Indiana Tribüne, Volume 27, Number 193, Indianapolis, Marion County, 6 April 1904 — Page 3

Jndiana Tribüne,

.April 190. 3

Maccdonifchc Wincn in Chicago. Kampf zivischcn Streikbrechern und Gewerkschaftlern. Senator- Morgan über die Panama-Gescllschaft. Der Abgeordnete Prince hält wieder eine Rooscvclt'che Lobrede im Hause. Ein jugendlicher Mörder. Kansas City, Mo., stimmt republikanisch.

Streik-Unruhen. Chicago, 5. April. Als heute die Fabrik der Amer.' Can Co. den Betrieb wieder aufzunehmen suchte, unter Beibehaltung von 300 Streikbrechern, kam es zu Unruhen, wobei 2 Leute geschaffen wurden, einer ernstlich. Unter den Angreifern befand sich eine Anzahl von Mädchen. Die Polizei trieb die Streiker auseinander. Einer der Verletzten, John McNichols, erlag seiner Wunde später. Die Unruhen begannen früh am Tage. Als 300 griechische Streikbrecher den Versuch machten in die Fabrik zu gelangen, wurden sie von den Vorposten der Gewerkschaftler mit Knüppeln und Steinen angegriffen. Eine Abtheilung von besonneren Gewerkschaftlern versuchte vergeblich die Ruhe herzustellen. Als ein Schuß aus der M:nge auf die Grie chen abgegeben wurde, kannte die Wuth ber Söhne des klassischen Bodens keine Grenzen. Diejenigen, die schon in der Fabrik waren, schwärmten Revolver und Messer in der Faust schwingend, wieder hinaus um ihren bedrängten Landsleuten beizustehen. Nach hartnäckigem Kampf gelang es der Polizei die Griechen in die , Fabrik zurückzutreiben und die Gewerkschaftler auseinander zu jagen. Hierbei wurden zwei Leute schwer verletzt. Am Abend als die dreihundert Griechen in geschlossenen Reihen die Fabrik verlaffen wollten, wurden sie von etwa 1000 Ausständi' gen angegriffen. Auf beiden Seiten gab es Verwun dete. Die Griechen wurden schließlich auf den Bahnzug von der Polizei eskortirt. Als der Zug sich in Bewegung fetzte, wurde aus einem Waggon ein Schuß abgefeuert, der McNichols in den Leib drang und seinen Tod zur Folge hatte. Jugendliche Mörder. St. Paul, Minn., 5. April. In einem Gepäckmagen wurde heute die Leiche eines Unbekannten, der ermordet wurde, aufgefunden. I. Lewis, 17, und A, Stewart, 16, die in Northfield verhaftet sind, haben nach dortiger Nachricht gestanden, den Mord voll führt zu haben. DerKampfinderVer st a d t I i ch u n g. Chicago, 5. April. Die Heutige Stadtwahl war die interessanteste seit Jahren, da es sich nicht blos um Wahl von 35 Stadträthen Hälfte des Stadtraths handelte, sondern auch um oie Frage der Verstadtlichung der Straßenbahnen. In den 35 WardS waren zahlreiche Candidaten aufgestellt! Die Befürworter der Verstadtlichung hatten schon seit Wochen einen energischen Feldzug gesührt. Das sog. Müller-Gesetz, welches die letzte Legislatur erlassen, wurde den Wählern unterbreitet. Hierdurch werden die Städte in Illinois berechtigt, Straßenbahnen in Selbst-Betrieb zu nehmen. Demokr. Staats-Conven-t i o n i n O h i o. Columbus, O., 5. April. Das demokratische Staats-Central-Co-mite beraumte die Staats-Convention auf den 24.-25. Mal in Columbus an. R, L. Starr, ein Anhänger der Hearst-Bemegung. wurde als Vorsitzer für die Convention erwählt. Conföder. Veteran f. Owensboro, Ky.. 5. April. A. C. Tompkins, Capitalist und einer der hervorragendsten Tadakzüchter des Staates, ist heute 65 Jahre alt gestorben. Er war Mitglied der GeneralVersammlung und diente in der conföderirten Armee. Selbstmord'Versuch im Gefängniß. S a l a m a n c a, N. Y., 5. April. W. D. Dimm, von Dayton, O., ein Post-Bahnclerk der Erie Bahn, machte heute im Gefängniß einen ErstechungsVersuch und liegt in bedenklichem Zu stände im Hospital. Dimm war wegen Beraubung der Post verhaftet worden.

