Indiana Tribüne, Volume 27, Number 194, Indianapolis, Marion County, 7 April 1904 — Page 4
Juvtana Tribüne, 7. April 1908.
Indiana Tribüne. Herausgegeben von der utbg Indianapolis, Ind.
Harry O.Thudium Präsident. . Geschäftsloealk No. 31 Süd Delaware Straße. ' TELEPHONE 269. fc-ntered at the Post Office of Indianapolis as second dass matter. Unser Civildienst Die Administration hat nun endlich den Congreß zu dem Bewußtsein gebracht, daß er hauptsächlich dazu da ist, Bewilligungen zu machen und Campagne,Reden für Roosevelt zu halten. Ein einziger sachlicher Bericht aber stempelt die Roosevelt-Oden zu Gassen Hauern. Dienstag wurde dem Hause auf einen beziehungsweisen Beschluß ein Bericht der Civildienft-Behörde, in welchem angegeben wird, wie oft die Regeln der Behörde in den lrtzten 20 Jahren suspendirt waren, vorgelegt. Der Bericht zeigt klar und deutlich, daß Präsident Roosevelt sich den Teufel was aus Regeln oder Gesetzen macht, wenn es gilt, gewisse Ziele zu erreichen. Die Gefahr liegt nahe, daß der unbequeme Bericht in irgend einem dunkeln Fache des Haus-Archivs verschwinden wird, um sich anderen unbequemen Aufschlüssen zuzugesellen, aber niemals debattirt werden wird. Der Bericht über die Abweichungen von den Tivildienstregeln März 1885 bis März 1904 zeigt: Präsident Harrison unterließ die AnWendung der Civildienstregeln im Bahnpostdienst im Jahre 1889, indem 1932 Beamten stellungen verändert wurden. Präsident McKinley erließ am 20. Janüat 1899 eignen Specialbefehl zur permanenten Anstellung von 1,456 temporären Beamten im Marine-De-partement. Im Mai 1900 authorisirte Präsident McKinley die Ernennung von 25 Marinesoldaten in die classificirte Liste. Mit Umgehung der Civildienftregeln wurde von McKinley der jetzt berüchtigt gewordene James N. Tyner als Hilfs-Generalanwalt im Postdepartement, dessen Clerk Barrett und Pinchot im Forstdepartement in den classificirten Dienst eingereiht. 'Die Umgehung der Civildienst Regeln bei Besetzung von Stellen in der Marine durch McKinley war durch die Kriegslage völlig berechtigt. Die Anstellung Tyners ohne CivildienftPrüfung ' war unentschuldbar, aber erscheint, doch gemildert, wenn man beachtet, mit welcher Geringschätzung Präsident . Roosevelt die Dienstregeln bei Seite setzte, wenn es galt Stellen für politische Günstlinge zu beschaffen. ' ' Am 11. Februar 1903 ließ Präsident Roosevelt 33 Clerks in den MarineStationen ohne die vorgeschriebene Prüfung clasfificiren. Er ernannte 33 Clerks im classificlr ten Dienst ohne die vorgeschriebene Prüfung. Er ernannte ferner, ohne sich an die Vorschriften der CivildienstBehörde zu kehren, d. h. ohne jede Prüfung einen Arzt für die Indianer Reservation in Arizona, mehrere Clerks im Kriegs-, Schatz- und Postamt und !m Signaldienst. Er ernannte ebenfalls im krassesten Widerspruch zu den Dienstregeln einen Anwalt zum classificirten Beamten der zwischenstaatlichen Handels-Commifsion. Elf Beamte wurden von ihm wiederangestellt ohne Rückficht auf die Altersgrenze. Den Bericht völlig zu bringen würde ermüden, wir wollen uns daher damit , begnügen, daß daraus hervorgeht, daß wenn Präsident Roosevelt jemanden für ein Pöstchen ausersehen hatte, die gesetzlichen Bedingungen, unter denen die . Stellen allein vergeben werden sollten, ganz einfach beiSeite geschoben wurden. Auch der Briefmar-ken-Agent John P. Green, von dem man in der Postamts Untersuchung hörte, wurde aufBefehl von Roosevelt dem classificirten Dienst ohne Prüfung eingereiht. Diese Willkür, mit der er seine politischen Gehilfen den Gesetzen zum Trotz in fette Pöstchen setzte, auf welche zahlreiche verdiente Männer, die alle borgeschrieben? Prüfungen bestanden hatten,Anwartfchaft hatten, krönte er durch die frivole Ernennung des Arztes Leonhard Wood zum General-Major. Wie schwer die Interessen des Landes durch die Besetzung von wichtigen Aemtern durch unqualificirte Favoriten leiden, ist dem Haupt der Nation ganz
schnuppe. Wiederwahl um jeden Preis ist seine Parole. Keine seiner ungesetzlichen Ernennungen kann er entschuld!gen. Das Land war im tiefsten Frieden, während der Krieg mit Spanien für die meisten Ernennungen, die Präfident McKinley gegen die Civildienstregeln machte, einen ausreichenden Grund bot. Corruption im Dienst wird durch solche willkürliche Verletzung der Dienstregeln von höchster Stelle selbst gezüchtet und gezogen.
