Indiana Tribüne, Volume 27, Number 199, Indianapolis, Marion County, 13 April 1904 — Page 7
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Roman von Ensemia v. Adlersfeld-Ballestrem. Fcrtsexnng. Herr Richter hatte einen etwas vor sintfluthlichen Frack angelegt, der auf dem Rücken noch dazu zwei hübsche Falten schlug, dafür aber zum Gegensatz des Frackes von Trixens Vater, in der Taille zu lang war. Der knorrige Charakterkopf des alten Herrn sah wunderlich genug aus dieser Schneidersünde mit dem kumptartigen Kragen heraus und sein Besitzer fühlte sich auch ganz offenbar nicht behaglich in dieser Herrlichkeit ein Faktum, das er Trix als theilnahmsvoller Zuhörerin sofort vertraulich mittheilte. Sein einziger Trust dabei war: der junge Rindig, der Schwuchtlllmmel", sähe in seinem Schniepel auch aus wie ein Nilpferd im Ballettkostüm", wasTrix zwar nicht ganz unrichtig fand, aber etwas unglltig als Vergleich für den jungen Menschen, für den sie jeneSympathie hatte, die aus dem Herzen auf dem rechten Flecke" entspringt und das hatten beide wirklich. Zwar hielt Frau Richter, die in ihrem Lilaseidenen vorzüglich aussah, zu Hause ihrem Alten später eine kleine Gardinenpredigt,' weil er mit einer jungen Dame, die noch dazu die Herrin der Abtei und seine Wirthin war, seine Toilettenqualen besprochen, aber das ließ er nicht gelten. Die Beatrix Dornberg ist eben ein ganz anderes weiblichesFrauenzimmer, als ihr's gewöhnt seid," meinte er. Das macht, weil sie eine männliche Erziehung hatte und ihr die Zimperlichkeit fehlt, die euch alle zwingt, in Ohnmacht zu fallen, wenn ihr das Wort Hosen" hört. Wenn ihr euch aber blos die Mühe geben wolltet zu überlegen, daß die Hosen doch ein sehr anständiges Kleidungsstück sind, dann müßt ihr über den zimperlichen Blödsinn lachen blos, ihr wagt es nicht aus Furcht vor dem Herkommen. Die Hosen tragen, ja, das paßt euch Weibsleuten, aber harmlos davon sprechen, wie von einer Bluse oder von einem Schnupftuch beileibe nicht! Na, und ohne Bluse wäret ihr ebenso incomplett wie wir ohne unsere Beinfutterale. Es ist eine kuriose Welt, hnZl" Wenn nun weder Herr Nicyler nocy der junge Rindig im Frack eine be. sondere Figur machten, so retteten dafür Fritz v. Rheinfeld und Herr Syrop die Ehre des Hauses, denn wenn der erstere einfach tadellos adjustirt war, so repräsentirte der zweite die Mode auf ihrer Höhe. In dieser Hinsicht hatte er's erreicht" und diese für die übrige Herrenwelt so niederschmetternde Thatsache, verbunden mit dem Verlangen nach einem guten Diner, hatten ihn veranlaßt, die Einladung in die Abtei trotz des dort erhaltenen Korbes anzunehmen und der dummen Gans dort zu zeigen, was für e:ne yance )it sich leiHtimmg verscherzt und auf ewig durch die Lappen gejagt hatte". Trixens freundliche Begrüßung erweckte im Busen dieses von seinen VorMgen so tief und unerschütterlich überzeugten Jünglings den schwarzen, aber schmeichelhaften Verdacht, daß sie anfinge zu bereuen und sich wieder um seine Gunst bemühe, und das machte ihn nur noch p'ärschiger", wie es die gute Frau Richter, innerlich wüthend auf den dummen Jungen", nannte. Nachdem nun noch der Vater in seiner besten Reverende mit der neuen schwarzseidenen Schärpe hinzugekommen und die partie quarree aus Weißenrode erschienen, war die Gesellschaft komplett. Die imposante, immer noch auffallend fchöne Erscheinung der Gräfin Rablonowska in rubinrother Damastrobe und kostbaren, alten Honitonspitzen gab dem schönen, zartgetönten Raum einen warmen, leuchtenden Ton und die aparte, tannenschlanke, vornehme Erscheinung der Gräfin Phroso in weißem Seidenplüsch mit viereckigem Tailleneinsatz und Aermeln aus perlgesticktem Spitzenstoff, durch den ihre matte weiße Haut perlmutterartig durchschnimmerte, war nach Trixen's Dafürhalten weit mehr wie ein Traum" als ihr eigenes, sehr reizendes Ich. Phroso, du siehst aus, wie die Schneekönigin!" rief sie in ihrer rückhaltlosen Bewunderung der reifenden Weltdame. Und dann zu Hans Truchseß gewendet: Ist sie nicht wunder wunder wunderschön?" Phroso ist immer schön, .ob sie Homespun trägt oder Hermelin," erwiderte er lächelnd, aber sehr ruhig. Und das sagst du so kalt wie wie ein Eisbär," rief Trix Vorwurfsvoll. Soll er etwa vor mir auf die Knie sinken und eine Rhapsodie deklamiren, you little goose?" fragte Phroso achselzuckend und der Herzog v. Lom Lomond meinte lachend: Uebel zu nehmen wär's ihm nicht, was, Truchseß? Aber eigentlich ist's doch gut, daß die Tage, wo man sich so verrückt vor seiner Queen of Heart betragen mußte, vorüber sind. Niederknieen und deklamiren ist deuced hard work, und mir scheint, daß Sie, Fräulein von Dornberg, die letzte wären, der das Spaß machte." Gräßlich war's." gestand Trix la-chend.
