Indiana Tribüne, Volume 27, Number 200, Indianapolis, Marion County, 14 April 1904 — Page 7

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Ronran von Ekfemia v. Adlersfe.d-Ballestrem. Fcrtseznng. Da hätten wir ja in ein hübsches Wespennest gestochen," meinte Truchseß, unwillkürlich lächelnd. Trix, sei 'mal vernünftig," fuhr er ernst fort, aber Trix machte ihm einen Knicks und sagte nur: - Danke schön für das Compliment," mit so sprühenden Augen, daß es wirklich leicht war, ernst zu bleiben. ' k nicht.böfe, es sollte keine Grobheit sein," dersicherte er. Aber Spaß bei Seite, Trix, thue, um was ich dich bitte. Nicht wegen Max, sondern um deinetwillen. Max kann nämlich sehr liebenswürdig sein, wenn er will, und hat eine fabelhafte Ueberredungsgabe, die er mit einer edlen Dreistigkeit derbindet." Aha, und da fürchtest du ich möchte ihr unterliegen," ergänzte Trix mit lustig blitzenden Augen. Ich fürchte, du möchtest dadurch belästigt werden," ergänzte Hans, diesen Augen taper widerstehend. Ich fürchte auch, Max ist jetzt ein wenig Desperado geworden ich möchte dir wenigstens gern die Unannehmlichkeit ersparen, von ihm angesprochen zu werden, was ich ihm nämlich zutraue " Als ob ich nicht antworten könnte!" sagte Trix mit sanftem Vorwurf. Du bist heut' so obstinat." erwiderte er im gleichen Tone. Merkst du das erst heut'?" jubelte 's. Ist ja meine hervorragendste Eigenschaft! Na, weil du das aber endlich erkannt hast, will ich dir auch schön für deinen guten .Rath danken und mich gebührlich gegen diesen angenehmen Schwerenöther wappnen. Aber seinetwegen in der Bude bleiben, Hans, das kannst du nicht verlangen." Verlange ich ja gar nicht, nur allein sollst du nicht ausgehen." Werde mir Seine Excellenz mitnehmen, der hat deinen lieben Vetter höllisch auf dem Strich. Ah, Herr Rindig! Haben Sie auch Kaffee bekommen?" Siegfried Rindig hatte sich schon eine Weile um Trixen's Nähe herumgedrückt und auf den günstigen Moment, mit ihr zu sprechen, geduldig gewartet. Wie er so neben ihr stand, die ihm wenig mit .dem Kopf über den Ellbogen reichte, kam er Hans Truchseß wie ein mächtiger Leonberger vor. der ein Kind bewacht, und unter diesem Eindruck trat er ihm mit einem gewissen Gefühl der Beruhigung feinen Platz an ihrer Seite ab. Der junge, ungelenke Riese wurde natürlich furchtbar verlegen unter dem blauen Augenpaar, das sich ebenso natürlich an ihm zu weiden schien. Aber Trix hatte , Jung - Siegfried gern und darum unterdrückte sie großmüthig den klassischen Vergleich, der ihr auf der Zunge lag. Ja, danke, ich habe Kaffee und alles," hatte er auf ihre Frage geantwortet und dann nach einer Pause des fürchterlichsten Ringens mit seiner angeborenen Schüchternheit hinzugesetzt: Aber ich möchte gnädiges Fräulein noch um etwas anderes bitten." Ja? Ach, das ist nett von Ihnen! Schießen Sie los, Herr Rindig!" Darf ich? Gnädiges Fräulein sind so gut! Es ist nämlich ich will auf ein paar Tage oder auf ein paar Wochen zum Oberförster von Frauensee er vermiethet Zimmer an Leute, die Landluft brauchen und Waldozon oder fo was Aehnliches " Ja, und weil Sie so wenig Landluft in Freienwald