Indiana Tribüne, Volume 27, Number 200, Indianapolis, Marion County, 14 April 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne, 14. April 1903U

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Jacob

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UiittfeIific aSerlue. Weitere Berichte über die Vernichtung des Schlachtschiffes Petrapavlovsk". , Ueber COO russische Seeleute in der Tiefe. Schwer verletzt ist Cyril, Vetter des Zaren. See-Gefecht anscheinend vor dem tragischen Vorfall. Ein russischer Kreuzer angeblich hierbei beschädigt.

Ostasien. Die Zerstörung des ruffischen Schlachtschiffes Petropawlowsk ". St. Petersburg, 13. April (6 Uhr 30 Abends). Vice-Admiral Grigorowitsch, der Commandant von Port Arthur, sandte dem Kaiser sol gende amtliche Depesche: Port Arthur, 13. April. Der Petropawlowsk" stieß auf eine Mine, die das Schiff in die Luft sprengte. Unser Geschwader fuhr unter Golden Hill. Das japanische Geschwader nahte. Vice-Admiral Makaroff ist augenscheinlich verloren. Großfürst Cyril ist. leicht verletzt, gerettet. Capitän Jakowleff wurde, obwohl schwer verletzt, gerettet; desgleichen 5 Offiziere und 32 Mann, alle mehr oder weniger verletzt. Die feindliche Flotte ist verschwunden. Vice-Admiral Fürst Oukhtomsky über nahm das Commando der Flotte. Eine Depesche des Vicekönigs Alexieff aus Mulden an den Kaiser sagt: Ich bedauere, zu melden, daß die PacificFlotte einen unersetzlichen Verlust durch den ' Tod ihres tapferen und fähigen Führers erlitt, der nebst dem Vetropawlowsk" verloren ist." Nach einer andern Depesche des Vicekönigs an den Zaren waren die Schlachtschiffe und Kreuzr dem Feinde entgegengefahren; da aber Verftärkungen die japan. Stärke auf 30 Schiffe brachten, so kehrte das Geschwader in den Hafen zurück, wobei der Petropavlovsk" auf eine Miene stieß und zerstört wurde. - Großfürst Cyril und einige andere Offiziere wurden gerettet, weil fie auf der oberen Brücke standen. Der schwere Verlust an Leben unter Offizieren und Mannschaften rührt davon her, daß sich alle kampfbereit auf ihrem jeweiligen Posten befanden. Der Petropavlovsk" sank in ähnlicher Weise wie ein chines. Kriegsschiff im chin.-japan. Kriege, wo viele Leute der Bemannung noch 'mehrere Tage am Leben blieben und in verzweifelter Weise an dem umgekehrten Schiffs-Rumpfe hämmerten. M a k a r o f f's Tod. St. Petersburg, 13, April. Der verstorbene Vice-Admiral Makaroff wurde am 26. Februar zum Commandeur der russischen Pacific-Flotte ernannt. Er hatte sich im russisch-tür-kischen Krieg in den Kämpfen auf der Donau ausgezeichnet, besonders durch einen nächtlichen erfolgreichen Torpedo-boot-Angriff auf ein türkisches Kriegsschiff. Es war dies die erste erfolg reiche Verwendung der Torpedoboote im modernen Seekrieg. Das letzte Gefecht, an dem Makaroff, außer heute, theilnahm, war am 27. März, wo er den zweiten Versuch der Japaner, Port Arthur zu blockircn, zurückschlug. Der Kaiser sandte einen Courier nach Peterhof, um der Wittwe sein Beileid auszusprechen. Washington, 13. April. Die Kunde vom Tode Makaroff's hat hier tiefen Eindruck gemacht, da er wohl hier der am best gekannte russische Ma-rine-Offizier war. Es rührte dies von seinem Besuche in America im Jahre 1896-97 her; auch brachte ihn seine Stellung als Commandeur des russ. Nord - Pacific - Geschwaders in häufige Berührung mit amer. Offizieren.. Allgemeiner Meinung nach war Makaroff ein Offizier von seltenen. Fähig leiten, sowie hinsichtlich persönlicher Tapferkeit von keinem Zweiten über troffen. - See-Schlacht im Gang. Ct. Petersburg, 13. April, 9 Uhr 30 Nachts. Heute Abend geht das Gerücht, BiceAdmiral Fürst Ouktomsky (der stellvertre tende Commandeur der russischen Flotte in Port Arthur) habe Nach mittags ssit 18 japanischen Kr egs schiffen vor Port Artgur gesümpft. (Schon eine Depesche, die Nachmittags im Winterpalaft eintraf, sprach von einer vor Port Arthur in Gang befindlichen Seeschlacht.)

