Indiana Tribüne, Volume 27, Number 194, Indianapolis, Marion County, 7 April 1904 — Page 6

Jndiana Tribüne, 7. April I90a

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Europäische ZZachrichten.

Keffen-Darmstcdt. Darmsta b t. Den Rothen Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub erhielt von Lyncker, Generalmajor und Commandant von Darmstadt. 25 Jahre waren kürzlich verflossen, daß die Schreiner Philipp Spengler und Philipp Nieder im Dienste der Preußischen und Hessischen Werkstätten, Inspection I., beschäftigt sind. Dasselbe Jubilämn feierten Vorarbeiter Ludwig Morchel und Schreiner Georg Wenz im Dienste derselben Verwaltung. Aus diesem Anlatz wurde jedem der Jubilare von Seiten der Direktion Mainz ein namhafter Geldbetrag als Geschenk überwiesen. Vensheim. Dem Stationsvorsteher in der Hessisch - Preußischen Eisenbahngemeinschaft Karl Friedrich Georg Müller wurde aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen verliehen. Gensingen. Kassenrendant G. Schertler, der vor drei Jahren nach Veruntreuung von über 200.000 Mark durchgebrannt ist, dürfte nunmehr mit Terlinden sagen dieWelt ist zu klein". Durch Zufall ist sein Aufenthalt besannt geworden. Ein in Transvaal ansässiger junger Mann vom Hunsrück, der hier zu Besuch weilt, brachte die Nachricht mit, daß er in Transvaal mit Schertler zusammen gegen die Buren gekämpft habe und Schertler jetzt noch in Transvaal sich aufhalte. Hier ist nunmehr sofort das Nöthige veranlaßt worden, um die Auslieferung Schertlers zu bewirken. Mainz. Bei dem Anlanden eines der Firma Holzmann & Co. gehörigen Dampfers, mit welchem einige hiesige und Frankfurter Herren eine Besichtigung der neuen Eifenbahnbrücke unternommen hatten, stürzte der Matrose Ruf von Neustadt, als er von dem Dampfer auf die Landungsbrücke springen wollte, mit dem Kopf gegen die Brücke, fiel in den Rhein und konnte trotz aller Bemühungen nicht gerettet werden. 'ZSayern. München. Postamtsdirektor und Vorsteher des hiesigen Bahnpostamtes Joseph Prunner feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum als pragmatischer Beamter. In der Spicherenstraße wollte der verheirathete Fuhrmann Sebastian Wolfstein einen von ihm geleiteten, mit Baumaterialien beladenen zweispännigen Brückenwagen während der Fahrt von der linken Seite aus bestttgen, rutschte dabe: auf dem durch Schnee schlüpfrig gewordenen Wagscheit aus und fiel herab. Die zwei linken Räder des ungefähr 70 Centner schweren Wagens gingen ihm. über den Leib. Infolge der erlittenen schweren inneren Verletzungen verstarb Wolfstein. Nächst dem Maximilianeum rutschte der mit Abfuhr von Steinen der alten Brücke beschäftigte 38jahnge Fuhrmann Joseph Raith von München, als er ein Zugpferd führte, auf dem mit Schnee bedeckten glatten Boden aus. Er fiel mit solcher Wucht auf den Hinterkopf, daß er sofort verschied. Augsburg. In selbstmörderlscher Absicht stürzte sich die 83jährigePrivatiere Marm Zmner vom vierteil Stockwerke ihrer Wohnung in den Hof hinab und verschied infolge der erlittenen Verletzungen. Der einzige Bruder, Georg Zinner, Rentier in Berlin, wurde telegraphisch verständigt. Die Greisin war schon länger geistig etwas gestört. Bayreuth. Im Hofe der alten Kavallerie - Kaserne stürzte die Gattin des Hauptmanns v. Boutteville (7. Ins. - Regt.) beim Einreiten in den Hof mit ihrem Pferd so unglücklich, daß sie sich erhebliche Verletzungen zuZog. Grafenau. Holzarbeiter Michael Hilz von Grafenau, Vater von vier Kindern, wurde im nahenFraun berg beim Vlöcherziehen erdrückt. Er war sofort todt. Jngolstadt. In der KohlenHandlung von Böhmländer in der Spitalstraße entstand im Dachstuhl des Gebäudes Großfeuer, welches trotz sofortigen Eingreifens der Feuerwehr das Anwesen bis auf den Grund zerstörte. Das Feuer vernichtete bedeutende Kohlenvorräthe. Am Pulvermagazin bei Qberhaunstadt erschoß sich der Musketier Konrad Kölz der 9. Compagnie des 10. Jnf.-Regts. mit einem Dienstaewehr. K e m p t e n. Rottmeister Huber aus der Gemeinde St. Lorenz wurde auf der Strecke Hegge - Kempten vom Lmdauer Zuge ersaßt und getootet. Karlstadt. Der Bauer 5fo yann Völker wurve xm Stemvrucy durch Herabsturzende Erdmassen ver schüttet. Er blieb todt. Neu - Ulm. In Ludwigsfeld warf der Sturm einen mit Reis bela denen Wagen um. Der neben dem Gefährt gehende 16jährige Bauernsohn Johann Schuster von Pfuhl kam unter die Last zu liegen und wurde todtgedrückt. Nürnberg. Der Senior des Gemeindecollegiums, Oberingenieur Rupprecht, seit 32 Jahren CollegiumsMitglied, ist gestorben. Reit im Winkel. Das Joh. Maier gehörige Dampfsägewerk wurde ein Raub der Flammen. Würzburg. Domdekan Nirschel ist im Alttr von 80 Jahren ge-

