Indiana Tribüne, Volume 27, Number 196, Indianapolis, Marion County, 9 April 1904 — Page 7

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Roman von Eufemia v. Adlersseld-Ballestrem. Fcrtsetznng. Wünschtest du es?" fragte Trix leise. Ich wünsche alles, was zu deinem Glücke führt," entgegnete er herzlich. Und da es nun einmal zur Sprache Zwischen uns gekommen ist, so füge ich meinen brüderlichen Wunsch hinzu: laß nichts anderes dich und deine Entscheidung bestimmen, als dein eignes Herz! Laß keinen fremden Einfluß deine Zukunft entscheiden frage allein dein Herz, und was es dir räth, das thue. Es kann und wird dich nicht irre führen, kleine Trix! Und wenn etwas dich blendet, dann schließe deine Augen resolut vor dem schimmernden Glanz, damit du nicht zu spät entdeckst, daß du dich von einem Irrlicht täuschen ließest und dann plötzlich im Dunkel stehst, aus dem es keinen Ausweg mehr gibt, wenn wenn du loyal bleiben willst. Weißt du, wie ich's meine? Hast du mich recht verstanden?" Trix antwortete nicht gleich. Sie sah geradeaus vor sich hin und um ihren Mund zuckte es. . Als sie ihm aber dann ihr Gesicht wieder zuwandte, lächelte sie freundlich und ihr Auge war klar. Ja, Hans, ich habe dich verstanden," sagte sie. Jetzt nicht vorher. Ich meinte wirklich doch das war natürlich dummes Zeug. Und ich danke dir, Hans. Nein, ich hab's nicht vergessen, was mein guter lieber Vater noch kurz vor seinem Tode zu mir sagte. Trix," sagte er, es werden dich welche hcirathen wollen krumme und gerade, dicke und dünne. Und wenn du bei einem erkannt hast, das ist der Rechte, der hat ein Herz von Gold und ist ein vornehmer Kerl, dann nimm ihn und laß dich's nicht anfechten, wenn er auch 1 vorn und hinten einen Buckel hätte." Das hat mein Vater gesagt und ich werde mich daran halten und es wird ja auch noch Leute geben, die keinen Buckel haben. Aber für's erste und vielleicht auch für's zweite habe ich überhaupt keine Lust zum Heirathen. Darüber verpaß' ich vielleicht den Anschluß und werd' eine alte Jungfer, und dann kannst du mich als Erbtante für deine Kinder ansehen. Eine feine Aussicht, gelt? Der Onkel ging überhaupt von der Ansicht aus, daß man nicht mich, sondern die Abtei wird heirathen wollen; na, ich nehm's ihm nicht übel, denn " , Denn er hat dich nicht gekannt fiel Hans Truchseß ein. Danke schön für das Compliment," erwiderte Trix, indem sie aufstand. Nun muß ich aber nach Hause gehen, sonst denkt Frau v. Graßmann, ich bin im Walde aufgefressen worden. O, apropos sie, das heißt, Frau v. Graßmann erzählte mir, ihr Sohn ginge nächstens nach Neuguinea und ich habe ihr vorgeschlagen, bis zu seiner Abreise zu ihm zu gehen, oder gleich mit ihm zu reisen. Sie machte einen gräßlichen Trara darüber, wie unrecht ihm geschehen wäre, und was für ein unschuldiges Opferlamm er ist. Was hat er denn eigentlich gethan?" Ach das ist eine schmutzige Geschichte und je weniger man davon spricht, desto besser," entgegnete Hans Truchseß, sich gleichfalls erhebend. Laß dir's damit genügen oder von jemand anderm erzählen, da es ja leider ganz in die Öffentlichkeit kam. Ich mag da nicht die Rolle der Posaune übernehmen wir sind nun einmal Vettern und blood is thicker than water, trotzdem wir davon eigentlich 'wenig genug Gebrauch gemacht haben, weil wir nie viel Liebe füreinander übrig hatten, Max und ich. So so, also nach Neuguinea geht