Indiana Tribüne, Volume 27, Number 196, Indianapolis, Marion County, 9 April 1904 — Page 5
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Japanische Stäiwr. delkg, Bate, Kapitalisten und Osfizi und deren Stellung. Das feudale Japan hatte einen erblichen Adel. -Dieser wurde aufgehoben, als alle Vorrechte fielen. Durch ein Dekret vom 7. Juli 1884 wurden die Standesverhältnisse von Grund aus neugeordnet,, und zwar nach chinesrfchem oder auch englischem Muster. Es gibt Herzöge, Fürsten, Grafen, Vicomtes und Varone. Den Grundstock bilden eine Anzahl ehemaliger FeudalHerren; dazu aber kam, und zwar in immer größerer Zahl seit dem chine-sisch-japanischen Kriege 1894 bis 1895. der Militäradel und der Adel des Richterstandes. Das Aufrücken in eine hohe Civil- oder Militärstellung hat in der Regel die Verleihung des Adelstitels zur Folge, mit dem eine Pension, ferner vielfach die Berufung in's OberHaus und in jedem Falle eine Anzahl von Pflichten verbunden ist, wie denn z. .33, der Adelige nicht ohne offizielle Genehmigung heirathen darf. Nachdem die englisch-japanische Allianz am 12. Februar 1902 veröffentlicht war, wurden am 27. Februar alle nichtadeligen Minister bis auf einen zu Baronen und der Ministerpräsident vom Vicomte zum Grafen erhoben. Doch hat der neue Adel nicht annähernd die volle Erbschaft des alten angetreten. Wenigstens die städtische Bevölkerung, die im politischen Leben mehr und mehr Einfluß gewinnt, sodann die Beamten und Offiziere verkehren mit dem neuen Adel und dem ärmeren Theil des alten Adels auf dem Fuße der Gleichheit; der Graf wird vielfach nur mit san" (Herr) angeredet. Eine an Ansehen gewinnende Klasse ist Dank der Thätigkeit des Generals Grafen Katsura, der seit 1901 an der Spitze des japanischen Ministeriums steht, der Beamtenstand. Das Ministerium Katsura hat überall da, wo Unregelmäßigkeiten vorkamen, rücksichtslos eingegriffen und viele unlautere Elemente aus den Beamtenreihen entfernt. Eine weitere Gesellschaftsklasse ist die der großen Kapitalisten. Bis heute genießen sie im Allgemeinen keine große Achtung Die meisten sind erst während der neuen Aera, und zwar allzu leicht und allzu rasch reich geworden. Man hat sie noch als völlig unbemittelte Glücksritter gekannt. Sie selbst haben bis in die jüngste Zeit weder vermocht noch gestrebt, eine gesellschaftliche Rolle zu spielen. Ihr Ziel war ausschließlich der Erwerb von Geld, das im alten Japan sehr gering geachtet wurde , und das besonders in ihren Händen noch heute nicht geachtet ist. Da nun aber der moderne Staat großer Geldmittel bedarf und da auch die industrielle Entwicklung zur Abhängigkeit vom Kapital führt, so wird dasselbe in Japan ähnlich an Macht und Ansehen gewinnen wie überall sonst in der Welt. Weit bessere Aussichten als der Beamten- und Kaufmannsstand hat das Offizierkorps. In den ersten Jahrzehnten der allgemeinen Wehrpflicht noch wenig beachtet, stieg es in Folge der Land- und Seesiege des chinesischen Krieges sehr im Ansehen des Volkes. Die seit jener Zeit betriebenen Rüstungen sicherten ihm die gewonnene soziale Stellung, und zwar rückten jetzt die Seeoffiziere ganz, in eine Linie mit den Offizieren der Landarmee. Die Kriegsbefürchiungen der letzten Zeit und der nun ausgebrochene russisch-japanische Krieg endlich haben das Interesse wesentlich auf diesen Stand konzentrirt. Daß