siorben. Bäckermeister Dürr im Kirchdorfe Kist warf in einem Streite den Schwiegervater seiner Schwester die Stiege hinab, so daß derselbe todt liegen blieb. Dürr wurde verhaftet. Württemberg. Stuttgart. Präsident a. D. Dr. v. Koch, Obermedizinalrath und Ehrenmitalied des Medizinalcollegiums, ist hier im Alt.r von 75 Iahren gestorben. Blaubeuren. Infolge eines Fehltritts fiel die Wittwe Mürdter hier in die Aach und ertrank. Baumerlenbach. Der 62 Jahre alte, verheirathete Landwirt Friedrich Gebhardt von hier stürzte bei

der Mühle m Moglmgen m den hochangeschwollenen Kocher. Sein Leichnam konnte nicht gefunden werden. R o t t w e x 1. Ein von Schonberg hier eintreffender, mit Passagieren voll besetzter Postschlitten rutschte in der Nahe der über den Neckar führenden sog. Schömberger Brücke auf der stark gewölbten, glatten Straße ab und kippte um. Aufsichtslehrer Menz von Schömberg wurde durch die Splitter des zertrümmerten Fensters schwer verletzt und mußte sich in ärztliche BeHandlung begeben. Die übrigen Passagiere kamen Mit einigen Hautschurfungen davon. Der Postillon wurde am Kopfe verletzt. Spaichlngen. In dem Bezirksorte Gorheim brannten die Hauser der Wittwe Zisterer und des Kilian Braunschweiger bis auf den Grund meder. U l m. Rektor Dr. Weitzel an der höheren Mädchenschule hier wurde seinem Ansuchen gemäß in den bleibenden Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz des Ordens der Württembergischen Krone verliehen. In einer hiesigen Wirthschaft hat sich der ledige Kusergeselle Merz von hier erhängt. Gastwirth Mayer zum Fäßle" sprang von der Donaubrücke aus in den Fluß und wurde von den Wellen fortgerissen. Seine Leiche wurde in der Nähe des Gänsthurmes geborgen. U n t e r t ü r k h e i m. Wer 23jai rige Bremsschuhleger Haag von Brettenfeld, O.-A. Gerabronn, wurde auf t vt i w -r r - rir . i . r dem isuleroaynyos rn Ausuoung i eines Dienstes so schwer verletzt, daß er starb. 'Maden. Karlsruhe. Malwine Schnorr von Carolsfeld, geborene Garrigues, Tochter eines portugiesischen Generalkonsuls m Kopenhagen, ist bochbetagt hier entschlafen. Sie fang 1853 bei der Eröffnung des Hostheaters die Fides im Prophet", 1865 ging sie nach München, wo sie die Isolde kreirte. Nach dem Tode ihres Mannes zog sie nach hier, wo sie noch längere Zeit Gesangsstunden gab. Geheimer Rath Dr. Wilh. Schell, Professor für Mechanik und synthetische Geometrie, ist im Alter von 77 Jahren gestoröen. B r u ch s a l. Der 11jährige Sohn eines Schreinermeisters spielte mit einem geladenen Jagdgewehr, wobei der Knabe durch einen plötzlich losgegangenen Schuß den Schreinergesellen A. Schreier schwer verletzte. Dur lach. Oberamtsrichter a.D. K. Wielandt brachte sich im Weißen Rainle" durch einen Revolverschuß am Kopf eine schwere Verletzung bei, so daß der Tod eintrat. Ueber die Beweggründe zu dieser That ist näheres nicht bekannt. Engen. Im Lamm" feierte