Indiana Tribüne, Volume 27, Number 188, Indianapolis, Marion County, 31 March 1904 — Page 3
Roch eine Gnadenfrist.
französisches Cabinct erringt bei der Marinc-Bc-rathung ansehnliche Mehrheit. gWM'D rigorose Prcß-(5ensur. Tic fflaggen-ffragc in Ncw-Chwang. Bcrliistc bei dem MontagS-(cfccht. KMchtt Protest in Tokio. Tcutsch-amcrttanischcs (sabcl. Tc Kaisers Gesundheit.
Jndiana Tribüne, 31 März 1904
Frankreich. Einsetzung einer Unter, suchungs. Commission. Paris, 30. März. In der De. putirtenkammer mißlang heute der Versuch der Gegner deS Marine-Mi-nisterS Pelletan die Stellung der Re gierung zu erschütiern. Sie erhielt vielmehr dci einer Teft-Abstimmung eine Mehrheit von 80. Auk die bitteren Angriffe des Radikalen Lockroy erhob sich Minister Pelletan zur Vertheidigung, indem er die Beschuldigungen gegen sein Ministerium in Abrede stellte und erklärte, die französische Flotte sei, nach Perso. nal und Schiffen, derzeit in durchaus guter Verfassung. Premier ombes schloß die Debatte mit der Ankündigung, daß die Regie rung den Antrag der Mehrheit auf Einsetzung einer nichtparlamentarischen Commission zur Untersuchung der Flotte annehme; eine parlamentarische Commission sei angesichts der Höhe der Parteileidenschaften unannehmbar. Er wolle eine Untersuchung, die alle Vor urtheilölosen befriedige, und stelle deshalb die Vertrauensfrage. Die Kommission solle sofort ernannt werden. Der Antrag ging mit 318 gegen 238 Stimmen durch, ein Beweis, daß durch den Feldzug gegen das Manne-Mini sterium kein (5abinetSwechsel eintritt. Oft'Afien. Rigorose Censur. London. 31. März. Nach dem Daily Telegraph verweigert die japan. Regierung den Correspondeten die Be Nutzung der Feld Telegraphen: alle Depeschen müssen per Post nach Tokio gesandt werden. Keinem ausländischen Correspon denteu wird anscheinend gestattet, nach der Front zu gehen. Die Russen sollen angeblich ihre Stellungen in Korea räumen. Ueber den Fortschritt der Feindselig, leiten liegt keinerlei Nachricht vor. Flaggen dürfen bleiben. N e w C h w a n g, 30. März. Auf die Vorstellungen deS amer. Gesandten Miller versprach der CivilAdministra. tor. daß die von den Gebäuden amer. Bürger entfernten amer. Fahnen wie der aufgezogen werden sollen; ebenso die entfernten britischen. Der britische Gesandte in Peking hat die hiesigen Engländer informirt, daß England auf dem Halten eine Kriegs schiffs in New Chwang nicht besteht. Hierüber herrscht große Unzufrieden heit. Das amer. Kanonenboot Helena" hat Befehl nach Shangai zu fahren. Das M o n t a g S G e f e ch t. S t. P e t e r s b u r g , 30. März. EinerDepesche von GeneralMischtschenko zufolge hatten die Iraner am Montag in dem Gefecht bei Ching Ju. Korea, 40 Todte, 100 Verwundete und verlo ren eine Anzahl Pferde. Die Verwun deten brachten 500 koreanische Träger nach Anju. Der verwundete russische Hauptmann Stepanoff ist gestorben. London. 30. März. Der auf der hiesigen japanischen Gesandtschaft eingegangene amtliche Bericht über das gleiche lefecht giebt die japanischen Verluste auf einen gefallenen Offizier, 4 Gemeine, fowie 10 verwundete Offizier und 20 Soldaten an. Russischer Protest. Tokio, 80. März. Die russische Regierung hat durch den französstchen Gesandten gegen die Zerstörung der Quarantüne.Station in San Shan Foo während de vierten Angriffs auf Port Arthur proteftirt. Die japanische Regierung erwiderte, ste habe keinen Bericht über da Vorkommniß und jedenfalls beziehe ftch der betref. sende Artikel der Haager Convention nur auf LandGefechte. S t u l. 30. März. Die japanische Avantgarde hat Haiju, einen Seeha fen südlich, am 27. besetzt. Durch einen Walfisch, e z p l o d i r t. Dladivoftock, 29. März. Ein Walfisch brachte eine der Minen in Posstet Bay zum Explodiren. Die ver.