. Das Diner an sich war, dank den Arrangements von - Frau v. Graßmann, wie gesagt ein Erfolg: das Menü A 1, die Weine dito. Die Unterhaltung war infolgedessen eine sehr animirte und ohne die verhängnißvollen Pausen, in welchen nach einer Poetischen Auffassung ein Engel durch's Zimmer fliegt, während eine, andere Version will, daß sie einen jener feltenen Momente bedeuten, in denen ein Leutnant seine Schulden bezahlt. Trix, zwischen Seiner Excellenz (dem Grafen Rablonowski nämlich, denn fein vierbeiniger Titelkollege war in Trixen's Zimmern schnöde konsignirt, um eine Belästigung der Gäste zu verhüten) und Herrn Richter, sah sehr drollig ehrwürdig aus, amüsirte sich mit den beiden alten Onkels" aber ganz gut, das heißt sie schwatzte wie ein Mühlrad den blühendsten Slang zusammen. Nur die schöne Phroso zwischen ihrem Verlobten und dem hype'.feinen Syrop, der ihr mit einer Heftigkeit die Cour machte, die sein Depit verrieth und Herrn Richters braune Rechte verrätherisch zum Zucken brachte, war etwas einsilbig aber sie war ja nie lebhaft oder demonstrativ, und darum fiel's nicht auf. Nur Trix, die sie anders gesehen, bemerkte es, und Beobachtung war doch sonst Trixen's Sache nicht! Wie das so geht, wurde an der Ta felrunde über vielerlei gesprochen: Landwirthschaft. Politik, Theater, Literatur (aber nicht zu viel), TagesNeuigkeiten, Klatsch -und jenes süße Nichts, das der Engländer Bosh", der Franzose Potage" und der Deutsche Blech" nennt. Nur über eins sprach man nicht:' über Max Graßmann. Kein Mensch nannte seinen Namen, fn daß Trix schon zu glaube:', begann, man wüßte es gar nicht, daß er sich in Fraucnsee aufhalte, und Frau v. Graßmann schien das auch nicht aufzufallen, denn sie war fo brillant in ihrer Conversation und ihrer gesellschaftlichen Begabung, daß es sicher ihr Verdienst war, daß der immerhin kleine Kreis, der aus so derschiedenen (5i menten zusammengesetzt war. sich trokdem so gut ineinander fand, wie- denn auch die geschickte Tischordnung ihr 3T.it war, an dem Trix nichts auszusetzen fand, trotzdem sie ehrlich erklärte, lieber zwischen den jungen Dächsen" sitzen zu wollen, aber sie sah ein, daß dos nicht ging, daß sie vielmehr hier als Hausfrau zu Präsidiren hatte, und das war immerhin alles mögliche für Trix. Das Todtschweigen dieses einen Namens zeigte Frau v. Graßmann zur Evienz, wie sehr recht ihr Neffe gehabt, llls er Trix seinen diesbezüglichen Rath ertheilt, für dessen Ausführung sie ihrer jungen Brotherrin einen so tiefen Schnitt auf's Kerbholz gesetzt, aber ihn auszulöschen darum, fiel ihr nicht ein. Vielleicht, so ging es durch ihren Kopf, vielleicht hätte er doch etwas durchgesetzt, wenn er hier crschienen wäre man muß nur den Muth baben und den Stier bei den Svotmxn sauen, oann wttv er O)0i zaync. xe glaubte nicht, daß von gesellschaftlich so geschulten und abgeschliffenen Leuten wie Seiner , Excellenz und dem Herzog etwas so Rüdes wie Geschnittenwerden" zu riskiren war, und wenn sie sich über ihren Sohn in etwas nicht täuschte, so war es seine Gewandtheit, mit .der er hier, wenn auch nicht einen Sieg, so doch eine halbe Rehabilitirung erreicht hätte. Die andere Hälfte zu erringen, war dann Kinderspiel. Und diese Chance hatten ihm sein leiblicher Vetter und der eigensinnige Blondkopf dort an der Spitze der Tafel unter den Füßen