das Ehepaar Ferd. Deicher die goldene Hochzeit. F r e i b e r g. Nach längerem schwerem Leiden ist hier der badische Hofrath und russische Staatsrath Professor Dr. Hermann Emminghaus, ein Psychiatriker von hervorragendem Ruf, gestorben. K o n st a n z. Verbrüht hat sich in einem Kübel mit heißem Wasser das Ljährige Kind des Metzgermeisters Stocker. Das Dienstmädchen schöpfte eben heißes Wasser in den Kübel, als das Kind unbemerkt von hinten an den Kübel heranlief und hineinfiel. Die Brandwunden erstreckten sich auf drei Viertel des Körpers. Am Aufkommen des bedauernswerthen Kindes wird gezweifelt. Niederwihl. Hier brannte das gemeinschaftliche Anwesen der LandWirthe Karl Huber und Peter Kunzelmann nieder. Der Schaden beträgt etwa ,27,000 Mark. Schwenningen. Ein Amerikaner Namens Schlenker, hier gebürtig, fiel von der Platform des württcmbergischen Vahnzuges zwischen Zollhaus und Marbach herunter und erlitt durch Ueberfahrenwerden den Tod. Wheinpfarz. Kaiserslautern. Auf dem Blechhammer brachen zwei Jungen beim Schlittschuhlaufen ein. Einer derselben, der 10 Jahre alte Sohn des Schleifers Kutscher (auf dem Kotten wohnhaft) ist hierbei ertrunken, der andere Knabe, ein Sohn des Spinners Franz Lattner (Rupprechtstraße) konnte gerettet werden. Erschossen bat sich in seinem Schlafzimmer ver 21jährige Kommis der Guß- und Armaturwerke hier, Fritz Steyer, Sohn des Kassirers Steyer von der Vfälzii schen Bank. Es ist nicht bekannt, was den jungen Mann m den Tod getrieben hat. Ludwigs Hafen. Die hiesige Post feierte das 50jährige Dienstjubiläum des Postoberkondukteurs Jakob Constantz. j

M u ß b a ch. Der in der ganzen

Nordwestpfalz bekannte Jakob Wenz von hier feierte seinen 101. Geburtstag. Der hundertjährige Bauersmann hält sich immer noch recht gerade und ging bis jetzt noch der leichteren Feldarbeit nach. Neustadt. Nach kurzem schwerem Leiden starb hier Andreas Schlereth, der Chef der bekannten ' Weinfirma gleichen Namens, im 43. Lebensjahre. Offenbach a. Queich. Die ungefähr 29 Jahre alte Ehefrau des Ackerers und Eisendrehers Jakob Vongerichten stürzte die Stiege herunter und fiel dabei so unglücklich in ein zerbrochenes, sog. Sichelscheit, daß sie sich schwere Verletzungen am Unterleib zuzog. Dieselbe dürfte kaum mit dem Leben davon kommen. Rodenbach bei Kaiserslautern. Auf ebener Straße das Genick gebrochen hat hier der 43jährige Ackerer Johannes Blauth I. Schweiz. Polizeiorgane brachten den Tagner Peter Konrad von hier, den sie im Banne von Vitsch halb erstarrt auffanden, hierher. Konrad verstarb bald darauf. St. Jngbert. Die Frau des hiesigen Rechtsanwalts Sambaß entfernte sich kürzlich heimlich von Hause und wurde bald darauf in Saarbrücken todt aus der Saar gezogen. Nach einem ärztlichen Attest zeigte Frau Sambaß Spuren von Geistesgestörtheit,,die auf ein noch nicht völlig überstandenes Wochenbett zurückgeführt wird.

