und Erde, mußten richtig zusammenwirken und willig ineinandergreifen, eins das andere ergänzend und unterstützend, wenn es eine vollendete Klinge geben sollte. Monate, ja Jahre lang dauerte es zuweilen, bis eine Klinge fertig wurde, wobei, wohl die japanische Gewohnheit, sehr verschwenderisch mit der Zeit umzugehen, berücksichtigt werden muß. Die Art und Weise des Schmiedens war natürlich ein großes Geheimniß der Schwertfeger. Als gleichfalls wichtig muß der Umstand erscheinen, daß die alten Schwertfeger es verstanden haben, aus alten, verrosteten Ueberbleibseln von Eisen Schwerter zu schmieden, und daß es ihnen ferner bekannt war, daß durch häufiges Umschmieden der Klingen deren Vorzüge erhöht wurden. Die Klinge wurde aus gutem Stahl geschmiedet, der sehr hart und elastisch sein mußte. Die aus Stabeisen geschmiedete Klinge wurde mit einem Teig aus Pottasche und Thon überzogen, an der Sonne getrocknet, nochmals dem Feuer ausgesetzt und so lange erhitzt, bis die Masse eine weiße Farbe erhielt. Man kühlte die glühende Klinge dann in lauwarmem Wasser ab. Alle Schwerter, die nach dem Jahre 1370 gemacht worden sind, werden in Japan Schinto, d. h. neue Schwerter genannt. Sonst werden alle anderen vor 1870 gemachten Schwerter Kolo, d. h. alte, genannt. Schwerter, älter als 300 Jahre, sind noch jetzt häufig. Je nach ihrer Gestalt theilte man die Klinge in verschiedene Klassen, gekrümmte, gerade, sensenartige, schwertlilienartige. Auch die Hefte der Griffe der Schwerter waren sehr verschieden geformt und haben ihre besonderen Kennzeichen. Die schön polirten Scheiden wurden gewöhnlich in lederne Ueberzüge gesteckt und dabei verwendete man häufig die gekörnte Haut des Haifisches. Neuer Levkatha. Der größte Ozeandampfer der Gegenwart ist der für die White Star Line von Harland 8a Wolff in Belfast gebaute Fracht- und Passagierdampfer Baltic," der im November 1903 vom Stapel lief. Er ist 732 Fuß lang, 75 Fuß breit, hat 50 Fuß Raumtiefe und eine Wasserverdrängung von rund '40.000 Tonnen bei 28.000 Tonnen Lad'fähigkeit; sein Stapelgewicht betrug 15,000 Tonnen. Die beiden vierstufigen Dampfmaschinen sollen dem Schiff eine Fahrgeschwindigkeit von 16.5 bis 17 Seemeilen in der Stunde geben. In England ist man der Meinung, daß für die mangelnde Geschwindigkeit des Baltic" im Vergleich zu den Schnelldampfern die durch die hervorragende Größe des Schiffes bedingte Annehmlichkeit den Passagieren einen befriedigenden Ersatz bieten soll. , Baltic" ist jetzt der vierte Riesendampfer der White Star Line: Oceanic" hat 17,274, Celtic" 20,904, Cedric" 20,980 und Baltic" 24,000 Brutto-Registertons. Hiergegen stehen allerdings die deutschen Schnelldampfer mit ihrer bekannten, diesen englischen Fracht- und Passagierschiffen weit überlegenen Fahrgeschwindigkeit zurück: Kaiser Wilhelm der Große" hat 14.350, Deutschland" 16,502, Kronprinz Wilhelm" 15,000 und Kaiser Wilhelm II." 19.500 Re-glster-Tons. Die Baltic" soll 350 Mann Besatzung erhalten und 3000 Passagiere aufnehmen können. Der Speisesaal erster Klasse liegt auf dem Oberdeck und hat 370 Sitzplätze.

Aerzte.