er. Nun, ein tüchtiger Tümpel Wasser zwischen ihm und Europa ist das beste, aber Tante Sophie wird's an die Nieren gehen. Erst hat sie in wahrer Affenliebe den Jungen verzogen, um sich von ihm treten und erbarmungslos aussaugen zu lassen ich möchte wirklich wissen, ob sie noch ernstlich an ihn glaubt aber Mutterherzen sind ja unergründlich und unberechenbar. Na also guten Abend, Trix, und nichts für ungut. Und was du auch von mir denken magst dein dein Freund bin ich doch, durch dick und dünn!" Damit sprang er zurück über den Grenzgraben. Sie nickten noch einmal einander zu und dann ging Trix heim, denselben Weg zurück, den sie gekommen war, langsam, in tiefen Gedanken. Denn hier stand sie wieder vor etwas, was sie nicht ganz begriff. Erst Phroso die neue Phroso warum hatte sie Hans nichts von ihr erzählt? Sie hatte das nicht etwa vergessen, Gott bewahre, sie hatte die Phroso von heute Nachmittag immerzu vor sich gesehen, als sie mit Hans gesprochen, aber es hatte sie etwas ganz entschieden davon zurückgehalten. Und nun diese Idee mit dem englischen Herzog! Trix vergegenwärtigte sich den. übergroß aufgeschossenen Jungen mit dem gutmüthigen, knabenhaften, aber nicht gerade klugen Gesicht na. hübscher war er ja auf alle Falle

als Herr Syrop mit seiner Stumpfnase und er trug auch, nicht solch' hohe Kragen, aber er war doch ein bischen so im Genre der Richterschen Volontäre, die Trix unter dem Sammelnamen das Grünzeug" kannte und dementsprechend schätzte. Und nachdem sie den Herzog in diese Categorie eingereiht, legte sie ihn, soweit er sie selbst betraf, auch ad acta. Hans hatte zuletzt so eindringlich, so feierlich fast zu ihr gesprochen, als ob ja gewiß, als ob er selbst das durchgemacht, wovor er sie gewarnt. Wie war das möglich? Wann? Freilich, sie kannte sein Leben nicht, bevor sie nach der Abtei gekommen, denn auf Phroso konnte sich das, was rc gesagt, vom loyal bleiben" doch nicht beziehen. Trix war keine Liebhaberin vom Räthsel rathen und hier stand sie plötzlich vor Räthseln, die sie zum Nachdenken zwangen, ohne daß dabei etwas herauskam. So war sie vorwärts gekommen bis zu der Stelle, wo durch dichtes Unterholz der Fußweg in den breiten Hauptweg mündete, der die Abtei mit der fast eine halbe Stunde entfernten Oberförsterei verband, als der voraus trabende Dackel Plötzlich Standlaut gab und sich dann mit wüthendem Gekläff auf den Weg stürzte. Trix, dadurch aus ihrem fruchtlosen Grübelr aufgescheucht, blieb stehen und bemerkte nun, wenige Schritte von ihr entfernt einen Fremden, der den Hauptweg dahinwandelte nach der Richtung der Oberförsterei einen Fremden in tadellosem Straßenanzuge nach . englischem Schnitt, den Ueberzieher von Hellem Stoff mit schwerem Seidenfutter über dem Arm, einen weißen Strohhut auf dem Kopfe und einen Regenschirm dünnster Eonstruktion als Spazierstock in der tadellos behandschuhten Rechten. Es war ein noch junger Mann, groß und gut gewachser., mit dunklem kurzen und spitz geschnittenen Vollbart und Seine Excellenz stürzte sich auf ihn, wie auf eine willkommene Beute nach einem langen, jedes Interesse entbehrenden Spaziergange und in dem erhebenden urid sicheren Bewußtsein, hier zu Hause zu sein. Der. Fremde war bei der plötzlichen Attacke aus dem Hinterhalte zurückgefahren und hatte drohend seinen Schirm' erhoben, gleichzeitig aber holte er mit dem rechten Fuße aus und