Indiana Tribüne, Volume 27, Number 200, Indianapolis, Marion County, 14 April 1904 — Page 6
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Europäische Nachrichten.
Sachsen. Dresden. Dem ersten Rathe beim Evangelisch - Lutherischen Landeskonsistorium Geheimen Rath Meusel ist anläßlich seines Uebertritts in den Ruhestand das Komthurkreuz 2. Klasse vom Verdienstorden verliehen worden. Beim Holzfällen im Walde zwischen KönigSbrück und Schmorkau wurde der etwa 45 Jahre alte Holzarbeiter Ziesche aus Schmorkau von einem starken Aste getroffen, der sich ihm in die rechte Seite bohrte und die Lunge verletzte. Der Verunglückte, der schwerlich mit dem Leben davonkommen dürfte, wurde nach hier in's Friedrichstädter Krankenhaus gebracht. A u e i. V. Aus Anlaß des 25jährigen Bestehens bei Firma Hiltmann und Lorenz arrangirten die Chefs derselben ein Arbeiterfest, bei dem jedem der in der Fabrik angestellten Arbeiter, deren z. Z. 150 sind, ein Geldgeschenk zutheil wurde. Chimnitz. Privatmann Karl Louis Schwarz feierte mit seiner Ehefrau Auguste, geb. Brunn, das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Das hochbetagte Ehepaar wurde im Kreise seiner Kinder, Enkel und Urenkel eingesegnet, und zwar in der St. NikolaiKirche. Bei dieser Gelegenheit überreichte Pfarrer Michael dem Jubelpaar ein vom König Georg gespendetes Gnadengeschenk. Gottleuba. Im nahen Hartmannsbach feierte der Gutsauszügler Rehn mit seiner Gattin "die goldene Hochzeit. . Lengenfeld i. V. In Schönbrunn wurde der Dienstknecht Dietel von einem beladenen Kohlenwagen, der in den Hof einfuhr, so hart gegen den Thorpfeiler gedrückt, daß er, Dietel, den Geist aufgab. Memmendorf. Im hiesigen Dorfbache wurde der fünfzigjährige Hutmacher Mordt aus Oederan ertrunken aufgefunden. O e l s n i tz i. V. Bremser Meyer aus Reichenbach wurde auf dem hiesigen Bahnhöfe von einer Lokomotive beiseite geschleudert und erlitte einen Schädelbruch; der Verunglückte wurde nach Zwickau in's Krankenhaus gebracht. Reinsdorf bei Zwickau. Beim Abfahren von Kohlen vom Morgensternschacht gerieth der Geschirrführer Rammer so unglücklich zwischen die Karre und einenZaunpfosten, daß ihm derVrustkasten eingedrückt wurde, was seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Zwickau. Als auf den Weißenborner Schießständen die 5. Compagnie des hiesigen 155. Ins. - Regts. Schießübungen mit scharfen Patronen abhielt und dabei die neueingeführte Schießblende in Anwendung brachte, stürzte diese um und fiel mit ihrer Last von 20 Centnern auf den Sergeanten Pusch. Er erlitt hierbei einen schweren rechtsseitigen Beckenbruch und innere Verletzungen und liegt hoffnungslos darnieder. Pusch ist verheirathet und Vater zweier Kinder. Keffen-Zrmstadt. D a r m st a d t. Der Vorsitzende der ersten Civilkammer des hiesigen -v w t. vi-.l Tv anogeriHlS anogericyrsomiror r. Meisel nahm sich in seinem Bureau im Justizgebäude durch einen Schuß in die Schläfe das Leben. Der Selbstmord Meisel's ist ein Räthsel. Er lebte in den glücklichsten Verhältnissen. Kürzlich erst erwarb er eine neue Villa, um sie mit seiner Familie allein zu bewohnen. Außerdem hatte er 60,000 Mark geerbt. Babenhausen. Im nahen Damm brach im Hause des Fabrikarbeiters