ftümmelt.' Leiche zeigte die verheerend? Wirkung der von den Russen gelegten Minen. Küstendampfer versenkt. C h e Foo, 30. März. Der Capitän. ein Matrose und ein Paffa. gier des japanischen Kllftendampfers Hany i" langten heute in Teng Chow an und meldeten, die Russen hätten das Schiff bei den Minota-Jnseln beschössen und zum Sinken gebracht. Bemannung und Passagiere, 17 Chi nesen und Japaner, wurden von den Russen gefangen. Vice.Admiral Makaroff. Commandeur der Port Arthur - Flotte, erließ eine Verordnung, wonach alle Schiffe innerhalb der OperationSZone, die bei Nacht kein Licht oder bei Tag keine Flagge führen, als feindlich gelten, falls sie auf einen Warnungsschuß nicht halten. K l i n g t z w e i f e l h a f t. Washington. 30. März. Eine heutige Nachricht aus Tokio bcsagt, den Japanern sei am 27. die ..theilweise" Sperrung des CanalS von Porr Arthur gelungen. Port Arthur Flotte m a n S v r i r t. New Chwang, 29. März. 5 heute in den Hafen eingelassenen Han delsschiffe melden, sie hätten 9 russische Kriegsschiffe 12 Meilen von Port Arthur kreuzend gesehen. Als Kund schaftS'Schiff diente der Kreuzer ..As kold"; auch Torpedoboote waren in der Nähe. Die Forts gaben Probeschüsse unter den Anweisungen der Schiffe ab. Die amer. Attache'S. S t. P e t e rS b u r g. 30. März. Capitän Wm. V. Judson und Leutnant N. A. McCully. die amer. Ma rine.Attache's, gehen am Freitag nach der Front. Der erstere kommt in'S Hauptquar tier Gen. Kuropatkin'S, der letztere nach Port Arthur. Beide Offiziere sind über ihre Auf. nähme hier sehr befriedigt. Heute wur den ste dem auswärtigen Minister Gra fen LamSdorff vorgestellt. Deutschland. D c u t s ch - a m e r i k a n C a b c !. B e r l i n, 30. März. Die deutsch. atlant. Cabel.Gesellschast kündigt an, daß der Fayal N. Y. Theil des 2. CabelS nunmehr vollendet ist. Die Strecke von Borkum nach Foyal, die im Oktober fertig wurde,arbeitet rascher als das gegenwärtige Cabel. Gegen Ende des Jahr?s will die Gesellschaft daS Bigo Cobel erwerben. Diese Pläne erfordern weitere 8750,000. Die Alar mGer Uchte über den Kaiser. Berlin. 30. März. Anfragen bezüglich einer Pariser Meldung, eS feien alarmirende Nachrichten über die Gesundheit deS Kaisers eingegangen, führten zur Ankündigung, daß der HalS des Kaisers sich in normalem Zu stände befindet. Auch in anderer Hin ficht findet der Bericht hfom Glauben. Italien. N a ch Messina. G a e t a, 30. März. Kaiser Wil. Helm fuhr heute auf der Bacht Hohen zollern, unter dem Geleite deS KrcuzerS ..Prinz Friedrich Carl", nach Messina, Sicilien, ab. Sohn Oliver'S wird ka t h o l : s ch. R o m, 20. März. John Oliver, früherer Curat an der St. MarcuS EpiScopal.Kirche in Philadelphia, ein Sohn des amer. Hilfs KrtegSSekre tärs gleichen Namens, wurde heute in die römisch.katholische Kirche aufge. nommen. Dänemark. Ankunft Edward'S. Copenhagen, 30. März. König Edward und Königin Alexandra langten heute zu einer Familien Zu sammenkunft anläßlich deS 86. Ge burtStageS des Königs Oscar an. Am Bahnhof hatten sich alle Mitglieder der kgl. Familie, die Minister etc. einge. funden.
Stratzen-Unruhen
Beim Abmarsch der nach Afrika be stimmten Truppen Il'eile.