Ob sich die Municipal Ownership" in Chicago als segensreich bewähren wird, hängt hauptsächlich von der Tüchtigkeit, des ueuen' Stadtraths ab. Das ganze Land wird den Verlauf der Dinge in Chicago mit Spannung derfolgen, denn jedes Gemeinwesen ist darin interessirt. Als Zeichen, datz es. mit der Herrschaft der in England am Ruder befindlichen Minister-Partei zu Ende geht, kann angesehen werden, daß die englische Presse anfängt, Abrechnung mit der Partei zu halten und den Saldo ihrer Leistungen zu ziehen. Ein angesehenes Londoner Blatt stellt folgende Rechnung auf : Seitdem die Unionisten-Partei im Januar 1895 zur Macht gelangte, hat sie das Land in mindstens 14 Kriege und militärische Expeditionen verwickelt. Das ist ein scheußlicher Record, auf den ein Reich von Wilden stolz sein könnte, der aber einem Königreich, das unter den Mächten für Friede, Freiheit und Gerechtigkeit eintreten will, zur tiefen Schmach gereicht." Die 5cften dieser Kriege und Ex peditionen in den neun Jahren der Unionisten - Herrschaft berechnet das Blatt ' nach offiziellen Ziffern auf rund 250 Millionen Pfund Sterling, oder etwa S1.250)00,000. Die laufenden Ausgaben der Regierung für Armee, Marine und Befestigungszwecke sind in derselben Zeit auf 400 Millionen Pfund, oder $2,000,000,000 gestiegen. Im Jahre 1895 war die Nationalschuld auf 635 Millionen Pfund gesunken. Anfangs des Jahres 1904 betrug sie 798 Millionen Pfund, war also um etwa $515,000,000 gestiegen. Echt englisch ist es, daß in der Aufstellung von dem grauenhaften Verlüften an Menschenleben, ' dem Schmerz und dem Elend, das die UnionistenPartei über die Nation gebracht hat, auch nicht ein Wort gesagt wird. Dem hat der englische Krämergeist bekanntlich noch nie ein Conto eröffnet. Der Geldpunkt ist der einzige wunde Fleck John Bull's. An dem hat ihn die herrschende, Partei empfindlich getroffen, und dies wird sie stürzen. Alles Andere ist Nebensache. Die Finanzlage England's hat sich allerdings in Folge der aggressiven auswärtigen Politik der herrschenden Partei ungemein ungünstig gestaltet. Die Staatseinküufte für das mit dem 31. März abschließende Geschäftsjahr zeigen eine Abnahme von $49,936,405 gegen das Vorjahr.- Der Ausfall vertheilt sich auf- die Einkommensteuer mit 40 Mill., Zölle $2,984,16, Stempelmarken $3,500,000, Erbschaftssteuern $4,494,750, Accise $2,431,900, Vermischtes $1,112,975. Die Einnahmen haben zugenommen im Postamts um $3.500,000. Haussteuern $500,000 und Vermischtes $497,380. In Verbindung mit dieser Abnahme kommen die Zeitungen-zu dem Schlüsse, daß das Defizit sich auf ungefähr 20 Millionen, wenn Transvaal die ihm geborgten Gelder zurückzahlt, belaufen wird. Raucht die BONANZA. B a u e r l a ub n i ßf ch e ine. John Chislett. 2-stöckiges Wohnhaus, 27., nahe Illinois Str., $2,464. W. G. Schneider, 2-stöckiges doppeltes Wohnhaus, Central Ave. und 24. Str., $2,500. C. E. Hollingsworth, hölzernes Wohnhaus, Park Ave., nahe 25. Str.. $1,500. John Koch, Prospect, nahe Olive Str.. Reparaturen. $2,775. S. A. Hamilton, 22 Summit Str., hölzernes Wohnhaus, $1,295. I. W. und M.' L. Collins. Capitol, nahe 32. Str., 2-stöckiges Wohnhaus, $1,800. Frank P. Sherer, 813 Coffey, 2-stöckiges Wohnhaus. $1,400. Highland Gulf Club, Myer's Road, nahe 20. Str., in Riverside Park, hölzernes Clubhaus, $300. I. Lilly, 1502 N Meridian Str., zwei Verandas, $2,565. Home Laundry. Familien-Wäsche. Prompte Ablieferung. Phone 9623.
