Indiana Tribüne, Volume 27, Number 190, Indianapolis, Marion County, 2 April 1904 — Page 3

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Jndiana Tribüne, 2. April 1904

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Ohio 's Hciinsuchnng. Uclicrfchwcmmungcll an uiclcii Orten nebst einigen Menschen-Opfern.

Unsere Silben lllkcr'ttdnstric. Selbstmord eine ngenicurö der Marine. (rttbcn -Arbeiter und Bcswcr. Bahnranb in (salifornien. Äist-Attcntat gegen i Mädchen.

Verruchte That. Ein Unhold ermordet seine beiften LLohlthSter im Schlafe.

Viel Orte unter Wasser. Retina, 0., 1. April. Die Befürchtungen anläßlich deS großen Reservoirs sind heute Nacht gestiegen. Das Wasser steigt weiter, aber die Hauptgefahr liegt in dem heftigen, sich stetig verstärkenden, von Westen kommenden Winde. Er treibt die (eWässer gegen daS Ost-Ufer von St. Marys, wo das Ufer bereits geschwächt ist. St. Marys liegt am OstEnde, Celina am West-Ende des Reservoirs. .Fluthsignale ivx Räumung find auch dem Canal entlang gegeben. Der St. Marys Fluß hat Bahnen und anderem Eigenthum großen Schaden zugefügt. An dem Damm auf der Celiua Seite sind Nachts zahlreiche Arbeiter in Thätigkeit. Eine große Menge Anwohner deS Reservoir-Distriktes find bereits geflüchtet, wissend, daß einem Bruche auf irgend einer Seite schweres Unglück folgen wird. Ottawa, O., 1. April, er Blanchard Fluß ist heute Nacht über seine Ufer getreten. Die Leute in den unteren Stadttheilen sind ausgezogen. In Ealia, 9 Meilen südlich, ertrinken heute Abend 2 Männer beim Ber uche, zu einer Brücke zu kommen. Lima, O.. 1. April. Ein Viertel der Stadt ist unter Wasser und die Verbindung zwischen Nord und SüdLima abgeschnitten. In vielen Fällen wurden Leute unmittelbar vor dem Einsturz ihrer Häu ser gerettet und manch knappes Ent rinnen voin Tode war zu verzeichnekl Auch einige der größten Fabriken stehen runter Wasser. Die ahl der Obdachlosen wird auf 82000 ge chäfet. Aus Upper SanduSky, Voungßtown, Weiter und anderen Orten lie fen ähnlich Nachrichten ein. Unsere I u ck e r - I u d u st r i e. W a s h i n g t o n , 1. April. Der

Präsident übersandte dem Eongres heute einen langen Bericht über die Fortschritte der Rüben'Zucker.Jndustrie im Jahre 1003. Der Bericht, im landwirthschaftlichen Departement ans gearbeitet, legt die Ergebnisse persön licher Beobachtung in den 86 Fabriken des Landes nieder. Es wird ange führt, die Industrie könne nicht länger als ein Erperiment betrachtet werden; der Erfolg fei eine feststehende That fache. Seit dem letzten Bericht kamen l neue Fabriken in Betrieb. S e l b st m o r d e i n e s MarineBeamten. P e n s a c o l a, Fla.. 1. April. Leutnant Commander T. Warburton. Ober Ingenieur des Schlachtschiffs Maine". zur 3eit in diesem Hafen, verübte heute in seiner Kajüte Selbstmord. Kohlen-Noth. Des M o i n e S, 1. April. In Folge der Schließung der Gruben steht stch der Staat Iowa einer Kohlen-Noth gegenüber; hier ist kein Pfund Kohle zu kaufen und andere Städte find ähn lich betroffen. Die hiesigen Händler können aus Kansas City. Omaha und andern Nachbar-Orten nur beschränkte Quantitäten beziehen. Falls die Lage sich nicht beffert, muffen die Fabriken in den nächsten Wochen aus Mangel an Heizmaterial den Betrieb einstellen. Zeichen auf ein nahendes Einverstündniß zwischen Arbeitern und Besitzern liegen nicht vor. 2 Mädchen vergiftet. W i l k e s b a r r e, Pa., 1. April. Carrie OmenS starb heute an einer Opium'Bergiftung; eine Gefährtin be findet sich in prekärem Zustande. Die Mädchen verloren in einer Wirthschaft das Bewußtsein und eS wird untersucht, ob ihnen Betäubungsmittel verabreicht worden. Nach Manila. San Francisco, 1. April. Transportdampfer Logan" fuhr heute nach Manila mit 275 Rekruten des 23. Ins. Rgts. unter Major H. Benban ab. Auch einige andere Offiziere sind Paffagiere deö Schiffes, ferner Frau Wood, die Gattin des Generalmajors, mit ihren 3 Kindern.