haben Herr Syrop schnappt sie wahrscheinlich alle allein weg da wollen Sie sich beim Oberförster 'mal bene thun, ich derstehe," fiel Trix sympathisirend, aber mit vor Schelmerei sprühenden Augen ein. Sie sehen aber eigentlich nicht krank aus, Herr Rindig." N nein, ich glauve nicht," gab er zu. Aber, sehen Sie. gnädiges Fräulein, das täuscht ja ich bin nämlich nervös " Aber, Herr Rindig, Sie!" rief Trix, sich vor Lachen schüttelnd. Sie, der Sie aussehen, als ob Sie Bäume ausreißen könnten. Nervöse Löwen gibt's doch nicht!" Doch es soll sogar nervöse Elephanten geben," erwiderte der junge Riese, von dem Lachen angesteckt. Also ich ziehe morgen früh zum Oberförster -r" Was sagt denn Herr Richter dazu?" unterbrach ihn Trix nicht ohne berechtigte NeuZierde, denn da sie ihres Nachbarn Temperament kannte, so stellte sie sich Urlaubsgesuche seiner Volontäre wegen Nervosität" als von einem höchst drastischen Ausbruch begleitet vor. , Herr Richter ist ganz einverstanden, war daher eine sie sehr überraschende .Antwort. Aber freilich, der junge Rindig genoß beim alten Richter das meiste Ansehen unter dessen VolontLren, weil er fleißig und zuverlässig war und nicht ausschließlich Dummheiten im Kopfe hatte. Na, das ist ja famos," sagte Trix, um eine schöne Hoffnung betrogen. Und was soll ich dabei thun? Denn dem Oberförster hab' ich Punkts seiner Miethsleute nichts dreinzureden." Nein, ich weiß, aber den Sommerfrischlern in der Oberförsterei ist

natürlich ihr Terrain vorgeichneoen, wo sie Waldluft schnappen dürfen " Ja?" fragte Trix mit großen Augen. 'Das habe ich selbst gar nicht einmal gewußt." Ja. die Schneisen nach Weißenrode und Freienwald zu dürfen begangen werden, die nach der lbtei und nach Kroschwitz zu sind verbotenes Terrain. Und da wollte ich denn ganz gehorsamst bitten, auch dort spazieren gehen zu dürfen." , Aber natürlich mit dem allergrößten Vergnügen," fagte Trix erfreut, weil ihr Hans Truchseß' Warnung einfiel, die durch diese Jnformation hinfällig wurde. Bringen Sie nur auch Ihr Gewehr mit und schießen Sie so viel Böcke ab. als es Ihr Jagerherz freut ich werde dem Oberförster morgen früh gleich sagen, daß er einen Jagdschein für Sie bereit hält." Rindig dankte seiner Gastgeberin ersreul, ünv Trix öesch!oV,Bater Rtcyter weidlich zu necken, weil er einen nervösen" Lulatsch unter seinem Dache beherbergte. Ehe sie aber noch dies Vergnügen verheißende Vorhaben ausführen konnte, wurde sie von der Gräfin, welche sich bei Mutter Richters hausbackeier Conversation mit Anstand, aber entsetzlich langweilte, angerufen, um auf einen alten Fächer aufmerksam gemacht zu werden, den die alte Dame in der Hand hielt und ein Erbstück aus ihrer Frau Richters Großmutters Brautschatz war. Das brachte Trixen's Gedanken auf einen ähnlichen Fächer, den sie unter ihres Onkels Sammlung im Florentiner Zimmer gesunden, und sie lief schnell davon, um ihn zu holen, weil die Gräfin Kennerin in diesem Artikel war und selbst eine schöne Fächersammlung besaß. Der Fächer war schnell gefunden und Trix lief in dem ihr eigenen Sturmtempo die Treppe wieder hinab, als ihr der Gedanke kam, statt die