Nachricht vom See-Ge' fecht bestätigt. London, 14. April. Dem Daily Telegraph wird unter'm 13. aus Wei Hai-Wai gemeldet : Der britische Dampfer Espiegle" meldet, er habe heute früh kurz vor 6 Uhr fünf japa nifche Kriegsschiffe im Kampfe mit dem russischen Kreuzer Bayan" gesehen, der nach Port Arthur aus der Yalu Richtung fuhr. Kreuzer Askold" und noch ein Kreuzer fuhren aus Port

Arthur zum Beistande des Bayan" ab. Eine Stunde später kamen die Russen unter den Schutz der Forts, der Bayan" augenscheinlich beschädigt. Um 8 Uhr eröffneten die Japaner ein heftiges Feuer auf die nicht erwidernden Forts. Nach einer Beschießung von 15 Minuten fuhren die Japaner ostwärts davon. Tiefe Bestürzung über das Unglück. St. Petersburg, 13. April. Das furchtbare Unglück mit dem Schlachtschiff Petropavlovsk", der Untergang beinahe der ganzen 33e mannung von über 600 Mann und der Tod Makaroff's waren ein entsetzlicher Schlag. Er wäre weniger tief, wenn Schiff und Höchst-Commandiren-der in der Schlacht umgekommen wären, aber dieser neue Unfall, nachdem die Port Arthur Flotte eine Reihenfolge von Tragödien erlitten, hat völlige Bestürzung erregt. Zudem wird eben bekannt, daß das Schlachtschiff ., Poltawa" vor einigen Wochen, als das Schlachtschiff Sewastopol" im Hafen von Port Arthur manövrirte, von diesem angerannt wurde nnd ein Loch er hielt. Der Tag brachte ungeheure Aufregung für St. Petersburg. Die erste Kunde über die Katastrophe brachte eine Depesche an Großfürst Wladimir von seinem Sohne Boris, den Verlust des Schlachtschiffes und die Verwundung des Großfürsten Cyril meldend. Die Großfürstin Wladimir gerieth in äußerste Fassungslosigkeit; fie hielt die Botschaft nur als Vorläufer von noch Schlimmerem, weil Boris anstatt des Adjutanten des Großfürsten Cyril, Leutnants v. Kube, unterzeichnet hatte. Kube ging mit dem Schiffe in die Tiefe.' Zwei Stunden später kam eine Depesche von Contre-Admiral Gregoro witsch an den Kaiser, worauf im Pa lais Wladimir ein Danksagungs-Got-tesdienft stattfand. ?Vf 'J ts -4V i , i f I ' -

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Vice-Admiral Fürst Uchtomsky, der nach demTode Makaroff's das vorlaufige Commando über die ruff. Port Arthur Flotte übernahm.