Congresz.

Senat. Washington. 1. April. Yharfreita ; wurde vom Senat dnrch eine fast ununterbrochene Debatte über poii--tische Fragen gefeiert. Bis Nachmittags 2 Uhr stand der Marck-Antrag bo treffs Gesetzmäßigkeit der jüngsten Re gierungs-Verordnung über Alters-Pen-sinnen zur Berathung. Der Hauptredner Mallory sah sich häusig durch rebupl. Senatoren unterbrochen. Er sagte. Sekretär Hitchcock habe mit seiner Verordnung die Grenzen der für die Regierung gesetzten Befugnisse Über schritten." Die zweite Hälfte des Tages war dem Post-Buoget gewidmet, ohne daß wesenttiche Fortschritte zu verzeichnen stünden. Die Reden bewegten sich im politischen Fahrwaffer. Zwischen Simmons und Beveridge verursachte die Frage, ob eine Untersuchung des Postamts durch den Congreß angezeigt fei, eine lebhafte Debatte, wobei über die voraussichtlichen Präsidentfchafts-Ean-didaten der beiden Parteien gesprochen wurde. Senator Beveridge sagte, die Republikaner Hütten sich auf einen Ean didaten geeinigt und dieser Mann sei Präsident Roosevelt. Haus. DaS vermischte Eivil-Etat gelangte zur Annahme, nachdein ein Alltrag Sulzcr'5, Zurückweisung behufs Streichung der Bewilligung von 1136. 000 zur Miethe für das N. ?). Zoll&aul, abgelehnt war. In der übrigen Sitzung stand der (sonferenz-Aericht über da )lrmcc-Bud' get auf der Tagesorduuug. Mit eine:' einzigen Ausnahme, gewiffe Erhöhungtn im Signal'orps, stimmte das HauS mit allen wichtigen SenatsAlnendementS nicht ttberein und die Vorlage wurde zur Konferenz zurückge. sandt. Der Vorschlag. daS Amt deS lencrol-Adjutanten mit der PensionS Abtheilung zu verschmelzen, mit Vv ncral Ainsworth als Generalmajor an der Spitze und das Amendement, daß Offiziere des Bürgerkrieges b: der Pensionirung mit der nächst höheren Charge abgehen sollen, wurde des längcren dcbattirt, stieß aber auf starken 'Widerstand.

F r ü h j a h r s - S t r c i k s. Boston, Mass., 1. April. Die jedes Frühjahr wiederkehrende Arbeiter.Frage kündigt sich heute durch eine Anzahl von Streits an. Im Bau-Ge werbe sind etwa 1000 Leute in New England ausständig: in den Bostoner lummi-Fabriken zu Maldenson kamen 7000 Arbeiter durch Reparaturen außer Arbeit. In einigen Orten find Lohnstreiks im lange. D u b u q u e , Ja., 1. April. 300 Zimmerleutc gingen um den Acht-Stunden-Tag und Lohnerhöhung heute an den Ausstand. Die Bau-Arbeiten liegen still. Erschossen.

South Bloomfield O., 1. April. Charles Lyons, Eigenthü

mer eines Wirthshauses an der Ortsgrenze, wurde anläßlich einer Familien Fehde von den Brüdern Bronson oe stern Nacht erschaffen. Die Thäter wurden heute gefangen. Vorstädte geschädigt. St. Louis, Mo., 1. April. Die schweren Gewitterstürme von gestern Nacht richtete erheblichen Schaden in den Vorstädten an; auch die Caöcade Gärten auf der Ausstellung wurden etwas beschädigt. E v a n 3 v i l l e, Ind.. 1. April. Die Fluthlage dem Ohio entlang ist heute Nacht nicht gebessert. Der Fluß steht jetzt auf 39.3 Fuß stationär, aber von oberhalb droht noch große Gefahr. Die Farmer leiden bereits schwer. Die meisten Seitenflüsse des Ohio führen noch immer große Was sermaffen ju. Ueber die Hälfte der Weizenernte am Ohio und 2j3 an dem White River entlang gilt als ruinirt.