Halle zu durchkreuzen, wo der Graf mit Herrn Richter bei einer Cigarre und einem Glase Bier fachsimpelte", d. h. landwirthschaftliche Gespräche pflog, die Seiner Excellenz aber absolut böhmische Dörfer waren, durch die sogenannte kleine Bibliothek in den großen Salon zurückzukehren. Dieser Raum, neben dem für gewöhnlich benutzten Speisezimmer gelegen, hatte eine Galerie, die seinen oberen Theil umgab, und von der man auf einer eisernen Wendeltreppe in den unteren Raum gelangte. Auf diese Weise war es möglich, die volle Höhe des Raumes zur Aufstellung von Büchern auszunutzen, während man von der Treppe nach dem Obergeschoß der Abtei diese Galerie betreten konnte, ohne erst durch den unteren Raum gehen zu müssen. Diesen Zugang wählte nun Trix, um die alten Herren, in der Halle nicht in ihrer Behaglichkeit zu stören, aber noch hatte sie die offene Thür in der Hand, als sie unter sich Stimmen hörte, die englisch miteinander sprachen, und durch das weitläufige eiserne Geländer der Galerie sah sie Phroso an dem runden Mitteltisch des unteren Raumes stehen, den Rücken gegen die Kante und die weiße, liliengleiche Rechte, an der Hans Truchseß' Verlobungsring im Licht der Hängelampe funkelte, auf der grünen seidenen Tischdecke, zart und durchsichtig wie eine fremdartige Blume der Tropen. Neben ihr stand der Herzog von LomLomond und sah mit einem gewissermaßen hilflosen Ausdruck in seinem nicht geistreichen, aber offenen und guten Gesichte auf diese schöne Hand herab. TrixenS erste Eingebung beim Anblick dieser Gruppe war's, ein scherzHaftes Wort hinabzuwerfen und sie öffnete dazu schon die Lippen, als sie den Herzog sagen hörte: Ich gehöre zu den Pechvögeln, die immer zu spät kommen. Natürlich gerade da, wo man gern zurecht käme." Phroso lachte ihr leises, musikalisches Lachen, von dem Trix nur mußte, daß es nicht für die breiten Massen erklang, sondern nur Bevorzugten gespendet wurde. Darum hielt sie das schon bereite Wort auf den Lippen zurück und blieb, die Thür in der Hand, still stehen, denn wir wissen, ' daß Phroso sie seit einigen Tagen lebhaft interessirte. Zuspätkommen ist mitunter heilsamer, als zu frühe," hörte sie Trix sagen. Es kann darum aber auch sehr ärgerlich sein, natürlich sieh dich nur vot, Cousin, daß du nicht zu spät kommst, dir die Braut zu holen." Das meine ich ja eben," enigegnete der Herzog. Dieser dumme Familienzank um das bischen Erbschaft hat mich mehr gekostet, als ein Gemälde von van Dyck, und was sonst noch für Kinkerlitzchen dabei waren." Ja?" fragte Phroso mit niedergeschlagenen Augen und unsicherer Stimme. Nicht, daß ich Truchseß sein Glück nicht gönnte, guter Junge, der Truchseß," fuhr der Herzog nun seinerseits mit unsicherer Stimme fort. Nun," fiel Phroso mit erhobenem Kopfe ew, nun so schlimm wird's ja denn nicht sein. Was man einem anderen guten Jungen" noch gönnt, das gehört wohl in die Kategorie der leichten Verluste " Phroso!" unterbrach er sie zurücktretend und blaß vor Erregung, du sollst nicht das Herz eines armen Kerls verspotten, bloß weil er sich mit dem Unvermeidlichen, mit dem Unerreichbaren auf seine Art abzufinden sucht.".