Ans den Gcrichtsljijfcn Schwerwiegendes Zeugniß ge gen lvalter Brown. Ex-Cafsirer Tk. L. Collins erhob dasselbe.
In dem Prozesse des Walter Brown, welcher angeklagt ist, den Ruin der Indiana National-Bank von Elkhart mit herbeigeführt z haben, beirat gestern als letzter Belastungszeuge der ehemalige Cesfirer der Bank W. L. Collins den Zeugenstand. Derselbe wies an der Han, von Checks, Noten und den Bankbüchern nach, datz Brown, indem er ununterbrochen nicht nur für seine Geschäfts Unternehmungen, sondern auch für sich selbst von der Bank große Summen lieh, so daß er resp, seine von ihm geleiteten Firmen der Bank über $200,000 schuldeten. Er wußte ganz genau um den Stand der Bank Bescheid und in zwei der vor dem öffentlichen Zufammenbruch der Bank abgehaltenen nächtlichen Versammlungen entnahm er der Cassette, in welcher sich die Noten befanden, eine ganze Anzahl, für welche er gut gesagt hatte. Heute wurde mit dem Verhör der Zeugen für dieVertheidigung begonnen. Von lästigen Ehefesseln befreit. In der Mühle des Scheidungsmüllers Allen wurde gestern viel schmutzige Familienwäsche gewaschen. Das Sie sultat war, daß folgende auf dem Meere der Ehe gescheiterten Personen von lästigen Ehefesseln befreit wurden. Sabina Hanlon von Lawrence Hanlon ; er ist Polizist und hatte seine Frau auf Scheidung verklagt, indem er sie der Trunkenheit und des gewaltthätigen Benehmens beschuldigte. Sie hatte den Spieß umgedreht und eine Gegenklage eingereicht, in welcher sie ihn des brutalen Benehmens und der Trunkenheit anklagte. Sie konnte nachweisen, daß Hanlon mehrere Malz von der Sicherheitsbehörde wegen Trunkenheit undPflichtvernachlässigung bestraft worden war. In Folge dessen wurde ihr die Scheidung bewilligt. Pearl L. Swineford von Harry F. Swineford ; Lottie Stanley von Clin ton W. Stanley; sie darf ihren tDlfö? chennamen Chambsrs wieder führm ; Lottie McCoy von Wm. McCoy ; Mary L. Waddington von James D. Waddington ; Alma Ennis von Stanley Ennis; der Klägerin wurden $300 Alimente bewilligt. Schadenersatz wegen ungerechtfertigter Verh a f t u n g v e r l a n g t. Charles Parker hat Charles C. Haugen auf $1000 Schadenersatz verklagt. Derselbe hatte vor einigen Monaten in Bowen's Leihstall ein Pferd und Buggy geliehen. Er brachte dasselbe am Abend zurück. Am nächsten Morgen vermißte er sein Portemonnaie und er kehrte nach dem Stalle zurück. Es war in dem Buggy nicht gefunden worden, worauf er Parker, welcher bei Bowen als Stallknecht angestellt ist, des Diebstahls beschuldigte. 