Indiana Tribüne, Volume 27, Number 196, Indianapolis, Marion County, 9 April 1904 — Page 6
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Europaische Nachrichten.
KesterreicH-'Mngarn. Wien. Plötzlich gestorben ist d Professor am Gymnasium der Thetti siamschen Akademie, Schulraty I? hann Schwarz im 64. Lebensjahre. Die 20jährige Magd Klara Haselsteiner, Leopoldstadt, Robertgasse No. 1 bedienstet, sprang vom Leopoldstädter Ufer in den Donäukanal und der sckwand in den Wellen. Unterhalb der Ferdinandsbrücke wurde sie als Leiche aus dem Wasser gezogen. In seiner Wohnung, Währing, Anton Frankgasse No. 3, verstarb der Hofzahnarzt Dr. Josef Pfab an Hcrzlähmung im 68. Lebensjahre. ' In der Vreitenfelder Pfarrkirche fand in Gegenwart des Bürgermeisters Dr. Lueger die goldene Hochzeit des pensionirten Bureaudieners der Staatseisenbahngesellschaft Thomas Klimesch und dessen Gattin Margarethe statt. Der Jubelbräutigam steht im 77., die Braut im 44. Lebensjahre. Budweis. Im Wald zwischen Hartowitz und Hossin wurde die Botin Katharina Hajda aus Hossm von zwei Burschen überfallen und tödtlich derletzt. Die Räuber nahmen ihr' dann ihre Baarschaft von 640 Kronen ab. Der Gendarmerie in Frauenberg gelang es, die Raubmörder zu verhaften. Es sind dies der Fleischhauer Johann Raulik aus Budweis und der Arbeiter Anton Mika aus Hossin. Deusch-Branitz. Zwischen den Brüdern Franz und Carl Rzezacz entstand wegen einer Geldsache ein Streit, welcher in eine blutige Rauferei ausartete. Der jüngere Bruder bearbeitete seinen älteren verheiratheten Bruder mit einer Hacke, bis dieser, aus vielen -Kopfwunden blutend, bewußtlos liegen blieb. Linz. Der in der Künstlerwelt bestens bekannte akademische Maler Blnmauer verschied hier im Alter von 77 Jahren. Q l m ü tz. Die hier bedienstete Magd Marie Nowak trank in selbstmörderischer Absicht eine NKosphorlösung. Sie wurde in die Landeskrankenanstalt transportirt. Q t t e n d o r f. Der 36 Jahre alte Grundbesitzer Thomas Chowanetz wollte sich in seiner Scheune in einem Anfalle von Geistesstörung erhängen, wurde jedoch durch hinzugekommene Hausleute daran gehindert und abgeschnitten. Er brachte sich aber schwere Verletzungen am Halse bei, denen er sofort erlag. Ried. Der 55jährige Tagelöhner Franz Eichmeier wurde nach einem Wortwechsel von seinem 25jährigen Sohne erwürgt. Der Thäter stellte sich selbst dem Gerichte. Luxemvurg. Luxemburg. Das an der Ecke Beaumont und Kapuzinerstraße gelegene Geschäftshaus Passelais ist dem Cafetier Angel zum Preise von 53,500 Francs zugeschlagen worden. Bissen. Es wurde der Arbeiter P. Kohl durch einen Kollegen durch einen Messerstich schwer verwund?!. Der Unhold ist angeblich entflohen. D i p p a ch. Nachts entstand Feuer in der Stallung des Eisenbahnbeamten P. Wester; dieselbe wurde sammt den Futtervorräthen eingeäschert. Bilbao Aurango. Humoreske von Gustav Hochstetter. Sagen Sie mal, lieber Leser, sind Sie schon in Spanien gewesen? Nein? Nun, trösten Sie sich, ich auch nicht. Aber immerhin besitze ick) einen Vorzug, den Sie nicht haben: ich habe einen Freund, der ist schon in Spanien gewesen, und weiß allerhand interessante Dinge zu erzählen, die er dort gesehen, gehört und erlebt hat. Mein Freund, den wir diskret Maximilian Müller nennen wollen, hat .längere Zeit in Bilbao gelebt, einer Stadt, deren Haupt - Ton auf dem a liegt. Bilbao hat außer diesem langen und stark betonten a vier Kirchen, zwei Spitäler, neun seit der Belagerung von 1835 