Woher weißt du denn, daß es unerreichbar ist?" fragte sie mit dem Augcnaufschlag, der als ihre Spezialität in ihren Kreisen berühmt und bis jetzt unnachahmlich geblieben war. Der Herzog trat noch einen Schritt zurück und wurde noch eine Schattirung blasser. Wiel weil weil " stammelte er, weil Truchseß dich liebt und

weil Herrgott. Phroso liebst du j denn Truchseß mcht? Nein!" kam es so hart und klar und mit grausamer Deutlichkeit von Phroso's Lippen, daß es Trix droben auf der Galerie plötzlich schwarz vor den Augen wurde und sie sich an die Thürklinke klammerte, weil sie glaubte. eine Sturzwelle bräche über ihr Haupt hinweg und risse sie um. Aber nur einen Augenblick währte das, dann floh sie wie von Furien gepeitscht denselben Weg zurück, den sie gekommen war. Droben vor ihrer Thür stand sie still, weil sie sich plötzlich klar machte, daß sie ja noch andere Gäste drunten habe, als jene beiden in der kleinen Bibliothek. Zu lange hatte sie diese Gäste schon allein gelassen, weil sie gelauscht hatte, zugehört hatte einem Gespräch, das nicht für sie bestimmt war. Trixens Wangen fingen auf einmal z"u glühen an vor Scham, daß sie gelauscht, statt jenen beiden ihre Gegenwart anzuzeigen sollte sie noch einmal zurücklaufen und offen und ehrlich fagen, daß sie alles oder war's nur der Anfang? gehört? Und sollte sie es Hans sagen? Mußte sie es Hans sagen? Bei diesem icyreanchen Gevanken wicy wleocr ai les Blut aus Trixens Wangen, und die Zweifel über all das, was sie thun oder nicht thun sollte, trieben ihr die hellen Thränen in die Augen. Wenn nur jemand da gewesen wäre, den sie fragen konnte Frau v. Graßmann? Pah, die wäre die letzte, und sonst war ja niemand da außer dem Pater natürlich, der Pater! Der wußte ja genau, was recht war und was unrecht, der allein konnte ihr in diesen Zweifeln helfen. Aber bis man dem Pater alles erklärt und bis der sich besonnen hatte, wurde es zu spät, und die Gäste mußten sich ja wundern, wo sie blieb, und sie für die unhöfliche Wirthin halten. Also mußte sie warten, bis alle fort waren. Natürlich mußte sie das, und wenn Trix einmal eingesehen, daß sie etwas mußte, dann machte sie auch weiter kein Federlesens mehr, sondern acceptirte dieses Muß. Aber langsamer als vorher und blaß bis an die Lippen stieg sie wieder hinab in die Halle, wo jetzt Hans Truchsetz mit dem Pater am Treppenfuß stand und ihr Platz machte, als sie herabkam. Tnx, was' ist denn los? Hast du ein Gespenst gesehen?" fragte er, als sie vorbei ging, langsam, fast müde vorbei ging, wie es gar nicht ihre Art war. Mhm!" nickte sie und wollte weiter, aber er hielt sie zurück. Trix, du bist doch nicht etwa krank?" Da quoll es ihr heitz in den Augen auf, aber heroisch zwang sie die schrecklich nahen Thränen zurück. Ach, Unsinn ich bin nie, krank, als wenn ich mal überfuttert bin," sagte sie mit einer ihr selbst ganz fremden Stimme und ging schnell weiter. Was hat sie sie sah ganz blaß aus?" fragte Truchseß den Pater, doch der konnte natürlich keine Auskunft geben. Trix fand die Gräfin im übrigen schon bereit zum Aufbruch vor, doch dauerte es, wie das so bei Landbesuchern üblich ist, noch eine Weile, bis es zum Wegfahren kam. Als dann Phroso und der Herzog dazutraten, wagte Trix kaum, der ersteren in die Augen zu sehen, aber die Beschämung über ihr eigenes Horchen wich bald einer gewissen Bewunderung über die kaltblütige Sicherheit, mit der Phroso erzählte, auf welch interessanter Entdeckungsrcise durch diese Schatzkammer von einer Abtei sie mit ihrem Cousin gewesen wäre und was' für reizende Sachen sie dabei gefehen. Wo war denn nur Hans die ganze Zeit?" schloß sie, sich in ihrer halb apathischen Art umsehend, und nickte ihm leicht zu. Ich dachte immer, du würdest uns nachkommen!" Der Herzog war nicht so beherrscht und kaltblütig, sein sonst so frisches Gesicht war entschieden blaß, und er antwortete, wenn er angeredet wurde, zerstreut und kurz, aber das hörte nur Trix heraus, die mit einem Male merkwürdig feine und scharfe Ohren bekommen hatte . . . Und auf die wirkte ein gewisses subtiles Etwas in Phrosos gedämpfter, wohlkultivirter Stimme wie eine unerträgliche DisHarmonie. Als sie dann aber noch zufällig dazu kam, wie Phroso beim Abschied hinter., dem Schutze eines Thürflügels den Arm um Truchseß' Nacken legte und ihn küßte, da flammte eine heilige Entrüstung über so viel Falschheit in ihr auf und viel hätte nicht gefehlt, so hätte sie laut hinausgeschrien, was ihr das Blut in die Wangen trieb und ihre Augen förmlich sprühen machte. Endlich war als letzter der Freiwalder Wagen fort und in der Abtei erloschen die Lichter. Trix wünschte Fra v. Graßmann, die noch zu zögern schien, hastig eine gute Nacht und huschte dem Pater nach, der ohne Zögern in.seine stille Klause zurückkehrte.

