Indiana Tribüne, Volume 27, Number 195, Indianapolis, Marion County, 8 April 1904 — Page 5

Jndiana Tribüne, 8. April 1904.

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Bezwungen. Skizze von Ä. . Wartenburg. - Du liebst ihn?" ' . Nein!" schroff stieß Lena es hervor und zerrte mit bebenden Fingern an dem zu unkenntlichem Knäuel zusammengebaUten Taschentuch. Aber du hast ihn doch gern. Warum willst du dich vor mir, deiner besten Freundin, verstellen." Nicht ausstehen kann ich ihn! Ich hasse, ich verabscheue ihn! O, wie ich ihn hasse!" Sie war aufgesprungen von dem Sessel, in dem ste gesessen. Die Augen sprühten Blitze. Der kleine Fuß in dem leichten Lederschuh trat energisch den Takt zu den leidenschaftlich hervorgeschleuderten Worten. Aber, Lena, ich kenne dich ja gar nicht wieder. Was ist denn vorgefallen? Sprich doch nur. Mir kannst du's doch sagen, mir, deiner besten Freundin. Ich sag's auch keinem weiter!" Neugierig richteten stch die runden Blaüaugen der kleinen Blondine auf das schlanke Mädchen, das sich kurz abwendend und zum Fenster tretend die Spitzenvorhänge auseinander schob und regungslos in das Getriebe der Straße hinausstarrte. Kein Laut kam vom Fenster her. Käthchen war ungeduldig. Die Neugier prickelte ihr in allen Nerven. WaZ konnte nur vorgefallen sein, daß Lena stch plötzlich in so. heftigenLlusdrücken gegen ihre in letzter Zeit doch recht offenkundig gewordene Zuneigung zu dem Assessor Balten verwahrte? Ueberall hatte man die beiden zusammen gesehen, auf dem Eise, auf der Promenade. Auf jedem Ball führte er sie zu Tisch. Er verkehrte im Hause des Commerzienraths Haland, Lenas Vater, als gern gesehener Gast. Pekuniäre Hindernisse waren nicht v?handen. Mit Fug und Recht konnte das ganze Städtchen die endliche Verlobung des 'jungen Paares erwarten. Käthchen hatte bei ihrem heutigen Besuche ein wenig auf den Busch klopfen wollen. Sie als Lenas beste Freundin glaubte ein Recht darauf zu haben, das süße Geheimniß zuerst zu erfahren. Und nun dies! Wenn man nur wüßte, warum! Leise trat sie hinter die Freundin, ergriff deren Hand, drückte sie sanft und bat, sich innig an sie schmiegend, in einschmeichelndem Ton: Saa's doch, Lena, was ist, was hast du?" Nichts!" Lena machte sich unwirsch frei, schob die andere zurück und wieder zum Tisch in den Lichtschein der Lampe tretend, strich sie sich die dunklen Haare, die ihr in leichtem Gekräüsel auf die Stirn gefallen waren, zurück und fragte mit völlig veränderter Stimme: ' ' Was willst du eigentlich? Was soll ich haben?" Die Kleine war ge-kränkt.

O, wenn du kein Vertrauen zu mir hast ... Ich habe dir doch auch alles aebeichtet von Franz und mir . . . Das

ist wirklich nicht hübsch von dir . . Sie war den Thränen nahe.

Laß gut sein, Kleine," Lena um-

fing die Freundin. Ich habe dir nichts zu sagen, denn du verstehst mich ja doch nicht. Ach, wenn ich doch Jemand fände, der mich begreifen könnte", rief sie verzweifelt, die jüngere Gefährtin aus dem Arm lassend und erregt im Zimmer auf und ab lau-

fend, der es verstünde, daß man

Freundschaft suchen, eme hetße Sehn

sucht haben kann nach echter, wahrer Freundschaft, nach einem wirklichen

Bunde der Seelen, nach geistigem Aus

tausch! Es ist so erbärmlich, daß euer

ganzes Lieben nur aus Küssen - und

Umarmen bestehen soll!

