Indiana Tribüne, Volume 27, Number 187, Indianapolis, Marion County, 30 March 1904 — Page 7
Jndiana Tribüne, 30. März 190-1.
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Roman von Eufcmia v. AdlcrSfcld-Battestrcm.
ftortfefcnng. Und sie ?n? ohne weiteres an ihre rundliche Taille und gab ihr einen tüchtigen Kuß, den Trix lachend zurückgab und naiv dazu bemerkte: t ein, was sind Sie für eine famos nette Dame!" Aha! Also, die ist nicht so grob wie ich?" fragte Herr Richter schmunzlnd. vca. das Ware überhaupt jcyon nicht gut möglich," entgegnete Trix mit etwas überflüssiger Ehrlichkeit, und zu Trrau Richter gewendet, setzte sie lachend hinzu: Wenn Eie, gnädige Frau, erst mal gehört haben werden, wie Ihr Herr Gemahl und ichBekanntschaft gemacht haben angeschrieen haben wir uns. daß die Vögel ausge rissen sind!" ..Aber, Alterchen du wirst doch nicht etwa gleich wieder mit der vermaledeiten jrauenseer Arrondirung angefangen haben?" fragte Frau Richter mit erhobenem Finger. Jch habe überhaupt nicht angefangen." grunzte Herr Richter. Wenn Sie, gnädiges Fräulein, aber etwa teftamentarisch von Ihrem Onkel die Jrauenseer Arrondirungsfrage üdernommen haben sollten, da will ich Jhnen doch von vornherein klippklar erklären: aus der Sache wird nichts nischt wird daus! Punktum." . lber es ist mir ja gar nicht eingefallen " begann Trix, doch Frau Richter nahm sie am Arm und führte sie der Veranda zu. Kinder, das hat Zeit bis nach dem Frühstück," sagte sie gemüthlich. Sehen Sie, Herzchen, seitdem Graf Zell todt ist und mein guter Alter sich nicht mehr über die Arrondirung ärgern kann, ist er faktisch um zwanzig Psund magerer geworden. Lassen Sie ihn nur erst gefuttert haben, und proponi ren Sie ihm dann in (Lottes Namen den Verkauf von Freiwald mit der Gß meinde und Dorf Frauensee, dann bekcmmt's ihm besser, und wenn er sei nen gewohnten Aerger hat. wird er die zwanzig Pfund lvteder zunehmen. Pscht, Alter gebrummt wird nicht! Und dann nichts da mit Titulatu ren wie gnädige ?i rau" für mich. Ich bin keine, bin die simple Frau Richter oder die Frau Oberamtmann", aber wenn Sie mich MutterRichtern nennen wollen so heifze ich bei denen, die mir gut sind, ja, die frechen Bengel da oben nennen mich sogar schlechtweg Jda Mutter, wenn sie waö ausgefres sen haben und mir um den Bart gehen wollen. Ja, macht nur Gesichter, ihr da oben! Lafzt euch mal erst vorstellen: Herr Syrop, Herr Rindig, Herr von Rheinfeld unsere Volontäre." Die drei jungen Herren machten ihre Verbeugungen und begrüßten den Gast mit sichtlichem Vergnügen, denn junge und hübsche Damen waren eine seltene Sache in dieser Gegend. Bisher hatten sie alle drei in Ermangelung erreichbarer Objekte von lveitem dieGräfin Phroso Rablonowski angeschwärmt, für ihr diensteifriges Hutabreißen bei den seltenen Begegnungen aber nichts als ein kaum merkliches Kopfneigen eingeerntet, so daß sie schon auf den kühnen Gedanken gefoin men waren, durch Legung einer Falle den Wagen des theuren Bildes zum Kippen zu bringen, um dann als Retter hinzu zu eilen und vielleicht einen Händedruck und einLächeln einzuheimsen. Aber mit dem unerwarteten Erscheinen der Herrin von Frauensee und, Donnerwetter noch einmal, was für einer verblaßte das ferne Bild der schönen Phroso absolut. ..Was ist der Mond gegen die Sonne?" fragte sich Herr Syrop, der entschieden das Gigerl des Kleeblatts war und mit tiefem Bedauern an die schönen, acht Zentimeter hohen Kragen und die herrlichen, allermodernjten Krawatten dachte, die, statt seine