in Ruinen liegende Klöster, ein Theater und eine Schifffahrts - Schule. Bilbao ist die Hauptstadt der spanischen Provinz Biscaya, und falls Sie über diese von der Natur in jeder Weife bevorzugte Stadt noch Näheres wissen wollen, empfehle ich Ihnen im Brockhaus'schen Conversationslexikon nachzuschlagen, woraus ich offen gestanden das Vorstehende zum großen Theil ebenfalls abgeschrieben habe. Bilbao liegt an der spanischen Nordbahnlinie, die eine direkte Verbindung zwischen Biscaya's Hauptstadt und dem navarrischen Tudela bildet. Außerdem hat Bilbao noch ; eine besondere Bahn-Verbindung mit 1 der baskischen Distriktshauptstadt Durango. Und hiermit wäre ich glücklich bei dem Punkte angelangt, ! von dem ich zu reden habe, bei der spa- j tuschen Eisenbahn. Ick, will nicht von der spanischen Eisenbahn im allgemeinen reden, trotzdem sich auch da einiges Interessante erwähnen ließe, wie zum Beispiel die Thatsache, daß, man in Spanien von dem Begriff Rauchcoupee" oder Nichtrauchcoupee" keine Ahnung hat. In Spanien raucht nämlich alles. Der Lehrer raucht in der Schule und der Bettler raucht, während er uns um ein Almosen bittet. Ich. rede,, wie gesagt, nicht von den
fand, daß innerhalb
werden wolle k-ei'.: spanischen Bahnen im allgemeinen, sondern nur von einem einzigen spanischen Eisenbahneoupee im besonderen, und zwar von einem Coupee, das sich augenblicklich gerade von Bilbao in der Richtung nach Tudela zu bewegt und worin drei Personen sitzen. Ein hellblonder Herr und eine hellblonde Dame in denen wir sofort Nordländer vermuthen uno ein Herr von kraftvoller, untersetzter Gestatt, mit kohlschwarzem Haar und pechschwarzen Augen. Die blonden Herrschaften sitzen so, daß sie immer an dem schwarzen Herrn vorbeischauen müssen, wenn sie die ausschließlich auf der Seite des schwczen Herrn liegenden landschaftlichen Schönheiten durch das Coupeefenster bewundern wollen. Die Situation bleibt mehrere Kilometer lang unverändert. Dann lüftet der schwarze Herr höflich feinen Strobhut und richtet eine Frage an die mitreisenden blonden Herrschaften. Natürlich auf Spanisch. Die blonden Herrschaften verstehen kein Spanisch und begnügen sich damit, die Frage des schwarzen Herrn mit einem Achselzucken zu beantworten. Der schwarze Herr lehnt sich an das Polster zurück mit der Miene eines Mannes, der seine Pflicht gethan hat; er zieht eine Cigarette aus der Tasche und setzt sie in Brand. Hieraus kann selbst ein des Spanischen Unkundiger mit Sicherheit schließen, daß die spanische Frage vorhin nichts anderes war, als eine Bitte um Rauch - Erlaubniß. Der schwarze Herr raucht mit Genuß und Wohlbehagen. Diese beiden Gefühle wurden indessen von den blonden Herrschaften durchaus nicht getheilt. Im Gegentheil. Sie ärgerten sich weidlich darüber, daß ihnen die ohnedies so beschwerliche Aussicht auf die landschaftlichen Schönheiten auch noch durch die Rauchwolken der spanischen Cigarette getrübt wurde. Wir haben bereits längst in den blonden Herrschaften Nordländer vermuthet. Jetzt sehen wir, wie recht wir gehabt haben; denn der Herr sagt zu der Dame in gutem, echtem, fließendem Deutsck. indem er mit einem Achtelsblick den schwarzen Herrn streift, die drei inhaltschweren Worte: So ein Stiefel!" Das ist der Vorzug, wenn man in weltentfernten Ländern reift: man kann sich wenigstens getrost in der Muttersprache unterhalten, ohne daß die Eingeborenen merken, daß sie es sind, über die man schimpft. Denn selbst wenn sie ein bischen deutsch