Indiana Tribüne, Volume 27, Number 199, Indianapolis, Marion County, 13 April 1904 — Page 3

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Jndiana Tribüne, 13. Tlpril 19 04 3

Clcdcland's Brief.

Ueber Negcr-Einladungen im Haufe verlesen.

Der Bericht des McCall-Comites über das Postamt. D!e republikanische Staats-Convcntion von New York. Vom Bcchtel-Prozeß.

Congrek. Senat. Washington, 12. April. Im Senat kam es heute bei Berathung des Postsmts-Budgets zu einem sensationellen Zwischenfall. Senator Teller spielte auf einen Brief des General Thomas über Ernennungen in Chicago an, worin Sekretär Shaw getadelt worden. Senator Hopkins betrat den Saal und wurde in einen Diskurs mit Teller kermickelt, erklärend, er risse genug, um die Angaben des Color. Senators als unwahr bezeichnen zu können. Teller erwiderte, seine Information sei so gut, wie irgend eine von den Slum's" und lehnte nach weiteren Auseinandersetzungen fernere Unterredungen ab, bis der Senator von Illinois sich die im Senat üblichen Gesellschafts-Formen angeeignet habe. Teller beantragte ein Amendement für eine Untersuchungs - Commission, ausschließlich aus Senatoren bestehend. Ein Senator, der behaupte, er wisse nicht, worin die Beschuldigungen be ständen, könne weder den BristowBericht noch die Zeitungen gelesen haden. In einer Zeitung stand mehr als 100 Senatoren und Abgeordnete seien in der Bristow Falle gefangen." Redner betonte abermals, daß die Republikaner aus Campagne-Rücksich-ten eine Untersuchung vermeiden möchten. was Senator Aldrich durch einen Zwischenruf in Abrede stellte. Das Amendement Gorman. Einsetzung einer Untersuchungs - Commisfion betreffend, wurde auf Lodge's Antrag mit 40 gegen 19 Stimmen abgelehnt und das Budget für das Postamt angenommen. Der Senat machte sich sodann an die Berathung des Conferenz - Berichts über die Jndianer-Bewilligungs-Bor-läge. Haus. In der heutigen Sitzung erklärte Abg. Morgan, Ohio, seine Abstimmung über den Cockran Antrag am Samstag, der des Abg. Williams zum Gegenstand seiner Kritik gemacht hatte. Er habe irrtümlicherweise dafär gestimmt, den Antrag auf den Tisch des Hauses zu legen und wünsche dementsprechende Berichtigung im Protokoll. Abg. Robinson, Ind., tadelte in scharfer Weise die Haus-Conferenzen bei , der Jndianer-Vorlage, weil ihr erster Bericht ohne Ermächtigung des Hauses bereits gedruckt worden sei. Sie hätten das Vertrauen des Hauses mißbraucht. Die Vorlage betreffs eines Delegaten für Alaska kam sodann zur Berathung. Abg.. Scott (Kans.) sprach über die Beziehungen zwischen dem Neger-Poli-tiker Taylor und Cleveland; Taylor mache kein Geheimniß über dte intimen Beziehungen, die zwischen ihm und Cleveland existirten. Abg. Bartholdt, Mo., sagte, Thos. Jefferson habe einen Neger mit einer Diner-Einladung an seinem Familien Tisch bewirthet. Es sei nur deßhalb nicht allgemein bekannt, weil sich Niemand etwus Unrechtes dabei gedacht habe. Abgeordneter Williams erklärte darauf, daß Jedermann wußte, daß wenn ein Nigger in Monticello zu Gaste war, er in der Küche und nicht an Jefferson's Familientische gespeist wurde. Der Süden beabsichtige den Neger in vernünftiger, milder und richtiger Weise heranzubilden. Abg. Bartlett von Virginien verlas den folgenden Brief von Grover Cleveland, datirt vom 14. März 1904: Jch habe von verschiedener Seite ähnliche Anfragen wie die Ihre meine angebliche Einladung von Fred. Douglas zu einer Hochzeit und wegen einer Vorlage für gemischte Schulen während ich Gouverneur von New ?)ot! war. erhalten. Ich vermuthe, daß Thomas E. Watson selbst die von ihm gemachten Angaben nicht glaubt. Jedenfalls sind dieselben durchaus falsch. Ich habe nicht die Zeit mich mit den dummen Geschichten abzugeben, will jedoch ein

für allemal erklären, daß es mir weder wachend oder träumend, todt oder lebendig, auf dem Kopfe oder den