'Er ließ ihn unter dieser Anklage verhaften; im Polizeigericht wurde Parker jedoch freigesprochen. Daher die Klage. Eine Versicherungs-Ge-fellschaft verklag t. Emma B. Hottell reichte eine auf Zahlung von $1500 lautende Klage gegen die Old Wayne Mutual Life Ass'n." ein. Sie hatte im März 1887 das Leben ihrer Mutter, Margarethe Egelhoff, bei der Vereinigung für $1000 versichert. Dieselbe starb vor etwa einem Jahre und bis jetzt ist es der Klägerin noch nicht möglich gewefen, die Verficherungs-Summe zu erhalten. ' Klage g e g e n e i n e n H a u sWirth. Ferdinand Kruger hat seinen HausWirth Wm. L. Higgins auf Schadenersatz von $2000 verklagt. Er hat eine Wohnung in dessen ApartementHaus, No. 130 Ost St. Joe Straße, inne. Vor einigen Monaten war seine Frau in dem Hause die Treppe hinun-: tergestürzt und hatte sich derartige Ver letzungen zugezogen, daß sie seitdem nicht im Stande gewesen ist,, ihren häuslichen Pflichten nachzukommen. Kläger behauptet, daß die Beschaffenheit der Treppe Schuld an dem Unfall hat. Das Lachen verwandelte sich in Weinen. ; Vor einigen Tagen wurde Walter Westlake, welcher sich auf der Hochzeits-
reife befand und in einem hiesigen Hotel mit seiner jungen Frau abgestiegen war, unter der Anklage der Verausgabung von werthlvsen Checks verhastet. Eine ähnliche Anklage war auch , in Muncie gegen ihn erhoben worden. Der Fall kam gestern im Polizeigerichte zur Verhandlung. Da jedoch die mit den falschen Checks geleimten Personen nicht weiter gerichtlich gegen ihn vorgehen wollten, da ihnen ihr Schaden ersetzt worden war, so entließ der Richter den Angeklagten mit einem suspendirten Urtheile. Die junge Frau war überglücklich, und sie hoffte natürlich, daß ihre ferneren Honigmonate nicht wieder in solch' rauher Weise gestört wurden. Allein ihr Glück war nur von kurzer Dauer, denn schon wenige Minuten später wurde ihr Gatte auf Befehl des Richters aus3 Neue verhaftet. Vom Polizeichef in Chicago war nämlich ein Schreiben eingelaufen, in welchem derselbe mittheilt, daß er der Ansicht war, daß Westlake derselbe Mann sei, welcher dort im Great Northern Hotel werthlose Checks passirte und schließlich seine Zeche schuldig blieb und daß er ebenfalls in San Francisco ähnliche Streiche ausführte. Der Chicago'er Polizeichef ersuchte, Weftlake festzuhalten, bis einer seiner Detectivs hier eintreffen würde. Sofort nach Empfang dieses Briefes fand die Verhaftung des jungen Ehemannes statt und der Richter setzte die Bürgschaft auf $1000 fest. Da er sie nicht leisten konnte, so mußte er auf's Neue in's Gefängniß zurückwandern. Seine Frau aber zog tiefbetrübt von bannen. Ein Thauffeur bestraft. Der Chauffeur Carl Fisher, welcher mit seinem Automobil mit Blitzesschnelle die Straßen entlang jagte, bekannte sich im Polizeigericht des schnel len Fahrens schuldig und wurde um $5 und Kosten bestraft. Der prominenteste Chin e s e i n T r u b e l. Moy Kee, wohl der prominenteste und gebildetste Chinese unter den hiefigen schlitzäugigen Söhnen des himmlischen Reiches, wird sich am 14. April unter der Anklage, in seinem Restaurant an der O. Washington Str., eine sog. Slotmaschine" in Betrieb gehabt zu. haben, verantworten müssen.