I n Braila, Rumänien, wurde ein junger Mann festgenommen, der sich politisch verdächtig gemacht hatte. Es stellte sich heraus, daß der Verhaftete mit dem serbischen Oberleutnant Lubomir Natschewitsch identisch war, welcher als treu ergebener Anhänger des ermordeten Königs Alexander und seiner Gemahlin, nach der Belgrader Mordnacht nach Semlin entfloh, um den Nachstellungen der Königsmörder zu entgehen. Von dort aus war er über Siebenbürgen nach Rumamen gekommen. In seinen Taschen fand man die Porträte des ermordeten Königspaares, die ihm, wie er behauptet, von König Alexander selbst geschenkt wurden. Aus den etwas umklaren Aussagen des Verhafteten scheint hervorzugehen, daß er in Rumänien lebende Serben anstiften wollte, den Königsmord an semen Urhebern zu rächen, Natschewitsch spricht serbisch, französisch, deutsch und ein wenig rumänisch. Das ehemalige Kur hessen rüstet sich, den 400jährigen Geburtstag des einstmaligen Hessensursten Landgrafen Philipps des Großmuthigen durch Gedachtmßseiern wurdig zu begehen. In dem altehrwürdigen Hama soll em Denkmal des Landgrasen errichtet werden, für welches der Kommunallandtag des Regierunqsbezirks Kassel einen Betrag von 10,000 Mark bewilligte. Dieses Denkmal wird, laut Beschluß des Landesausschusses, der Direktor der Königl. Zeichenakademie zu Hanau Max Wiese ausführen. Der Landtag bewilligte mit dem Etat zugleich auch die geforderten Kosten zur Errichtung eines Gedenksteines für den Landgrafen in Merxhausen. Die Universität Marbürg, deren Gründer dieser Fürst war, bereitet zum 13. November d. I. eine akademische Feier vor, verbunden mit der Herausgabe der werthvollen Matrikeln aus' dem ersten Jahrhundert ihres Bestehens. Unfeinem in Kopenha gen abgehaltenen Faschingsball spielte sich ein tragischer Vorfall ab. Es war schon spät, und die Kanevalslustigkeit hatte ihren Höhepunkt erreicht, als plötzlich gellende Schreie gehört wurden. Alles eilte herbei, und man sah eine Dame, deren Papieranzug von oben bis unten in Flammen stand. Bei diesem Anblick entstand unter den Anwesenden eine wahre Panik, und alle stürzten den Ausgängen zu, ohne sich um die Unglückliche zu bekümmern. Nur ein Herr hatte den Muth, ihr zu Hilfe zu eilen, und suchte einen dicken Rock um sie zu werfen, um das Feuer zu ersticken. Wer schilderte aber sein Entsetzen, als er in der Unglücklichen seine Frau entdeckte, von deren Anwesenheit er keine Ahnung hatte. Er hatte sie gefragt, ob sie am Balle theilnehmen wolle, was sie jedoch ab lehnte, weil sie mit ihrem erwachsenen Sohne verabredet hatte, auf den Ball zu gehen, um ihrem Manne eme Ueberraschung zu bereiten. Nun fand das Wiedersehen unter so schrecklichen Umstanden statt. Wie die arme Frau von diesem Unglück betroffen wurde. ist noch nicht festgestellt; man meint, ihr Papierhut sei von einer Gasflamme angezündet und der ganze Anzug augenblicklich vom Feuer verzehrt worden. Sie wurde in hoffnungslosem Zustande ins Hospital gebracht, wo sie am folgenden Tage nach schwerem Leiden ihren Wunden erlag. Er muß es wissen. Du, Papa, wie sagt man denn Französisch: le coeur oder la coeur? unstnn. Likör sagt man. Alkoholisches. Und wenn ich keinen Schnaps habe, berausche ich mich an meinen Gedanken. Haben denn die so viel Geist? Miß Verständniß. Du. ich höre, daß dein Bräutigam nur lau ter Stücke schreibt. Ja, bringt denn der mchts Ganzes fertig. .?