versetzte damit dem anstürmenden Dackel unter dem Ausruf: Verfluchte Bestie" einen Tritt gegen den Kopf, daß Seine Excellenz sich um und um drehte und dann betäubt liegen blieb. Im selben Augenblick war auch Trix au der Seite des Hundes, blaß vor Erre gung, mit flammendem Blick, der die .großen hellen, blauen Augen mit einem Feuer durchleuchtete, das ordentlich zu sprühen schien. Wie können Sie sich unterstehen, meinen Dackel zu treten?" rief sie ihn entrüstet an. Pardon, meine Gnädigste," erwiderte der Fremde, den Hut ziehend. Nothwehr der Hund schien mich beißen zu wollen " Unsinn," unterbrach sie ihn. Hunde, die bellen, beißen nickst. Was wollen Sie hier überhaupt, was haben Sie hier zu sucben?" Ist dieser Äeg nicht frei für Jedermann?" Nein, die Landstraße geht hinter der Abtei, das ist ein Privatweg mein Privatweg!" erwiderte ' Trix kurz, indem sie sich bückte und ihren Dackel auf den Arm nahm, der sich zwar zu regen begann, aber von dem Schlag mit dem Stiefelabsatz gegen den Kopf noch viel zu benommen war, um selbständig auf die Beine zu kommen. Der Fremde zog nochmals den Hut, indem er eine tiefe Verbeugung machte. So habe ich die Ehre vor der Herrin der Abtei, vor Baroneß von Dornberg zu stehen?" fragte er mit einem langen Blick aus feinen etwas vorstehenden Augen, und al? er keine Antwort bekam, setzte er mit einer wiederholten Verbeugung hinzu: Gestatten gnädigstes Fräulein, mich mit meinem tiefsten Bedauern über meinen unglücklichen Irrthum vorstellen zu dürfen " Aber Trix war viel zu sehr außer sich, um Ceremonien zu machen oder über sich ergehen zu lassen. Ist mir ja ganz egal, ob Sie Schulze oder Müller heißen," unterbrach sie den eleganten Fremden höchst ungnädig und lief, fo schnell sie konnte, mit dem leise winselnden Hunde auf dem Arme der Abtei zu, die sie in dem eingeschlagenen Tempo auch bald genug erreichte. In der Halle trat ihr Frau v. Graßmann, sichtlich erregt, entgegen sie schien dort gewartet zu haben. Mein liebes Fräulein von Dornberg!" rief sie ihr zu, und den Hund in den Armen Trixens gewahrend, sagte sie in ganz anderm Ton: Aber wie können Sie das garstige Thier schleppen es hat Ihnen das ganze Kleid schmutzig gemacht!" ' Ach, schade was für das dumme Kleid," erwiderte Trix. Morgen lasse ich den Hauptweg für Fremde schließen hat mir da ein roher Kerl dem armen Seinex" eins versetzt, daß er wie todt dalag und nun eine Beule überm rechten Auge hat, wie mein Faust so groß!" ' O," machte Frau v." Graßmann bedauernd, Sie müssen, ihm Arnika auflegen. da geht es bald vorüber. Aber denken Sie nur, was mir passirt

ist: mein Sohn ist ganz unerwartet und überraschend angekommen, um feine letzten Wochen in Europa in meiner Nähe zu verleben der liebe,

! vortreffliche Mensch, der er ist! Na- ' türlich hier ... ich wußte, daß der , Oberförster seine Zimmer für Som- ! merfrischler noch nicht vermiethet hat und habe ihm gerathen, dort sein Quartier aufzuschlagen a, 2te müssen ihm doch begegnet sein, wenn Sie auf dem Hauptwege heimgekehrt sind, nicht?" Trix, die von Frau v. Graßmann begleitet, den Weg zu ihren Zimmern fortgesetzt hatte, blieb plötzlich stehen. Eleganter Herr mit kurzem dunklern Vollbart?" fragte sie. Das ist er ia, das ist mein Max!" rief Frau v. Graßmann lebhaft. So haben Sie ihn gesehen und vielleicht gesprochen?" Und auch gesprochen," bestätigte Trix. Nachdem er mir meinen