Füßen stehend, jemals einfiel, irgend einen Schwaezen, Mann, Frau oder Kind, einzuladen oder zu bewirthen. Wenn ich dies .jedoch zu thun beabsich tigt hätte, würde ich Herrn Watson nicht um Erlaubniß gefragt haben. Was die Schulen anbetrifft, so habe ich als Gouverneur von New York die Einführung gemischter Schulen stets verhütet. RepublikanischeStaatsConvention. New York, 12. April. Die republikanische Staats-Convention trat heute in Carnegie Halle zusammen. Senator Depew, der zeitweilige Borsitzende, erzielte lebhaften Beifall, be sonders als' er die Gewißheit von Hrn. Roosevelt's Nomination und Wahl verkündete. Warner Miller brachte den sog.'Quay Antrag ein, der eine Con greß-Untersuchung über die Wahl-Ent-rechtung der südlichen Neger verlangt: Den gleichen Antrag hatte der Penns. Senator vor 4 Jahren auf der republ. National-Convention in Philadelphia gestellt. Der Antrag wurde ohne Debatte an das Beschluß Comite derwiesen. Die Platform belobt Theodore Roosevelt für die Furchtlosigkeit und Verständigkeit, mit welcher er sich an die Lösung von Problemen der SocialOekonomie und Regierung machte und erkennt die seltene Fähigkeit an, die er allen wichtigen Fragen gegenüber entfaltete. Die Delegaten werden angewiesen, mie allen ehrenhaften Mitteln für die Nomination Roosevelt's zu wirken. Der permanente Vorsitzende Sereno Payne sprach vornehmlich über GoldWährung. Dingley Tariff und Anti-Trust-Gefetzgebunz als Erfolg der rep. Verwaltung. Nachspiel im B e ch't e I Prozeß. Allen town, Pa., 12. April. Der letzte Akt der Tragödie im Zusammenhang mit Mabel Bechtel's Ermor dung im letzten Oktober spielte sich hier ab, als der Gerichtshof auf Antrag des Distriktsanlvalts Lichtenwalner das Verfahren gegen Frau Bechtel, sowie deren Kinder Martha, John und Carl Bechtel einstellte. Alle waren als Mitschuldige nach der That angeklagt geWesen und gegen die Mutter des todten Mädchens war später noch eine Mordanklage erhoben worden. Tod einerJndiane r-M i ss i o n a r i n. Appleton, Wisc., 12. April. Frl. Caroline Jones. Jndianer-Missio-narin in den 50er Jahren, die verschiedentlich nur mit Mühe dem Tode durch die Indianer entging, ist 81 Jahre alt gestorben. Sie kam aus Oberlin, O., 1849 hierher. 41 Jahre lang lebte sie auf einer entlegenen Farm an den unwirthlichen Ufern des Sees Butte des Mortes. Freund Lincoln's gestarben. Cincinn ati, O , 12. April. In Marysville. ., ist Ch. A. Bercher von hier gestorben. Der Dahingeschiedene war ein intimer Freund und Berather von Abraham Lincoln und gehörte der National-Convention. die Lincoln 1860 aufstellte, als Delegat an. Er hinterläßt ein großes Vermögen, das an Neffen und Nichten fällt. Vorwahlen in Massa ch u s e t t S. Worchefter, Maff., 12. April. 39 Orte im County und 3 WardS in Worcester wählten 24 Delegaten für Hearft und 45 für Olney. Der edle Hopfen. St. Louis, Mo., 12. April. Das Appellationsgericht entschied heute, daß, wenn Hopfen-Thee stark genug ist, um Personen, die. ihn genießen, zu berauschen, so soll der Thee als Bier erachtet werden und die Person, die den HopfeN'Thee ohne Schank-Licens verkauft, bestraft werden. Thomas W. Daisy aus Cape Girardean wurde dem gemäß verurtheilt, weil er so starken Thee" verkauft hatte. I