Perfon zu schmücken und ihr zu einem unverwischbaren Eindruck zu verhelfen, droben in der Eommooe ihr Dasein verfehlten. Herr Syrop war ein reicher Fabr'.kbesitzerssohn und blendete die dummen Bauern dieser Gegend geradezu mit seinen Toiletten, in denen er sich wenigstens unwiderstehlich vorkam. Frid von Rheinfeld war Gutsbesitzerssohn. hatte sein Jahr bei der (5avallerie abgedient und verstand sich nicht nur aufs Kuchenessen, sondern auch gründlich auf Augenklappern der junge Rindig war ein Hüne, aber einer von der stillen und verlegenen Sorte, wie es so häufig Hand in Hand geht mit Riesenwuchs. Da er mit Vornamen Siegfried hieß, so ward dieser Name im doppelten Sinn aus ihn angewendet, sowohl als Kose- wie auch als Ucbcrname. Herr Richter nannte ihn bei sich und vor seinerFrau nur den Schwuchtlümmel", was ja nicht so schön klingt wie Siegfried der Helde". aber schließlich auf dasselbe herauskommt, um so mehr, als der pommersche Recke mit seinen überflüssig ins Lange gerathenen Gliedmaßen in beständigem Kampfe mit Möbeln und sonst ihm im Wege stehenden Geaenständen laa. Trix also nahm an der überreich mit kräftigen Genüssen besetzten Frühstück.
tafel Platz, aß und trank Laffee mit ihrem gesunden, durch die Morgenluft, den langen Weg und den Kampf mit Herrn Richter geschärften Appetit ohne jede Zimperlichkeit und amüsirte sich mit ihren neuen Gastfreunden und den drei Volontären geradezu königlich. Während sie sich von dem seligen Herrn Syrop unter Fritz Rheinfelds heftigstem Eourmachen die neueste V!ethode des Handschttttclns zeigen ließ, und Siegfried" schüchtern und nachdenklich zusab. saate ften Richter zu seiner ZZrau. indem er ihr die Tasse zur dritten Füllung zuschob: ..Du, Ida-Mutter, weißt du. wer in der Abtei seit gestern als Ehrendame für die Baronesse eingezogen ist? Frau von Graßmann!" Rein!" erwiderte ftrau Richter, im Kafsce - Einschenken innehaltend. Doch," nickte Herr Richter. Hm ja. die Welt ist rund und muß sich drehen. Wird dir heut' Nachmittag ibren Knicks machen!" Na. das wäre das wenigste." meinte Frau Richter. Gott, mir thun die Leute immer leid, wenn sie vom hohen Pferde heruntersteigen und fremdes Brot essen müssen. DaS wird sie wohl a-uch zahmer gemacht haben." 13 ist schon möglich, aber ich glaub's nicht," sagte der Hausherr, indem er den schönen, dicken, gelben Rahm in seinen Kafsee goß. Die Sorte kriegt das Leber nicht klein. Frau von Graßmann, geborene Freiin Truchseß von Westerwald, Ehrendame und Gesellschafterin in der Abtei. Wenn das der selige Zell wüßte! Na. ich danke der Skandal!" Verzeihen Sie hat diese Frau von Graßmann einen Sohn, der Max heißt und bei den XX. .Husaren gestanden hat?" fragte Rindig, der dem Hausherrn zunächst saß. ..Ich denke ja diesen Sohn hat sie sogar sehr." meinte Herr Richter. .Kennen Sie ihn?" ..Ich nicht. Mein Bruder steht im selben Re.imente " Aha! Na. und ?" . 0, nichts weiter. Ich fragte nur," meinte der junge Niese ausweichend. Als Niemand mehr aß und trank. erhob sich der 5)ausherr. Wir haben nun gegessen und sind geworden satt. Hätt'S aber ucch mehr gegeben, Hätt'S auch nichts geschad't," jaule cr mit der Miene eines befrieoi' ten Menschen. stell wir also dein Llimplein wieder Tel gegeben haben, dürfte es uns. speziell aber Ihnen. meiueHerrcu. nichts schaden, wenn wir an unsre Arbeit gingen Und ich nach Hause." meinte 2rir aufstehend. ..Und Sie nach Hause," wiederholte Herr Richter. Aber Alter!" fiel seine Frau ein, die fetten Hände mit einem Vlick auf ihren Gast entsetzt