er sich zum großen , Theil aus der alten Kaste der Samurai rekrutirt, ist dabei kaum noch von Einfluß. ' Unangenehmes Versehen. Ein Verein in Görlitz, PreußischSchlesien, hatte vor Kurzem einen Lumpenabend" (HerrenkoFimers in Lumpentracht) veranstaltet. Als die Feststimmung den Gipfel erreichte, sammelte man sich zu einer Gruppe im Festlokale, um eine photographische Ausnahme machen zu lassen. Eine an der Rückwand angebrachte große Aufschrift Ein Lumpenabend" sollte auch auf dem Bilde den Charakter des Festes näher bezeichnen. Nach der Aufnahme nahm die feuchtfröhliche Festlichkeit ihren Fortgang. Aber nach einigen Tagen, als die Konterfeis eintrafen, gab es lange Gesichter. Unter der Aufschrift Lumpenabend" und über der Gesellschaft mit Knüppeln und Schnapsflaschen, zerrissenen Röcken und Beinkleidern, Ballonmützen und eingedrückten Cylindern thronte in unleugbarer Aehnlichkeit ein sehr bekannter deutscher Fürst. Man hatte die große Büste im Vereinslokal, die über die aufgestellte Gruppe hinwegragte, im Eifer unbeachtet gelassen und so erhielt das Bild die fatale Bereicherung. Der Verein hat sämmtliche Bilder sofort vernichtet. Mo d e r n e Arche N o a h s. Der Staatsverband der Holzhändler von Wisconsin hat den Bau eines gewaltigen Hausbootes, einer Art moderner Arche Noahs beschlossen, auf der die Mitglieder des Verbandes auf dem Mississippi hinab zur Weltausstellung nach St. Louis fahren wollen. Das Schiff soll gleichzeitig als Hotel während des Aufenthalts der Gäste in St. Louis dienen. Jeder der Betheiligten soll 560 beisteuern, und man erwartet, daß damit alle Ausgaben für die Fahrt und die Hotelkosten" bestritten werden können!
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in betreff des Verhältnisses Japans in Rußland findet ' sich in einem jüngst herausgegebenen Buche von Johanne Münter mit dem Titel Chrysanthemum". Das Werkchen enthält u. a. eine Schilderung der großen Trauer Japans über das Attentat auf den jetzigen Zaren, den damaligen Groß-fürsten-Thronfolger Nikolaus' das während eines Aufenthaltes des rufstscken Prinzen in Japan stattfand. Wir geben die Schilderung nach einem Auszuge der Münchn. Allg. Ztg." verkürzt wieder. Die Verfasserin kennzeichnet den Eindruck des Attentates in Japan etwa folgendermaßen: Eine fonderbare Stille herrscht in der Stadt, eine Feierlichkeit, wie unter einer Landestrauer! Sogar die wandernden Straßenhändler mäßigen ihren Ton, die sonst überfüllten Theater sind geschlössen, wie auch alle VergnügungsLokale, jede Ausstellung - selbst Blumcnausstellungen. - Die großen Wirthshäuser entbehren der sonst zahlreichen Nachtschwärmer; die wenigen Gäste sprechen mit gedämpfter Stimme. Die Gesichter der Passanten haben das gewöhnliche Lächeln verloren. Angeschlagene Verordnungen verbieten jegliche Feier und setzen alle Vergnügungsveranstaltungen auf unbestimmte Zeit aus. Eine allgemeine Niedergeschlagenheit, wie sie nach einem nationalen Unglück, nach einer Niederlage, einem Erdbeben oder der Vernichtung der Hauptstadt einzutreten pflegt. Das Ganze dreht sich um eine Vekanntmachung, daß der Kaiser trauert, und in allen tausend Städten des Landes kennzeichnet man die öffentliche Trauer,, indem man seiner Sympathie für den Herrscher Ausdruck giebt. Und gleichzeitig regen sich überall Gedanken und Hände, wie man die zugefügte Kränkung