Dackel, bloß weil der pflichtgemäß bellte, fast todtgetreten hat!" Damit ging sie weiter, während Frau v. Graßmann wie angewurzelt stehen blieb. Aber nicht lange, denn Frau v. Graßmann war viel zu klug und zu gewandt, um sich durch unvorhergesehene Zwischenfälle aus der Fassung bringen zu lassen. Es dauerte auch keine Viertelstunde, da klopfte sie schon bei Trix an, ein Fläschchen mit Arnikatinktur .in der Hand zu Umschlügen für das arme Hündchen", dessen Verunglückung sicher Niemand tiefer bedauern würde, als ihr , Max, der ganz bestimmt nur so aggressiv geworden sei, weil er jedenfalls erschrocken war, denn es liege so gar nicht in seiner Natur, einem Geschöpfe wehe thun zu wollen! Trix sei ja so lieb, sie möchte dem armen Jungen der jedenfalls jetzt ganz unglücklich und betrübt seines Weges ginge die Sache nicht nachtragen, die ja auch nichts wäre, als ein unglückliches Quidproquo, verursacht durS Schreck und Ueberraschung " Trix wußte ganz genau, daß Seine Excellenz sich durch das plötzliche Hervorstürzen auf sein Opfer nicht gerade correkt dressurmäßig betragen, aber sie fand die Härte der Abwehr trotzdem nicht gerechtfertigt. Ob sie beeinflußt durch ihre Entrüstung gegen den Fremden im Walde auf der Stelle einen Widerwillen gefaßt, oder ob dieser instinktiv war, darüber hätte sie keine Auskunft geben können, weil sie sich dessen ganz unbewußt war; sie ließ sich daher ohne Gegenrede versichern, daß Max Graßmann ein viel zu weiches Herz habe, um auch nur einer Fliege etwas zuleide thun zu können und war froh, als Frau v. Graßmann sie allein ließ. Trix hatte eine schlechte Nacht nach diesem ereignißreichen Tage. Nicht der Pflege Seiner Excellenz wegen der lag, einen Eisbeutel auf dem Kopfe, ruhig schlafend auf feinem Lager und schien sich, den Umständen entsprechend, recht wohl zu befinden, aber ihr Schlaf war ein fortwährend unterbrochener und von Träumen gestörter; Träume, in welchen sie hin und hergehetzt, belästigt und sogar geängstigt wurde, aus denen sie athemlos und mit wild klopfendem Herzen immerfort erwachte. Dabei hätte sie nicht einmal sagen können, was sie geträumt. Gegen Morgen schlief sie dann ordenlich ein und erwachte erst von dem Klänge des Glöckchens, das auf dem kleinen, offenen Thürmchen der Abteikirche geläutet wurde, ehe der Pater früh die Messe las es war also sechs Uhr. Rasch kleidete sie sich an. überzeugte sich, daß Seine Excellenz friedlich schnarchte und absolut ungeneigt war, seine Rolle als Patient aufzugeben, und stieg dann zur Kirche hinab, in der einige der Angestellten und der Dienstboten dem Gottesdienst beiwohnten. Es darf bezweifelt werden, daß Trix der kurzen Ceremonie der stillen Messe" heute mit der Aufmerkfamkeit folgte, die sie s onst darauf, trotz aller Quecksilberigkeit, verwendete, doch kaum war der Pater in der Sakristei, als sie auch schon draußen im Hofe stand und Befehl , gab, den Pürschwagen anzuspannen. Als dies leichte Vehikel bald darauf vorfuhr, fprang sie auf den Bock und lehnte, die Zügel ergreifend, die Mitnahme des Kutschers ab, doch als sie durch den Tborweg gefahren war, öffnete sich oben ein Fenster. Fahren Sie schon aus, Fräulein v. Dornberg?" rief Frau v. Graßmanns Stimme herab. Sind Sie schon auf?" fragte Trix zurück, den Wagen anhaltend. Ich habe nicht schlafen gekonnt, es ist immer noch so schwül," erwiderte Frau v. Graßmann von oben. Ich