können, in die Geheimnisse unserer ganz befand y Speial - Ausdrücke sind sie doch sicher niemals eingeweiht. . So auch hier. Der schwarze Herr scheert sich den Kuckuck darum, wenn die beiden Blonden ihre Kritik üb? ihn in echt deutschen Fachausdrücken unter einander austauschen ... So etwas könnte bei unszu Hause in der ersten Klasse nicht vorkommen!" klagt die blonde Dame, indem sie dabei mit echter Frauenlogik vollständig den Umstand unberücksichtigt läßt, daß in Spanien überhaupt jeder anständige Mensch erster Klasse fährt. Je nun," bemerkt der blonde Herr, ,man ist eben hier unter Kaffern." Ja. Von Benehmen haben die Leute hierzulande keine Ahnung." Sieh nur, wie er die Asche immer fallen läßt. Das Coupee verwandelt sich so sachte in einen Schweinestall." Eine Flegelhaftigkeit sondergleichen." Jetzt steckt er sich schon die Dritte an. Immer ohne sich um uns zu kümmern. So eine Flapsigkeit ist mir in meinem ganzen Leben noch nicht voroekommen." Na, was willst du? Ländlich, sittlich!" Der Zug halt. Eine Station wird ausgerufen. Zwei Minuten Aufent halt. Dann ein Ruck, und es geht weiter. Der blonde Herr blättert in seinem Kursbuch. Du, Annie,? sagt er, nach meinem Buch müßte es
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Ingend eine Tvau kann gesund sein
S t. A u e u st i n e. F l a.. den 21. März. 1903. 6 George Straße. Im lebten Herbst Vatte ich mir während der Menstruation eine Erkältung zugezogen, die eine Entzündung der Gebär Mutter verursachte, die sich als sehr ernsthaft erwies. Ich sühlts einen beständigen, brennenden Schmerz, heftiges Kovf weh, und mein Magen weigerte sich häufig, Nahrung aufzunehmen. Mein frohes Gemüth und meine Gesundheit versagten mir gleichzeitig, und da mir die Rezepte des Arztes nichts halfen, so beschloß ich, den Win k Cardui zu vrobiren. Ich
einer Woche mein Magen gestärkt war. und daß
schmerzen nahmen allmalig ao, und die. Schmerzen, die ich ausgestanden, linderten sich. Ich nahm sieben Flaschen davon ein, ehe ich vollständig kuriert war. Der Win of Cardui ist ein Segen für kranke Frauen und ich rathe mei Ta;Xrt.KA. 7r rt wi nfor-T nrt ihn ait n thr nn rhprr Itiptttt sie f rh 17 d TT nositnS
Vice-Prästenti des Jewish Woman's
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Daß der Wine of Cardui menstruelle Störungen und ni ederdrückende Schmerzen, Schmerzen im Eierstock, Entzündung und alle die Leiden heilt, die aus weiblichen Schwächezuständen entstehen, haben diele Tausende von Frauen bekräftigt. Aber der Wine of Cardui ist gleichfalls ein sicheres Verhütungsmittel derjenigen Krankheiten, für die er eine positive Heilung ist, und auch der schrecklichen Krankheiten, die mit der Zeit chronisch und organisch werden, und die außer dem Bereiche der Heilkunde sind. Hätte Frau Gottlieb den ' Wine of Cardui zeitiger genommen, so hatte ihre Erkältung nicht ihre Hauptorgane angegriffen, und würde sie kein schwereres Leiden sich zugezogen haben. Aber neun von je zehn Frauen sind Opfer weiblicher Schwäche. Oft ist das Leiden verborgen und entwickelt sich nur durch Erkältung oder irgendwelche" außergewöhnliche Anstrengung. Wenn Ihr Gebärmutterleiden habt, dann solltet Ihr keinen Tag länger mit dem Beginne der Wine of Cardui Behandlung warten. Weibliche Schwäche ist eine beständige Gefahr für Eure Gesundheit. Der Wine ot Cardui wird alle Spuren menstrueller Störungen vertreiben. Geht heute zu Euerm Apotheker und kauft eine Z1.00-FIasche Wine of Cardui.