St. Louis, Mo., 1. April. William F. Church, der in Philadelphia verhastet und unter der Beschuldigung hierher gebracht wurde, seine Wohlthäter, das Ehepaar Jeater, im lenten August in Warrenton, Mo., ermordet zu haben, gestand heute der Polizei, daß er das Verbrechen began gen, weil es ihn just dazu getrieben habe". ..Ich ging in ihr Schlafzimmer und schnitt ihnen im Schlafe mit einem Rasirmcsser die Kehlen durch." Das Paar hatte ihn als kleines Kind adoptirt und aufgezogen. Da er befürchtete, sie würden ihr Vermögen einen: Stiefsohne hintcrlaffen, wurde er so erbittert, daß er sich zu dem Morde entschloß. Durch Gas getödtet. Chicago. 1. April. Frank Wicklewski und Peter Eulen, Grubenarbeiter aus Jasonville, Ind.. wurden hier in ctnern Hotel-Zimmer an Gas erstickt vorgefunden. Einnahmen und Aus lagen. Washington, 1. April. Die Regierungs - Einnahmen und -Aus lagen im März weifen einen Ucbcrschuß von $3.957,101 auf. Gesammt-Ein-nahmen 844,701.499; Auslagen $41,

704.398. Die Zoll-Ejnnahmen stelltcn sich auf $23,711,069, Anwachsen $1,101; Inland Steuern 818,300,. 972, Abnahme von 8462.779, von verschiedenen Quellen 82,039,457, Abnähme K212.000. Die Auslagen sind gegen März 1903 um etwa $3,283,000 zurückgegangen, wobei auf das Kriegs-Departemcut allein ungefähr $3,000.000 entfallen. Die Marine zeigt eine Erhöhung von $1.5,00.000. Pensionen eine solche von $1.105.000.

Thätigkeit der M ü n z e im März. Washington, 1. April. In den ButtdeSttllnzcn wnrden während des Monats März zusammen 15,30,503 Stücke, $05,2(32, 108 in Werth, wie folgt hergestellt : Gold 168,605,090; Silber, tz!,. 401,508; kleiner? Münze. 1164,870, Außerdem 8,469 Stücke für die Phi-lippinen-DcpartemcntS. Einigung erzielt. A l t o o n a. Pa., 1. April, floh lengräber und Besitzer im mittelpenns. Kohlenfeld einigten sich heute Abend auf eine Scala für ein Jahr, mit heilt beginnend. Dcr Kampf nahm eine volle Woche in Anspruch. Sichere Todesart. New York. 1. April. G. I. Haydon verübte heute Selbstmord, indem er sich vom obersten Stockwert eines Wolkens daberö herabstürzte. Er war 55 Jahre alt.

L o u i S v i l l e . Ky., 1. April. Der Berstorbene war in EisenbahnKreisen sehr bekannt und mit vielen angesehenen Kentuckiern verwandt. Er hatte Stellungen bei verschiedenen Bahn-Gesellschaften inne. Geht leider nicht. S t. L o u i s, 1. April. Frl. Lavinia Evan, die Sekretärin der Srauen-Behörde auf der Ausstellung, hat alle Hände voll zu thun, um zahlreiche Photographien von Damen, die aus allen Theilen deö Landes zur Ausschmückung der WSnde im Photogra-phien-Zimmer deS Frauen - Gebäudes eingegangen waren, wieder zurückzu

senden. Es sollen nur einige wilder ausgezeichneter Frauen der Welt in dem Raum aufgehängt werden. Mexikanischer Congreß. Merico, 1. April. Präsident Diaz eröffnete heute den Eongreß; die Botschaft erwähnt die internationalen Beziehungen und die sanitären Errun genschaften in der Bundeshauptstadt und andern Orten. Die Finanzlage wird als befriedigend bezeichnet; Stcmpelsteuer und Zoll-Einnahmen zeigen Zuwachs Erhöhung der Marine wird als nöthig bezeichnet.