möckite Sie fast um Ihre Spazierfahrt beneiden " ' Es sind ja noch mehr Pferde im Stalle, Sie brauchen bloß anspannen zu lassen," entgegnete Trix. Würden Sie nicht einen Augenblick auf, mich warten?" fragte Frau to. Kranmann, die Ablehnuna ibrer Pttson überysrenv. (& unen doch nicht so ganz allein fahren wohin wollen Sie?" Nein ich kann nicht warten, ich habe Eile! Guten Morgen!" rief Trix herauf und fuhr im schlankem Trabe davon, indem sie laut sagte: Das hätte mir gerade noch gefehlt erstens die mitnehmen und zweitens auch noch Rechenschaft ablegen, wohin

ich meine Nafe ftecken will. - Da ginge ich lieber gleich in's Stift zurück!" Auf der Landstraße angelangt, schlug sie den direkten Feldweg nach Kroschwitz ein und hatte noch nicht die Hälfte der Strecke zurückgelegt, als ihr Hans Truchseß zu Pferde entgegenkam auf seinem gewohnten Frühritt durch die Felder. Hc-lla Trix! Wohin?" rief er ihr überrascht entgegen.' Zu dir! Direkt zu dir nach Kroschwitz!" rief sie zurück, die Pferde anhaltend und ihm die Hand entgegen streckend. ' Zu mir aber Trix!" Was ist da zu aber Trixen?" Ich muß dich etwas fragen, Hans, und ich kann damit nicht warten bis morgen -" Aber was wird der Ehrendrache dazu sagen?" Erstens braucht er's nicht zu wissen und zweitens ist mir's auch höchst egal, was er sagen wird. Thue recht und scheue Niemand Punktum!" ' Recht so, Trix. Aber " Na höre mal, wenn du auch noch anfängst was ist denn dabei?" fragte Trix entrüstet und sah ihn dabei mit ein paar so klaren, unschuldigen Kinderaugen an, da er sich auf die Lippen biß. Nichts ist dabei gar nichts! Ich hab' dich bloß necken wollen," entgegnete er mit einem Lächeln, das nts Belustigtes hatte und seine Stimme war dabei etwas verschleiert. Na. dann ist's schon ant" meinte Trix beruhigt. Und nun paß' mal auf!" Und sie erzählte ihrem aufmerksam lauschenden Begleiter, daß Max Graßmann angekommen, daß er sein Quartier in der Oberförsterei aufgeschlagen habe, und wie sie ihm gestern Abend begegnet sei. Und was ich dich fragen wollte, ist das:" schloß sie. Ich gebe doch morgen mein erstes Diner für meine lieben Nachbarn, zu dem du ja auch zugesagt hast apropos, ob der junge Syrop wohl absagen wird, wegen des Korbes? und da weiß ich nicht, muß ich diesen Max Graßmann dazu einladen wegen seiner Mutter und weil er dein Vetter ist, oder muß ich's nicht wegen wegen na, du weißt ja, was du mir gestern gesagt hast. Wen sollt' ich darüber fragen, als dich? Doch nicht etwa Frau v. Graßmann felbst. Und den Pater? Der weiß wahrscheinlich von gar nichts und ist s o schrecklich gutmüthig, daß er für den Deixel selbst ein gutes Wort einlegte, 's ist mir heut' früh beim Aufstehen plötzlich eingefallen und da hab' ich gleich anspannen lassen und nun sag' ri mir. was ich thun soll und thun muß, und wie du's für recht hältst, so soll's geschehen gerade so und wenn, wenn ich Frau v. Graßmann darüber verlieren sollte." Das wäre vielleicht noch nicht das schlimmste," entgegnete Hans Truchseß nach einer Pause, denn Tante Sophie ist nicht die Person, die etwas unüberlegt thut nicht mal für ihren Max. Aber ich habe keine Beweise für das, was ich denke und deshalb muß ich's wohl für mich behalten " Na, und weg der Einladung?" warf Trix etwas ungeduldig dazwischen. Hans nahm seinen stark gebrauchten grünen Filz vom Kopfe und kratzte sich hinter .dem Ohr, indem er leife vor