zusam!ncnschlag.'nd. ..Na, hab' ich'ö denn vorgeschlagen oder zuerst gesagt?" vertheidigte Herr Richter seinen etivas deutlichen Wink. Fräulein von Dornl'crg war damit die Vernünftigere, denn erstens, ivenn wir vier abziehen, hat sie keine Courmacher m?hr und zweitens hindert sie dich blos in der Wirthschaft, wenn sie bleibt. Also nur keine üderflüssigen Höflichkeiten. Wach Hause wird sie aber nicht gehen, sondern fahren. Sehen Sie mal zu, Syrop, ob der Gottlieb schon die Schecken an den Sand schneide? gespannt hat, wie ich'ö heut' früh bestellt! Fir. mein Jungchen, six! So ist's recht. Ich muß nämlich in die Stadt aufs Amtsgericht und da kann ich Sie hübsch an Ihrem Parkthor ab setzen, Fräulein Nachbarin, wenn's Ihnen recht ist." Sehr recht ist mir's," erklärte Trir amüsirt. Sie sind gerade wie mein Vater. Herr Richter, der sagte auch alle geradezu! Na, und Seiner Excel 'enz wird's wohl auch lieber sein, zu fahren, als die sieben Kilometer auf seinen krummen Beinen heim zu gondein." Seine Excellenz konnte diese An nähme nur durch heftiges Aufschlagen des Schwanzes bestätigen und benu tief seufzen, denn von den Brosamen, die von des Herren Tisch für ihn ab gefallen, lag er im Zustande einer dick vollgefressenen Boa Constrictor" auf der Strohmatte vor der Thür deö Speisezimmers und schkn unfähig, seinen plenu Center auch nur sielen Meter weiter zu schleppen. Herr Syrop kam in diesem Moment höchstselbst mit dcm Sandschneider dorgefahren. d. h. ehe es dazu kam, suhr er. da er Trir Dabei ansah, weil er sich vor ihr dräjentiren wollte, in ein Blumenbeet, das die Schecken rettungslos zerstampften. Meine schönen Pelargonien: ' schrie Frau Richter auf. Donnerwetter, haben Sie denn die Augen hinten, daß Sie nach vorn nicht lenken können?" donnerte Herr Richter seinen unglücklichen Volontär an. Warum lassen Sie denn den Gottlieb nicht vorfahren? Nein, immer muß das verdunnerte Grünzeug die Nase in Sachen stecken, von denen es nicht die blasse Ahnung hat!" Wenn Sie rechts um die Ecke sahren wollen, müssen Sie das Hnndpferd lenren, mcyr oas Sattelpserv," nej Trix nun auch noch dem unglücklichen Syrop zu, der vollends den Kopf verlor und die Schecken nun auö den Pe largonien in die Balsaminen spazieren ließ. Ehe sie dort aber alles zertrampeln konnten, war Triz wie der Blitz die Tre' : hinunter, hatte das Handpfcrd an oer Trense nd führte die sich
sichtlich sehr ungemüthlich in den Baimenbeeten fühlenden Thiere erst rückwärts und dann sicher auf den 5Uesweg vor der Veranda zurück. So, nun können wir fahren," erklärte sie. Herr Syrop, gegen den der GutsHerr heillose Verbalinjurien in den Bart murmelte, sprang mit Grazie vom Bock. Ich weiß gar nicht, was den Schecken heut' eingefallen ist." meinte er achselzuckend. Gnädige.Fräulein sckzeinen sich schon mit Pserden beschäftigt zu haben." ES scheint mir auch." lachte Trix. Wenn Sie mal freie Zeit haben, will ich Sie in die Fahrschule nehmen!" Nach herzlichem Abschied von Frau Richter suhr sie dann, nachdem Seine Excellenz auch auf den Bock befördert worden war, mit Herrn Richter davon, und dieser setzte sie, da die Schecken flott liefen, bald genug am Partthor der Abtei aS. Na, also, und nichts für ungut," meinte er gutmüthig, als sie ihm nochmals die Hand heraufreichte. Dito," lachte Trix, wir haben einander nichts vorzuwerfen. Und wenn Sie mal eine heilsame Motion brauchen, dann schicken Sie nur ohne Weiteres zu mir, dann komme ich zu Jhnen und spreche mit Ihnen von der Jrauenseer Arrondirung." Quarkspitzen!" brüllte