Congre.

Senat. Washington, 5. April. Senator Morgan brachte heute seinen Antrag vor. der Generalanwalt löge den Senat darüber lnformiren, was er hinsichtlich des Ankaufs der Eigenthumsrechte, die Colombia zum Bau eines Jsthmus-Canals N. B. Wise gewährte, durch die Vereinigten Staaten gethan habe. Der Senator benutzte den Antrag zu einer Rede über die CanalLage, erklärend, die neue Panama-Ge-sellschaft sei nur als Pächter der Eigenthumsrechte auf dem Isthmus zu betrachten. Wenn wir der Regierung von Panama die $10,000,000 bezahlen, so sei die amerikanische Regierung berechtigt, mit der Canal-Gesellschaft als Pächter zu verhandeln. Morgan tadelle in scharfen Worten die Waffenstreckung der Vereinigten Staaten . vor der Canal-Gesellschaft" und bemerkte, es find irgend welche verborgenen Einflüsse am Werke, welche jener Gesellschaft eine ausschlaggebende Macht auf alle unsere jüngsten Handunsere jüngsten Handlungen bei dem Canal-Unternehmen verschafft haben". Für etwaige Verzögerungen sei die Canal - Gesellschaft, durch Frankreich gedeckt, verantwortlich. Morgan deutete die Möglichkeit an, die Gesellschaft könne sich weigern, einen befriedigenden Verkauf abzuschließen. Die Verzögerung der Zahlung an Panama stehe in seltsamen Gegensatz zu der Haft bei der Ratification des Hay - Varilla Vertrags und sie hänge mit den Forderungen der Canal Gesellschaft zusammen. Morgan beantragte am Schlüsse Abstimmung über seinen Antrag; erwerbe aber auf Senator Kittredge's Antrag dem Ausschusse für inter-oceanische Canäle überweisen.' Haus. Die Berathung über die Bewilli-gungs-Vorlage für die Militär-Akade-mie wurde heute fortgesetzt. Abg. Prince, Jll.. welcher die Bestimmungen der Vorlage besürwortete, schweifte zu einer kurzen politischen Rede ab, worin er die Wahl des Präsidenten Roosevelt im November pro phezeite. Die früheren Mißhelligkeiten zwischen dem Präsidenten als Höchst-Com mandirender der Armee und dem Kriegssekretär bezeichnete Redner als sanfte Zephyr-Rede" im Vergleich zu dem, was sich zwischen Generalstab und Kriegssekretär ereignen würde. Sicherlich werde der Sekretär nicht als HauptClerk die Dekrete des Generalstabs re gistriren, sondern werde dem Stab über den Kopf wachsen und dessen Mitglieder uner sich bringen. Die Handlungsmeise dieser untergeordneten Offiziere im Executiv-De-partement" haben dem Hause die Unan nehmlichkeiten verschafft, die es in so mancher Hinficht gehabt hat. Zwischen dem Regierungs-BureauS und deren der Legislative herrsche ein gegenseitiges Mißtrauen. Die hohen Bewilligun gen, die der Congreß mache, würden durch untergeordneteBeamte abgeschätzt. Man müffe den Departements-Vorstän-den zu verstehen geben, daß. wenn sie die Grenze ihrer Rechte überschreiten, sie nicht einen Dollar erhalten würden. Abg. Wade, Ja., sprach über die Trusts Und warf dem Generalanwalt vor, uur 9 Prozesse gegen sie ange strengt zu haben. Abg. GaineS, Tenn., erklärt, durch den Flcischtruft würde 1 das Volk ausgehungert.