jetzt eine ganz andere Station gewesen sein. Wie kommt das nur?" Um Himmelswillen, wir werden doch nicht falsch eingestiegen sein? Weißt Du, Erwin, frag' doch mal den Herrn ..." Ja, wie soll ich den fragen? Offenbar kann er doch kein Deutsch nnd ich kann kein Spanisch. Und überHaupt möchte ich mich mit diesem flegelhaften Subjekt nicht in eine UnterHaltung einlassen." Aber, Erwin, ich hab' solche Angst! Wenn wir nun die ganze Strecke falsch gefahren wären! Versuch's doch mal auf Französisch mit ihm!" Der blonde Herr giebt nach. Er greift an seine Reisemlltze, beugt sich zu dem Schwarzhaarigen herüber und sagt in nicht ganz einwandesfreiem Französisch: Pardong, Monsieur, est-ce que nous avons ici la route pour Durango?" Da fährt der Schwarzhaarige entsetzt in die Höhe und ruft auf gut deutsch, oder eigentlich, genau genommen, auf schlecht deutsch: Ei herrje mersch nee! Sie wollen nach Durango machen? Ei, da sind Sie ja uff eener ganz verkährten Linie eingestiechen. Aber, mei gudestes Härrchen, da missen Sie gleich uff der nächsten Statfchon wieder rausklabastern und zuricke fahr'n." Die Wirkung dieser Worte war eine durchaus eindrucksvolle. Erstens war also der Herr mit den kohlschwarzen Haaren ein biederer Sachse und hatte, somit ganz sicher vorhin jedes Wort verstanden, und zweitens war man auch noch falsch eingestiegen! Eine reizende Vereinigung liebenswürdiger Zufälle! Und Ihnen, lieber Leser, kann ich im Vertrauen noch hinzufügen: der schwarze Herr war kein Anderer als derjenige meiner Freunde, den wir vorhin in deskreter Weise Maximilian Müller genannt haben, der mir immer so nette Erlebnisse aus der Zeit seines Aufenthaltes in Spanien erzählt und der sich vermuthlich selbst bei zehnjährigem Aufenthalt am Aequator den Dialekt seiner Heimathsstadt Dresden nicht abgewöhnen würde. Der blonde Herr und die blonde Dame hatten nach dieser Erkennungsscene keinen Blick mehr für die Schönheiten der Landschaft; offenbar war ihnen der Anblick meines Freundes, den sie dabei hätten mit in Kauf nehmen müssen, jetzt erst recht kein erfreulicher. Die ganze Reise - Gesellschaft sprach kein Wort mehr bis zur nächsten Station. Dort verließen die beiden Falscheingestiegenen das Coupee. Die blonde Dame hatte nur ein wortloses Kopfnicken als Abschied. Der blonde Herr jedoch wollte nach Möglichkeit sein Verbrechen wieder gut machen. Sie haben alles mitangehört, was wir über Sie' gesagt haben?" fragte er, als er auf dem Trittbrett des Wagens stand. Mein Freund , aus Dresden bejahte lächelnd. Aber warum haben Sie denn da absolut keinen Ton gesagt?" Nu erlooben Se mal," erwiderte da der Kaffer, Stiesen, Flegel und Flaps, nu erlooben Se mal: mer kann sich doch als heeflicher Mensch nich in ne fremde Unterhaltung mischen!" D e u t l i ch e r W i n k. Onkel: Was wohl die Leute zu Deinen vielen Schulden sagen mögen?" Neffe: Die halten es nicht für möglich bei einem so reichen Onkel!" t ' E r k e n n t si ch a u s. Sagen Sie mal. wie kommt denn unser Wirth zu dem zerkratzten Gesicht?" Ich glaub', dem ist wieder amal a Has' in'Z G'sicht gesprungen!" S iegreicher Humor. Sie haben Ihrem Neffen nun doch noch auf seinen zweiten Brandbrief Geld geschickt?" Denken Sie sich: der verschwitzte Bruder Studio hatte auf daö Couvert geschrieben Bitte stark zu klingeln Adressat hört schwer!"