Herr Rich ter halb lachend, halb ärgerlich und suhr im schlanken Trabe davon und Seine Excellenz hatte die Unverschämt heit ihm nachzubellen! An der Allee, die zur Abtei führte, kam Frau v. Graßmann Trix entgegen. Mein liebes Fräulein von Dornberg!" rief sie schon von weitem, wel che Sorgen haben Sie mir verursacht! Man sagte mir. daß Sie das Haus schon verlassen hätten, ehe die Dienerschaft ausgestanden ist " Meinen Sie. daß dies ein Zeichen von Verrücktheit ist?" lachteTri. ivährend der Dackel die Dame knurrend u in schlich. Ich bitte Sie." wehrte Frau von Graßmann diese Jnsinuirung gleich falls lächelnd ab. Aber." setzte sie süß hinzu: AVer ist eö nicht recht grwagt für eine so junge Dame und a etvas ungelvöhnlich, so früh schon aU lein in den Wald zu gehen und sich allen möglichen Begegnungen auSzu setzen?" Na." sagte Trix. sich bezlvingcnd. ungewöhnlich wird's wohl sein sür Stadtpflanzen, die den langen Tag sowieso kaum todtschlagen können. Fiir uns Landleute ist's das einzige Kid) tige. Sind Sie schon mal in aller Herrgottsfrühe allein im Walde gewe strt? Nein? Dann können Sie auch nicht wissen, wie schön das ist. Dort lernen Sie beten, singen und springen, alles zugleich. Und ob's gewagt ist? Mein Wald ist sichrer wie Ihr großes Berlin, wo einem am hellen lichten Tage da Portemonnaie aus der Tasche gestohlcu lvird. Ist mir passirt. Faktum! Waren aber nur noch drei Mark drinn. Ich bin ja auch keinör. ster und drücke schon mal ein 8lttß zu. wenn so ein armer Kerl von Wilddieb sich den Sonntagsbraten in meinem Walde holen will. Der Förster muß ja dazwischen fahren, dafür wird er bezahlt, aber ich 'S fällt mir nicht ein! Nicht etwa aus Mangel an Eou rage, nein! Aber weil ich das ganz gut verstehe. So war mein Vater auch." Nun ja," erwiderte Frau v. Graf;mann sanft, daran hatte ich auch we niger gedacht. Aber Sie sollten diese Promenaden trotzdem lieber lassen. Man wird sie von Ihnen nicht ladylike finden " Man? Wer? Sie?" fragte Trix. ), Sie werden sich schon daran ge wohnen, das heißt an die Thatsache, denn ich will Sie nicht etwa zum Mit laufen bereden " Mitlaufen!" wiederholte Frau von Graßmann langsam. Dürfte mitgehen" nicht der bessere Ausdruck sein?" Nein, denn ich laufe, und wenn ich laufe und Sie kämen mit, dann würden Sie schon mitlaufen müssen." erklärte Trix wüthend, aber dann lächle sie, weil die Vorstellung, die mit seidnem Jupon in d:r Allee rauschende alte Dame an ihrem Waldgalopp thcilneh' men zu sehen, sie höchlich belustigte. Und doch war Frau v. Graßmann trotz ihrer schneeweißen Haare keine alte Dame, sondern sie sah, vielleicht gerade durch diese künstlich gebleichte. raffi.iirt frisirte Haartracht junger aus, als sie in derThat war. eine Frau Ende der vierziger Jahre. Aber wenn man neunzehn ist, wie Trix es war. yann sind vierzig Jahre schon ein ganz exorbitantes, kaum entschuldbares Alter. Wie geistreich Sie definiren fön nen." sagte Frau von Graßmann mir unverhohlenem Sarkasmus, der hier aber schlecht angebracht war, denn die sonst so harmlose Trix fühlte sich darunter so unbehaglich berührt, daß ihr das Lachen auf den Lippen erstarb. Sie werden nach Ihrem weiten Wege sehr hungrig sein." setzte Frau von Graßmann dann leicht hinzu. Danke, ich habe in Freiwald bei Richters gefrühstückt," erwiderte Trix kurz. O!" machte Frau von Graßmann mit hochgezogenen Augenbraunen. Ich meinte verstanden zu baben. ae-
stern Abend, daß Sie die Familie nicht kennen." I