Heiße Gluth stieg ihr bei diesen

Worten in die Wangen bis hinauf

unter mt Snrnlockchen. O, Lena, er hat dich ..."

Still, sprich's nicht , aus! Ich

schäme mich so, schäme mich, daß ich

ihm vertraute, daß ich um für hoher,

besser halten konnte, sür fähig mir zu

folgen ...

- Aber, Lena, Mädchen, was ist denn dabei! Man liebt sich, küßt sick. hei-

rathet sich, das ist doch so natürlich!"

Dir scheint es so? Sei froh

ich ... ich kann nicht . . . Alles in mir lehnt sich dagegen auf . . . mich so . . .

ich finde das Wort nicht dafür ... ich

sehe nur noch den Ausdruck seiner Auaen und ... nein, laß du wirst

schweigen ... keinem Menschen ein

Wort sagen. Käthchen gelobte es feierlichst. Es darf Niemand wissen, was atoi

schen uns vorgefallen ist. Ich habe r . jr. ..':t!r

iyn IN leine Vu)iiuucu öuiuu.ycunccu

Es sind tiefnqe Worte gefallen .

Aeußerlich muß alles beim alten bleiben ... der Leute wegen. Diese lächerliche Rücksicht, wo ich ihm am liebsten nie wieder unter die Augen

treten mochte!

Na, da wird sich aber 'mal die Else Lenno freuen, wenn du deinen Assessor verabschiedest. Sie hat es schon lange

auf ihn abgesehen!

Käthe!" Es lag eine Welt von Empörung und Verachtung in dem

Ton. mit dem sie den Namen ruf.

Aber es ist doch so. . Sie gönnt ihn dir schon lange nicht, und so ein

Mann ..."

Durch und durch Weltweisheit saß die kleine Blondine da und schaute

überlegen zu der Freundm . hmuber

na, der tröstet sich leicht. Denn sieh

'mal. das Küssen gebort nun emma

mit dazu, und verlaß dich darauf, an-

derS thut'S kein Mann!"

Lenas Mundwmkel senkten sich der

Lchtlich, ein hochmllthiger Ausdruck

rat m ihr hübsches Gesicht.

Ter Standpunkt, von dem wir die

Sache betrachten, ist ein zu verschiedener." versekte sie kalt und in einem

Ton, der keinen Zweifel darüber auf

ommen ließ, wie meilenweit unter sich

sie die Freundin stehen sah.

Verletzt erhob sich die Kieme. Maa sein," entgegnete sie. steh

willdir nur wünschen, daß es dir auf deiner kühlen Höhe niemals zu einsam werden möchte. Ich ' fühle mich bei mir, da unter im Thal, entschieden wohler. Du glaubst nicht, wie mein Franz küssen kann, und wie das thut,

ach ... Sie schloß em Weilchen die

Augen. Doch nun. Adieu, morgen

auf dem Balle seyen wir uns ja wohl.

Gewiß." Die Thür fiel zu, Lena blieb allein. Wieder zum Fenster tretend starrte

ie hinaus, ohne zu sehen, was da

drunten vorging.

Ja, er hatte sie geküßt, hatte sie in einen Armen ehalten und sie war im

Augenblick der Ueberraschung willen-

os gewesen. Seine Lippen hatte sie

auf ihrem Munde gefühlt ein selt-

amer Schauer ubernes sie bei der Er-

mnerung. Endlich uoermanme lie rne

Empörung, daß sie, sich losreißend,

ihm ihre ganze Verachtung, ihren Zorn über die Enttäuschung, die er ihr berei-

et, in's Gesicht schleudern konnte. Sie

sah ihn erbleichen, hatte noch den

Klang semer Stimme im Ohr, mit dem er die Worte: Das habe ich aller-

dmgs nicht erwarten können, hervor-

stieß. -

Wie ena wan doch die Schranken

für ein Mädchen gezogen, wie kleinlich die Ansichten der Gesellschaft, wenn ein Mädchen es nicht wagen durfte, offene,-

ehrliche Freundschaft für emen Mann zu zeigen, ohne daß man ihr zu nahe trat, und Gevatter Hinz und Kunz

gleich eine Verlobung dahinter Witter-ten.