sich hinpfiff. Das ist eine eklige Klemme für dich," sagte er dann, und ich wette meine Haferernte gegen einen faulen Apfel, daß Tante Sophie sich dessen so bewußt ist, wie ich's bin und wie du's auch zu sein scheinst. Aber für dich gibt's nur einen Weg, meiner ehrlichen Ueberzeugung nach: du mußt es eben riskiren, Tante Sophies Gefühle zu kränken du darfst Max Graßmann einfach deiner Gäste wegen nicht einladen." Aha!" machte Trix, mit der Peitsche fuchtelnd' Na, das hab' ich ja bloß wissen wollen. Also, ich danke dir schön, Hans. Ich will dich nicht länger aufhalten guten Morgen!" So eilig hab' ich's nicht." versicherte er. Ich bin dir doch auch Gründe schuldig für meine Ansicht. Von mir rede, ich nicht, ich stehe als Max Graßmann's Vetter in einer Ausnahmestellung zu ihm. Aber siehst du, zum Beispiel Graf Rablonowski ich weiß, es würde ihm sehr unangenehm sein, Max bei dir zu treffen, der wie du ja vielleicht wissen wirst mit schlichtem Abschied aus der Armee entlassen wurde. Was das bedeutet für unsern Ehrbegriff bedeutet das ist eine Barriere, über die wir nun einmal nicht hinüber können, ohne unfern Standpunkt definitiv zu verlassen und das Tischtuch zwischen uns und unserer Erziehung zu zerschneiden. Max hat das eine gethan die Behörden, denen er unterstellt war, haben das andere besorgt. Wie der alte Richter darüber denkt, weiß ich nicht, denn ich habe nicht mit ihm darüber gesprochen. Aber ich darf annehmen, daß er unsere Ansichten über diesen Punkt theilt. Jedenfalls aber bist du nicht bereckitiat nocb aucb wäre icb enlicyutvoar, wenn tcy es untenteije, dich auf das Bedenkliche derSache aufmerksam zu machen, nämlich die jungen Leute bei Richters mit Max Graßmann zusammenzubringen. Bewußt zusammenzubringen, wohlverstanden. Für die Ansichten der Väter Rheinfelb undSyrop kann ich natürlich nicht einstehen, aber ich weiß, daß der alte Rint außer sich darüber wäre, wenn er

erführe, daß sein Jüngster am selben Tische säße mit dem Manne, der sein Bestes gethan hat, um seinen Aeltesten mit sich über die Klinge springen zu lassen und seinen Namen mit sich in den Schmutz zu zerren. Daß ihm dies nicht gelang, war eine reine Glückssache für Rittmeister Rindig. Also nun weißt, du, wie der Hase läuft, Trix. Es war ein guter Gedanke von dir, mich zu fragen, denn ohne das hättest du dich hier in der Geoend in aller Unschuld und Harmlosigkeit rettungslos compromittirt." Trix hatte aufmerksam zugehört nun reichte sie Hans die Hand. Nochmals schönsten Dank!" sagte sie einfach. Ja, es war ein guter Gedanke manchmal hab' ich nämlich noch welche. So, nun muß ich aber heim, denn mein Dackel wird sich wundern, wo ich hingekommen bin. Na, und dann kann ja der Kampf mit dem Drachen losgehn!" Arme Trix!" meinte Hans unwillkllrlich lachend. Soll ich etwa eintreten als Hilfstruppe?" Trix machte ein nachdenkliches Gesicht und fuchtelte dabei wieder mit der Peitsche. Nein bleib' du ganz außerhalb der ganzen Geschichte," sagte sie dann entschieden. Ich werd' es schon allein ausfechten, das ist besser und für dich angenehmer." Das bestreik ich nicht im mindesten," versicherte er ehrlich. Na, denn Allheil, Cousinchen! Bist eine tapfere Person ich glaube, du nähmst es mit dem Teufel selbst auf!" Mit 'dem ist's auch viel einfacher, wie mit einem Drachen," behauptete rix obenhin. (Fortsetzung folgt.) Aus dem Spruchschatz der Japaner.