Die American Brewing Co. wird ihr Bock - Bier heute, Gamftag, 2. April, in allen leitenden Wirthschaft ten an Zapf haben. Es ist ein absolut reins Produkt, nur von Malz und Hopfen gebraut In Flaschen zu beziehe durch Jae. Metzger & Go. Telephons 407

" Das vcrwe gcrtc ,,.variktrt". Der französische Schriftsteller Maihier? tyeill im ,,(i?auloiy' ein Geschich:hen mit. das vom Admiral 'oiirooii gelegentlich eines über den russisch. japanischen Krieg und d:e Todesverachtung der Japaner geführten Gesprächefl zum Besten gegeben ivurde. ,,ie Sitte de Haritin", meinte ve? Admircl. die jetzt übrigens langsam auher Gebrauch geräth, charakterisirt vortrefflich den ganzen Skeptizismus oe Japaners und seine angeborene Un' sähigteit zum Mitleid, ja leine absolute Verachtung dieser schönen chrijtl'cn Tugend, auf die wir Europäer tagtäglich Anspruch erheben zu dürfen glauben. Bald nach meiner iSximv nung zu in Offizier hatten ich und ein Kamerad Namens Douchaae den Auftrag erhalten, uns an einer der aetjeinr nisvcllen Missionen zu betheiliaen. deren Thätigkeit die Organisation der i.'.panisen Tvlotl anvertraut war; im Sause der Begebenheiten avancirte mein Kamerad zum japanischen Admiral. Als solcher nahm er am Aufstände des Taikone gegen den Mikado auf Seite der Revolutionäre theil und tvurde nach der Niederlage der Letzteien vor ein .Kriegsgericht gestellt. Dieses fällte ein Todesurtheil, nach welchem meinem braven Kameraden der .lopf gespalten werden sollte. Dem ollzng dieses Urtheils jedoch mußte, wie ti der peinlichen Erckutionsordrning. in Japan ensprickst. das ..Harikiri" vorangehen. Das heißt, der brav? Douchage sollie sich, wie jeder andere im Tode Beurtheilte sonst auch, vor der Hinrichtung mit eigener Hand den Bauch aufschlitzen. Als ihm aber de fatale Säbel präscntirt wurde, weigerte sich Douchage auf das Entschie

denste. sich dessen zu bedienen, lr erklärte, daft er sich zwar der Strenge eines Spruches füge, deinzufolae ihm ein anderer den .iopf spalten dürfe, tveil dieses Urtheil ja im (''setze br gründet sei. müsse aber entschieden die Annahme eines Brauches verweigern. der ihn verpflichte, sich selbst die ingeweide herauszuschneiden. Drohun gen. Bitten und Beschlvörnngen nichts vermochte Douchage von deni ethischen Werthe des ..Harikiri" zu überzeugen. El blieb standhaft, unv so blieb zu seiner lenugthulinq sin Bauch intakt. Ja. noch mehr? Man mustte ihm nun auch den Kopf lassen. da Hai japanische Strafaejetz den ,all nicht vorgesehen hatte, daft ein Ber urtheilte? den Bollzug des ..Harikiri" vertreigern lünne. wekh nach demle ist;? der Hinrichtung unbedingt vor angcl)eii unis.te. Seither war das An sein meines freundes Doncfiag? in ganz Japan das denkbar schlechte,', lr mußt nach Frankreich .zurückkebren. wo er derzeit in Cannes heiler einer Negcnichirmfabrik ist.