wieder gutmachen kann. Von allen Orten werden dem kaiserlichen Gaste Kondolenzbriefe, Telegramme und seltene Gaben übersendet. Reiche und Arme wetteifern, dem verwundeten Prinzen eine Freude zu bcreiten, ' und berauben sich zu diesem Zwecke ihrer kostbarsten Schätze. Unzählig -! sind die Ergebenheitskundgebungen, ' die an den Zaren gesendet wurdenV' Andere Japaner geben ihrem Mitgefühl der Begebenheit gegenüber auf eine andere weniger ansprechende Weise Ausdruck. Sie senden demjenigen hohen Beamten, dem die Sicherheit des russischen Prinzen anvertraut war, ein blankes Schwert und einen Brief, der ihn anweist, seine Verfehlung zu sühnen und augenblicklich Harakiri" Selbstmord durch Bauchausschlitzen zu üben. Denn die Moral der Japaner verlangt augenblicklich einSühnopfer. In Kanagawa stand im Diensie einer wohlhabenden Familie ein Mädchen mit' Namen F)uko das heißt tapfer". Vierzig Millionen sind in tiefeTrauer versunken, aber Iuko mehr als andere. . . Sie fühlt das brennende Bedürfniß, zu geben, was sie kann, um das Unrecht zu sühnen. Doch sie besaß außer ihrem kärglichen Lohn nichts als ihr Leben. Und in ihrer Sorge ruft sie aus: Was. soll ich geben, damit des Erhabenen (des Mikado) Sorge aufhören kann?" Dich selber!" antworteten ihr hundert Stimmen. Du hast keine lebenden Verwandten und Du besitzest nichts, was Du opfern könntest- als Dein Leben. Dein Leben zu '.geben muß Dir die höchste Pflicht, die größte Freude sein." Yuko weiß es' jetzt, was sie geben soll. Bei Sonnenaufgang erhebt sie sich von ihrem Lager, , verrichtet ihre Morgenarbeit und erwirbt sich die Erlaubniß, nachSaikyo zu reisen, wo sie sich opfern will. Sie ist festlich gekleidet, den strahlenden Gürtel um die Hüften geschlungen und die weißesten Schuhe an den Füßen, damit sie würdig sei. ihr Leben für Japans Herrscher zu opfern. Fuko geht zu einem Haarkünstler und ersteht hier ein scharfgeschliffenes Messer. Bald steht sie vor der Pforte des Regierungspalastes, sie verschwindet im Schatten, lispelt ein Gebet, kniet nieder und durchschneidet sich mit fester Hand die Kehle, daß das Blut um sie spritzt. Am nächsten Morgen findet die Polizei das Opfer, daneben liegt ein Brief und eine kleine Börse. Mit der Schnelligkeit des Blitzes fliegt der Bericht' über die Opferung Iukos durch das ganze Land. Die Zeitungen berichten nur, von diesem Ereigniß, und derSohn des Himmels liest und versteht, wie sehr er von seinem Volke geliebt ist. Und in seiner Erhabenheit hört er auf zu trauern ... Die Minister des Mikado besprechen die Opferung und raunen sich ins Ohr: Alles andere wechselt, aber das Herz der Nation dleibt!" Die Toleran z", das Organ des Vereins deutsch-nationaler Juden", ist nach kurzem Bestehen ringe gangen. . ' Eine K atze als B r a n d ft i fterin hat in dem havellandischen Dorfe Bamme großes Unheil '" angerichtet. Sie hatte . in . der Wohnstube, Bauerngutsbesitzers Otto eine brennende Erdöllampe vom Tisch He7abgerissen, wodurch, diese platzte 'und ' das Fell der Katze in Brand setzte. Von Schmerz gepeinigt,' lief das Thier nun, während man die ' Flammen in der Wohnstube schnell erstickte, in den Pferdestall und raste dort im Stroh herum, das dadurch in Flammen aufging. Diese griffen mit solcher Geschwindigkeit um .sich, daß das ganze Gebäude eingeäschert wurde und fünf Pferde dem Brande, zum Opfer, fielen.