Anton Freund aus unbekannter Ursache einBrand aus, dem in kurzer Zeit das ganze Anwesen zumOpfer fiel. Gießen. Sein 300jähriges Bestehen beging die urkundlich 1604 gegründete Eisenhandlung von Emil Pistor. Der Gründer Hans Peter Pistor betrieb eine Schlosserei: ein Nachfolger Johann Hieronymus Pistor wird schon als Eisenhändler genannt. Das Geschäft vererbte sich Generationen hindurch in der Familie, bis es im Jahre 1896 an Heinrich Selbst und Louis Schühler aus Frankfurt a. M. überging, die noch jetzt Inhaber der Firma sind. Nieder -Inge lheim. . Der kürzlich hier plötzlich aus dem Leben . geschiedene, auf Urlaub befindliche Dragoner Graul wurde beerdigt und kurz darauf trug man dessen in den besten Jahren stehende Mutter, die fast ebenso rasch gestorben war, unter großer Aniheilnahme der Bevölkerung zu Grabe. Der so schwer heimgesuchte Vater liegt infolge der Aufregung nicht unbedenklich darnieder. W o r m s. Als ein Reisender aus Nürnberg den Rhein entlang gegen Bobenheim hin ging, gesellte sich ein Mann zu ihm, der ihm von trüben Lebensschicksalen erzählte und u. A. angab, er heiße Keitelbach oder Keitelmann und sei Kaufmann aus Frankfurt a. M. Als der Reisende sich unterwegs einmal abwandte, um eine Cigarette anzuzünden, nahm sein Begleiter einen Anlauf und sprang in den Rhein. Ein Rettungsversuch wäre bei dem'Wirbeln des Hochwassers tollkühn gewesen. Wayern. München. Ein am Faschingsmontag auf der Kohleninsel zwischen
dem Kieshäufen' und der ehemaligen Kaserne in Frauenkleidern aufgefundener schwerverwundeter Mann ist im Krankenhause gestorben. Er hatte eine den Stirnknochen durchschneidende Beil- oder Säbelhieb ähnliche Wunde (vielleicht von einer anderen mit solcher Waffe versehenen Maske) und außerdem einen Messerstich in die Stirne erhalten. Die Leiche wurde als diejenige des 40jährigen verheiratheten Schneiders Franz Johann aus Zeiskam in der Rheinpfalz erkannt. Johann hatte sich am Faschingsmontag als altes Weib maskirt. Oberstleutnant z. D. Ferdinand Petri, ein tapferer Artillerieoffizier aus dem Feldzuge 1870 71, wo er das Eiferne Kreuz erwarb, hat sich, schon länger an unheilbarer Krankheit leidend, in :inem unbewachten , Moment erschossen. . Aschaffenöurg. In denSchönburg'schen Waldungen bei Seilauf hat sich der früher dort bedienstete Forstgchilfe Joseph Neidel von Ochsenfurt vergiftet. Motiv ist Mangel an Sub-, sistenzmitteln. Bertoldshofen. Im hiesigen Pfarrdorfe hat sich die ehemalige Vrauereibesitzerin Sophie Lutz das Le-
ben genommen. , Die Frau hmterlaßr sechs Doppelwaisen. 4 Drügendorf bei Buttenheim. Hier erstach der verheirathete Schreiner Klemm in Gegenwart seiner Frau auf der Ortsstraße den verheiratbeten Taglöhner Dietrich. Eifersucht soll im Spiele sein. Der Thäter flüchtete, wurde aber verhaftet. Hof Aus Liebesgram hat sich die 22jährige Kellnerin Barthel aus Dietfurt i. Oberpf. durch Erschießen zu todten versucht. Tödtlich verletzt wurde sie in das Krankenhaus verbracht. An Stelle des verstorbenen Hofraths v. Mann wurde Rechtsrath Bräuninger zum rechtskundigen Bürgermeister gewählt. M u r n a u. Außerhalb FroschHausen wurde der verheirathete 45jährige Söldner Johann Kälbl, Vater von drei Kindern, todt aufgefunden. Kälbl