neue dcutstlic Keldgkschktz. Die kittheililngen. die der prcu bische Kriegsminister vor Kurzem in der Sitzung der Blidgettonnnisston machi hat. lassen erkennen, dah f i: r das neue deutsdie Feldgeschütz eine be stimulte Konstruktion angenommen worden ist. die es in die blasse der Schuellseucrae'chütze mit langem'.iohtrüklans einreiht. Di.se .Instruktion wird nun nicht nur in der Presse, sondern vielfach auch in fachtechnischen rnld militärischen Kreisen fälfchlich als ein Uomproniismcschiitz bezeichnet. Die ersten Bcrsiichvgcftlüitze mit langem Rohrrücklauf wurden sowohl von Krupp als auch von der Nbeinischcn cetallwaaren. und Maschincusabrik Zu Düsseldorf (d'hrhardt) geliefert Im Jahre 1902 gab dann die Artil lerie Priifnna'kommission in Beroindung mit der -eldartMrik-Schietz-schul? ihr Urtheil dahin ab. dar oas C'-brhordtsche Feldgeschütz den Anforderungen nicht cntspräckie und daher zu weiteren Versuchen wie zum Ge brauch bei der Truppe nickit cheran "lziehen sei. Mio Militärverwaltung bestellte darauf bei Krupp sseben Bat' terien. welche bereits im Jahre 1903 geliefert wurden; sie wurden alsdann nicht etwa in den Truppenvcrsuch genommen, denn die Versuche waren abgeschlossen, sondern in den Truppen gebrauch, was ein wesentlicher Unterschied ist. Bei diesem Truppengebrauch haben sich diese Geschütze in jeöer Hin' sicht belvährt und als krieqSbralichbar erwiescn; bei ihrer Ueberiveisung an die Artillerie - Prüfungskommission hatten sich bei der Kruppschen Lafette einige kleine Anstand? ergeben, bis aber auf die ausgesprochene Kriegsbrauchbarkeit des tteschützes ohne jeden Einfluß sein werden. Diesem kr'egsbrauchbare Kruppsche Nohrrüälaufgeschütz bildete nunmehr die Grundläge für ein Geschütz, das die MiütärVerwaltung ohn: irgendwelche Verletzung, anderer Patente in ihien Werkstalten zu Spandau konstruiren und herstellen lies;, und diese Konstruktion, iib r die nähere Angaben znr Zeit noch nicht gemacht werden können, ist es. die für das neue deutsche Syetb geschütz in Aussicht genommen ist. Die amtliche Bezeichnung dieses Geschützes wird, wie üblich, nur das KonstruktionSjahr führen; will man es aber nach seiner Hcrkuft bezeichnen, so wird mun es Feldgeschütz Spandau nennen müssrn.

Nach dem Isthmus. Glfi,b,r,rver a erster TaiiitätSbeamter deo Pttttatttt:.anlbans. Als erste Sorge der Panamakanaldaukommisswn hat ihr Präsident, Admiral Walker, mit Recht die Sanirung der Kanalroute bezeichnet. 6$ werden daher, ehe die eigentlichen Arbeiten beginnen, in den Städten Panama und (5olon Wasserwerke und Abzugskanäle angelegt und in den Distrikten zwischen diesen beiden Orten Drainirungen vorgenommen werden. Die 5iosten dieser Maßregeln sind auf 2,000.000 veranschlagt. Unter den (Gefahren, von denen die iaualarbeiter und -Beamten dedroht sind, ist die des Gelbfiebers die größte. muß deshalb die Ernennung des Oberstaca?;ic Dr. William C.'Gor gas von der Bundesarmee zum oben" Sanitätsbeamtcn der Panamakanal baukommission als ein glücklicher Griff bezeichnet werden. Dr. Gorgac? ist der Gelbfieberexperte des Heeres. Um die Einschiffung von ansteckungsverdäch tigen Personen nach Panama zu verhindern, hat tas Marine-Hospital burcau bereits einen Arzt nach Guavaguil. Ee,:ador. geschickt, da dieser Ort einer der Hauptvcrschleppungsplätzc des Gelbfiebers ist. (5in anderer Arzt ist in der gleichen isston nach Callao, Peru, gegangen. William C. Gorgaö. der 1864 in Alabama geboren ward, studirie in Suwanee, Tenn.. und erhielt seine ärztliche Ausbildung am Bellevue Me dical College zu New ork; 1880 trat er als Hilfni in die Armee ein. Seine