Von TU offen üGerfaiTen.
von Rudolf Knussert. Nach dem Entenfall saßen wir im Nebenstübchen einer Dorfkneipe beim Vier. Ein Jäger sprach die Ansicht aus, daß die Jagd, weil keine Gefahr mit ihr verbunden, heutzutage kaum mehr ein Sport zu nennen fei. Wenn es nur wenigstens noch Wölfe in unsern Wäldern gäbe." - ..Ich kann von einem solchen Renkontre erzählen," sagte Rittmeister von Salten. Wir baten natürlich den Rittmeister, uns die Geschichte mitzutheilen. - Wenn Sie eine interessante Novelle erwarten," ergriff dieser das Wort, dürften Sie enttäuscht fein. Was ich Ihnen erzählen werde, ist nur ein Jagd- oder vielmehr ein Reiseerlebniß, das sich freilich ungemüthlich genug anließ. Ich befand mich auf der Reise nach Suwalki in Russisch-Litthauen, um einen Jagdfreund zu besuchen. Es war ein schöner Wintertag. Der Schnee lag tief, aber die Bahn war gut und der Postschlitten glitt trotz seiner soliden Bauart mit 'großer Schnelligkeit dahin. Ein Schirm schützte vor dem Wind, eine starke Lederdecke verschloß das Gefährt fast hermetisch. In einiger Entfernung folgten in ihrem, einer Troika nicht -unähnlichem, offenen Schlitten meine Reifegenossen, drei polnische Weinreisende, die ich in Krajewo kennen gelernt hatte.. Wir hatten die ganze Nacht hindurch gezecht, nämlich genau so lang, bis ich, der ich doch als Deutscher auch ein Schlllckchen vertragen kann, halb unter dem Tisch, ihre Ueberlegenheit im Vertilgen von Spiritussen anerkennen mußte. Wie immer nach solchen Kneipereien, war ich sehr unzufrieden,' mit mir, um so mehr, als wir erst gegen Mittag unsere Fahrt antreten konnten. Aber eine Schlittenpartie, wenn die Sonne in tausend Schneekristallen glitzert, ist eine schöne Sache. Die Augen schließen sich unwillkürlich, geblendet von all dem Schimmer und Flitter. Eine frostige, scharfe Luft umgab uns. Ernst und schweigend, wie schwarze Mauern, ragte ein endloser, düsterer Wald zu beiden Seiten der Straße. Die Pferde griffen tüchtig aus, zuweilen schnaubend und die Ohren spitzend. Der Kutscher, ein Russe, war ein mürrischer Kauz, mit struppigem Haar, das ihm bis über die Augen herabhing, und einem blaurothen, pockennarbigen Gesicht. Meine Fragen beantwortete er mit abgebrochenem Knurren, und in gleichem Ton sprach er mit seinen sechs Rossen, obgleich er ihnen dabei die zärtlichsten Kosenamen, wie "Herzensväterchen, Zuckerpüppchen, Goldonkelchen und dergleichen gab, Die drei Polen, von denen der eine, Wladislaus Leszek hieß er. selbst kutschirte, travestirten seine Art, indem sie ihr Dreigespann mit Verbalinjurien, wie Rabenvieh, Aaskrähen, Galgen,-, vögel u. s. w. bedachten, dies aber in der süßesten, einschmeichelndsten Tonart. Der starre, schwarze Wald lief endlich in dichtes Buschwerk aus. dem nur mehr vereinzelte. Gesträuche folgten. Endlich es ging bereits gegen Abend, befanden wir uns auf einer unabsehbaren Steppe. . Hinter den breitwelligen, niedern Hügeln, auf denen nirgends mehr Bäume zu sehen waren, verschwanden allmälig die Wolken, langsam sich zu rosigen Klumpen verdichtend, oder wie riesige Purpurmuscheln sich den letzten Strahlen der untergehenden Sonne öffnend, dann, als diese verschwand, noch einige Zeit mit fahlem röthlichen Glanz den dämmernden Himmel