scheint in sumpfiges Wasser gerathen und ertrunken zu sein. M ü n n e r st a d t. Gymnasialdirektor Dr. Wilhelm Zipperer beging das Jubiläum seiner 30jährigen Lehrthätigkeit. "P o k i n g. Die Häuslerin Eder von Vogel - Oed wurde beim Reisigsammeln von einem umstürzenden Baume erschlagen; sie war Mutter vorr neun Kindern. ReitimWinkel. Der Besitzer des kürzlich abgebrannten DampfsägeWerks, Johann Maier hier, wurde wegen Verdachts der Brandstiftung zum Schaden der Versicherungsgesellschaft, bei der das Sägewerk hoch versichert war, in Untersuchungshaft genommen und in das Gefängniß nach Traunstein eingeliefert. Straubing. Die Leiche der seit Anfangs December v. I. abgängigen, in Regensburg bedienstet gewesenen Gastwirthstochter Wally Zimmermann aus Cham wurde aus, der Donau geländet. Waller stein. Kürzlich wurde hier der Hauptkassediener Graf begraben. Er diente dem fürstlich Oettingen'schen Hause volle 60 Jahre, und zwar dem derzeitigen Fürsten, dessen Vater und dessen Vormünder. Er erreichte ein Alter von 82 Jahren. Württemberg. Stuttgart. Rechtsanwalt Huoo Faißt, der bekannte Förderer Hugo Wolfscher Schöpfungen, hat sein warmes Interesse für das Kunstleben aufs neue dadurch erwiesen, daß er den rrn ii. ... c crr r . . tr . . il s uniwen- uno uaiienianen oer bühne und der Hofkapelle den Betrag von fünftausend Mark gespendet hat. Portier Fritz Bildmaler feierte bei der Firma W. Benzen Söhne sein 25lahrwes Berufsiubnaum. B i b e r a ch. Die älteste Einwohnerin der Stadt, Wittwe Katharina Wagner, geb. Schrade, ist rm Alter von 99 Jahren gestorben. C a n n st a t t. Der 25 Jahre alte städtische Arbeiter Heinrich Scheuer erlitt auf dem städtischen Lagerplatz un terhalb der Stadtmühle einen epileptischen Anfall, fiel in den Neckar und ertrank. E m m i n g e n. Beim Tannen zapfensammeln stürzte der ledige Schuhmacher Fr. Martini vom Baume und war sofort todt. E l l w a n g e n. Wegen Ermordung des Landjägers Schmid aus Heidenheim wurde der Artist und Glaser Emil Fink zum Tode verurtheilt, und da er vom Begnadigungsrechte keinen Gebrauch machte, fand die Hinrichtung statt. Fink hatte einen Wuthanfall, als man ihm das Urtheil verkündete und konnte nur mit Mühe gebändigt werden. , . G ö p p i n g e n. In der Nähe von Lerchenbüch wurde der etwa 70 Jahre alte Kaminfegermeister Morgner von hier in einem kleinen Bache todt aufgefunden. Wie die angestellten Erhebungen ergaben, ist er auf dem Heimwege verunglückt. Fellbach. Der älteste Einwohner der hiesigen Gemeinde, der von Rothenberg gebürtige Weingärtner Gottlieb Berner, wurde kürzlich z Grabe getragen. Er war in seinem Leben nie krank und erreichte ein Alter von 9V2 Jahren. Drei Geschwister von ihm wurden ebenfalls mehr als 80 Jahre alt. H e i d e n h e i m. Der Schweizer Joh. Standele auf der Domäne Falkenstein erstach in Dettingen einen 28.
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Japanische Mannschaften der Geschütze. Obiges ift ein interessantes Bild der Mannschaft des japanischen Kreuzers Asama", Die Theerjacken des Mikados werden beinahe alle von den vielen
Fischern- und Kauffahrtei-Matrosen rekrutirt. Im Durchschnitt ist der japanische Matrose sehr waghalsig und kennt absolut keine Furcht.