Ob ihn ihre Weigerung sebr tief ver

letzt habe? Er würde sich balb trösten, meinte Käthe. Allerdings die

Else Lenno, die war so recht zum Tro-

sten geeignet, hübsch und kokett, gefiel

sie allgemein und galt so für eme söge-

nannte ,Herrenschönheit", weswegen sie bei den Damen desto weniger beliebt

war. Ja, auch ihr, Lena, war sie stets

unangenehm gewesen, schon das helle Organ, das herausfordernde Lachen und das noch herausforderndere Benehmen mißfielen ihr gründlich. Aber gewiß, das mochte die Herren anziehen.

Auf den Ballen hatte die Elfe Lenno stets einen ganzen Schwärm Anbeter um sich. Mochten die Mütter an den Wänden auch noch so viel tuscheln.

keme der Töchter tanzte so viel wie sie, und wenn auch die jungen' Herren beim

Frühschoppen ihre Witze über sie rissen.

die naturlich die, Bruder, tanzfahiger

Schwestern diesen-mit der gehörigen

Vermehrung verbrämt getreulich wie-

der hinterbrachten, am Abend aus dem Balle spannten sich dieselben Brüder artig sittiger Schwesterlein alle willig vor Schön - Elsens Triumphwagen. Und ste sollte es auf den Assessor Balten abgesehen haben?

Möglich Ware es schon. War es da

nicht eigentlich Lenas Pflicht, ihn als seine Freundin, die sie stets gewesen und die sie doch auch, wenigstens äußerlich, bleiben wollte, zu warnen'! Aber wie? Wie würde er sich über-

Haupt zu ihr stellen? Wie ihr entgegentreten nach der gestrigen Scene im Stadtpark, die auf dem gemeinsamen Heimwege von der Eisbahn stattgefunden? Ihr Herz schlug stürmisch bei dem Gedanken an ein Wiederbegegnen, das unzweifelhaft morgen auf dem Balle beim Regierungspräsidenten, 'bei dem er nicht fehlen durfte, erfolgen würde. Sie nahm sich vor, sehr ruhig, .sehr freundlich zu sein, von abgeklärter Freundlichkeit, aus der er sogleich herausfühlen mußte, in welchen Bahnen sich ihre alte Freundschaft fortspirmen könnte. Er mußte doch davor bewahrt werden, in die Netze einer gefühllosen Kokette zu fallen, wie Else Lenno eine war. Der Gedanke an die abgeklärte Freundschaft" war so trostreich und verlockend für Lena, daß sie in das Nebenzimmer schlüpfte und das Rüstzeug für den morgenden Abend, die neue Toilette, aus dem Schrank kramte und mit zufriedenem Lächeln und manchem vergleichenden Blick in den Spiegel einer eingehenden Musterung unterzog. . Was war nur mit der Lena heute? Verwundert fragten es sich die guten Freunde und Bekannten, die mit den Blicken der schlanken Gestalt im lufti-, gen Ballkleid folgten, wenn sie im Wirbel des Tanzes an ihnen vorüberflog. Es lag etwas über ihr von zitternder Erwartung und verhaltener Gluth, das dem Mädchen einen eigenen Reiz verlieh. In ihren dunklen Augen brannte ein seltenes Feuer, und um den kleinen Mund zuckte es so eigenthümlich, während sich die Lippen zum konventionell liebenswürdigen Lächeln theilten. So witzig' und geistsprühend hatten ihre Tänzer ste noch nie gesehen. Sie flog von einem Arm in den anderen, unermüdlich, ohne Rast. Zwischendurch aber schoß freilich verstohlen ihr Blick zu der Gruppe in der Fensternische hinüber. Wollte diese Else

Lenno heute denn gar nicht tanzen?