Ein W a s s e r g r a b. T a m p a, Fla.. 5. April. Bei einer Vergnügungsfahrt ertranken , 5 Mitglieder des Florida Methodisten College. 4 Studentinnen und ein Gast des College. Rev. Walker der Präsident des College, welcher an der West Küste des Golf etwa 30 Meilen von Florida entfernt liegt, hatte die Gesellschaft in seinem Seegelboot bei einem Ausflug zu Gaste. In der Nähe des Anclote Leuchthauses kenterte das Boot. Dam Reverend und einer Studentin gelang es das Land schwimmend zu erreichen. Die anderen 5 Ausflügler ertranken. - . I - ; .

Kriegscorrespondenten Bon Nnssen verhaftet.

Chicago, 5. April. Der Correspondent .der Daily News" von Chicago telegraphirt vom Kriegsschauplatze, daß er und ein College, sowie zwei japanische Diener von den Russen im Hafen von New Chmang verhaftet wurden und nur durch Einschreiten des amerikanischen Consul ihre Freiheit erlangten. Ihre beiden japanischen Diener behielten die Russen zurück und t man fürchtet für ihr Leben, da sie wie Spione behandelt werden. Der englische Ccnsul, an den sich die Correspondenten zuerst wandten, erklärte, ihm ginge die Geschichte nichts an. Die A r b e i t e r - U n r u h e n auf dem Isthmus. Washington. 5. April. Die Ardeiter-Unruhen auf dem Isthmus von Panama, die aus dem Streik der Arbeiter bei der Panama-Bahn entstanden, haben eine ernste Wendung genommen. Der amer. Geschäftsträger in Panama erstattete einen Bericht an das Staats-Departement. Die Angelegenheit kam in der heutigen Cabinets-Sitzung zur Sprache und es herrschte einstimmig die Meinung, daß Alles geschehen müffe, um die VerWicklung der amerikan. Regierung in irgendwelche Arbeiter-Streitigkeiten zu vermeiden. Zugleich jedoch wurde beschlossen, der Panama-Bahn all' den Schutz zu gewähren, zu welchem sie vertraglich berechtigt ist. Generalpostmeister Payne, der nun seit mehreren Wochen erkrankt ist, konnte der heutigen Cabinets-Sitzung beiwohnen. Er ist noch immer schwach, hofft aber bald wieder im Besitze seiner früheren Gesundheit zu sein. Fürdas rothe Kreuz. Chicago, 5. April. Eine musikalische Unterhaltung zum Besten der ruff. Rothen-Kreuz-Gesellschaft, die in der Wohnung von Frau Potter Palmer stattfand, ergab ein Rein-Erträngniß von $4500. Stand Pat Beschlüsse. C r e st o n. Ja.. 5. April. Die republ. Congreß - Convention des 8. Ja.-Distrikts stellte beute wieder den Abg. Th. P. Hepdurn als Candidaten auf. Die Beschlüsse tragen deu Stand Pat" Charkter und bekämpfen die Iowa Idee". Ein Mann bei der Taufe der ,, Virginia" ver u n g l ü ck t. Newport News, Va., 5. April. Das Schlachtschiff Virginia" wurde heute in Gegenwart von 30.000 Menschen von Mathilde Guy Montague, Tochter des Gouverneurs, getauft. Der Gouverneur mit Stab, Hilfs'Sekretär Darling mit anderen Beamten vom Marinedepartement, die virginifche Congreß'Delegation und Andere waren anwesend. Ein Frühstück schloß sich an. Unmittelbar nach der Taufe stürzte Johu Calhoun, ein bejahrter Mann aus Richmond, der sich unter den Zuschauern befand, in das Trockendock des Kreuzers Cbarleston". Er war auf der Stelle todt. Wahlnachrichten. Kansas City. Mo.. 5. April. Das städtische republikanische Ticket wurde erwählt. In den letzten 4 Iahren war die Municipalität gänzlich in Händen der Demokraten. M il wa ukee , 5. April. Die Demokraten siegten in der städtischen Wahl, Mayor David S.Rose wurde mit einer Pluralität von 5,912 über seinen rep. Gegner gewählt. In den Stadtrath wurden 24 Demokraten, 13 Republikaner und 9 Socialdemokraten gewählt. Lincoln, Neb., 5. April. Die Republikaner erwählten das ganze Stadt-Ticket. Straßenbahn-Streik ge schlichtet. Cleveland, O., 5. April. Der Streik der Conducteure und Motorleute der Cleveland & Southwestern Traction Co. wurde heute aberklärt, nachdem auf einer gemeinsamen Conferenz eine friedliche Schlichtung aller Streitfragen erzielt war. Die Angestellten zogen ihre Forderung auf Ent lassung des Generaldirektors Nichols zurück. Um die Lohnfrage handelte es sich nicht. Die Gesellschaft erklärte sich zur Anerkennung der Union" bereit. Seit dem Streikbeginn am Samstag war der Verkehr auf der Linie völlig unter bunden.