Jahre alten Dienstknecht von dort. Der Thäter ist festgenommen. K ü n z e l s a u. Im hiesigen Armenhause erhängte sich der 68jährige Leonhard Häfner. Waven. Karlsruhe. Oberregierungsrath a. D. Theodor Kilian ist im Alter von 77 Jahren nach langem Leiden hier verschieden. Kilian war 1727 in Weisweil geboren, 1860 DomänenverWalter inRadolfzell, 1861 Wiesenbaumeister, 1878 Kollegialmitglied der Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaues, 1887 Oberregierungsrath, seit 1891 auch stellvertretendes Mitglied der Oberrechnungskammer. Seit einigen Jahren lebte er hier im Ruhestand. Aglasterhausen. Im Oekonomiegebäude der Wolf'schen Mühle entstand Feuer, dem der rechte Flügel des ein Quadrat bildenden Anwesens zum Opfer fiel. Wohnhaus und die Mahl- und Gipsmühle konnten gerettet werden. Dinglingen. Der 26jährige, aus Pirmasens gebürtige StationsVorsteher A. Deuwel wurde in einem Couve 2. Klasse eines hiesigen Straßenbahnwagens erschossen aufgefunden. Er hatte sich mit einem Revolver in die rechte Schläfe geschossen. Als Grund werden Unregelmäßigkeiten in der Kassenführung angenommen. Heidelberg. Metzgermeister Busch wollte auf einen in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen springen, kam jedoch zuFall und wurde eine Strecke weit geschleift, wobei er schwere Verletzungen erlitt. Dr. Wilhelm Blum, Ehrenbürger der hiesigenStadt, ist verschieden. Der Verstorbene war von 1871 1884 nationalliberaler Reichstagsabgeordneter und früher badischer Landtagsabgeordneter. L a u b a. Auf dem Bahnkörper in der Nähe, der Tauberbrücke wurde die verstümmelteLeiche eines Mannes Namens Bach von Gerlachsheim aufgefunden. Er scheint von dem ersten Würzburger Personenzug im Geleise erfaßt, dann auf's zweite Geleise geschleudert und dort nochmals übersahren worden zu sein. Mannheim. Auf seinem Kontor erschoß sich der Prokurist der Firma M. Mayer - Weismann, der Getreideagent Josef Seemann. Als Motiv nimmt man geschäftliche Verluste an. Auf dem hiesigen RangirbahnHofe kam beim Nekauer Bahnübergang der mit Rangiren beschäftigte Wagenrapporteur G. A. Becker so unglücklich zu Fall, daß ihm beide Beine unterhalb der Kniee abgefahren wurden. Ni e f e r n. Doppelhaus und Doppelscheuer von Landwirth Hettler und Schreinermeister Frech gingen in Flammen auf. Als der Brandstiftung verdächtig wurde Schreiner Frech jr. verhaftet. Pforzheim. Im Alter von etwa 60 Jahren verstarb hier der VicePräsident der hiesigen Handelskammer, Stadtrath Robert Hiller, seinerzeit Theilhaber der alten bedeutenden Ringfabrik Joh. Hiller, die er und sein Bruder, jetzt Rittergutsbesitzer Max v. Hiller, vor sechs Jahren eingehen ließen. Eine kürzlich von dem Obergericht des Staates Wisconsin abgegebene Entscheidung, durch die das Urtheil des Kreisgerichts in dem Falle von Charles Euting gegen die NorthWestern - Bahn bestätigt wurde, wird Viel dazu beitragen, die schwierige Frage der Haftbarkeit der' Arbeitgeber bei Unfällen durch die Schuld Mitangestellter, wenn solche nicht direct im Dienste waren, zu lösen. Euting wurde durch die Explosion eines Torpedos verletzt, den ein Heizer der Buhn i zur Feier des 4. Jutt auf das Geleise ! gelegt hatte. Die Bahngesellschaft j wandte ein, daß es nicht zu den Dienst- ; Obliegenheiten des Heizers gehörte, den Torpedo auf die Schienen zu legen, und daß sie daher nicht haftpflichtig ' zu halten sei Das Gericht sprach aber dem verletzten Euting $200 Schadenersatz zu, und das Obergericht hat die .Entscheidung bestätigt.