Polizeiliches. Ein resolutes Fräulein. Fräulein Susanna Noble, Mitglied der Charity Organisation Society", nahm gestern höchst eigenhändig die Verhaftung zweier professionellen Bettler vor. Der Eine war der einbeinige Edward Logan und der Andere der halbblknde John Herron. ''Die Gesellschaft geht bekanntlich vor allen Dingen darauf hinaus, den professionellen Bettlerherrschaften gründtich das Handwerk zu legen. Der Unterschlagung be schuldigt. - Die Detectivs Hauser und Larsh verhafteten gestern Abend den 22jährigen Ernst Reed von 811 Elm Straße unter der Anklage, der Perfection Broom Co.", deren Office fich No. 604 State Life Gebäude befindet, etwa $100 unterschlagen zu haben. Unabhängiger Turnverein. Morgen, Freitag, Abend findet ein Tanzkränzchen für die Activen und die Mitglieder der Damen-Classe des Unabhängigen Turnvereins statt. Grundeigenthums Uebertragunaen. Timothy Callahan an Deniza Bushong. Lot 81 in Wiley & Martin's Subd. von Outlot 10. westlich vom River, nördlich von Washington Str. $1,250. Hiram F. Flowers an Lucy A. Flowers u. A.. Theil Lot 6, GrandView Add. östlich von College Avenue, nördlich von 27. Str. $2000. August Bucher an Christian I. Emhardt. Lot 79, Dunlap u. A. Subd.. Morris Add., nahe East u.Dunlap. $1 Der Home Bock X ist wie immer an der Spitze, eine Probe wird Sie davon überzeugen. Mn Zapf heute und die folgenden Tage in allen Wirthschaften. In Flafchen nach allen Stadttheilen abgeliefert. Tele phon 1050.
Zum neuen eben.
Eine Ostergeschichte von Th. Ebner. Nun, Herr Huber, frei sind Sie jetzt, und es liegt nur in Ihrer Hand, den Flecken auf der Ehre durch tadelloses Benehmen ganz wegzubringen. Wollen Sie mir die Hand d'rauf geben, daß Sie Alles aufbieten, um wieder ein ehrlicher. Mensch zu werden?" Mit diesen Worten bot der Direktor des Gefängnisses in der ProvinzialHauptstadt dem vor ihm stehenden, soeben aus sechsmonatlicher Haft entlassenen Huber die Hand. Aber es war, als müßte dieser sich zwingen, die Hand zu ergreifen. Stumm und finster blickte er zu Boden, und nur die krampfhaft wogende Brust zeigte, daß in dem Innern des jungen Mannes ein schwerer Aufruhr tobte. Wer wollte es ihm auch verübeln? 's war eine traurige, leider aber auch ganz alltägliche Geschichte. Karl Huber war braver Leute Kind, ein frischer und aufgeweckter Bursche, und niemals hatte ihm Jemand Böss nachsagen können. Mit großem Erfolge hatte er seine Lehrzeit im Bureau eines Notars durchgemacht, seine Prüfung glänzend bestanden, und als er kurz darnach eine gute Stellung erhielt, da sahen er und feine Eltern freudig in die Zukunft. ... Sie waren Beide miteinander in die Schule gegangen, der Karl Huber und des Schmiedenachbars Lisabeth. Sie- war ein blitzsauberes, adrettes Mädel, ein Gesicht hatte sie wie Milch und Blut, und ihr Vater das war ein reicher Mann. Der vermacht wenigstens 7Q,000 Mark," sagten die Nachbarn, und die mußten's ja wissen. 's gibt einmal ein stattlich Paar," sagten die Leute, und wenn die Zwei selbst auch nicht von der Zukunft redeten daß sie einst Mann und Frau werden, das galt ihnen als ausgemachte Sache." Eile hatte es ja nicht sie konnten Beide noch -warten,, sie waren ja fo jung! Da kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel der schwere Schlag. Dem Notar in der Residenz, bei dem Karl Huber arbeitete, waren eines Tages 1800 Mark abhanden gekommen. Niemand hätte Karl, der selbst Alles aufbot, den Dieb ausfindig zu machen, der That für fähig gehalten. Aber ein anonymer