Ter Kaiser war so erschüttert über Makaroff's Tod, daß er nicht erscheinen konnte. An die Wittwe Makaroff's, die in St. Petersburg lebt, sandte er einen Adjutanten zur Ueberbringung der Trauerkunde. Das Marine-Ministerium war bald von Tausenden umringt, die Einzelheilten wissen wollten. Unter der Menge befanden sich die gramgebeugten Angehörigen der Opfer des Petrapaolovsk. Was vor der Zerstörung des Flaggschiffs sich ereignete, ist nicht weiter bekannt, außer daß Makaroff mit seiner Flagge ans dem Unheilschiff zur Bekämpfung des Feindes ausfuhr, bis dessen Verstärkungen erschienen. Die Lage von 6 der vom Jenesei gelegten Minen war unbekannt, da die Karten beim Untergang jenes Schiffs verloren gingen. Wahrscheinlich stieß Petropavlovsk auf eine dieser Minen. Markaroff's Tod ist ein größerer Verlust als es der Untergang verschiedener Schlachtschiffe wäre. .Er war der Swlz der Flotte und genoß das unbeschränkte Vertrauen des Herrschers wie seiner Offiziere und Mannschaften. Makaroff lag nicht viel daran, von seinem Posten in Cronstadt nach Oftasien zu gehen, aber der Kaiser erklärte keine Weigerung annehmen zu wollen Deßhalb ist er Kummer des Kaisers doppelt groß. Als Nachfolger Makaroff's geht Contre-Admiral Rojestvensky. Chef des Marine-Generalftabs und kürzlich zum Befehlshaber der OstseeFlotte ernannt, nach dem Osten. Er ist ein fähiger Seemann, aber nicht fo beliebt bei den Mannschaften wie der dahingeschiedene Flottensührer. Cyril verdankt seine Rettung wohl dem Umstände, daß er ein vorzüglicher Schivimmer ist. Er wird morgen vom Adjutanten des Großfürsten Vladimir nach der Heimath geholt. Mit Großfürst Cyril's Kampflust hängt eine romantische Geschichte zusammen. Er wollte seine Base, die geschiedene Frau des Großherzogs von Hessen, heirathen, aber der Kaiser und seine ältern widerfetzten sich dem Plane. R o m. 13. April. König Victor Emanuel hat dem russ. Kaiser seine Theilnahme an dem Unglücke ausgedrückt. Kaiser Wilhelm übermittelte aus Syracus, Sicilien, dem Zaren den Ausdruck seines Kummers über die Catastrophe mit vem Flaggschiff und über den Tod Admiral Makaroff. Nach russischer Schild e r u n g. St. Petersburg, 13. April. Nach amtlichen Berichten erschienen in der Nacht vom 11. verschiedene, anscheinend neun japanische Dschunken in der Gegend der Liao Fluß-Mündung, zogen sich aber vor dem russischen Feuer zurück. 37 Cossaken vernichteten 50 Japaner aus der Samalind-Jnsel im Yalu Flusse. Cyril doch schwer verletzt. St. P e t e r s b u r g, 13. April.

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Nach späteren Berichten ist Großfürst Cyril ernster verletzt als man zuerst annahm.- Er ist in's Hospital nach Port Arthur gebracht. Die Großfür. stin glaubt trotzalledem, daß idr Söhn todt ist. Jedermann ist umgekommen und ich kann nicht glauben, daß Cyril gerettet wurde." Alexieff übernimmt die Flotte. St. Petersburg. 13. April. Vicekönig Alexieff übernimmt das Commando der Flotte in Ostafien, vemuthlich bis zur Ankunft von Rojeftmensky. Die Polizei befahl allen Restaurants in der Stadt, heute Abend um 9 Uhr zuschließen. Scharmützel amJalu. Tokio, 12. April. (Dienstag.) Nach einer Depesche aus Wiju versuchte eine russische Compagnie heute früh den Jalu westlich von hier zu kreuzen, wurde aber von einer japanischen Compagnie zuruückgetrieben. Nach dem Kampfe fand man die Leichen von 20 russischen Soldaten. Kleine russische Abtheilungen ohne Uniform versuchten den Valu an verschiedenen Punkten zwischen Wiju und Vongampho zu kreuzen, wurden aber alle zurückgeschlagen. ' - Walfische fürTorpidoBoote g ehalt e n. Vladivostock, 14. April. In der Nähe der Insel Askold. vor diesem Hafen, wurde heute eine Heerde Walfische gesichtet. Man hielt sie zuerst für jap. Torpedo-Boote. Die Japaner zerstörten kürzlich die orthodoxe russische Kirche in Fokohama. Es erregte Entrüstung, aber es wurde kein Versuch gemacht, den dortigen japanischen Tempel zu schädigen. Großbritannien. Indische Truppen ?ür Tibet. London, 13. April. Das Unterhaus nahm heute mit 270 gegen 61 Stimmen einen Antrag an, der die Verwendung von indischen Truppen zum Schutze der politischen Mission in Tibet gestattet. Portsmouth, England. Der britische Torpedojäger Teazer" gerieth während der Manöver auf den Grund; Mannschaft gerettet. Es war ein Nachtangriff zu Ehren des hier weilenden Prinzen Heinrich von Preußen arrangirt worden. Türkei. Angriff auf den Gouv e r n e u r. Beirut, Syrien, 13. April. Der Gouverneur von Beirut, dem Orte, wo im August ein Attentat auf den amerikanischen Vice-Consul Magelssen stattfand, wurde am 11. April von Soldaten durch Schüsse angegriffen. " Sie waren über rückständigen Sold erbittert. Der Beamte wurde nicht verletzt, dagegen acht Personen, als dessen Wache das Feuer erwiderte. Jetzt herrscht Ruhe. Italien. Piusnicht krank. Rom, 13. April. Dr. Lapponi ermächtigt die Assoc. Presse zu einem Dementi der Berichte, der Papst sei krank. Der Arzt besuchte heute früh den Pontifex, wie mehrmals jede Woche, aber nicht um ihn zu behandeln. Der Papst empfiug später eine britische Abordnung, mit der er sich in frischester Weise unterhielt.