Kriegs-Nachklänge

Kosten immer Geld. N e w Y o r k. 12. April. Richter Adams entschied, daß die Vereinigten Staaten den Eigenthümern des britischen Dampfers Foscalia", der beim Ausbruch des svan.-amer. Krieges von dem Kreuzer Columbia" im enthufia stischen Thatendrange nahe Baltimore in den Grund gebohrt wurde, $203, 219 Schadenersatz zu zahlen haben. C o l o n " gescheitert. San Francisco. 12. April. Der Dampfer Colon" auf dem Reme-dios-Riffe, an derselben Stelle, wo schon so viele Schiffe verunglückten. Er hatte nur wenige Passagiere an Bord, und diese sind, da die Acahutla-Werft nahebei liegt, jedenfalls in Sicherheit gebracht worden. Cabinets-Sitzung. Washington, 12. April. Das Cabinet beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung wieder hauptsächlich mit der Chinesen-Ausschließungs-Gesetz-gebung, ohne daß bestimmte Resultate erzielt worden wären. Sekretär Shaw besprach die Pläne für die Jsthmus-Canal Zahlungen. Sie werden voraussichtlich Ende des Monats gemacht. Der Bericht des McCall-Postamts-Eomites. W ashington. 12. April. Der Bericht des McCall-Untersuchungs-Comites. Anklagen betreffs Mitglieder deS Hauses", wurde heute dem Hause vom Vorsitzenden eingereicht. Er ist von allen sieben Mitgliedern unterzeichnet; die Minderheit macht indessen ergönzende Vorschläge. Die wichtigste Phase in dem Berichte ist die, welche sagt, die Commission sei zu der einstimmigen Ueberzeugung gekommen, daß sich aus den Post.Beschuldigungen nichts ergebe, wonach die gegenwärtigen Hausmitglieder im Ge ringsten finanziellen Nutzen gezogen oder sich sonst einer unpassenden Hand lungsmeise schuldig gemacht hätten. Es sei eine Ehre für die Versamm lung, daß eine derartig gesammelte Correspondenz so wenig Ungünstiges enthalte. In einigen Fällen liege allerdings unkluges Handeln von Seiten Abgeordneter vor; aber die Jntegrität des Abgeordnetenhauses bleibe unberührt Fowler's Bericht. Washington, 12. April. Der Vorfitzende Fowler vom BankAusschusse des Hauses empfahl in einem Berichte die Annahme der Vorläge zur Verbesserung der WährungsVerhältnisse". Der erste Theil der Vorlage hebt das Gesetz auf, welches die Deponirung von Zolleinnahmen bei Nationalbanken ver bietet. Durch das gegenwärtige Gesetz wird, nach dem Berichte, unnöthiger Weise das Geld des Landes festgelegt. Wenn Staaten und Städte die Erträgnisse ihrer Steuern einschließen und desgleichen die Bundesregierung ihre Einnahmen, so müßte die Wirkung verhängnißvoll sein, und doch lassen sich sür den einen Fall eben solche Gründe anführen wie für den anderen. Der zweite Theil hebt die monatliche drei Millionen Grenze beim BankNoten Einzug auf. Hierdurch wird, wie der Bericht sagt. die Banknoten-Circulation jede für eine durch Bonds gedeckte mögliche Elasticität erhalten. Die Umprägung von Silber-Dollars in kleinere Sildermünzen ist im dritten Theile vorgesehen. Die Beschränkung von 8100,000.000 als Gesammtbetrag, der bei solchen Münzen vorhanden sein darf, wird durch diesen Theil aufgehoben. N e u e R e i b-u n g z w i s ch e n England und Nicaragua. Washington, 12. April. Zwischen Großbritannien und Nicaragua droht der alte Statt über die Mosquito-Küfte wieder neu auszubrechen. Während die Canal.Fraae schwebte, enthielt sich die britische Regierung der Aufwärmung der alten Geschichte, die seit den 60 Jahren schwebt. Bekanntlich hatte Nicaragua den Mosqnito-Jndianern, die früher unter britischem Protectorat standen. Autonomie und ruhigen Besitz den Mosquitos zugestanden. Abgefahren: NewYork: Prinzessin Victoria Louise" nach Junchal. Genua und Neapel; König Albert" nach Neapel und Genua; Sicilia" nach Neapel und Genua.