Neform-Sieg

In Chicago durch Annahme deö Müller'schen Geset'.es errungen. Chicago. Jll.. 5. April. Die Volksabstimmung über das Müller'sche Gesetz, welches öffentlichen Besitz der Straßenbahnen bestimmt, ergab ein Votum von 152.435 für und 30,104 gegen dasselbe. Im selben Verhältniß stimmte die Bürgerschaft für sofortige Uebernahme der Straßenbahnen, und zwar mit 120.744 gegen 50.893. Die Frage, ob der Schulrath, durch directe Abstimmung oder wie früher durch den Mayor mit Bestätigung des Stadtraths erwählt werden soll, wurde durch ein Votum von 115.553 gegen 58,432 für directe Wahl durch da4 Volk entschieden. Also ein vollständiger Sieg des Volkes. Panama Canal-Bonds. W a s h i n g t o n, 5. April. Der Finanz-Ausschuß des Senats bevollmüchtigte heute Senator Aldrich, ein Amendement zu der Vorlage über die Panama-Canal-Zone einzuberichten, wodurch die Canal Bau - Bonds alle Rechte und Privilegien der außenstehend den zweiprozentigen Regierungsbonds erhalten. Der Zweck ist, den Natio nal-Banken die Benutzung der Bonds als Circulations-Basis zu gestatten. I a p. Studenten. St. L o u i s. 5. April. 15 jap. Studenten der Universität Tokio trafen heute ein, um während der Weltausstellung für japan. Aussteller thätig zu sein. Als die Studenten am Bahnhof ihre heimathliche Flagge als Begrü-ßungs-Zeichen erblickten, brachen sie in laute Hochrufe aus. Schiffsnachrichten. Angekommen. , Bremen: Kaiser Wilhelm der Große" von New Jork. London: Mesaba" von New York. Teneriffe: Abydos" von San Francisco. Moville: Astoria" von New York. Antwerpen: Zeland" von New York. New York: Vaderland" von Antwerpen; Rotterdam" von Rotterdam. Cin Lebensretter. Wohl selten ist es einem Menschen beschicken gewesen, so vielen seiner Mitmenschen das Leben zu retten, wie dem jüngst in Hann.-Münden verstorbenen Bäckermeister Fritz Hagemann. Fast ein volles Dutzend hat er dem sichern Tode, theils den Wellen der dicht an seiner Besitzung vorbeifließenden Werra, theils den Flammen brennenber Häuser entrissen. Hagemann hatte auch eine besondere Art, denjenigen, die sich leichtsinnig in Gefahr begeben hatten, ihr Unrecht klar zum Bewußtsein zu bringen. Auf einem seiner Pürschgänge überraschte er eines Tages einen jungen Mann, wie dieser gerade im Begriff stand, seinen Kopf in die Schlinge zu stecken, die er an einem Baumaste befestigt hatte. Hagemann legte auf den Selbstmordkandidaten an und forderte ihn zunächst auf, von dem Baume herabzukommen. Alsdann hielt er ihm eine lange Rede, in der er dem Manne zunächst klar machte, wie es für einen gewesenen Soldaten schimpflich sei, zum Stricke zu greifen; nur ein ehrlicher Soldatentod durch Pulver und Blei könne einigermaßen die Schmach des Selbstmordes mindern. Hierauf ließ er den Lebensmüden in einer Entfernung von ew 50 Aards an einen Baum treten, schlug die Flinte gegen ihn an und zielte. Aber schon ehe Hagemann zwei gezählt hatte, war der Lebensmüde" im nahen Dickicht verschwunden. . Mißglückte? Todessprung." Im Cirkus Busch in Berlin sollte jüngst an einem Abende eine neue Sensationsnummer vorgeführt werden: Miß Jackson sollte Schleifenfahrt" (Looping the loop") und Todessprung" in einem Tempo ausführen. Zu diesem Zwecke reichte die Schleife nicht wie üblich bis zum Boden der Manege herunter, sondern sie brach an ihrem Ende, mit einer kleinen Steigung nach oben, etwa zwei bis drei Vards über dem Erdboden jäh ab, so daß die Radlerin, wenn sie die Schleife hinter sich hatte, an dieser Stelle zum sogenannten Todessprung hinausschnellen mußte. Die Schleifenfahrt hatte Miß Jackson auch glücklich hinter sich, doch beim Todessprung verlor sie die Richtung. Sie wurde nach der rechten Seite hin hinausgeschleudert, flog mit dem Rad gegen das seitwärts aufgespannte Netz und dann über dasselbe hinaus in den um die Manege sich hinziehenden Gang, wo sie mit dem Kopf gegen die Sitzreihe anschlug. Durch das Netz war der Sturz aber doch so gemildert worden, daß die Radlerin sich kurz danach dem Publikum als unverletzt" vorstellen konnte. Ein Todtengraber in Holland behauptet, 80.000 Leichen U gryben zu haben.