Brief, der klar und deutlich sagte, daß man da und da in feinem Zimmer das Geld finden werde, wurde durch die Nachforschung bestätigt. Als Dieb wurde Karl Huber verhaftet und verurtheilt ... Das Alles zog nochmals in dieser Stunde an der Seele des Unglücklichen vorbei. Sein Vater war mit Herzeleid in die Grube gefahren, "und feine alte Mutter saß einsam und vergrämt daheim. Unheimlich still war's in dem Zimmer. Mit aufrichtiger Theilnahme blickte der Direktor auf den Unglücklichen. Huber," mahnte er, Sie sind ein Mann, beginnen Sie ein neues Leben!" Da lachte Huber gellend auf. Ein neues Leben !" rief er. Herr Direktor, ich hab' einmal Einen gekannt, dem ging's wie mir. Den haben, sie. auch mit Trostfprüchen aus dem Gefängniß entlassen, und dem Manne war's ernst mit seiner Besserung. Die Füße hat er. sich wund gelaufen, damit er wieder ein ehrlicher Kerl werde, an allen Thüren hat er angeklopft, und wie sie ihn genug geschmäht und verspottet hatten, und wie ihn der Hunger gar so arg Plagte wissen Sie, was er that in seiner Verzweiflung? Fragen Sie einmal im Zuchthaus die Nummer 7 die kann's Ihnen genau sagen." Den Waldweg hinunter schreitet Karl Huber einsam und allein. Bei nahe die ganze Nacht ist er gewandert. der Heimath zu. Und nun gerade, du ymrer ven tannendewacyenen ergm die Sonne emporstieg, stand ec droben und sah in das Thal zu seinen Füßen. Das war.ja seine Heimath dort in jenem Häuschen wohnte seine Mutter. Karl Huber stand da, und mächtig schlug ihm das Herz. Was werden die da drunten sagen, wenn er durch die Straßen des Dorfes geht, er, der Dieb, der ehrlose, ausgestoßeneMensch, Soll er fliehen hinaus in die weite Welt, über's Meer, in das Land-, wohin so Mancher geflohen, der daheim Schiffbruch gelitten? Sollte er die fern elenden Leben ein rasches Ende machen? Er springt empor, waldeinwärts zu eilen und doch hemmt er Plötzlich den Schritt ... er steht und lauscht. Leise erst und dann mächtig anschwellend tönt's vom Thale herauf. Die zitternden Klänge der Charfreitagsglocken schallen weit hinein in den leuchtenden Morgen. Wie sonniger Himmels glänz liegt's auf Thal und Höhen, lebendig wird's ringsum. Erst em leises, halb träumendes Zwitschern und Singen, und dann mit einem Male, je höher die Sonne steigt am Firmament, der Vögel schmetternder Chor, der sich feierlich mischt mit dem Klänge der Glocken.. Karl Huber horcht auf. Das sind Schritte das ist heiliger Gott! Die da vor ihm steht, das ist er taumelt . . . ' . ' ' Lisbeth!" schreit er r- er will auf sie zustürzen, aber die Fü.ße versagen, ihm den Dienst. Es wird dunkel vor seinen Aucien. Ey spürt nur Eins. '
daß sich eine warme Hand um die sei , rii"r frhlre&t af fy'Arl sCiv P l I
l"7-"-p i"-- lu- viin, tiitc liebe, traute Stimme, die ihm Worte der Liebe sagt, die Alles hofft und Alles duldet, und als er endlich emporsieht : uno yinemvnckt m diese treuen Augen, da ziebt's ibn binab. ibr zu ??Men. Karl!" das Mädchen beugt sich zu ihm und ihre Hand gleitet liebkosend über sein Haar Karl, komm zu dir ich bin's ja, ich, deine Lisbeth!" Mein," ruft er. mein? Nein, Lisbeth, das kann nicht sein ein Dieb, bin ich, ein Ehrloser, ein Straf ling und du, du bist rein, rein wie ein Engel des Himmels." Da geht's wie ein flüchtiges Lächeln über das ernste Gesicht des Mädchens. Nein, Karl, .du bist kein Dieb, du kannst frei dahingehen . . . Gott ist ein gerechter Richter." Sie hatte seine Hand gefaßt. Siehst du," so berichtet sie. seit gestern weiß ich's, und