Schon der dritte Herr hatte sich bei gebens vor ihr geneigt. , Was mochte sie sich nur so interessantes mit dem

A,1ienor anen zu erzählen yaoen? Das war schon mehr als unpassend, sich mit einem einzelnen Herrn im Ballsaal derart zu isoliren. Diese Koketterie spottete jeder Beschreibung! Und jetzt, wahrhaftig, jetzt trat sie mit dem Assessor Balten zum , Tanze an, während sie, um dessen Unterhaltung zu genießen, bisher die anderen Tänzer ausschlug. Und dieser Blick, mit dem sie zu ihm aufsah! Empörend! Lena lachte schrill auf, daß der junge Doktor, der sich schmeichelte, sie folge seinen mit Eifer vorgebrachten Erörterunaen mit aesvanntester Aufmerksämkeit und vollstem Verständniß, mitten im Satz abbrach und sie verwundert anstarrte. Ja, ja, ganz recht," stieß sie, kaum wissend, was sie sagte, hervor. Mich friert. Ich will mir meinen Umhang holen." Fort war sie, von seiner Seite verschwunden, ehe er wußte, wie ihm geschah. Er blinzelte mit den kurzsichtigen Aeuglein hinter dem Kneifer hervor, nahm ihn ab, putzte die Gläser, setzte ihn wieder auf und äugte scharf umher. Das schöne Mädchen war nirgends zu entdecken. Mit bedauerndem Kopfschütteln für das von der Natur vernachlässigte Begriffsvermögen der hohen Weiblichkeit im allgemeinen und im besonderen wandte er sich dem traulich winkenden Rauchzimmer zu, in dem er bald einen würdigen Ballvater mit rundem, rothem Gesicht und rundlichem Bäuchlein fand, der bei Bier und Cigarre

geduldig die Stunden bis zum Morgengrauen verbrachte, wenn er das tanzmüde Töchterlein endlich heimgeleiten durfte, und der einen willigen Zuhörer des sich bald in Eifer redenden jungen Rectsgelehrten abgab. -Lena hatte sich in ein kleines, nur von einer Ampel matt erleuchtetes Ge-

mach, das Boudoir der Haustochter, geflüchtet. . Hier war sie allein, ge-

dämpft nur schallte die Tanzmusik

durch die herabgelassenen Portieren herein. Das Summen der Stimmen

klang wie von fern.

Mitten im Zimmer blieb sie stehe. Nicht weinen, nur nicht weinen!" flüsterte sie imt erstickter- Stimme vor sich hin, während sich ihr fast gleichzei-

tig ein heißes Aufschluchzen aus der Kehle rang und die blitzenden Thränen

schon an den Wimpern hingen

Rasch tupfte sie mit dem Spitzentüchelchen die verrätherischen Tropfen

fort. ,

Ach was!" sie warf den Kopf tro-

tzig in den Nacken. Wozu, warum denn weinen?! Zu dumm die alber-

nen Thränen!"

Ruhiger werdend ließ sie sich in ei-

nen Sessel sinken, und während die

Hände nervös mit den Quasten der

Sessellehnen spielten, begann sie zu

überlegen.

Wer hatte ihr denn etwas gethan? Niemand. Also brauchte sie auch nicht zu weinen, nein, dazu lag gar kein

Grund vor, abgesehen davon, daß si

nur rothe Augenlider und abgezirkelte häßliche Flecken auf den Backen davon bekam. Weinen durfte sie auf keinen Fall, man würde ja sonst auf ganz

wundersame Vermuthungen kommen

können, denn daß ihr getreuer Ritter ste plötzlich verlassen hatte, konnte doch nicht unbemerkt geblieben sein. Wer

würde es ihr glauben, daß es sie nur aufrichtig schmerzte, ihn mit offenen Augen in sein Unglück rennen, all ihre

guten Vorsatze über den Hausen ge-

worfen zu sehen?

Er verschmähte ihre Freundschuft.