froh, daß die Geschickte überstanden .war, denn die Geselligkeit war nach der fast ungestörten Einsamkeit seines Daseins eine ungewohnte Arbeit für den alten Herrn. Daß Trix ihm noch ein Theilchen feiner Nachtruhe wegzunehmen kam, das bedauerte er nicht, denn sie kam mit einer Gewissensangelegenheit sozusagen; es gehörte zu seinem Amte, Rath zu ertheilen, und dafür geizte er mit keiner Stunde seines jetzt so ruhereichen Lebens. Es dauerte eine ganze Weile, bis er aus Trixens überstürzten Worten verstehen und zusammenreimen konnte, um was es sich handelte. Aber mit etwas Geduld und er besaß davon ein schier unerschöpfliches Maß erfuhr er's doch. Liebe Tochter," sagte er dann, da Sie einsehen, daß es unrecht war, zu horchen, so brauche ich diesen Punkt ja nicht weiter zu beleuchten. Sie haben ihn selbst scharf und schonungslos genug charakterisirt und mir damit die angenehme Ueberzeugung gescheJkt, daß diese, gelinde gesagt, Untugend nickt aewohnheitsmäßig bei bnen ist. Ihre Fragen, ob Sie der Gräfin Phroso die Sache eingestehen sollen und ob Sie den Herrn von Truchseß von dem Gehörten unterrichten müssen, muß ich aus bester Ueberzeugung mit nein"' beantworten. Sie haben in der ganzen Sache weiter nichts zu thun, als gegen jedermann das gewissenhafteste Schweigen zu beobachten. Was Sie gehört haben, muß in Ihnen begraben fein, denn Sie würden nichts wie Unheil damit anrichten, wenn Sie sprächen. Erstens ist's gar nicht ausgeschlossen, daß Sie sich verhört haben. Nein, das haben Sie nicht? Hm! Aber die Gräfin Phroso könnte es behaupten, sie könnte alles leugnen wollen, so etwas ist schon oft vorgekommen. Doch lassen wir es als Spitzfindigkeit aus dem Spiele. Sicher ist, daß Sie das Gespräch in der Bibliothek nur in seinem Anfange gehört haben, was. dann noch gesprochen wurde, entzieht sich so vollkommen Ihrer Beurtheilung, daß Sie auch nicht den Schimmer eines Rechtes haben, mit jenem Fragment zu Herrn von Truchseß zu gehen und Zwietracht damit zwischen ihn und seine Braut zu säen, an der es überdies ist, ihr Verlöbniß aufzuheben und 'sich mit ihrem Verlobten auseinanderzusetzen, ohne daß ein dritter sich darein mischt. Wäre irgend eine Gefahr, geistige oder leibliche, im Verzuge, dann müßten Sie sprechen, aber Sie können sich darauf verlassen, daß beide Herrschaften ihre eigenen Angelegeuheiten ganz allein in Ordnung brinaen werden, wenn es nöthig werden sollte; jeder dritte, der sich da hineinmischt, ist vom Uebel und macht sich nur der niederträchtigen Sünde des Klatsches schuldig. Haben Sie derstanden, wie ich's meine" ja," sagte Trix müde. Sie werden auch jedenfalls recht haben, aber das muß ich mir erst zurechtlegen. Augenblicklich zittert noch alles in mir." Das glaub' ich gern," erwiderte der Pater freundlich. Die Früchte vom Baume der Erkenntniß sind, wie sie auch heißen mögen, alle bitter und schwer verdaulich. Und häßlich und wurmstichig sind sie obendrein. Nur muß man sich davon nicht den Geschmack verderben lassen, wie es Ihr Onkel, mein armer Freund Zell, gethan und wie es so viele noch thun. Es gibt noch viele andere Früchte in diesem Leben,' die sehr süß und lieblich sind." Trix kehrte langsam und gedankenversunken in ihre Zimmer zurück und schickte ihre Perle von einer