übergoldend. Der Abendstern funkelte. ' der Mond kam herauf, klar und leuchtend, so daß man deutlich alles wahrnehmen konnte. Es wurde schneidend kalt, der Schnee knirschte unter den Hufen der Pferde, deren Nüstern dicke Dampfwolken ausathmeten. Ich hüllte mich fester in den Pelzmantel und zog die Decke über mich. Das Singen und Gelächter der drei Polen war verstummt und kein Laut unterbrach mehr die Stille, während die Nacht herabsank und nur der unbestimmte Schimmer der Gestirne die Ebene matt erleuchtete. Da ließ eines der Pferde-ein dumpfes Wiehern vernehmen und die Nüstern des Thieres witterten hoch in die Nacht hinaus. Ein anderes folate feinem Beispiele, ein drittes sprang jäh zur Seite mit jenem fürchterlichen Angstschrei, den nur ein Pferd auszustoßen vermag. Der Kutscher mußte alle Mühe aufwenden, die entsetzten Thiere im Zaum zu halten. Ich schnallte den Drilling von meinem Reisekoffer und bemühte mich, die Dämmerung zu durchspähen. Es war hell genug, um eine gefrorene Lache zu erkennen, die sich in der Entfernung von einigen zwanzig Schritten links der Straße hinzog. An ihrem Ufer sab ich einen. Schatten' in der Größe eines ansehnlichen . Hundes sich geräuschlos bewegen. . Kein Thier hat einen leifern Schritt als der Wolf, wenn er auf Raub und Mord ausgeht, keines greift so plötzlich, so unvermuthet an, wie diese unheimliche Bestie, . dieses chungernde und schleichende, fahlgelbe Gespenst der Steppe. ... Langsam erhob ich die Flinte, als ein zweiter-i-Schatten unmittelbar vor den Pfcrden wie .aus , dem .Boden her-
auswuchs, mit gesträubtem Kammhaar und phosphoreszirenden Augen, die wie grüne Räder im Kopfe rollten. Gleichzeitig flackerten leuchtende Punkte rings um den Teich auf, tanzten wie Irrlichter über den Spiegel der Eisfläcke und kreu-ien sich. Glübwürmöen gleich, bald erlöscheno, bald auf's Neue aufblitzend, nach allen Richtungen, während ein unheimlicher Laut, zwifchen heulen, knurren und bellen die Mitte haltend, die Steppe erfüllte. , Ein Schuß krachte. Leszek, den Revolver in der Faust, hatte sich auf dem Kutscherbock aufgerichtet. Jetzt entluden sich auch die beiden Schrotläufe meines Drillings und ein schreckliches Geheul verkündete die Wirkung dieser, in solcher Lage ungleic. verlässigeren Waffe. , Zwei der verwegensten Angreifer wälzten sich auf der Schneedecke, sie mit ihrem Blute färbend. Die drei Polen schössen fortwährend, wie Unsinnige, obwohl der Angriff der Wölfe zu ihrem Glück (denn nicht ein einziger ihrer Schüsse traf), fast ausschließlich auf den vordern Schlitten gerichtet war, wohl weil dieser mit der doppelten Anzahl von Pferden bespannt war. Der Kutscher hatte keine andere Waffe als seine Knute, mit der er. zu seiner Ehre sei es gesagt, furchtbare Kreise zog. Die Pferde stampften den Boden und suchten die Halfter zu zersprengen. Aufreden Schuß meines Jagdgewehres stoben die Wölfe auseinander, sammelten sich aber sofort wieder, um enggedrängt, wie Schafe, den Angriff auf die Pferde zu erneuern. Die Straße vor uns flimmerte jetzt von den funkelnden Augen der Bestien, von denen die Kühnsten in blinder, heißer Wuth die schweißbedeckten, zitternden Rosse, deren große Augen die Todesangst fast aus ihren Höhlen trieb, an der Kehle