Dnkel Ssms Export. Bedeutende Fortschritte der GolfhSfen im uhenhandel der Ber. Staaten. - Im Exporthandel der Ver. Staaten haben in den lekten rabren die Ner-

sandtplätze am Golf, an der mexikanilajen grenze, an der- nördlichen Grenze und die Häfen an den großen Binnenseen größere Fortschritte aufzuweisen ais o:e auanttjchen Hafen. Wenn man die atlantischen &ähn als eine Kruvve zusammenfaßt, zeigt es sich, daß der Export oerielven von $643,000,000 im Jahre 1903 auf $920.000.000. also um weniger als 50 Prozent gestiegen tu, wayreno der Export der Golfhäfen in derselben Äeit von $131.000.000 auf $331,000,000 oder um mehr als 150 Prozent stieg. Be: den VersandtPlätzen an der mexikanischen Grenze betrugen die betreffenden Zahlen $10,wu.wu und $24,000,000 (Zunahme mehr als 150 Prozent), an den Vacifichäfen Z39.000.000 und $73,000,000 (Zunahme fast 100 Vrozent) und bei den Versandtplätzen an der nördlichen grenze und den Hasen der großen Bm nenseen $53,000,000 und $134,000 000 (Zunahme mebr als 150 Vrozentl Die wirkliche Zunahme der Exporte in oen Vvls-Hasen kommt derjenigen m den atlantischen Sä'fen tbatsäckilick, fast gleich, indem die absolute Exportzunayme in den atlantischen afen vom Jahre 1893 bis 1903 $277,000.000 beträgt und die der Golf-Häfen rund $00,000,000. Wenn man die einzelnen Späten be trachtet, zeigt es sich, daß New York, vctro Orleans und Galveston die größ ten Export-unabmen aufzuweisen, ba ben. In New York ist der Export von $cöv,000,000 im Jahre 1893 auf $516,000.000 im Tiahtt 1903 aestieaen. in New Orleans von $85,090,000 auf $150,000.000 und in Galveston von $36,000,000 auf $144,000.000. Bei alttmore betrugen die Wahlen $75. 000.000 und $84.000.000: Boston $83,000,000 und $86.000,000; Philaveipma $43.000,000 und $73,000,000: Newvort News.510.000.000 und $20,000.000; Savannah $23.000.000 und $58.000.000; San Francisco $29.000.000 und $32.000.000; Puget Sound $5.000.000 und 827.000.000. Die letztgenannten Ziffern gelten für Die Kalenderjahre 1893 und 1903 und sind natürlich in runden Summen ausgeorual. . Des Stierkämpfers Ende. Im letzten Akte eines Stiergefechtes. zu dem sich neulich in Juarez. Mexiko, ungefähr 3000 Zuschauer eingefunden hatten, trat der berühmte spanische stiersechter Antonio Fernandez. oenannt ..Cuco," auf. Man stellte ihm einen besonders starken und wilden Stier gegenüber. Cuco" reizte den wüthend auf ihn zustürmenden Stier durch Vorhalten der rothen Flagge immer wieder zu Angrissen, um dann gewandt auszuweichen. Schon batte das Thier zwei Pferde entleibt, als der Augenblick kam, ihm den Todesstoß zu versetzen. Mit gezücktem Degen ging der Matador dem Stier entgegen und stieß ihm die blitzende Klinge zwischen die Schultern bis an's Heft hinein. Zu Tode getroffen sank das Thier in die Kniee und lauter Jubel begrüßte den siegreichen Matador, der sich dankend gegen die Logen verbeugte, in welchen die Kampfrichter und die zuschauenden Damen saßen. Er bemerkte nicht, daß der Stier mit dem letzten Aufwand seiner Kräfte sich erhoben hatte und mit gesenkten Hörnern auf seinen Peiniger zustürmte. Die warnenden Zurufe wurden von dem Applaus der Menge übertönt, und im nächsten Augenblicke wurde der Kämpfer von den Hörnern des Thieres gefaßt und in die Luft geschleudert. Mit dumpfem Fall stürzte der Unglückliche nieder und wurde von dem Stier zu Tode getrampelt. Dos Thier verendete auf der zu einer blutigen, formlosen Masse zertretenen Leiche seines Peinigers. Olle Kameffen." Der bayerische Kammerpräsident Dr. v. Orterer hat sich entschlossen, den Ausdruck Olle Kamellen" nicht mehr als unparlamentarisch zu rügen. Er motivirte dies wie folgt: Der Abgeordnete Dr. Schädler hat von, .ollen Kamellen' gesprochen. Dr. v. Haller hat den . Zwischenruf gemacht, dieser Ausdruck sei bei ihm einmal von mir beanstandet worden. Das ist nick richtig, sondern es war vielmehr und es ist dies ein Beweis für meine -Ob-jektivität der Abgeordnete Dr. Schädler, bei dem ich diesen Ausdruck einmal im Jahre 1902 gerügt habe. Ich trage aber kein Bedenken, auf Grund der Nachschau in den Gepflogenheiten anderer Parlamente und auf Grund eigenen Nachdenkens zu erklären, daß dieser Ausdruck nunmehr aus dem Verzeichniß der verbotenen Ausdrücke gestrichen sein soll." Gewaltige Landkarte. Im Bureau des Handelsministers Cortelyou in Washington, D. C.. ist eine 16 Fuß breite und 7j Fuß hohe Handelskarte der Welt angebracht worden. Die Karte ist so angelegt, daß Amerika in der Mitte erscheint. Die Kabelrouten nach den Philippinen und Hongkong sind deshalb mit einem Blick zu übersehen, ebenso d Strecke New Nork-Suez-Manila. - Alle Orte von Bedeutung sind in einer Weise markirt, daß man sich schnell orientiren kann.