Wissen's Die da drunten. Auf seinem Todtenbette hat es der Georg, der Lenzenbauern Sohn, gestanden Gottes Hand hat ihn schwer getroffen; im Walde ist er beim Baumschlagen verunglückt just so viel Zeit blieb ihm noch, seine Schandthat zu beichten. Aus dem Wege wollte er dich schaffen, weil er ein Auge auf mich hatte. Als er dich einmal in der Residenz besuchte, hat er einen Augenblick deine Abwesenheit benutzt, das Geld zu entwenden die Gelegenheit, es in deinem Zimmer zu verstecken, hast du ihm ja selbst gegeben, weil du ihn zur Nacht dabehieltest." Und darum ist mein Vater gestorben, darum mußte ich derurtheilt werden. Heiliger Gott, kann so etwas geschehen," rief Karl Huber. Rechte nicht mit Gött, Karl," bat Lisbeth, was geschehen, ist geschehen. Ich wußte, daß du gestern frei wirst, mir war's, als müßte ich die Erste sein, die dir Alles erzählt. Gottlob, es ist mir möglich gewesen. Und nun komm zu deiner Mutter." ' Da stand sie vor ihm, das Mädchen, das ihm vertraut und geglaubt, und wie sie emporsah zu ihm mit feuchtem Blick, wie sie nun die Arme um 'ihn fchlang und vor Freude in Thränen ausbrach, da hob Karl Huber die Hände empor zum leuchtenden Himmel. Vater im Himmel," rief er, vergib mir, daß ich an dir irre geworden bin. Du bist die Liebe und die Gnade, und wie dein Geist die Welt durchdringt, edle Herzen zu erwecken zu neuem, frohem Leben, so laß auch mich, laß uns vertrauend die Wege , gehen, die du uns führst." Und wiederum klang's herauf vom Thale zu . den beiden glücklichen Menschen, die droben standen, fest . umschlungen und einander fest in die Au gen sahen. Ja, sie läuteten einem seligen Glück den ernsten Willkommgruß entgegen, die Charfreitagsglocken, und froh verkündet ihr hallendes Tönen die Votschaft der Liebe, die auch unterm Kreuze und vor des Gefängnisses Thür Treue hält Denen, an die sie glaubt. Berlangt - Anzeigen rgend welcher Art werden in der .Jndiana Tribüne mit 5c per Zeile für jede Jnsertion berechnet. ;rj. v!!ff rtttrtf Ein Mädchen für allgemeine Saus Brrzuugl . arbeit. Guter Lohn. Nachzufra gen SS0S Nsrd Capitol Ave. !2tsrtttrtr Ein MSdcken für allgemeine Hau tOEllllIIgl arbeit. . Nachzufragen bei Ferd. A. Mueller, SSI Nord Liberty. ' GrnndeZgenthum : STffiflS; Ihrem eignen Haus zahlen ' Wir zeigen Ihnen wie dies möglich ist. Keine Zinsen. Kleine monatliche Zahlungen, unbeschränkte Zeit. Sprechen Sie 'vor oder schule Sie Briesma:ke für weitere Einzel heiten. Amerten Home Buying Co., No. 9 Lombard Gebäude, Indianapolis. GrnndeigenthuM : 822? ä'ÄS wir haben einen Plan, wodurch wir Ihnen zu dem Besitz eine? Heims oder Fam verhelfen in irgend einer Localität, irgend einer Stadt. Sie machen nur kleine monatliche Abschlagszahlungen. Keine Zinsen, kein Baargeld, unbeschränkte Zeit. Sprechen Sie vor oder schicken Sie Briefmarke für weitere Einzel heiten. American Home Buying Eo., 9 Lombard Gebäude Indianapolis. Unter wessen Dach wohnen Sie in dieser Saison? DeS Ihrigen oder deö Landlords. Warum nicht des Ihren. - - America Home Buying Eo., 9 Lombard Gebäude Indianapolis. Hfe Einheimische Stt&uitt kurieren Ihr v SZagenbeschwerden. Zum verlausen in V SSS West Washington Straße. GrundeigenihnM : 1& S Ä Man nehme Oft Washington Ears bis Rural Stratze. Spreche vor bei N. E. Kiel Lumder Eo., Oft Washing, ton und elt . R. Geschäfts-Gelegenheit : K. der Vertauschen eines Geschäftes Probiren Sie THE BUSINESS EXCHANGE, Zimmer 1, Kitzgerald Gebäuk -. Nordöstliche Ecke Market Straße und Eircle.