Spät war er heute Abend erschienen.

sehr spät. Man ging bereits zu Tisch,

und da man gewohnt war, Lena als

ständige Tischnachbarin des Assessors

Balten zu. sehen, hatte sie beinahe allein zur Tafel gehen müssen, wenn sich ihrer nicht im letzten Augenblick

iener mnge Doktor erbarmt hatte. Als

der Assessor dann endlich kam, hatte er sie nur kurz durch eine stumme Verbeugung begrüßt und stch , seinen Platz neben Elsa Lenno gewählt,, die ihn lebhaft heranwinkte und einen Sitz neben sich frei machte. Es kostete Lena große Mühe, d!m jungen Rechtsgelehrten zn ihrer Seite eine aufmerksame Miene vorzutäuschen, denn mit Auge

und Ohr war sie bei ihm, den sie schu

tzen zu müssen meinte. Das Paar saß ihr gegenüber. Wie sie lachten, wie sie

scherzten! Unerträglich, dieser lang

weilige, dozirende Doktor neben' ihr!

Beim Aufheben der Mahlzeit hatte sie ihrem Freunde" ein paar Verständniß-

volle Worte sagen wollen. Er aber

schien sie vergessen zu haben, war gar

nicht m ihre Nahe gekommen. s Der Doktor forderte den Tischwal zer. Dicht an dem Assessor mußte sie vor

über, der mit der ihr so verhaßten Elsa

m der Thur zum Ballsaal stand. Verstehen heischend suchte ihr Auge das seine. Er beachtete ste nicht, zu eifrig

flüsterte er mit seiner Dame, deren girrendes Lachen hinter ihr drein

klang und ihr einen Stich in's Herz

gab:

Sie wollte es nicht fühlen, wie heiß das Weh in ihr emporquoll, sie wehrte sich dagegen, fortscherzen, fortlachen

wollte sie, was da schmerzte. Niemand

sollte errathen dürfen, wie sie litt, wie sie bangte nach einem Blick, nach einem

Wort von ihm ... i

War das denn noch Freundschaft? rr c yi i . r '

vss ourcyzuaie ie jag. Ach sei's, was es sei, nur ihn nick

hergeben, ihn nicht lassen und verlieren

müssen! Hatte sie ihn vielleicht schon verlo

re.nl Qatte rbre Unvernunft wni

jgane iyn.mcyr 0)on von iyr gerrieben und er Trost und Vergessen bei einer anderen gefunden?! Ach, Eberhard!" schluchzte sie auf und preßte aufspringend beide Hände vor das Antlik. um. die Tbränen zu

verbergen, die unaufhaltsam ihren Lauf suchten.

Da fühlte sie sich umschlungen. Mein Liebling, mein kleiner .Trotzbf." flüsterte eine liefif stimme an,

ihrem Ohr. Nun bist du endlich be-

zwungen.

3m Kovf sank an seine Schulter.

die Sünde wurde ibr vom Gesicht ae-

zogen, und ein bärtiges Lippenpaar preßte stch auf ihren zuckenden kleinen Mund. Diesmal hielt sie ganz still, mit geschlossenen Augen, und dann hob sie scheu die Lider, blickte ihm innig in

die Augen und flüsterte errotyeno: Wie thöricht von mir, daß ich eS nickt begreifen konnte, wie lieb ick dick

habe."

Schuhmiticl gegen Nervosität.

Wegekn für die Erl,altug des Cleichgewich

, , im Geistesleben. Im modernen Kulturleben dürfte es

kaum einen Menschen geben, der nicht in gzwlssem Grade bereits nervös ist,

oder, Gefahr läuft, es zu werden. Das

wichtigste Mittel gegen dieses Leiden ist

die Arbeit. Sie ist der Brennpunkt.

von dem Gesundheit und Glück aus-

strahlen. Einen gesunden Ehrgeiz zu haben und mit Begeisterung für dessen Befriedigung zu arbeiten, ist das wahre