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. . " mn , '. ' r f h. - 'fiHy' 1 s - . o ) : ' u Kr it s . ' " AtJt - . v, )miikMm.ik&!i urd Das Klostrr Sankt Just. Karls V. Thronentsagung und sein nachheriger Aufenthaltsort. Das spanische Kloster Sankt Just, in dem der deutsche Kaiser Karl V. seine Lebenstage beschloß, liegt, wie damals, auch heute noch abseits von der großen Heerstraße, und nur sehr selten verirrt sich ein Vergnügungsreisender dorthin. Am leichtesten ist der Ort mit der Bahnstrecke, die von Madrid nach Lissabon führt, zu erreichen. ' Man kommt Zunächst an Torrijos, dem Lieblingsaufenthalt Peters des Grausamen, vorbei, sieht in der Ferne die gewaltigen, mit Schnee bedeckten Gipfel der Sierra de Gredos, berührt dann den Tajo bei dem uralten Talavera de la Reina, wo Wellington die Franzosen schlug, und verläßt dann in Navalmoral den Zug, um auf einem Maulthierpfade von 21 englischen Meilen Länge an Olivengärten vorbei in nordwestlicher Richtung durch verschiedene malerisch gelegene Dörfer nach Cuacos zu gelangen. Von dort erreicht man in einer halben Stunde das Kloster. Es liegt an einem Vergabhange und wurde im Anfang des 15. Jahrhunderts von Hieronymiten aus Plasencia an der Stelle einer dem hl. Cristobal geweihten Eremita gegründet. Jetzt gehört es einem Marquis v. Miravel, der es nach den barbarischen Verwüstungen durch die Franzosen so weit wie möglich wiederherstellen ließ. Doch gibt das Vorhandene keinen rechten Begriff von der einstigen Größe und Pracht. Nur die Klosterkirche bewahrt trotz des schlechten Zustandes, in dem sie sich befindet, noch Spuren der einstigen Schönheit. Karl V. traf, nachdem er am 15. Januar 1556 in Brüssel der Krone entsagt hatte, im Februar des folgenden Jahres in Sankt Just ein und bezog ein von ihm an sehr geschützter Stelle an der Südseite des Klosters errichtetes Gebäude. Hier lebte er, und zwar keineswegs als Aszet, wie manche glauben, sondern als vornehmer, von zahlreicher Dienerschaft umgebener Herr, der auch weiterhin noch für die Politik Interesse hatte und seinem Sohn noch manche Rathschläge ertheilte, sich im Uebrigen aber seiner Liebhaberei, der Beschäftigung mit mechanischen Instrumenten, namentlich Uhren, hingab, nicht lange allerdings, denn am 21. September 1558 bereits ereilte ihn, 58 Jahre alt, der Tod. Seine Leiche blieb freilich, in einem Bleisarg beigefetzt, dann noch 16 Jahre hier, bis sie nach dem inzwischen fertiggestellten Escorial in Madrid übergeführt wurde. Der hölzerne Sarg, in dem der bleierne ursprünglich eingeschlössen war, wird noch heute gezeigt, allerdings mit dem der Legende Rechnung tragenden Zusatz, daß in ihm der Kaiser während der auf seinen Wunsch schon zu seinen Lebzeiten veranstalteten Leichenfeier gelegen habe. Die Zimmer sind jetzt öde und leer. In dem Schlafgemach hing einst die schöne Gloria" von Tizian, die sich jetzt im Pradomuseum befindet und den Empfang des Kaifers, seiner Gemahlin, seines Sohnes Philipp und dessen Gattin in den Gefilden der Seligen darstellt. Von der Terrasse hat man einen herrlichen Blick über die fruchtbar? Huerta. Der Pavillon, die Sonnenuhr, der Stein, den der Kaiser benutzte, um sich in den Sattel zu schwingen, und der alte Nußbaum am Eingang, unter dem er oft sinnend saß, um sein reich bewegtes Leben noch einmal am inneren Auge vorüberziehen zu lassen, sind die einzigen Reliquien aus jener großen Vergangenheit. Zehnjähriger Vatermörder. Der zehn Jahre alte Sohn des Deputy-Sheriffs Cole in Fort Payne, Ala., war, weil er sich mit anderen Knaben auf der Straße geprügelt hatte, von seinem Valer gezüchiig! worden. Der Knabe holte unbemerkt den Revolver des Vaters und, feuerte auf diesen einen Schuß ab. Die Kugel traf den Mann in den Kops und verursachte auaenblicklichen Tod. Der jugendliche Vatermörder wurde verhaftet.