Feine Lcbensbeobachtung, viel Anmuth des Empfindens und eine prächtige Vildhaftigkeit finden wir in den japanischen Sprichwörtern. Im Nachstehenden einige Kroben: Unverstand redet viel." Ein häßliches Weib mag keinen Spiegel." Das Leben ist ein Licht vor dem Winde." Auch der Affe fällt vom Baum." Man muß den Stock nach dem Streit abschneiden." Ueber sich selbst wissen die Wahrsager nichts." Die abgefallene Blume kehrt nicht auf den Zweig zurück." Der Blinde fürchtet keine Schlange." Armuth überholt nicht den Fleiß." Fische auf Bäumen suchen." Selbst ein Uebel wird nach drei Jahren Bedürfniß." Statt zehnmal lesen, schreib einmal ab." Was wird, will man nicht, was man will, wird nicht." Wenn man ein Kind hat, versteht man die Güte der Eltern." Hört man es, so ist's ein Paradies, sieht man es, so ist es die Hölle." Unter Freunden. Na. wie hat Dein neuestes Lustspiel gefal len?" Ich kann Dir nur sagen, das Publikum hat geradezu gerast. . ." Nun, da sei froh, daß sie Dich nicht erwischt haben." Berechtigte Frage. Ja, ich weiß, er ist Kunstmaler von Beruf. Aber wovon lebt er? , Schlechte Reklame. Tourist (zum Wirth, der einen großen, prächtigen Hund hat): So ein großes Thier muß aber viel an Futter kosten?" Wirth: O nein! Die Gäste geben ihm ja meistens ihre Speisen!" Unzufrieden. Nun, wie war es denn neulich bei Goldbergs?" Ganz nett! Nur hätte ich beim Souper gerne ältere und beim Tanze lieber jüngere Jahrgänge gesehen!" SpaßundErnst. Richter: Wie kamen Sie dazu, die Schlägerei anzufangen?" Angeklagter: Ein junger Maler is auf seiner Studienreis' in's Dorf 'kommen, und dem hab' i' a' bissel Modell rauf'n müss'n!" Gekränkte Unschuld? Mutter (die aus dem Nebenzimmer kommt): Bist Du schon da, Karlchen? Warum antwortest Du denn nicht, wenn ich Dich rufe? Karlchen: Aber Mama, ich habe doch zweimal genickt! O weh! (Im Eisenbahnwaggon.) Junger Herr: Sie sehen mich ja so aufmerksam an, erinnere ich Sie an Jemand? Alter Herr: Ja. Sie erinnern mich an meine verstorbene Tante, aber sie hatte einen etwas stärkeren Schnurrbart als Sie! I e nachdem. Fremder: Welche Straßen Passirt denn der Festzug der Schneiderinnung? Einheimischer: Das wird erst an dem betrefsenden Tage selbst bekannt gemacht. . . es kommt darauf an, von welcher Himmelsrichtung der Wind weht! Tropen - Jägerlatein. Afrikareisender: Ich sage Ihnen, meine Herren, die Haut eines Krokodils ist so fest, daß sie jeder Kugel widersteht. Da weiß man sich eben oft garnicht anders zu helfen, als daß man sich von so einem Vieh verschlucken läßt und dann von innen herausschießt! Gesunde Familie. Versicherungsarzt (bei der Aufnahme in die Lebensversicherung): Und woran ist Ihr Großvater gestorben? BeWerber: Ich weiß nicht mehr die Krankheit, aber es war nichts Ernstes! Aus der Schule.. Lehrer: Also mit welcher Waffe schlug Sim son die Philister? Tiefe Stille. Lehrer (auf sein Kinn deutend): Na. was ist das? (Die ganze Klasse brüllend): Ein Eselskinnbacken.

euer - Sianale.

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