Zlcbcrlchwcmmung in Cripolis.

Ursachen, Verlauf ,,s schädliche Folgen ttt seltenen Katastrophe. Das Ende der heurigen Regenzeit im Norden Afrikas wurde, wie man aus Tripolis schreibt, durch ein Ereigniß Zekennzeichnet. wie es seit Jahrhunderten nicht mehr eingetroffen ist; Stadt und Oase von Tripolis waren von einer großen Überschwemmung heimgesucht. Die Katastrophe wurde hervorgerufen durch ungeheure Regenmengen, die in kurzer Zeit in einem Umkreis von 62 englischen Meilen niedergingen. Da die Berge gänzlich kahl sind, stürzte das Waffer mit reißender Schnelligkeit in die Ebene. In dem fruchtbaren Thal des Medschenine wurde das Wasser kurze Zeit durch einen Damm aufgehalten, der aber auf die Dauer nicht stark genug war. Denn schon nach zwei Stunden war das Werk durchbrochen, und mit erneuter Gewalt stürzte das Wasser weiter, der zwölf Meilen durch die Wüste führenden Karawanenstraße folgend. Trotzdem der Wüstensand enorme Wassermengen aufsaugte, war er nicht im Stande, das entfesselte Element aufzuhatten; in einer Einsenkung südlich von der Oase von Tripolis (Mafri) sammelte sich ein großer See. Die hohen Sanddünen des Sees stürzten bald ein. und nun ergoß sich das Wasser über die sanft abfallenden Gärten, alles mit sich reißend: Häuser, Menschen, Vieh, Dattelpalmen, Olivenbäume. Abends waren die beiden von Masri nach dem Brotmarkte führenden Straßen bereits in yardtiefe Flüsse verwandelt. .Die den Abfluß- in's Meer hindernden Häuser stürzten ein, die Wassermassen ergossen sich in den Hafen und füllten ihn theilweise mit Sand aus. Drei Tage lang hatte man in Tripolis das noch nie dagewesene Schauspiel, mitten in der Stadt einen Fluß, zu sehen, der jeden Verkehr der beiden Stadttheile unmöglich machte. Der materielle Schaden dürfte mehrere Millionen Francs (1 Franc gleich 18.8 Cents) betragen. Die Zahl der bei dem Hochwasser umgekommenen Personen wird auf über 50 geschätzt. Seltene Lebenskraft. Die Zähigkeit des Maulthieres und seine Widerstandskraft gegen die Einflüsse der Witterung und die Folgen von Unfällen sind besonders im englischen Heere, das an allen erdenklichen Orten der Welt mit den verschiedensten Trainthieren arbeitet, sprichwörtlich geworden. Man pflegt in der That zu sagen, das Maulthier sei einfach nicht todt zu machen, bis es in späten Iahren an Altersschwäche eingehe. Doch gibt es unter den Maulthieren wieder besonders dauerhafte Thiere, und von einem solchen, das sich