Berlin, 30. März. Die Bevöl kerung der Stadt hatte bei der gestrigen Abreise der Verstärkungen nach S. W. Afrika alle Straßen dicht besetzt. Da verflossene Woche die abIehendeu Trup pen durch halbwüchsige Bengel. die mitzogen, belästigt worden waren, so war diesmal ein stärkeres Polizeiaufgebot vorhanden und die zudringlichsten der Straßenbummler wurden verhaftet. Jedoch hatte die Polizei nur theilweisen Erfolg und einige Hundert Leute pfiffen die Beamten aus. Viele Personen wurden nach den Polizei Stationen gebracht. Ein thätlicher Angriff gegen die Truppen kam nicht vor.
Großbritannien. Schwerer LohnanSfall. London, 30. März. Einem heutigen officiellen Berichte über die Lage im Baumwolle Handel zufolge beträgt der Verlust durch Verkürzung der Arbeitszeit für den Lohn - Arbeiter wöchentlich $550,000 oder S6.875.000 seit Einführung dieser Aenderung. 500.000 Leute theilen sich in den Verlust. Der Schaden für die Arbeitgeber stellt sich auf S200.000 die Woche.
Kurze Depeschen.
C i n c i n n a t i. A. Carnegie hat dem Berea College $30,000 zu einer Bibliothek geschenkt. Chicago. Fürstin Cantacu zene in Petersburg, eine Tochter von Frau F. Dent Grant hier, schenkte thy.m Mädchen das Leben. Panama. Das -olombianische Kanonenboot Bogota", jetzt in lwllao, wird verkauft. Die Regierung ersetzt es durch zwei kleinere Schiffe. L i m a , O. Die Amer. Cigar Co., Zweig der Consol. Tob. Co,, ist geschlossen. 350 gelernte Cigarren macher sind hierdurch außer Arbeit. C h i c a g o. F. B. Wright, welcher als Cassirer der 1. Nationalbank in Dundee, Jll., S30,000 unterschlagen, wurde zu 5 Jahren Zuchthaus verur-theilt.
Schistsnachrichten. Angekommen: New ?)ork: Oceanic" von Liverpool. Bremen : Kroprinz Wilhelm" von New Aork. Antwerpen: Belgenland" von Phila. Alexandria: Canopic" von Boston. Liverpool: orinthian" von New York. Liverpool: ..haveisord" von Philadel. phia. New Vort: ..Potsdam" von Rotterdam und Boulogne. ?lbgefahren: Ponta Del Gada: Roman ic" nach Boston. Queenstown: Jverna" nach Boston. Southampton: Kaiser Wilhelm II." nach New Bork. Hamburg: RamesiS" nach San Iran cisco. Cherbourg: Kaiser Wilhelm II." nach New VJork. Liverpool: Teutonic" nach New Hort. Honkong: Empreß of l5hina" nach Bancouver, B. C.
Imposante Flotte. Amer. Kriegsschiffe zum Zwecke von Tchießübun cn versammelt.
P e n s a c o l a, Fla.. 30. März. Mit der heutigen Ankunft der Kano nenboote Newport" und Eastine" aus Colon ist in Friedenszeiten die größte Flotte amer. Kriegsschiffe jemalS hier versammelt. Die Flotte, welche Schießübungen abhält, besteht aus 7 Schlachtschiffen, 5 Kreuzern, 7 Kanonenbooten. 3 Mo nitors, 2 Torpedo-Jägern, außer Ten dern. Kohlen und Vorraths-Schiffen.