faßten oder nach den Flanken schnappten, bis ein Schlag mit dem Gewehrkolben oder dem Bleiknopf der Knute die tollkühnen Angreifer blutend in den Schnee zurückschleuderte. In diesem Augenblick veranlaßte mich ein Geschrei, als ob die Hölle los wäre, umzublicken.. Die drei Polen wälzten sich laut wehklagend neben dem umgestürzten Schlitten im Schnee. Die von Leszek nur schlecht im ! Zaum gehaltenen Pferde, hatten in der Todesdesangst die Stränge zerrissen und die Deichsel gebrochen und sprengten nun, noch , aneinander gekoppelt, in tollem Gjrtöpp über die beschneite Fläche, von einem'! Rudel Wölfe mit geisterhafter Geschwindigkeit verfolgt. Schauerlich hallte' der Todesschrei der gehetzten Thiere in der- Stille der Nacht zum Sternenhimmel, während die Polen sich im Nnäuel am Boden wälzend, abwechselnd lachten und weinten und durcheinarider '.schrieen, als, hätten sie den Verstand verloren. ' ! Mir werden sterben, wir werden sterben,' jammerten sie immer wieder, wobei sie sich wie Betrunkene umarmten und küßten. Ihre Lage war in der That schlimm genug, denn nur Leszek fand endlich die Geistesgegenwart, sich unter den umgekij?ven Schlitten zu retten; die beiden anderen verschwanden in einem dichten, sich herumzausenden und durcheinander zerrenden Knäuel, und der Kutscher und ich, selbst von Wölfen umringt und allmälig ermattend, waren außer Stande, ihnen Hilfe zu bringen. Sie waren verloren und in einigen Minuten wir wohl auch. - Plötzlich wichen unsere Verfolger zurück, und selbst die Rosse, obschon aus vielen Wunden blutend, fühlten sich frei. Die flimmernden Punkte flogen nach allen Richtungen über die Steppe hin auseinander. Jetzt ein Schuß, noch einer, eine ganze Salve, und das Geheul der Wölfe verrieth daß sie nicht ganz vergeudet waren. Nach und nach aber erloschen? die glimmenden Punkte und dumpfes Schweigen lagerte wieder über der Ebene. Etwa ein Dutzend Kadaver bedeckte den ' Kampfplatz und zwei gewaltige Thiere verendeten "noch unter den Hufen der wüthenden Thiere, als unsere Retter. schellenklingelnd heranfuhren. Es war ein Gutsbesitzer, dessen einsamer Besitz kaum zwei Werst entfernt war, mit seinen Knechten. Er hatte unsere Schüsse gehört und an einen Ueberfall jm Wölfe denkend, sofort anspannen lassen. Gefährliche Verletzungen hatte Niemand erlitten. Am schlimmsten waren die beiden Polen weggekommen, denen die. Kleider buchstäblich vom Leib gerissen waren. Aber auch sie hatten nur oberflächliche Kratzwunden erhalten, der eine freilich auch einen Biß durch die Hand. . , Die'Skelette der drei ausgesprungenen Rosse fand Staroski, unser freundlicher Wirth, am folgenden Morgen, kaum eine halbe Werst vom Kampfplatz entfernt, im Schnee. Sie waren noch durch das Geschirr miteinander verbunden." Gedankensplitter. ? Gelehrsamkeit ist ein Ballast, Wissen gibt Flügel. . Wenn, sich unsere Aussichten trüben, wird uns oft alles klar. Man profitiri oft mehr durch einen Verlust 'als an einem Gewinn. Narren sprechen die Wahrheit; deshalb hält man Wahrheitsprechende so oftmals für Narren. Mit gewissen Leuten kann man nur dann auf gutem Fuße stehen, wenn man sich ihnen gegenüber von Zeit zu Zeit, aus die Hinterfuße stellt.
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