ChcalcrbrsnÄe.

Ursache und HSuNgkeit der Katastrophe uns a,uym,ttcl gegen sie. Der amerikanische Botschafter Sto rer in Wien hat einen umfangreichen Bericht, der von dem Verbände der Bautechniker von Oesterreich über die Ursachen der Jroquois-Theater-Kata-strophe abgefaßt ist, an die Chicagoer Behörden gesandt. In dem Bericht sprechen' die österreichischen Fachleute die Ansicht aus, daß die Hauptursache der Katastrophe, sowohl bei dem Thea-ier-ranoe in .yiago, als auch dem Ring-Theaterbrande in Wien die plötzliche Ausdebnuna der Luft durcki die Gluthhitze war. Der erhöhte Luftdruck yaoe die Jlammen über den Zuschauerräum getrieben. Theaterbrände, die große Verluste. von Menschenleben verUrsachen, gehen gewöhnlich von dem Bühnenraum aus. und solche Brände werden immer häufiger werden, weil von ayr zu Jahr die Anforderungen, vie man an zenische und Beleuchtunas Effekte stellt, aröner werden. Wenn auf der Bühne keine genügenden Oeffnungen voryanoen sind, um der Lustausdehnung und den Verbrennungsgasen einen Abzug zu geben, ist die Expansionskraft stark genug, um den heruntergelassenen Vorhang in den Zuschauerraum zu schleudern. Wahrscheinlich ist zur Äeit kein eiserner Vorhang im Stande, dem einseitigen Druck von 1.50 ms 1.60 Atmosphären Zu widerstehen. Der Vorhang bauscht sich aus, und die erhitzte Luft, sowie die Zllervrennungsgase erreichen durch die dadurch entstehenden Oeffnunaen an den Rändern den Zuschauerraum. Venniationsschachte sollten derart konstruirt sein, daß sie sofort bei dem Entstehen des Brandes in Wirksamkeit treten. Das könne nur dadurch geschehen, daß man die Bedeckuna der Sckackte aus leicht brennbarem Material, wie geoirer einwand oder Zelluloid herstellt. Um das Verbrennen dieser Schacht-Bedeckung zu beschleunigen, sollte sie in der Mitte ein Loch von 1 gou A)urcymeiser haben. Gewissenhafte Berichterstattung. Angesichts der oft recht abenteuerlichen Nachrichten vom iavanisck-russi-schen Kriegsschauplatze dürfte es nicht unangeoracht s ern,an die ..aewiss entlaste" Schilderung zu erinnern, die im Jahre 1870 ein französischer Journalist vom deutschen Landsturme entworfen hat. Wer Berichterstatter schrieb: Leicht gebeugt und gesenkten Hauptes ziehen sie ihren Weg. - Aber glaubet nicht, daß dies aus Figheit oder Unterwürfigkeit geschieht: es geschieht, weil sie vom Alter gekrümmt sind. Der Nachtrab besteht insbesondere aus Gichtlahmen: auch eine 'Jtachhui! Wie Verschleimten, die Katarrh- und