weggenommen! Frau v. Graßmann mußte die Zähne zusammen beißen bei . diesem Gedansen, und unter ihren schweren Lidern fuhr zu ihrem Neffen ein Blick hinüber, der nichts weniger als freundlich war, und dann auf Trix, und dieser Blick war so haßerfüllt, so erbarmungslos, daß die Bezeichnung mörderisch" für ihn nicht zu hart gewesen wäre. Und dabei lächelte ihr Mund und sprach brillantes, geselliges Nichts o, sie hatte in der Schule des Lebens sehr gut gelernt, vieles hinter diesein angenehmen Lächeln zu verberaen. arij aoer gerne ven Bttcr ausgesangen, und er stoppte für den Augenblick ihren Wortstrom und gab ihr das Gefühl, als gösse ihr jemand kaltes Wasser hinter dem Halskragen den Rücken herunter. Hab' ich wasDummes geschwatzt?" dachte sie perplex, denn Blicke" waren für derartige Sünden im Stift zumeist ihre Strafe von Tante Aebtissin gewesen, und Trix war viel zu harmlos, Haß und Rache in eines Menschen Blick zu lesen. Sie sah nach Hans Truchseß hinüber, ob der am Ende auch glotzte", wie sie's bei sich nannte, aber Hans Truchseß sah sie freundlich an und hob grüßend sein Glas. Sie nickte ihm ganz beruhigt und vergnügt lächelnd zu und dabei fing sie einen anderen Blick auf, . einen Blick, den Phroso ihrem Bis - a - vis zuwarf, und was sie in dem Blick von Frau v. Graßmann nur vage empfunden hatte, das sprang dem harmlosen Wesen hier auf einmal mit solcher unzweideutigen Deutlichkeit in die Augen, daß glühende Röthe ihr blühendes, süßes Gesichtchen überfluthete, und sie das zum Gegengruß erhobene Glas mit so zitternder Hand niedersetzen mußte, daß es klirrend an die anderen anschlug, und Herr Richter sie schmun-
zelnd fragte, ob sie etwa eine Rede schwingen wollte." Kann ich auch ist die einfachste Sache von der Welt," versicherte sie, schnell gefaßt, aber was sie gesehen, wollte ihr nicht' mehr aus dem Sinn, j So hatte Phroso ihren Verlobten noch .' nie angesehen, das war ein Blick, wie er zu der anderen Phroso paßte, deren Bekanntschaft sie erst vorgestern zu ih-; rer größten Konsternation gemacht. Konnte es zwei Menschen in einem ge-. ben? Warum hatte dieser Blick sie so ' tödtlich erschreckt, und warum hegte sie den Wunsch, daß Hans ihn nicht gesehen haben möchte? Nein, Hans Truchseß hatte weder diesen Blick ge-
sehen, noch den seiner Tante, und er hatte auch, weil er das Glas gerade niederstellte, nicht die glühende Röthe bemerkt, die Trixen's Gesicht übergossen, sonst wäre er vielleicht ihren Augen gefolgt. . . Zudem erhoben sich eben Seine Excellenz zu einer mit vielen ahem!" und ähs!" gespickten Rede auf . seine liebenswürdige Gastgeberin, und diese rhetorische That heftete die Augen seiner Angehörigen und derer,' die es werden wollten, verlegen auf ihre Teller, denn welche Verdienste Seine Excellenz auch sonst haben mochten ein Redner war Graf Rablonowski nicht. Trix dankte sehr nett und passend mit einem kurzen Toast auf ihre Gäste aber nichts steckt' so sehr an, als Tischreden, und Herr Syrop, leicht angesäuselt von den guten Weinen, Phroso's heliotropduftender Nähe und dem Besitze seines hypermodernen Frackes, fühlte sich mächtig dazu angefeuert, feine demosthenischen Begabungen leuchten zu lassen, und nur seines Nachbarn Rindig eiserne Faust hielt ihn durch unbarmherziges Ziehen an den tadellosen, seidengefütterten Frackzipfeln vom