DaS Rothe Kreuz. Washington. 30. März. Die Commission zur Untersuchung der Tiffcrenzen unter der rothen Kreuz-Gesell-schaft erhielt die Antwort der MehrheitSmitglieder. Betreffs der Beschuldigungen gegen die (eschäftsleitung wird gesagt, daß der Verband jeder Zeit bereit fei, der Commission alle gewünschten Dokumcnte vorzulegen. Die Antwort schließt mit der Bemerkung, die Präsidentin sehe sich von einer Verschwörung um ringt, zu herrschen oder unterzugehen." Endet seine Leiden. B a t t l e C r e e k , Mich., 30. März. A. M. McMillen auS Brookhaven, Miff., stürzte sich aus dem 4. Stock des Sanitariums und brach den HalS. Der Tod trat sofort ein. Er fand vor 10 Tagen wegen Melancholie Aufnahme. G c f a h r vorüber. l r a n d R a v i d 5, Mich., 30. März. Grand River fiel um 18 Zoll in 24 Stunden und die größte Gefahr scheint vorüber. im A o y e r Bubenstreich. ISine beispiellose Verhöhnung des kirchlichen Leichenbestattungs - Ceremoniells, die einem Familienvater das Leben kostete, ist kürzlich in Altrip in der Rheinpfalz vorgekommen. Trdf einer Beerdigung zog sich der Bäckerbursche Mar Hellert aus Lindach in Baden die eigens zu diesem Zweck hergerichtete Amtstracht eines protestantischen (Geistlichen an und veranlaßte einige übel beleumundete Burschen, sich zu einem Leickenzng zu formiren. Für einige Glas Bier fand man auch einen Todten" in der Per son des Michael Schneider aus Altrip. Dieser wurde in einer Backmulde, die als Sarg diente, einhcrgetragen, und so durchzog die Rotte unter Absingung von Kirchenliedern die Ortsstraßen. dann und wann in Wirthschaften einkehrend, wobei der PseudoPfarrer Hellert Leichenreden hielt. Als bald darauf die lendarmerie recherchirtc, sprang der als Todter umhergetragene Schneider aus Furcht vor Strafe in den Rhein und ertrank. Gefährliches 5tinder spiel. In dem badischen Dorfe Waldmatt spielten unlängst mehrere Schulknaben in Alter von 10 bis 14 Jahren Soldateles" und wollten da bei auch echten Kanonendonner hören. Inner der Schüler brachte eine Patronenhülse herbei, und ein anderer holte aus dem Hause seines Vaters, eines Holzmachers, Sprengpulver, welches allem Anscheine nach recht oberflächlich verwahrt wurde. Die Hülse wurde nun gefüllt und mit brennendem Pa pier angezündet. Sofort ging der Schuß los und zerschmetterte dem 13jährigen Schüler Kist fast vollständig den Kopf. Der bedauernsioerthe Knabe starb bald darauf an den schweren Verwundunaen.
?as Land der Hereroö.
Den Schilderungen des Aufstandsgebietes in Deuttch - üdwestafrika aus der Feder eines Deutschen, der dort mehrere Jahre an hervorragender Stelle mit Pflug und Schwert thätig gewesen, entnehmen wir die folgenden interessanten Taten: In mächtigen Tcrrassenlandschaften steigt das mittlere ..Tamaraland" von der 5iüste aus an und erreicht in dem dicht südlich der .Hauptstadt GroßWindboek liegenden Auas-lNord-)Ge-birge seine größte Höhe mit 7000Fuß. Der mehr nördlich qelegene Omatakoberg erhebt sich b!s zu 0000 Fuß. Weite Hochebenen, aus denen wiederum schroffe Gebiraszüge emporwachsen, unterbrechen die starken Steigungen des Landes und geben D Zs1' " ' " ßTlpmyr-- . Eisenbahn S w a l o p in u n dW i n d h o e k. seinem Aufbau den terrassenförmigen Charakter. Die Betten der ausnahmslos periodischen Flüsse sind tief eingerissen, schwer zugänglich und werden fast überall von wildzerklüfteten Ufergebirgen begleitet. In der Regenzeit, die sich auf die Monate Januar bis April beschränkt, wälzen sich in diesen in den Tafelländern oft mehrere hundert Meter tief versenkten Flußthälern brausende Wassermassen zu Thal, während in der Trockenzeit (Mai bis December) das Bett wasserlos daliegt und dem durstigen Wanderer nur von der Sonne ausgedörrten und brüchig gewordenen Lehm und feinen gelben Sand zeigt. Wenn wir dem Laufe des größten der periodischen Flüsse des Damaralandes, des Swakop, von der Küste aus ostwärts folgen, so stoßen wir in das Herz des Hererogebietes, der heute aufständischen Landschaften. vor. Hier liegt, dem Laufe des Flusses im Allgemeinen angepaßt, die ehemals
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Bahnhof in Swakopmund.