Gestern Abend hab' ich sie auch noch nicht gekannt, aber heute früh habe' ich mit Herrn dichter na, einen kleinen Wortwechsel gehabt wegen meinem Dackel und dabei uaben wir uns vorgestellt, und darauf hat er mich zum frühstück eingeladen. Famoser alter .Nunde. dieser Herr Richter eigentlich ein Erz-Obcr Grobian, aber wenn er sich mal ausgeschimpft hat. riesig gemüthliches altes Haus. Und Frau Richter, so eine nette alte Wurzel Dame, meine ich." sügte sie erläuternd auf Frau v. Graßmann entsehtenBlick hinzu. Das frühstück auf Freiwald abr. sag' ich Ihnen, vor züg lich. Viel und rationell! Ich habe wie ein Scheunendrescher ge gegessen!" ic jagen mich eins einem Staunen ins andre." meinte Frau v. Graßmann mit schneidendem Hohn. Wenn ich längere 3etl die (5hre Ihrer Gesellschaft haben sollte, dann habe ich die frohe Aussicht. Frauensee dermaleinst mit höherer Bildung ausgestattet zu verlassen." Bitte, ist gern geschehen." erwiderte Trix, bei der der Uebermuth der Einpörung zum Glück noch erfolgreich die Waagschale hielt. Frau v. Graßmann warf unter ihren schweren, weißen Augenlidern einen unbeschreiblichen Blick auf ihre junge Brotherrin, aber waS darin auch lag, Sympathie war's kaum. ,.Nn," sagte sie in demselben sarkastischen Tone, der Trix solch reges Gefühl des Unbehagens verursachte. Nun, eö ist ja eigentlich sehr erfreulich. daß das Spiel: Wie gesällt dir dein Nachbar" nach Freiwald hin so günstig ausgefallen. Haben Sie dort außer dem Nichterschen Ehepaare noch jemanden gesehen?" ..Natürlich, die drei Volontäre." sagte Trix harml, . Die drei Jungens sind Ihnen zum Schreien und haben vor mir gedienert, wie die Tauder auf dem Dache, wenn sie der Liese die Cour schneiden! Das heißt, eigentlich nur zwei - - der Dritte, der Riese Goliath, hat sich in allen lebenden und todten Sprachen ausgeschiviegen. Er kannte Sie übrigens, oder Ihren Sohn, oder sonst wen. Oder war'S sein Bruder, der wo wen gekannt? Ich hab' blos so mit einem Ohr hingehört, denn der Herr Syrop kolkte solchen .Nohl zusammen. Immer ..gnädige Fräulein" hinten und gnädigesFräulein" vorne. Haben Sie schon mal den Namen Syrop gehört? DaS ist doch so ein süßes, braunes, klebriges 3fl -" Sirup heißt das, wenn Sie den Nückstand bei der Zuckersabrikation meinen," unterbrach Frau v. Graß mann kurz den Bericht. Doch, Sy rop ist einer unserer reichsten Großindustriellen -- Selfmademan natürlich. Vermuthlich ist der junge Mann im !)iichterschen Hause sein Sohn " Vermuthlich - blos kutschiren kann er nicht," meinte Trir, und setzte tröstend hinzu: Na. das muß ja auch nicht jeder kennen, aber ich hab' versprachen, es ihn zu lehren! " O, ol" machte Frau v. Graßmann. Das ist vermuthlich auch einer Ihrer Entschlnsie, an denen man nicht versuchen darf, in, Interesse der Schicklichkeit zu rütteln, wie?" Doch." sagte Trix mit blitzenden Augen, doch, versuchen können Sie's schon. Aber in meiner Idee ist es etwol, sehr Schickliches, wenn ein Mensch ordentlich kutschiren kann. Wenn der junge Syrop Sie erst mal in die Pelargonien oder in den Chausseegraben oder in den D. . .. na. ich sag's ja nicht erst, in was. gefahren haben wird, da werden Sie schon einsehen, daß es sehr schicklich ist, wenn er fahren lernt." ..Mir scheint, wir gehen von ganz verschiedenen Gesichtspunkten aus, liebes Fräulein von Dornberg, ' sagte Frau v. Graßmann süß. Ich werde mich in acht nehmen, mich den Kutscherkünsten des HerrnSyrop anzuvertrauen. Ich hatte auch nur sagen wollen, daß Sie augenblicklich nicht der passende Lehrer dieses jungen Mannes j in dürften." Ach so! Na, dann