ich wieder Nahrung genießen konnte. Meine
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ur Tcr ,, langsame Soo" in 5Yina. Aus Hanoi schreibt man einem französischen Blatte. Die an Ton7.king grenzende chinesische Provinz Kuangsi ist in vollem Aufruhr, und der ehemalige Führer der chinesischen regulären Truppen, Marschall Su, wurde wegen seiner Unfähigkeit, die Rebellion zu unterdrücken, zu dem schrecklichsten Tode verurtheilt, den je das Hirn eines Barbaren ersinnen konnte: zum langsamen Tode". Das ist die höchste Strafe, die letzte Sprosse auf der L?trafenstufenleiter des chinesischen Strafgesetzbuches. Majestätsbeleidizung, Ehebruch, Grabschändung alles wird mit dem langlamen Tode" bestraft. Er dauert 'mindestens drei Tage, es können aber auch acht Tage sein. Es ist eine methodische Todesart. Man reißt dem Todeskandidaten zuerst die Finger- und die Fußnägel aus, dann legt man ihm mit peinlicher Sorgfalt die Muskeln frei, zuerst die der Waden, dann die der Schenkel, dann die der Arme; man bringt die Knochen aus den Fugen, löst sie aus den Gelenken, und der Henker schwingt voll Stolz das Schienbein eines noch lebenden Menschen und wirft einen frisch blutenden Schenkelknochen in die Luft. Das ist aber nur das Vorspiel, denn jetzt nimmt man sich erst den Rumpf vor. Man macht Einschnitte und stopft zwischen Haut und Fleisch eine hübsche Quantität Reis; man stopft und stopft, bis der Rumpf voll ist wie eine Wurst. ' Und dann wird der Kopf bearbeitet, vorausgesetzt, daß der Patient noch lebt. Mit dem Kopf erlaubt man sich kleine Scherze; man zieht die Haare, die Wimpern, die Zähne einzeln heraus. Einer der geachtetsten Würdenträger des Reiches der Mitte erzählte einmal lachend, daß er für den langsamen Tod einen sehr sinnreichen Schluß gefunden babe: er ließ am fünften Tage dem Patienten die Augen ausstechen und sie durch, kleine rothe Früchte, von der Größe eines Augapfels ersetzen. Diesen langsamen Tod sollte aucb der Marschall Su erdulden, aber er fand Mittel, sich begnadigen zu lassen. Die Geschichte war allerdings etwas theuer! Der Marschall saß in einer Zelle, in der vor einiger Zeit ein Journalist, der in unehrerbietigen Ausdrücken vom Kaiser gesprochen hatte, den langsamen Tod" erleiden mußte. Der Marschall sah sich von den ausgerissenen Zähnen, Haaren und Nageln des Journalisten umgeben, und das genirte ihn. Er zahlte zuerst 7000 Taels, um eine andere Zelle zu bekommen. Dann zahlte er noch viel, viel mehr, um begnadigt zu werden. Er hat's erreicht und will jetzt nach Kuangsi zurückkehren, um seine Fehler wieder gut zu machen. Er weiß allerdings noch bis heute nicht, was er eigentlich gethan hat! Die Generäle,'die nach ihm mit wohlbewaff-. neten Truppen in Kuangsi einzogen, haben noch , kläglichere Niederlagen erlitten als er. Ein Marschall von China ist, wie man sieht, nicht immer auf Rosen gebettet! LZuge um ? nge! Aus B.ukarest berichtet man über einen grauenhaften Vorgang, der sich in Craiova abgespielt hat und bei dem das alttestamentarische: Auge um Auge, Zahn um Zahn" eine wörtliche Auslegung fand. Vor einigen Wochen war bei einer Schlägerei in Craiova dem Zigeuner Joan Serbaru von einem anderen Zigeuner namens Jordache Miclescu ein Auge ansgefchlagen worden. Nachdem der Verletzte aus dem Spital, wohin man ihn gebracht hatte, wieder entlassen worden war. trat er an Miclescu mit der Forderung heran, ihm für das auFgefchlagene Auge eine Entschädigung von 4000 Frank zu zahlen. Diese Summe wollte oder konnte Miclescu nicht bezahlen, und so wurde ein Schiedsgericht unter den Genossen der beiden einberufen, das die Entschädigungssumme festsetzen sollte. Man vermochte sich jedoch auch hierbei nicht zu einigen, und Serbaru. welcher fah, daß er nur eine viel kleinere Summe