Erheben zurück, und des Freundes und Studiengenossen liebevolle Stimme raunte ihm in's Ohr, er hätte hier weiter nichts zu halten, als das Maul, und wenn er sich unterstünde, zu mucksen, würde er ihn am Kanthaken nehmen und umgehend an hie frische Luft befördern." Nun kannte aber Herr Syrop seinen Freund Rindig und dessen Riesenkräfte, er wußte auch, daß Freund Rindig selten sprach, da$ er aber immer das that, was er versprach. Er konnte sich also diesen Argumenten nicht verschließen und darum blieb Herrn Syrop's Rede ungeredet und Herrn Richter ein gründlicher Aerger erspart. Dafür wurde der junge Mann nun melancholisch, und als man sich nach dem Dessert mit dem uralten feurigen Tokayer erhob, brach er in ein so herzbrechendes Schluchzen aus, daß Rindig und Rheinthal ihn so schnell und so still wie möglich in ein Nebenzimmer beförderten, wo er den Rest des Abends friedlich verschlief und erst erwachte, als die unsanften Püffe seiner Freunde ihn daran mahnten, daß der Wagen vorgefahren sei und Herr Richter ein Donnerwetter über sein -benebeltes Haupt praEhe es aber so weit war, nahmen Trixen's andere Gäste den Kaffee in zwanglosen Gruppen ein, und da Trix eine allgemeine Freiheit des Rauchens prsllÄmirte, weil sie es für schrecklich öde" erklärte, Herren und Damen nach genossenem Mahl hermetisch voneinander abzuschließen und letztere damit den üblichen Gesprächen über Dienstboten, Fleischpreise und Toilettenfragen' zu überantworten, so stand dieser Formirung auch nichts im Wege. Sie hatte sich zuvor mit den anderen Damen zu Frau v. Graßmann's Verwunderung darüber derständigt, und als letztere dem in einem nicht ganz unverständlichen beiseite" einen etwas scharfen Ausdruck gab, den Trix natürlich hörte, weil er für sie berechnet war, da erklärte sie ebenso und nicht ohne Würde, in ihres Vaters Hause hätte sie seit ihrem fünfzehnten Jahre die Hausfrau vertreten, daher wüßte sie, was man in dieser Lage zu thun hätte, und weder ihr Vater noch sonst jemand hätte je etwas dabei gefunden. Das war nun freilich eine Selbsttäuschung, denn Trix wußte in ihrer Unschuld nicht, daß sonst jemand" in allem etwas findet, und daß der Mensch noch nicht geboren ist, der's allen Leuten recht machen kann. Es gibt zwar solche, die's versuchen und sich die größte Mühe geben, jedoch an dem Resultat dieser Bemühungen hat noch kein Dritter Freude gehabt. Trix hatte aber vermöge ihrer Originalität das Glück bei den Leuten, daß ihr nicht nur vieles durchgelassen wurde, was anderen, konventionellen Naturen, figürlich gesprochen, Kopf und Kragen gekostet hätte, sie hatte auch die merkwürdig überzeugende Art dazu. Gräfin Rablonowska theilte ganz die Abscheu ihrer weiblichen Landsleute vor dem Geruch des Tabaks, und ein Raucher im Salon war ihr der Inbegriff alles dessen, was als shocking" auf dem Index der englischen Gesellschaft steht. Aber hier hatte sie der Sache als etwas ganz Selbstverständlichem zugestimmt. Sie hatte auch freundlich genickt, als gleich nach dem Aufbruch von der Tafel Hans Truchseß mit einigen halblaut gesprochenen Worten an sie herantrat, und dann hatte sie unter dem Vorwände, den tadellos sitzenden Gürtel ihrer Tochter zurechtzurücken, diese in eine Fensternische gezogen und ihr zugeraunt: Ich möchte, daß du Trix auf eine Woche oder auf zwei zu uns einladest.