Brustkranken marschiren an der Spitze und ersetzen vortheilhaft die Militärmusik. So geht's voran! Von Zeit zu Zeit wird Halt gemacht zur Sandbabuna der diesen Ehrwürdigen unentbehrlichen Tabaksdose. Aus Kommando ossnet man die Woien mit dem Deckelriemen, mmmt die Prise, zerreibt sie, zieht sie in die Nase, schließt die Dose und niest. Dann nimmt das Bataillon wieder seinen Marsch auf. wobei der Landsturm seine Flinte, statt auf dem Rücken, als Stütze in der Hand tragt. Bald wird von Neuem gehalten. Auf Kommando neymen die Leute ihre Brillen von der Nase und ihre Schnupftücher aus der Tasche. Mit diesem Tuche, das sie auch bäufia zum Abwischen ihrer feuchten Nase benutzen, reiben sie hierauf ihre Augengläser ab. Dann stecken sie insgesammt ihr Taschentuch wieder in die Tasche und ibre Brille wieder auf die Nase." Bei solchen Leistungen auf dem Gebiete der Kriegsberichterstattung in Europa nimmt es nicht wunder, wenn auch bei den Nachrichten aus Ostasien die Phantaste ihre Vtoüt spielt. Seltsame Rcspektsbezeigung. Ein hübsches Abenteuer passirte einem auf einem unterelsäfsischen Dorf zurückgezogen lebenden höheren Beamten. Der arte Herr, der sich großen Ansehens und allgemeiner Beliebtheit bei der Bevölkerung erfreut, benutzte kürzlich einen sonnigen Morgen zu einer Frühpromenade und hatte sich schon zu weit von der letzten Behausung entfernt, als er Lust bekam, sich eine Cigarre anzuzünden, und bemerkte. daß er kem Feuer bei sich hatte. Es braucht keinem Raucher geschildert zu werden, welch peinlicher Zustand das ist. Weit und breit kein Mensch. Endlich erscheint in der Ferne der Lind"langersmichele," der auf dem Wege von der väterlichen Waldwirthschaft, den Büchersack unterm Arm, pfeifend der Dorfschule zustrebt. An dem alten Herrn will er ohne jegliche Notiznahme vorübergehen, als dieser ihn freundlich anhält. Kleiner, kannst Du mir vielleicht zufällig Feuer geben?" Ja. deß sollsch Dü han!" lautet die gemüthliche Antwort, und gleichzeitig kramt das Michele ein Konglomerat von Bindfaden, Knöpfen, Papierfetzen und Streichhölzern aus den Tiefen der Tasche und streckt sie dem Spazierganger herablassend entgegen. Sag mal. Kleiner. Du weißt wohl nicht, wer Ich mn? O. lautet d seelenruhige verblüffende Antwort, waje dem krjfch Dü doch e Schwefelhelzle!" . . F ü r e i n e Farm im Staate Kentucky, die 80 Acker Landes umfaßt, bezahlte ein Mann $75.000, well sich auf dieser Farm eme me versiegende Quelle, befindet. '

Aerzte.