seien Sie ganz rnhig, ich habe bei meinem Vater sahren gelernt und kenne das Geschäft, an mir brauchen sie nicht zu zweifeln." erwiderte Trix gemüthlich. Frau v. Graßmann seufzte, und diesen Seufzer sonnte man ganz gut in die Frage übersetzen: Wo ist dieses Wesen erzogen worden?" Laut aber sagte sie, leider in dem ironischenTone, den ihr verfehltes Entree in der Abtei ihr inspirirte: Ich scheine mich etwas unklar auszudrücken. Aber gleichviel, lassen wir das, wenigstens für dieses Mal. Da Sie also keinen Appetit mehr haben, so werden Sie doch jedenfalls nach Ihrem langen Spaziergange sehr müde sein." (Fortsetzung folgt.)
ln ud erreiche? Kindersegen ist dem unbemittelten, fleißigen Tapezier Jsaak Weinberger in Washington beschicken. Er ist Vater von drei Zwillingspaaren und einer Garnitur Drillinge. Das letzte Zwillingspaar wurde ihm vor einigen Tagen geboren. Seine Gattin ist eine kleine, zierliche Frau, die nicht mehr als 90 Pfund wiegt, und sie ist auch die Mutter der Drillinge, während die anderen beiden Zwillingspaare von Weinberger's erster Frau, der Schwester der jetzigen, stammen. Weinberger ist ein kleiner Mann, der nicht mehr als 150 Viund wieat: er flammt aus Bauern.
wichtige Entscheidung. Ta .,:tt,ok'erq,ria,t nd di Norl,er'Cccurilirö vompany. Die dieser Tage vom Bundesoberrichier John M. Harlan verkündete Entscheidung des Bundesobergerichts in der Streitsache gegen die Northern SecuritieS Company darf mit Fug und Recht als eines der wichtigsten (5reignisse in der Geschichte der Äer. Staaten aufgefaßt werden. Indem der höchste GerichtsI of de Landes die früher abgegebene Entscheidung der unteren Inftanz, nämlich bey Vundes Hrcisappellglicht S zu St. Paul. Mitm., bestätigte und die Verschmelzung der Interessen der Northern Pacific-Eisendahn und der Great Northern Eisenbahn für ungesetzlich, d. h. als eine Aerletzuitg der einschlägigen Bestimmungen des Sher-msnAntitrust-GesttzeZ erklärte, hat er einen Präccdenzfall geschaffen, auf dessen Grundlage für alle Zeiten die Bildnng gesctz- und rechtswidriger Combinationen gehindert werden dürfte. Tie Northern Securitie Company ivurdc in Trenton. N. , im November 1901 mit einem Kapital von 400,000,000 inkorporirt. Ihr Zweck war, die Northern Pacific- und die Great Northern-Cisenbahn zu übernehmen. Bald wurde jedoch geltend gemacht, der Mcrger" sei gesetzwidrig. Gouverneur Ban Sant von Minnesota ergriff die Initiative mit einem Versuch, die Auslösung der Northern Securities Company herbeizuführen. Ter BundesGeneralanwalt griff ein, und die VerHandlung in dem von der Bundesregierung einleiteten Prozeß beim BundesKrek'appellgcricht fand am 14. April H)2 statt. Im Laufe desselben Monats louide in New Aork ein Prozeß von Petr Power, welcher als Strohmann von Aktionären fungirte, zur Auflösung der Gesellschaft ' ngestrengt. Cin ungeheures Aeweismalenal wurde beigebracht, und die hervorragendsten Fittanzleute wurden als Zeugen vernommen. Zeugenvernehmungen fanden auch in Panl und in St. Louis ,'iatt. Am !. April 1908 gab das Bundes zlrcisappellgericht zu St. Paul kine Entscheidung ab, welche zu Gunsle der Ncgierung und zu llngnnstcn der Northern Securities Company lautete. Die Cntscl,t.'idung untersaate der Gesellschaft die Ausübung der 5tontrolle über die Gesellschaften, deren Aktien sie in Händen hatte, sowie die Anö.iahlung von Dividenden. Später wurde der Gerichtshof zu einer Modi fikation dieses Urtheil, velvogen. Die Tecurities Company legte dann Äe rusung beim BnndeoDlu (, ericht ein.