Es.soll von dir ausgehen, weil ich nicht umhin könnte, Frau von Graßmann miteinzuladen, und das will ich dieses Mal unter allen Umständen vermeiden " , Gib dir keine Mühe. Mama." unterbrach Phroso ihre Mutter in schlechtester Laune, Trix ist absolut .nicht der Geschmack von Angus Lom Lomand das kann doch jedes Baby sehen!" Mir ist es eigentlich noch nicht aufgefallen," erwiderte die Gräfin mit einem raschen Blick auf ihre Tochter. Ich traue auch Angus gar nicht den schlechten Geschmack zu, Trix nicht hübsch zu finden. Aber das ganz bei Seite es handelt sich darum " Wieder ließ Phroso ihre Mutter nicht ausreden. Es ist geradezu eine Schände, wie ihr Angus diese Trix auf dem Präsentirteller anbietet," rief sie blaß vor Zorn und mit sprühenden Augen. Trix kann kommen, wenn 2lngus wieder fort ist. denn so lange er bleibt, ist es direkt indezent, sie einzuladen!" Damit entfloh sie der Fensternische' und ihrer Mutter, welche ihr mit einem ganz eigenen Ausdruck in den schönen und angenehmen Zügen folgte' und alsbald Gelegenheit nahm, ihrem künftigen Schwiegersohn das Resultat ihrer Mission mitzutheilen in etwas milderen Worten. Truchseß öffnete seine Augen erstaunt. Das ist Phroso's Auffassung?" fragte er, darauf bin ich allerdings nicht gekommen, das heißt ich habe es mir nicht überlegt. Vielleicht hat sie nicht unrecht, aber es wäre von zwei. Uebeln das kleinere. Ich meine das Odium des Match-machens". das Sie auf sich nehmen. Weiß Phroso, daß ich es war, der darum gebeten?" Phroso hat mich in ihrer sittlichen Entrüstung gar nicht dazu kommen lassen, das zu sagen," erwiderte die Gräfin trocken. Im Uebrigen bin ich ganz Ihrer Meinung, lieber Hans, so lange Herr von Graßmann in der Gegend ist und seine Mutter sicherlich hier in der Abtei besucht, wäre es besser, wenn Trix bei uns wäre. Ihre Tante ist immerhin seine Mutter, und seinen Kindern gegenüber läßt man leider nur zu leicht in der Straffheit und im völlig Correkten nacy. Ob nicht am Ende Frau Richter sie ist ja eine einfache Frau und gehört nicht zu unseren Kreisen, aber " Verzeihen Sie, wenn ich lache," sagte Hans Truchseß amllsirt, aber damit würden wir den Bock zum Gärtner machen! Richters mit ihren drei Lulatschen", von denen einer Trix schon Herz und Hand angetragen!" O!" , machte die Gräfin entsetzt. abtt dann mußte sie lachen. Welcher weh es denn?" fragte sie neugierig. Diskretion ist Ehrensache," meinte Hans heiter, und damit wurde auch Herrn Syrop's Brautwerbung zum Gliede in der Kette von Umständen, welche sich um Trixen's Schicksal schlang. Ohne die heitere Seite dieser Episode, welche dem Gespräch jene Richtung gab, wäre es wahrscheinlich zu einem EinVerständniß gekommen, das den Dingen eine andere Wendung gegeben hätte, ehe es zu spät war. Denn der alte Spruch von den kleinen Ursachen und den großen Wirkungen ist nicht ohne tiefen Sinn. Die augenblickliche Fortsetzung des Gespräches störte übrigens Trix selbst, indem sie der Gräfin eine Tasse Mokka brachte, mit welchem sich diese neben Frau Richter auf ein Sofa zurückzog. Denn wie die Gräfin auch über die gesellschaftliche Stellung ihrer GutsNachbarin denken mochte, darin war sie viel zu sehr große Dame, als daß sie dieselbe in dem Kreise, in welchem sie ihr begegnete, nichts als zugehörig behandelt hätte. Solche Verstöße begehen nur Leute, die sich gesellschaftlich selbst nicht ganz auf der Höhe fühlen. Hast du schon einen Likör bekommen?" fragte Trix, als sich die Gräfin mit ihrem Kaffee entfernt. Danke, nein," erwiderte Hans, ich habe diese schreckliche Manier, alle möglichen Spiritussen durcheinander in den Magen zu gießen, nie als den Höhepunkt des Genusses betrachtet. Der unvermeidliche Kater hat mich zu dieser Weisheit gebracht, die viele ihr ganzes Leben nicht erringen. Hoffentlich hast du keinen moralischen Kater nach deinem Strauße mit Tante Sophie!" Trix holte tief Athem und lachte dann. . Es war eine harte Sache, Hans i 'stand sie. Frau v. Graßmann liinnte absolut nicht begreifen, weißt du, und einer Mutter zu sagen, daß man ihr Kind gewissermaßen ausstößt aus seiner Gesellschaft Pfui, da kommt man sich wie ein Henker vor!" Arme kleine Trix." murmelte Truchseß, ja, ja, es kommt einem in diesem Leben manches Häßliche nahe und man muß doch Halt davor machen. Aber daß du's so empfunden und doch fest geblieben bist, Trix, das macht deiner Courage alle Ehre. Meine Mutter behauptete immer, daß Tante So Phie eine besondere Gabe besäße, das durchzusetzen, was sie wollte." O," meinte Trix einfach, du hattest mir ja gesagt, was ich thun müßte und was recht ist, da wär's doch riesig schlapp gewesen, sich herumkriegen zu lassen."