Kurze Depeschen. Inland. Detroit, Mich. Eine GasolinExplosion in den Cadillac - Automobil Werken verursachte einen S200.000Brand. Vier Angestellte sind verletzt. M o n r o e v ! l l e , O. Bei der Einäscherung des Commercial Hotels kam der Gast B. Sickinger um's Leben. Taft als Diner-Redner. Cleveland, O., 13. April. Das 55. Jahresdiner der Handelskammer fand heute Abend statt. Als Hauptredner fungirte Kriegssekretär Taft, der über die Politik der Regierung auf den Philippinen sprach. Schiffsnachrichten. Angekommen: Plymouth: Deutschland" von New York. Liverpool: Oceanic" von New York; Jonian" von St. John und Halifax. New York: Bovic" von Liverpool. New York: Königin Louise" von Genua; Umbria" von Genua.

Nussische Hccrsührung. Unfähige GeuttSIe des Zaren im türkischen Kriege und Glückuinstände. , , ,Jn einem Vortragscyklus, den seiner Zeit der jetzige Oberbefehlshaber der russischen Armee in Ostasien, General Kuropatkin, über die Mängel der rufsischen Heerführung im türkischen Kriege 1877 bis 1878 hielt, konstatirte der General mit verblüffender Offenheit, daß der Großfürst Nikolaus, der zwar ein guter Paradeoffizier, aber alles andere als ein Heerführer war, es -nach den Mißerfolgen bei Plewna nur der Mißgunst SuleimaN Paschas auf Mehemed Ali Pascha - zu verdanken hatte, daß er nicht mit feiner Armee über die Donau zurückgetrieben oder gefangen wurde. Weder der Generalstabschef Lewitzki, noch dessen rechte Hand, der Generaladjutant Nepokoitschitzki,,, besaß praktische Erfahrung. Das Hauptquartier bildete nicht den Vereimgungspunkt der befähigtsten Offiziere, sondern ein Gewimmel von militärischen Müßiggängern und Ordensjägern. Der Schlag war schwer, aber gerechtfertigt, den Großfürst Nikolaus empfing, als er, mit seinen Truppen vor Konstantinopel stehend, den Oberbefehl in dem Augenblick an General Totleben abgeben mußte, als die Einmischung Englands und Oesterreichs und die Fortführung des Krieges zu befürchten stand. Wohl der klarste Beweis für die Undichtigkeit des Großfürsten war es, ein gewaltiges Proviantlager, von dem die Existenz des ganzen Heeres abhing, am Strand des Bosporus unmittelbar unter den Geschützen der englischen Panzer errichten zu lassen. Totlebens erste Anordnung ließ dieses Proviantlager nach Adrianopel in Sicherheit bringen. Vielfach kannten die Stäbe weder die Stellungen ihrer zugehörigen Truppentheile, noch wußten sie Bescheid über die Wege zu ihnen. Feldtelegraphen wurden auch nach den wichtigsten vorgeschobenen Stellungen nicht angelegt. Ebenso wenig wurden die zerstörten türkischen Telegraphenlinien bei denr Vorrücken auf Adrianopel wieder hergestellt, um die Verbindung nach rückwärts aufrecht zu erhalten. Die Straßen für die Truppenbewegung beließ man in demselben grundlosen Zustande, wie man sie von den