bedeutendste Handelsstraße des Landes, der Baiweg", während die im Juli 1902 vollendete Eisenbahn Swakopmund - Windhoek eine mehr nördliehe Linie inne hält. Die Verkehröverhältnisse des Damaralandes waren bis iui Eröffnung der Eisenbahn nach Wrndhoet fast ebenso schwierig, wie sie es in den anderen Theilen des Schuhgebietes heute noch sind. Zu Pferde oder in schwerfälligen afrikanischen Ochsenwagen, jenen von 20 bis 24 Steppenrindern gezogenen Ungethümen. war der Rei' jcnde genöthigt, zunächst die Küsten viisten zu durchziehen. Hoch über dem jäh eingerissenen Fclsbett des Swakopflusses führt die Straße auf der Diamibflächc dahin, und nur selten bietet die Gestaltung der Uferberge die Möglichkeit, nach oft stundenlangem, durch Felslabyrinthe sich in die Tiefe windendem Abstieg zur Sohle des Flußbettes und damit zum Wasser zu gelangen. Die Rücksicht uns den Zustand der Reit- oder Zugthiere, die sich nach dem anstrengenden Wüstem marsch oft tagelang auf den ersten Grasfeldern erholen mußten, verlangsamte die Reise unter Umständen UM Tage, ja Wochen. Während somit die Wagcnzüge für die Ueberbrinqung der Strecke SwakopmundWindhoek meist 2 4 Wochen brauchten, wird die Entfernung (rund 230 Meilen) von der Eisenbahn in 36 Stunden zurückgelegt. Das von den Ovaherero besetzte Gebiet ist schönes Grasland, vornehm -lich zur Großviehzucht geeignet, in dem die ungeheuren, viele hundcrttausend Stücke zählenden Ninderheerden der Herero weiden. Die Hanptdörfer finden wir. je nach den Gebieten der verschiedenen Stämme oder besser: .vuptlingschaften der Herero weit über das Land verstreut. Im püden, dem Lauf des Swakop angeschmiegt, liegen die bekanntesten und ältesten Ortschaften Otjimbingwe, Otjikango (Barmen), Okahandja und Otjosasu, die mit Ausnahme von Barmen zugleich Stationen der Rheinischen lissionsgesellschaft und auch von weißen, hauptsächlich deutschen Ansiedlern bewohnt sind. Nach Süden vorgeschoben liegt Otjiseva, weit nach Osten GobabiS im Gebiet der den Herero stammverlvandten Ovambandjeru. Im Norden ist Otjosondjuva (Materberg) u nennen und im Weten Omaruru und Omburo. Die uns ledtgenanntcn Dörfer sind ebenalls Missionsstationen mit mehr oder weniger starker Bevölkerung. Besetzt sind mit deutschen Truppen - Abtheilungen Okahandja, Gobabis, Waterberg und Omaruru. Die Gesammtzahl der herero wird seit 1886 stets auf 80- biS 100,000 Seelen geschätzt vielleicht viel zu gering, denn im Geaensatz zu den Hottentotten sind sie in steterZunahme
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begriffen. Der nominelle Häuptling aller Herero, Samuel Maharero, der in Okahandja residirt, ist ein schwacher, dem Trunk ergebener Mensch ohne jeden Einfluß, wie denn überhaupt im krassen Gegensatz zu MeJ. 'rm 35r- .- jr 5p- -
Kaserne und StationHaus in Okahandja. den Ovambo - Despoten die Häuptlinge der Hereros eine lächerlich gerinet Macht über ihre Unterthanen haben. Die Herero. ein Kaffernvolk des Bantustammcs, waren bereits zu Anfang des vorigen Jahrhunderts eine der herrschenden Nationen des heutigen Schutzgebietes. Bon dem gewaltigsten Eingeborenen, den Südafrika je sah: von Jonker Afrikaner, dem Häuptling der Orlams der Afrikaner-Hot-tentotten, wurden sie etwa um 1840 gleich allen übrigen Völkern zwischen dem Oranje- und Kunene - Fluß unterjocht und zu Hörigen gemacht. Erst im Jahre 18fi3 gelang es ihnen, geführt von zwei europäischen Jägern, dem Schweden Andersson und dem Engländer Green. in dem mörderischen Treffen bei Otjimbingwe ihre Freiheit wieder zu erkämpfen. Aber die Jahre bis 1892 waren noch angefüllt von ununterbrochenen Vorstößen der Hottentonen unter den unversöhnlichsten Feinden der Herero, den Häuptlingen Jan Jonker Afrikaner und Hendrik Witboi. Waren die He-
Herero vor ihrer Hütte; Vorbau und Eingang.