Da flog ein Leuchten über Hans Truchseß' Gesicht. Hältst du so viel von meinem Rath?" fragt er leise. Natürlich," erwiderte sie fast erstaunt über diese Frage und als ob es sich um etwas ganz Selbstverständliches handelte. Ich möchte dir noch einen geben, einen unverlangten," sagte er zögernd, und als sie ihn erwartungsvoll ansah, setzte er mit gedämpfter Stimme hinzu: Geh' nicht allein in den Wald, Trix, so lange Max Graßmann in der Oberförstern ist." Nanu!" meinte Trix lachend, hast du Angst, daß er mich fressen wird? Dazu gehört doch noch einer, der sich's gefallen läßt." So schlimm hab' ich's auch sticht gemeint, und du hast mich auch nicht ausreden lassen," sagte er ernst. Was ich sagen wollte, war, daß eine Begegnung mit Max unter den obwaltenden Umständen doch recht peinlich für dich wäre " So, und da soll ich des hohen Herrn wegen hübsch artig in der Stube bleiben, nur damit die Begegnung mit mir in meinem eigenen Walde ihm nicht in die Nase steigt!" unterbrach Trix abermals, aber diesmal höchst entrüstet über des unvorsichtigen Warners Rede. Wenn es ihm nun beliebt, bis zum Winter beim Oberförster in der Sommerfrische zu bleiben, da kann ich hier immerzu eingesperrt sitzen. Na, das könnte mir gerade Passen. Sonst noch was?" (Fortsetzung folgt.) Aus ven Mittheilungen über die gegenwärtigen Zustände in der abgebrannten Stadt Aalesund geht hervor, daß der größte Theil ker Einwohnerschaft Aalesund verlassen hat und Vie Zahl der Bewohner nur etwa 45000 'beträgt. Trotzdem herrscht fortwährend größte Wohnungsnoth. In !den stehen gebliebenen Häusern wohnen die Menschen dicht zusammengepackt, oft acht bis neun Personen in einem kleinen Raum. Manche Familien hausen auf dem Boden in unheizbaren Räumen. Merkwürdigerweise herrschen doch gute Gesundheitsverhältmsse. Mit dem Aufbau Aalesunds soll begonnen werden, wenn der Stadtplan fertig ist, was anscheinend noch etliche Zeit 'dauern wird. Aber wenn die Stadt von Neuem aus derAfche emporsteigt, wird, wie es heißt, eine der feinsten Straßen nach dem Kaiser Wilhelm benannt werden. Das Problem der Unterseeboote interessirt in neuerer Zeit auch deutsche Ingenieure und Gelehrte, nachdem lange Zeit nur in Frankreich und Amerika der Angelegenheit Beacht tung geschenkt worden war. Daß die .Mermania" - Werft bei Kiel ein Wersuchsboot erbaut und bereits erprobt hat, wurde schon vor Monaten bekannt. Neuerdings hat der Gelehrte Dr. Anschütz - Kämpf aus München dem Seeosficiercorps der deutschen Marine in den Räumen der Marineakademie in Kiel ein Gyroskop vorgeführt, ein Instrument, das die Orientirung unter Wasser ermöglicht. Gerade die Orientirung unter Wasser ist bei dem Gebrauche von Unterseebooten außerordentlich schwer. Man sagt daher auch jetzt noch vielfach, die Unterseeboote seien blind". In welcher Weise das Gyroskop arbeitet, entzieht sich natürlich der Oeffenilichkeit. Es wird jedoch nach dem Sachverständigenurtheile der deutschen Marineoffieiere, die den Werth der Unterseeboote gewiß nicht hoch veranschlagen, als durchaus sicher funktionirend und zweckentsprechend bezeichnet, so daß die vielerörterte Unterseebootfrage um einen weiteren Schritt gefördert worden ist. Ueber eine Kirchenschändung wird ans Liegnitz berichtet: Kürzlich, an einem Sonntag, gewahrte früh Morgens eine Graue Schwester" in der katholischen St. Johannis - Kirche einen Mann, der zwischen den Bänken fest schlief. Inzwischen füllte sich die Kirche mit Andächtigen, die mit Entsetzen wahrnahmen, daß an dem Hauptaltar und an sämmtlichen Seitenaltären die Altardecken nebst den daran befindlichen weißen Spitzen zerrissen und in Unordnung gebracht waren. Ebenfo war die Decke der Communionbank vor dem Altar in ganz kleine Stücke zerrissen und diese umhergestreut worden. Ferner waren die Kerzen auf den Altären zerbrochen worden. Inzwischen hatte man den Mann aus demSchlafe aufgeweckt und die Polizei geholt. Der Fremde, ein häßlicher, struppiger Kerl, gab zu, der Verüber dieser Schandthaten gewesen zu sein. Er habe sich, so gab er an, am SonnobendAbend absichtlich in der Kirche einschließen lassen und habe 'barm in der Nacht versucht, das auf dem Altar stehende Tabernakel zu erbrechen, um daraus die geweihten werthvollen Gefäße zu stehlen. Da ihm das mangels jeglicher Geräthe nicht gelungen ist, habe er aus Wuth die Sachbeschädigungen verübt und sei dann eingeschlafen; er setzte hinzu, auf ein paar Jahre Zuchthaus käme es ihm nicht an, denn er hätte erst vor einiger Zeit dasZuchthaus verlassen und er wolle wieder dorthin. Thäter ist der Knecht Klose, 34 Jahre alt, katholisch; er hat 'bereits 12 Jahre im Zuchthause gesessen. ,
Feuer - Signale.