Tornaö os.
Die gefährlichsten aUer Wirbelstünne und ihre Ausdehnung. Uwe Landplage Nordamerikas Teetorna öS nd Cyklone Entstehung eines Torados Die Sturmwolke Warnende Bor doten-Zuftucht im Sturmkeller. Von allen Wirbelstürmen sind die Tornados wegen der Heftigkeit ihres Ausbruchs die gefährlichsten. Glücklicher Weise ist ihr Ausdehnungsgebiet ein beschränktes; nur in einem Theile von Nordamerika sind die Tornados auf dem Kontinent heimisch, dem Ländergebiet östlich vom Mississippi, längs des Ohio, bis an die Küste des Atlantischen Ozeans. Für diese Lander bilden sie aber eine furchtbare Geißel. Allein in dem letzten" Jahrzehnt sind ihrer Zerstörungswuth gegen 3000 Menschen zum Opfer gefallen, im gleichen Zeitraum ist an Heerden, Häufern, Fabrikanlagen, Land- und Fotkulturen, Verkehrsmitteln aller Art u. s. w. für 26,000.000 Eigenthum durch diese Wirbelstürme vernichtet worden. Außer den Landtornados in den Ver. Staaten gibt es auch Seetornados, und zwar an den Westküsten von Afrika und Mittelamerika, wo sie der Schifffahrt oft ungeheuren Schaden bereiten. Aus Mittelamerika stammt die Bezeichnung wrnaäo. das spanische Wort, das für den Wirbelsturm überHaupt gebraucht wird, für diese besondere Art desselben. In Nordamerika verwechselt der Sprachgebrauch sie leicht mit den Cyklonen, von denen sich die Tornados aber sehr wesentlich unterscheiden. Unter Cyklonen versteht die Wissenschaft die über große Entfernungen sich ausdehnenden Stürme, deren Windmassen sich in einem Wirbel vorwärts bewegen, und zwar spiralförmig um ein Centrum herum, in welchem es verhältnißmäßig windstill bleibt. Der Tornado dagegen ist ein Luftwirbel von begrenzter Ausdehnung der Durchmesser kann 300 bis 10.000 Fuß betragen und gerade sein Centrum entfaltet die heftige rotirende Bewegung. Alle Tornados, so verschieden ihr Verlauf sein mag, werden durch einen sehr kräftigen aufsteigenden Luftström gebildet, welcher in der Höhe seine Wasserdämpfe verdichtet. Auf diese Weise entsteht die Sturmwolke, eine kleine schwarze Wolke, das sogenannte Ochsenauge, welche rasch zunimmt und sich in drehender Bewegung nach oben hin zu der Form eines Trichters erweitert, dessen Mündung sich zur Erde senkt. Dieser trichterförmige Luftwirbel, dessen Gestalt an die Rauchsäule eines Vulkans erinnert, bewegt sich in bestimmter Richtung stürmisch vorwärts und reißt alles empor, was er auf dem Boden berührt, wenn es feiner Kraft nicht zu widerstehen vermag. Die praktische Erfahrung lehrt, daß dem Ausbruch eines Tornados gewöhnlich drückende Hitze vorausgeht, in deren schwüle Atmosphäre plötzlich kalte Windstöße fahren. Vereinzelte Wolken ziehen auf und über den Himmel hin. Die Bildung der Sturmwolke" erfolgt nach diesen Vorboten gewöhnlich am Nachmittag. Erst die Gestaltung derselben zur Trichterform, die sich unier dumpfem Dröhnen vollzieht, klärt die Bewohner der Gegend über die Gefahr auf. die nun in furchtbarer Geschwindigkeit ihnen naht. Wer zu Hause weilt, flüchtet in den