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Tr. W. C. Gorgaö. Erfahrung in dcr Bekämpfung des Gelbfiebers begann 1882. da er als Garnisonsarzt in Fort Broivn, Ter.. fungirte; er selbst hatte einen schlimmen Anfall dieser Seuche zu überstehen. Während des spanischen Krieges diente Dr. Gorgaö zuerst auf dem Hospital schiff Relief" und dann als Oberarzt des Gelbfieber Hospitals von Siboney. Kuba. Später wurde er nach Havanna abkommandirt. wo er als Sanitatvbeamter der Stadt unter amerika nischer Okkupation fungirte. Seine tüchtigen Leistungen in dieser Eigenschaft brachten ihm die Beförderung zum Obersten durch ein Spezialgesetz des Konaresses. GeheimraU) Wiüm.uta Miffon. Vittrichtung der di,tschktt landwirtlsschasUiche 'ttbt,.l,,a Ser Z. McuWtx ttucksteUung. In St. Louis ist dieser Tage Ge heimrath Professor Dr. L. Wittmack. der berühmte Botaniker der Berliner landwirthschaftlichen Hochschule, eingetroffen, mm im Auftrage des preuhischen Ministers für Landlvirtbschaft, Domänen und Forsten die landwirthschaftliche Abtheilung dcr deutschen Ausstellung in der Louistana Purchase Exposition einzurichten. Professor Wittmack. welcher auch der philosophischen Fakultät dcr Berliner Universität

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I n E b e r s b e r o b c i M u n -chen wurden die Oekonomie-Bentzecin Glas und ihr 15-jähriger Stiefsohn in ihrer Behausung erschlagen aufgefunden. Ob Raubmord vorliegt, ist noch nicht konstatirt.

SV'hrlMtath Dr. Wiltmack. angehört. w.r bereits bei der Chicagoer

Ausstellung als Preisrichter thätig. Er unternahm damals eine Rundreise durch die Ver. Staaten, deren Flücht', an Beobachtungen und Erfahrungen er im Bericht des Reichskommissärs für die Ausstellung niedergelegt hat. Die Zahl der Stubent e n an der Pariser Universität betrug zu Beginn des heurigen Studienjahres 12.574 und wies gegen die Borjähre eine Steigerung auf. Weibliche Studenten waren in der stattlichen Zahl von 012 eingeschrieben; fast die Hälfte, 301, kamen auf die literarische Fakultät. Ausländische Studenten und Studentinnen wurden 1241 gezählt. e l l e n t o d. In Portland, )re.. machte der 21 Jahre alte Sumner Smith einen Versuch, ein kleines Mädchen, welches von einem Dampfer in den Willamette-Fluß gefallen war. vom Tode des Ertrinkens zu retten, und verlor dabei sein eigenes Leben. Das Mädchen wurde gerettet.

9iu ,vranzose über die deutsche Armee. D7.5 Ansehen der dcutsi'?n Armee ist auch in den Augen billig denkender .'uctyeiter des Auslandes so fest, begründet, daß eö dura) Aoatticy.cwer. wie Biise und Genossen, nichl erschüi tert werden lann. Dies beweist ein Ai'.fsay, den der französische Obersi leuinant Peroz in ter rance im:; taire" vom L. Februar veröffentlicht. Peroz wendet sich gegen die Sch.ukfolgerungen. welche ein Theil dcr französlschen Presse aus dem Bi! Zeichen ..Roman" gezogen bat. Die deutsche Armee wäre darnach in Gefahr des moralischen Zerfalle-, weil es in ihr einige Verdorbene gäbe, wie bisweilen

Gcschwüre am gesunden Körper an die Oderhaut treten und aufgelln. Hieran knüpft Peroz folgende Auslassung: Welche Idee haben wir denn von die ser Armee,' Glauben wir. das; sie nur aus kleinen Heiligen zusammcngesetz: ist, aus Rittern ohne Furcht und Tadel, aus Helden dcr Entsagung und des Verzichte? Selbst in der Z:it. wo ihr Ersatz in Bcug auf Äoral eine echte -Auswahl dcr Elite der Nation

aufwies, kamen strafwürdige Handlun.