bei der englischen Expedition in Tibet befindet, meldet ein ernster Berichterstatter eine Geschichte, die beim ersten Anblick Anspruch auf einen Platz in einer jägerlateinischen Blumenlese zu haben scheint, aber buchstäblich wahr sein soll. Als die Expedition unter Oberst Aounghusband jüngst den Dschelapelapaß überschritt, that eines der Maulthiere der Trainkolonne einen Fehltritt, stürzte und fiel in den See am Fuße des Berges. Man glaubte, das Thier sei ertrunken und die Kolonne setzte ihren mühseligen Weg in's Lager fort. Am folgenden Morgen kam indessen eine Proviantkolonne auf demselben Wege nach und fand unten im See ein Maulthier nur mit dem Kopf aus dem Eise hervorragend, aber anscheinend noch lebendig. Man machte sich mit Aexten daran, das arme Thier, das über Nacht thatsächlich eingefroren war, aus dem Eise loszumachen, zog es an's Land und brachte es nicht nur auf die Beine, sondern wirklich wieder in Bewegung. Es hatte anscheinend weder äußerlich noch innerlich nennenswerthen Schaden erlitten und that wieder ganz munter mit seinen Traingenossen Dienst. Das Schwert am Himmel. Aus der sibirischen Hauptstadt Tomsk vermeldet ein Berichterstatter: Seit dem Ausbruche des russtsch-japanischen Krieges befinden sich die Dörfer in der Umgebung in einem Zustande religiöser Aufregung. Eine Anzahl Mushiks (Bauern), die nicht das Geld für die Eisenbahnfahrt bezahlen können, ziehen täglich durch die Straßen der Stadt und erklären, sie wollten nach dem großen Troitzky-Kloster bei Moskau gehen, um dort für den Erfolg der russischen Waffen zu beten. Auf Befragen erklären sie, in vielen Theilen Westsibiriens sei am Himmel eine blutige Hand gesehen worden, die ein Schwert mit einem Kreuzgriff halte, und sie glauben, dies sei die Hand des hl. Georg, des Siegbringers, des w Rußland besonders verehrten Heiligen. Ein Priester Namens Athanasius hat die Mushiks davon in Kenntniß gesetzt, daß in drei Monaten die ganze Figur des hl. Georg auf einem Flammenpferd über Sibirien ziehen, am Meere ankommen und die Herzen der heidnischen Japaner mit Schrecken erfüllen wird. Die Heere des Zaren würden einen großen Sieg gewinnen, und das japanische Meer würde, wie das rothe Meer vor den Jsraeliten, austrocknen, so daß die Russen siegreich nach Tokio marschiren können. Automobile sollen heuer in Amerika etwa 80.000 auf den Markt gebracht werden. Damit dürfte jedoch kaum der Hälfte der Nachfrage genügt werden können.