Chinesische TastlsrcuÄcn.

Gastronomisches auS dem Reiche Ver Mitte Bezopfte Epikuräer. In allem, was die Lebensweise und das Tafelgeräth betrifft, sind die Chinesen wahre Epikuräer, und die Feinheit ihres Gaumens kann man nach dem gekochten Reis beurtheilen, der die Nahrung der Kulis bildet. Das Hauptunterhaltungsthema der Kulis ist der Reis: sie sprechen mit viel Warme über diese und jene Eigenschaften, Vorzuge und Ernten des Reis. Da sie zwei Reisernten durch den Geschmack unterscheiden können, müssen sie einen sehr feinen Gaumen haben. Ein Chinese gibt nur bei der Hochzeit oder dem Geburtstag eines seiner Kmder em Diner m seinem Hause. Beim Speisen bedienen die Söhne des Himmels sich der Stühle, im Gegensatz zu den Japanern, die sich bei dieser Gelegenheit auf dem Boden niederlassen. Alle Gänge werden vor der Ankunft der Gaste aus den Tisch gesetzt. Man kennt in China kein Tischzeug. Die Mahlzeit beginnt gewöhnlich mit einem Getränk, das man der Reihe nach servirt; dann kommen grüne Fruchte und, Nüsse, drittens die Suppe und darauf verschiedene Ragouts und viel Gebratenes. Alle diese Speisen sind in Oel gekocht, denn beim Chinesen muß alles txnfi sehr ausgesprochenen Oelgeschmack iaben. Fleisch wird nicht wie bei uns gebraten, es wird in kleme Stucke geschnitten und gekocht. Zwischen den Gerichten werden zum Zeitvertreib einige Züge aus der Pfeise geraucht. Eine besondere Bedeutung legt der Chinese der Ceremonie bei, mn einem Freunde Wein zu trinken; die Verbeugungen und Begrüßungen nehmen dabei kem Ende. Dann, beim Schluß der Mahlzeit, geht ein Diener um den Tisch herum, und nachdem er eine Serviette in eine Schale mit Wasser getaucht hat, reicht er sie jedem Gast, der sich den Mund und die Hände damit abwischt. Ebenso originell wie die Art des Essens bei den Chinesen, ist die Art, wie sie einen Speisezettel zusammenstellen. Manche Speisen sind-Abend-ländern sehr schmackhaft erschienen; die meisten Speisen sind aber doch ein wenig abstoßend für den, der nicht daran gewöhnt ist. So findet man in allen chinesischen Städten Restaurants, in denen Hunde- und Katzenfleisch auf dem Speisezettel figurirt; dieses Fleisch wird in dünne Scheiben geschnitten und auf kleinem Feuer gebraten: darauf wird es mit Zuthaten von Kastanien, Knoblauch und Oel gebraten, und es scheint, daß das Ergebniß eßbar ist. Se. Majestät der Präsident. Als im Jahre 1862 eine japanische Gesandtschaft Europa bereiste, bewarb sich der schweizerische Bundesrath angelegentlich um deren Besuch, da man sich damals goldene Berge von zukünftigen schweizerisch-japanischen Handelsbeziehungen versprach. Die Antwort auf die Einladung war. aber leider ein Korb und zwar in folgender hübscher Form: An Se. Excellenz Schieß, den Kanzler des schweiz. Bundesraths: Indem wir den Empfang der Mittheilung Seiner Majestät des Präsidenten und der Mitglieder des Bundesrathes und weiteren Magistrate, daß Sie uns' mit Wohlwollen und Freundschaft in Ihrem Reiche empfangen wollen, anzeigen, bezeugen wir Ihnen unseren aufrichtigsten Dank dafür. . Da jedoch unsere Gesandtschaft bei diesem Anlasse den bestimmten Befehl Sr. Majestät des Taikun erhalten hat, blos Besuche in den mit unserm Reich in Verträgen stehenden Staaten abzustatten, und wir alle Eile haben, jedes dieser Reiche über verschiedene Angelegenheiten zu berathen und baldmöglichst zurückzukehren, so bedauern wir, Ihren Hof nicht besuchen zu können, hoffend, daß Sie diese Gründe gutigst würdigen werden. Mit Ehrerbietung vorgetragen, den 13. Tag des 4. Monats vom 2. Jahr von BunKun. (Gez.) Takenoönchy Simodzukens Camy. Machudaira Avamias Camy. Kiogok Notono Camy." Heutzutage kennen die Japaner die europäischen Verhältnisse besser. Professionelle Brautjungfern. Eine verwittwete Dame der englischen Gesellschaft hat eine Agentur zur Vermittlung professioneller Brautzungfern gegründet. Sie hat sich im fashionablen Westendviertel Londons etablirt und verleiht" junge und hübsche Brautjungfern nach voraufgegangener Bestellung gegen eine mäßige Gebuhr. Die geschäftliche Seite dieses Arrangements wickelt sich in den einfachsten Grenzen ab. Es ist nur nöthig, Zeit und Stunde, sowie die Zahl der gewünschten Brautjungfern zu bestimmen, und sie treffen am bewußten Tage und Orte pünktlich ein. Die durchschnittliche Gebühr beträgt 1 ($4.70) pro Brautjungfer, aber solche Mit besonders kostbaren Roben erheben natürlich weit höhere Ansprüche. Fin det die Trauung in einer Provinzstadt oder auf dem Lande statt, so werden auch Fahrgeld und Fahrzeit angerechnet. Die Brautjungfern sind auf ihrer Beruf" besonders vorgebildet, und es wird so die Gewähr geleistet, daß etwaige Störungen öder Zwischenfälle bei der Trauung nicht vorkommen. Im englischen Pari am e n t sitzen weit weniger Rechtsanwalte als im Kongreß den Ver. Staa ten. . y