DR. F. M, PBAT, Spezialift. Augen, Ohren, Nase nnd Salö 31 Ost Ohio Straße, Indianapolis. Hum ebäud. 0R. C L. RITTER, Newton Claypool Gebäude, immer 28 233. Neues Telephon 4661 lPen?shlvaia und Ohio Str.) . Stock c1stce Stunden: bis 10:30, bi? 8:80 Chr 7 di 8 Uhr Abend am Montag. Dienftag. Donnerstag. Samftag. ohn : 1448 Prospekt ttttfc, Stunden : 8 Uhr Vormittags und l Uhr Nachmittag. Neues Telephon 9306. 0r. j. A. Suteliffe, Wund -Arzt, Geschlechts, Urin. undRectum Krankheiten. Office : 155 Oft Market Stt. Tel. 941 OMce-Stunden : 9 bi 10 Nur Bm. : 8 bi 4Ubr R 301 West Washington Str Verkäufer deö berühmten Quinine :: Whisky Das beste Mittel gegen Malaria und Erkältung. Saloon und Restaurant. Offen Zag an . Theodore F. Smither, geschickter und zuverlässiger ...Dachdecker... Pech und Kiesdacyer, Dächer von Asphalt und Gilsonit. Knaros-Händler in allen Arten von Dachmaterialien. Telephon: Neu 861. 301 West Maryland Str. Südwestl. Ecke von Senate ve. und Maryland Str. IM ER1E & WESTERN R.R. .. ..Fahrzeit der Züge.. . Abfahrt nkunst Toledo. Chicago und Mchigan Expreß... 7.16 HO. Toledo, Detroit und Chicago Lim . . .12. t . Vichigan ity, Muncie u.LasahetteSpl1- 7.20 fiOM täglich t ausgenommen Sonntag. Koreanische Sprichwörter. Einen bezeichnenden Einblick in die Denkart der Koreaner, deren Land jetzt in Folge des -japanisch-russischen Krieges in den Mittelpunkt des Interesses gerückt worden ist, gewähren die folgenden Sprichwörter: Ein Ding ist gut, das neu ist; ein Mensch ist gut, der alt ist. Wer Salz gegessen hat, trinkt Wasser Das Salz auf dem Ofen salzt das Essen erst, wenn es hinein kommt. Man kann das Fell eines Tigers malen, aber nicht seme Knochen; man kennt das Antlitz eines Mannes, aber nicht sein Inneres. Wenn man nicht aufpaßt, kann man Nicht sehen. Auch ein Blinder findet sich zur offenen Thür hinein. In einem Thal, wo kein Tiger ist, ist der Fuchs Meister Wenn der Mond voll ist, nimmt er wieder ab. Je höher der Berg, desto tiefer das Thal. Gibt es Rauch aus einem ungeheizten Schornstein? Auch ein Igel sagt, sein Junges sei weich. Man sieht nicht, daß der eigne Weizen hoch steht. Ein Korb voll gelben Goldes ist für den Sohn nicht so werthvoll, als wenn man ihn aus einem Klassiker unterrichtet. Erst wenn man Durst hat. arabt man sich einen Brunnen. Nachdem der Ochse ausgebrochen ist, bessert man den Stall aus. Wenn eine Familie zehn Jahre lang ieme Krankensorgen hat, dann !muß sie reich werden. Wenn der Kranke gestorben ist, unterhalt man stich über die Wirkung der Medizin. Erne Medizin kann keinen Todten lebendig machen, wohl aber einen Leibenden tödten. . Japanisches Unterrichtswesen. Das Schulwesen in Japan hat seit 1871 bedeutende Fortschritte gemacht. Wer Schulbesuch ist obligatorisch, doch wird dies Nicht allzu streng genommen. Die Kinder werden vom 6. bis zum !10. Jahre in der Elementarschule unherrichtet und besuchen dann weiter vier Jahre die höhere Elementarschule, in der unter Anderem Naturgeschichte, Englisch. Ackerbau und öandel aelebrt werden. Alle Elementarschulen werden von den Gemeinden - unterhalten. Außerdem existiren in Japan sehr viele iPrwatschulen. An Mädchenschulen ist Manael. An Mittelsckulen sind KvmMafien und technische Schulen eingerichiet; seit 1894 besteht eine Universität in Tokio, sie zählt 150 Dozenten. 6 Fakultäten und etwa 1400 Studirene. Die deutschen, französischen und enqlischen Professoren lehren dort in ihrer Muttersprache. In der medizinischen Fakultät sind Vorbildung der Stude?.en, Unterrichtsmethode und Lehrmittel deutsch. Bibliotheken bestehen in ver--jchiedenen Städten, mz größte nur 295.000 Bänden in Tokw.

Jacob

Roller

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