Feuer - Signale.
Die Wcichsclzopfkrankhcit. Auö Neustadt in Westpreußen bericht tet ein Uorrespondenl: 1 ie seit Iahren behördlicherseits veranlaßte Betäm. pfung der Weichfelzopfkrantheit hat im hiesigen Ltreife wesentliche Crrsolge nicht zu erzielen vermocht. Durch eine !ich stattgehabte Umfrage ist festgestellt worden, daß die Zahl der ..Weich" selzopfträger" im hiesigen preise gegen früher ivenig oder gar nicht zurückgegangen ist. Dieses nngünslige (5rgeb niß findet seine Erklärung allein darin, daß den Aerzten bei der Bekämpfung der Krankheit der finstere Aberglaube große, oft unüberwindliche Schwierig feiten bereitet, so daß es ihnen zum Beispiel niemals gelingt, einen der Erkrankten zum Abschneiden des Zopfes zu bewegen. Um das Uebel an der Wurzel zu fassen, das heißt in erster Linie dem Aberglauben energisch entgegcnzutreten, wurde beschlossen, einen ..Zopfträger" aus dem Amtsbezirke Rheda, dem Hauptsttze der Krankheit, in einem hiesigen Krankenhause behan deln zu lassen, um durch die erfolgte Heilung die übrigen Kranken zu an derer Ansicht zu bekehren. Regen im Stadthaufe. Als dieser Tage der Finanzausschuß des Board of Aldcrmen im großen Komiteimmer der Eity Hall von Greater New 2)ork beisamme . war. ttffl über das Wohl der Stadt zu berathen, fing es plötzlich übr den Köpfen der Mitglieder an zu tropfen ; der Regen hatte ein Loch im T'ach gefunden. Das Komite flüchtete sich in eine Ecke, und unter der Stelle, die nickt wasserdicht war. wurden fünf große Eimer gestellt. Als die Sitzung zu Ende war. waren die Eimer des himmlischen Nasses voll. Dies alles war trotz der Thatsache möglich, daß während der letzten zwei Jahre 7J,000 für die Reparatur der City Hall verausgabt wurden. Italien wird auf der St. Loiliser Weltausstellung di rch 1500 Aussteller in verschiedenen Departements vertreten sein. Schnalle als Lebensr e t t e r. In Madrid. Spanien, fand dieser Tage unter sehr scharfen Bedingungen ein Pistolenduell zwischen dem Schriftsteller und republikanischen Deputaten Blasco Jbruez und einem Leutnant der Madrider Schutzmannschaft statt. Bei Straßenunruhen hatte der Leutnant den aus dem Kongreß kommenden Abgeo. . ncten mit dem Säbel geschlagen, worauf ihn dieser in öffentlicher Sitzung ein schamloses Leutnantchen" nannte. Der Offizier nahm darauf seinen Abschied und forderte Blasco Jbruez zum Zweikampf. Der erste Kugelwechsel verlief refultatlos; beim zweiten erhielt Blasco einen Schuß mitten vor den Leib, doch prallte die Kugel an einer winzigen Gürtelschnalle ab. Die Gegner versöhnten sich auf dem Kampfplatze.