Elixir emer kraftigen Lebensbethatlgung. Mancher kränkliche Mann, manche hysterische Frau würde munter

und gesund, werden, wenn ihnen nur

eine reizvoNe und lohnende Arbeitsauf-

gäbe gestellt wurde. ,

Nun lauert aber hinter diesem Segen

der Arbeit das Gespenst der Ueöerarbei-

tung. Das brmgt uns auf das zweite

Gesetz des gesunden Lebens,, aus die

Nothwendigkeit von Spiel und Erho-

lung. Die Schlage des Herzens wer-

den durch eme Pause von ooppener

Länge unterbrochen, ein gesundes Herz

arbeitet also nur im dritten Theil sei-

ner Lebenszeit, . und was dem , Herzen

recht ist, das ist dem Gehirn billig. Die Forderung: acht Stunden Arbeit, acht

Stunden Erholung und acht Stunden Schlaf, die der Arbeit auch gerade den

dritten Theil des Tages zuweist, findet

demnach eine Rechtfertigung m den na-

turlcchen Verhältnissen der wichtigsten

Organe des menschlichen Körpers. An

die Schädigungen durch unvernünftiges

Essen, sowie , durch die verderblichen

Wirkungen , des Alkoholmißbrauches

hrauchen wir nur zu erinnern, desgleichen an die Nothwendigkeit eines Ausreichenden Schlafes. Außerdem hzmmen. noch viele, rein, psychologische Erwägungen in Betracht, wenn man die. Regeln für die Erhaltung des Gleichgewichts im Geistesleben auffinden will, das selbstverständlich von vornherein eine Erkrankung an Nervosität ausschließt. i5 Von großer Bedeutung ist die, Leitung der Energie, in die richtigen Bahnen, mit anderen Worten: die Erkenntniß der eigentlich wichtigen Dinge im Leben. Sich über' unwesentliche Vorgänge und Ideen aufregen, nach dem Besitz von Gegenständen streben, die der Bemühung nicht werth sind, sich vor leeren Vorstellungen fürchten, immer in das eigene Ich hineinsehen, statt auf die Größe der uns umgebenden Offenbarung der Natur zu schauen das sind

die Thorheiten, die uns der Nervosität üöerliefern. In engem Zusammenhang damit steht die Eigenschaft der Unentschlossenheit, der Dämon der Rückbetrachtung. Die Gewohnheit , einer

schnellen und scharfen Entschlußfahig keit ist ein großer Gewinn.

Es sei noch mit einem Wort der großen Bedeutung gedacht, die eine rich-

tige Erkenntniß der eigenen Stellung

und des eigenen Werthes besitzt. Der

erste Schritt dazu ist die Einsicht, daß das Individuum nur ein winziges Etwas im schrankenlosen Weltall darstellt, bestenfalls einen nicht sehr wichtigen Bestandtheil in einer vielfach zusammengesetzten Gesellschaft. Man

denke nur ja nicht, daß man anders ge

artet, aus feinerem Stoff gemacht sei, als die Nebenmenschen, oder daß man

mehr Schmerzen zu leiden habe, als

andere. Der gesunde Mensch ist ste?

innerlich dessen bewußt, daß Schmerzen, Thränen und Sorgen allem zukommen, was seit Zahllosen Zeitaltern in menschlicher Gestalt geboren worden ist. . Starkes Gefühl für die Aeußerungen der eigenen Persönlichkeit, aber

auch" starkes Bewußtsein der Zuge Hörigkeit zu einer im Großen und Gan zen gleichqearteten Gattung sind noth

wendige Vorbedingungen für ein gesundes Lebens Wie groß auch sein

Ehrgeiz sei. jeder Mensch muß früher

oder später zu einer Schätzung seiner

Fähigkeiten gelangen.

Vrsa.

Donnerwetter, hier ist's aber kalt

im Zimmer, da hattet Ihr doch em bis

chen einheizen können!" ch to i c

g e r m u t t L ? : Das ist vorläufig überflüssig, ich hab' mal ein Wort mit

Dir zu reden!" Serukigung.

Weinhändler (zum Bekannten): Ich darf Sie also am Sonntag erwarten? (als der andere einen Augenblick mit der Antwort zögert) Sie kön-

nen ruhig kommen es wird Bier ver-icht!"

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