1 Pennsylv ttttb Market z English'S Opern-Hau Eastund NZ1ork 7 Noble und Michigan t N. Jersey. Mass Av Pine und North .0 Market und Pil '1 Vermont nahe East 91$. S Spritzenhau Mass. Ave nahe Nobk i Delaware und Walnut ;4 .Jersey Central A. .6 Mass und Eorncll Av Ash m.fc 11. Straße 7 Park Ave und 12 Str .3 Columbia ndHillsid i9 Highland Ave u. Pratt il Illinois und St. Joe 23 Pennsylv. und Pratt 4 Meridian und 11. Str 25 No. 5 Spritzenhaus 15. nahe Illinois !6 Senate Ave u. StClatr Illinois und Michigan l Petsylvania und 14. 19 Senate Ave. und is. n No. 1 Spritzenhaus Jno AvenaheMichigan Meridian und Walnut 14 California u Vermont Blake und New Isrk !S Ind. Av. u. Et, la City Hospital "8 Blake und Norch 19 Michigan und LgneS u No. S Spritzenhaus Washington nah West Gsndorf u Wc:sh. tS Miffouri SZew ZZork 6 Meridian u SBafj 46 JllinoiS und Ohio t? Capitol Av. u Wash 4? Kmgan'S PorfhauS 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Str ii No. 10 Spritzenhaus JllinoiS u Merrill 3 JllinoiS ii Lmiisiana SS Weg und South s West und McEarty S Senate Ave. u Henry ? Meridian und Ray 58 51. 4 Spritzenhaus MadifonAv.nMorri öS Madison Av. u Dunlop 1 No2 Haken Leiterhau South nahe Delawar e Penn, u Merrill 3 Delavare n McCart M afl und Wrarty 5 New Jersey u. Merri 7 Lirg. Av. u radshaw 3 Eaft und Prospect 9 Bicking und High n SW. il Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huron 7 East und Georgia 73 Ceda, und Elm 74 Davidson u eorgia 7 english Av.u Pine 7 Shelöy und BateS 8 No. 8 Spritzenhau Prospekt nahe Sbelby 79 Fletcher Av. u Shelby 31 Market u. New Jersey 82 Delaware und Wash. 38 Eaft u Washington S4 New York. Davidfor 85 Taubstummen Anstalt 86 Wer. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wash. 89 Frauen-Reformat. l No. 13 Spritzenhaus Marhland nahe Mer. 2 Meridian u. Veoraia. 93 Meridian und South 4 Pennsylv u. Louiftana 35 Virgmi Ave u. Alab. ZS Hauptquartier. S7 Grand Hotel. 93 Capital Av und Ohik 23 No. 16 Spritzenhau 16. und Ash. 24 Alabama und 1. 25 Central Ave und 16. 26 DandeS und 15. 27 Brookside und Jupti 23 Central Ave und 17 2 Delaware und 19. 31 Alabama und II. 32 Bellefontaine und ö. 34 College Ave und 28. 35 Delaware und 13. 36 mabama und North 37 Newmann und 19. 35 College Ave und 14. 3s Cornell Ave und 13. 41 DandeS und 19. 42 Highland Ave und 16. 13 Tecumseh und 10. 45 New Jersey und 22. 46 Alvord und 17. 7 No. 2 Spritzenhaus Hikside Ave und is. .3 College Ave und 22, i9 College Av und 7, 52 Park Ave und 2. 5? L E u. W Bahn u. 22. 64 Ramsey Av und 10. 36 Stoughton u Newme 57 Atlas und Pike. 58 Blovd und Pawpaw. 59 No. 1 Spritzenhaus Brightwood Arden und Depot 63 Brightwood und 25. 64 Rural und Bloyd 65 St. Clair u. ehstone .67 Arsenal Ave unk 3. 63 Bellefontaine und 28. 9 Park V und 14 18 Capital Ave und Vt , 213 Pennsylv.. u. Stich 214 Jllinoi und 20. 