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Begreiflicher Wunsch. ' Die im Bezirke Hohenstadt (Mähren) : liegende Gemeinde Schweine hat um die Bewilligung, den Ortsnamen in Ja- " noslawitz umwandeln zu dürfen, ange sucht. Laut Verordnung des öfterreichischen "nisteriums des Innern . würd? im Einvernehmen mit dem Justiz- und dem Finanzministerium die- v t sem Ansuchen Folge gegeben. ' S e l b st g e r i ch t e t. In GroßBecskerek, Ungarn, beging vor Kurzem der 'Lehrer Stefan Weichhold Selbstmord. Er war das letzte Mitglied einer Tafelrunde,, deren sämmtliche Mitglieder, einer nach dem andern. Selbstmord begingen. Erst jetzt stellte es sich heraus, daß die ganze Tafelrunde eine , ' Bande von Verbrechern war. Sie hatten nicht weniger als 120 Wechsel ge- i fälscht. . l

Kohlengasvergiftung . in der Kirche. In der Kirch: ' auf der hamburgischen Elbinsel Finkenwärder entstand unlängst eine Panik, weil eine Anzahl von Kirchenbesuchern plötzlich bewußtlos wurde. Mehrere Personen erkrankten nämlich unter Vergiftungserscheinungen, da in Folge eines Defekts des Knchenofens

die Kohlengase ausgeströmt waren. . Die Erkrankten mußten unter ärztliche " Behandlung genommen werden. '