I Pknnfylv nd Startet I Snglish'S Opern Hau 5 (last und Nw ?)ort 7 Noble und Michigan 4 N. Jnleh u. Masi Ade Pme und Norch Market und Pi 1 Vermont nabc Saft 12 No.. 8 Epriycnbau Mass. v nahe Mk 13 Jt itvart und Walnut 14 . Jersey u llcntral 16 Mass und Eornell AvZ .3 Äsd m d 11. Äotrasj 17 Part Ave und n i: . Columbia undHillfld i HWtand Ave U. Pnttt '1 IUinoi und Ct. I Prnnsylv. und Pratt 4 Äcr'dian und 11. Etr w iw. b Spi,knbau!b nahe JUmolg ! Lcnate Aveu. Sttllatr 27 JUmoit undVichtgaxt X Pe sylvanta und u 19 Senate ve. und 1. U Ro. 1 Cprltz,haus Jno ApenadeMtchiga, u Meridian und Walnut 4 Lallsornia u Vermont H Blake und New gort 6 Ind. Av. u. St. Ela 37 City Hospital 58 Blake und Norty 39 Mtchigan und Lgne 4, No. Sprttznchau Sasdinaton nah Veft tX Gsendorf u Wasb. U Missouri u New Dort 5 Mertdion u Wash 4 Jllmoi und Ohn, 47 apitol Av. u Wash 4? tnga' Porthau 49 Straßenbahn Stall W. Washington Ltt I No. ,a vritzenhau Jllinoi u rrnll 31 Jllinoi u Louisiana 6 Wcst und South 4 West nd McCarty M Senate Ave. u Henry n eridtan und ltay 96 No. 4 Spritzenhaus Vadtson v. u Morris 6 Madiion v. u Dunlop oHakm Letterhau South nah lXlawar, Penn, u Merrill U xlaware n. McSarttz 4 afi und ,tz ew Jersey u. Merrill 7 Birg. v. u Sradshaw aft und Prospekt S tcktng und High fl ffle. 11 pritzenha 8(r ve. nahe Hur 72 kaft und orgta 7 eda, und l 74 Davids, u (fcarftui 71 ngltsh v. u Pin r Hhekdy und tiatti 8 8 Sprttztnhau Prospekt nahe Shelbtz 1 Hletcher v. u Sh,lby Vtarht u. ?t,w lersktz S Delatvare und iasy. 8 East u Washiiigt, 44 New 7)nrt . Davids' 86 taubstummen Anstalt 8 ,r laatm Arsenal 97 Onenial und Wash raurnNesormai. . ,3 epritzenhu Marvland ah Ver. k V,erid,an u. Georqia M Meridm , und South 4 Penn,! u. Louisiana 85 irgmt, Jlvt u. lad. 88 Haotauartter. 97 rand Hotel. 98 Capital A", und 01 2 No 18 Äprivenhau 18. UNd sh. 124 Alaom.t und 18. 126 ökntral Ave und 1. .28 ande und 18. 127 rooksidk nd Jupiter 128 Erntral Av und 17. 129 Delaware und 19 i:si Alabama und 11. t2 etlesontaink und UM r ollege Av und 8. 116 7 dawart und 18. 138 Alabama und North 137 Newmann und 19. 138 College Ave und 14. 139 Con cil Ave und 18. Ul flandkS unu 19. 142 Hiflhtand Ave und 10. 148 Teumsh und 10. .46 New Jersey und 22. '4 Alvord und 17. 147 No. 2 Spri8enb.au Hitiflbe Ave urib :. .48 College Ave und 22. .49 College ve und 7. M Part ve und 2. 16? LSu. W Bahn a. 28. (64 Ramsey Av und 10 (66 Ltoughton u Newmen t67 na und Pik. idS Bloyd und Pawpaw. i69 No. 21 Spritzenhau Snghtwood AU Arden und Depot t3 Brigotwood und 26. .84 Rural und Bloyd 18s St. Clair u. Acystone t? Arsenal Ave un 23. 188 Bellefontaine und s
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