215 Senate Ave und tt. 216 Pennsylvania und 29. 17 Meridian nd 16. 213 Capital Ave und 26, 219 Broadway und 10. 231 Illinois und VtcLea 234 No. 14 Spritzenhaus Lenwood und 30. 235 JllinoiS und 33. 236 Annetta und 80 237 No. 9. Spritzend Ndell und Rad 2Z3 Ndell Ladder Sor 2S9 Jsabel und 7. 41 Meridian und 24. 242 JllinoiS St. CIO? 243 Eldridg und 23. 812 West uud Walnut 818 West und 12. 314 Howard und 16. 315 Torbet und Paca 316 Capital Ave und Xb, 317 Nthwester Ave u 318 Gent und 18. 819 Canal und 10. 824. Cerealine Works 324 Vermont und Lyn 325 BiSmakSrandvte 32 No. 2 Spritzenhaus Haughville. 827 Michigan u. HolmeS, 828 Michigan u. Concord 341 West und McJnty 412 Miffouri u. Marhland 18 Miffouri und Ohw 415 Capital Ave-eorgi 416 Miffouri u entucky Zl. 417 Senate Ave . Wash. 421 P und E f)mima SB. Washington. 423 Irren-Hospital. 424 Wiley Ave u.J TeS 42 Wash and Harr 42 No. IS Spritzen? W. Washington 427 Oliver und Ltrch 42 Oliv und OSgöod 429 Nordhk und Jork 431 Hadley Ave . Morr 432 Riv Ave u. MorriS 4S4 River Ave und Ratz 43S Harding u. ig 4 St ? 43Harding und Oliv 437 Ro. 19 SpritzenhUZ Morris und Hardina. 438 Haioarb w&WSSe& 43 StodyacM 461 ei und SUWk 5 H,tvard und 8 83 Monrt und m 56 Lambert id S30rai 467 Nordhk Ave . im tnon Works 613 West und Ratz BIS Senwcky Av u. StartB C14 Meridian und Morrjt Jlkinoi nd ansät 017 MorriS und Dskota 18 Morris und Church 19 Capital A. u MeCar, 21 Meridian und Pak 23 Pine und Lord 24 Madisor. Ave u Ltneot 326 Meridian und Bett 627 CarloS und Ratz 28 Meridian und Sriz 29 Meridian u. Raymond 631 Meridian u. MeSat 63 Ro. 17 Epritzeichs MorriS nahe West i MeKeraanund Dmuch. 13 Saft u. Lincoln & 14 East und Bch .i Wright und Sandelt , 17 McEarty und Besitz 18 Rew Jersey uBieJO m pnicc und Prospekt 713 nglish Ave. u. Lauret 714 State Ave u.BeltI 716 Shelby uud eech 71 State Ave und OrengT 718 Orange und Lautes 71 Shelby u. &4agtJf 721 Lexington A. u auch 723 Fletcher Ave. Stzrua 724 State Ave u. PlariVaä 76 Prospekt und leasmtt 72 Orange und Harla 72 Liberty nd 9ax 729 Rodle und South 61 No. 16 Spritzenhan Ost Washington 813 Market und Noble 814 Ohio .Highland 816 Michigan u. Highla 81 Market Arsenal ZU 817 Oft Clair Union Bahn Geleise. j 621 Pan Handle Shop 823 Vermont und Wako 824 Wash. und State &t 25 Madden' ounge fr& 8t Zucker nd Dorf, 827 Wash. und eviUe 823 31. 1 Spritzenhaus Beville nah Mchig 831 Southeafter VDcmtk Woodside. 83 Wash. und DearbU 834 Southeafter nd Arsenal AveS. 836 New fett und Ttatffit 12 Illinois td Maryl. ,13 JllinoiS und Stockt, 14 Penn, nd BA i6Delaw, 5 V? Spezial Signale. Lrsten Schlllge, zweiter Alarm, Zweiten 2 Schläge, dritter Alarm. Dritten Schläge, vierter Alarm. i-i, Feuer aus und Schlauch ausga. i Schläge, Wasserdruck ab. il Schläge, 13 Uhr Mittag. 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