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5 Kopf 5lS. würde erhalten können, als er ursprünglich gefordert hatte, . beschloß, auf eine Entschädigung lieber ganz zu verzichten und dafür persönliche Vergeltung zu üben. Von seinen Freunden begleitet, erschien er in der Wohnung Miclescus, setzte diesem einen Revolver auf die Brust und schrie ihm zu: Jetzt steche ich dir ein Auge aus. wie du mir das meine ausgcstochen hast, oder ich erschieße dich!" Vergebens flehte der zitternde Miclescu um Gnade, mit unbeugsamer Energie stieß Serbaru ihm das bereit gehalieneMesser in das linke Auge, so daß das Blut in Hellem Strahl hervorschotz und Miclescu mit gellem Schmerzensschrei, zu Boden sank. Der in eigener Sache Richtende wurde sammt seinen Freunden verhaftet. Was die Einbildung thut! In Mühlhausen in Thür, wurde ein Mann nachts so heftig von Zahnschmerzen geplagt, daß er aufstand, um sich die Wangen mit Pain - Erpeller einzureiben. Die Einreibung half auch, und der Geplagte fchlief ein. Wie groß war aber am anderen Morgen das Erstaunen der Frau, als sie ihren Mann anfah; er und das Kopfkissen fahen ganz schwarz aus, denn der Mann hatte statt des Pain-Expeller die Tintenflasche ergriffen und sich mit Tinte eingerieben. Geholfen hat es aber. Sehr weiche K ä f e sind immer in starker Zersetzung begriffen dabei entsteht, namentlich bei der Aufbewahrung an feuchten, dumpfigen und gleichzeitig warmen Orten, ein dem Wurstgift ähnlicher, giftig wirkender Stoff, das sogenannte Käsegift; es sei daher vor dem Genusse zu schmieriger Käsesorten, namentlich zur Sommerzeit gewarnt. Früh verdorben. In Köln hatte sich dieser Tage eine 13jährige Schülerin vor Gericht wegen eines Ueberfalls auf ein sechsjähriges Mädchen zu verantworten. Das Kind war von der Schülerin beraubt und alsdann mit einem Knüttel mißhandelt worden. Später hatte die jugendliche Verbrecherin versucht, das Kind in den Rhein zu werfen. Sie wurde einer Erziehungsanstalt überwiesen. Rachsüchtige Musensöhne. Kürzlich wurde der Versuch gemacht, die Universität zn Odessa, Rußland, in die Luft zu sprengen. Zwei BomLen explodirten und legten eine Jnnenmauer in Trümmer, während die Umfassungsmauern erschüttert wurden; neun weitere Bomben wurden entdeckt, deren Zünder versagt hatten. Man glaubt, daß das Attentat ein Racheakt wegen der vor einiger Zeit erfolgten Massenrelegirung und Verhaftung von Studenten war. Zwei Studenten sind als verdächtig verhaftet worden. Vtietto. 7-'tV,V' , L-h:ir f ' lS IL V fsnn "UM, 'WAVZ r YiV? & B a r o ni n : Aber pfui, Marie, wie können Sie sich unterstehen, hier im Salon zu niesen, dazu haben Sie ja das Mädchenzimmer!" Falsch aufgefaßt. Direktor: (einem Fremden die Irrenanstalt zeigend): Betrachten Sie sich 'mal die junge Dame dort am Piano; der muß ich häufig die Zwangsjacke anlegen lassen!" Fremder: Da sind Sie wohl auch kein Freund von Musik?"
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