Türken vorgefunden hatte. Kaiser Alexander II. war, als er die Unordnung in seinem Heer erfuhr, tief erschüttert und alterte in wenigen Tagen sichtlich. Die Zahl der Ausländer an deutfchen Universitäten. Unter den im verflossenen Wintersemester an den 21 Universitäten des Deutschen Reiches immatrikulirten 37,881 Studirenden waren 3114 Ausländer. Die meisten waren in Berlin, und zwar 1184. Es folgten Leipzig mit 462 Ausländern, München mit 272, Heidelberg 176, Halle mit 167. Freiburg i. Br. mit 110, GLttingen mit 95. Bonn mit 92, Straßburg mit 91, Jena mit 72, Königsberg mit 71, Marburg mit 54, Würzburg mit 49, Gießen mit 48, Vreslau mit 43, Tübingen mit 36, Erlangen mit 34, Greifswald mit 27. Rostock mit 13, Münster mit 11 und Kiel mit 7. Der Staatsangehörigkeit nach waren 972 Russen, 591 Oesterreich-Ungarn, je 321 Schweizer und Amerikaner, 161 aus Großbritannien. 116 Asiaten. 82 Bulgaren, 71 Rumänen, 66 Franzosen, 65 Griechen, 53 Serben, 49 Niederländer, 44 Italiener, 37 Türken, je ?3 Luxemburger und Schweden, 18 Afrikaner. 14 Belgier, 12 Dänen, 11 Spanier, 4 Portugiesen, je 2 aus Australien und Montenegro und 1 aus dem Fürstenthum Liechtenstein. Es studirten 134 evangelische Theologie, 69 katholische Theologie, 381 Rechtswissenschaft, 699 Medizin. 642 Philosophie, Philologie und Geschichte. 520 Mathematik und Naturwissenschaften, 34 Arzneimittellehre und Zahnheilkunde und 278 Kameralia und Forstwissenschaften, Geodäsie und Kulturtechnik. In den letzten Jahren hat die Zahl der Ausländer über 1000 zugenommen. : Genialer Betrug. Die schon einmal gestempelten Goldfachen, die aus Frankreich ausgeführt werden, erhalten an der Grenze einen zweiten, den Ausfuhrstempel; zugleich werden dem Exporteur die mit der vorschriftsmäßigen ersten Stempelung verbundenen Abgaben zurückvergütet. Der zweite Stempel soll verhindern, daß die Sachen noch einmal nach Frankreich gebracht und dann an der Grenze die Kosten des ersten Stempels wieder zurückerstattet werden. ' Von dieser Stempelung sin nur kleine, zarte Schmuckfachen ausgenommen, die sich ohne Beschädigung kaum stempeln ließen. Ein Goldschmied in Paris machte sich dies zunutze. Er schickte bedeutende Mengen seines Fabrikats an angebliche Kunden in's Ausland, ließ sie dann auf Schleichwegen nach Frankreich zurückkommen und abermals den Ausmarsch über die Grenze antreten, der ihm jedesmal den Betrag der inländisehen Steuer einbrachte. Endlich erweckte es den Argwohn der Behörde, daß immer dieselben Muster in's Ausland gingen,' der fortwährende Kreislauf wurde entdeckt, und es ergab sich, daß der Goldschmied mehr, als 40,000 Francs eingesteckt hatte. Die mächtig st e elektrische Pumpenanlage der Erde ist die am Utah-See. Sie liefert jeden Tag 260.000.000 Quarts Wasser zur Berieselung des großen Salzfeethales.