Sonderbarer SelbstMordversuch. Aus Liebesgram unternahm neulich in Lichtenwörth, Niederosterreich, die 19iahnge Anna Brandl, da sie sich kein anderes Mordinstrument verschaffen konnte, folgenden Selbstmordversuch: Sie füllte einen Topf mit Pulver und Schrot, gab Feuerschwamm hinein und setzte sich dann auf das Gefäß; die Ladung entzündete sich und drang dem Mädchen in den Unterleib. Sie erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Eigenartiger Unglücksfall. In Dortmund, Westfalen, glitt neulich eme etwa 40 Jahre alte Naherin in ihrer Wohnung beim Waschen von Kleidungsstücken aus und stürzte mit, dem Gesäß in einen etwa zwei Fuß hohen, mit kochendem Wasser angefüllten engen Emailwaschkessel. In diesem saß sie eingeklemmt fest und konnte erst nach einigen Minuten durch ihre Hausgenossin aus dieser qualvollen Lage befreit werden. Da die Verunglückte nur leicht gekleidet war, drang das heiße Wasser leicht ein und verursachte schreckliche Brandwunden, an denen sie verschieden ist. Freigelassener Vatermörder. In St. Die im französischen Vogefen-Departement erstach

jüngst ein Dreizehnjähriger seinen Va- z- , ter, einen dem Trunke ergebener Fabrikarbeiter. Dieser war im betrunkenen Zustande spät Nachts heimgekommen und hatte mit seiner Frau ' . g Streit angefangen. Als er sie am Halse packte und zu erwürgen versuchte, z stürzte sich der 13jährige Sohn auf ihn j und stach ihm ein im Bett verborgen l gehaltenes Messer zweimal in die Brust. Der jugendliche Vatermörder , wurde in derselben Nacht noch verhaftet. bald darauf aber wieder freioe- -

lassen. Gewandte Spionage. Ein englischer Kaufmann, der ein reges Geschäft in Wladiwostok betrieb, hatte, dort einen gewandten japanischen Kommis angestellt. Vor einiger Zeit kam dieser Kommis zu ihm und erklärte, seine Stelle aufgeben zu müssen. Alle Anerbietungen, selbst eine dreifache Erhöhung des Salärs, nützten nichts, und der .Engländer sah seinen Angestellten mit Bedauern scheiden. Man kann sich das Staunen des Engländers vorstellen, als er wenige Monate später in Tokio auf der Hauptstraße seinen früheren Kommis traf, der die Uniform eines Kapitäns der japanischen Flotte trug. Verurtheilte Soldat e n s ch i n d e r. Entgegen den früher veröffentlichten irrthümlichen Meldungen, wurde der Prozeß wegen der zahlreichen Unglücksfälle bei dem vielerwähnten Manövermarsche von Vilek, Bosnien, erst dieser Tage vor dem zuständigen österreichisch-ungari-schen Kriegsgerichte zum Abschlüsse gebracht. Die Führer des 12. ungarischen Jnfanterie-Regiments, welche angeklagt waren, die Soldaten in der Sonnengluth überanstrengt zu haben, so daß viele am Hitzschlag starben, wurden Beide verurtheilt, und zwar Oberst Albert Grünzweig v. Eichensieg zu fünf Monaten strengen, Arrests und Oberstleutnant Stephan Török de Telekes zu zwei Monaten. Moderne Jugend. Großes Aufsehen erregte neulich in Czernowitz, Bukowina, der Selbstmord des 15iäh-

rigen Realschülers Jacob Sinnreich, des Sohnes einer angesehenen Familie. Sinnreich hatte zu einem 13jährigen . ; Mädchen tiefe Neigung gefaßt, allein das Mädchen wies seine Liebeswerbungen ab und begünstigte einen anderen Knaben. Als Sinnreich Gewißheit er- ,r langt hatte, daß seine Bemühungen, die Gunst des Mädchens zu erringen, vergebliche seien, provozirte er seinen Rivalen und es kam zu einem ameriramschen Duell. Sinnreich zog die schwarze Kugel U'id führte den Selbstmord aus, indem er sich aus einem Revolver eine Kugel in die rechte Schläfe ' ? jagte. Er blieb sofort -todt.

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