Dr. Carl Q.Winter Deutscher Arzt. Behandelt alle akute und chronische Kran! heiten. Geburtshülfe Spezialität. Office: 14 West Ohio Str. OfftStuuden : 1 11 Borm. 24 achm. Sonnt gS : 9 so- lo.sa Bm. Tklepdon, Neu 48. Wohnung: 1250 Wadifon ve. Sprechstunde : 7 s Vorm. wnniag : 0 0 ?cuym. Wohnung Telephone : Mr. 02s : Neu, 928. DR. C. L. RITTER, Newton Claypool Gebäude, Zimmer 288288. Neue Telephon 4W1 Penrfylvaia und Ohio Str.) . Stock OfsireStunden: bis 10:80, 2 bis 8:8 Uhr 7 lli 8 Uhr Abends am Montag. Dienstag, Donnerstag, Samstag, ohnung t 1448 ProSd, ke, " Stunden : 8 Uhr Vormittags und 1 Uhr Nachmittag. NeueS Telephon 9306. r. j. A. Sutciiffe, Wund-Arzt, Geschlechts, Urin undRectum Krankheiten. Office : 155 Oft Market Str. Tel. 941 OMce-Stunden : 9 618 10 Uhr Bm. : S 61 4Ndr R 301 West Washington Str Verkäufer deö berühmten (Zuinins :: Whusky Das beste Mittel gegen Malaria und Erkaltung. Saloon und Restaurant. Cffra X traft . Big 4 Route ..Cincinnati.. und zurück. Erste Excursion Sonntag, 17. April. Base-Ball Eröffnungs-Spiel. Cincinnati vs Chicago. Spezialzug, ohne Aufenthalt, fährt' von Indianapolis um 7 Uhr Vormittags ab. Rückfahrt von Cincinnati 7 Uhr Abends. LAKE ERIE & WESTERN R.R. . . . . Fahrzeit der Züge . . .. Abfahrt nkunst Toledo, Chicago und Michigan Expreß... 7.15 tiO.S Toledo, Detroit und Chicago Lim 12.20 f 8.25 Michigan ity, Muncie u.LafahetteSpls 7.20 flO.25 toglich t ausgenommen Sonntag. Ein guter Kitt für Bernst e i n besteht in einer dickflüssigen Lösung von Copal in Schwefeläther. Das erste Erforderniß ist, daß man die zu kittenden Gegenstände recht sorgfältig mit gutem Spiritus reinigt und alle Vorbereitungen trifft, damit das Kitten recht schnell verläuft, denn der Schwefeläther verdunstet schnell. Nach dem Reinigen werden die Bruchstellen mit dem Kitt bestrichen, dicht und genau aneinander gedrückt und noch einige Tage mit einemBindfaden zusammengehalten. Solange der Kitt noch weich ist, muß die überflüssige, hervorquellende Masse mit einem Tuch oder einer Feder entfernt werden. Der Beginn der I ah -reszeit für das Fischen von Salm mit der Angel veranlaßt englische Zeitungen, über die Kostspieligkeit diefesVergnügens Betrachtungen anzustellen. Vor einigen Jahren bezahlte ein Londoner, der leidenschaftlich angelt, über $1500, um in einem Flusse in Inderneßshire sechs Wochen lang Salm angeln zu dürfen. Die ihm dadurch freigestellte Flußstrecke war eine englische Meile lang. Er fischte jeden Tag, fing aber nur einen einzigen Salm von etwa zehn Pfund. Wohl weil dieser Salm der theuerste Fisch war, den er jemals gefangen hatte, ließ er ihn für sich ausstopfen. Es giebt Sportsleute, die dafür, in dem Flusse Dee in Aberdeenshire angeln zu dürfen, jährlich die riesige Summe von 6000 Lstrl. (über $30,000) zahlen. In diesem Jahre soll der Zudrang zu den salmhaltigen Flüssen ganz besonders groß gewesen sein, so daß die Preise für die Fifchereiberechtigung noch bedeutend in die Höhe gegangen sein dürften. Auch der Forellensang ist ein kostspieliges Vergnügen. Der Eigenthümer eines Flusses in Kent verkauft die Erlaubniß, darin nach Forellen zu fischen für 175 Pfund die englische Meile. Ein Sportsmann rechnete aus, daß im vorigen J!lhre ihm jede selbstgefangene Forelle 9 Pfund 3 Schilling ($45.75) gekostet habe.

iüpfiii Jouuu

loler

81.50