Sturmkeller." Da der Tornado die Häuser oft mit ihren Fundamenten emporreißt, so hat man diese Zufluchtskeller in die Erde gehöhlt. Den Eingang schützt eine enge schwere Fallthllr; oft ist die Höhle auch so angelegt, daß sie in der Richtung offen steht, die derjenigen entspricht, in welcher sich der Tornado gewöhnlich bewegt. Einen sicheren Schutz gewähren auch diese Zufluchtsstätten nicht; man weiß von Fällen, daß der Sturm die Erde aufgerissen und die Flüchtlinge in die Luft entführt hat. Meist sind die Sturmwolken völlig schwarz, doch variirt die Farbe, und es wird von purpurrothen, gelben, grauen, weißen Tornados berichtet. Nicht immer ist auch die Gestalt trichterförmig, bisweilen nähert sie sich der cylindrischen Form, auch von kugelförmigen Wirbelwolken erzählt die Chronik. Sie berühren keineswegs immer den Boden gleichmäßig; bisweilen ist die Vorwärtsbewegung eine sprunghafte wie die eines rollenden Balls, der im Auslaufen ist, oder eines flachen Steins, den man auf einer glatten Wasserfläche tanzen läßt. An den gewaltigen Steinmassen der Häuserquadrate großer Städte scheint die Gewalt des Tornados zu' scheitern, ioch ist es keineswegs die Regel, daß ihm nur Häuser von leichter Bauart zum Opfer fallen. ' Marylands I i m C r o w "- Bills. Gouverneur Warfield von Maryland unterzeichnete kürzlich die von der dortigen Legislatur angenommenen Jim Crow"-Bills, welche die Vorschrift enthalten, daß auf Eisenbahnen und ' Dampfbooten innerhalb der Grenzen von Maryland besondere Abtheilungen für farbige Passagiere eingerichtet sein müssen. Die elektrischen Bahnlinien und die Straßenbahnlinien sind von dieser Vorschrift ausgenommen.. Auf den Dampfbooten hürfen die getrennten Abtheilungen für oeiße und farbige , Passagiere in Beug auf Einrichtung sich nicht unterscheiden. .
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X A ' f I Nicht glücklich! K - A y Wer kann t sein mit A vy a y jZDyspepsia und f Sfäagenleiden. ft V Wir sind viel ,u nachlässig ra A A A A A V V V V fj in Behandlung dieser Leide und wenn wir dagegen et waS thun ift es gewöhnlich zu spät. Weßhalb gebrauche man nicht ein einfaches und sicheres Heilmittel rfl A i , mies Iaavi er9a A jLm uüujl ivubiiii: .3 DamburgevA v Aropken. a A iti A A A A V welche das ganze System V ändern und wohlthuend auf den Magen einwirken. V, Ja, wir verkaufen" Gfrojrlaxxd Oefep und Möbeln und Xeppi&e zu den niedrigsten Preisen. Waar oder Credit. WILLIG'S Möbel-Laden, 141 W. Washington Str. 142 Nord Pennsylvania Straße, Hauptquartier für HriUen und Operngläser ii im fGjfej' ''G W Brillen werden nach den besten Methoden de Lugen angepaßt. Künstliche Augen werden schmerzlos eingesetzt. The seven letters Here you scan Spell the best bread P-U-R-I-T-A-N. And if you weigh this loaf With care, You'll see none with it Can conipare, For Puritan, while it is best, Is bigger f ar than all the rest. Made by Joseph Taggart. Sold by grocers.
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