Aerzte. R. F. M. PBAT, Spezialift.

Augen, Ohren, Nase und äs! 31 Ost Ohio Straße, Indianapolis. Hume Gebäude. DR.C. L. RITTER, Newton Claypool Gebäude, Zimmer 8 233. NeueS Telephon 4661 (Penrsylvauia und Ohio Str.) 2. Stock, 0ssireStunden: 9 bis 10:30, bis s:80 Uhr 7 diS 8 Uhr Abends am Montag. Dienstag, Donnerstag. Samstag. olznung: 1448 PrSdet ratz, stunden : S Uhr Vormittag und l Uhr Nachmittags. Neues Telephon 30. Dr. J. A. Sutcliffe, Wund-Arzt, Geschlechts, Nrin- undRectum Krankheiten. Office : 155 Oft Market Str. Tel. 941 Office-Stunden : 9 bis 10 Ubr Bm. : 2 618 Uhr R 301 West Washington Str Verkäufer des berühmten Quifiine :: Whisky Das beste Mittel gegen Malaria und Erkältung. Salöon und Restaurant. Offen Xaa tt flaAt. Achtung. Empire Wood & Coal Co. empfiehlt Holz für Bäcker, 2 Fuß lang, gespalten, beste Qualität, $3 die Ladung ; sowie Sägemühlen Holz, Buchen und Ahorns 14 Zoll lang, gespalten oder ungespalten, $2 die Ladung. Fabrik-Holz, $2 die Ladung. Empire Cöäl&Vroofl Co 553 Lineoln Str. Telephon : Neu. 9291. Alt. Main 116. Neu. 478. Alt, Main 32. ..Niedrige Raten.. .... nach ... Kalifornien und zurück ..via.. Big Four Route General-Conferenz der Methodisten Episkopal Kirche, Los Angeles, beginnend 3. Mai. National Association der Detail Groceristen der Ver. Staaten San Francisco, 3. bis . Mai. Fahrkarten nach San Francisco und Los Angeles, Cal., und zurück werden verkauft vom 22. April bis einschließlich 30. April 1904 ; ebenso am 1. Mai für solche Züge, die ihre Passaqiere in Chicago, Peoria, St. Louis oder Eairo an demselben Tag landen, von allen Punkten bet Big Four", Eincinnati Northern und D. & U. R. R. zu sehr niedrigen Raten. Schlietzliche Retoursahrt beschränkt auf 30. Juni? Liberale UederliegungS.Privilegi'n. er Bestellt Christian dvorate'S Spezial-Zug für Los Angeles, iür Bequemlichkeit der Delegaten und Andere, welche die Pacifte Küste zu besuchen wün schen, sührt via Big Four Route. Für nahe Information und Einzelheiten wende man sich an die Big Four Ticket Agenten oder schreibe an WARREN j. LYNCH, Gen'l r ss. & Ticket Agent, Cincinnatl, Ohio. Kurze Depeschen. 5. April. Inland. Lincoln, Nebr. W. I. Bryan kehrte aus dem Osten zurück, um jetzt mehrere Wochen inFairview zu bleiben. A k r o n , O. Die Akron SpacBank wurde geschlossen und zwei Concursvermalter ernannt.' Die Verbind lichkeiten werden auf Kl, 151, 910 an gegeben, denen Activa in der gleichen Höhe gegenüberstehen. Washington. Die Entscheidung des Bundes-Obergerichts, welche der zwischenstaatlichen Handels-Com-Mission die Befugniß zuspricht, alle auf Corporationen bezw. Contracte zu prüfen, verleiht dieser Behörde erst ihre Wirkungskraft. Anöland. Berlin. Prinz Ernst v. Leiningen ist gestorben. Er war 1830 geboren. S t. P e t e r S b u r g. Der Gouverneur von Beffarabien hat, im Hinblick auf die gedrohten antisemitischen Ausdrüche, Straßen-Ansammlungen und Waffentragen verboten.