Kammerzofe hinaus', sobald sie deren letzte Kreation" auf dem Gebiete der Schneiderei ausgezogen hatte. Auch der ihr frenetisch entgegenwedelnde Dackel konnte sie nicht auf andere Gedanken bringen, er zog sich daher gähnend in seinen Korb zurück, behielt seine 'junge Herrin aber scharf im Auge. Trix war sehr unglücklich, sie war sozusagen ganz aus dem Geleise gemorsen. So groß auch ihre Entrüstung war gegenüber der Heuchelei und Falschheit, die sie heut' zum erstenmal in ihrem jungen Leben so nahe gesehen, deren Existenz in dieser Welt sie bisher nur vom'Hörensagen kannte, so war es doch das Mitgefühl für Hans Truchseß, der Jammer um ihn, der lbr .das Herz zerriß. . (Fortsetzung folgt.) kegendieFliegen. Mit dem Beginn der Fliegenplage bekommt die vielgeschäftige Hausfrau noch einen neuen Feind zu bekriegen: den Fliegenchmutz. Sie wird seiner am schnellten auf folgende Weise Herr werden; handelt es sich um Bronze, Metall u. s. w., so sind die Flecke mit einem in Spiritus angefeuchteten Lederlappen oder einer Bürste (bei Verzierungen) abzureiben. Für vergoldete Gegenstände wäre der Spiritus durch Wasser' zu verdünnen. Auch rohe geriebene Kartoffcln oder Petroleum thun mitunter, besonders bei polirten Möbeln, gute Dienste. Sehr veraltete Flecke können vielleicht noch durch Salmiakgeist dertilgt werden.

Beim Buchhändler.' Dame: Haben Sie nicht das Werk: Die berühmten Schlachten?" Buchhändler: Bedaure sehr, nicht dienen zu können; aber ich habe das Werk Memoiren eines verheiratheten Mannes," das dürfte so ziemlich dasselbe sein!"

Empfindlich.

L teöH5ä5t

Fremder: Sie, was ist das für ein schönes Gebäude?" Einheimischer: Das Zuchthaus!" Fremder: Kommt man da hinein?" Einheimischer: Sie vielleicht, ich nicht!" EinHinderungsgrund. Warum tritt denn der berühmte Schauspieler Vortragynsky nicht mehr auf der Bühne feit seiner Verheirathung auf?" Ja, das Theater ist immer erst um 10 Uhr zu Ende und er muß schon um 9 Uhr zu Hause sein." Ein fideles HauZ. Weshalb kannst Du den Müller nicht leiden?. . .Es ist ja wahr, er pumpt alle Welt an aber er ist doch ein fideles altes Haus!" Ja ja hab' auch noch eine Hypothek d'rauf!" Dochetwas. Heute ist meine Kleine getauft worden; sie heißt Marie, Auguste, Elise, Feodora, Susanna, Gabriele!" Aber was fällt Ihnen denn ein, ihr so viele Namen zu geben?" Ach, das ist eben das einzige,, was ichihr mitgeben kann!" Der Vrillantknopf. Wie Herr Finkelstein aussah, bevor er von seiner Frau den Brillantknopf hatte, und wie er sich verwandelte, als er ihn hatte. Verfänglich. . . . Ich sage Ihnen, Frau Direktor, die Frau Inspektor ist eine ganz falsche Person! Neulich wollte sie mich durchaus dahin bringen, daß ich über Sie etwas Schlechtes sage!" Wie hat sie denn das angefangen?" 'Sie meinte, ich solle ihr vertraulich mittheilen, was ich eigentlich über Sie denke!" Vom Exercirplatz. Unterofficier: Rekrut Huber. wenn Sie der selige Liebig noch gesehen hatte, da wäre aus Ihnen ein Topf Fleischextrakt geworden." Abgewinkt. Es gibt so viele Männer, die ihre Frauen nur um des Geldes willen nehmen. Nicht wahr, Sie würden mich nie um meines Geldes willen zur Frau haben wollen? Nie. Fräulein! Nicht um allts Geld in der Welt.

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