rero ursprünglich ein reines HirtenVolk, so haben sie doch in diesen Jahrzehnten wilden Kriegslebens viel von ihren Gegnern, den kriegerischen Jä-ger-und Neitervölkern des Groß-Na-malandes gelernt und angenommen. Der Hinterlader ist heutigen Tages die einzige Waffe, die Ansehen qenießt, und ein Menschenalter hindurch bis die deutsche Negierung das Waffeneinfuhrverbot erließ waren Büchse und Munition die einzigen Handelsartikel, für die der Herero sich von seinen geliebten Rindern trennte. Heut bilden großkalibrige Hinterlader modernster Construktion die Bewaffnung Tausender: der Vorderlader ist verachtet, Speer und Bogen ver-schwunden.
Z u st i m m u n g. D.'rfwirth: Wünschen der Herr allein zu speisen?" Fremder: 's war' mir schon chi, wenn die ffliegenschaarcn vorher das Zimmer verließen."
Xtx frühere preußische Kürassier Valentin Friedrich Nudolph Numschöttel vom ostpreußischen Kürassier - Regiment No. 3. Graf Wrangel, landete unlängst in New Aork auf Ellis Island, wo ihn der Vertreter des Deutschen Emigrantenhauses zwischen Hunderten von Einwanderern entdeckte und herausholte. Numschöttel hatte von Deutschland aus an das Kriegs - Departement in Washington geschrieben, daß er sich gerne für das amerikanische stehende .Heer anwerben lassen würde, und er hatte zur Antwort erhalten, daß er. wenn körperlich tauglich, der englischen Sprache mächtig und im Besitzer des sogenannter. ersten Papieres sei. die Uniform Uncle Sam's anziehen könnte. Rumschöttel ist von Beruf Landwirth. '31 Jahre alt. hat seine Dienstzeit in Deutschland absolvirt, spricht etwas Englisch und verschasft sich sofort sein erstes Papier", d. h. er schwört dem Kaiser und König Wilhelm ab. erklärt semen Willen. ein treuer amerikanischer Bürger m werden, und dann wird er vorerst gemeiner Reitcrsmann Uncle Sam's. Ein eigenthümlicher Fall, der an das zweite Gesicht" erinnen, hat sich anläßlich deö zufälligen ErschießenS Harry Shepards auf der Jagd bei Shepherdöville durch Arch Prather in Louisoille zugetragen. In fast demselben Momente, als der Schutz den jungen Mann traf, verfiel feine Schwester, die in Louisville bei Herrn M. Fort an Stratton Avenue zu Besuch weilte, plötzlich in Delirium und sagte z. B. zu ihrem Bruder, den sie vor sich zu sehen schien: Sage mir, daß du nicht todt bit, Harry, was ich sehe, ist nicht die Wahrheit!" Frl. Shepard lief im Zimmer auf und ab und bedeckte die Augn mit den Armen, um nicht zu sehen. Bald darauf verfiel sie in Bewußtlosigkeit, und man rief einen Arzt, der sie auch schließlich zu sich brachte. Dann erzählte sie, ganz genau, als ob sie dabei gewesen wäre, die Tödtung des Bruders, von der erst später die Nachricht eintraf. Das Mädchen sott sehr oft Vorfälle in ihrer Familie, besonders betreffs des Vruders, dem sie sehr zugethan war. dorausgesehen haben.
I ZW5 '" 0j - Zit t & vii I sM 1fiB,'t ' ' ,J.. -. . J l t nr .fljBpn " ' , m fig vvL.y.lHMHr , vj' '. .""l",.'. j H . j . ? ' v Ä ; wy iä v 1-7 Mk. zJLgD fc.j TyVinffiif( 1 1 z wil t iiirSi & W . WVJiX A WV4r p'yv v. '.Jmmt.Tit, im Vll jgffi niil uh WäL- WP'k 1 Wv1 I v J M ', Z ttyrtLSA mKjjfy 4 m M WM '' s$ . FVväIBH " W ! V wHHt i iUMnurC, tMbi$JfäUL y. JMBI HmtIHH 3k. -f :iÄ 's. vWkWM
General-Leutnant Stoessel, der Commandeur der Garnison von Port Arthur.