gen vor. In jem'r Zeit verbarg sie die Regierung viel sorgfältiger cu: heute; aber ihre Echos hallten immer laut ge nug in dem Lande wider, so dah ma sie selbst beiläufig hören konnte. UZ lein wir kannten unsere ?!achbarn nicht. Da erschien eines Tages ..Jena odcr Sedan?" und Au einer kleinen Garnison". Nach ähnlichen DuHflarbei" ten. lvelche literarische Form sie auch haben, beurtheilt man den moralischen Werth einer Armee nicht, wohl aber den Werth ihrer Verfasser, die sich als verärgerte oder für die Umgebung, in die sie eintrat?, so schlecht passende Offiziere erwiesen. sie nun entfremdet und feindlich aus ihr weggehen. Um zu wissen, was die deutsch? Armee werth ist. giebt es kein anderes Mittel, als hinzugehen und ste bei sich selbst zu sehen. Sie ist viel weniger abgeschossen, als man sich in Frankreich vorstellt; außerhalb des Reich slandes findet ein französischer Offizier, der sich ein wenig in ihr eden mischen will, keinerlei Hinde X iirnd überall höflich empfange .1 der 5taserne. im Kasino, auf deni Exer. zierplatz gewiß Gelegenheit genug, um sich zu belehren: durch weltmänui sche Beziehungen wird er zu dem Ossizierkorpö in nähere, vertrautere Beruh, rung treten und leicht bcurthkilcn. toH es inwendig aussucht. Man glaubt, darill nicht immer oder fast immer eine volltom.ncne Lol?alität. einen brennen den patriotischen Glauben zu finden, der zusammengeschiveißt ist zu eine ungc!,,'uren Vertrauen zu dem Werthe ihrer Armee und. sagcu wir ei ofskll. zu ihrer Ueberlcgeuhcit über die anderen europäischen Armeen. Das sind bereits gelvaltige Hebel, und nur mit ihnen ist eine Armee schon fast unübertrefflich. In der Ziasernc wird man ohne we'sel nicht so zahl xtd)( robe Atte ivahrnchmen. deren sich der deutsche Unteroffizier so Intft schuldig macht, aver nian wird zwischen dem Offizier und dcr Truppe die geheimen Bande erkennen, welche das militärische Gebäude zu einem so mächtigen zusammenkitten. (5s be steht unter den Soldaten und Off t ic ren. was man auch sagen möge, itnc Art vatcrländischc und militärisibe Freimaurerei, welche sich weit über die Dienstzeit hinaus fortpflanzt. Ich leuguc nicht, daß die sozialdemokratische Propaganda manchen Riß in dem Gebäude verursacht hat; aber wie schwach, wie unbemerkbar ist er! Wie viele Jahre werden noch dahingclen, bevor Teutschland seiner Armee wirklich überdrüssig ist. bevor sie sich selbst auflöst, zerfressen durch das Laster, zerstört durch die Thätigkeit ter Vaterlandlosen! Man muß die Din.' sehen, wie sie sind, und sich nicht mit Erzählungen abspeisen lassen. Neh men wir unsere Wünsche nicht ZU schnell für Wirklichkeit. Wir habcn uns gegenüber, davon möge man wohl über zeugt fein, ein tvunderbares Kriei instrument. wie e nur M'n ein 9 II in den verschiedenen Zei:en der Geschichte besessen hat. Wenn der Tag kommen wird, wo wir uns mitDcuh'chland messen werden, ist es verständig, daran zu denken, daß seine Armee intakt, abgehärtet, geschärft und bereit zu schweren Schlägen finden werden.

Unsinnige Wette. In Negelsweiler. Bayern, weiteten unlängst mehrere Burschen in einem Wirthshaus?, eine Maß Bier so lang? auf einem Arm frei hinauszuhalten, bis ein 3 Pfennigwecken verzehrt sei. Ter 25--jährige, ledige Ziegelarbeiter Schnotz war der erste, der diese Kraftprobe sertig brachte. Als er sich an seinen Tisch begab, verbiß er den Mund und wurde im ganzen Gesichte blau. Man schaffte ihn in's Freie; nach der Rückkehr in's Gastzimmer brach er zusammen und starb nach einigen Minuten. E g y v t t s ch e Fischer erhaiten für je 1000 im Mensaleh-See gefangcne Aale $29. Die Fische werden eingesalzen und in Eis gepackt über Triest, wo das Eis erneuert wird, nach Hamburg versandt. Ein Bahnzug der New Jorker Centralüahn legte vor Kurzem eine Strecke von 435 Meilen irt 16 Stunden 20 Minuten zurück, um mit einer für eine Liverpooler Spinnerei bestimmten Baumwollsendung rechtzeitig den New Forker Hafen zu exreichen.